Auch die Forsythien­blüte in Seesen verspätet sich

Eigentlich verspätet sich der Hamburger Forsythien-Vorzeigestrauch schon länger als 30 Jahre, bereits 1985 erfolgte die Trendumkehr und seit 36 Jahren ist die Trendlinie ausgeglichen:

Abbildung 1: Der Forsythienstrauch will einfach nicht früher blühen und die vorhergesagte Erwärmungskatastrophe bestätigen. Auch der verkündete heißeste März 2017 hatte fast keine Wirkung.

Eigentlich ist bereits seit 1973, also noch einmal neun Jahre früher, die Trendlinie mit Unterbrechungen ausgeglichen. Nur in den unmittelbaren Nachkriegsjahren hat sich der Blütenzeitpunkt verfrüht, also in einem Zeitraum als Hamburg wieder aufgebaut wurde und sein heutiges Großstadtgesicht erhielt. Die Wärmeinsel Hamburg hat sich entwickelt, und der Strauch bestätigte dies mit seinem Blühtermin, eine Entwicklung die nun seit einigen Jahrzehnten abgeschlossen ist.

Es wird Zeit, dass die Stagnation des Hamburger DWD-Vorzeigestrauches von den Medien zur Kenntnis genommen wird.

Die Forsythienblüte in Seesen:

Der Phänologe Georg von Petersdorff-Campen in Seesen./Kirchberg schickte uns ebenfalls seine Beobachtungsdaten der Forsythienblüte zu. Der Ortsteil Kirchberg hat 550 Einwohner und liegt südwestlich vom Harz. Bei der folgenden Grafik wieder beachten: Nach oben sind die Tage nach Neujahr aufgetragen. Je höher der Ausschlag, desto später der Blühbeginn. Eine steigende Trendlinie heißt Verspätung des Frühlingsbeginns.

Abbildung 2: Seit 31 Jahren erfolgt die Forsythienblüte auch in Seesen mit einer deutlichen Verspätung. Die Beobachtung stimmt mit den Daten des DWD in Hamburg überein. Wie zu erwarten ist der Blütenbeginn im eher ländlichen Kirchberg gegenüber der großen Wärmeinsel Hamburg allgemein um gut eine Woche später. Datenquelle: Phänologe Georg v. Petersdorff-Campen.

Trotzdem sind Grafikunterschiede zu verzeichnen. Insbesondere der letzte Termin fällt mit nur 87 Tagen nach Jahresbeginn auf.

Der Versuch einer Deutung ist schwierig. Der 87.te Tag entspricht dem 28. März. Die warmen Frühlingstage im März 2017 begannen fünf Tage davor und haben den Blütenbeginn in Seesen stärker als in Hamburg beeinflusst wo das nahe Wasser möglicherweise stärker kühlend wirkte.

In diesem Frühling fiel die rasche Vegetationsentwicklung auf. Nach dem relativ kalten, aber nicht sehr langen Winter war nach der Weimarer Beobachtungsreihe der Laubaustrieb der Wildstachelbeere, welcher im Mittel seit 1990 am 2. März begann, noch leicht verspätet. Er erfolgte am 4. März 2017.

Abbildung 3: Anfang März herrschte noch- bedingt durch den kalten Winter- eine geringe Vegetationsverspätung. Weimar kann als repräsentativ für ganz Deutschland gelten; seine Temperaturen entsprechen fast denen des DWD- Mittels.

Danach begünstigten viel Sonnenschein und zeitweise südliche Strömungen die Vegetation. Zwar wirkt die Märzensonne im Gegensatz zu den Folgemonaten April bis September nur leicht erwärmend, aber gerade die Erwärmung des Bodens und der Pflanzenorgane durch die Sonnenstrahlen beschleunigt die Vegetationsentwicklung. Zum Ende des 2017er März, der in Deutschland gut 30% sonniger als im Langjährigen Mittel ausfiel, war ein deutlicher Vegetationsvorsprung zu verzeichnen.

Ein ähnliches Verhalten zeigte die Tierwelt. Der Start der Krötenlaiche am Bächweiher in der Ostalb war diesmal der 31. März. Bereits einen Monat zuvor machten Artikel des NABU viel zu früh aufmerksam und mahnten zur Vorsicht. Warum so früh? Da herrschten nachts noch deutliche Minusgrade.

Weshalb verspäten sich die Forsythien und andere Märzblüher?

Ein Blick auf die Temperaturentwicklung der beiden Monate Februar und März bringt uns der Erklärung näher. Zusammengefasst benennen wir sie mit Vorfrühling.

Abbildung 4: Die Temperaturtrendlinie der Vorfrühlingsmonate Februar und März hat seit 30 Jahren einen eindeutig fallenden Trend. Dabei sind die letzten 40 Tage vor Blütenbeginn maßgeblich. Die letzten 10 Märztage beeinflussen bereits die Aprilblüher.

Die unter anderem auch bei WIKIPEDIA geäußerte Behauptung „…Hinzu kommt, dass die Forsythie, wenn kein ausreichender Kältereiz vorhanden ist, nicht unbedingt der Temperatur folgt. …“ lässt sich relativ leicht widerlegen (Quelle https://de.wikipedia.org/wiki/Hamburger_Forsythien-Kalender#Fr.C3.BCherer_Bl.C3.BChbeginn ). Zwar bezogen sich diese Aussagen auf Hamburg. Doch setzt man die Daten von Seesen zum Temperaturmittel des Zeitraums Februar und März (01.02. bis 31.03.) in Relation, so erkennt man den engen Zusammenhang zwischen Temperatur und Blühbeginn:

Abbildung 5: Je niedriger die Temperaturwerte im Vorfrühling (Februar und März), desto mehr Tage vergehen bis zum Beginn der Forsythienblüte (deshalb die negative Korrelation; Temperaturerhöhung wirkt stark verfrühend). Gut 75% der Variabilität der Blühtermine am Standort Seesen wurden von der Temperatur des Vorfrühlingszeitraumes bestimmt- ein erstaunlich enger, signifikanter Zusammenhang.

Ergebnis: Der Frühling beginnt in Deutschland etwas später. Alle Märzblüher sind verspätet. Wir führen das auf die seit gut 30 Jahren kälter werdenden Monate Januar, Februar und März zurück.

Es wird Zeit, dass die deutschen Medienvertreter endlich davon Kenntnis erhalten, die drei Wintermonate werden kälter seit 30 Jahren, ebenso der März.

Josef Kowatsch, Naturbeobachter und unabhängiger, weil unbezahlter Klimaforscher.

Stefan Kämpfe, Diplomagraringenieur, unabhängiger Natur- und Klimaforscher




Warum der fehlende Hotspot von John Christy eine Rolle spielt

Eine falsche Prophezeiung bedeutet nicht automatisch, dass die Modelle total falsch sind – aber es ist ein starker Indikator, dass da irgendetwas nicht stimmt.

Man betrachte die primäre Beobachtung. Die Welt hat sich seit Mitte der fünfziger Jahre des 19. Jahrhunderts erwärmt, und für den Moment wollen wir einmal annehmen, dass diese Erwärmung Mitte der dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts begonnen hat. Für diese Erwärmung sind nun mehrere unterschiedliche Theorien als Grund denkbar, zum Beispiel:

1. Chaotische Verlagerungen der Meeresströme oder solare Einflüsse haben die globale Temperatur beeinflusst.

2. Anthropogene CO2-Emissionen haben den Temperaturanstieg verursacht.

3. Zwerge zünden Feuer an unter den polaren Eiskappen

Alle drei vorgeschlagenen Theorien können potentiell die primäre Beobachtung erklären – die Welt erwärmt sich, und die Erwärmung ist in den Polargebieten ausgeprägter.

Wie kann man jetzt die unrichtigen Theorien eliminieren?

Der Weg, unrichtige Theorien zu eliminieren ist die Überprüfung anderer nicht trivialer Sekundärbeobachtungen. Es ist leicht, eine Theorie aufzustellen, welche die globale Erwärmung erklärt – sogar meine Zwergen-Theorie kann das. Schwieriger ist es schon, eine Theorie aufzustellen, die andere beobachtbare Phänomene kohärent erklärt – oder noch besser Phänomene prophezeit, die bis jetzt noch nicht beobachtet worden sind.

Zum Beispiel gibt es einfache Tests, die Existenz von Feuer anzündenden Zwergen unter den polaren Eiskappen zu zeigen. Man kann Löcher buddeln und versuchen, die Zwerge zu finden. Falls man keinerlei Zwerge findet, kann man noch nicht schlüssig beweisen, dass sie nicht existieren – die Zwerge könnten große Fähigkeiten entwickelt haben, Versuchen der Entdeckung zu entgehen. Aber das Scheitern beim Auffinden von Zwergen oder beim Auffinden von Beweisen extensiver Bemühungen, unter den polaren Eiskappen Feuer zu machen, sollte es zulassen zu folgern, dass die Zwergen-Theorie sehr wahrscheinlich unrichtig ist.

Wie überprüft man die Theorie des anthropogenen CO2? Genau wie die Zwergen-Theorie die Existenz von Zwergen und Feuer unter den polaren Eiskappen prophezeit, prophezeit die anthropogene CO2-Theorie verschiedene Phänomene.

Wir könnten einfach 50 Jahre lang warten und dann sehen, ob die globalen Temperaturen verrückt spielen, aber es wäre ganz nett zu wissen, ob die Theorie richtig ist, bevor wir alle gekocht werden. Wir brauchen also eine nicht triviale sekundäre Beobachtung, die wir hier und jetzt überprüfen können.

Einer der Eckpunkte der von der anthropogenen CO2-Theorie prophezeiten Beobachtungen ist die Existenz eines äquatorialen troposphärischen Hotspots [siehe Bild oben!]

Die Hotspot-Theorie ist einfach zu verstehen. Am Äquator ist die Atmosphäre dicker und reicht höher hinauf als an den Polen infolge der Zentrifugalkraft der Erddrehung. Die Zentrifugalkraft ist am Äquator größer als an den Polen. Darum tendiert die Luft einschließlich des CO2 dazu, am Äquator höher hinauf zu reichen.

Der Äquator empfängt auch mehr Sonnenlicht.

Falls die Akkumulation von Treibhausgasen signifikant mehr Wärme einfängt, sollte dieser Effekt dort am stärksten sein, wo die Sonneneinstrahlung am stärksten und die Treibhaus-Schicht am dicksten ist.

Aber niemandem ist es bisher gelungen, diesen prophezeiten Hotspot eindeutig aufzufinden.

Verschiedene Theorien wurden als Grund für das Fehlen desselben angeboten.

Eine Theorie beispielsweise ist, dass die Ballonmessungen nicht korrekt analysiert werden. Der Hotspot ist da, entgeht aber so lange der Entdeckung, bis die Daten ordentlich homogenisiert sind (hier).

Meiner Ansicht nach wird diese Theorie unterminiert durch die Tatsache, dass Satelliten-Messungen diese nicht homogenisierten Ballonmessungen bestätigen. Diese Bestätigung nicht homogenisierter Ballonmessungen wirft Zweifel hinsichtlich des Homogenisierungs-Prozesses der Daten auf, welche vermeintlich den Hotspot auffinden sollen.

Eine andere Theorie, die mir vor Augen gekommen ist besagt, dass der Hotspot da ist, der Effekt aber nicht ausgeprägt genug ist, um entdeckt werden zu können. Diese Theorie erscheint mir plausibler als die Instrumenten-Anomalie-Theorie, aber sie kommt der Einschätzung verblüffend nahe, dass die anthropogene globale Erwärmung keine große Sache ist.

Das Fehlen eines ausgeprägten Hotspot, aus welchen Gründen auch immer, bringt die anthropogene CO2-Theorie in große Verlegenheit, oder sollte es zumindest – so wie das Fehlen von Feuer und gefangenen Zwergen eine Verlegenheit für die Zwergen-Theorie ist.

Bedeutet das Fehlen eines äquatorialen Hotspots nun, dass die anthropogenen Klimamodelle allesamt falsch sind?

Die Antwort lautet nein.

Es gibt viele Beispiele wissenschaftlicher Theorien, die ein wenig falsch waren und Beobachtungen nicht in vollem Umfang erklären können, die sich aber später dennoch als zumeist richtig herausgestellt haben.

Die Newton’sche Gravitation erklärt zum größten Teil den Planetenorbit, aber einige Beobachtungen passen nicht zu dieser Theorie. Zum Beispiel passen die Newton’schen Vorhersagen der Position des Planeten Merkur nicht zu den tatsächlich beobachteten Positionen. Merkur ist der Sonne viel näher als die Erde. So nahe einem massiven Körper wie der Sonne kommt die Einstein’sche Allgemeine Relativitätstheorie zum Tragen. Relativistische Effekte verursachen, dass der Orbit des Merkurs von den Newton’schen Vorhersagen seiner Position abweicht.

Diese Abweichung von den theoretischen Vorhersagen bedeutet nicht, dass die Newton’sche Theorie widerlegt ist, sondern bedeutet in diesem Falle, dass sie unvollständig ist. Solange man keine extreme Präzision braucht, beispielsweise bei der globalen Positionierung eines Satellitensystems, sind die kleinen Störungen infolge Einsteins Theorie nicht bedeutend genug, um sich darum kümmern zu müssen.

Aber eine falsche Prophezeiung ist etwas, das man nicht ignorieren sollte. Irgendwann sollte man aufhören, Löcher zu graben, wenn man keinerlei Zwerge im Untergrund findet.

Was die Theorie betrifft, dass chaotische Verlagerungen von Meeresströmen oder solare Einflüsse das Klima steuern, scheinen die Beweise hierfür gestreut zu sein.

Vermutungen, wonach der elfjährige Solarzyklus das Klima beeinflusst, werden überzeugend von Willis [Eschenbach] diskutiert. Falls der elfjährige mächtige Solarzyklus keine Auswirkung auf das Klima hat, warum sollten dann längere solare Zyklen irgendeine Auswirkung haben?

Andererseits scheint es immer mehr Beweise dafür zu geben, dass die solare Modulation kosmischer Strahlung eine signifikante Auswirkung auf die atmosphärische Chemie hat (hier).

Meiner Ansicht nach lautet die einfache Antwort, dass wir einfach nicht wissen, was das Klima steuert. Mehr Forschung ist erforderlich ohne Bemühungen in voraus eilendem Gehorsam, Politik zu betreiben aufgrund von Theorien, die nicht alle grundlegenden Beobachtungen erklären.

Link: https://wattsupwiththat.com/2017/04/02/why-john-christies-missing-hotspot-matters/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

————————————————————

Einschub des Übersetzers: Weil ich weiß, dass sich der Meteorologe Hans-Dieter Schmidt schon lange über diese Hotspot-Theorie ärgert, habe ich ihm diesen Beitrag vorgelegt. Er schreibt dazu:

Der „Hotspot“ und tropische Gewitter

Kommentar von Hans-Dieter Schmidt zu diesem Beitrag

Vom Autor Eric Worrall habe ich schon wesentlich bessere Beiträge gelesen.

So ist die von Worrall angesprochene Zentrifugalkraft als Grund für die am Äquator höher hinauf reichende Atmosphäre (wobei er vermutlich die Troposphäre meint) natürlich nur zu einem geringen Teil der Zentrifugalkraft geschuldet. Viel entscheidender ist aber die thermisch verursachte vertikale Ausdehnung der Atmosphäre, weil es dort nun mal wärmer ist als weiter nördlich und südlich.

Und dann schreibt er etwas zu Nachweisen mit Ballonen oder anderen Instrumenten. Aber dieser Beobachtungen bedarf es doch gar nicht. Man muss sich dazu doch nur mal anschauen, warum überhaupt Gewitter entstehen.

Sie bilden sich, wenn der vertikale Temperaturgradient (Abkühlung mit zunehmender Höhe) ein bestimmtes Maß überschreitet. Ein wie auch immer gearteter „Hotspot“, also Erwärmung in höheren Schichten der Troposphäre über dem Äquator, hätte sofort eine Stabilisierung der Troposphäre zur Folge, sprich die Gewittertätigkeit an den Tropen würde signifikant und um die ganze Welt abnehmen oder sogar ganz verschwinden.

Um das zu verfolgen, reicht es völlig, Satellitenbilder von den Tropen zu betrachten. Sie kommen jede halbe Stunde, Tag und Nacht! Eine Abnahme der Gewittertätigkeit allgemein würde sofort auffallen.

Aber nichts dergleichen wird beobachtet, nicht einmal ansatzweise! Die tropische Konvektion folgt seit Jahr und Tag dem bisherigen Muster!

Eine wie auch immer geartete Erwärmung höherer Luftschichten über dem Äquator ist somit auszuschließen – ganz egal, wie viele Ballone wie oft aufsteigen.

Was soll also der ganze Mumpitz um diesen „Hotspot“? Als Synoptiker hat mich dieser Aspekt schon von Anfang an geärgert.

Die Satellitenbilder sind vielfach im Internet einsehbar. Jeder kann sich selbst von der tropischen Gewittertätigkeit überzeugen!

Nur offenbar die ach so gerühmten „Klimawissenschaftler“ nicht!

Dipl.-Met. Hans-Dieter Schmidt




Falls Steuer­zahler nicht über Klima­wandel-Politik sprechen dürfen, dürfen Wissen­schaftler das auch nicht

Die Klima-Aktivistengruppe 350.org – geführt von dem Aktivisten Bill McKibben – twitterte, dass „Trumps Angriff auf den Clean Power Plan uns Tausende Menschenleben und Milliarden Dollar kosten könnte“. Der Präsident des Environmental Defense Fund Fred Krupp sagte, dass Trumps Plan „Menschenleben von Amerikanern fordern wird. Dadurch werden vorgeburtliche Todesfälle zunehmen, ebenso wie Herzschlag und Asthma, und Tage mit Krankmeldungen in Industrie und Schule werden steigen“. Der kalifornische Milliardär und Strippenzieher der Demokraten dazu: „Diese Maßnahmen sind ein Angriff auf amerikanische Werte, und sie bringen Gesundheit, Sicherheit und Wohlstand eines jeden einzelnen Amerikaners in Gefahr“.

Also ist die Klimawissenschaft, die eigentlich settled war, und die Unterhaltung, die im vorigen Jahrzehnt unterdrückt worden ist, jetzt offen für Diskussionen. Eine ganze Generation, der man eine andauernde klimatische Diät eingetrichtert hatte, dass globale Erwärmung ausschließlich unsere Schuld ist, hat jetzt die Gelegenheit, die andere Seite zu hören. Wissenschaftler, die aus der Klimabande ausgeschlossen worden waren, weil sie ihrer Bedenken hinsichtlich der Schwächen der Klimawissenschaft Ausdruck verliehen hatten, können jetzt aus dem Schatten hervortreten. Gesetzgeber, Reporter und Meinungsschreiber werden viel mehr lernen müssen als die einfache Aussage „Aber hallo, 97% der Wissenschaftler stimmen überein“, um ihre reflexhafte Haltung zum Klimawandel zu rechtfertigen.

Wer darf über Klimawandel reden?

Da erhebt sich jetzt die Frage: Wer darf denn jetzt über Klimawandel reden? Wir hören viel Blabla von Klimaaktivisten, wie ach so antiwissenschaftlich die Trump-Regierung ist und wie ihr ach so viele Nicht-Wissenschaftler angehören wie Scott Pruitt, Rick Perry und Ryan Zinke, die ultimativ Entscheidungen treffen bzgl. der Wissenschaftspolitik (um den Präsidenten selbst nicht zu erwähnen). Der Abgeordnete Lamar Smith, Vorsitzender des Wissenschaftskomitees des Weißen Hauses, wird regelmäßig auf grobe Weise von seinen Gegnern angegriffen, weil er keinen wissenschaftlichen Hintergrund hat.

Auch ich selbst wurde wiederholt hart angegangen, weil ich ohne wissenschaftlichen Titel über Klimawandel geschrieben und kommentiert habe. Erst vor Kurzem war ich Gegenstand von Tweets als Antwort auf eine Reaktion von The Federalist auf den Artikel von Tom Nichol mit dem Titel [übersetzt] „Der Tod von Expertentum“:

https://twitter.com/joey_mcl/status/846494741743222785

[Daraus: „Die Zurückweisung von Erfahrung und diese zu ersetzen durch ein scheinheiliges Bestehen darauf, dass jedermann das Recht auf eine eigene Meinung hat, ist dumm“.]

Hier wird impliziert, dass es mir nicht zusteht, als „Laie“ über Klimawandel zu schreiben. Die Tatsache, dass ich seit Jahren in der Politik tätig war, spielt keine Rolle. Die Tatsache, dass ich über andere wissenschaftliche Themen geschrieben habe wie Biotechnologie und Ernährung ist irrelevant. Die Tatsache, dass ich mich in dieses Thema vertieft habe, mit Menschen auf beiden Seiten des Themas gesprochen und positive Rückmeldungen hinsichtlich meiner Beiträge und Interviews zu diesem Thema bekommen habe, ist unerheblich. Ich sollte damit aufhören, weil ich keinen akademischen Titel habe, welcher meine Expertise bzgl. Klimawissenschaft belegt.

Ich bin ein Wissenschaftler, wer sind Sie?“

Ich habe dies nicht zum ersten Mal gehört; vielmehr ist es oftmals die Schmieren-Reaktion, die mir von Wissenschaftlern widerfährt, die mich diskreditieren wollen. Es ist auch ein Grund, warum nicht noch mehr Menschen Kontroverses über Klimawandel schreiben – weil der Gegenstoß der selbstgerechten Klimabande rasch und grob ist. Natürlich ist die Antwort Ich bin ein Wissenschaftler, wer sind Sie? teilweise arrogant, teilweise „STFU*, junge Frau!“ Schließlich wurde uns eingetrichtert, eingeschüchtert und unterwürfig der Intelligenz gegenüber zu sein, oder?

Während der nächsten vier Jahre wird man von der wissenschaftlichen Gemeinschaft viel hören darüber, wer über Klimapolitik diskutieren darf – und wer nicht. Aber falls meine klimawissenschaftlichen Freunde (ein paar habe ich tatsächlich) denken, dass nur sie den Klimawandel diskutieren können, dann folgen hier ein paar Spielregeln, an die auch sie sich zu halten haben.

Wenn man ein Klimawissenschaftler ist, darf man über Folgendes nicht diskutieren:

Steuerpolitik, weil man kein Buchhalter ist

Strafrecht, weil man kein Polizeibeamter ist

Einwanderungspolitik, weil man kein Rechtsanwalt ist

Infrastruktur-Politik, weil man kein Ingenieur ist

Politik zur Gesundheitsvorsorge, weil man kein Arzt ist

Wirtschaftspolitik, weil man kein Ökonom ist

Arbeitsplätze, weil man kein MBA* ist

Bildungspolitik, weil man kein Lehrer ist

Und an alle „Laien“ da draußen: reden Sie einfach darüber, wenn es sich ergibt!

[*MBA: Master of Business Administration, Akademischer Grad für Wirtschaft und Verwaltung. Anm. d. Übers.]

Falls Sie ein Bürger sind, sind sie interessiert an Klimawandel

Ich kann schon jetzt die Wissenschaftler gegen diese Denkweise protestieren hören: aber wir sind Bürger und haben das Recht, über alles zu diskutieren, das wir wollen!

Das ist der Punkt! Sie können das, und ich auch! Offensichtlich sollten wir auf Experten hören, wenn es um politische Entscheidungen (oder Rücknahme derselben) geht. Aber als Steuerzahler haben wir alle Interesse an Klimawandel. Wir zahlen dafür auf vielfältige Weise, von den Glühbirnen, die wir kaufen bis zu den Autos, mit dem wir an unsere Arbeitsstätten fahren. Unsere Stimmen unter der Prämisse, die Wissenschaft zu schützen, zu unterdrücken ist das aller-unwissenschaftlichste, was man tun kann.

Lassen wir also die Debatte beginnen.

Julie Kelly is a National Review Online contributor and food policy writer from Orland Park, Illinois. She’s also been published in the Wall Street Journal, Chicago Tribune, Forbes, and The Hill.

Link: http://thefederalist.com/2017/03/30/taxpayers-cant-talk-climate-change-policies-neither-can-scientists/

Übersetzt von Chris Frey EIKE




,Leugner‘, Lügen und Politik

Anhörung des Wissenschaftskomitees des Weißen Hauses: Wo sich so genannte ,Leugner‘ wie Wissenschaftler verhalten und der Verteidiger des Establishment-Konsens‘ … Lügen verbreitet.

Nun, ich bin wieder gut nach Hause gekommen nach der Anhörung und hatte Muße, darüber nachzudenken, ebenso wie den Twitter- und Medien-Reaktionen der Anhörung zu folgen.

Berichterstattung in den Medien:

Hier folgt eine repräsentative Sammlung von Beispielen:

Mother Jones: Ein Wissenschaftler hat zwei Stunden lang im Kongress damit zugebracht, mit den größten Leugnern der globalen Erwärmung zu debattieren (hier).

Pacific Standard: Das Wissenschaftskomitee des Weißen Hauses missachtet die Wissenschaft (hier).

Das völlig unkritische Interview der BBC mit Michael Mann (hier).

Scientific American: Wissenschaftskomitee des Weißen Hauses fordert die Alt-Science auf, die Politik zu bestimmen (hier).

Huffington Post: Kongressabgeordneter der Republikaner verwandelt das Wissenschaftskomitee in eine Plattform für seine eigenen Wissenschafts-Standpunkte (hier).

Eine relativ ausgewogene Zusammenfassung gibt es bei EOS.

Minderheiten und Opfer

Viel Aufhebens wurde um die fehlende Ausgewogenheit unter den Zeugen gemacht, bei denen es sich um drei ,Leugner‘ und ein den Konsens unterstützender ,Establishment‘-Wissenschaftler handelte. Nun ja, falls wirklich jedermann dem Konsens und untereinander zustimmt, sehe ich nicht, warum man mehr als einen den Konsens vertretenden Wissenschaftler hören sollte.

Ironischerweise spielten die Demokraten dem einzigen Zeugen, den sie geladen hatten, in die Hände. Alle Mitglieder der Demokraten fütterten Mann mit Gefälligkeits-Fragen. Auch einige Republikaner stellten Mann Fragen. Mann hatte vermutlich mehr Redezeit als Christy, Pielke und ich selbst zusammen.

Aber obwohl Mann mit seinem behaupteten 97%-Konsens die Mehrheit repräsentiert, beanspruchte er immer noch den Opferstatus einer Minderheit. Aus dem Beitrag von Julie Kelly [hier, auf Deutsch beim EIKE hier, woraus auch die zitierten Passagen genommen sind]:

In seiner Aussage vor dem Wissenschaftskomitee des Weißen Hauses vor ein paar Tagen hat Michael Mann, einer der führenden Klimawissenschaftler der Welt, die Geschichte von Trofim Lysenko erzählt, einem Biologen in Diensten des stalinistischen Russland: Lysenko war russischer Agronom, und es wurde zur Lenin’schen Doktrin, seine Ansichten bzgl. Vererbung, welche total spinnert waren, vollständig in Übereinstimmung stünden mit den Wissenschaftlern der Welt. Unter Stalin wurden Wissenschaftler ins Gefängnis geworfen, wenn sie seinen Theorien zur Landwirtschaft nicht folgten. Und tatsächlich litt die russische Landwirtschaft, Wissenschaftler wurden eingesperrt, viele starben in ihren Zellen, und potentiell Millionen Menschen litten unter der katastrophalen Landwirtschaftspolitik auf der Grundlage dieser kruden Theorien.

Die Kernaussage in Manns Anekdote war, dass Wissenschaftler, die das herrschende Diktat der Regierung zu jedwedem wissenschaftlichen Thema in Frage stellen, dämonisiert und bestraft werden, während unschuldige Zuschauer leiden. Im Hier und Jetzt war dies anscheinend auf die Minderheit der Wissenschaftler gerichtet, die tapfer und mutig genug waren, das herrschende Dogma der Klimawissenschaft in Frage zu stellen. Schließlich sind es diese Leute, die durch höchste Funktionäre persönlich und beruflich attackiert wurden seitens ihrer Fachkollegen und welche sogar aus ihren akademischen Stellungen gedrängt wurden. Aber erstaunlicherweise redete Mann gar nicht von diesen Wissenschaftlern: er redete von sich selbst! In seinem alternativen Universum seien er und andere Klimawissenschaftler die Märtyrer, unterdrückt und ruhig gestellt durch das Politbüro. Da spielt es keine Rolle, dass Mann – ein unkündbarer Professor an einer der Spitzen-Universitäten der Nation – seine Aussage begann mit der Aufzählung einer ungeheuren Liste von Auszeichnungen, die er gewonnen hatte, seiner Bücher und der wissenschaftlichen Organisationen, deren Leiter er war. Er wird von Medien und Umweltgruppen auf der ganzen Welt gefeiert, und dennoch verhielt er sich vor dem Kongress wie ein Kerl auf seinem Weg zum Gulag. Es braucht schon eine ganz besondere Sorte von Überheblichkeit, Juvenilität und Unehrlichkeit, um sich selbst als Opfer darzustellen, wenn man in Wirklichkeit der Täter ist.

Ich finde auch Manns Grübeleien zur Serengeti-Strategie … ironisch. Aus seiner Aussage:

Ich warf den Terminus „Serengeti Strategie“ im Jahre 2012 auf in [übersetzt] „der Hockeyschläger und die Klimakriege“. Damit wollte ich beschreiben, wie spezielle Interessen der Industrie durch wissenschaftliche Ergebnisse bedroht waren – seien das nun Tabak und Lungenkrebs oder Verbrennung fossiler Treibstoffe und Klimawandel – und sie sich individuelle Wissenschaftler aussucht, die Angriffe in gleicher Weise wie Löwen in der Serengeti fahren, welche sich ein individuelles Zebra aus der Herde aussuchen. In der Herde liegt Stärke, aber Individuen sind viel verwundbarer. Kritiker der Wissenschaft werden sich daher oft einen einzelnen Wissenschaftler heraussuchen, den sie lächerlich machen und einschüchtern. Das vermutliche Ziel ist es, ein Beispiel zu geben für andere Wissenschaftler, die sich überlegen könnten, ihren Kopf hinzuhalten, indem sie an dem öffentlichen Diskurs über bestimmte Bereiche politisch relevanter Wissenschaft teilnehmen.

Mann ist ein Meister der Serengeti-Strategie, wie er in seiner schriftlichen Aussage in Bezug auf mich illustriert:

Bates Vorwürfe wurden auch auf dem Blog der Klimawissenschafts-Leugnerin Judith Curry veröffentlicht.

Darunter ist die Studie 28 unter Leitung von Zeke Hausfather vom „Berkeley Earth Project“ einem teilweise von den Koch Brothers finanzierten Projekt einschließlich 29 als eines der Mitglieder im Originalteam, nämlich Klimawandel-Kontrarian Judith Curry. Anmerkung von JC: Fußnote 29 ist die Schmierenkampagne bei source watch gegen mich).

Nun, das war ein Anfang … in den Aufzeichnungen des Kongresses ,Klimawissenschafts-Leugnerin‘ genannt zu werden.

Lügen, verdammte Lügen und noch mehr Lügen

Ich hatte immer gedacht, dass es Konsequenzen haben würde, während einer Anhörung des Kongresses zu lügen. Das denke ich nicht mehr. Mann verstrickte sich in viele eklatante Lügen während der Anhörung.

Diese hier ist wirklich klassisch: Mann nennt mich eine Lügnerin (hier, ist auch in der Übersetzung beim EIKE verlinkt):

Mir wurde eine Reihe von Aussagen zugeordnet. Ich denke nicht, dass ich irgendjemanden einen Leugner genannt habe.

Dabei schreibt er in seiner schriftlichen Aussage:

Bates Vorwürfe wurden auch auf dem Blog der Klimawissenschafts-Leugnerin Judith Curry veröffentlicht.

Mann ,leugnet‘ seine Verbindung zum Climate Accountability Institute (hier). Julie Kelly schreibt in ihrem Artikel [Links siehe oben, der Übersetzer]:

Es stellt sich heraus, dass Mann selbst ein Leugner ist. Auf Nachfrage leugnete Mann, mit dem Climate Accountability Institute CAI in Verbindung zu stehen, obwohl er auf dessen Website als Mitglied genannt wird. CAI ist eine der Agenturen, welche eine Verbrannte-Erde-Taktik gegen Klimaleugner fährt, wobei der Gesetzgeber gedrängt wird, das RICO-Statut anzuwenden, welches gegen Unternehmen fossiler Treibstoffe gerichtet ist. Auf die direkte Frage, ob er Beziehungen zum CAI habe, antwortete er „nein!“. (Anmerkung von JC: Mann listet diese Verbindung in seinem Lebenslauf).

Weitere zusätzliche ,Schweinereien‘ listet James Delingpole [Links siehe oben].

Käufliche Motive

Die Aussagen Michael Manns spielen zur Melodie der bösen Ölunternehmen und der Koch Brothers, welche für die Klimaleugnung verantwortlich sind. Ich warte immer noch auf den großen Scheck (Mann zufolge habe ich den bereits erhalten).

Werfen wir einen Blick auf Manns käufliche Motive. Ein kleines birdie landete heute morgen in meiner Mailbox:

x

[Hinweis des Übersetzers: Auch im Original waren diese Faksimiles nicht deutlicher.]

Die Absendezeit der E-Mail war nur wenige Augenblicke nach der Anhörung. Offensichtlich hat Michael Mann jetzt ein Political Action Committee (PAC) 314.action.

Ich kann mir vorstellen, dass mein Erhalt dieser E-Mail intensiv irgendjemandes Paranoia erwecken wird.

Red Teams

Nun muss ich meiner Befürchtung Ausdruck verleihen, dass unsere Schlüsselaussagen bei all dem Gezänk und dem Unsinn der Anhörung untergegangen sind.

Ich war sehr gerührt, als ich diesen Beitrag von Chelsea Harvey in der Washibgton Post sah [übersetzt]: Diese Wissenschaftler wollen die Klimaforschung herausfordern. Der Kongress hört zu. In dem Artikel geht es grundsätzlich um die ,Red Team‘-Strategie, über die ich mit Christy diskutiert habe. Es ist ein guter Artikel, und ich danke Chelsea Harvey dafür, dass sie ihn geschrieben hat.

Während der kommenden Monate werde ich wohl noch viel mehr dazu zusagen haben.

Gedanken von Judith Curry:

Nun, die Anhörung war reichlich bizarr. Ich glaube, dass niemand das daraus entnommen hat, was er wollte (anders als MM mit seinen PAC-Spenden). Ich hoffe, dass meine schriftliche Aussage einige Wissenschaftler zum Nachdenken bringt. Und es scheint möglich, dass der Gedanke mit den Red Teams ins Laufen kommt.

Einige Wissenschaftler des Establishments fordern Klimawissenschaftler auf, diese Anhörungen zu boykottieren. Nun, das wäre mit mir in Ordnung. Wissenschaftler, die sich nicht einer respektvollen Diskussion stellen wollen, sollten zu Hause bleiben und zu ihren Führern beten.

Hier folgt ein Ratschlag für Lamar Smith. Falls Sie eine weitere Anhörung zum Thema Klimawandel abhalten und die Demokraten Michael Mann vorladen, dann sagen Sie die Anhörung entweder ab oder laden Steve McIntyre und/oder Mark Steyn als Zeugen. Während der Anhörung kam mir immer wieder der Wunsch, Mark Steyn wäre anwesend. Wer könnte seine Leistung bei der Anhörung zuvor unter Ted Cruz vergessen (hier)!

Link: https://judithcurry.com/2017/03/31/deniers-lies-and-politics/

Übersezt von Chris Frey EIKE




Wir meistern alles, nur das selbst­ständige Denken nicht (mehr)

In einigen Artikeln wurde kürzlich gezeigt, wie umfassend es gelungen ist, Heranwachsenden und sogar Fachkräften die ideologische Formel:
CO2 = Klimagift = mit allen Mitteln und allen Konsequenzen zu verhindern = sonst stirbt die Erde einen Klimatod,
so effektiv zu suggerieren, dass diese Vorgaben als wichtiges Lebensziel betrachtet und mit öko-religiösem Eifer umgesetzt werden.
EIKE, 22.03.2017: Klimamönche*, alternativ: die Klimaelite unserer Behörden
EIKE 11.03.2017: Ist Ihre Bank ein Klimakiller? Dann soll sie durch Klimafasten bestraft werden…

Wie und wo die Grundlagen dazu in die Kinder und Heranwachsenden gepflanzt werden, kann man exemplarisch in einem vom Umweltministerium geförderten, bundesweiten Schülerprojekt sehen.
Dabei sei nicht gesagt, dass Anleitung zu sorgfältigerem Umgang mit Ressourcen und Information auch über EEG-Technik nicht sinnvoll ist und begeistern kann. Beim Entwickeln verlustarmer Wechselrichter hat das EEG einiges geleistet. Auch ist gerade die EEG-Technik ein aktuelles Beispiel, um Heranwachsenden den Unterschied zwischen dem geläufigen, angeblich anzapfbarem „Stromsee“ und der wirklichen Elektrotechnik und daraus resultierenden, politischen Fehlentscheidungen zu zeigen. Selbst ökonomisch gibt das Thema viel her. Eine Darstellung, wie Lebensstandard und Energie-Verfügbarkeit zusammen hängen und dass Energiesparen als Lösung schnell an Grenzen stößt – außer man will in früher allgegenwärtige Armut zurückfallen – würde manche „Vision“ in die Wirklichkeit zurückführen. An Recherchen zum Sinn und Nutzen von CO2 in der Natur, historische Temperaturverläufe und die Fehler der angeblich „ganz genauen“ Proxis usw. gar nicht zu denken.

So, wie es durchgeführt wird, ist die latent erkennbare Gehirnwäsche, dass (Staats- oder NGO-) Ideologie allwissend entscheiden darf, was gut und was schlecht ist und „Nachbeten“ kreativ wäre, jedoch leider so offensichtlich und penetrant, dass es wirklich weh tut.

Werde Energiesparmeister!

[1] Energiesparmeister-Wettbewerb – Das beste Schulprojekt
Deutschlands Schüler sagen dem Klimawandel den Kampf an: ob mit Klima-Litfaßsäulen, Energiespar-Waschsalons, Aufforstungsprojekten oder Solarläufen. Im Rahmen des Energiesparmeister-Wettbewerbs suchen die Klimaschutzkampagne und das Bundesumweltministerium die besten, kreativsten und effizientesten Klimaschutzprojekte an deutschen Schulen.

Eine Jury mit dem vorgegebenen „Wissen“, vor allem aber zielgenauer Orientierung trifft die Auswahl.

Anbei kurze Zitate der Erklärungen von Jurymitgliedern im Wettbewerb-Faktenblatt [1]:

Aussage eines Jurymitgliedes (Musiker)

Jurymitglied aus dem Referat KI I 5 im Bundesumweltministerium

„Die Bundesregierung verfolgt eine integrierte Klimaschutz- und Energiepolitik, die auf eine drastische Steigerung der Energieeffizienz und den massiven Ausbau der erneuerbaren Energien setzt. Die politischen Ziele lassen sich nur erreichen, wenn alle mittun. Dazu müssen wir die Hirne und Herzen der Menschen gewinnen. Der Energiesparmeisterwettbewerb leistet dazu einen bedeutsamen Beitrag.“

Jurymitglied aus Deutsche Bundesstiftung Umwelt
„Jeder einzelne kann einfach und effektiv Energie sparen und zum Klima- und Ressourcenschutz beitragen. Das Alter spielt dabei keine Rolle – jede Energiesparlampe und jedes Blatt Recyclingpapier zählen.

Jurymitglied von Unabhängiges Institut für Umweltfragen e.V
„Gerade Kinder und Jugendliche sind meistens sehr aufgeschlossen gegenüber Neuem und haben tolle Ideen, wie Dinge anders gestaltet und angegangen werden können. Diese Ideen und diesen Mut brauchen wir für die Zukunft unserer Erde dringend! Im Bereich des Klimaschutzes haben wir noch einen langen Weg vor uns, der sicher oft steinig sein wird.

Siegen heißt, vorgegebene Denkmuster begeistert umsetzen

Logo des Wettbewerbs. Quelle: Homepage [1]

Listung der Siegergruppen (vom Autor bearbeitet)

Ansätze zur kritischen Betrachtung scheinen nicht erwünscht

Unter den vielen Projekten findet sich keines, welches die Basis des CO2- und Klimaglaubens wirklich hinterfragt.
„Forschung“ dazu – wo so betitelt – heißt immer: Zusammentragen und Zustimmen zur offiziellen Meinungen.
Ein Zusammentragen und Diskutieren offiziell publizierter Widersprüche, wie sie in den IPCC-Berichten umfangreich hinterlegt sind [3] ist nirgens zu finden. Wie könnte es auch, wenn man die Aussage des ministeriellen Vertreters der Jury liest, der ganz unverblümt seine Vorgabe zur Gehirnwäsche verkünden darf: „… Hirne … der Menschen gewinnen“.

Über etwas Einfaches, aber doch auch naheliegendes: Kosten, darf anscheinend ebenfalls nicht geforscht oder gefragt werden.
Gutes ist im Sozialstaat wertfrei. Dass es jemand bezahlen muss, ist Kindern und Jugendlichen als Wissen scheinbar nicht zuzumuten
[4]. Nicht einmal beim konkreten Thema, wo es vielleicht (un)gläubige Augen öffnen könnte: Dem Thüringer Power-to-Gas Projekt, kann man es entdecken, obwohl es darüber wirklich genug – auch „offizielle“ Information von Landesministerien gibt [5]EIKE: Elektro-Energiespeicherung

Dafür gilt im Hochtechnologieland Deutschland eine Gruppe, welche Verpackung vermeidet (Brandenburg) als visionär:
[5] Was ist Eure Projektidee? Und welche Ziele wollt Ihr damit erreichen? Die Idee von „Basics Unverpackt“ ist, Plastikverpackungen einzusparen, indem man Grundnahrungsmittel verpackungslos verkauft. Oft hat man in Supermärkten keine andere Möglichkeit, als alle Lebensmittel in Plastikverpackungen zu kaufen. Vieles ist im Supermarkt einfach sinnlos verpackt, dabei wäre überhaupt keine Verpackung nötig… Auf der Welt gibt es viel zu viel Plastikmüll, der zu einem immer größer werdenden Problem wird. Wir haben für so ein komplexes Problem eine einfache und konsequente Lösung gefunden. Wir verkaufen Lebensmittel und verzichten dabei auf die Plastikverpackung,… Unsere Kunden müssen einen Behälter mitbringen, damit sie die Lebensmittel mitnehmen können
wobei man den Kindern (und dem Entscheidungsteam) wohl vorsichtshalber nicht gesagt hat, dass es in Deutschland nicht rein zufällig Hygienevorschriften gibt, welche genau das teilweise sogar verhindern, mindestens jedoch aufwendig und teuer machen:
Baden-Württemberg, MINISTERIUM FÜR ERNÄHRUNG UND LÄNDLICHEN RAUM: Leitfaden für den Umgang mit Lebensmitteln auf Vereins- und Straßenfesten
Von Kunden mitgebrachte Behältnisse sollten nicht befüllt werden. .. Aufgrund der damit verbundenen Risiken wird von einer Abgabe offener Speisen in Selbstbedienung grundsätzlich abgeraten. Andernfalls muss durch entsprechende Einrichtungen (Spuckschutz) und eine Aufsichtsperson ständig dafür gesorgt werden, dass diese Lebensmittel vor nachteiliger Beeinflussung geschützt werden.

Für das Siegertreppchen reicht es bereits, zum hundertsten Mal Plastiktüten zu vermeiden

Nichts ist mehr übrig geblieben vom Mut, als Forscher über Grenzen zu springen. Es reicht bereits, zum hundertsten Mal eine Plastiktüte zu vermeiden oder eine Solarpanele irgenwo hin zu schrauben, um auf einem Siegertreppchen zu stehen; von Vorteil scheint auch zu sein, als Informationsquelle Greenpeace anzugeben (Nordrhein-Westfalen).

Wehe, es wird nicht „der Stand der Wissenschaft“ (wie ihn die Politik vorgibt) wiedergegeben

Unsere Kanzlerin muss sich im Land inzwischen wirklich wie zu Hause fühlen. Es ist vollständig gelungen, nicht nur ihre Abgeordneten, sondern auch die Technik hinter die Vorgaben der Politik zu bringen und dafür sogar große Lenker als Vor-Denker zu gewinnen:
EIKE: Ich bin für die Dekarbonisierung der Industriestaaten, und auch die Autobauer wollen die Transformation in die CO2-freie Zukunft.
Dass NGOs über Gerichte entscheiden lassen, welche Lösungen die Welt retten dürfen und welche der Zukunft schaden, stört inzwischen keinen mehr.
Ruhrkultour: Wie ein Bauer aus Peru hilft, die globalen Finanzströme umzulenken
EIKE 15.06.2016: Staaten für mehr Klimaschutz verklagen ist cool
Deutsche Umwelthilfe: Dieselabgase: Deutsche Umwelthilfe startet bisher größte Klagewelle für „Saubere Luft in Deutschland“

Kein Wunder, dass auch Gerichte wieder vorbeugend staatstreu entscheiden, dass der Staat bewerten und namentlich publizieren darf, ob Journalisten „… nicht den Stand der Wissenschaft wiedergeben …“
WELT N24: [7] Umweltbehörde darf Journalisten namentlich rügen,
Ruhrkultour: [6] Kafkaeske im Fake-State

was nicht bedeutet, dass Politiker*innen weiterhin erzählen dürfen, wie es ihnen gerade in den ideologischen Kram passt, denn Politik hat mit Wissenschaft ja nichts zu tun:
FOCUS ONLINE:
Claudia Roth löst mit Fukushima-Gedenken Shitstorm aus
„Heute vor zwei Jahren ereignete sich die verheerende Atom-Katastrophe von Fukushima, die nach Tschernobyl ein weiteres Mal eine ganze Region und mit ihr die ganze Welt in den atomaren Abgrund blicken ließ. Insgesamt starben bei der Katastrophe in Japan 16000 Menschen, mehr als 2700 gelten immer noch als vermisst.“
Ruhrkultour: [6] Kafkaeske im Fake-State,

Quellen

[1] co2online gGmbH Gemeinnützige Beratungsgesellschaft: „Energiesparmeister-Wettbewerb – Das beste Schulprojekt” ist ein gemeinsamer Wettbewerb der Kampagne „Klima sucht Schutz” und des Bundesumweltministeriums

[2] EIKE: Der Krieg des Klimas gegen die Menschheit Über den weltweit bekanntesten Klimaaktivisten Bill McKibben

[3] EIKE 22-02.2017: Der Klimawandel lebt nur noch von Wiederholungen

[4] TYCHIS EINBLICK: Das ABC von Energiewende und Grünsprech 32: Energiegerechtigkeit

[5] EIKE: Elektro-Energiespeicherung, Notwendigkeit, Status und Kosten. Teil 3 (Abschluss)

[6] Ruhrkultour: Kafkaeske im Fake-State

[7] WELT N24: Umweltbehörde darf Journalisten namentlich rügen