Ohne den Klima­wandel hätte das gleiche Wetter nicht so schlimme Folgen…

24.12.2017 Philippinen: Taifun fordert 200 Tote … Eines der größten Probleme ist der Anstieg des Meeresspiegels

Während die sonstigen Medien in ihren Meldungen über den Taifun bei den Philippinen auf einen Hinweis zum Klimawandel „verzichteten“, konnte es eine Homepage nicht lassen, eine Verbindung dazu „herzustellen“.
Nicht direkt, sondern nur so, dass jeder einfach daran denken muss. Schließlich „weiß“ man, dass ein „Anstieg des Meerespegels“ die unausweichliche Folge des vom bösen Westen verursachten, anthropogenen Klimawandels ist:
KLIMARETTER.INFO 24. Dezember 2017: [1] … Die Philippinen sind von einem schweren Tropensturm heimgesucht worden. Der Taifun „Tembin“, der auf den Philippinen „Vinta“ heißt, verwüstete kurz vor Weihnachten Mindanao, die südlichste Inselgruppe des Landes. Mehr als 200 Menschen kamen uns Leben …
… Die Philippinen gehören laut
einer Studie der Asiatischen Entwicklungsbank von 2012 zu den fünf am meisten vom Klimawandel bedrohten Ländern. Eines der größten Probleme ist der Anstieg des Meeresspiegels. Für den Inselstaat Philippinen bedeutet ein höherer Wasserspiegel in den Buchten, dass Taifune noch mehr Schaden anrichten können.
Im Artikel wird dazu als „Beleg“ auf eine Studie der Asiatischen Weltbank verlinkt. In dieser ist allerdings nichts weiter zu lesen, als dass steigende Pegel für niedrig liegende Küstenstädte ein Problem werden (können), als zusätzliche Information jedoch, dass dort Küsten öfters sinken, und dies – nicht steigende Pegel – das Problem sind [6].
Zudem erzeugen schwere Taifune Wellenhöhen von 10 … 20 m [8] [9]. Vollkommen unverständlich bleibt, warum einige Zentimeter Pegelerhöhungen über Jahrzehnte, dann „eines der größten Probleme“ darstellen soll.
Es ist nicht der erste Artikel von KLIMARETTER zu den Philippinen. Denn die Philippinen scheinen ein „Vorzeigebeispiel“ des schlimmen Klimawandels zu sein:
KLIMARETTER.INFO 07. August 2017: [2] Philippinen: Alleingelassen im Klimawandel Die Philippinen leiden besonders stark unter dem steigenden Meeresspiegel.In der philippinischen Hauptstadt Manila ist der Meeresspiegel, relativ zur Küste, in den vergangenen Jahrzehnten um 80 Zentimeter gestiegen …
In diesem Vorgänger-Artikel wurde als Beleg bereits auf die gleiche „Studie“ der Asiatischen Weltbank verwiesen, dazu auf ein Interview von 2013 [4] mit einer Autorin des IPCC Meereskapitels zum IPCC Sachstandsbericht, welche damals zu den Pegeländerungen nichts weiter sagen konnte (eher: wollte), als dass alle Aussagen unsicher sind und zudem auf Simulationen beruhen:
[2]
… Drittens: Durch die Erwärmung des Ozeans und durch das Schmelzen der Gletscher und der Eisschilde erhöht sich der Meeresspiegel. Diese Erhöhung erfolgt doppelt so schnell wie noch vor ein paar Jahrzehnten. Aber hier müssen wir vorsichtig sein, dass wir nicht in Alarmismus verfallen, weil man mit den kurzfristigen Trends immer aufpassen muss.
Von 1870 bis heute hat sich der
Meeresspiegel um 19 Zentimeter erhöht. Wenn wir jetzt in die Projektionen gehen und fragen, wie stark der Meeresspiegel bis 2100 steigen wird, hängt das natürlich davon ab, wie viel an Treibhausgasen emittiert wird. Das Szenario RCP 2.6 mit einer starken Abschwächung des CO2-Ausstoßes geht von 26 bis 55 Zentimetern aus, das Szenario RCP 8.5 mit einem stark steigenden CO2-Ausstoß von 52 bis 98 Zentimetern.
Können Sie sich darauf festlegen, wie wahrscheinlich welche Prognose ist?
Nein, wir sind ja keine politischen Entscheidungsträger …

Auch auf den Philippinen gibt es Aktivist*innen, welche alarmistische „Studien“ platzieren

Wohl ein Gipfel an (Des-)Information zum Meerespegel um die Philippinen war eine pünktlich vor dem letzten Klimagipfel erschienene „Studie“ von Correctiv.org, an welcher KLIMARETTER wohl unterstützend beteiligt war: [2] „das Rechercheportal Correctiv, das bei seinem Meeresspiegel-Projekt mit klimaretter.info kooperierte“.
Der Autor berichtete darüber:
EIKE 13.08.2017:[7] Manila versinkt durch Wasserentnahme im austrocknenden Untergrund. Der (reiche) Westen mit seinem CO2 soll daran schuld sein – und zahlen
Darin hat der Autor detailliert und mit vielen Belegen gezeigt, dass die Darstellungen in dieser Studie zum Pegelanstieg bei den Philippinen falsch sind und die Recherche von Correktiv mit der alarmistischen Aussage zum Pegelanstieg bei Manila auf bewusstem Weglassen von Fakten beruht. Schlimmer noch, dass Correctiv dazu zwei Versionen – eine mit richtiger Darstellung (Manila versinkt, nicht der Meerespegel steigt) – und eine mit den klimaalarmistisch abgeleiteten Aussagen – veröffentlicht hat.
EIKE: [7]Correctiv.org hat von der Journalistin, Frau Manabat, zeitgleich zwei Artikel über Manila veröffentlicht.
Den auf klimaretter erschienen Artikel:
Correctiv.org, Jacque Manabat, 28. Juli 2017: [6]
Philippinen: Allein gelassen Warum arme Länder durch den Klimawandelt noch ärmer werden … in dem der Klimawandel als Ursache des Pegelanstiegs „angeklagt“ wird.
Und den Zweiten, in dem die Landsenkung von Manila beschrieben wird:
Correctiv.org, Jacque Manabat, 28. Juli 2017: [7]
Manila: Trauriger Spitzenreiter Schon in wenigen Jahren könnten große Teile der Metropole unter Wasser stehen
Im ersten, – dem auf Klimaretter veröffentlichten Artikel [x] [x] – ist kein Hinweis zur Landabsenkung enthalten. Zwar kommt in der Überschrift das Wort „ … relativ zur Küste …“ vor. Dahinter wird ein Laie aber wohl kaum vermuten, dass genau dieses Wort den gesamten Artikel negiert. Der Link zur Weltbankstudie (siehe dazu [x]) ist ebenfalls so „getextet“, dass wohl niemand darauf kommen würde, dass gerade in dieser Studie eine Information zur Landabsenkung hinterlegt ist
Im Artikel hatte der Autor auch den wahrscheinlichen Pegelverlauf bei Manila „rekonstruiert“ (Bild 1).

Bild 1 Rekonstruktion des Pegelverlaufs Manila durch den Autor im Artikel [7]: Pegelverläufe Manila (blau), Cebu (rot), San Jose (grün). Pegel an den Startzeitpunkten auf den Pegel Manila normiert. Grafik vom Autor erstellt. Datenquelle: PSML Viewer

Nun wurde der „Anstieg“ des Meerespegels bei den Philippinen offiziell richtiggestellt

Inzwischen hat auch die NOAA das Problem ihrer Tiden-Pegeldarstellung zu Manila erkannt und eine Ergänzung hinterlegt.
Dazu muss man wissen, dass die NOAA-Tidenpegel immer ohne isostatische Korrekturen, also als reine Messwerte angegeben sind. Manila versinkt durch seine Bevölkerungszunahme und die damit einhergehende, exzessive Wasserentnahme buchstäblich im schlammigen Untergrund.
Das stellen die Messwerte richtig dar und als Pegelverlauf ergibt sich das folgende Bild (2). Nur ist in diesem nicht erkennbar, dass seit 1970 nicht der Meerespegel anstieg, sondern Manila so extrem in seinen Untergrund versunken ist.

Bild 2 Pegeldarstellung Manila auf der NOAA Homepage mit erklärendem Text (Reiter: Mean Sea Level Trend)


Mit dieser Darstellung „belegen“ „Klimawissenschaftler*innen“ regelmäßig die schlimmen Auswirkungen des Klimawandel-bedingten Pegelanstiegs gerade in dieser schon von Taifunen regelmäßig schlimm bis extrem heimgesuchten Zone.
Bei der NOAA hat man dieses Problem der vielen Fehlinterpretationen wohl erkannt, und nun hinter dem Reiter „Interannual Variation“ ein weiteres Pegelbild hinterlegt. Und das sieht wie folgt aus (Bild 3):

Bild 3 Zusätzliche Pegeldarstellung Manila auf der NOAA Homepage mit erklärendem Text (Reiter: Interannual Variation)


Warum der Pegel im Jahr 2000 aufhört, erschließt sich nicht. Aber man kann ihn mit dem einer daneben liegenden Messstation weiterführen und kommt dann zum Bild 4.

Bild 4 Pegeldarstellung Manila der NOAA vom Autor mit dem Pegelverlauf SAN JOSE bis zum Jahr 2016 ergänzt.


Und damit ist endlich auch offiziell durch die NOAA bestätigt, dass der Meeres-Pegel bei den Philippinen seit dem Jahr 1900 nicht zugenommen hat.
Der Autor jedenfalls ist stolz, dass die NOAA zum gleichen Ergebnis kommt, wie er mit seiner (der Studie des „Rechercheportals“ Correctiv.org widersprechenden) Pegelanalyse (Bild 1 [7]).

Taifune

Bleiben noch die Taifune als Bedrohung. Diese ist reell und in schlimmem Ausmaß vorhanden. Daran ist aber ebenfalls nicht ein (angeblicher) anthropogener Klimawandel der zusätzliche Treiber:
kaltesonne:
Wer hätte das gedacht: Studien können keine Zunahme der tropischen Wirbelstürme im Indischen und Pazifischen Ozean feststellen (3.12.2013)
Klimaaktivisten missbrauchen Taifun Haiyan für eigene Zwecke: Studien fanden für die vergangenen Jahrzehnte keine Zunahme der Taifunaktivität (18.11.2013)
und auch für die deutsche Nordseeküste, wie es gerade aktuell betätigt wurde:
kaltesonne, 27. Dezember 2017: Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie: Es gibt in Norddeutschland nicht mehr Sturmfluten als vor 50 Jahren
Dass jeder ausgegebene Cent zur CO2-Vermeidung als Lösung der dortigen „Klimawandel-bedingten“ Probleme sinnlos zum Fenster herausgeworfen ist, hat sogar die Münchner Rückversicherung einst bestätigt:
Münchner Rückversicherung, Pressemitteilung 11. November 2013: Überschwemmungen und Taifune sind in Ostasien die größten Wetterrisiken
… Peter Höppe, Leiter der Georisiko-Forschung von Munich Re: „Es gibt eigentlich keine Region in Ostasien, die vor Überschwemmungen gefeit ist.
Gründe für die starke Zunahme von Schäden durch Wetterkatastrophen sind vor allem soziökonomische Faktoren wie das weiterhin hohe Wirtschaftswachstum und der damit verbundene Anstieg an Werten in exponierten Gebieten. Städtische Ballungsräume an den Küsten und die schnell wachsenden Industrieparks, die in Flussdeltas liegen, sind besonders gefährdet.“
Neben Überschwemmungen geht von Taifunen die größte wetterbedingte Naturgefahr aus, sie zählen zu den schadenintensivsten Wetterereignissen. Davon sind vor allem die Ballungsräume in Südostasien betroffen, vornehmlich in Japan, Vietnam, Taiwan und auf den Philippinen sowie die schnell wachsenden Megastädte im Osten Chinas.
Das Auftreten von Taifunen wird durch eine periodische Klimaschwankung mit Phasen von ca. 30 Jahren beeinflusst. „In den vergangenen zehn Jahren lag die Taifunaktivität unter dem langjährigen Mittel. Schreibt man die aufgedeckten Zyklen in die Zukunft fort, so erwarten wir nun in den nächsten Jahren eine Phase mit höherer Taifunaktivität“, sagte Höppe.

Damit fällt für die Philippinen „eines der größten Probleme“ als Bedrohung weg

Es ist immer wieder erschütternd, „live“ zu erleben, wie Bedrohungsszenarien alleine aufgrund (bewusst?) falsch interpretierter Daten über viele Jahre rund um die Welt publiziert werden (können):
KLIMARETTER.INFO 07. August 2017: [2] Philippinen: Alleingelassen im Klimawandel Die Philippinen leiden besonders stark unter dem steigenden Meeresspiegel.In der philippinischen Hauptstadt Manila ist der Meeresspiegel, relativ zur Küste, in den vergangenen Jahrzehnten um 80 Zentimeter gestiegen …
SWR2, Rubrik WISSEN 6.3.2017: Die Philippinen und der Klimawandel
Immer mehr Menschen auf den Philippinen verlieren ihr Zuhause – wegen Überschwemmungen und Stürmen infolge des Klimawandels.
Correctiv.org: Ein Dorf am Rand der Welt verschwindet Wie der Klimawandel die Menschen in einer entlegenen philippinischen Provinz heimsucht.
Unsere Datenrecherche belegt: Auf den Philippinen steigt der Meeresspiegel – relativ zum Land – stärker als in jeder
anderen Region der Erde.
FOCUS ONLINE, 26.01.2016: … Meeresspiegel steigt doppelt so stark wie bisher vermutet … Weltweit sei der Anstieg der Meeresspiegel allerdings sehr unterschiedlich. Während er auf den Philippinen fünf Mal so hoch sei wie der weltweite Durchschnitt …
– und niemand der „Fachwissenschaftler*innen“ bemerkt die Fehler.
Das gilt nicht nur für die Philippinen, sondern für viele, angeblich von steigenden Pegeln so bedrohten Küsten wie es alle Recherchen immer neu zeigen [10] [11] [12] [13] [14] und Professor Mörner gerade aktuell wieder belegt hat:
EIKE 29. November 2017: Änderungen des Meeresspiegels und Klima auf Fidschi: totale Falschinformationen von COP23
… In wahrer Wissenschaft muss man die realen Fakten erkunden, so, wie sie vor Ort beobachtet oder durch validierte Experimente gegeben werden. Auf den Malediven, in Bangladesh und Südindien gibt es sehr klare zu beobachtende Fakten, welche während der letzten 40 bis 50 Jahre stabile Meeresspiegel-Bedingungen belegen (http://dx.doi.org/10.2112/JCOASTRES-D-16A-00015.1). Gleiches wurde durch einsehbare Tidenmessungen in Tuvalu, Vanuatu und Kiribati im Pazifik gemessen.
… Dies impliziert, dass gemessene Fakten nicht das Meeresspiegel-Anstiegs-Szenario des IPCC stützen, sondern im Gegenteil dieses Szenario als unbegründete Falschinformation entlarven.

Trotz dieser erdrückenden, gegenteiligen Belege verkündet eine „Fachstelle“ weiterhin: „eines der größten Probleme ist der Anstieg des Meeresspiegels

Betrachtet man unter Berücksichtigung dieser Fakten – welche jedem leicht zugänglich sind – was die Beraterin für Klima und Energie unserer Berliner Politikkaste durch ihre Redakteur*innen als angeblich immer noch aktuell wieder verkünden lies:
KLIMARETTER.INFO, 24.12.2017: [1] Die Philippinen gehören laut einer Studie der Asiatischen Entwicklungsbank von 2012 zu den fünf am meisten vom Klimawandel bedrohten Ländern. Eines der größten Probleme ist der Anstieg des Meeresspiegels. … Für den Inselstaat Philippinen bedeutet ein höherer Wasserspiegel in den Buchten, dass Taifune noch mehr Schaden anrichten können … ,
muss man sich wirklich fragen, was eine Professorin C. Kemfert dabei denkt. Zumindest der Begriff „sich für etwas schämen“ scheint ihr unbekannt. Hier wird nicht neutrale Wissenschaft verkündet, sondern blütenreinste, klimaalarmistische Politik betrieben.
Leider muss man sich auch fragen, weshalb solche Personen schier „endlos“ mit Titeln und Preisen überhäuft werden (was natürlich nicht nur für die Professorin C. Kemfert gilt).
WIKIPEDIA: Ämter
Seit Juli 2016 gehört Kemfert dem Sachverständigenrat für Umweltfragen an.[3] Sie beriet EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso sowie die Weltbank und die UN.[4] Kemfert ist Gutachterin des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC). Außerdem war sie Mitglied der Wissenschaftlichen Kommission Niedersachsen[5] und im Nachhaltigkeitsbeirat Brandenburg.[6] Sie ist zudem Mitglied des wissenschaftlichen Beirates des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO)[7] sowie des Frankfurter Zukunftsrates[8] und der TU-Campus EUREF gGmbH.[9][10] Des Weiteren ist sie Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Energie Campus Nürnberg sowie des Deutschen Biomasseforschungszentrums (DBFZ)[11], des Kuratoriums der Technologiestiftung Berlin[12], der Deutschen Klimastiftung[13], von B.A.U.M.[14] sowie des Deutschen Studienpreises der Körber-Stiftung[15]. Seit 2010 ist sie im Beirat der Deutschen Umweltstiftung[16] und seit 2011 in der Jury der GreenTec Awards[17]. Ferner ist sie Jurorin des Deutschen Umweltpreises.[18] 2009 war sie auch Jurorin des Deutschen Nachhaltigkeitspreises.
WIKIPEDIA: Auszeichnungen
2006 wurde Kemfert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Leibniz-Gemeinschaft und der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren als Spitzenforscherin ausgezeichnet (Elf der Wissenschaft).[34] Außerdem ist sie Preisträgerin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD).[35] 2010 war sie im Zusammenhang mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis für die Auswahl „Deutschlands 50 Köpfe der Nachhaltigkeit“ nominiert.[36] 2011 wurde sie mit der Urania-Medaille[37] sowie mit dem B.A.U.M.-Umweltpreis[38] in der Kategorie Wissenschaft ausgezeichnet. 2011 wurde Claudia Kemfert in den Club of Rome aufgenommen.[39] 2016 erhielt sie den Deutschen Solarpreis in der Kategorie „Sonderpreis für persönliches Engagement“ sowie den Adam Smith Preis für marktwirtschaftliche Umweltpolitik

So lange unsere Medien solchen an Betrug grenzenden „Informationen“ blind vertrauen (wollen oder müssen), wird sich daran nichts ändern

Der Autor macht sich ab und zu – wenn es ganz schlimm wird, wie wieder zu COP23 – die (sinnlose) Mühe, der Redaktion „seiner“ Lokalzeitung ihren teils geballten Unsinn in Berichten zu Klima und Energie vorzuhalten und wenigstens auf ein Minimum an redaktioneller Verantwortung für ihre Medieninhalte hinzuweisen. Die letzte Antwort darauf war:
Sehr geehrter Herr… ,
Sie beschweren sich immer wieder über unsere Berichterstattung zum — von Ihnen bestrittenen — Klimawandel.
Dazu lässt sich folgendes sagen: Wir sind kein Klima-Fachblatt, wir veröffentlichen Recherchen von Agenturen, Fachjournalisten und Einschätzungen von renommierten (!) Wissenschaftlern.
Es ist ihr gutes Recht, dass alles für Humbug zu halten. Es ist aber auch unser gutes Recht, an der Reputation und der Motivation von Netzwerken wie „Eike“ zu zweifeln und damit auch an Ihren, mit erstaunlicher Selbstgewissheit vorgetragenen Theorien.
Mit freundlichen Grüßen
Dass der Autor in keinem seiner Artikel „Theorien“ vorträgt, sondern ganz bewusst ausschließlich aufzeigt, wenn die wirklichen Daten den Aussagen von „renommierten (!) Wissenschaftlern“ ganz einfach widersprechen, fiel der Redaktion nicht auf.
Aber es ist der Stoff, welcher es erst ermöglicht, dass eine Regierung von Fidschi sich vor 25.000 „renommierten“ Teilnehmern auf COP23 hinstellt und nicht nur unwidersprochen von ihrem angeblichen „Untergang“ fabulieren kann, sondern trotz dieser bewussten Falschdarstellung (auch von unserer Politikkaste) noch unterstützt wird.
EIKE 16. November 2017: Nochmals Fidji, die eher aufsteigenden, als untergehenden Atolle
EIKE 27. November 2017: Die Rede unseres Bundespräsidenten, F. W. Steinmeier auf COP23 über den Klimawandel war (k)eine investigative Sternstunde – Teil 2 (2)

Entschuldigung: Solche Übertreibungen sind erforderlich, denn ohne CO2-Reduzierung werden die Folgen unabsehbar

Natürlich ist alles, was derzeit zur Klimawandel-Vulnerabilität publiziert wird kein Betrug. Mögen die berichteten Daten auch (wissentlich) falsch sein und gemeldete Bedrohungen noch gar nicht vorliegen, so ist das nur der „guten Sache“ geschuldet. Denn wenn die Menschheit nicht sofort „umkehrt“, werden die Folgen furchtbar sein:
Potsdamer neueste Nachrichten 25.11.2015 (Interview mit J. Schellnhuber, PIK): Was weiß die Forschung heute über den zu erwartenden Anstieg des Meeresspiegels?
… Wenn wir in den Bereich von zwei Grad vorstoßen sollten, muss also langfristig mit um wenigstens sechs Meter erhöhten Wasserständen gerechnet werden. Wenn das ein langfristiger Prozess über Jahrtausende ist, wird man die Küsteninfrastrukturen zurückbauen können, viele Inselstaaten müssen dann aber evakuiert werden. Die Malediven wird es beispielsweise nicht mehr geben. Bei ungebremster Erderwärmung sind sogar bis zu 50 Meter Meeresspiegelanstieg möglich …

Woher weiß Herr Schellnhuber das so genau?
Weil es praktisch unfehlbare (von Menschen programmierte) Computerprogramme vorhersagen. Nicht eines, viele. Zwar ungenau, doch deshalb lässt man deshalb verschiedene Simulationen mehrere Hundert Läufe durchführen. Aus den breit gestreuten Ergebnissen siebt man dann die richtig vorhersagenden heraus. Das Ergebnis solcher Programme ab der nächsten 14 Tage ist deprimierend, je weiter man jedoch in die Zukunft blickt, um so sicherer und präziser werden sie – zumindest weiß das Herr Schellnhuber.
EIKE 17.10.2015: Fällt die nächste Eiszeit aus? PIK Chef Schellnhuber behauptet: Ja, so sicher wie das Amen in der Kirche!
Auch er wird dafür mit Titeln und Preisen überhäuft:
EIKE 29. Oktober 2017: Deutschland und Japan müssen im Wettrennen gegen den Klimawandel die Führung übernehmen
Schellnhuber erhält Blue Planet Preis
Damit könnte ein neuer Artikel beginnen:
kaltesonne 23. Dezember 2017: Was sind die Temperaturprognosen wirklich wert? Klimamodelle bei wichtigem Realitäts-Check glatt durchgefallen
Klimamodelle mussten in letzter Zeit viel Kritik einstecken. Weder hatten sie die gebremste Erwärmung der letzten 15 Jahre vorhergesagt, noch vermögen sie die natürlichen Wärmeperioden der letzten Jahrtausende nachzuvollziehen. Ein Team um Christopher O’Reilly hat nun überprüft, inwieweit die gängigen Klimamodelle die Wintertemperaturen der letzten 100 Jahre der Nordhemisphäre reproduzieren können. Die Forscher waren erstaunt, als die Prognoseleistung Mitte des 20. Jahrhunderts nahe Null fiel. Ein bitterer Fehlschlag. Irgendetwas scheint in den Modellen zu fehlen. Ist es angesichts der krassen Defizite eigentlich vertretbar, die Politik von ebensolchen Modellen leiten zu lassen und weitreichende Entscheidungen zu treffen?
Quellen
[1] KLIMARETTER.INFO 24. Dezember 2017: Philippinen: Taifun fordert 200 Tote
[2] KLIMARETTER.INFO 07. August 2017: Philippinen: Alleingelassen im Klimawandel Die Philippinen leiden besonders stark unter dem steigenden Meeresspiegel.
[3] SPIEGEL ONLINE 27.09.2012: Meeresspiegelkarte Ozeanbeulen bedrohen Küstenstädte
[4] KLIMARETTER.INFO, 30. September 2013: „Meeresspiegel steigt doppelt so schnell“
[5] Correctiv.org, Jacque Manabat, 28. Juli 2017: Manila: Trauriger Spitzenreiter Schon in wenigen Jahren könnten große Teile der Metropole unter Wasser stehen
[6] Correctiv.org, Jacque Manabat, 28. Juli 2017: [6] Philippinen: Allein gelassen Warum arme Länder durch den Klimawandelt noch ärmer werden
[7] EIKE 13.08.2017: Manila versinkt durch Wasserentnahme im austrocknenden Untergrund. Der (reiche) Westen mit seinem CO2 soll daran schuld sein – und zahlen
[8] Deutscher Wetterdienst: Wetterlexikon Taifun Taifune stellen eine große Gefahr für die Schifffahrt auf dem Nordwest-Pazifik und seiner Randmeere (Wellenhöhen über 10 m) dar
[9] Wetterkanal: Tropenstürme 17. Oktober 2017: LAN auf dem Weg zum starken Taifun
Die signifikante Wellenhöhe am kommenden Samstag aus dem globalen US-Modell. Es werden Wellenhöhen bis fast 20 Meter berechnet, dabei sind deutlich höhere Einzelwellen überhaupt noch nicht berücksichtigt. Meterhohe Wellen werden selbst an den Küsten von Taiwan, dem chinesischen Festland und vielen japanischen Inseln erwartet.
[10] EIKE 08.08.2017: Meerespegelanstieg: Europa kann nicht alle (vor Klimawandel-Desinformation) schützen T2 (2)
[11] EIKE 27. Juli 2017: G20 Klimafakten ohne Hysterie betrachtet Teil 2 (4): Die Meerespegel steigen und steigen …(aber keinesfalls unnatürlich)
[12] EIKE 15.04.2017: Im Klimawandel-Unterricht bitte üben, wie man unsere Regierung zum Bezahlen von Schutzgeldern auffordert
[13] EIKE 05.11.2017: Eilmeldung zu COP 23: Fidji geht doch nicht unter (wegen des westlichen CO2), es war nur ein alter Datensatz
[14] kaltesonne 29.7.2015: Marschallinseln im Pazifik besonders vom Klimawandel betroffen? In den letzten 2000 Jahren fiel dort der Meeresspiegel um anderthalb Meter




Winter 2017/18 – weiterhin Tendenz zu milder, wechsel­hafter Witterung

Ein Blick auf die Entwicklung der NAO (Nordatlantische Oszillation, ein Maß für das Luftdruckgefälle zwischen Azoren und Island) zeigt, dass sich im Dezember 2017 zunehmend positive NAO- Werte einstellten, was mildes Westwetter in Mitteleuropa begünstigt und uns das alljährliche „Weihnachtstauwetter“ beschert hat:

Abb. 1: Seit Anfang Dezember herrschen durchweg positive NAO-Werte, was ein erhöhtes Luftdruckgefälle zwischen den Azoren und Island bedeutet. Die daraus resultierenden Westwinde halten die Kälte von Mitteleuropa fern. Quelle: NOAA (Wetterdienst der USA)


Bauernregeln werden zwar oft als altmodisch belächelt; doch oftmals haben sie einen wahren Kern. Sie stellen oft (unbewusst) auf die Erhaltungsneigung der großräumigen Zirkulation ab, welche kurz nach der Wintersonnenwende besonders groß ist. Die beiden Regeln „Dezember, wechselhaft und lind, der ganze Winter bleibt ein Kind.“ und „War bis Dreikönigstag kein (richtiger) Winter, so folgt (meist) keiner mehr dahinter“ machen wenig Hoffnung auf Winterwetter, zumal auch fast alle Modelle eine sehr milde Witterung in den Monaten Januar und Februar erwarten, freilich mit großer Unsicherheit:

Abb. 2a und 2b: Momentan sieht das wichtigste Langfristmodell, das CFSv2 des US-Wetterdienstes NOAA, einen extrem milden Januar (oben) und einen sehr milden Februar vorher. Zur Beachtung: Diese Prognosen sind experimenteller Art und keinesfalls stets zutreffend; doch momentan erwarten alle Institute, IRI, DWD, MeteoSchweiz und UKMO, einen milden Hochwinter 2018.


Fazit: Eindeutige, verlässliche Anzeichen für einen länger kalten Hochwinter 2018 fehlen. Es bleibt vorwiegend mild bis sehr mild. Kurze winterliche Episoden oder ein einzelner zu kalter Wintermonat sind noch nicht völlig ausgeschlossen, aber momentan wenig wahrscheinlich. Nur mit ganz viel Glück könnte sich also nach Mitte Januar noch eine Umstellung hin zu sehr kalter Witterung vollziehen; letztmalig erlebten wir Ähnliches im Winter 2011/12.
Zusammengestellt von Stefan Kämpfe, unabhängiger Klimaforscher, am 26.12. 2017




Delta T und Delta F

Aus einer Reihe von Gründen halte ich diese Theorie für äußerst zweifelhaft. Ich untersuchte das dieser Behauptung zugrunde liegende Problem für alle Interessierten mathematisch in einem Beitrag „The Cold Equations“. Heute spreche ich jedoch nicht über Theorie, sondern ich möchte einige der empirischen Daten unter die Lupe nehmen.

Der CERES-Datensatz enthält Messungen der Ausstrahlung an der TOA. Es gibt darin aber auch viele subsidiäre Datensätze, welche sowohl aus CERES-Daten als auch anderen Satellitendaten und Messungen am Boden berechnet werden. Darunter sind die ausgehende IR-Strahlung von der Erdoberfläche. Ich wende die Stefan-Boltzmann-Gleichung auf jene Daten der IR-Ausstrahlung an, um die Oberflächen-Daten zu berechnen. Diese Daten habe ich einem Vergleich mit den Temperaturdaten von HadCRUT unterzogen. Sie stimmten gut überein mit Ausnahme bestimmter Gebiete in der Nähe der Pole. Ich schreibe dies der sehr dünnen Bestückung mit Wetterstationen in diesen Gebieten zu. Daher wurden für diese Gebiete die Daten der nächst gelegenen Stationen extrapoliert. Aber selbst mit jener Differenz in den Polargebieten beträgt die Standardabweichung der Differenz zwischen CERES und HadCRUT bei den monatlichen Daten lediglich 0,08°C, ist also extrem gering. Die CERES-Daten sind vollständiger als die HadCRUT-Daten, weshalb ich erstere als Oberflächentemperatur heranzog.

Jetzt wollen wir Änderungen des Antriebs-Ungleichgewichtes an der TOA vergleichen mit Änderungen der Temperatur an der Erdoberfläche. Zu diesem Zweck müssen wir die Saison-Einflüsse entfernen. Dies tun wir, indem wir das Mittel des gesamten Datensatzes für jeden Monat von den Daten für jenen Monat subtrahieren. Für jeden Monat bleibt dann die „Anomalie“ übrig – um wie viel jener Monat wärmer oder kälter ist im Vergleich zum Mittel.

Beispielsweise sind hier die Temperaturdaten, wobei die obere Graphik die Rohdaten zeigt, die mittlere Graphik die jährlich sich wiederholenden jahreszeitlichen Variationen und die untere Graphik die „Anomalie“, um wie viel der Globus wärmer oder kälter ist im Vergleich mit dem Mittel.

Abbildung 1: Rohdaten, jahreszeitliche Änderungen und Anomalie des CERES-Temperaturdatensatzes. Man beachte den Aufwärtstrend am Ende aufgrund des jüngsten El Nino. Seitdem ist es wieder kälter geworden, aber die CERES-Daten sind seit Februar 2016 nicht mehr aktualisiert worden.


Dem unrichtigen Paradigma zufolge, wonach Temperaturänderungen den Änderungen des Antriebs folgen, sollten wir eine Relation zwischen beiden in den CERES-Daten erkennen – wenn der Antrieb an der TOA einen großen Sprung macht, sollte dies auch die Temperatur tun, und umgekehrt. Allerdings zeigt sich, dass dies nicht der Fall ist:

Abbildung 2: Änderungen der Strahlung an der TOA (Antrieb) ∆F vs. Änderungen der Temperatur am Boden ∆T. Delta (∆) ist das Standardsymbol für „Änderung“. In diesem Falle sind das die Änderungen von Monat zu Monat. Der Hintergrund ist ein Hurrikan aus Satellitenperspektive. Diesen habe ich hinzugefügt, weil ich des ewigen alten Weiß‘ überdrüssig bin.


Wie man leicht erkennt, gibt es im CERES-Datensatz keine statistisch signifikante Relation zwischen den Änderungen des Antriebs an der TOA ∆F und den Änderungen der Temperatur an der Oberfläche ∆T.

Nun höre ich jetzt schon einige Individuen etwas sagen wie „Aber Moment, das ist ein viel zu kurzer Zeitraum, um Auswirkungen so geringer Änderungen zu erkennen … also 1 W/m² über einen Monat? Die Erde weist thermische Trägheit auf, sie würde also gar nicht reagieren…“

Betrachten wir also einen anderen Scatterplot. Diesmal betrachten wir die Änderung der gesamt-Energieabsorption an der Erdoberfläche (kurz- und langwellig) im Vergleich zur Änderung der Temperatur.

Abbildung 3: Änderungen der Energie-Absorption an der Oberfläche im Vergleich mit Änderungen der Temperatur an der Oberfläche ∆T.


Damit ist der Einwand der zu kurzen Zeitspanne annulliert. Eine Änderung von 1 W/m² über einen Monat ist in der Tat in der Lage, die Temperatur an der Oberfläche zu ändern, und zwar um ein Zehntelgrad.

Und schließlich: Ist dies lediglich ein Artefakt, weil wir CERES-Daten sowohl für die Temperatur als auch die Gesamt-Energieabsorption an der Oberfläche heranziehen? Dies können wir mittels Wiederholung der Analyse herausfinden, aber diesmal mit den HadCRUT-Daten anstatt der CERES-Daten …

Abbildung 4: Wie in Abbildung 3, jedoch mit den Temperaturdaten von HadCRUT.


Wie wir erwartet haben, gibt es Differenzen bei der Verwendung unterschiedlicher Temperatur-Datensätze. In beiden ist die Oberfläche in der Lage, die Temperatur im Verlauf eines Monats aus einer Differenz von 1 W/m² heraus zu ändern.

Also bleiben wir zurück mit Abbildung 2: Sie zeigt, dass es keine signifikante Relation gibt zwischen Änderungen des Antriebs an der TOA und Temperaturen an der Erdoberfläche.

Man beachte, dass ich hier NICHT behaupte, dass man mit diesem Verfahren die so genannte „Klimasensitivität“ berechnen kann. Vielmehr weise ich lediglich darauf hin, dass die CERES-Daten nicht die erwartete Relation zwischen Änderungen des Strahlungs-Ungleichgewichtes an der TOA und Änderungen der Temperatur an der Erdoberfläche zeigen.

Link: https://wattsupwiththat.com/2017/12/18/delta-t-and-delta-f/
Übersetzt von Chris Frey EIKE




Von der Licht­gestalt zum Aschen­brödel? Die Realität der Elektro­mobilität

Mit Schlagworten wie „Clever E-Mobility for Work“ oder „Unsere Antwort für eine saubere Zukunft“ bewirbt die Post-Tochter Streetscooter GmbH ihre Lösungen für den Paketauslieferdienst, einen batteriebetriebenen Lieferwagen für die Post, der auch an andere Lieferdienste verkauft wird. Auf seiner Webseite präsentiert sich das Unternehmen als Problemlöser für die zunehmende Umweltverschmutzung und Lärmbelästigung insbesondere in den urbanen Zentren. Auch gehe es um einen schonenderen Umgang mit den Ressourcen auf unserem Planeten. Man sehe sich in der Verantwortung, bereits heute Lösungen bereitzustellen, um die Zukunft für nachfolgende Generationen zu sichern. Soweit die schönen Worte.
Häme für die Autobranche
Zeitgleich mit der Vorstellung begann eine intensive Pressekampagne, in der die Medien die Neuentwicklung in den Himmel lobten. Man überschlug sich geradezu mit Lobeshymnen, während den Automobilherstellern vorgeworfen wurde, die Post ignoriert zu haben, bis diese clevererweise mithilfe externer Partner eine eigene Lösung entwickelt und selbst zum Hersteller geworden sei. In den Kommentarspalten wurde geradezu kübelweise Häme und Spott über die „unfähigen“ Automanager ausgegossen, die „zu dumm und zu gierig“ seien, um die Zeichen der Zeit zu erkennen. Warnungen von Fachleuten, die insbesondere die geringe Batteriekapazität der neuen Fahrzeuge skeptisch beurteilten und vor Reichweitenproblemen insbesondere im Winter warnten, wurden von „Dinosaurier“-Rufen übertönt. Inzwischen sind rund 5.000 dieser Fahrzeuge im Einsatz. Und der Winter ist da.
Erste Berichte über ernste Probleme
Schon vor einigen Monaten gab es in der Presse gelegentlich Hinweise auf Probleme und Beschwerden, die jedoch in den Foren sofort als „Einzelmeinungen“ einiger unzufriedener Quertreiber abgetan wurden. Auch ein Brand, bei dem gleich drei der Fahrzeuge im Depot abfackelten, wurde als Randerscheinung abgetan. Mit den zunehmend sinkenden Temperaturen scheinen sich jetzt jedoch die Schwierigkeiten derart zu häufen, dass man die Sache anscheinend nicht mehr unter dem Deckel halten kann. Auszugsweise werden hierzu Erkenntnisse einer Recherche der Zeitschrift „Welt“ vorgestellt [WELT]

Dem Bericht zufolge bleiben inzwischen immer mehr Fahrzeuge auf der Strecke liegen oder müssen vorzeitig zurück, weil die Reichweite aufgrund der beschränkten Batteriekapazitäten auf 70 km gesunken sei. Ein Grund hierfür sei der zunehmende Bedarf an elektrischem Strom für die Fahrzeugheizung. Dies stelle die Mitarbeiter vor das Dilemma, dass sie sich zwischen ausreichender Beheizung oder ausreichender Reichweite entscheiden müssten.

Die „Welt“-Journalisten sagen aus, dass eigene Recherchen in mehreren Bundesländern belegten, dass es tatsächlich zu solchen Stillständen mitten auf der Strecke komme. In einem Fall ist die Rede von einer „unglaublichen psychischen Belastung“, weil sich die Beschäftigten mit dem Fahrzeug nicht mehr auf die Straße trauten. In Süddeutschland berichteten Betriebsräte von technischen Mängeln der Heizung sowie von einer viel zu geringen Reichweite sowie von Ausfällen, die im zweistelligen Prozentbereich lägen. Weiterhin ist die Rede von Angst vor Unfällen wegen der Leichtbauweise sowie von mehreren Fällen wo die Motorhaube während der Fahrt aufgesprungen sei.

Bei der Frage der Beheizung der Kabine geht es übrigens nicht allein um die Bequemlichkeit des Fahrers: Wie jeder Autofahrer aus Erfahrung weiß, ist im Winter eine gute Heizung erforderlich, um die Scheibe durchgehend frei von Beschlag zu halten, welcher die Sicht beeinträchtigen könnte. Unfallgegner, welche in der kalten Jahreszeit mit einem Streetscooter aneinandergeraten, sei demnach empfohlen, unmittelbar nach dem Ereignis einen kritischen Blick auf die Front- und Seitenscheiben des Unfallgegners zu werfen und Sichtbeeinträchtigungen sofort mit dem Handy zu dokumentieren.

Probleme größer als zugegeben?

Aufgrund der Tatsache, dass sich die Post beim Start des Projekts PR-mäßig ziemlich weit aus dem Fenster gelehnt hat, scheint man dort seitens des Managements offensichtlich zu versuchen, diese Probleme nicht an die Öffentlichkeit dringen zu lassen. Dem Bericht in der „Welt“ zufolge gebe es aus Sicht der Mitarbeiter keine angemessene Reaktion aus dem Konzern. Beschwerden im Zusammenhang mit den alltäglichen Problemen würden mit dem Hinweis, es müsse sich um Bedienungsfehler handeln, abgebügelt. Trotz mehrfacher Hinweise auf notwendige Nacharbeiten am Fahrzeug gebe es kein Vorankommen der Entwicklung, und interne Papiere zu Verbesserungsvorschlägen seien Verschlusssache.

Maulkorb für Mitarbeiter

Besonders nachdenklich stimmt die Tatsache, dass Mitarbeiter, welche Mängel öffentlich bekannt machten, arbeitsrechtliche Schritte bis hin zu einer Abmahnung riskierten. In unserer freien und offenen Gesellschaft kann man letzteres als Eingeständnis dafür werten, dass an der Sache etwas dran ist und die Post mit rabiaten Mitteln versucht, den tatsächlichen Umfang der Probleme zu verschleiern. Fachleute gehen angesichts der geschilderten Sachlage davon aus, dass es in den nächsten Jahren zu noch massiveren Schwierigkeiten kommen dürfte. Einerseits unterliegen die im Streetscooter verbauten Batterien Alterungsprozessen, welche ihre Kapazität in den nächsten Jahren immer weiter nach unten drücken wird. Andererseits ist der Winter bisher noch vergleichsweise mild mit nur geringen Frosttemperaturen verlaufen. Sollten in einigen Jahren schwächer gewordene Batterien mit strengen Frösten auch tagsüber zusammentreffen, so könnte es durchaus zum Debakel kommen. Und dann dürften die hohen Herren von der Post in Erklärungsnöte geraten, nicht zuletzt auch angesichts der Tatsache, dass in das Projekt knapp 10 Mio. € an öffentlichen Geldern aus dem Bundesumweltministerium geflossen sind.

Fred F. Mueller

Quelle
[WELT] https://www.welt.de/wirtschaft/article171801021/Deutsche-Post-Winterprobleme-mit-dem-Streetscooter.html#Comments




Newsletter der GWPF vom 22.12.2017

1) Europas großer Schwindel bzgl. „grüner“ Energie bloßgestellt
Fred Pearce
Der größte Anteil der neuen „grünen“ Energie stammt in Wirklichkeit aus der Verbrennung von Holz in umgewandelten Kohlekraftwerken. Die Wälder in North Carolina, Louisiana und Mississippi – ebenso wie die Wälder in Europa – werden zerstört, um ein Europäisches Luftschloss über erneuerbare Energie am Leben zu halten.

Bild:
Schlagzeile: EU-Nationen sind dabei, Wälder zu zerstören und sich nicht für Emissionen zu rechtfertigen.

Zerstörung unserer Kohlenstoff-Senke. Bild: Dennis Schmitt / pixelio.de


Ein Hintertürchen bei den Vorschriften bzgl. Kohlenstoff löst einen Boom bei der Verbrennung von Holzpellets in Europas Kraftwerken aus. Folge war eine Flutwelle von Abholzungen, vor allem im Süden der USA. Weitere Folge: es erheben sich neue Zweifel, ob Europa seinen Verpflichtungen aus dem Paris-Abkommen gerecht werden kann.

Einst war es eines der größten Kohlekraftwerke Europas. Jetzt, nach dem Ersatz von Kohle durch aus den USA importierten Holzpellets, behauptet das Drax-Kraftwerk in UK, das größte, Kohlenstoff einsparende Projekt in Europa zu sein. Etwa 23 Millionen Tonnen CO2 entweichen pro Jahr aus dessen Schornsteinen. Aber weil in den gerodeten Wäldern neue Bäume gepflanzt werden, geriert sich das Drax-Kraftwerk als Kohlenstoff-neutral.

Nur gibt es da ein Problem. Ökologen sagen, dass die Behauptungen bzgl. Kohlenstoff-Neutralität, welche von der EU und der Regierung in UK akzeptiert werden, einer genaueren Prüfung nicht standhalten. Die Wälder in North Carolina, Louisiana und Mississippi – ebenso wie die Wälder in Europa – werden zerstört, um ein Europäisches Luftschloss über erneuerbare Energie am Leben zu halten. Und da demnächst viele Kraftwerke in Europa und anderswo anfangen, Kohle durch Holz zu ersetzen, wird die Frage, wer denn nun recht hat, immer wichtiger.

Seit dem Jahr 2009 sind die 28 Nationen der EU auf den Zug einer dramatischen Hinwendung zu erneuerbarer Energie bei der Energieerzeugung gesprungen. Während es in den meisten Schlagzeilen guter Nachrichten um den Anstieg von Wind und Solar geht, stammt der größte Anteil der neuen „grünen“ Energie in Wirklichkeit aus der Holzverbrennung in umgewandelten Kohlekraftwerken.

Das Verbrennen von Holz boomt von UK bis nach Rumänien. Viel des Brennholzes ist lokalen Ursprungs, was ernsthafte Sorgen unter den europäischen Umweltaktivisten auslöst, ob wirklich für jeden gefällten Baum gleich ein neuer gepflanzt wird. Aber die gigantischen, Holz verbrennenden Boiler von Drax werden fast vollständig durch 6,5 Millionen Tonnen Holzpellets von jenseits des Atlantiks gespeist.

Im September 2017 schrieben rund 200 Wissenschaftler einen Brief an die EU, in welchem sie betonen, dass „Bioenergie (aus Wald-Biomasse) nicht Kohlenstoff-neutral“ ist. Sie verlangen in dem Brief nach strengeren Vorschriften zum Schutz der Wälder und deren Kohlenstoff. Aber gerade mal einen Monat später bekräftigten die EU-Minister die bestehenden Vorschriften bzgl. Kohlenstoff ohne weitere Prüfung und stellten erneut fest, dass das Verbrennen von Holzpellets erneuerbare Energie ist.

Den Paragraphen sowohl des Paris-Abkommens als auch der internen Vorschriften in Europa zufolge sollten Kohlenstoff-Verluste zur Belieferung von Kraftwerken als Änderung der Kapazität zur Kohlenstoff-Speicherung von Waldlandschaften erklärt werden. Aber derartige Änderungen finden nur selten den Weg in nationale Bestandsaufnahmen. Und weder in der EU noch bei den UN gibt es ein System, in welchem aktuelle Änderungen der Kohlenstoff-Vorräte auf dem Festland bekannt gemacht werden. Folglich wird Kohlenstoff in keiner Weise berücksichtigt – wenn Bäume gefällt werden, oder wenn das Holz verbrannt wird.

Die Verbrennung von Holz wird zu einem gewaltigen Hintertürchen bei der Kontrolle von Kohlenstoff-Emissionen. Die USA könnten das nächste Land sein, welches daraus Vorteile zieht. Eine Vorlage der [US-]Bundesregierung, welche im Repräsentantenhaus genehmigt worden ist, wies die EPA an, eine Politik aufzulegen, welche „die Kohlenstoff-Neutralität von Biomasse reflektiert“ und „private Investitionen zu fördern in der gesamten Biomasse-Versorgungskette“. Damit sollte einem Boom der Verbrennung amerikanischer Pellets der Weg bereitet werden.

Das Verbrennen von Holz mag in manchen Fällen nahezu Kohlenstoff-neutral sein, wenn z. B. sichergestellt ist, dass jeder gefällte Baum durch einen neuen Baum ersetzt wird. Aber in anderen Fällen kann dies sogar mehr Kohlenstoff emittieren als die Verbrennung von Kohle. Das Problem ist, dass die Gesetzgeber nicht über die Kenntnisse verfügen, um den Unterschied zu erkennen, tritt dieser doch erst nach Jahrzehnten der Aufsummierung der vermuteten Emissionen in nationale Kohlenstoff-Bestandsaufnahmen zutage – oder auch nicht.

Sicher ist, dass sich die Versprechungen Europas im Paris-Abkommen in Luft auflösen, falls die Dinge nicht nach Plan laufen. Und die eigenen Emissionen der USA könnten ihren Aufwärtstrend sogar noch schneller fortsetzen, als selbst Präsident Trump im Sinn hat.

Jahrhunderte lang wurden die europäischen Wälder abgeholzt für den Gebrauch in Haushalten, und im vorigen Jahrhundert auch für lokale Heizkraftwerke. Aber was jetzt passiert, steht auf einem ganz anderen Blatt. Die Änderung wurde befeuert durch eine neue Technologie, welche Brennholz in Holzpellets verwandelt. Diese werden dabei erwärmt, um Feuchtigkeit zu entfernen, und dann gepresst. Damit wird der Transport über große Entfernungen praktisch und ökonomisch.

Etwa die Hälfte des in der EU eingeschlagenen Holzes wird derzeit zur Stromerzeugung oder zum Heizen verbrannt. Und es gibt immer mehr Beweise dafür, dass der Holzeinschlag Wälder schädigt und damit ihre Fähigkeit verringert, Kohlenstoff zu speichern.

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siehe auch hier bei der GWPF: Europe’s biomass-burning fiasco
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2) EU-Minister befürworten die Subventionierung von Kohlekraftwerken bis 2030

Kohlekraftwerke in der EU könnten von Kapazitäts-Leistungen noch bis zum Jahr 2030 profitieren, falls eine Verhandlungsbasis die Zustimmung der EU-Energieminister findet, welcher zufolge ein Entwurf zum EU-Strommarkt in eine finale bindende Version gebracht werden soll.


Der Verhandlungsbasis zufolge, auf welche man sich beim EU-Energierat in Brüssel geeinigt hatte, würden bestehende Kraftwerke mit Emissionen entweder über 550 g CO2 pro kWh oder 700 kg CO2 im Mittel pro Jahr pro installierter kW Kapazitäts-Zuwendungen bis zum Jahr 2030 erhalten.

Allerdings müssten diese Zahlungen nach dem Jahr 2025 zu sinken beginnen.o kWh oder 700 kg CO2 im Mittel pro Jahr pro installierter kW Kapazitäts-Zuwendungen bis zum Jahr 2030 erhalten. Allerdings müssten diese Zahlungen nach dem Jahr 2025 zu sinken beginnen.

Neue Kraftwerke mit größerem Emissionen – d. h. alle unverminderten Kohlekraftwerke – würden ab 2025 nicht mehr an den Kapazitäts-Verfahren teilhaben können.

Dieses Timing kommt rund 7 Jahre nach dem ursprünglichen Vorschlag der Europäischen Kommission vom November 2016, dem zufolge neue Kraftwerke über dem Emissionslimit von 550 kg CO2 pro kWh ab dem Jahr 2018 und bestehende Kraftwerke ab dem Jahr 2023 nicht mehr in diesem Kapazitäts-Prozess teilhaben dürfen.

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3) Polen eröffnet das größte Kohlekraftwerk Europas

Das staatlich kontrollierte Energie-Unternehmen ENEA von Polen eröffnete das größte Kohlekraftwerk Europas zu einer Zeit, in der andere Nationen sich von Treibhausgas emittierenden Verbrennungen fossiler Treibstoffe verabschieden wollen. Kohle und Braunkohle decken 90% der Energieerzeugung in Polen. „Das neue Kraftwerk wird die Energiesicherheit von Polen und der polnischen Bevölkerung verbessern. Dies ist für unser Land eine ökonomische und politische Priorität“, sagte der neue polnische Premierminister Mateusz Morawiecki. – AFP, 20. Dezember 2017

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4) Das neue Solar-Projekt von BP

Dr. John Constable, Energie-Direktor der GWPF

Die Rückkehr von BP zum Bereich Solar in Gestalt eines Entwicklers neuer Solarenergie-Standorte und nicht als Hersteller von Solarpaneelen ist ein weiterer Beweis, dass der Bereich Erneuerbare selbst bei größtem potentiellen Interesse weniger mit dem Technologie-Geschäft und mehr mit der Sicherstellung von Rechtsansprüchen auf die Landentwicklung, mit Marktanteilen und unterstütztem oder garantiertem Einkommen zu tun hat. Einfacher gesagt, man trachtet nach Profit.


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Übersetzt von Chris Frey EIKE

Bild: Josh 2016.