Kältereport Nr. 31 / 2025
Vorbemerkung: Dieser Kältereport ist kürzer als sonst, weil Cap Allon am Donnerstag und Freitag keine Meldungen über explizite Kalt-Ereignisse verbreitet, dafür jedoch viele Meldungen über andere Themen bzgl. Wetter und Klima. Diese werden in den „Kurzmeldungen“ übersetzt.
Nun aber zu den Meldungen der letzten Woche.
Meldungen vom 4. August 2025:
Globale Temperaturen sinken weiter
Der UAH-Satellitendatensatz zeigt für Juli 2025 eine globale Temperaturanomalie in der unteren Troposphäre von 0,36 °C, was einem Rückgang gegenüber den 0,48 °C im Juni entspricht und die anhaltende Abkühlung unterstreicht.
Das ist ein Rückgang um 0,12 °C innerhalb eines Monats, der vor allem auf die außertropische Südhalbkugel zurückzuführen ist (die von 0,55 °C auf 0,10 °C gefallen ist). Und seit dem Höchststand im April 2024 (vor 15 Monaten) sind die globalen Temperaturen nun um sehr deutliche 0,6 °C gefallen.
„Bei dieser Geschwindigkeit würden wir in nur 5 Jahren (-3 °C) in die nächste Eiszeit eintreten“, schreibt der Klimaforscher Javier Vinós auf X, vermutlich ironisch (aber vielleicht auch nicht).
Dieser Rückgang hängt mit mehreren Faktoren zusammen: nachlassende ozeanische Wärmeabweichungen, das Ende des Sonnenmaximums und das Abklingen der stratosphärischen Erwärmung durch den Unterwasserausbruch von Hunga-Tonga. Mit dem nahenden Sonnenminimum wird sich die Abkühlung voraussichtlich noch verstärken. Kurzfristig: Die Aktivität im Juli blieb gering, ohne dass es (zumindest bisher) zu einer wirklichen Erholung von dem Einbruch im Mai gekommen wäre:
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Australien: Rekord-Kälte, Schnee und Stromausfälle
Am Wochenende wurden weite Teile Ostaustraliens unter der höchsten Schneedecke seit Jahrzehnten begraben, während Rekord-Tiefsttemperaturen die schlecht dimensionierten Stromnetze an ihre Grenzen brachten.
In Queensland sank die Temperatur in Ravenshoe in der Nacht zum Samstag auf -0,3 °C, eine für die Region seltene Kälte. In Normanton erreichte die Höchsttemperatur am Sonntag mühsam 10,4 °C – der kälteste Augusttag seit 25 Jahren.
Zum ersten Mal seit einem Jahrzehnt fiel sogar in Teilen von Queensland Schnee. Die größten Schneemengen wurden jedoch in New South Wales gemessen. Eine Kaltfront im Süden brachte 40 cm Schnee in Teilen der nördlichen Hochebene, die stärksten Schneefälle seit Mitte der 1980er Jahre.
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„Das Besondere an diesem Ereignis ist nicht nur die Menge an Schnee, sondern auch, wie weit verbreitet er gefallen ist“, sagte Miriam Bradbury, Meteorologin beim BOM.
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Eine seit den 1980er Jahren nicht mehr gesehene ausgedehnte Schneedecke, Temperaturen, die jahrzehntealte Rekorde brachen, und ein Stromnetz, das mit dem Heizbedarf nicht Schritt halten konnte – das klingt nicht nach einer „beispiellosen Hitzekatastrophe“, sondern eher nach einer „Rückkehr der kalten Zeiten“.
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Arktisches Meereis in gutem Zustand
Zum 30. Juli beträgt die Meereisausdehnung deutlich über 7 Millionen km² – einer der höchsten Werte für dieses Datum in den letzten zehn Jahren.
Die NASA-Grafik zeigt die Widerstandsfähigkeit: die Erholung von den Tiefstständen der Jahre 2018 und 2020, die als Beweis für eine „Todesspirale” angeführt wurden:
Saisonzyklus der Meereisausdehnung in der nördlichen Hemisphäre [NASA]
Bis zum Minimum der Schmelzsaison im Sommer 2025 ist es noch ein weiter Weg. Aber die Arktis wird nicht eisfrei sein, wie es prophezeit worden ist. Nicht einmal annähernd.
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Meldungen vom 5. August 2025:
Indien: Kältester Juli seit 125 Jahren in der Stadt Ludhiana
Ludhiana, ein wichtiges Industrie- und Landwirtschaftszentrum in Punjab, das oft als „Manchester Indiens“ bezeichnet wird, hat gerade den kühlsten Juli seit 15 Jahren erlebt.
Die durchschnittliche Höchsttemperatur des Bezirks lag im letzten Monat bei 33 °C, dem niedrigsten Wert seit 2011, wobei der heißeste Tag nur 35,8 °C erreichte. Auch die Tiefsttemperaturen in der Nacht sanken (trotz des städtischen Wärmeinseleffekts) auf durchschnittlich 26,8 °C, was eine deutliche negative Abweichung darstellt.
Die Abkühlung fiel mit überdurchschnittlichen Monsunregenfällen zusammen. Der indische Wetterdienst meldete für Juli 180,3 mm Niederschlag – 9 % über dem Durchschnitt.
Für einen Monat, der oft als „gnadenlos“ bezeichnet wird, war dieser Juli gemäßigt – eine Mäßigung, die es nicht in die Schlagzeilen schafft.
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Australien: Weitere monatliche Kälterekorde gebrochen
Die Kälte hält in weiten Teilen Australiens an, wobei mehrere Wetterstationen historische August-Tiefstwerte verzeichnen. Im Northern Territory sank die Temperatur am Flughafen Tennant Creek auf 4,1 °C – die niedrigste August-Temperatur seit 57 Jahren – und unterbot damit den bisherigen Rekord von 4,5 °C, aufgestellt am 14. Juli 1978.
Auch auf der Delamere Weapons Range [ein Bergrücken] wurde es 7,9 °C kalt, ebenfalls ein Monats-Tiefstwert.
In Queenslands Gulf Country wurden verbreitet Rekorde verzeichnet: Am Flughafen Normanton sank die Temperatur auf 9,8 °C, der Flughafen Burketown auf 6,6 °C, Century Mine auf 4,4 °C, der Flughafen Mornington Island auf 10,5 °C und der Flughafen Cooktown auf 8,2 °C – allesamt neue Rekorde. Die Pferderennbahn von Cairns erreichte mit 7,9 °C den gleichen Wert wie 2019. Die Kälte in Australien ist für die Warm-Alarmisten, welche die westlichen Medien kontrollieren, von geringem Interesse.
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USA: Der rekord-kühle Sommer in Kalifornien
Millionen Kalifornier haben gerade den kältesten Sommerbeginn seit Menschengedenken erlebt.
Von der Bay Area [um San Francisco] bis zu Teilen Südkaliforniens brachte der Zeitraum vom 1. Juni bis zum 1. August Rekordkälte mit sich.
Daten aus der Satellitenära (seit 1979) zeigen, dass große Teile des Bundesstaates (alle blau markierten Gebiete) den kältesten Juni und Juli seit Beginn der Aufzeichnungen verzeichneten:
In Petaluma fühlt es sich eher wie Fairbanks in Alaska an.
In San Francisco gab es seit dem 1. Juni nur zwei Tage mit Temperaturen über 21 °C.
Monterey hat die 22 °C-Marke nicht überschritten – in jedem anderen Sommer seit dem Zweiten Weltkrieg gab es mindestens einen Tag mit 23 °C oder mehr.
Und Lompoc erlebt den kältesten Sommer seit 1971.
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Meldungen vom 6. August 2025:
Südamerika: Massive Schneefälle in Patagonien
Patagonien wurde erneut von einem Wintereinbruch heimgesucht, wobei heftige Schneefälle den Nahuel-Huapi-Nationalpark unter einer dicken Schneedecke begraben haben.
Die Behörden sperrten den Zugang zu den beliebten Aussichtspunkten Playa Muñoz und Frey Shelter vom Gutiérrez-See aus, nachdem große Schneemengen das Lawinenrisiko erhöht hatten. Die Parkverwaltung warnt Touristen, sich innerhalb der ausgewiesenen Grenzen aufzuhalten und den Anweisungen der Ranger Folge zu leisten, da sich die Bedingungen weiter verschlechtern und die Sichtweite fast bei Null liegt.
Für Freitag (8. August) wird eine weitere Kaltfront erwartet, die laut Vorhersagen einen Großteil des südamerikanischen Kontinents erfassen wird.
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Berichten zufolge werden die Winter in Patagonien immer strenger, wobei stärkere und häufigere Schneefälle die Landschaft der Anden verändern. In Gebieten, in denen früher nur geringe Schneemengen fielen, halten sich nun größere und länger anhaltende Schneedecken. Die Winter werden immer unerbittlicher – was im Großen und Ganzen mit Veränderungen der Pazifikströmungen und regionalen atmosphärischen Mustern zusammenhängt.
Begünstigt durch die zunehmenden Niederschläge in Patagonien war 2024 der schneereichste Winterbeginn in Südamerika seit 30 Jahren.
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Südafrika: Kälte und Schnee
Südafrika bereitet sich laut lokalen Berichten auf „das bisher kälteste und weitreichendste Wettersystem dieses Winters“ vor, was angesichts der bitteren Kältewellen im Juni beeindruckend ist.
Der südafrikanische Wetterdienst (SAWS) hat mehrere Warnungen herausgegeben, da mit eisigen Temperaturen und Schneefall zu rechnen ist.
Eine Kaltfront wird am Mittwoch und Donnerstag tief ins Landesinnere vordringen und einen Schwall eisiger Luft über das Nord- und Ostkap, den Nordwesten und den Freistaat wehen lassen.
Kälte und Schnee werden sich über Südafrika hinaus ausbreiten und auch Namibia und Botswana treffen.
Wird fortgesetzt mit Kältereport Nr. 32 / 2025
Redaktionsschluss für diesen Report: 8. August 2025
Zusammengestellt und übersetzt von Christian Freuer für das EIKE









