Die Gunst der Stunde für die Vorherrschaft der USA im Bereich Kernenergie nutzen

Sam Thernstrom, Paul Saunders, Todd Abrajano

Da [nicht nur; A. d. Übers.] das amerikanische Stromnetz einer beispiellosen Belastung ausgesetzt ist, war Kernenergie noch nie so vielversprechend und wichtig wie heute. Kernenergie liefert saubere, zuverlässige Energie, die für unsere Wirtschaft und nationale Sicherheit von entscheidender Bedeutung ist. Amerikanische Unternehmen sind Vorreiter bei einigen der vielversprechendsten fortschrittlichen Reaktorkonstruktionen der Welt, aber ohne wirksame staatliche Unterstützung für die Kernenergie werden sie keinen Erfolg haben.

Die Renaissance der Kernenergie in den USA wurde lange Zeit durch regulatorische und finanzielle Hindernisse verzögert, aber das ändert sich derzeit rapide. Im Mai unterzeichnete Präsident Trump eine Reihe von Durchführungsverordnungen, die darauf abzielen, die Genehmigung von Reaktoren zu beschleunigen und Vorschriften zu reformieren, mit dem Ziel, bis 2050 300 Gigawatt neue Kernkraftkapazität ans Netz zu bringen und damit die Reaktorflotte effektiv zu vervierfachen. Eine kürzlich angekündigte Rahmenvereinbarung mit Westinghouse, Brookfield und Cameco über Investitionen in Höhe von 80 Milliarden US-Dollar in den Bau von zehn neuen, modernen Kernkraftwerken in den Vereinigten Staaten ist ein wichtiger Schritt zur Verwirklichung dieser Vision.

Der Plan reflektiert das Verständnis der Regierung hinsichtlich zweier wichtiger Fakten: Eine wirksame politische Unterstützung durch die Regierung ist erforderlich, um einen Aufschwung der Kernenergie anzustoßen, und der Erfolg hängt davon ab, dass nicht nur ein oder zwei, sondern mehrere neue Reaktoren gebaut werden. Dadurch können Unternehmen robuste Lieferketten aufbauen und die Produktionsgröße sichern, die zu Kostensenkungen führt.

Diese Initiativen sind zwar ein wichtiger Impuls, doch weitere Maßnahmen auf Bundesebene sind für unseren Erfolg von entscheidender Bedeutung. Um politische Optionen zu bewerten, haben wir Anfang dieses Jahres eine überparteiliche Arbeitsgruppe zur Dominanz der USA im Bereich der Kernenergie einberufen, die sich aus ehemaligen hochrangigen Beamten, Vertretern der Industrie und Fachexperten zusammensetzt. Diese Arbeitsgruppe hat wichtige Prioritäten identifiziert, welche die Regierung und der Kongress berücksichtigen sollten.

Zunächst sollte die US-Bundesregierung eine Reihe neuer Kernkraftwerke nachdrücklich unterstützen. Jedes neuartige Kraftwerk – auch Kernkraftwerke – birgt das Risiko von Verzögerungen und Kostenüberschreitungen. Der Vertrag mit Westinghouse erkennt an, dass der Bau mehrerer Kraftwerke gleichen Designs unerlässlich ist. Andere Länder haben durch den sequenziellen Bau beeindruckende Kostensenkungen erzielt, und auch die bestehenden Kernkraftwerke in den USA – die größten und zuverlässigsten weltweit – wurden nach diesem Modell gebaut.

Neben Westinghouse gibt es in den USA eine Vielzahl von Innovatoren, die an der Kommerzialisierung fortschrittlicher kleiner modularer Reaktoren arbeiten. Der Kongress und die Regierung sollten den Bau mehrerer Einheiten der vielversprechendsten Konstruktionen fördern. Eine frühzeitige Unterstützung der ersten Anlagen einer Serie durch den Bund kann entscheidend sein, um privates Kapital zu mobilisieren. Die Verringerung des Anlegerrisikos durch gezielte Versicherungs-Maßnahmen und Maßnahmen zur Vermeidung kostspieliger Verzögerungen würde den Einsatz fördern. Die Verabschiedung des ARC-Gesetzes wäre ein sinnvoller erster Schritt in diese Richtung.

Zweitens muss die Nuclear Regulatory Commission (NRC) eine wachsende Zahl von Entwürfen und Bauprojekten sicher und effizient genehmigen. Personalabbau in einer Zeit potenzieller Umstrukturierungen der Behörde und schnell wachsender Aufgaben wird den Fortschritt behindern. Der Kongress sollte sicherstellen, dass die NRC über ausreichende Ressourcen und Personal verfügt, um die Ziele von Präsident Trump im Bereich der Kernenergie zu erreichen.

Der Kongress sollte auch die Genehmigungsauflagen für kleine, innovative Reaktorentwickler lockern. Die NRC wird fast ausschließlich durch Industriegebühren finanziert – mehr als 800 Millionen Dollar jährlich –, während Behörden wie die Umweltschutzbehörde (EPA) Steuergelder zur Unterstützung ihrer Arbeit zur Regulierung anderer Stromerzeuger verwenden. Die Kernenergie sollte nicht anders behandelt werden.

Der Kongress sollte ausgewählte Reformen verabschieden, um sicherzustellen, dass die Überprüfung von Lizenzen in einem angemessenen Verhältnis zum Risiko steht. Beispielsweise würde eine Änderung des Atomenergiegesetzes, wonach die Beratungskommission für Reaktorsicherheit nur neue oder neuartige Lizenzanträge statt aller Anträge prüft, den Prozess straffen, ohne die Sicherheit zu beeinträchtigen.

Der parteiübergreifende Refuel Act ist ein weiteres Beispiel für eine sinnvolle Anpassung an die sich weiterentwickelnden Technologien. Es gibt neue Technologien und Verfahren für das Recycling abgebrannter Brennelemente, bei denen kein Plutonium isoliert wird. Es ist daher angemessen, deren behördliche Überprüfung von den traditionellen Verfahren zu unterscheiden, bei denen Plutonium anfällt.

Drittens erfordert der Ausbau der amerikanischen Nuklearindustrie einen raschen Aufbau unserer nuklearen Arbeitskräfte und Lieferkette. Neben Nuklearingenieuren benötigt die Branche Tausende von qualifizierten Bau- und Wartungsarbeitern sowie Reaktorbetreibern. Die Unterstützung der Serienproduktion sowohl von Großreaktoren als auch von kleinen modularen Reaktoren wird ein wichtiges Nachfragesignal an Lieferanten und Hersteller senden. Da das Energieministerium (DOE) die Serienproduktion sowohl von Groß- als auch von Kleinreaktoren unterstützt, sollte es auch das Office of Energy Dominance Financing nutzen, um Investitionen von Lieferanten und Herstellern zu fördern. Der Ausbau der Lieferketten wird jedoch Zeit brauchen; kurzfristig würde eine Senkung der Zölle auf wichtige Importe sowohl die Reaktorkosten als auch die nachgelagerten Strompreise senken.

Brennstoff ist ebenso wichtig, und auch hier haben wir unsere Lieferkette verloren, als wir den Bau von Kernkraftwerken eingestellt haben. Der Kongress und das Energieministerium haben erste Unterstützung für Uranabbau- und -anreicherungsunternehmen sowie Hersteller von Kernbrennstoffen bereitgestellt, aber es muss noch mehr getan werden, um eine vorhersehbare, langfristige Nachfrage für die Lieferanten sicherzustellen. Der Kongress sollte auch die aufkommenden Bemühungen des privaten Sektors zum Recycling von abgebrannten Brennelementen fördern.

Angesichts des steigenden Strombedarfs und der Beschleunigung der eigenen Atomprogramme durch globale Wettbewerber ist die Wiederherstellung der Führungsrolle der USA im Bereich der Kernenergie unerlässlich, um für die kommenden Jahrzehnte eine zuverlässige, erschwingliche und widerstandsfähige Stromversorgung sicherzustellen.

Sam Thernstrom is head of the Energy Innovation Reform Project

A former, State Department energy official, Paul Saunders is President of the Center for the National Interest.

Todd Abrajano the President & CEO of the United States Nuclear Industry Council.

This article was originally published by RealClearEnergy and made available via RealClearWire.

Link: https://wattsupwiththat.com/2025/12/31/seizing-the-moment-for-u-s-nuclear-energy-dominance/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Französische Denkfabrik IREF: „Entgegen aller Vernunft hält die EU an ihrer Netto-Null-Illusion fest“

Clintel Foundation

Die Europäische Kommission hat einen neuen Schritt in Richtung ihres Ziels der „Netto-Null“ bis 2050 gebilligt, das eine Reduzierung der Netto-Treibhausgasemissionen um 90 % gegenüber dem Niveau von 1990 bis 2040 vorsieht. Ein aktueller Bericht des französischen Thinktanks IREF (Institut de Recherches Économiques et Fiscales) liefert jedoch eine ernüchternde Realitätsprüfung.

Die Europäische Kommission strebt nun eine Reduzierung der Netto-Treibhausgasemissionen um 90 % bis 2040 an. Die endgültige Verabschiedung wird für 2026 erwartet, gefolgt von der verbindlichen Umsetzung in nationales Recht. Der Umfang des Plans ist atemberaubend. Die EU schätzt die erforderlichen Investitionen bis 2040 auf 21 Billionen Euro – etwa 7 bis 8 % des BIP der EU –, ohne Finanzierungskosten. Die Politik erwartet eine Mischung aus Subventionen, CO₂-Bepreisung und zwingenden Vorschriften, um den größten Teil der Last auf den privaten Sektor zu verlagern. Die entscheidende Frage ist nicht mehr die Ambition, sondern die Machbarkeit.

Ein aktueller Bericht des französischen Thinktanks IREF (Institut de Recherches Économiques et Fiscales) liefert eine ernüchternde Bestandsaufnahme. Schon einfache Berechnungen lassen die Alarmglocken läuten. Die Emissionen der EU sind in den 33 Jahren von 1990 bis heute um 37 % gesunken. Um in nur 17 Jahren eine zusätzliche Reduzierung um 68 % zu erreichen, müsste das Tempo der Dekarbonisierung fast verdreifacht werden. Gelingt diese Beschleunigung nicht, wären die wirtschaftlichen Folgen eines so schnellen Emissionsrückgangs gravierend.

Die Strategie der EU basiert auf der Annahme, dass die Technologien ausgereift genug sind, um einen raschen Abbau jahrzehntelang aufgebauten fossilen Kapitals zu rechtfertigen. Der Plan stützt sich auf drei Säulen: ein Energiesystem, das von variablen erneuerbaren Energien (VRE) dominiert wird, eine massive Elektrifizierung von Industrie, Verkehr und Gebäuden sowie tiefgreifende Veränderungen in der Landwirtschaft. Der Fehler liegt in der Notwendigkeit einer perfekten Koordination. Die Netze müssen für erneuerbare Energien ausgebaut werden, die Speicherkapazitäten müssen schneller wachsen als die Schwankungen, und die Nachfrage muss genau nach Plan steigen. Jede Diskrepanz verwandelt „Übergangsinvestitionen“ in gestrandete Vermögenswerte.

IREF zeigt, dass diese Diskrepanzen bereits weit verbreitet sind. Der großflächige Einsatz von VRE führt zu wechselnden Phasen von Überangebot – negativen Preisen und erzwungenen Einschränkungen – und Engpässen, in denen die Preise in die Höhe schnellen, die erneuerbaren Energien jedoch nicht reagieren können. Die ursprünglich als vorübergehend versprochenen Subventionen steigen wieder. Vor dieser Dynamik haben Institutionen wie die OECD und die Kernenergieagentur bereits vor Jahren gewarnt, doch deren Warnungen wurden weitgehend ignoriert.

Der Stromausfall in Spanien im April 2025 hat eine weitere Schwachstelle offenbart. Trotz anfänglicher Dementis zeigten Untersuchungen, dass die übermäßige Abhängigkeit von nicht regelbaren Energiequellen die Netzstabilität beeinträchtigte. Über dieses Ereignis hinaus berichten europäische Netzbetreiber von einem dramatischen Anstieg der Spannungsstörungen seit 2015, was auf eine zunehmende systemische Anfälligkeit hindeutet.

Die EU reagiert darauf mit der Forderung nach einem schnelleren Ausbau des Netzes und groß angelegten Speichermöglichkeiten, insbesondere für Wasserstoff. Die Fortschritte bleiben jedoch weit hinter dem Ausbau der erneuerbaren Energien zurück. Die Niederlande veranschaulichen das Problem: Netzüberlastungen blockieren derzeit neue Anschlüsse für Haushalte und Unternehmen und belasten das Wachstum. Laut von IREF zitierten Quellen könnte die Reparatur des niederländischen Netzes allein bis 2040 200 Milliarden Euro kosten. Im Gegensatz dazu schätzt die Kommission die Kosten für die gesamte EU auf nur 1,2 Billionen Euro, also nur das Sechsfache – eine unglaubwürdig niedrige Zahl, die auf eine systematische Unterschätzung hindeutet.

In Deutschland sieht es ähnlich aus. Im Rahmen der Energiewende wurde nur ein Sechstel der geplanten Übertragungsleitungen gebaut. Die deutsche Förderbank KfW schätzt, dass die Investitionskapazität für das Stromnetz vervierfacht werden müsste, um die Ziele für 2030 zu erreichen, aber niemand weiß, woher das Geld dafür kommen soll. Bei Wasserstoff sieht es nicht besser aus. Europäische und nationale Rechnungsprüfungsbehörden sind zu dem Schluss gekommen, dass Wasserstoffstrategien eher von politischen Ambitionen als von technischem oder wirtschaftlichem Realismus getrieben sind. Nur wenige Projekte kommen voran, und wichtige Technologien sind noch nicht ausgereift. Die Speicherziele für 2040 oder 2050 sind daher weitgehend spekulativ.

Ironischerweise erkennt nun auch Deutschland selbst die Grenzen seines Modells. Bundeskanzler Friedrich Merz hat Pläne angekündigt, bis 2035 71 Gaskraftwerke zu bauen, um die Versorgung während wiederkehrender Wind- und Solar-Flauten sicherzustellen, sowie Subventionen für industrielle Strompreise. Die Korrektur der Fehler der Energiewende birgt nun die Gefahr einer Verzerrung des Wettbewerbs innerhalb der EU.

Auf der Nachfrageseite ist die Realität ebenso hart. Energieintensive Industrien stellen fest, dass die globalen Märkte nicht bereit sind, hohe Aufschläge für „dekarbonisierte“ Produkte zu zahlen. So ist beispielsweise die Aluminiumproduktion in Europa seit 2010 um 25 % zurückgegangen, während die weltweite Nachfrage um mehr als 70 % gestiegen ist. Hohe Strompreise und der obligatorische Kauf von CO₂-Zertifikaten schränken die Investitionskapazitäten zusätzlich ein.

Haushalte sehen sich ähnlichen Einschränkungen gegenüber. Die Verkäufe von Elektrofahrzeugen stagnierten aufgrund anhaltender Bedenken hinsichtlich Kosten, Komfort und Zuverlässigkeit. Wärmepumpen und Dämmungen folgten dem gleichen Verlauf: anfängliche Begeisterung, enttäuschende Renditen, Einbruch der Nachfrage nach Wegfall der Subventionen. Nur strengere Vorschriften könnten diese Lücke schließen – aber solche Vorschriften würden auf Kosten der individuellen Freiheiten gehen.

Das IREF kommt zu dem Schluss, dass der Netto-Null-Plan der EU praktisch schon bei seiner Einführung zum Scheitern verurteilt ist. Seine interne Kohärenz ist in diesem Umfang und angesichts der unterschiedlichen Geschwindigkeiten, mit denen die Mitgliedstaaten voranschreiten, nicht zu erreichen. Ein Beharren darauf würde den Wohlstand und die Freiheiten beeinträchtigen und den klassischen Misserfolg groß angelegter zentralistischer Pläne wiederholen – was der österreichische Ökonom Friedrich von Hayek einmal als „fatale Selbstüberschätzung” bezeichnet hat.

Die Ironie dabei ist, dass die Auswirkungen auf das Klima vernachlässigbar wären. Auf der Grundlage von IPCC-Formeln kommt das IREF zu dem Schluss, dass für Europa die Erreichung der Netto-Null im Jahr 2100 statt 2050 die globalen Temperaturen nur um 0,02 bis 0,06 °C verändern würde – unterhalb jeder sinnvollen Messschwelle.

IREF fordert daher eine strategische Kehrtwende: einen langsameren, realistischeren Weg zur Dekarbonisierung, der sich eher auf Innovation als auf Vorschriften konzentriert. Das auf Kernenergie basierende Stromsystem Frankreichs verursacht bereits weitaus geringere Emissionen als die von Deutschlands gescheitertem Experiment inspirierte Vision der EU, die stark auf erneuerbare Energien setzt. Der schrittweise Ersatz der verbleibenden Kohle- und Gasenergie durch regelbare kohlenstoffarme Energieerzeugung – möglicherweise einschließlich fortschrittlicher Kerntechnologien – in den nächsten drei Jahrzehnten wäre sowohl wirtschaftlich als auch technisch glaubwürdig. Dieser Weg würde radikale Netzumbauten, unrealistische Speicherkonzepte und Diskrepanzen zwischen Angebotsausbau und tatsächlicher Nachfrage vermeiden.

Europa beginnt, sich am Rande anzupassen, indem es die Vorschriften für Elektrofahrzeuge lockert und Stromsubventionen zulässt. Aber kosmetische Korrekturen werden eine grundlegend fehlerhafte Strategie nicht retten. Eine echte Neubewertung ist überfällig. Es ist besser, jetzt den Kurs zu korrigieren, als an einer Illusion festzuhalten, die das europäische Projekt selbst zu untergraben droht.

The report, in French: « European Union climate law: an economic and societal disaster with no effect on the climate », Authored by Vincent Bénard, IREF, December 2025 – Vincent Bénard is a civil and territorial planning engineer and economic analyst, who authored several articles and reports for IREF since 2021.

Link: https://clintel.org/think-tank-iref-against-all-rationality-the-eu-persists-in-its-net-zero-delusion/

Übersetzt von Christian Freuer

 




Man erwarte demnächst eine weitere PIK-Studie mit der Behauptung, dass die globale Erwärmung zu Kältewellen in Europa führt!

Pierre Gosselin

Der Winter in Europa war bisher eher mild – genau wie von den Alarmisten der globalen Erwärmung vorhergesagt. Aber jetzt wird es langsam kalt.

Eine Kältewelle breitet sich über Europa aus, und es besteht die Gefahr, dass die Öffentlichkeit hier anfängt, an der Mär vom Klimawandel zu zweifeln – insbesondere angesichts explodierender Heizkosten und schwindender Gasreserven. Wir sollten uns also nicht wundern, wenn die Klimawandel-Alarmisten bald mit einer weiteren zweifelhaften Studie aufwarten, in der sie behaupten, dass auch extreme Winterkälte ein eindeutiges Zeichen für die Erderwärmung ist.

Just-so story science

Dies war bereits früher der Fall. So veröffentlichten beispielsweise im Jahr 2010, mitten in einem bitterkalten Winter, die PIK-Wissenschaftler Petoukhov et al. einen Artikel mit dem Titel „A link between reduced Barents-Kara sea ice and cold winter extremes over northern continents” (Ein Zusammenhang zwischen dem Rückgang des Meereises in der Barents- und der Kara-See sowie extremen Kälteperioden im Winter über den nördlichen Kontinenten), in dem sie feststellten, dass der Verlust des Meereises dort die Wahrscheinlichkeit extremer Kälteperioden im Winter in Europa verdreifachen könnte.

Im Jahr 2019 veröffentlichten Kornhuber et al. eine Studie mit dem Titel „Extreme Wetterereignisse im Frühsommer 2018, verbunden durch ein wiederkehrendes hemisphärisches Wellen-7-Muster”, der sich auf sommerliche Hitzewellen konzentrierte. Diese Forschung verfolgt die „resonante Verstärkung” planetarischer Wellen, die angeblich dazu führen, dass kalte Luft nach Süden strömt und dort wochenlang verbleibt.

PIK-Forscher, insbesondere Vladimir Petoukhov suggerieren, eine spezifische nichtlineare Beziehung identifiziert zu haben, und behaupten, dass die Atmosphäre am heftigsten reagiert, wenn die Meereiskonzentration in bestimmten arktischen Regionen bei etwa 40–80 % liegt. Wenn das Eis verschwindet, gibt der Ozean eine massive „Wärmeblase” an die kalte Winterluft ab und erzeugt so ein lokales Hochdrucksystem über der Arktis. Dieses Hochdruckgebiet wirkt wie ein Steuerungszentrum, die den Jetstream nach Süden drückt und kalte kontinentale Luftmassen aus Sibirien nach Westen in Richtung Europa wehen lässt.

Stefan Rahmstorf und sein Team haben sich ebenfalls für diese Theorie stark gemacht und argumentieren, dass „die Erwärmung der Arktis dazu führt, dass die ‚Wellen‘ im Jetstream viel größer werden und sich viel langsamer bewegen. Man sieht also, dass die Erwärmung auch zu ungewöhnlich kalten und harten Winterereignissen in ganz Europa führt“.

Seit Januar 2026 beobachten das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und die breitere wissenschaftliche Gemeinschaft eine Reihe höchst ungewöhnlicher Signale aus der Arktis, die ihrer Meinung nach mit dem Zusammenhang „weniger Eis = strengere Winter” in Einklang stehen (Verlangsamung der AMOC, Tipping Points Report vom Oktober 2025 und der vor wenigen Wochen veröffentlichte Arctic Report Card 2025).

Laut dem PIK haben wir es nicht mehr mit „zukünftigen Risiken“ zu tun, sondern mit der Live-Beobachtung eines destabilisierten Systems, in dem das geringe Eis eine „Hitzeglocke“ über dem Pol bildet und den Jetstream in eine „festgefahrene“ Position zwingt, was zu den aktuellen Kälteeinbrüchen führt.

Während Klimawissenschaftler darauf bestehen, dass dies fundierte Klimawissenschaft ist, sehen Skeptiker darin, was es wirklich ist: eine „Just-so-Story“, voller pseudo-tiefgründigem Blödsinn und wissenschaftlicher Sophisterei. Es klingt vollkommen logisch und überzeugend (z. B. dass Giraffen lange Hälse haben, um an hohe Blätter zu gelangen), aber es fehlen jegliche empirische Beweise dafür, dass dies tatsächlich so ist.

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Hierzu gibt es auch schon einen Kommentar, den ich so treffend finde, dass er hier beigefügt wird:

John F. Hultquist 2. January 2026 at 8:05 PM

Mir ist ein Muster aufgefallen. Auf der Nordhalbkugel herrschen im Juni, Juli und August in der Regel hohe Temperaturen. Im November, Dezember und Januar ist es dann kälter. Die Erwärmung hat mein ganzes Leben lang und schon vor meiner Zeit zu einer Abkühlung geführt. Die beste Strategie ist, davon auszugehen, dass dies so weitergeht. Die Finanzierung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung kann eingestellt werden.

Link: https://notrickszone.com/2026/01/02/expect-soon-another-pik-paper-that-claims-warming-leads-to-cold-snaps-over-europe/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




6,4 Billionen Dollar verpulvert – und immer noch geben fossile Treibstoffe den Ton an!

Cap Allon

Zwischen 2012 und 2023 gaben Regierungen und Institutionen weltweit mindestens 4 Billionen Dollar für die Energiewende aus.

Laut der Energieexpertin Irina Slav reduzierten diese Ausgaben den weltweiten Anteil fossiler Brennstoffe an der gesamten Energieversorgung von ~89,6 % auf ~86,6 %. Nach dreizehn Jahren und mehr als vier Billionen Dollar liefern Kohlenwasserstoffe immer noch fast 87 % der weltweiten Energie.

Seitdem haben die Ausgaben zugenommen, wobei die weltweiten Investitionen in „grüne Übergangstechnologien“ allein im Jahr 2024 insgesamt 2,4 Billionen US-Dollar betrugen und damit die Investitionen in fossile Brennstoffe für dieses Jahr überstiegen. Trotzdem lieferte Kohle eine Rekordmenge an Energie, während Öl und Erdgas für die Stromerzeugung, den Verkehr und die Industrie nach wie vor unverzichtbar waren.

Länder mit den höchsten Umstellungsausgaben weisen auch die höchsten Strompreise (weltweit) auf, was die zusätzlichen Kosten für den Ausbau des Stromnetzes, Redundanzen und die durch die Schwankungen bei Wind- und Solarenergie erforderliche Reserveversorgung reflektiert.

Nach rund 6,4 Billionen US-Dollar an Steuern, Subventionen und Investitionen dominieren fossile Brennstoffe weiterhin. Nur die Stromkosten sind drastisch gestiegen.

Link: https://electroverse.substack.com/p/global-temperatures-down-in-december?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email (Zahlschranke)

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE




Nein, Yale Climate Connections, dramatische Photos belegen keine Auswirkungen des Klimawandels!

Anthony Watts

Der kürzlich in Yale Climate Connections erschienene Artikel mit dem Titel [übersetzt] „Sechs Fotos zeigen, wie der Klimawandel unsere Welt im Jahr 2025 geprägt hat” von Samantha Harrington präsentiert eine fotogestützte Erzählung, in der behauptet wird, dass Waldbrände, Überschwemmungen, Hitzewellen, Hurrikane und Dürren im Jahr 2025 „durch den Klimawandel noch verheerender und tödlicher geworden sind”. Das ist schlichtweg Unsinn. Der Artikel stützt sich auf eindrucksvolle Bilder und voreilige Schlussfolgerungen, um einen Zusammenhang mit dem Klima herzustellen, liefert jedoch keine stichhaltigen Beweise für diese Behauptungen, außerdem widerlegen gemessene Trends diese Behauptungen.

Der Artikel behauptet, dass diese Bilder „die Folgen der Klimaerwärmung in Aktion zeigen“, und behauptet wiederholt, dass der Klimawandel bestimmte Ereignisse „verstärkt“ oder wahrscheinlicher gemacht habe, wobei er sich auf Gruppen wie World Weather Attribution und Climate Central beruft. Die emotionale Kraft der Fotos ist unbestreitbar. Aber Fotos sind Momentaufnahmen; sie sagen nichts über die 30-jährigen Trends aus, die zur Bestimmung des Klimas erforderlich sind, und sie ersetzen auch keine langfristigen Beobachtungsdaten. Noch wichtiger ist, dass das Klima ein statistisches Konstrukt ist, ein Durchschnitt des Wetters über 30 Jahre, und keine Naturgewalt. Nur das Wetter ist eine Naturgewalt, und es sind Wetter-Ereignisse, welche die Schäden auf diesen Fotos verursachen.

Eine einzelne Brandnarbe, ein überflutetes Wohnzimmer oder ein Satellitenbild von Sturmschäden können ebenso wenig einen Klimatrend belegen wie ein einzelner Kälteeinbruch die Erwärmung widerlegen kann. Genau aus diesem Grund verwenden Wetterdienste 30-jährige Normwerte. Durch die Darstellung von sechs isolierten Ereignissen, die jeweils als „durch den Klimawandel verschlimmert” dargestellt werden, vermischt Yale Climate Connections Wetter und Klima und verleitet die Leser dazu, Trends zu vermuten, die durch die Beweise nicht belegt sind.

Wenn man von Fotos abstrahiert und sich mit der Geschichte und den Messungen befasst, wird das Ganze weitaus nuancierter. Was Hurrikane angeht, so zeigen die in „Climate at a Glance: Hurricanes” zusammengefassten Langzeitaufzeichnungen keinen eindeutigen Aufwärtstrend bei den Hurrikanen, die auf das Festland der USA treffen, oder bei der akkumulierten Zyklon-Energie, der die Behauptung einer stetigen Verschlimmerung der Stürme rechtfertigen würde.

Was Überschwemmungen betrifft, so dokumentiert „Climate at a Glance: Floods“ das Fehlen eines konsistenten globalen Anstiegs der Häufigkeit oder des Ausmaßes von Überschwemmungen, eine Schlussfolgerung, die auch im Sechsten Sachstandsbericht (AR6) des IPCC bestätigt wird.

In Bezug auf Waldbrände erklärt „Climate at a Glance: Wildfires“, dass das Ausmaß der Brände stark von der Landbewirtschaftung, den Zündquellen und der Brennstoffmenge beeinflusst wird und nicht allein von der Temperatur, wobei die langfristigen Trends je nach Region sehr unterschiedlich sind. Hitzewellen und Starkregenereignisse zeigen ebenfalls ein uneinheitliches regionales Verhalten und keine einheitliche globale Zunahme, wie auf den Seiten zu Extremwetterereignissen von „Climate at a Glance“ zusammengefasst wird.

Der Artikel stützt sich stark auf Behauptungen zur schnellen Zuordnung – Aussagen, dass der Klimawandel ein bestimmtes Ereignis „um zwei bis vier Grad wärmer” oder „700-mal wahrscheinlicher” gemacht habe. Diese Behauptungen stammen aus Modellen, die eine simulierte Gegenwart mit einer simulierten kontrafaktischen Welt ohne zusätzliche Treibhausgase vergleichen. Es handelt sich dabei nicht um direkte Messungen. Der sechste Sachstandsbericht (AR6) des IPCC macht deutlich, dass die Zuverlässigkeit der Zuordnung je nach Ereignistyp und Region stark variiert und dass weiterhin erhebliche Unsicherheiten bestehen. Spätere Verweise auf den IPCC-AR6 verschwinden oft aus der Berichterstattung in den Medien.

Climate Realism hat die Attributionsbehauptungen von World Weather Attribution und Climate Central wiederholt widerlegt und gezeigt, dass sowohl die faktischen Behauptungen über einen Zusammenhang zwischen dem Klimawandel und bestimmten extremen Wetterereignissen in den Daten nicht zu finden sind als auch die Methodik fehlerhaft ist, mit der ein solcher Zusammenhang hergestellt wird, zum Beispiel hier, hier, hier und hier.

Ebenso wichtig ist, was der Artikel außer Acht lässt. Katastrophen werden ebenso sehr durch Exposition und Anfälligkeit wie durch das Wetter verursacht. Das Bevölkerungswachstum in Überschwemmungsgebieten, die Bebauung in brandgefährdeten Landschaften, unzureichende Entwässerung, schlechte Waldbewirtschaftung und veraltete Infrastruktur verstärken die Schäden. Ein im Juli fotografiertes überschwemmtes Haus in Texas reflektiert Entscheidungen zur Flächennutzung, Flussbau oder Warnsysteme – oder deren Fehlen –, die über die Folgen entscheiden, und nicht, wie in diesem Fall, ein verändertes Klima. Ein verbrannter Hang in Kalifornien ist ein Hinweis auf die Ansammlung von Brennstoff nach Jahrzehnten der Brandbekämpfung und Untätigkeit zur Verhinderung der Brennstoffansammlung, nicht auf eine Verschärfung der Dürre oder Hitze – beides ist nicht nachweisbar.

Der entscheidende Punkt ist: Fotos können Schäden festhalten, aber sie können keine Ursachen diagnostizieren.

[Hervorhebung im Original]

Ein Beispiel dafür ist das folgende Foto aus dem Jahr 1900:

Wenn man sich das Bild ansieht, kann man die Ursache für diese Schäden nicht bestimmen. Es könnte sich um ein Erdbeben, einen Tornado, einen Hurrikan oder ein anderes Starkwindereignis handeln. Es könnte sogar eine laufende Abrissbaumaßnahme sein. Man kann es einfach nicht sagen.

Ohne den Kontext des Ereignisses ist jede Zuordnung der Ursache reine Spekulation. Dieser Kontext in diesem Fall ist Folgender: DIE GESCHICHTE VON GALVESTON UND DER STURM VON 1900, ein Hurrikan, der vermutlich der Kategorie 3 oder höher auf der Saffir-Simpson-Hurrikan-Windskala angehörte.

Würde der gleiche Sturm heute auftreten, könnten Sie sicher sein, dass Experten und Medien, ausgestattet mit der schnell reagierenden „Attributionswissenschaft“, sich beeilen würden, genau diese Bilder zu verwenden, um zu behaupten, dass der Klimawandel irgendwie dafür verantwortlich sei.

Climate Realism hat wiederholt dokumentiert, wie fotozentriertes Storytelling und schnelle Zuschreibungen genutzt werden, um Gewissheit zu übertreiben. Leser finden einen Katalog mit Kritiken zu Attributionsbehauptungen zu Waldbränden, Überschwemmungen, Hurrikanen und Hitzewellen in der Berichterstattung über extremes Wetter, in der Medienaussagen mit Beobachtungsdaten und IPCC-Ergebnissen verglichen werden. Ebenso zeigen die zahlreichen Analysen von Climate Realism zur sogenannten „Attribution Science“, wie modellbasierte Wahrscheinlichkeitsaussagen routinemäßig als feststehende Tatsachen präsentiert werden, selbst wenn die zugrunde liegenden Daten spärlich oder widersprüchlich sind.

Am aussagekräftigsten ist vielleicht, dass der Artikel nie die Frage stellt, ob solche Bilder auch in früheren Jahrzehnten möglich gewesen wären. Die Antwort lautet ja. Die Geschichte ist voller verheerender Überschwemmungen, Brände, Stürme und Dürren, die lange vor dem Anstieg der modernen CO₂-Emissionen stattfanden. Was sich am meisten verändert hat, ist nicht das Vorhandensein von Extremen, sondern die Allgegenwart von Kameras, Drohnen, Satelliten und sozialen Medien – wodurch jede Katastrophe nun in hoher Auflösung dokumentiert wird, aber von narrativ geprägten Medien fälschlicherweise und sofort als Beweis für den „Klimawandel” dargestellt wird.

Indem Yale Climate Connections Fotos anstelle von Trends und Modelle anstelle von Messungen verwendet, verleitet es die Leser zu der irrigen Annahme, dass sechs Bilder „zeigen können, wie der Klimawandel unsere Welt geprägt hat”. Das können sie nicht. Das Klima wird über Jahrzehnte gemessen und nicht in einem Bild festgehalten. Solange die Medienberichterstattung nicht konsequent zwischen Wetter und Klima sowie zwischen Bildern und Beweisen unterscheidet, werden die Leser weiterhin eine eindrucksvolle, aber falsche visuelle Darstellung erhalten. Nur langfristige Trends können darauf hindeuten, dass der Klimawandel das Wetter verschlechtert, und Fotos können keine Trends erfassen.

Anthony Watts is a senior fellow for environment and climate at The Heartland Institute. Watts has been in the weather business both in front of, and behind the camera as an on-air television meteorologist since 1978, and currently does daily radio forecasts. He has created weather graphics presentation systems for television, specialized weather instrumentation, as well as co-authored peer-reviewed papers on climate issues. He operates the most viewed website in the world on climate, the award-winning website wattsupwiththat.com.

Originally posted at ClimateREALISM

Link: https://wattsupwiththat.com/2026/01/01/no-yale-climate-connections-dramatic-photos-dont-prove-climate-change-effects/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE