Wie die Weltbank arme Nationen noch ärmer macht

Bis vor gar nicht so langer Zeit war das tatsächlich deren Funktion. Ins Leben gerufen zusammen mit dem International Monetary Fund auf der Konferenz 1944 in Bretton Woods, half die Bank in ihren frühen Jahren Ländern wie Frankreich, sich von den Folgen des Krieges zu erholen. Später gab sie hauptsächlich Ländern der Dritten Welt das vitale Startkapital, um Investoren zu riskanten Kapital-Projekten zu überreden. Der Multiplikations-Effekt auf Investitionen kann dabei außerordentlich sein. Im Jahre 2013 gab die Weltbank dem Kosovo 40 Millionen Dollar zum Bau eines Braunkohle-Kraftwerkes. Dies sandte das positive Signal aus, welches den privaten Sektor ermutigen sollte, die Finanzierung mit weiteren 1960 Millionen Dollar zu finanzieren.

Erstaunlich! Nur dass das nicht das ist, was die Weltbank derzeit macht. Sie wird keine Kohlekraftwerke mehr finanzieren, weil sie nicht sauber und grün sind [clean and green]. Stattdessen möchte sie Entwicklungsländer dazu bringen, intermittierende, unzuverlässige und drastisch teure erneuerbare Energien wie Wind und Solar willkommen zu heißen als Teil einer Mission – umrissen vom ehemaligen UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon – um „Armut zu bekämpfen und den Planeten zu retten“. Tatsächlich wird sie keines dieser Ziele erreichen. Man betrachte das Beispiel Nigeria. Dessen Hauptstadt Lagos hat Kairo als die größte Stadt Afrikas überholt, aber dort wird so wenig Strom erzeugt, das die Wirtschaft zumeist von privaten (und verschmutzenden) Diesel-Generatoren betrieben wird. Die National Electric Power Authority (NEPA plc) von Nigeria ist bekannt als „niemals konstant Energie erwarten, bitte Kerzen anzünden“. Stromausfälle sind an der Tagesordnung, und das im ganzen Afrika südlich der Sahara, und die Kosten für die Wirtschaft sind gewaltig. Das lokale Handy-Unternehmen MTM mit 62 Millionen Kunden gibt 70% seiner Betriebskosten für Diesel aus, um sein Netzwerk am Laufen zu halten.

Die nigerianische Finanzministerin Kemi Adesoun sagt: „Wir wollen ein Kohlekraftwerk bauen, weil wir ein mit Kohle gesegnetes Land sind, aber trotzdem haben wir ein Energieproblem. Man braucht kein Genie zu sein um zu erkennen, dass es sinnvoll ist, ein solches Kraftwerk zu errichten. Allerdings verwehrt man uns dieses, weil es nicht grün ist. Das ist nicht fair, weil sie eine ganze westliche Industrialisierung auf der Grundlage von Kohle-Energie haben“.

Da hat sie absolut recht: es ist nicht fair. Die UN lamentieren über globale Ungerechtigkeit und räumen ein, dass die Umverteilung von Wohlstand zu ihren Zielen einer nachhaltigen Entwicklung gehört. Und doch zwingt deren Politik des Öko-Imperialismus‘ einer zögernden, aber weitgehend hilflosen Entwicklungswelt Erneuerbare auf – der sicherste Weg zu garantieren, dass die ärmsten Länder der Welt arm bleiben.

Es gibt, 1,2 Milliarden Menschen ohne Zugang zu Strom und 2,7 Milliarden Menschen ohne moderne Kochmöglichkeiten. Es wird geschätzt, dass die Luftverschmutzung in Haushalten durch die Verbrennung fester Treibstoffe im Jahre 2010 3,5 Millionen Menschen den Tod gebracht hat. Die Kosten von Stromausfällen in Afrika südlich der Sahara belaufen sich in einigen Fällen auf über 5% des BIP. Anders als entwickelte Länder brauchen diese Länder nicht ihr Gewissen zu bemühen, wenn sie Fledermäuse und Vögel schreddernde Öko-Kruzifixe ablehnen. Sie brauchen Energie die funktioniert.

Den Zahlen der UN zufolge betragen die Kosten eines universellen Zugangs zu Energie lediglich 50 Milliarden Dollar pro Jahr. Aber das gilt nur für Energie aus fossilen Treibstoffen. Besteht man auf den Gebrauch Erneuerbarer, wird diese Rechnung mindestens verzehnfacht. Erneuerbare sind nicht nur materialintensiver – ein Kilo Stahl in einer Gasturbine kann 1000 mal mehr Energie erzeugen als ein Kilo Stahl in einer Windturbine – sondern sie erfordern auch erheblich komplexere und teurere Netz-Systeme, welche sich Entwicklungsländer einfach nicht leisten können.

Wie war es zu dieser Verrücktheit gekommen? Es begann im Jahre 1995, als ein australisch-amerikanischer Rechtsanwalt und Investmentbanker namens James Wolfensohn zum Präsidenten der Weltbank berufen worden ist. Dieser Erz-Globalist war ein Schützling der unbestritten bösesten und einflussreichsten Person in der Historie der grünen Bewegung, nämlich des kanadischen Milliardärs Maurice Strong.

Strong, welcher dem chinesischen kommunistischen Regime unter Mao sehr nahe stand, war kein Fan der Demokratie. Darum verbrachte er lange Zeit seiner Kariere mit der Arbeit für die UN, welche er als die ideale Institution ansah zur Bildung einer Eine-Welt-Regierung, gebildet aus erlauchten Technokraten wie ihn selbst. Er war auch der Haupthetzer des Erdgipfels 1992 in Rio, auf welchem er 179 Nationen dazu überredete, ein Dokument mit der Bezeichnung Agenda 21 zu unterzeichnen, in welchem der Begriff „Nachhaltigkeit“ in das Herz globaler Politik gebracht werden sollte. Umweltaktivismus, das verstand Strong sehr gut, war perfekt geeignet als Große Krise, welche man dazu heranziehen konnte, die Souveränität von Staaten zu untergraben im Namen der „Rettung des Planeten“.

Unter Wolfensohns Leitung änderten sich die Ziele der Weltbank dramatisch. War es zuvor nur darum gegangen, Armut zu lindern mittels Stützung ökonomischen Wachstums, geht es jetzt mehr um nebulöse „progressive“ Ziele wie Unterstützung der Umwelt, Frauenrechte, Arbeiterrechte und die Stützung von NGOs. Folglich wurde sie zu einer weiteren Welt-Institution, die auf eine Linie mit dem Ersten Gesetz des Kommentators John O’Sullivan einschwenkte: „Alle Organisationen, die nicht explizit rechts ausgerichtet sind, werden mit der Zeit links ausgerichtet werden“.

Diese Entartung hat sich unter dem jetzigen Präsidenten der Weltbank, Dr. Jim Young Kim, einem Kandidaten von Präsident Obama, deutlich beschleunigt. Rupert Darwall schreibt in einem die Weltbank und deren Präsidenten scharf kritisierenden, von der GWPF veröffentlichten Report, dass seine Politik, die Umwelt-Nachhaltigkeit über die Reduktion von Armut zu stellen, unmenschlich ist. Es gibt keinen ökonomischen Grund, geschweige denn einen moralischen, „teure, im Betrieb schadensanfällige Technologien Ländern aufzuzwingen, deren Entwicklung dadurch verzögert wird und die Elektrifizierung erheblich teurer machen“.

Link: http://tinyurl.com/y76fzm47 (paywalled)
Übersetzt von Chris Frey EIKE




Aktueller Stand der deutschen Energie­wende

Als die Flutwellen am Ufer auf das Kernkraftwerk Fukushima trafen, verursachten sie mehrere schwerwiegende Reaktorunfälle bis hin zur Kernschmelze. Die Pumpen für die Kühlwasserversorgung der Reaktoren wurden überflutet und fielen elektrisch aus. Diese Vorgänge führten unter dem starken politischen Druck der Partei Bündnis 90/ Grüne zur Festlegung der Bundesregierung aus der Nutzung der Kernenergie auszusteigen, weil zu gefährlich. Todesopfer durch radioaktive Strahlung gab es in Fukushima keine.
Der Ausstieg aus der Kernenergienutzung ist ein Hauptziel der Energiewende, die 2011 von der Bundeskanzlerin verkündet wurde. Weiter gehören dazu der Klimaschutz als Staatsziel, die Umstellung der Energieversorgung auf Erneuerbare Energien als Primärenergieträger und die Erhöhung der Energieeffizienz bei der Energieanwendung. Für die einzelnen Teile der Energiewende in Deutschland wurden konkrete Zielstellungen formuliert.
Den internationalen Partnern in Politik und Wirtschaft wurde die deutsche Energiewende als Pioniertat für die globale Neuausrichtung der Energieversorgung vorgestellt. Seither sind 6 Jahre vergangen und das Interesse daran, was denn aus der deutschen Energiewende geworden ist, ist groß und ungebrochen.
Die Energiewende zählt nach wie vor zu den größten wirtschaftlichen und ökologischen Projekten und Herausforderungen in Deutschland. Ihr Erfolg bildet die entscheidende Voraussetzung, um Deutschlands Beitrag zur Erfüllung des Pariser Klimaschutzabkommens zu gewährleisten und gleichzeitig unserer Wirtschaftsentwicklung positiv weiter zu führen.
Wie der Stand der Energiewende tatsächlich ist, wird seit 2012 in halbjährlichem Abstand von der renommierten Unternehmensberatung McKinsey & Company objektiv mit einem Energiewende- Index bewertet.
Der Energiewende-Index bildet den Status der Energiewende in Deutschland anhand von 13 Indikatoren ab. Die Ziele der politischen Entscheidungsträger zu Beginn der Energiewende werden dem jeweils erreichten Stand gegenübergestellt. Bewertet werden die Bereiche Klima- und Umweltschutz (4 Indikatoren), Versorgungssicherheit (4 Indikatoren) und Wirtschaftlichkeit (5 Indikatoren). Für die Kernenergienutzung gilt als Ziel, im Jahr 2022 den letzten Reaktor stillzulegen.

Die folgenden Abbildungen zeigen die Gegenüberstellung der Indikatoren für die einzelnen Bereiche für das 2. Halbjahr 2016 und das 1. Halbjahr 2017 im Detail.



Ersichtlich ist, dass nur 5 der 13 Indikatoren im Zielkorridor liegen. Das Erreichen der Zielstellungen für die übrigen 8 Indikatoren gilt als unrealistisch. Es sind die Indikatoren: Haushaltsstrompreise, Industriestrompreise, Erneuerbare-Energien- Umlage (Subventionierung), Ausbau der Übertragungsnetze, Kosten für Netzeingriffe, Senkung des CO2– Ausstoßes, Primärenergieverbrauch und Stromverbrauch. Das ist eine überaus ernüchternde Zwischenbilanz für das Jahresende 2017 und sollte Politikern und Fachleuten gleichermaßen zu denken geben, was den Erfolg der deutschen Energiewende betrifft. Nach der Bundestagswahl 2017 werden jetzt die ersten Stimmen laut, die „ein Neudenken der Energiewende“ fordern. Was dieses Neudenken bedeutet, wird von der nationalen und internationalen Öffentlichkeit sicherlich sehr aufmerksam verfolgt werden.
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Der Autor hat Thermodynamik studiert und im Fach Kraftwerkstechnik promoviert.
Er blickt auf über 50 Jahre Erfahrung in der Energiewirtschaft zurück und hatte unterschiedliche Führungspositionen inne.
Quellen:
Energiewende-Index Deutschland 2020+-Neuer Kompass für die Wende“, Thomas Vahlenkamp u.a. in ENERGIEWIRTSCHAFTLICHE TAGESFRAGEN Heft 10/2017
Website www.mckinsey.de/energiewendeindex
Wikipedia, „Fukushima“
Zum Stand der Energiewende“, Helmut Pöltelt, Aufsatz in 3 Folgen




Welche Krise? Globale CO2-Emissionen stagnieren im dritten Jahr hinter­einander

Der Report präsentiert aktualisierte Ergebnisse der kontinuierlichen Überwachung der drei Haupt-Treibhausgase: Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4) und Stickstoffoxid (N2O).

Die globalen GHG-Emissionen werden weiterhin durch fossile CO2-Emissionen dominiert, welche seit dem Jahr 2012 jedoch eine abnehmende Tendenz zeigen und im Jahre 2016 zum dritten Mal hintereinander stagnierten.

Abbildung 1: Gesamt-Emissionen fossilen CO2 in Gton CO2 pro Jahr. Unter den Quellen fossiler CO2-Emissionen sind die Verbrennung fossiler Treibstoffe, industrielle Prozesse und Verbrauch von Produkten (Verbrennung, Abfackeln, Zement, Eisen und Stahl, Chemikalien und Urea) in den EU28 sowie großen Emitter-Staaten, außerdem die Unsicherheit (gestrichelte Linie; linke Achse) und für die Welt insgesamt pro Sektor (rechte Achse).


Russland, China, die USA und Japan reduzierten ihre CO2-Emissionen von 2015 auf 2016, während die Emissionen der EU hinsichtlich des Vorjahres stabil geblieben waren. Die Emissionen in Indien nahmen weiter zu.

Abbildung 2: Pro-Kopf-CO2-Emissionen (in ton CO2 pro Kopf und Jahr) für die EU28 und starke Emitter-Länder mit Unsicherheit (gestrichelte Linie) und für das Weltmittel.


Andere Treibhausgase holen auf

Informationen hinsichtlich der anderen beiden Treibhausgase, also Methan (CH4) und Stickoxid (N2O) stehen nur bis zum Jahr 2012 zur Verfügung, weil internationale Statistiken zu landwirtschaftlichen Aktivitäten – die Hauptquelle dieser Emissionen – nicht so häufig aktualisiert werden wie Angaben zu Energie und industriellen Aktivitäten.

Auch die Unsicherheit ist für diese Emissionen höher als für CO2-Emissionen.

Allerdings zeigen die Daten bis zum Jahr 2012 eine stetige Zunahme der globalen GHG-Emissionen mit einer Gesamt-Zunahme von 91% von 1970 bis 2012.

Methan wird hauptsächlich durch landwirtschaftliche Aktivitäten erzeugt, durch die Herstellung von Kohle und Gas ebenso wie durch Abfallwirtschaft und Entsorgung. Stickoxid wird hauptsächlich durch landwirtschaftliche Erdarbeiten und die Chemieproduktion emittiert.

In der EU werden 60% der CH4 und N2O-Emissionen durch die sechs am meisten emittierenden Länder freigesetzt – Deutschland, UK, Frankreich, Polen, Italien und Spanien.

Der Aufwärtstrend dieser beiden Emissionen zeigt sich auch in den USA, in Chile, Japan und Indien, welche allesamt steigende GHG-Emissionen verzeichnen.

Abwärtstrend in Europa stagniert

Während der letzten zwei Jahrzehnte nahmen die CO2-Emissionen stetig ab, doch machen diese immer noch zwei Drittel der EU-Gesamt-Treibhausgas-Emissionen aus.

Im Jahre 2016 lagen die CO2-Emissionen der EU um 20,8% unter dem Niveau im Jahre 1990 und um 17,9% unter dem Niveau von 2005. Seit 2015 haben sich die CO2-Emissionen der EU stabilisiert und machen 9,6% der globalen Emissionen aus.

Profile der Länder

Der Report basiert auf der Emissions Database for Global Atmospheric Research (EDGAR) des JRC. Diese Daten sind nicht nur einmalig bei der Abdeckung von Zeit und Fläche, sondern auch wegen ihrer Vollständigkeit und Konsistenz bei der Auflistung der Emissionen verschiedener Verschmutzer: Treibhausgase, Luftverschmutzer und Aerosole.

Der neue Report enthält zwei länderspezifische Tabellenblätter für 216 Länder. Die Tabellen zeigen die Entwicklung der CO2-Emissionen nach Ländern von 1990 bis 2016 sowie die Entwicklung von Treibhausgas-Emissionen nach Ländern von 1970 bis 2012.

Der vollständige Bericht (PDF) steht hier.

Link: https://wattsupwiththat.com/2017/10/20/what-crisis-global-co2-emissions-stalled-for-the-third-year-in-a-row/
Übersetzt von Chris Frey EIKE




DWD: Für die Vergan­genheit gibt es keine belast­baren Auswer­tungen zur Verän­derung von Stärke oder Häufig­keit von Stürmen über Deutsch­land

Vor zwei Jahren (2015) warnte Uwe Kirsche vom Deutschen Wetterdienst auf RP-Online vor vorschnellen Schlüssen:

Deutschland scheint sturmgeplagt. In den vergangenen zehn Jahren gab es im Durchschnitt jedes Jahr einen Orkan. Tritt dieses Naturereignis mittlerweile häufiger auf, als es in der Vergangenheit der Fall war? Werden Stürme in bestimmten Monaten zum alltäglichen Begleiter?

“Das ist ein schwieriges Thema”, antwortet Uwe Kirsche vom Deutschen Wetterdienst (DWD). “Für die Vergangenheit gibt es keine belastbaren Auswertungen zur Veränderung von Stärke oder Häufigkeit von Stürmen über Deutschland”, erklärt er die Situation. Während Temperaturverläufe und Regenmengen über viele Jahrzehnte sehr gut dokumentiert sind, hält sich der DWD bei Stürmen zurück.

Michael Krüger berichtete 2014 im ScienceSkepticalBlog:

Die Sturmaktivität an der Deutschen Nordsee- und Ostseeküste (Sturmindex an der Nordsee- und Ostseeküste/ geostrophische Windgeschwindigkeiten seit 1880) nimmt nicht zu, sondern fällt seit dem Messbeginn im Jahre 1880. Um 1990 wurde ein Zwischenhoch erreicht, seitdem fällt die Aktivität weiter.

Dazu zeigt er zwei Sturmindex-Kurven, allerdings leider ohne Quellenangabe. Forscher des Instituts für Küstenforschung des Helmholtz-Zentrums Geesthacht haben die Sturmentwicklung in Deutschland und Nachbargebieten seit längerem verfolgt und können ebenfalls keinen beunruhigenden Trend erkennen. Auf shz.de war 2014 zu lesen:

Orkan „Christian“ war kein Kind des Klimawandels
[…] Gemeinsam mit Kollegen des Deutschen Wetterdienstes und des dänischen Meteorologischen Instituts haben die Geesthachter Küstenforscher die Daten von „Christian“ und anderer Orkane ausgewertet. Von Storch erlebte den Ausnahme-Sturm am 28. Oktober 2013 hautnah: Beim Versuch, seine Heimatinsel Föhr zu besuchen, strandete er in Dagebüll. Er und seine Kollegen stießen bei ihrer Untersuchung auf  Schwankungen der Sturmintensität über viele Jahrzehnte. „Erkennbar ist eine Verringerung der Sturmaktivität seit den 1880ern bis Mitte der 1960er Jahre und ein darauf folgender Anstieg bis Mitte der 1990er Jahre“, sagt von Storch. Seit Mitte der 1990er Jahre verringere sich die Aktivität wiederum. „Anders als bei Hitzewellen können diese Schwankungen allein auf natürliche Variabilität zurückgeführt werden“, erklärt der Wissenschaftler. […]

Passend dazu ein Interview mit Hans von Storch in der Zeit 2015 (nur für Abonnenten):

“Mal rumst es mehr …”
Warten auf den Orkan: Was extreme Wetterereignisse mit unserem Klimaalltag zu tun haben, weiß der Meteorologe Hans von Storch

Bemerkenswert auch dieser Artikel aus dem Januar 2015 auf proplanta:

Klimaexperten warnen davor, für Stürme und Überschwemmungen vorschnell den Klimawandel verantwortlich zu machen
«Einzelereignisse kann man nicht mit dem Klimawandel in Verbindung bringen», sagte Florian Imbery, Klimaexperte beim Deutschen Wetterdienst in Offenbach, der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Verlässliche Aussagen könne man nur machen, wenn man Intervalle von 30 Jahren miteinander vergleiche. Relativ gut feststellen könne man Änderungen bei der Temperatur. Bei Niederschlägen sei das schon schwieriger, nahezu unmöglich sei es bei Stürmen. Der Unterschied: «Temperatur ist eine stabilere Größe, Niederschlag und Wind sind hoch variabel in Raum und Zeit.» Relativ klar ist für Imbery, dass es wärmer wird: «Wir haben öfter Hitzeperioden.» Das sei aber auch die einzige signifikante Veränderung im Klima – bei Regen und Wind gebe es nur «Indizien».

Weiterlesen auf proplanta

Übrigens: Wussten Sie, dass die ausgestoßene Luft beim Husten bis zu 480 km/h schnell ist? Das entspricht etwa der vierfachen Windgeschwindigkeit in einem Orkan (aus: Focus, Januar 2013).
Kommen wir nun zu den Langzeitbetrachtungen. Bierstedt et al. (2016) untersuchten die Veränderlichkeit der täglichen Windgeschwindigkeiten über Nordeuropa für die vergangenen 1000 Jahre in Computersimulationen. Das Ergebnis lässt sich leicht zusammenfassen: Jedes Modell zeigt etwas anderes. So endete die Untersuchung in einem großen Widerspruch und der Erkenntnis, dass die Modelle noch nicht in der Lage sind, Wind und Stürme zu modellieren. Schade. Abstract:

Variabilität der winterlichen Verteilung der Windgeschwindigkeit über Nordeuropa während des vergangenen Jahrtausends in regionalen und globalen Klima-Simulationen

Wir analysieren die Variabilität der Wahrscheinlichkeits-Verteilung der täglichen Windgeschwindigkeit im Winter über Nord- und Mitteleuropa mittels einer Reihe von globalen und regionalen Klimasimulationen, welche die letzten Jahrhunderte erfassen. Die Re-Analyse-Produkte überdecken etwa die letzten 60 Jahre. Der Schwerpunkt der Studie liegt auf der Identifizierung der Verbindung zwischen Variationen der Windgeschwindigkeit und der regionalen Temperatur, zum meridionalen Temperaturgradienten und zur Nordatlantischen Oszillation. Unser Hauptergebnis lautet, dass die Verbindung zwischen der täglichen Verteilung der Windgeschwindigkeit und dem regionalen Klima stark abhängig ist vom Modell. Die globalen Modelle neigen dazu, sich ähnlich zu verhalten, obwohl sie Diskrepanzen zeigen. Die beiden regionalen Modelle neigen zwar ebenfalls dazu, sich ähnlich zu verhalten, doch zeigt sich überraschenderweise, dass die aus jedem Regionalmodell abgeleiteten Ergebnisse stark von den aus dem treibenden Globalmodell abgeleiteten Ergebnissen abweichen. Außerdem fanden wir bei der Betrachtung von Zeitmaßstäben über mehrere Jahrhunderte in zwei globalen Simulationen eine langfristige Tendenz, dass sich die Wahrscheinlichkeits-Verteilung der täglichen Windgeschwindigkeit erweitert. Der Grund für diese Erweiterung ist wahrscheinlich Auswirkungen der Entwaldung zuzuschreiben, welche in diesen Simulationen beschrieben wird. Wir folgern, dass es keine klare systematische Relation gibt zwischen der mittleren Temperatur, dem Temperaturgradienten und/oder der Nordatlantischen Oszillation, wobei die tägliche Windgeschwindigkeit von diesen Simulationen abgeleitet werden kann. Das Verständnis von Änderungen der Windgeschwindigkeit in Vergangenheit und Zukunft und folglich der Extreme der Windgeschwindigkeit erfordert eine detaillierte Analyse der Repräsentanz der Wechselwirkung zwischen großräumiger und kleinräumiger Dynamik.

Eine andere Studie von Bett et al. 2017 untersucht den Wind in Europa während der letzten 142 Jahre, offenbar auf Basis von homogenisierten Messdaten. Einen richtig signifikanten Langzeittrend konnten die Forscher nicht finden, dafür aber bedeutende systematische Schwankungen in Jahrzehntbereich, vermutlich im Zusammenhang mit den Ozeanzyklen. Abstract:

Abschätzung der Klima-Variabilität für die europäische Windindustrie mittels einer Re-Analyse des 20. Jahrhunderts

Wir charakterisieren die langzeitliche Variabilität der Windgeschwindigkeit in Europa mittels 142 Jahren mit Daten von der Twentieth Century Reanalysis (20CR) und betrachten das Potential derartig langer Reihen mit Klimadaten, ob sie für die Windindustrie angewendet werden können. Die geringe Auflösung von 20CR würde deren Gebrauch allein stark einschränken für die Begutachtung von Aufstellorten für Windparks. Daher führen wir eine einfache statistische Kalibrierung durch, um es an den höher aufgelösten Datensatz des ERA-Interim anzuschließen, und zwar dergestalt, dass die adjustierten 20CR-Daten an jeder Stelle die gleiche Verteilung der Windgeschwindigkeit aufweisen wie die ERAI-Daten während des gemeinsamen Zeitraumes. Verwendet man diesen korrigierten 20CR-Datensatz, werden Windgeschwindigkeit und Variabilität mit Termen des langzeitlichen Mittels, der Stadardabweichung und korrespondierenden Trends charakterisiert. Viele untersuchte Regionen zeigen extrem schwache Trends im Zeitmaßstab von Jahrhunderten, enthalten jedoch eine große multidekadische Variabilität. Da Re-Analysen wie ERAI oftmals herangezogen werden, um die Hintergrund-Klimatologie an Aufstellorten von Windparks abzuschätzen, die aber nur wenige Daten enthalten, können unsere Ergebnisse als ein Weg angewendet werden, die Klimavariabilität bzgl. Wind in derartige Studien einfließen zu lassen, was die Risiken für die Windparks bzgl. der Investitionen darin reduziert.

Weiter mit einer Studie von Rangel-Buitrago et al. 2016 aus dem Journal of Coastal Research. Die Autoren untersuchten die Wellen- und Sturm-Daten einer Boje vor der Küste von Süd-Wales. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts verzeichneten sie noch eine hohe Sturmaktvität, die dann jedoch Anfang des 21. Jahrhunderts abnahm. Die Forscher konnten deutliche Zusammenhänge mit den Ozeanzyklen ausmachen, insbesondere der Arktischen Oszillation und der Nordatlantischen Oszillation. Abstract:
Klima der Wellen, Sturmhäufigkeit und Einflüsse und Fernwirkungen durch Einflüsse der Verhältnisse auf der Nordhemisphäre: Der Äußere Bristol Channel, Südwales, UK

Diese Studie untersucht potentielle Auswirkungen des Klimawandels auf [das Wetter am] Äußeren Bristol Channel (Wales, UK) mittels einer Analyse des 15 Jahre umfassenden Wellenbojen-Datensatzes (1998 bis 2013), um das Wellenklima und Stürme zu charakterisieren. Die Forschungen ergaben, dass die zunehmende Sturmhäufigkeit, zu welcher es in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts gekommen war, sich in den ersten Jahrzehnten des 21. Jahrhunderts entgegen den Erwartungen nicht fortgesetzt hat. Allerdings zeigte das Wellenklima eine klare zyklische Variation der monatlichen mittleren Wellenhöhe (Hs) mit niedrigen Werten zwischen Mai und August (Hs < 1.4 m, Hsmax < 6 m) und einem Minimum im August (Hs = 1.3 m, Hsmax = 5.2 m). Die monatliche mittlere Wellenenergie betrug 27,4 kw/m mit einem Maximum von 951 kw/m im Dezember. Die 267 Sturm-Ereignisse wurden während des Abschätzungs-Zeitraumes aufgezeichnet. Die Schwere der Stürme zeigte einen logarithmischen Trend, wobei schwache und mäßige Ereignisse 73% der Aufzeichnung ausmachen (jeweils 125 bzw. 69 Ereignisse). Bedeutende (18%), schwere (4%) und extreme (6%) Stürme, insgesamt 73 Ereignisse mit mehr Zerstörungen, machen den Rest der Aufzeichnung aus. 55 Prozent der monatlichen gemittelten Wellen-Variationen, deren Energie sowie Sturm-Indizes sind verbunden mit vielen Fernwirkungen, von denen die Arktische Oszillation mit 23,45%, die Nordatlantische Oszillation mit 20,65% und der Ostatlantik mit 10,9% beteiligt sind. Diese Art der Charakterisierung ist essentiell für Entwicklungen im Bristol Channel, welche das Küstengebiet betreffen, z. B. für das Design der Swansea Bay Tidal Lagoon, welche in der Lage ist, über 542.000 MWh pro Jahr an erneuerbarer Energie zu erzeugen.

Siehe auch den Bericht auf CO2Science.

Schließlich noch nach Krakau, wo Bielec-Bakowska & Piotrowicz 2013 die Sturmgeschichte der letzten 100 Jahre analysierten. Fazit: Es ist kein Trend erkennbar. Abstract:

Langzeitliches Auftreten, Variabilität und Zugbahnen starker Zyklonen in Krakau (Mitteleuropa) im Zeitraum 1900 bis 2010

In diesem Artikel geht es um das langzeitliche und saisonale Auftreten starker Zyklonen in Krakau. Diese Studie analysierte die Häufigkeit des Auftretens eines Luftdrucks unter 995,3 hPa in allen Luftdruckwerten, welche um 12.00 UTC über einen Zeitraum von 110 Jahren (1900/01 bis 2009/10) aufgezeichnet worden waren. Besondere Aufmerksamkeit galt der Zugbahn starker Zyklonen. Hinsichtlich der Häufigkeit des Auftretens starker Zyklonen konnten während des untersuchten Zeitraumes keine ausgeprägten Änderungen gefunden werden. Allgemein war die Häufigkeit im Dezember am höchsten, aber während der letzten Jahre gab es eine Zunahme der Häufigkeit zum Ende des Winters und dem Beginn des Frühlings. Ein ähnliches Fehlen merklicher Änderungen der Anzahl von Tagen mit starken Zyklonen ist auch hinsichtlich spezifischer Zugbahnen zu finden. Es gab eine geringe Zunahme der Häufigkeit von Zyklonen in der Norwegischen See (T1), dem Atlantik (T3), dem Golf von Biskaya (T6) und dem Mittelmeer (T7) nach dem Jahr 1950. Die Studie konnte auch die Theorie bestätigen, der zufolge sich die Zugbahnen von Zyklonen an ihren nordöstlichen Extremitäten [?] verkürzt haben.

Siehe dazu auch den Bericht zu dieser Arbeit auf The Hockeyschtick!

Link: http://www.kaltesonne.de/dwd-fur-die-vergangenheit-gibt-es-keine-belastbaren-auswertungen-zur-veranderung-von-starke-oder-haufigkeit-von-sturmen-uber-deutschland/
Dieser Beitrag war zuerst auf dem Blog „Die Kalte Sonne“ erschienen. Übersetzung der englischen Passagen von Chris Frey EIKE




Deutschland erwärmt sich schneller als der Rest der Welt – oder etwa doch nicht ?

Vorbereitet ist man dort bereits: [5] PIK Pressemitteilung vom 13.10.2017: Hunderte Millionen Menschen werden innerhalb weniger Jahrzehnte von den Auswirkungen des Klimawandels auf Gesundheit und Migration betroffen sein – beide Bereiche wurden bislang zu wenig im Zusammenhang mit der menschgemachten Erwärmung gesehen.
Und vor allem ist die Leitung des PIK auch guten Mutes, wie Herr Schellnhuber anlässlich der Impacts World Conference und dem zur gleichen Zeit stattfindenden, 25-jährigem PIK-Jubiläum sagte: [5] „ … Es gab viele Tage in meinem Leben, an denen ich dachte, dass alles verloren ist“, sagte Schellnhuber „Aber nach dieser Jubiläumsfeier und den wunderbaren Beiträgen von Freunden und Verbündeten weiß ich, dass wir die Welt retten werden …“
Wer die Suche nach Alarmen im Wettergeschehen verfolgen will, braucht nur bei KLIMARETTER.INFO hineinzusehen, wo aktuell gezeigt wird, wie man es macht, „ … ein „Gefühl der Dringlichkeit“ schaffen zu wollen … „, indem wie so oft, zum Beispiel fabulöse Erzählungen „betroffener“ Staaten als Belege präsentiert werden.
Sollte bis zu deren Zusammentreffen beim Klimagipfel in Bonn die Partei mit dem Anspruch von Frau Göring-Eckhardt: … eine Regierung mit Grün sei notwendig für „die Menschheit und den Planeten“,
das Umweltministerium „besetzen“, wird im November in Bonn jeder Staat, dessen Repräsentant*in das Wort „Klimawandel“ oder „vulnerabel“ aussprechen oder zu Protokoll bringen kann, Gehör und Geld von uns finden. Im Grunde nicht weiter schlimm, denn unter Frau Hendricks war es bisher auch nicht anders.

Alarmmeldungen, um abzulenken

Zurück zum eigentlichen Thema. Dieses Jahr 2017 war bisher im Witterungsverhalten bei uns recht unspektakulär. Allerdings – das eine oder andere etwas nicht ganz alltägliche Ereignis wie Sturm XAVIER zeigte, wie verrottet und daher anfällig Deutschlands Infrastruktur bereits ist [4] – weshalb zum Beispiel die Bahn bei diesem Sturm vorsichtshalber sehr weitflächig auch gar nicht davon betroffene Strecken „sperrte“ [3]. Da Kommunikation zum Kunden der Bahn weiterhin ein Gräuel ist, wurde dies den betroffenen Reisenden nicht, beziehungsweise erst lange Zeit danach mitgeteilt [2].
Das Jahr 2016 mit einer relativ hohen Jahresmittel-Temperatur in Deutschland wurde von einem Vertreter des DWD jedoch dreist dazu verwendet einen „Klimawandel-Rekord“ zu erzeugen [6] – weil er sicher sein konnte, in unseren Medien keinen Kritiker fürchten zu müssen und fachliche Reputation in diesem Umfeld nebensächlich geworden ist.

Die Deutschlandtemperatur im Vergleich zum Rest der Welt

Wer erinnert sich zum Beispiel noch an die folgende Schreckensmeldungen vom letzten Jahr?
wetter.de 09. März 2016: Klimawandel:
Deutschland erwärmt sich schneller als der Rest der Welt
Deutschland ist von der Erderwärmung voll betroffen. Die Temperaturen steigen bei uns schneller als im globalen Durchschnitt. Das geht aus Daten hervor, die der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Berlin vorstellte.
Seit 1881 hat sich Deutschland demnach um 1,4 Grad erwärmt, International habe der Wert seitdem bei etwas unter einem Grad gelegen, wie DWD-Experte Thomas Deutschländer erklärte … Die Mitteltemperatur der vergangenen 25 Jahre lag demnach hierzulande mit 9,2 Grad genau 1 Grad über dem Wert der internationalen Referenzperiode von 1961 bis 1990. 2015 hatte es mit 40,3 Grad in Kitzingen auch einen neuen Hitzerekord für Deutschland gegeben.
„Das ist erlebter Klimawandel“, so Deutschländer. Dem Meteorologen zufolge waren 23 dieser 25 Jahre zu warm. Dazu beigetragen habe auch das vergangene Jahr – es war zusammen mit 2000 und 2007 das zweitwärmste seit Beginn der Messreihe.

Demgegenüber: Das kommt heraus, wenn man nicht den (bewussten) Fehler des DWD – (Medien-) Experten macht

Als „den Rest der Welt“ darf man sicher den ganzen Globus betrachten. Dafür zuständig ist eine der offiziellen Temperaturreihen, zum Beispiel die der Nasa, GISS, Reihe „Land + Ocean“.
Nun ist es für jeden naturwissenschaftlich Interessierten wohl einleuchtend, dass in einem relativ kleinen Klima- und Wetter-Areal wie Deutschland ein Witterungs-Element wie die Temperatur von Jahr zu Jahr eine deutlich größere Variabilität und Streuung um den Mittelwert aufweist als der globale Mittelwert des gesamten Globus. Niemals würde ein seriöser Fachmann deshalb die Spanne der Absoluttemperatur Deutschlands mit der des gesamten Globus direkt vergleichen, sondern er würde zur Trendbetrachtung die Verhältnisse selbstverständlich erst relativieren.
Führt man dies durch, dann zeigen sich seit 1881 (Beginn der GISS Datenreihe und „angeblich anthropogener Klimawandelbeginn“) die in den folgenden Grafiken gezeigten Verläufe. Ein Hinweis: Die Spanne der Deutschlandtemperaturen wurde zur GISS-Datenreihe intuitiv relativiert. Bereits dies reicht aus, um eindeutige, relative Verlaufsbilder zu gewinnen.
Ganz einfach lässt sich so feststellen, dass Deutschland seit ca. 1881 im Vergleich bei Weitem nicht so warm wurde, wie der gesamte Globus. Alleine damit wäre jeder (nur nicht die Redakteure unserer Medien) schon in der Lage, dem Experten des DWD die richtige Rückantwort zu seiner falschen Aussage zu geben.

Bild 1 GISS Globaltemperatur 1880 – 2017 (gleitendes Jahresmittel, blau) und Deutschland DWD Jahreswerte (rot) übereinander gelegt (mit Anpassung an den Anfangs- bis Mittelteil des Zeitraums). Temperaturachse der Deutschlandwerte nicht mit den GISS-Werten übereinstimmend. Grafik vom Autor erstellt


Nimmt man die Werte seit dem Jahr 1990, zeigt es sich ebenfalls (Bild 2 und vor allem Bild 3). Auch die letzten Jahrzehnte „hinkt“ die Temperatur Deutschlands der Welt-Globaltemperatur deutlich hinterher. Da beide Temperaturverläufe in diesem Zeitraum schlecht korrelieren, kann man den Startwert unterschiedlich anlegen (Bereiche gestrichelt eingerahmt), am Ergebnis ändert es nichts.

Bild 2 GISS Globaltemperatur 1990 – 2017 (gleitendes Jahresmittel, blau) und Deutschland DWD Jahreswerte (braun) übereinander gelegt (mit Anpassung an den Mittelteil des Zeitraums). Temperaturachse der Deutschlandwerte nicht mit den GISS-Werten übereinstimmend. Grafik vom Autor erstellt


Bild 3 GISS Globaltemperatur 1990 – 2017 (gleitendes Jahresmittel, blau) und Deutschland DWD Jahreswerte (braun) übereinander gelegt (Anpassung an den Beginn des Zeitraums). Temperaturachse der Deutschlandwerte nicht mit den GISS-Werten übereinstimmend. Grafik vom Autor erstellt


Fazit
Der Autor bezweifelt anhand seiner hier dargestellten Auswertung, dass sich Deutschland schneller als der Rest der Welt erwärmt. Die Aussage des DWD-Meteorologen hält er schlichtweg für falsch.
Das kann passieren, den Meteorologen wissen anscheinend über das Klima nicht bescheid, wie es Herr Kachelmann als Meteorologe kürzlich erst in einer Talkshow freimütig berichtete [8]. Nur: Warum macht dann jemand, der anscheinend wenig Ahnung zum Thema hat, sich um sie zu bekommen aber auch nicht die kleine Mühe macht, die Daten zu vergleichen, Aussagen dazu?

DWD und Harald Lesch, im Klima-Alarmismus vereint

Die GISS Jahreswerte werden von Klimaalarmisten gerne gezeigt, um die „Überhitzung“ der Welt zu demonstrieren. Prof. H. Lesch, welcher gerne über den Klima-Weltuntergang referiert [9][10][11, machte es zum Beispiel in einem seiner vielen Videos, wie dem, worin er (angeblich) die kritischen AfD-Angaben zum AGW-Klimawandel „zerpflückt“ [7].
Man betrachte im Bild 4 den roten Punkt der globalen Maximaltemperatur. Süffisant und in seinem gewohnten, überheblichem Duktus, „beweist“ er damit die bereits erfolgte Überhitzung, welche wohl so weiter gehen soll.

Nun sieht genau dieser Verlauf mit den bei Nasa Giss dazu ebenfalls hinterlegten Monatswerten gezeichnet, inzwischen wie in der folgenden Grafik (Bild 5) aus – ein eklatantes Beispiel, wie man kurzfristige Effekte – hier den des zyklischen, diesmal besonders großen El Nino-Ereignisses -, zum richtigen Zeitpunkt für Klimaalarm nutzen kann.

Bild 5 NASA GISS Daten von Bild 4 in Monatsauflösung, Stand 9.2017. Grafik vom Autor anhand des Datensatzes erstellt.

Nur in der Hitzespitze liegt Deutschland (auch nur vielleicht) zeitlich vorn

Nachdem es im Artikel von wetter.de mit erwähnt wurde: [6] … 2015 hatte es mit 40,3 Grad in Kitzingen auch einen neuen Hitzerekord für Deutschland gegeben
Auch dazu eine Wiederholung. Dieser „deutsche Rekord“ bedeutet, dass seit der vorherigen Temperaturspitze im Jahr 1983 bis zur aktuellen im Jahr 2015, also nach 32 Jahren, die maximale, an einer DWD-Station gemessene Temperatur um 0,1 °C gestiegen sein könnte. Der Süddeutschen Zeitung war dieser lange Zeitraum für eine derart geringe Temperaturerhöhung damals so peinlich, dass sie in ihrer Meldung anstelle dem Jahr 1983 das Jahr 2003 angab [1].
Dabei handelt es sich bei dieser Differenztemperatur-Messung nicht um die gleiche Station, bei der man eine Mess-Ähnlichkeit vermuten dürfte, sondern um zwei weit voneinander entfernte. Nachdem eine moderne, automatische DWD-Messstelle bei guter Eichung eine Genauigkeit von +-0,2 Grad aufweist, ist zwischen zwei solchen Stationen eine Differenz von 0,1 Grad (richtiger: Kelvin) definitiv nicht messbar. Anzeigbar natürlich schon, aber messtechnisch niemals signifikant zu unterscheiden.
Das weiß sicher auch der DWD. Aber wie beim ersten Beispiel „Deutschlandtemperatur im Vergleich zum Rest der Welt“ bereits gezeigt, achtet dieser Dienst darauf, aus dem Wetter Ergebnisse abzuleiten, welche die Politik „erwartet“.
Dazu ist auch noch die „Genauigkeit“ gerade der Station der letzten Maximalwertmessung unsicher, denn der Standort Kitzingen ist (wie so viele andere Standorte auch) nicht wärmeinselfrei. Ein ausgewiesener Klimaforscher der Uni Würzburg plauderte es einer Lokalzeitung gegenüber aus:
Mainpost 07. September 2016, Prof. Paeth (Klimaforscher), Uni Würzburg: [12] … Schließlich, sagt Paeth, gebe es noch einen Spezialeffekt. „Wir haben in Deutschland häufig Westwindlagen“ – auch in Kitzingen komme die kühlende Frischluft hauptsächlich von Westen. Genau im Westen der Stadt habe aber seinerzeit die Wehrmacht eine große Kaserne errichtet. 61 Jahre lang war das Gelände dann amerikanische Garnison, heute ist es ein Gewerbepark. Ein Hindernis für die Luftzufuhr blieb es. Die Stadt habe sich ihre Frischluftschneise zugebaut, konstatiert Paeth. „Für die Hitze könnte das eine Erklärung sein.“
Doch selbst, falls alles richtig wäre, was der DWD über die deutsche Maximaltemperatur berichtet, hätte sich damit
die Welt bezüglich der (von seit längerer Zeit installierten Wetterstationen) gemeldeten Spitzentemperaturen kaum verändert:
– Seit 103 Jahren ist es global nicht mehr heißer geworden
– Seit 74 Jahren hat sich an der globalen Grenztemperatur überhaupt nichts verändert
– In den letzten 32 Jahren ist es in Deutschland nicht heißer geworden (alternativ um nicht messbare +0,1 °C)
– würde man die „verworfenen“, älteren Messungen mit einbeziehen, wären die Spitzentemperaturen früher weit wärmer gewesen als aktuell.
Mehr Details dazu lassen sich im folgenden Artikel nachlesen:
EIKE 30.07.2016: Weltweiter Temperaturrekord gemessen?

Der „Extremwerte-Wettbewerb“ ist gnadenlos …

So wie man in Religionen regelmäßig neue Wunder benötigt, um „im Geschäft“ zu bleiben und unter der Konkurrenz zu bestehen, benötigt der AGW-Klimawandel immer neue Extreme.
Zu welchen Auswüchsen dies nicht nur in Deutschland führt, macht gerade Australien vor. Um höhere Temperaturspitzen zu messen, wurde (und wird) dort nicht nach internationaler Regel gemittelt, sondern fälschlich Kurzzeitwerte verwendet, nachzulesen unter:
WUWT October 19, 2017: In Australia, faulty BoM temperature sensors contribute to “hottest year ever”

… Die Lösungen ebenfalls

Dazu passt eine weitere Meldung, welche zeigt, wie konsequent dort gehandelt wird, wenn die (falsch gemessene Spitzentemperatur) von der Politik „zugelassene“ Werte überschreitet. Ein Vorbild für Deutschland und Beleg, dass diese Industrie jederzeit dem „Klimaschutz“ weichen kann*, da sie selbst für einen Kontinent nicht wirklich erforderlich ist:
dw.com – Freitag, 20. Oktober 2017: Australiens letztes Autowerk macht dicht
*Klarstellung: Die Schließung des letzten, australischen Autowerkes hat in Wirklichkeit mit dem Klima nichts zu tun.
Quellen
[1] EIKE 24.09.2016: Die heißeste Temperatur Deutschlands war nur ein Wärmeinseleffekt: Ein Klimaprofessor plaudert aus seinem „Nähkästchen für Temperatur“
[2] Achgut, 06.10.2017: Sturmchaos? Nein, Totalversagen bei der Bahn
[3] Wetterkanal 8. Oktober 2017: Sturm Xavier – wie Medien Menschen auf dem Gewissen haben: Nichtstun tötet
[4] EIKE 14.06.2017: Fake News: Diesmal Pfingstunwetter um Hildesheim – neue Einschläge des Klimawandels?
[5] PIK Pressemitteilung 13.10.2017: „Wir brauchen Sie“: UN Klima-Chefin zu Potsdamer Klimaforschern
[6] wetter.de 09. März 2016: Klimawandel: Deutschland erwärmt sich schneller als der Rest der Welt
[7] YouTube Harald Lesch Terra X Lesch & Co Moderator zerpflückt AfD-Programm und bekommt Hassmails.
[8] EIKE 20. Oktober 2017: „Kippt unser Klima ?“ bei Maischberger/ARD am 10. Oktober 2017: Eine kleine Nachlese über großen Unsinn, sachliche Fehler und wenig Richtiges

[9] EIKE 01.01.2017: Harald Lesch trägt vor den GRÜNEN zum Klimawandel vor: Der Klimawandel ist kein Thema, das man ernsthaft bezweifeln kann

[10] EIKE 27.12.2016: Harald Lesch, die Claudia Roth des Klimawandels: Glaubt einfach, was ich erzähle – Nachprüfen schadet nur!
[11] EIKE 24.08.2016: Wenn der Hopfen nicht stirbt, stirbt dann der Klimawandel?
[12] MAINPOST, 07. September 2016: Kitzingen stellt erneut Hitzerekord auf dpa