Die immer neu aufstei­genden und unter­gehenden Inseln wie zum Beispiel Tuvalu

Tuvalu nimmt stetig an Fläche zu

Während in deutschen „Qualitätsmedien“, bezeugt durch das spezielle Wissen von NGO-Vertreter*innen, die Atolle stetig weiter sinken:
BR2 11.05.2017: [2] Fluchtgrund Klimawandel Wenn die Erderwärmung eine ganze Insel bedroht
… Tuvalu droht im Meer zu versinken – noch ist der Inselstaat ein Extrembeispiel für die Folgen des Klimawandels, Sabine Minninger, Klimaexpertin von Brot für die Welt, fordert, die Folgen der Erderwärmung als Fluchtgrund anzuerkennen …
werden Bürger außerhalb der deutschen „Nachrichtenmauer“ (ab und zu) darüber informiert, wie es um solche Atolle wirklich steht: Die Landflächen der Pazifikinseln nehmen zu – trotz (angeblich drastisch) steigendem Meeresspiegel:
Mail Online 9 February 2018: [1] ‚Sinking‘ Pacific nation Tuvalu is actually getting bigger, new research reveals

Scientists have long thought the Pacific nation of Tuvalu would disappear …
– But, new research has found that the atoll has actually grown by about 3%
Anmerkung: Die Darstellung auf WUWT zu dieser Studie wurde von Herrn Demmig für EIKE übersetzt: EIKE: Die Landflächen der Pazifikinseln nehmen zu – trotz steigendem Meeresspiegel
Die hier zitierten, englischsprachigen Passagen (und viele weitere) finden sich dort übersetzt.

Für EIKE-Leser ist das ein „alter Hut“, denn es ist schon seit Langem bekannt und in mehreren Studien festgestellt:
kaltesonne 23. Juni 2015: [4] Spektrum der Wissenschaft über angeblich vom Untergang bedrohte Südseeatolle: “Noch keine der betroffenen Inseln ist in nächster Zeit von Überflutung bedroht. Einige vergrößern sich sogar auf Grund natürlicher ökologischer Vorgänge”

Und immer wieder beruhigend ist es, wenn sich die Einschätzung aus jahrelanger „Beobachtung“ immer neu bestätigen: Die Südseeatolle können untergehen: Wegen Überbevölkerung, Geldmangel, Zerstörung der Umwelt an Land, den Stränden und im Wasser, durch die extreme Überpopulation, schlechte Regierungen, Krankheiten, Staatsbankrott, Wetterunbilden, unsachgemäße Bebauung, natürlich auch in Klimasimulationen. Aber derzeit nicht wegen des angeblichen Klimawandels.

Mail Online 9 February 2018: [1] … The Pacific nation of Tuvalu — long seen as a prime candidate to disappear as climate change forces up sea levels — is actually growing in size, new research shows.
A University of Auckland study examined changes in the geography of Tuvalu’s nine atolls and 101 reef islands between 1971 and 2014, using aerial photographs and satellite imagery. It found eight of the atolls and almost three-quarters of the islands grew during the study period, lifting Tuvalu’s total land area by 2.9 percent, even though sea levels in the country rose at twice the global average.

Bild 1 Bilder der Landzunahmen aus der Studie [1] An analysis of aerial photographs and satellite imagery between 1971 and 2014 suggests the island isn’t being swallowed up, as previously thought – instead, it appears to be growing. Examples of its changing size can be seen above, with dates indicated as different color lines

Was ist mit dem Meerespegel bei Tuvalu?

Trotz im Ausland freierer Berichterstattung „gilt“ auch dort in vielen Regionen natürlich die „Klimawandel-Doktrin“. Dies dürfte der Grund sein, warum im Mail Online-Artikel noch erzählt wird, der Seepegel bei Tuvalu würde doppelt so schnell steigen wie normal: [1] … even though sea levels in the country rose at twice the global average …

Aber auch dies lässt sich klären, sobald auf die nachsehbaren Fakten geschaut wird. Die Pegeldaten des von der Australischen Regierung durchgeführten Monitoringprojektes dürften wenig angreifbar sein. Und diese zeigen für Tuvalu seit Beginn der Messreihe um ca. 1994 nicht die geringste Spur eines Pegelanstieges. Einen flacheren, als diesen schnurgerade horizontalen Verlauf kann man sich kaum vorstellen.
Nun sind diese Tidenpegel nicht isostatisch bereinigt. Es könnte also immer noch sein, dass der Pegel dort wirklich steigt. Dann muss sich das Land genau mit diesem „doppelten Anstieg“ mit heben – etwas unwahrscheinlich. Zudem: Auf den Atollen wirkt alleine der Tidenpegel – und dieser stieg seit dem Beginn der Messreihe jedenfalls nicht.
Ende 2017 war der Tidenpegel-Mittelwert genau an dem Punkt, wie zu Beginn der Messreihe um 1993 … 1994.

Bild 2 TUVALU Pegelverlauf Mittelwert seit 1994. Quelle Australien Government: Pacific Sea Level Monitoring Project

Es war anzunehmen, dass die Veröffentlichung dieser Studie (obwohl es längst bekannt ist) nicht allen gefällt:
[12] … Der Premierminister von Tuvalu, Enele Sopoaga, zeigte sich gegenüber der „Fiji Times“ nicht besonders glücklich über die Veröffentlichung. „Die Ausweitung unserer Küstenlinien bedeutet nicht, dass unsere Menschen auch wirklich mehr Lebensraum haben.“ Er kritisierte die Art und Weise, wie der Bericht in „Nature Communications“ veröffentlicht wurde – ohne dass einheimische Wissenschaftler dazu ihre Meinung äußern konnten. Zudem gehe der Artikel nur auf ein Problem ein, das durch den Klimawandel droht; andere Probleme, die das Leben auf den Inseln unmöglich machen könnten, übergehe er dagegen.
Die Gefahr, dass zum Beispiel Frau Hendricks davon Kenntnis nimmt und die Überweisungen deutscher Klimaschutzgeldern an solche Länder stoppen würde, dürfte jedoch gering sein. Dass die ungefähr 25.000, regelmäßig auf Spesen zu Klimagipfeln Reisenden es zur Kenntnis nehmen, kann man ebenfalls fast mit Sicherheit ausschließen. Der Premierminister braucht sich deshalb also bestimmt keine großen Sorgen zu machen (rein persönliche Meinung des Autors).

Vergleiche von Tidenpegel und Satellitenmessung

Bild aus dem EIKE-Artikel von K. Puls

Neben dem, dass bei Tidenpegeln der Interpretation verblüffend viel „Spielraum“ bleibt:
EIKE 13.08.2017:
Manila versinkt durch Wasserentnahme im austrocknenden Untergrund. Der (reiche) Westen mit seinem CO2 soll daran schuld sein – und zahlen
EIKE 08.08.2017: Meerespegelanstieg: Europa kann nicht alle (vor Klimawandel-Desinformation) schützen T2 (2)
EIKE 17.07.2016: Wie man den Meerespegel-Verlauf in die richtige Richtung dreht Aus dem Lehrbuch für (Klima-)Statistikbetrug,
wird der gemeldete, hohe Pegelanstieg (ca. doppelt so viel wie der Tidenpegelanstieg) nur von Satelliten gemessen. Und hierbei stellt sich natürlich die Frage, warum Pegelmessungen direkt am Objekt ungenauer sein sollen, als die aus 1.340 km (Jason-Reihe) bis 840 km (Sentinel-3A) gemessenen von Satelliten.
Man kann nach vielen Korrekturen und Anwendung von „Algorithmen“ Werte finden, von denen angenommen wird, sie würden so etwas wie den Meerespegel repräsentieren – beginnend in etwa 100 km Entfernung von Küsten, davor „versagt“ das Satellitenverfahren. Und wie schon bei den Temperaturmessungen, ist damit der passenden „Adjustierung“ Tür und Tor geöffnet.
Klaus Puls hatte es einstmals in einem EIKE-Artikel: Neue Meeres-Spiegel-Studie zeigt: Satelliten-Daten überhöht

Bild aus dem EIKE-Artikel von K. Puls

und für „kaltesonne“ zusammengefasst:
kaltesonne 14. Juli 2014: Wie verlässlich sind Satellitenmessungen des Meeresspiegels? Küstenpegel zeigen viel geringeren Anstieg als Messungen aus dem All

Bild aus dem „kaltesonne“-Artikel von K. Puls

Und die Daten der Pegelmessungen wurden aktuell wieder bestätigt [8]. Eine umfangreiche Zusammenfassung zur Problematik und Historie der Tidenpegel findet sich bei:

Climate Etc, Judith Curry February 10, 2018: [9] Sea level rise acceleration (or not): Part III – 19th & 20th century observations

Der Pegelforscher, Herr Prof (em) Mörner geht in seiner neuesten Studie so weit, der Satellitenauswertung manipulierte Daten vorzuwerfen, weil Tiden-Pegelmessungen und Satellitenwerte einfach zu weit auseinanderliegen:
Nils-AxelMörner August 2017: [7] Sea Level Manipulation
Abstract: Sea level changes is a key issue in the global warming scenario. It has been widely claimed that sea
is rising as a function of the late 20th’s warming pulse. Global tide gauge data sets may vary between +1.7
mm/yr to +0.25 mm/yr depending upon the choice of stations. At numerous individual sites, available tide
gauges show variability around a stable zero level. Coastal morphology is a sharp tool in defining ongoing
changes in sea level. A general stability has been defined in sites like the Maldives, Goa, Bangladesh and Fiji.
In contrast to all those observations, satellite altimetry claim there is a global mean rise in sea level of about
3.0 mm/yr. In this paper, it is claimed that the satellite altimetry values have been “manipulated”. In this
situation, it is recommended that we return to the observational facts, which provides global sea level records
varying between ±0.0 and +1.0 mm/yr; i.e. values that pose no problems in coastal protection.

Bild [7] Vergleich Satellitenpegel und Tidenpegel aus der Studie Mörner

Wie immer beim AGW-Klimawandel: Es gibt auch die genau gegensätzliche Belegung

Herr Professor Rahmstorf vom PIK sagt zu den Pegeln folgendes:
[10] Der Anstieg des Meeresspiegels Stefan Rahmstorf
Der Meeresspiegel steigt, er steigt schneller als erwartet, und der Anstieg hat sich beschleunigt. Dies sind drei der Kernaussagen des neuen IPCC-Berichts. Seit 1870 ist der globale Meeresspiegel um rund 20 cm angestiegen – dies zeigen die weltweiten Pegelmessungen an den Küsten (Abb. 1). Dabei kann man mit hoher Konfidenz sagen, dass die Anstiegsrate sich über diesen Zeitraum erhöht hat. Satellitenmessungen zeigen für den Zeitraum 1993-2003 einen Anstieg um 3,1 mm/Jahr – berücksichtigt man die neuesten Daten bis 2006, sogar um 3,3 mm/Jahr (Rahmstorf et al., 2007). Zudem zeigen geologische Daten und historische Quellen, dass in den Jahrtausenden zuvor der Meeresspiegel nahezu stabil war.

Zu den „neuesten Daten“ ist in: Climate Etc, Judith Curry February 10, 2018: [9] Sea level rise acceleration (or not): Part III – 19th & 20th century observations.
fast alles zusammengestellt. Zum „ … nahezu stabilen“ Meeresspiegel gibt es ebenfalls eine kleine Zusammenfassung:
EIKE 07.04.2016: Der Verlauf des Meeresspiegels im Holozän und seit 2.000 Jahren,
wonach dieser mindestens um ca. zwei Meter schwankte. Bezogen auf das Ende der letzten Eiszeit vor ca. 20.000 Jahren mit ca. 130 m tieferem Meerespegel ist das sicher nahezu stabil. Aber nicht auf die heutzutage als Alarm „gehandelten“ Millimeter. Viele andere Experten gehen (aufgrund ihrer Proximessungen) davon aus, dass der Meerespegel früher sogar zwischen ein – bis zwei Meter höher war.

Und das „Wissen“ darüber überschlägt sich gerade (wieder)

Vor fast drei Jahren kam eine Studie heraus, in welcher zugestanden wurde, dass die Satelliten-Pegelwerte aus bestimmten Gründen systematische Fehler hatten und korrigiert werden müssen. Das Besondere daran war: Zu einem geringeren Pegelanstieg hin:
Nature 11 May 2015: Unabated global mean sea-level rise over the satellite altimeter era
The rate of global mean sea-level (GMSL) rise has been suggested to be lower for the past decade compared with the preceding decade as a result of natural variability1, with an average rate of rise since 1993 of +3.2 ± 0.4 mm yr−1 (refs 2, 3). However, satellite-based GMSL estimates do not include an allowance for potential instrumental drifts (bias drift4,5). Here, we report improved bias drift estimates for individual altimeter missions from a refined estimation approach that incorporates new Global Positioning System (GPS) estimates of vertical land movement (VLM). In contrast to previous results (for example, refs 6, 7), we identify significant non-zero systematic drifts that are satellite-specific, most notably affecting the first 6 years of the GMSL record. Applying the bias drift corrections has two implications. First, the GMSL rate (1993 to mid-2014) is systematically reduced to between +2.6 ± 0.4 mm yr−1 and +2.9 ± 0.4 mm yr−1, depending on the choice of VLM applied …

Man brauchte kein Hellseher zu sein, um zu wissen, dass was nicht sein darf, nicht sein kann und unermüdlicher Forscherfleiß bald das Gegenteil herausfinden würde. Und so kam es:
Die aufsehenerregende Studie erschien gerade und das Ergebnis: Nach neuem, diesmal besonders sorgfältigem Nachrechnen kommt heraus, dass mit mehr als zuverlässiger Sicherheit der Meerespegel noch viel schneller steigt als bisher angenommen:
SPON 12.02.2018: [11] Satellitenmessungen Meeresspiegel steigt immer schneller
Der Meeresspiegel steigt jedes Jahr etwas schneller – und der Zuwachs könnte deshalb bis zum Jahr 2100 mehr als das doppelt so groß sein, als wenn man von einem linearen Anstieg ausgeht. Das haben Wissenschaftler anhand von Satellitenmessungen errechnet.
Seit 1993 stieg der Meeresspiegel im weltweiten Durchschnitt jährlich um etwa drei Millimeter. Die nun gemessene Beschleunigung könnte dazu führen, dass der Anstieg im Jahr 2100 zehn Millimeter pro Jahr beträgt. Das berichtet die Forschergruppe um Steve Nerem von der University of Colorado in Boulder
in den „Proceedings of the National Academy of Sciences“.
Bis zum Ende des Jahrhunderts könnte demnach der Durchschnittspegel an den Küsten um 65 Zentimeter höher liegen als im Jahr 2005. „Und das ist mit ziemlicher Sicherheit eine vorsichtige Schätzung“, wird Nerem in einer Mitteilung seiner Universität zitiert.

Dabei ist der Pegel nicht gestiegen. Er hätte aber stärker steigen können

Inzwischen gewöhnt man sich daran, dass sich beim Klimawandel das „Wissen“ in wirklich atemberaubendem Tempo ändert und auch plötzlich drehen kann. Vor allem, seitdem dank moderner Computer die Statistik, welche früher so maximal zwei Stellen signifikant ermitteln konnte, inzwischen fast beliebig viele nach dem Komma produziert. Auch gelingt es inzwischen meisterhaft, Einflüsse herauszurechnen und Fehler rückwirkend genau zu erkennen, die wie bei den Temperaturmessungen komischer Weise (fast) immer in Richtung zu mehr Alarm führen (bitte die bittere Ironie des Absatzes bemerken):
SPON 12.02.2018: [11] Ergebnis: Die ersten Jahre der Satellitenmessungen hatten zu hohe Werte ergeben, das Messgerät war anscheinend falsch eingestellt; die Werte haben die Forscher nun nach unten korrigiert. Entsprechend größer fiel der Meeresspiegelanstieg in den folgenden Jahren aus … So seien zahlreiche Effekte, die nichts mit dem Klimawandel zu tun haben, herausgerechnet worden.

Es wurde also eine inzwischen beliebte Methode verwendet, um zusätzlichen Anstiegsalarm zu erzeugen: Man rechnet nach, wie es ohne Klimawandel gekommen wäre und die Differenz packt man dann oben drauf. Ob man es berechnen kann, ist ziemlich nebensächlich, wichtig ist eigentlich nur, dass es mehr wird.
Wie man weiß, wie es ohne „Klimawandel“ gekommen wäre? Das weiß man natürlich nicht, aber Klimasimulationsprogramme können es doch ganz genau berechnen.

Solchem Vorgehen, vor allem, dass nach so langer Zeit endlich jemand „sehr gründlich ausgewertet“ hat, gebührt Lob, und es kam – wohl nicht rein zufällig – aus einem Institut, welches dank dem „Klimawandel“ geradezu „explodiert“ ist und ohne diesen wohl den Großteil seiner Mitarbeiter entlassen müsste:
[11] „Die Studie stellt sehr glaubhaft dar, dass es eine Beschleunigung des Anstiegs gibt“, urteilt Ingo Sasgen vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) in Bremerhaven. Die Forscher hätten nicht nur neue Messdaten verwendet, sondern diese auch sehr gründlich ausgewertet.
Anbei die letzten Forschungsthemen am Institut des Dr. I. Sasgen:
Wie groß sind die Verluste der kontinentalen Eismassen (insbesondere von Grönland) und wie reagiert der Meeresspiegel auf Schmelzwasser und Erwärmung?
Forschungsthema des Monats Juni 2017: Untersuchungen zum Aufbau und Zerfall des Laurentidischen Eisschildes und mögliche Implikationen für den zukünftigen Meeresspiegelanstieg
Forschungsthema des Monats Dezember 2015: Wechselwirkungen zwischen Eisschilden und der festen Erde: Können schnelle Landhebungen eine Katastrophe in der Westantarktis verhindern?

Welchen Meerespegel wünschen Sie?

Der Autor verheimlicht nicht, dass er nach orientierender Sichtung dieser Studie [11] zu einer anderen Meinung als Herr Dr. Sasgen gekommen ist. Vielleicht tippt er darüber noch einen Artikel. Auf Achgut wurde ein Teil davon bereits vorweggenommen:
Achgut 17.02.2018: Höchste Pegelstände in der Volkserziehung

Unabhängig davon kann jeder Bürger inzwischen fast schon demokratisch wählen, welcher Meerespegelanstieg im am besten liegen würde:
Den unscheinbaren mit 1,7 mm/pa, als Tidenpgegel an den Küsten gemessenen,
den doppelt so hoch ansteigenden mit ca. 3 mm/pa der Satelliten,
oder den ganz genau aus Satellitendaten berechneten, welcher mit zusätzlichen 0,08 mm/pa im Quadrat seit 1993 bis ins „unendliche“ ansteigt [11].
Die vielen, auf anderem Weg vom PIK simulierten, welche bis zu 60 m reichen, nicht zu vergessenen

Wie der Pazifikstaat Tuvalu unterging – beinahe

Anbei Wiederholungen aus früheren Pegelartikeln des Autors, um neueren Lesern aufzuzeigen, wie Klimawandelmärchen entstehen (können) und nicht mehr verschwinden – im Gegenteil, sogar Eingang in Fachbücher finden:

Zu Tuvalu: [5] … Trotzdem gilt TUVALU weiterhin als ein Paradebeispiel für den Untergang eines Südsee-Atolls. Vorwiegend jedoch durch endloses Kopieren und wiederholen einer Falschmeldung, die nie berichtigt wurde. Man würde kaum etwas darüber erfahren, hätte der Spiegel nicht einstmals etwas dazu geschrieben (Anmerkung: In [2] ist ein weiterer, ähnlicher Fall geschildert).
Leider ist der Artikel nur zur Verlinkung freigegeben. Er beschreibt, wie die Meldung über den angeblichen Untergang von Tuvalu entstand und als dessen „Zeuge“ ein nie mehr auffindbarer Bewohner angegeben (und für ausreichend befunden) wurde.
SPIEGEL 22.12.2001:
Die Südsee-Ente Wie der Pazifikstaat Tuvalu unterging – beinahe
… „Ich wurde ebenfalls von Journalisten aus der ganzen Welt belästigt, die erfahren wollten, ob die Einwohner Tuvalus auswandern nach Neuseeland und Australien. Bitte sag allen Journalisten, dass diese Berichte unwahr sind.“ Schmidt ist erleichtert. Er ist noch Honorarkonsul. Eine Erklärung für die Falschmeldung hat er nicht.
In Deutschland wurde die Meldung vom Untergang des Südseestaats, dem ersten Land, das der Klimakatastrophe zum Opfer fallen würde, von der Deutschen Presse-Agentur verbreitet und unter anderem in der „tageszeitung“, der „Frankfurter Allgemeinen“, der „Frankfurter Rundschau“ und dem „Tagesspiegel“ gedruckt. Als Quelle nennt dpa das Earth Policy Institute in Washington D. C.
Seit diesem gemeldeten, und damit allgemein bekanntem, falschen Untergang versinkt diese Insel geradezu exemplarisch ständig neu, sogar auf Seiten, welche es wirklich besser wissen müssen:
klimaretter.info, 01. November 2016: „
Wer Tuvalu aufgibt, gibt die Welt auf“.
Auch darüber wurde ein (Propaganda-)Film gedreht:
Film ThuleTuvalu:
Text aus der Ankündigung: Thule in Grönland und Tuvalu im Pazifik verbindet eigentlich nichts. Nur wenn der Meeresspiegel weiter steigt, werden die Inuit ebenfalls bald untergehen.
Umweltministerin Frau Hendricks, wie oft unbelastet von ausreichendem Wissen, fand diesen reinsten Propagandafilm ergreifend und meinte, ihn loben zu müssen:
Frau Hendricks: [8]
„Der Film Thule Tuvalu veranschaulicht in sehr berührender Art und Weise die Konsequenzen der Erderwärmung, die wir Bewohner vom „Festland“ oft nicht genug vor Augen haben. Es ist höchste Zeit, dass alle Menschen über die ökologischen Auswirkungen des Klimawandels aufgeklärt werden: den Verlust von Lebensräumen, das Artensterben und klimabedingte Auswanderung – um nur einige Beispiele zu nennen. Es muss im Interesse der internationalen Gemeinschaft liegen, Ökosysteme wie Thule und Tuvalu streng zu schützen. Ich bedanke mich bei den Machern für diese bewegende Geschichte.“

Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass sich hinter dem „Erstmals werden Klimaflüchtlinge anerkannt“ im Kern ganz andere Beweggründe als der Klimawandel verbergen, worüber auf der BMUB-Homepage erst in einem Unterdokument informiert wird:
Umweltmigration.org: Die Familie Alesana zog 2007 von Tuvala nach Neuseeland. Dort hatten sie seit 2009 keinen legalen Einwanderungsstatus mehr – sie verloren ihre Arbeitsvisa und reichten daraufhin ihren Asylantrag 2012 ein. Im folgenden Jahr wurde der Antrag noch abgelehnt, ein Einspruch ebenso. Letztendlich wurde nun dem Antrag der Familie stattgegeben.
Letztendlich siegte die Familie, weil „außergewöhnliche humanitäre Gründe“ von den Neuseeländischen Immigrationsbehörden als Fluchtgrund anerkannt werden. Außerdem lebten bereits 6 Schwestern des Vaters in Neuseeland sowie seine Mutter, die Pflege brauchte. Die Kinder der Familie galten zudem als besonders schutzbedürftig.
Der Klimawandel stellte für die Entscheidung nur einen von zahlreichen weiteren Gründen für die Genehmigung des Asylantrags dar, wie der Richter zum Schluss noch einmal betonte.

Weitere Inseln, die aufgrund von Erzählungen sogar in Fachbüchern „untergehen“

Im Buch „Klimawandel im Pazifik“, Ausgabejahr 2013 der Reihe „Beiträge zur Pazifik-Forschung“ der Österreichisch-Südpazifischen Gesellschaft sind Beispiele zu den Schlagzeilen über „Inseluntergänge“ und daraufhin angeblich folgenden Umsiedlungen gelistet. Die Herausgeber des Buches wahren mehrmals in den beschriebenen Regionen vor Ort und sind keinesfalls klimakritisch – jedoch erkennbar faktenkritisch – eingestellt (der Autor hat bisher keine fundierteren gefunden).

Beurteilt werden von den Autoren die Angaben in dem Buch: Weltatlas des Klimawandels, 2. Erweiterte Auflage von 2007 (Herr. Prof. Schellnhuber, Leiter des Potsdamer PIK, hat dazu das Vorwort geschrieben).

Die Carteret-Inseln
Listung aus „Klimawandel im Pazifik“, Kapitel: Migration und Umsiedlung: die Carteret-Inseln in Papua-Neuguinea
Im „Weltatlas des Klimawandels“ steht:
… Umsiedlung von Inselbewohnern: Die 2.000 Bewohner der Carteret-Inseln in Papua-Neuguinea mussten auf eine benachbarte Insel umsiedeln, weil der zunehmende Salzgehalt im Wasser ihre Obstbäume abgetötet hatte und ihre Häuser von Hochwasser und Strurmfluten weggespült worden waren.
Auslöser dieser Information, welche vorher global in praktisch allen Medien erschien
(Anm.: Einfach googeln, es erscheinen „tausende“ Einträge), war ein Artikel aus dem „Jamaica Gleaner Online“.
Im Buch wird dazu gelistet, dass die Probleme der Inseln bereits in den 60er Jahren vorhanden waren, also weit vor der „Ausrufung“ des Klimawandels und bereits damals die (inzwischen nicht mehr) zuständige Australische Regierung Umsiedlungen erwog, vor allem auch, da die Inseln überbevölkert wurden. Und, dass wissenschaftliche Untersuchungen zur Umweltproblematik dieser Inselgruppe nicht bekannt sind.
Weiter steht dann:
„Das Defizit an wissenschaftlicher Forschung und gesicherten Erkenntnissen hat die globalen Medien keineswegs daran gehindert, die Bewohner der Carteret-Inseln zu „some of the world`s first climate-refugees“ zu stilisieren.
Fakt ist: Eine Umsiedlung erfolgte bisher nicht (2010 sollen es zwei Familien gewesen sein, eventuell auch 20 Familien zusätzlich).
Fazit: Die Angaben im Klimaatlas sind falsch. Es wurden Zeitungsmeldungen abgeschrieben.

Die Inseln Bikemann und Tebua Tarawa in Kiribati
Weitere Listung aus „Klimawandel im Pazifik“, Kapitel: Die Inseln Bikemann und Tebua Tarawa in Kiribati
Im Weltatlas des Klimawandels steht in der Rubrik „untergehende Inseln“ der Text: „Zwei unbewohnte Inseln der Inselgruppe Kiribati verschwanden 1999 unter dem gestiegenen Meeresspiegel. Die verbleibenden 33 Inseln der Gruppe mit 103.000 Einwohnern werden voraussichtlich ebenfalls untergehen“. Als Quelle geben die Autoren einen BBC-Bericht des Umweltkorrespondenten Alex Kirby vom 15. Juni 1999 an.
Fakt ist: Die „untergegangene“ Insel Bikemann sieh man heute noch. Zudem wurde 1987 ein Damm mit Straße zwischen den Inseln Bikemann und Bairiki gebaut. Dieser führte zu einer drastischen Veränderung der Strömungsdynamik und damit den wichtigen Sandablagerungen in der Lagune, welche sich vor allem auf die Insel Bikemann auswirkte. Zum Schluss legt das Kapitel klar, dass die genannten Inseln nicht einem steigenden Meeresspiegel zum Opfer fielen.

Die Inseln Tegua und Vanuatu

Weitere Listung aus „Klimawandel im Pazifik“, Kapitel: Die Inseln Tegua und Vanuatu
Im Weltatlas des Klimawandels steht: „Der Anstieg des Meeresspiegels zwang die 100 Einwohner von Tegua, einer Insel der Vanuatu-Inselgruppe, ihre Inseln im Dezember 2005 zu verlassen“.
Das Buch schreibt dazu: „…. Viel wesentlicher ist jedoch die Tatsache, dass die Schilderung der Situation der Situation auf Tegua wie sie im Weltatlas des Klimawandels wiedergegeben wird, jeder Grundlage entbehrt. Sie wurden im Rahmen eines Hilfsprojekts zur Anpassung an den Klimawandel vielmehr bei dem Vorhaben unterstützt, von der Küste weg in eine höhere Region überzusiedeln. Im Hinblick darauf ist auch die Kategorie „Verlassene Inseln“ unzutreffend   … so kann auch hier von einer dringlichen Fluchtbewegung nicht die Rede sein.
Dazu kommt noch eine ergänzende Information: „… nachdem die Inselbewohner ihre Hilfsgelder aus einem Klimafonds kassiert hatten, wollten sie nicht einmal innerhalb des Atolls auf eine höhere Geländestufe umziehen“. Eine neuere Studie weist darauf hin, dass die Probleme auf Tegua weniger mit dem Klimawandel, als vielmehr mit Erdbeben und vertikalen, tektonischen Bewegungen in der Region zu tun haben.

Quellen

[1] Mail Online 9 February 2018: ‚Sinking‘ Pacific nation Tuvalu is actually getting bigger, new research reveals

[2] BR2 11.05.2017: Fluchtgrund Klimawandel Wenn die Erderwärmung eine ganze Insel bedroht

[3] EIKE 04.11.2016: Tuvalu versinkt mal wieder– rechtzeitig zum Klimagipfel in Marrakesch

[4] kaltesonne 23. Juni 2015: Spektrum der Wissenschaft über angeblich vom Untergang bedrohte Südseeatolle: “Noch keine der betroffenen Inseln ist in nächster Zeit von Überflutung bedroht. Einige vergrößern sich sogar auf Grund natürlicher ökologischer Vorgänge”

[5] EIKE 15.04.2017: Im Klimawandel-Unterricht bitte üben, wie man unsere Regierung zum Bezahlen von Schutzgeldern auffordert

[5] Basler Zeitung 01.02.2018: «Diese Forscher haben eine politische Agenda» Der Ozeanograph Nils-Axel Mörner stellt sich gegen den Weltklimarat und die Warnungen vor versinkenden Inseln.

[6] EIKE 14. Februar 2018: Meeresspiegel-Hysterie: Spekulationen vs. Fakten

[7] Nils-AxelMörner August 2017: Sea Level Manipulation; Intern. J. Engineering Science Invention, ISSN (Online): 2319 – 6734, ISSN (Print): 2319 – 6726

[8] AMS, Thomas Frederikse Department of Geoscience and Remote Sensing, Delft University of Technology, Delft, Netherlands: A Consistent Sea-Level Reconstruction and Its Budget on Basin and Global Scales over 1958–2014

[9] Climate Etc Judith Curry February 10, 2018: Sea level rise acceleration (or not): Part III – 19th & 20th century observations

[10] Buch: Der UN-Weltklimareport (2007), 1. Auflage, Verlag Kiepenheuer & Witsch, 440 Seiten, ISBN-10: 3462039601, ISBN-13: 978-3462039603, herausgegeben von Michael Müller, Ursula Fuentes und Harald Kohl

[11] SPON 12.02.2018: Satellitenmessungen Meeresspiegel steigt immer schneller

[12] Spektrum.de 16.02.2018: Tuvalu geht nicht unter – im Gegenteil




Stromüber­fluss ist eines der Kernpro­bleme der Energie­wende

Ein Interview der gleichen Meinungen

Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur im Gespräch mit Georg Ehring. Das sogenannte Interview handelte über den Ausbau der Energienetze, streifte dabei aber die gesamte EEG-Thematik. Interview kann man dazu eigentlich nicht sagen, denn der Redakteur gab im Wesentlichen die (offiziell bekannte) Meinung vor und der Präsident der Bundesnetzagentur ergänzte diese mit wohlwollenden Kommentaren.
Anbei das gekürzte Interview ohne Kommentierung, aber mit strukturierenden Überschriften ergänzt.
Deutschlandfunk 04.01.2018: [1] Energieversorgung in Deutschland

Vorspann: Die Stromversorgung ist gesichert

Deutschlandfunk: [1] … Die Bundesnetzagentur bemängelt einen zu langsamen Ausbau der Stromnetze. Die Stromversorgung in Deutschland sei zwar gesichert, sagte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur … Ein Risiko gebe es jedoch bei der Netzstabilität, denn der Strom komme nicht immer da hin, wo er gebraucht werde.

Nur der „Übererfolg“ macht noch etwas Probleme

Redakteur: [1] … Es ist ziemlich windig in diesen Tagen, und für die Besitzer von Windrädern ist das eine gute Nachricht. Sie laufen auf vollen Touren, und das kann dazu beitragen, dass im gerade begonnenen Jahr 2018 Rekordmengen an Strom aus erneuerbaren Quellen produziert wird …
… Kopfzerbrechen bereiten diese Erfolge den Betreibern der Stromnetze. Sie müssen immer wieder Anlagen abregeln, weil die Netze sonst überlastet wären, und sie müssen immer häufiger Strom ins Ausland verschenken und manchmal dafür sogar noch eine Prämie zahlen, weil er im Inland nicht gebraucht wird. Negative Strompreise gab es 2017 während 146 Stunden. Dass ist rund zehnmal so viel wie 2008.
Redakteur: [1] … sind die Stromnetze an Tagen wie diesen denn überfordert?
BNetzA Präsident: [1] … Ja, es ist immer häufiger vorgekommen in den letzten Jahren schon und aktuell auch, dass die Stromnetze nicht mehr in der Lage sind, den Strom zu transportieren, der an der Börse verkauft wird. Und das ist eines der Kernprobleme im Rahmen der Energiewende.

Doch die Lage entspannt sich

Redakteur: [1] … Seit Jahren reden wir ja vom Ausbau der Netze. Wie kommt der denn voran?… „Bis 2025 sollen die großen Leitungen stehen“
BNetzA Präsident: [1] … Es geht etwas langsam … Aktuell haben wir die großen … Gleichstromübertragungsleitungen in den Verfahren drin. Wir hoffen, dass wir in diesem Jahr da den einen oder anderen Fortschritt dann haben werden.
Redakteur: [1] … Und wann wird sich die Lage entspannen? Wagen Sie da eine Prognose?
BNetzA Präsident: [1] … Die Lage wird sich dann entspannen, wenn der Stromnetzausbau weiter vorangeschritten ist, und da ist ja die Planung, dass bis zum Jahr 2025 die großen Leitungen stehen sollen. Ich hoffe, dass das gelingt.
Redakteur: [1] … Und es gibt ja dann auch Ausbaubedarf auf mittlerer Ebene, weil die Energiewende zum Teil auch dezentral läuft. Sind Sie da im Plan?
BNetzA Präsident: [1] … Auf der Spannungsebene unterhalb der Höchstspannung, in der Tat, da im Verteilnetz muss auch reichlich ausgebaut werden. Das trifft zu. Dort findet das Ganze sehr viel geräuschloser statt …

Negative Strompreise an sich sind ja nichts Schlechtes

Redakteur: [1] … Gibt es denn kurzfristige Lösungen, um negative Strompreise vermeiden zu können?
BNetzA Präsident: [1] … Erst mal, negative Strompreise an sich sind ja nicht Schlechtes, sondern sie zeigen ja eigentlich etwas an, nämlich, dass am Markt nicht genug Flexibilität im Kraftwerkspark ist. Insofern ist das schon ein wichtiges Zeichen, was da kommt. Und was natürlich getan wird, ist … Dass man versucht, die Netze zu entlasten durch verschiedenste Maßnahmen, das Ab- und Aufregeln von Kraftwerken, das Abregeln auch von Windanlagen im Notfall. Da gibt es also eine ganze Reihe von Maßnahmen, die gemacht werden.

Prinzip: Das Netz muss dem Ausbau der Erneuerbaren folgen

Redakteur: [1] … Die Forderung ist in diesen Tagen laut geworden, den Ausbau der erneuerbaren Energien zu drosseln, bis die Netze fertig ausgebaut sind?
BNetzA Präsident: [1] … Das passiert im Prinzip schon, denn natürlich muss immer gelten, dass das Netz dem Ausbau der Erneuerbaren folgen muss, und nicht umgekehrt, als Prinzip. Aber wir haben Situationen, wo das einfach nicht so funktioniert. Und deswegen hat die Politik ja schon vor über einem Jahr sogenannte Netzausbaugebiete beschlossen, das sind Gebiete, in denen der Ausbau der Erneuerbaren ein Stück weit gedrosselt wird, um dem Netzausbau die Chance zu geben, aufzuholen.
Redakteur: [1] … Besonders gefördert wurde ja in letzter Zeit der Ausbau von Offshore-Wind, also vor der Küste. Ist der auch betroffen?
BNetzA Präsident: [1] … Ja, der ist natürlich auch betroffen, aber gerade beim Offshore-Wind gilt, dass die Ausschreibungen gezeigt haben, dass dort relativ preisgünstig inzwischen Strom erzeugt werden kann. Das heißt, der Druck wird in Zukunft dann auch noch zunehmen, weil viel Windstrom kommen wird.

Die Energiewende ist schon dezentral

Redakteur: [1] … Das heißt, der Druck auf den Netzausbau wird immer stärker. Es wird ja verschiedentlich auch diskutiert, dass man die Energiewende etwas dezentraler gestalten sollte, um den Druck davon zu nehmen.

BNetzA Präsident: [1] … Die Energiewende ist, was die Erzeugung angeht, ja schon längst dezentral. Die Windräder stehen ja überall im Land und die Fotovoltaikanlagen. Aber die Schlussfolgerung, die gelegentlich daraus gezogen wird, dass dann weniger Netzausbau benötigt wird, ist schlicht falsch. Denn Strom muss ja eingesammelt werden, wenn Sie so wollen, und muss dorthin transportiert werden, wo er gebraucht wird.

Stromausfälle? Aktuell und auf Sicht nicht

Redakteur: [1] … Ist denn die Versorgungssicherheit gefährdet, weil die Netze immer ungleichmäßiger ausgelastet sind?
BNetzA Präsident: [1] … Man muss sehr aufpassen bei dieser Diskussion. Die Versorgungssicherheit im Sinne von „Haben wir genug Kapazitäten“, die Stromerzeugung ist nicht gefährdet. Wo wir ein Risiko haben, ist bei der Netzstabilität, das heißt, die Frage, kann der Strom auch immer dorthin gebracht werden, wo er gebraucht wird. Und das führt wieder zu Ihrer Anfangsfrage zurück, dass die Netze an verschiedenen Stellen stark überlastet sind, täglich die Netzbetreiber Eingriffe in den Betrieb von Anlagen machen müssen, und dies hat natürlich nicht nur Kosten zur Folge, sondern ist auch auf Dauer riskant.
Redakteur: [1] … Als Verbraucher fürchtet man Stromausfälle. Ist die Befürchtung begründet?
BNetzA Präsident: [1] … Nein, aktuell und auf Sicht nicht.

Aktuell gibt es für Stromspeicher keinen Bedarf

Redakteur: [1] … Eine Perspektivfrage: Wann werden auch mehr Stromspeicher gebraucht? Nicht nur Netze, sondern auch Speicher, und wann stehen die zur Verfügung?
BNetzA Präsident: [1] … Sie haben es angedeutet. Das ist auch aus meiner Sicht eine Perspektivfrage. Das heißt, auf Dauer und auf längere Sicht werden wir sicherlich Speicher brauchen. Aktuell gibt es dafür keinen Bedarf, zumal ja die Speicher immer nur für einen zeitlichen Ausgleich sorgen zwischen Stromnachfrage und Stromangebot. Unser Problem ist der regionale Ausgleich, und da tragen Speicher natürlich nichts dazu bei.

Fazit

Der „Präsident“ ist entweder vollkommen unbedarft und hat die „Energiewende“ noch gar nicht wirklich verstanden (im „Merkeldeutschland“ eher ein Bonus, wenn nicht gar Bedingung für höhere Positionen in Berlin, oder wahrscheinlicher: Er spielt ganz bewusst alle Probleme des EEG herunter (siehe dazu das folgende Kapitel „Koalitionsvertrag“). Im gesamten „Interview“ vermeidet er Betrachtungen zum weiteren EEG-Ausbau und der Abschaltung konventioneller (grundlastfähiger) Kraftwerke. Ob die anderen EU-Partner die EEG-Ausbaustrategie wirklich mittragen (wollen), auf die inzwischen die „Lösungen“ basieren [5], wird nicht angesprochen, die Kosten sowieso nicht.
Wie bei unseren Medien üblich, vermeidet es der Redakteur konsequent, (unangenehm) nachzufragen.

Wer sich einen Überblick verschaffen möchte, was der Präsident der Bundesnetzagentur alles (bewusst) nicht gesagt hat, aber auf Deutschland bis zum Jahr 2050 beim EEG wirklich (auch an Kosten) zukommt, sollte die BDI-Strategiestudie „Klimapfade für Deutschland“ [6] lesen und dabei über die Auswirkungen des Umbaus von Deutschland in eine grün angestrichene Energieerzeugungslandschaft nachdenken.
Rezensionen dazu:
EIKE 16. Februar 2018: Klimapfade für Deutschland (BDI-Studie) – eine erschreckende Unkenntnis hinsichtlich der Verfügbarkeit von Wind- und Solaranlagen
EIKE 01.02.2018: Den Klimaschutz vorantreiben und gleichzeitig den Industriestandort Deutschland stärken

Deutschland als „Energielandschaft“ nach 95 % Treibhausgasreduktion [6]

Ansonsten gibt es dazu genügend weitere „Literatur“:
EIKE 14.01.2018: Am Neujahrsmorgen hat sich Deutschland zum ersten Mal in der Geschichte komplett mit Ökostrom versorgt
EIKE 25. 11 2017: Der Beginn der Offenbarung – Das EEG wird 2 Billionen EUR kosten (erst mal als Anfangsbudget)

Was steht darüber im Koalitionsvertrag

Manche Leser werden sich vielleicht noch an den folgenden Artikel erinnern:
EIKE 10.08.2016: Tollhaus Berlin – Forscher sollen nachträglich die „Wissens- und Entscheidungsbasis“ für das verabschiedete 1,5 Grad Ziel suchen
Dass sich am Vorgehen – zuerst nach rein ideologischen Wünschen und Vorstellungen zu entscheiden und nachträglich verzweifelt versuchen, diese „rational“ zu begründen – praktisch nichts geändert hat, kann man im aktuellen Koalitionsvertrag nachlesen.

„kaltesonne“ hat sich die Mühe gemacht, in den Koalitionsvertrag zu sehen und zu berichten. Daraus ein stark gekürzter Auszug (bitte im Original vollständig lesen):
kaltesonne 16. Februar 2018: Die Sonne im Januar 2018 und der GroKo-Vertrag klimatisch
Der GroKo-Vertrag und Eulenspiegeleien
Da weder Einsparungen, Netze noch Digitalisierung Strom erzeugen können, ruht die Erzeugung allein auf Erneuerbaren, und in der Tat ruht sie des Nachts, was die Photovoltaik betrifft und bei Windflaute – immerhin zwei Drittel des Jahres. Aber die Lösung der Versorgung mit Flatterstrom ist in Sicht: die Bundesregierung wird eine Batteriezellproduktion (S.14) unterstützen! …
… Grund für eine Verstärkung des Zubaus in 2019 und 2020 von jeweils 4000 MW Photovoltaik und Wind (S. 71) ist die Nichterreichung der CO
2 Minderungsziele von 2020. Dann macht man zum Ausgleich ein bisschen mehr Wind. Dann folgt aber ein kluger Satz, der mit Sicherheit in keinem Jamaika-Papier gestanden hätte: „Voraussetzung ist die Aufnahmefähigkeit der entsprechenden Netze“. Da muss ein Eulenspiegel am Verhandlungstisch dabei gewesen sein, der das hereingeschmuggelt hat. Denn schon heute ist die Aufnahmefähigkeit des Netzes bei Starkwind nicht mehr gegeben. Für Redispatch- Maßnahmen oder Abregelung von Windkraftanlagen wurden im letzten Jahr rund 1 Milliarde € bezahlt. Der Netzbetreiber schaltet also Windkraftanlagen bei zu viel Wind ab, um den Zusammenbruch des Netzes zu vermeiden und der Windkraftbetreiber bekommt Geld, als ob das Windrad gedreht hätte. Die 4000 MW zusätzlicher Windenergiekapazität führen also nur dazu, dass bei Starkwind bestehende Windkraftanlagen in dieser Größenordnung abgeschaltet werden. Wie gesagt: Eulenspiegelei.
Eine Reform der Netzentgelte soll die Kosten „unter angemessener Berücksichtigung der Netzdienlichkeit verteilen“. (S.72) Wer weiß schon, worum es dabei geht? Heute bezahlen diejenigen Bürger, in deren Gegend mehr Windkraftanlagen stehen, als die Netze und der regionale Bedarf verkraften können, die Kosten der Abschaltung sowie die Kosten der Eingriffe über die Netzkosten. Das ist ein brisantes Thema in Ostdeutschland – viel Windkraft, wenig Verbrauch führt zu den höchsten Netzkosten. Brandenburg hat daher mittlerweile die höchsten Stromkosten in Deutschland. Und wenn der Ministerpräsident nicht aufpasst, entsteht dort eine explosive Stimmung durch die Zerstörung der Landschaft und der Natur, Entwertung der Grundstücke und die höchsten Stromrechnungen.
… Wie groß die Not der politisch Handelnden ist, sieht man an folgendem Prüfauftrag: „Wir werden prüfen, inwieweit zukünftig nicht mehr benötigte Kraftwerksstandorte für große thermische Speicher-Kraftwerke genutzt werden können.“ (S.73) Da will man also überschüssigen Strom nehmen, zu Wärme degenerieren (indem man die Entropie erhöht!) und über Nah-oder Fernwärmenetze zur Beheizung einspeisen. Vielen Energiefachleuten sträuben sich da die Nackenhaare.
Auf S. 73 ist dann auch das Kernstück der Klimapolitik, über das so viel berichtet wurde, nachzulesen:
„Wir werden eine Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ unter Einbeziehung der unterschiedlichen Akteure aus Politik, Wirtschaft, Umweltverbänden, Gewerkschaften sowie betroffenen Ländern und Regionen einsetzen, die auf Basis des Aktionsprogramms Klimaschutz 2020 und des Klimaschutzplans 2050 bis Ende 2018 ein Aktionsprogramm mit folgenden Elementen erarbeiten soll:
–Maßnahmen, um die Lücke zur Erreichung des 40 Prozent-Reduktionsziels bis 2020 so weit wie möglich zu reduzieren,
–Maßnahmen, die das 2030-Ziel für den Energiesektor zuverlässig erreichen, einschließlich einer umfassenden Folgenabschätzung,
–einen Plan zur schrittweisen Reduzierung und Beendigung der Kohleverstromung, einschließlich eines Abschlussdatums und der notwendigen rechtlichen, wirtschaftlichen, sozialen und strukturpolitischen Begleitmaßnahmen und
–die finanzielle Absicherung für den notwendigen Strukturwandel in den betroffenen Regionen und einen Fonds für Strukturwandel aus Mitteln des Bundes“ …
Der oben genannte Eulenspiegel hat dann auch noch folgenden Satz reingeschmuggelt. „Die laufende Hochtemperatur-Plasmaforschung in Deutschland wollen wir angemessen finanziell absichern.“(S.35) Das wäre der erhitzten Karin Göring-Eckhardt und ihrem Hofreiter nicht durchgeflutscht. Denn dahinter versteckt sich schamhaft, aber immerhin, die Fusionsforschung in Greifswald und Garching, die weltweit exzellenteste Wirkungsstätte hunderter Forscher, die sich um die Verwirklichung der Zukunftsenergie Fusion bemühen -und das erste Plasma erfolgreich zünden konnten. Und dann gibt es noch den schönen Satz: „Wir stehen weiterhin für eine wissenschaftlich fundierte, technologieoffene und effiziente Klimapolitik“. Das weiterhin sagt alles …
Quellen

[1] Deutschlandfunk 04.01.2018: Energieversorgung in Deutschland „Ein Risiko gibt es bei der Netzstabilität“

[2] ntv Samstag, 24. Juni 2017: Kein Gepoker um Abfindungen“ Tennet warnt vor Maut für Stromtrassen
Nach jetzigem Planungsstand soll sie 2025 fertig werden, falls Klagen den Bau nicht aufhalten.

[3] BMWi: Die nächste Phase der Energiewende: Das EEG 2017

[4] BMWi: Netze fit für die Energiewende machen

[5] BMWi, Publikation: „Strom 2030 – Langfristige Trends, Aufgaben für die kommenden Jahre“

[6] BDI Studie Januar 2018: Klimapfade für Deutschland (BCG; prognos)




Meeresspiegel: Steigen und Fallen – Teil 4a – ein sogar noch stärkerer Anstieg aus Nichts

Im 4. Teil zeigte ich, wie man einen Anstieg aus dem Nichts zaubert, ein netter Trick, durchgeführt von Nerem et al. [hier, in deutscher Übersetzung hier]. Das heißt, der Trick stammt von R. Steven Nerem von der CU Sea Level Research Group. Die Schaukelgraphik* oben ist die Summary jenes Beitrags.

[*Die Schaukelgraphik lässt sich hier nicht darstellen. Im Bild oben sind die beiden Wechselbilder nebeneinander gelegt. Anm. d. Übers.]

Sozusagen als Sahnehäubchen zu diesem netten Trick brachten Nerem et al. noch eine neue Studie heraus [hier], welche auf magische Weise (buchstäblich!) zu dem Ergebnis kommt, dass eine Beschleunigung des globalen Meeresspiegel-Anstiegs denselben bis zum Jahr 2100 um weitere 65 cm ±12 cm steigen lassen wird.

Hierbei ist es wichtig nicht zu vergessen, dass diese neu gefundene Beschleunigung nicht auf irgendeiner Änderung der Oberflächenhöhe des Planeten Erde beruht.

Ich bin sicher, es wird viel Tamtam geben um diese neue CU-Studie.

Als Erwiderung möchte ich darauf einen einfachen LINK zu meinem Beitrag SEA LEVEL: Rise and Fall – Part 4 – Getting a Rise Out of Nothing setzen sowie diese mit Erläuterungen versehenen Graphiken aus der CU-Studie:

Alternativ können wir einfach die schlechten TOPEX-A-Daten ausblenden und den zuverlässigeren Rest der Datenreihen betrachten:

Das behauptete neue Ergebnis der Beschleunigung beruht auf drei kumulativen Adjustierungen der TOPEX-A-Daten von 1993 bis 1998, von denen man weiß, wie schlecht sie sind.

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WTWT:

Es tut mir leid, berichten zu müssen, dass es IMMER NOCH schlimmer als wir dachten ist [WTWT = Worse Than We Thought]. Die zur Berechnung des auf Satelliten basierenden Anstiegs des Meeresspiegels verwendeten Daten sind nicht wirklich ein Anstieg der HÖHE der Meeresoberfläche. Das heißt, sie repräsentieren nicht (und haben das auch nie) einen tatsächlichen Anstieg der Meeresoberfläche über das Geoid (oder, einfacher ausgedrückt, eine zunehmende Entfernung vom Erdmittelpunkt). Der wirkliche Meeresspiegel-Anstieg wird reflektiert in einem Anstieg der mittleren globalen Höhe der Meeresoberfläche. Aber der globale mittlere SLR, wie er von der Sea Level Group in Colorado, der NOAA und Anderen berechnet worden ist, ist ein Konzept – und nicht eine Messung. Ich habe einmal den Terminus „imaginary number“ verwendet, um diesen Typus einer nicht physikalischen Metrik zu beschreiben – eine Zahl, von der es heißt, dass sie irgendetwas in der realen Welt repräsentiert, aber in Wirklichkeit etwas ganz anderes ist. Ausführlich gehe ich darauf in meinem Beitrag ein „What Are They Really Counting”. SLR-Satellitendaten enthalten Dinge wie die „GIA-Adjustierung“ – womit die Größe des SLR gemeint ist, zu welchem es gekommen wäre, falls das Volumen des Ozeanbeckens nicht zugenommen hätte. Im Falle dieser neuen Studie heißt das, wie viel die Meeresoberfläche höher gelegen hätte, falls sie nicht durch den Ausbruch des Pinatubo unterdrückt worden wäre oder ohne zahlreiche weitere künstliche Korrekturen.

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Unter dem Strich:

1. Alles in allem ist der Meeresspiegel gestiegen, langsam und unaufhaltsam, seit dem Ende der letzten Eiszeit – mit einigen Sprüngen und Dellen im Verlauf. Allgemein wird dieser langsame Anstieg in absehbarer Zukunft weitergehen – mit einer Rate irgendwo zwischen 10 und 30 cm pro Jahrhundert. Diese Rate ist eine gewisse Bedrohung bevölkerter Regionen auf der Grundlage des heute existierenden Meeresspiegels.

2. Es spricht nichts dafür, dass der Meeresspiegel gefährlich oder rapide steigt. Auch beschleunigt sich der Anstieg im globalen Maßstab nicht – obwohl unsere Fähigkeit, diese sehr geringen Änderungen in der Größenordnung von Millimetern überhaupt messen zu können, höchst fragwürdig ist.

3. Alles oben Gesagte kann bedeuten, dass die permanente Beschwörung des Untergangs hinsichtlich eines steigenden Meeresspiegels auf der gleichen Art rechenbetonter Hybris beruht, welche uns die „mittlere globale Temperatur-Anomalie“ beschert hat anstelle der mittleren globalen Temperatur.

Link: https://wattsupwiththat.com/2018/02/14/sea-level-rise-and-fall-part-4a-getting-even-more-of-a-rise-out-of-nothing/

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Wetter und Klima beim Übergang vom Solarzyklus 24 zum Zyklus 25

I. Introduction

Die Sonne ist die natürliche Wärme- und Lichtquelle für unseren Planeten. Ohne unsere Sonne würde die Erde als toter, kalter Planet durch das Weltall irren. Aber die Sonne ist nicht konstant. Subtile Änderungen auf der Sonne beeinflussen Klima und Wetter auf der Erde.

Am Ende des Solarzyklus‘ 23 hat die Sonnenaktivität auf ein Niveau abgenommen, wie es seit 1913 nicht mehr beobachtet worden ist (beim Vergleich der jährlichen mittleren Gesamt-Sonnenfleckenzahlen (1). Während des Sonnenzyklus‘ 24 wurde Folgendes beobachtet:

1. Die Anzahl der Sonnenflecken über den gesamten Zyklus hat signifikant um 50% oder mehr abgenommen.

2. Es gab weniger solare Flares und koronale Massenauswürfe (CMEs), welche Solar-Protonen-Ereignisse (SPEs) und geomagnetische Stürme auf der Erde erzeugen. Während des Übergangs, der im Juli 2000 begonnen hatte, erzeugte die Sonne 6 massive Explosionen in rascher Aufeinanderfolge. Jede dieser Explosionen erzeugte solare Protonen-Ereignisse über 10.000 pfu @ >10 MeV. Diese ereigneten sich im Juli 2000, November 2000, September 2001, zwei im November 2001 und einen letzten im Oktober 2003. Seitdem ist kein solches Ereignis dieser Größenordnung mehr aufgetreten (2).

3. Das solare Magnetfeld hat sich signifikant abgeschwächt. Der Average Magnetic Planetary Index (Ap index) ist eine Proxy-Maßzahl für die Intensität der solaren magnetischen Aktivität, verändert diese doch das geomagnetische Feld der Erde. Man betrachtet es allgemein als Maßzahl der solaren magnetischen Aktivität. Ap-Messungen begannen im Januar 1932. Je ruhiger die Sonne in magnetischer Hinsicht ist, umso kleiner ist der Ap-Index. Während der 822 Monate zwischen Januar 1932 und Juni 2000 gab es nur einen Monat, in welchem der mittlere Ap-Index unter 4 sank. Aber während der 186 Monate zwischen Juli 2000 und Dezember 2015 sank der monatliche Ap-Index 15 mal auf 4 oder weniger (3).

4. Die Anzahl der auf die Erde treffenden galaktischen kosmischen Strahlen (GCRs) hat zugenommen. GCRs sind hochenergetisch geladene Partikel mit Ursprung außerhalb unseres Sonnensystems. Sie werden freigesetzt, wenn ein Stern seinen Brennstoff aufgebraucht hat und als Supernova explodiert. Das Magnetfeld der Sonne moduliert die Rate der auf die Erde treffenden GCRs. Kosmische Strahlen werden durch das in den Sonnenwind eingebettete interplanetarische Magnetfeld abgelenkt und können daher kaum in das Innere des Sonnensystems vordringen. Die Auswirkungen des Sonnenwindes sind noch bis 200 AU [AU = Astronomische Einheit, also der mittlere Abstand der Erde von der Sonne. Anm. d. Übers.] von der Sonne entfernt erkennbar, und zwar in einer Region des Weltalls namens Heliosphäre. Mit der magnetischen Beruhigung der Sonne schrumpfte die Heliosphäre, und eine größere Anzahl dieser Partikel drang in die Erdatmosphäre ein. Das interplanetarische Magnetfeld der Sonne fiel auf einen Wert um 4 Nano-Tesla (nT) von einem typischen Wert von 6 bis 8 nT. Im Jahre 2009 steigerte sich die Intensität kosmischer Strahlen bis zu 19% über allem, was man seit Beginn von Satellitenmessungen vor fünfzig Jahren erlebt hat (4).

5. Im Allgemeinen variiert die Sonnenaktivität um etwa 0,1% im Laufe eines normalen Zyklus‘ . Aber diese Variation ist nicht linear im gesamten Strahlungsspektrum. Zwischen den Jahren 2004 und 2007 wurde beobachtet, dass die Abnahme der ultravioletten Strahlung (mit Wellenlängen von 400 nm) 4 bis 6 mal stärker war als erwartet, während das sichtbare Licht (400 bis 700 nm) eine leichte Zunahme zeigte (5). Dies ist bedeutsam, weil die solare UV-Strahlung ein Haupttreiber der Stratosphären-Chemie ist.

6. Die obere Atmosphäre der Erde kollabierte. Die Thermosphäre reicht von einer Höhe von 90 km bis über 600 km über der Erdoberfläche. Während des Höhepunktes des letzten solaren Minimums 2008-2009 zog sich die Thermosphäre so stark zusammen wie seit mindestens 43 Jahren nicht mehr. Die Größenordnung des Kollaps‘ war zwei bis drei mal größer als es durch die Sonnenaktivität allein erklärt werden kann (6).

7. Der solare Strahlungsfluss während des Höhepunktes des solaren Zyklus‘ nahm signifikant ab. Der 10,7-Index ist eine Maßzahl des solaren Strahlungsflusses pro Frequenz-Einheit bei einer Wellenlänge von 10,7 cm, also nahe dem Spitzenwert der beobachteten Strahlungs-Emission. Im Minimum des solaren Zyklus‘ trat der geringste F10,7-Fluss auf seit Beginn von Aufzeichnungen im Februar 1947 auf (7).

8. Sichtungen von Leuchtenden Nachtwolken erfolgen in niedrigeren Breiten. Diese Wolken bilden sich aus Eiskristallen in der obersten Atmosphärenschicht, der Mesosphäre. Berichte über Leuchtende Nachtwolken (NLCs) liegen von Europäern erstmals zum Ende des 19. Jahrhunderts vor. In jenen Tagen musste man sich deutlich über 50° Breite polwärts bewegen, um sie zu sehen. Jetzt jedoch breiten sie sich aus. Während der letzten Jahre gab es Beobachtungen derselben aus so weit südlich liegenden Gebieten wie Colorado und Utah in den USA.

II. Hintergrund – Sonnenzyklen

Sonnenflecken sind auf der Oberfläche der Sonne erscheinende dunkle Flecken. Sie finden sich dort, wo intensive magnetische Aktivitäten im Gange sind und markieren die Stellen sehr gewaltiger Explosionen, welche Sonnenstürme erzeugen.

Die Sonne durchläuft etwa alle 11 Jahre einen Zyklus. Er beginnt beim solaren Minimum, wenn es nur sehr wenige Sonnenflecken gibt und erreicht sein solares Maximum mit hunderten von Sonnenflecken auf der Sonnenoberfläche, bevor es zurückgeht zu einem ruhigen solaren Minimum. Das nennt man einen Sonnenzyklus. Gegenwärtig befinden wir uns im solaren Minimum zwischen den Zyklen 24 und 25. Der erste wissenschaftlich dokumentierte Sonnenzyklus datiert vom März 1755.

Abbildung 1: Bild des Sonnenzyklus‘ 23 vom Solar and Heliospheric Observatory (SOHO) von Steele Hill (NASA GSFC)

Die Sonne zeigt hinsichtlich der Stärke eines jeden Sonnenzyklus‘ große Variabilität. Während einiger Solarzyklen bilden sich sehr viele Sonnenflecken, in anderen deutlich weniger. Wenn eine Gruppe von Zyklen zusammenfallen mit einer hohen Zahl von Sonnenflecken, spricht man von einem solaren Grand Maximum. Umgekehrt, d. h. bei nur wenigen Sonnenflecken spricht man von einem Grand Minimum. Usoskin unterteilt die Rekonstruktion der Sonnenaktivität während des Holozäns seit dem Jahr 10.000 v. Chr. bis heute (8). Man betrachte noch einmal Abbildung 2. Die roten Bereiche stehen für solare Grand Maxima, die blauen für ruhige solare Grand Minima.

Die Rekonstruktionen zeigen, dass das Gesamtniveau der beobachteten Sonnenaktivität Mitte des 20. Jahrhunderts eines der höchsten der letzten 10.000 Jahre ist. Im 20. Jahrhundert trat ein sehr starkes Grand Maximum auf. Typischerweise sind diese Grand Maxima relativ kurzlebig mit einer Größenordnung von etwa 50 Jahren. Die Rekonstruktion zeigt auch Epochen mit Grand Minima unterdrückter Aktivität. Derartige Minima unterschiedlicher Dauer sind wiederholt aufgetreten. Ein solares Grand Minimum ist definiert als eine Periode, wenn die (geglättete) Sonnenfleckenzahl geringer als 15 ist über mindestens zwei aufeinander folgende Zyklen. Die Sonne befindet sich etwa über 17% der Zeit im Zustand von Grand Minima. Beispiele jüngster, extrem ruhiger Grand Minima sind das Maunder Minimum (etwa von 1645 bis 1715) und das Spörer-Minimum (etwa von 1420 bis 1570).

Die Sonne hat eine Zustandsänderung durchlaufen. Sie ist von einem Grand Solar Maximum, welches im 20 Jahrhundert vorherrschend war, in eine magnetisch ruhige Periode nach Art eines Dalton Minimums übergegangen.

III. Detaillierte Vorhersage

Haftungsausschluss: Der folgende Abschnitt stellt meine nach bestem Wissen und Gewissen erfolgte Abschätzung des kommenden Sonnenzyklus‘ dar, ebenso wie dessen Auswirkungen auf ein chaotisches System, welches unter der Bezeichnung Klima/Wetter bekannt ist. Der Autor stellt alle Informationen auf die Grundlage „wie bekannt“ und „soweit verfügbar“. Die Abschätzung ist ausschließlich informativer Natur. Der Autor gibt keine Repräsentationen oder Garantien irgendeiner Art ab, weder expressiv noch implizit. Jeder Gewinn oder Verlust aufgrund der Anwendung dieser Information liegt ausschließlich in der Verantwortung des Nutzers.

Ich prognostiziere, dass die Intensität des Zyklus‘ Nr. 25 sehr ähnlich der Intensität des Zyklus‘ Nr. 24 sein wird. Diese Vorhersage mache ich aufgrund von zwei Beobachtungen:

1. Der Verlauf der Solarzyklen 22 bis 25 passt ziemlich gut zu dem historischen Verlauf der Zyklen 3 bis 6. Man betrachte Abbildung 3. Die Zyklen 4 bis 7 korrespondieren mit der unter dem Begriff Dalton-Minimum bekannten Periode. Das Dalton-Minimum war eine Zeit mit minimalen Sonnenflecken, einer ganzen Reihe schwacher Sonnenzyklen, aber noch nicht schwach genug, um als Solares Grand Minimum bezeichnet zu werden.

2. Sonnenzyklen treten paarweise auf. Ein Sonnenzyklus ist in Wirklichkeit ein halber Zyklus. Man braucht zwei solare Zyklen, um einen ganzen Zyklus zu vervollständigen. In einem Sonnenzyklus ist die magnetische Polarität der Sonne nordwärts, im nächsten südwärts ausgerichtet. Am Ende der beiden Zyklen ist die Sonne wieder dort, wo alles angefangen hat. Es sind also zwei Seiten der gleichen Münze. Die Intensität eines jeden Halb-Zyklus ist in etwa gleich.

Am interessantesten für mich ist die Periode minimaler Sonnenflecken vor dem nächsten Zyklus und nicht so sehr die Periode maximaler Sonnenflecken. Das Minimum repräsentiert das Extrem, den primären Akteur, der seinen Schatten kommender Wetterereignisse vorauswirft. Ein Vergleich der jetzt kommenden Periode minimaler Sonnenflecken mit der korrespondierenden Periode minimaler Sonnenflecken während des Dalton-Minimums (zwischen de Zyklen 5 und 6) brachte mich auf die folgende prädiktive Beobachtung: Die jetzt begonnene Periode minimaler Sonnenflecken wird vom Winter 2016/17 bis zum Winter 2024/25 dauern. Diese Periode ist analog des Zeitrahmens des Dalton Minimums vom Winter 1806/07 bis zum Winter 1814/15.

Ich prognostiziere, dass diese Periode minimaler Sonnenflecken länger und intensiver ausfällt als sein Vorgänger. Die Änderungen während dieses solaren Minimums sollten ausgeprägter sein als während des letzten solaren Minimums. Unter den Parametern sind Sonnenflecken, Average Magnetic Planetary Index (Ap index), Galactic Cosmic Rays (GCRs)-Flussraten, Volumen der Heliosphäre, die interplanetarische magnetische Feldstärke der Sonne, Druck des Sonnenwindes, solare UV-Strahlung, Volumen der Thermosphäre der Erde und die geographische Breite des Auftretens von Leuchtenden Nachtwolken.

Die Theorie, dass die Intensität von Sonnenflecken mit Änderungen von Wetter und Klima auf der Erde korrespondiert, ist schon Jahrhunderte alt. Im Jahre 1801 stellte der große Astronom William Herschel fest, dass die Weizenernte in England während minimaler Sonnenflecken besonders schlecht ausfiel.

Im Jahre 1873 kam der russisch-deutsche Klimatologe Wladimir Peter Köppen zu dem Ergebnis, dass die in den Tropen beobachteten maximalen Temperaturen mit Sonnenflecken-Minima korrespondierten. Dazu sammelte er Daten von 403 Stationen auf der ganzen Welt. Im Jahre 1891 veröffentlichte Henry F. Blanford eine Reihe von Temperaturmessungen, welche Prof. S. A. Hill während der Jahre von 1875 bis 1885 in Allahabad durchgeführt hatte (auf 25,4°N). Dabei zeigte sich eine jährliche mittlere Temperaturdifferenz von 3,7°C zwischen Sonnenflecken-Minimum und -maximum. Im Jahre 1872 zeigte der schottische Meteorologe und Astronom Charles Meldrum, dass Perioden mit minimalen Sonnenflecken auch mit Perioden minimalen Regens an tropischen Wetterstationen einher gingen. Sir Norman Lockyer wies diesen Effekt auch an vielen Stationen in Ceylon und Indien nach (9).

Aber diese Relationen betreffen nicht den ganzen Globus gleichmäßig. Forschungen von Charles Chambers (1857), Frederick Chambers (1878), S.A. Hill (1879), E.D. Archibald (1879) und Henry F. Blanford (1879, 1880) zeigten interessante Ergebnisse. In niedrigen Breiten ist der Luftdruck während Perioden minimaler Sonnenflecken erhöht. Aber in mittleren Breiten ist der Luftdruck genau entgegengesetzt; er ist höher während solarer Maxima im Winter. Und in polaren Breiten ist der Luftdruck während solarer Minima im Sommer erhöht (9). Zu großen Stürmen kommt es allgemein, wenn Luftdruck-Extreme groß sind.

Im Jahre 1891 bemerkte H. F. Blanford, dass während solarer Flecken-Minima ein geringerer Anteil der tropischen Atmosphäre zu höheren Breiten auf der jeweiligen Winter-Hemisphäre transferiert wird.

Björn Helland-Hansen and Dr. Fridtjof Nansen found a similar correlation at the Lighthouse on Ona Island, Norway (Latitude 62.9° N). They compared the mean winter air temperature from 1 November to April 30 for the years 1875-1907 and showed that colder temperatures generally occurred during periods of minimal sunspots.56

In den gemäßigten Breiten scheint die Sonnenflecken-Häufigkeit in Beziehung zu stehen mit sehr kalten Wintern. In Greenwich analysierte Alexander B. MacDowall für die Jahre 1841 bis 1895 die Daten jeweils von Oktober bis März. Geringe Sonnenflecken-Häufigkeit korrespondiert mit einer Zunahme der Tage mit kaltem Nordwind (48). Die Anzahl der Frosttage in London korreliert ebenfalls mit Perioden minimaler Sonnenflecken (9). H. Helm Clayton fand im Jahre 1895 eine sehr ähnliche Korrelation zwischen Frosttagen und Perioden minimaler Sonnenflecken sowohl in Paris als auch in Neuengland. In seinem Fall stellte er jedoch seine Ergebnisse auf die Grundlage eines vollen Zyklus‘ (22 Jahre) (55).

Björn Helland-Hansen und Dr. Fridtjof Nansen fanden eine ähnliche Korrelation auf der Ona-Insel in Norwegen (62,9°N). Sie verglichen die mittlere Lufttemperatur im Winter jeweils vom 1. November bis zum 30. April der Jahre 1875 bis 1907 und zeigten, dass niedrigere Temperaturen allgemein während Perioden minimaler Sonnenflecken auftraten (56).

Oftmals kam es vor, dass eine bei der Analyse der Daten hervortretende Verbindung zwischen Klima und Solarzyklus widersprüchlich daherkam. Ich denke, der Hauptgrund hierfür war, dass man die Daten einer falschen Filterung unterzogen hatte. Aus seiner eigenen Natur heraus ist Wetter ein chaotisches System. Auch habe ich den Eindruck, dass die beobachteten Trends weniger ausgeprägt waren, einher gehend mit dem Umstand, dass Perioden minimaler Sonnenflecken kürzer und weniger extrem ausfielen, vor allem während der Grand Solar Maxima, wie sie für das 20. Jahrhundert typisch waren.

Viele Wissenschaftler, darunter Sir (Joseph) Norman Lockyer (Professor der astronomischen Physik und Gründer des Journals Nature), William James Stewart Lockyer, der amerikanische Professor F. H. Bigelow, Dr. Major Albert Veeder M.D., der amerikanische Professor C. J. Kullmer, der norwegische Professor Björn Helland-Hansen, Dr. Fridjof Nansen (der Arktisforscher) und andere glaubten zunächst, dass die Klimavariationen der Erde aufgrund von Änderungen der Sonnenflecken-Aktivität primär von der Zirkulation der Erde getrieben werden und nicht von Auswirkungen der direkten Sonnenwärme. (11)

Die diese Korrelation stützenden wissenschaftlichen Grundlagen fehlten in historischen Zeiten. Erst kürzlich waren Wissenschaftler in der Lage, die verschiedenen bedeutenden solaren, Weltraum- und Erd-Metriken zu messen und Theorien zu entwickeln, welche diese Korrelation erklären. Im Jahre 2016 schrieb ich eine Studie mit dem Titel Little Ice Age Theory, womit ich alle diese Details und Relationen zu erklären versuchte (12).

In jener Studie fand ich zwei Haupttheorien mit der Bezeichnung Cloud Theory und Wind Theory. Die Wolkentheorie beschreibt einen langfristigen Klima-Treiber, während die Windtheorie einen kürzerfristigen Wetter-Treiber beschreibt. In beiden Theorien geht es um die solare Einwirkung auf die Wolkenbildung auf der Erde. Die Wolkentheorie befasst sich mit der Fähigkeit der tiefen Wolken, Temperaturen langsam zu verändern. Die Windtheorie befasst sich mit der Fähigkeit hoher Wolken, die atmosphärische Zirkulation zu verändern [?].

Wolkentheorie: Mit der Abschwächung des solaren Magnetfeldes und dessen nach innen gerichteten Kollaps‘ kann eine größere Menge galaktischer kosmischer Strahlen in das Innere des Sonnensystems vordringen. Einige dieser Partikel weisen fast Lichtgeschwindigkeit auf und setzen bei ihrem Eindringen bis tief in die untere Atmosphäre der Erde eine Kaskade von Ionen frei. Diese Ionen versorgen die mikroskopischen Wassertröpfchen in der Luft mit elektrischer Ladung. Geladene Wassertröpfchen sind zehn bis einhundert mal effizienter beim Einfangen von Aerosolen als ladungsfreie Tröpfchen. Folglich klumpen diese mikroskopischen Wassertröpfchen zusammen, um die kleinen Wassertröpfchen zu bilden, aus denen die Wolken bestehen. Tiefe Wolken neigen dazu, optisch dick zu sein und Sonnenlicht effektiv zurück in das Weltall zu reflektieren. Eine ausgedehnte Periode mit einem schwachen solaren Magnetfeld erzeugt eine erhebliche Zunahme der Bewölkung über den Ozeanen und als Folge davon einen globalen Temperaturrückgang.

Ich prognostiziere, dass das jetzt kommende solare Minimum eine Zunahme der Bewölkung über den Ozeanen bewirkt sowie einen graduellen Rückgang der Temperaturen. Der Stillstand der globalen Erwärmung wird sich fortsetzen. (Den genauesten Satelliten-Temperaturdaten zufolge existiert dieser Stillstand ab dem Jahr 1998 (13)).

Die Wolkentheorie beeinflusst hauptsächlich das langfristige Klima der Erde. Als die Großen Solaren Minima (Spörer und Maunder Minimum) zu Ende gingen, war die extreme Kälte nicht über Nacht verschwunden. Vielmehr erfolgte die Änderung graduell, und die Erde brauchte viele Jahrzehnte, sich wieder zu erwärmen. Andererseits, als das für das 20. Jahrhundert typische Große Solare Maximum abrupt zu Ende ging, gleitet die Erde nicht über Nacht in eine weitere Kleine Eiszeit. Ursache hierfür ist die in den Landmassen und Ozeanen der Erde gespeicherte latente Wärme.

Windtheorie: Mit der immer ruhiger werdenden Sonne geht eine signifikante Reduktion des emittierten Lichts im ultravioletten Bereich einher. Die beeinflusst die Bildung und Verteilung mikroskopischer Eiskristalle, aus welchen die Obergrenze der irdischen Wolkendecke besteht. Werden weniger Eiskristalle über die Polargebiete geweht, bedeutet dies, dass sich diese Regionen geringfügig erwärmen mit der Folge einer Abschwächung des Polarwirbels. Eiskristalle, die nicht vom Polarwirbel aufgenommen werden, neigen dazu, sich zu verklumpen und dichte kalte Regionen zu bilden im Bereich des Jet Streams, was zu blockierenden Hochdrucksystemen führt. Dies wiederum sorgt für eine Veränderung der Windzirkulation von einem zonalen mehr in ein meridionales Strömungsmuster.

Während des nordhemisphärischen Winters wird ein meridional verlaufender Jet Stream aus kalten arktischen Gebieten weit südwärts in die Mittleren Breiten verfrachten (30° bis 60°N). Dies führt zu Rekord-Schneefällen und rekordtiefen Temperaturen. Der meridionale Jet Stream wird sehr heftige Winterstürme mit sich bringen. Zum Ende des Winters kann es zu großen Überschwemmungen kommen. Extreme Winter können die Wachstumsphase verkürzen und zu Knappheit und Hungersnot führen.

Abbildung 4: Jet Stream der Nordhemisphäre

Die gleichen Vorgänge finden auf der Südhalbkugel statt, aber die atmosphärische Zirkulation der Erde ist nicht symmetrisch. Dies liegt an der unterschiedlichen Verteilung der Landmassen, besonders der Bergketten. Die großen Zirkulationssysteme (Hadley-, Ferrel-Zelle) überdecken also verschiedene geographische Breiten auf der jeweiligen Hemisphäre.

In den Mittleren Breiten prognostiziere ich, dass die dem Solarzyklus 25 vorausgehende Periode minimaler Sonnenflecken folgende Phänomene zeitigen wird:

Rekordtiefe Temperaturen im Winter

Rekord-Schneefälle

Starke, energiereiche Winterstürme

Zufrieren von Flüssen und Seen

Große Frühjahrs-Überschwemmungen

Wetterbezogene Hungersnöte wegen verkürzter Wachstumszeiten und Extremwetter-Ereignissen.

In Niedrigen Breiten prognostiziere ich, dass die dem Solarzyklus 25 vorausgehende Periode minimaler Sonnenflecken folgende Phänomene zeitigen wird:

Weniger Regen, höhere Temperaturen und Dürren

Hungersnöte infolge von Dürren.

Jedwede meteorologische Theorie zur Beschreibung von Wetter und Klima sollte auf sicherem Wissen und Verstehen der Vorgänge in der Vergangenheit beruhen. Aus diesem Grunde habe ich im Folgenden Wetterereignisse gelistet, wie sie im analogen Zeitraum des Dalton-Minimums aufgetreten waren.

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Diese sehr lange Liste wird hier nicht mit übersetzt. Der wesentliche Punkt dieses Beitrags ist angesprochen worden. Am Ende folgt dann noch eine ausführliche Referenzen-Liste. Wesentliches im Sinne des Themas wird aber nicht mehr gesagt, weshalb hier nur auf das Original verwiesen wird:

Link: https://wattsupwiththat.com/2018/02/09/forecast-for-solar-cycle-25/

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Wenn ein SPD-Mann die Kosten des EEG (wenn auch stark unter­trieben) anprangert, ist er schlimmer als die AfD

Nun hat es auch ein „SPD-Mann“ gewagt, Kosten des EEG darzustellen. Und was in Büttenreden inzwischen streng geahndet wird: Verunglimpfung anderer, sofern es nicht Trump und die AfD betrifft, ist bei Kritik am EEG (und am AGW-Klimawandel) natürlich ebenfalls außer Kraft gesetzt.

Übertroffen wird die AfD nur vom Brandenburgischen Ministerpräsidenten …

Beschrieb Jörg Staude (studierter Journalist und seit Mitte 2014 leitender Redakteur bei klimaretter.info.) die Höhe des Vergehens, welches damit in die derzeit schlimmste, publizistisch mögliche „Schandstufe“ einzusortieren ist. Und das nur, weil der Brandenburgische Ministerpräsident der laut Herrn Staude „hochseriösen DPA“ ein Interview zum EEG gab:
KLIMARETTER.INFO 08. Februar 2018: [1] Faktencheck: Woidkes 800-Milliarden-Story
… der hochseriösen Nachrichtenagentur DPA gab Woidke ein Wortlaut-Interview, das schon am ersten Tag des Jahres 2018 den Weg in einige Presserzeugnisse fand wie in die Märkische Oderzeitung.

Der „SPD-Mann“: Man müsse die gesamte Energiewende hinterfragen

Wie kann jemand aus der „seriösen“ Politikecke nur auf so etwas kommen? Klar, weil in diesem Bundesland Braunkohle abgebaut und zur Stromgewinnung verfeuert wird. Das führte zum Nachdenken. Bestimmt nicht uneigennützig, aber immerhin.
KLIMARETTER.INFO: [1] … Die Breitseite, die der Ministerpräsident da gegen die Energiewende abschoss, hatte ein ganz großes Kaliber. Man müsse die „gesamte Energiewende hinterfragen“, sagte Woidke und ließ auch zahlentechnisch eine Bombe hochgehen: „Allein schon der Bereich des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) zeigt, dass es so nicht weitergehen kann. Wir haben heute etwa 800 Milliarden Euro an Verpflichtungen aus dem EEG und bereits getätigte Zahlungen. Dieses Geld ist geflossen für das Aufstellen von Windkraftanlagen und das Bauen von Solarkraftwerken.“ So weit das Zitat.

Herr Staude ist sich sicher, die wahren Kosten zu benennen

Jörg Staude als „Energiefachmann“ fand dann einen Hebel, an dem sich seine massive Kritik entzündete: Der SPD-Ministerpräsident hat die EEG-Kosten vollkommen falsch dargestellt. Billiger hätte er sicher werden dürfen, aber nach oben von den politisch zulässigen Angaben [4] abzuweichen, kann nur rechtem Gedankengut entnommen sein.
KLIMARETTER.INFO: [1] …Wer sich in dem Thema auskennt, wusste, dass Woidke hier eine noch nicht gesehene Riesenzahl in die Welt setzte. Selbst der Bundestagsabgeordnete Rainer Kraft von der AfD kam in seiner Antrittsrede Mitte Januar dieses Jahres nur auf 500 Milliarden Euro, die „die im rot-schwarz-grünen Katechismus fest verankerte Energiewende“, so Kraft im besten AfD-Slang, bislang „verschlungen“ habe.
Nun gut, das sind vergangene Kosten. Was die künftigen betrifft, gibt es gewichtigere Angaben. Der sicher als energiewendekritisch geltende Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) beziffert die gesamten volkswirtschaftlichen Mehrkosten – also nicht nur die des EEG, sondern auch für Kohleausstieg, Verkehrs- und Wärmewende et cetera – je nach Klimaziel auf
470 bis 960 Milliarden Euro – und zwar bis 2050.
Die aktuelle Kosten“vorschau“ des EEG reicht im Vergleich dazu nur bis Mitte der 2030er Jahre. Wer dieses Jahr die Förderung genehmigt bekommt, kann maximal 20 Jahre lang auf die Zuschüsse bauen.
Dann gibt es die Studie der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (ISNM) aus dem Herbst 2016. Obwohl die wegen Doppelzählungen und anderer Ungereimheiten handwerklich als unsauber gilt, soll sie hier mal zum Vergleich dienen: Die ISNM-Experten taxierten die – wiederum gesamten – Energiewende-Kosten zwischen den Jahren 2000 und 2025
auf 520 Milliarden Euro, 80 Prozent davon sollen durch das EEG verursacht sein, das wären dann 416 Milliarden Euro.
In 25 Jahren EEG fallen, wenn man also großzügig rechnet, etwas mehr als 400 Milliarden an – und dann sollen, wie ein SPD-Ministerpräsident behauptet, nochmal 400 Milliarden dazukommen? Obwohl die Fördersätze bekanntermaßen sinken, der Zubau per Ausschreibung „gedeckelt“ wird, Offshore-Windparks Mitte der 2020er Jahre
mit null Cent Förderung betrieben werden? Obwohl langfristig ein CO2-Preis und der Kohleausstieg für bessere Strompreise an der Börse und damit eine zugleich sinkende EEG-Förderung sorgen werden? Um nur einige der bereits gezogenen oder noch geplanten Kostenbremsen zu nennen.
Herr Staudt verschweigt dabei geflissentlich, dass sich beim EEG und dessen Kosten bisher alle „Experten“ ausschließlich geirrt haben. Angefangen von dem Preis einer Eiskugel im Monat, über die „Sonne, welche keine Rechnung stellt“ und nun die „null Cent Förderung“ von offshore-Windkraft [7]. Aus welchem plausiblen Grund sollte dieses wieder von Politikern „geleitete“ Projekt Energiewende bezüglich der Kosten auch anders verlaufen, als der Berliner Flughafen oder die Elbphilharmonie.

Die GRÜNEN denken nicht (selbst), sondern stellen Fragen. Doch die verantwortliche Regierung weiß nichts

Was Herr Staudt positiv sieht, kann man auch anders betrachten. Wenn eine Bundestagsfraktion die Regierung nach den EEG-Kosten fragt, kommt die Antwort, dass man solche beim größten Projekt zur Zerstörung der bewährten Stromversorgung immer noch nicht kenne, sie eigentlich auch nicht wissen muss.
KLIMARETTER.INFO: [1] … Keiner kann oder will die Zahl belegen Auch die Bundesregierung will sich an solchen Taschenspielertricks nicht beteiligen. „Der Bundesregierung sind keine wissenschaftlichen Gutachten oder Publikationen bekannt, die Verpflichtungen aus dem EEG in genannter Höhe bestätigen oder widerlegen“, antwortet sie trocken auf eine Grünen-Anfrage, ob ihr die 800-Milliarden-Story irgendwie bekannt vorkomme.
Alternativ kann die Erklärung auch lauten: Wenn GRÜNE in ihrer Wissensnot als Fachperson einen GRÜNEN*in befragen, (Herr Staatssekretär Baake ist ein GRÜNER), kann kein zusätzliches Wissen herauskommen, wie schon mehrmals gezeigt wurde [5].

Antwort der Bundesregierung auf die Anfrage der GRÜNEN nach den EEG-Kosten

Trotzdem kann unsere Bundesregierung zwar nicht den GRÜNEN, aber ihren Untertanen „sagen“, was das EEG (angeblich) kostet:
Die Bundesregierung: [4] Was bringt, was kostet die Energiewende
… Investitionen bis zu 550 Milliarden Euro sind bis zur Mitte des Jahrhunderts für die Energiewende erforderlich. Das haben die Szenarien ergeben, die für das Energiekonzept der Bundesregierung berechnet wurden. Eine halbe Billion entspricht jährlichen Zusatzinvestitionen in Höhe von bis zu 15 Milliarden Euro oder 0,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts …

Bundesregierung: Das EEG senkt den Strompreis

Wie glaubhaft das ist, ahnt man beim Lesen der Begründung zur Information: „ … das EEG senkt den Strompreis“. Erst beim genaueren Durchlesen erfährt man, dass dies nur den Strompreis für Großverbraucher – welche über die Börse beziehen können – betrifft, aber nicht die Masse der privaten Verbraucher, welche diese „Kostensenkung“ ausgleichen müssen. Und selbst das wird nicht ehrlich zugegeben, sondern verklausuliert, genau genommen falsch, dargestellt:

Darstellung des Strompreises bei der Bundesregierung [4]

Bundesregierung; „ … Deshalb kann insgesamt der Strompreis für Verbraucher steigen … „.
Er kann es nicht nur, er muss es machen. Das Ergebnis ist bekannt und eindeutig:
EIKE 30.01.2018: Deutschland hat in Europa einen neuen Spitzenplatz erklommen – beim Strompreis

Anscheinend waren die GRÜNEN mit der Antwort des eigenen, grünen Fachmannes in der Bundesregierung nicht zufrieden. In ihrer bewussten, GRÜNEN Art: Man muss nichts wissen, es reicht, wenn man weiß, wen man Fragen kann.
EIKE 26.08.2017: Holen sich die GRÜNEN ihre „Kernkompetenz“ zum Klimawandel von der Bundesregierung?
fragten sie deshalb weiter.

Doppelt genäht“ hält besser. Deshalb fragen die GRÜNEN auch im Landtag


Chef der Staatskanzlei Land Brandenburg: … zu Ihrer oben genannten Anfrage und der zitierten Berichterstattung vom 02.01.2018 kann ich Ihnen Folgendes mitteilen:
Die Landesregierung weist seit langem auf die immens steigenden Kosten, die die Umsetzung der Energiewende mit sich bringt und die letztendlich von allen Steuerzahlern zu finanzieren sind, hin. Das betrifft u.a. neben den gestiegenen Netzentgelten und der Stromsteuer vor allem auch die EEG-Umlage.
Bis heute wurden aus dem EEG laut BMWi und Bundesnetzagentur bereits Vergütungs- und Prämienzahlungen der Übertragungsnetzbetreiber in Höhe von insgesamt rd. 200 Mrd. Euro ausgezahlt. Eine Projektion der noch dazu zu rechnenden künftigen Ausgaben und gesetzlichen Verpflichtungen basiert auf vielen Annahmen, die je nach Herangehensweise zu unterschiedlichen Ergebnisszenarien führen. Sicher ist aber, dass die jährlichen Belastungen aus der EEG-Umlage in den nächsten Jahren bei jährlich rd. 25 bis 30 Mrd. Euro liegen werden. So sind die Kosten für die EEG-Umlage von 0,20 Cent pro Kilowattstunde bei ihrer Einführung im Jahr 2000 auf mittlerweile fast sieben Cent gestiegen, Das belastet vor allem die Haushalte mit geringeren Einkommen und unseren Mittelstand. Es gefährdet auch die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen.
Auch wenn diese Belastungen langfristig wieder zurückgehen sollten, werden noch weitere hunderte Milliarden Euro auf die Stromkunden umgewälzt. Darüber hinaus fallen neben der EEG-Umlage noch zahlreiche weitere Kosten wie beispielsweise für den Netzausbau an. Die Landesregierung geht deshalb davon aus, dass der Betrag von schätzungsweise weiteren 600 Mrd. Euro dabei nicht die letzte genannte Zahl bleiben dürfte.
Aktuell hat Deutschland gemeinsam mit Italien und Dänemark die höchsten Strompreise in Europa. Eine Belastung, die neben den Bürgerinnen und Bürgern vor allem auch unsere Unternehmen tragen müssen und die aus Sicht der Landesregierung gestoppt werden muss, wenn wir nicht ein Abwandern unserer stromintensiven Unternehmen und damit unserer industriellen Basis ins Ausland verhindern wollen. Deshalb wird sich die Landesregierung beim Bund dafür einsetzen, dass die Kosten für den Ausbau der erneuerbaren Energien gerechter verteilt und zumindest zum Teil auch aus dem Bundeshaushalt finanziert werden.

Leider endet damit die „Informationskette“ und dem Autor ist es nicht möglich, über die seitens der GRÜNEN daraus abgeleiteten Maßnahmen zu berichten. Zumindest klüger können sie über dieses Frage-/Antwortspiel bisher nicht geworden sein, wie es die vielen fast schon schwachsinnigen Aussagen darüber von GRÜNEN „Vordenkern“ und „Fachpersonen“ belegen [5]: EIKE 24.01.2018: GRÜNE Energieexpertin: Das Netz fungiert als Speicher

Wenn die Bundesregierung nichts weiß, aber trotzdem jemand etwas weiß, kann es nur aus Richtung der AfD kommen

KLIMARETTER.INFO: [1] … Quellensuche führt zu AfD-nahem Verein
Übrigens: Die bis dato einzige bekannte Quelle, in der die 800 Milliarden Euro im Zusammenhang mit dem EEG auftauchen, nennt die brandenburgische Landesregierung natürlich nicht. Es ist eine Tabelle des energiewendefeindlichen und AfD-nahen „Stromverbraucherschutzvereins“ Naeb.
… Das heißt: Man könnte auch locker sagen, das EEG koste
eine Billion Euro oder was auch immer. Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Für Populisten vom Schlage eines Rainer Kraft ist das EEG deswegen ein dankbares Objekt. Kann sich aber ein Ministerpräsident aus Brandenburg politisch auf derart dünnes Eis begeben?
Wohl nicht. Das dämmerte inzwischen auch den Zahlenzauberern in der Potsdamer Staatskanzlei und sie rudern in ihrer Antwort an die Grünen ein wenig zurück. Auch wenn die EEG-Belastungen „langfristig wieder zurückgehen sollten, werden noch weitere hunderte Milliarden Euro auf die Stromkunden umgewälzt“, orakeln sie. Und warum? Weil neben der EEG-Umlage „noch zahlreiche weitere Kosten wie beispielsweise für den
Netzausbau“ anfielen.

Bild Die im Artikel zitierte Tabelle des Vereins Naen

Bestehen die Gesamt-Kosten der Zerstörung unseres bewährten Energiesystems wirklich nur aus der EEG-Umlage?

Herr Staudt ist dieser Meinung.
KLIMARETTER.INFO: [1] … Ach so. Plötzlich geht es nicht mehr allein um die EEG-Kosten, von denen der Ministerpräsident in seinem Interview ausdrücklich redete, sondern auch um die des Netzausbaus. Denselben Trick wandten schon die Gutachter der INSM an: Netzkosten, die auch dann anfallen würden, wenn kein einziges Windrad gebaut würde und alles bei Atom und Kohle bliebe, werden einfach der Energiewende zugeschlagen.
„Das Bashing gegen das EEG ist de facto ein Pauschalangriff auf die Energiewende. Denn das EEG regelt vor allem den Ausbau der erneuerbaren Energien und deren Einspeisevorrang gegenüber der schmutzigen und klimaschädlichen Kohle“, legt die grüne Bundestagsabgeordnete und frischgebackene Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock die Motive Woidkes offen.
Übrigens: Die bis dato einzige bekannte Quelle, in der die 800 Milliarden Euro im Zusammenhang mit dem EEG auftauchen, nennt die brandenburgische Landesregierung natürlich nicht. Es ist eine Tabelle des energiewendefeindlichen und
AfD-nahen „Stromverbraucherschutzvereins“ Naeb.
Hängt man dieser Meinung jedoch nicht an – und dafür gibt es viele gute Gründe (wer würde beim Hausbau als Gesamtkosten nur die Steine für den Rohbau kalkulieren), explodieren die EEG-Kosten geradezu. Ganz sicher der Grund, warum diese offiziell ausschließlich „schöngerechnet“ publiziert werden dürfen.

Die Kosten hängen von der Betrachtungsweise ab. Dann dürfte der „SPD-Mann“ aber stark untertrieben haben

Herr Staude zitiert als einen Beleg für seine „einzig wahre“ Kostendarstellung den BDI. Interessant ist, was in dessen Studie an gesamten Kosten genannt werden:
BDI Studie Januar 2018: [3] Klimapfade für Deutschland (BCG; prognos)
Die Erreichung der Klimaziele erfordert Mehrinvestitionen von 1,5 bis 2,3 Billionen Euro
Bereits in der Referenz fallen nach der oben genannten Abschätzung durch Klimaschutzmaßnahmen Mehrinvestitionen in Höhe von rund 530 Mrd. Euro an, davon rund 270 Mrd. Euro für die Fortschreibung der Energiewende im Stromsektor, rund 220 Mrd. Euro für die beginnende Umstellung auf Elektromobilität sowie zusätzliche Fahrzeugeffizienz im Verkehr und rund 50 Mrd. Euro für Maßnahmen im Gebäudesektor (jeweils kumuliert über die kommenden 35 Jahre). Im 80 %-Pfad erhöht sich dieser Betrag um weitere rund 1.000 Mrd. Euro, im 95 %-Pfad um rund 1.800 Mrd. Euro, davon ca. 180 Mrd. Euro zum Aufbau von Produktionskapazitäten für synthetische Kraftstoffe im Ausland.
Insgesamt wären zur Erreichung der deutschen Klimaziele damit Mehrinvestitionen in Höhe von
1,5 bis 2,3 Billionen Euro bis 2050 erforderlich (95 %-Pfad: davon 180 Mrd. Euro im Ausland), also im Durchschnitt etwa 45 bis 70 Mrd. Euro pro Jahr. Bezogen auf das deutsche Bruttoinlandsprodukt bedeuten diese gesamten Investitionen im Durchschnitt einen Anteil von 1,2 bis 1,8 Prozent
Für die vom BDI vertretene Industrie das reinste Traumszenario. Solche Zerstörungen eines bestehenden, bewährten Systems schafften in Deutschland bisher nur Kriege und in einem Teil davon der Sozialismus. Nun „gelingt“ dies auch in Friedenszeiten, dazu mit dem Unterschied, dass diesmal beliebig viel Geld zur Verfügung steht.
Zum Trost für die Bürger: Dieses Geld ist ja nicht verloren, sondern wandert nur von einer Tasche in eine andere.
Ganz böse Stimmen behaupten noch ergänzend, der Vorgang könnte sich nach 2050 wiederholen, wenn das Ganze Experiment zurückzubauen ist. Und deshalb seien alle davon Profitierenden an einer schnellen Umsetzung interessiert, um einen (durch Nachdenken über das EEG-Chaossystem, oder neue Enthüllungen über die AGW-Klimawandel-Hysterie) doch noch denkbaren Stopp früh genug unmöglich zu machen.

Deutschland als „Energielandschaft“ nach 95 % Treibhausgasreduktion [3]

Über ähnliche Summen berichten auch Medien auf Basis einer Studie:
FRANKFURTER ALLGEMEINE
15.11.2017: Um Klimaziele zu erreichen : Zwei Billionen Euro für die Energiewende
EIKE 25. 11 2017: Der Beginn der Offenbarung – Das EEG wird 2 Billionen EUR kosten (erst mal als Anfangsbudget)

In Wirklichkeit ging es gar nicht um die Kosten

Dass es ihm gar nicht um Kosten, sondern um reine Ideologie geht, legt Herr Staudt am Ende seines Artikels offen:
KLIMARETTER.INFO: [1] … „Das Bashing gegen das EEG ist de facto ein Pauschalangriff auf die Energiewende. Denn das EEG regelt vor allem den Ausbau der erneuerbaren Energien und deren Einspeisevorrang gegenüber der schmutzigen und klimaschädlichen Kohle“, legt die grüne Bundestagsabgeordnete und frischgebackene Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock die Motive Woidkes offen.
Was lernt man daraus: Die „Altmaiers“
TICHYS EINBLICK: [2] Karl-Eduard von Altmaier: Der peinlichste Schönredner von Merkel
sitzen nicht nur in der Regierung.

Und wenn die eigenen Pfründe in Gefahr sind (viele der KLIMARETER.INFO Herausgeber sind direkt mit Ökofirmen verbunden, die vielen Redaktionsmitglieder sind bis auf ganz wenige ohne Fachausbildung zu Energie und Klima, haben aber einen Aktivistenhintergrund), darf Deutschlands „Intelligenz“ Kritiker jederzeit in die rechte Ecke stellen. Da heiligt der Zwecke jedes Mittel. Und es ist viel einfacher – und in Deutschland wirksamer – als die Beschäftigung mit dem Problem.

Nur „Rechte“ stellen die dumme Fragen nach dem Sinn

EIKE 13.07.2016: [6] Ist billiger Strom rechtsradikal?
FOCUS ONLINE 09.07.2016: Eon-Chef Johannes Teyssen hat davor gewarnt, dass Rechtspopulisten eine Kampagne gegen die Energiewende fahren könnten, wenn die Strompreise nicht sinken.
„Die AfD hat die Energiewende bereits für sich entdeckt“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Energiekonzerns der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (Samstag). „Wenn das Thema von Populisten besetzt wird, sollten wir sprechfähig sein und belegen können, dass wir nicht Milliarden verschwendet haben.“ Den Menschen sei immer versprochen worden, dass die Energiewende langfristig auch mit günstigeren Strompreisen einhergehe. „Wenn wir das nicht halten können, gleichzeitig aber unsere Landschaft verspargeln, wird sich das rächen“, sagte Teyssen.

Quellen

[1] KLIMARETTER.INFO 08. Februar 2018: Faktencheck: Woidkes 800-Milliarden-Story

[2] THE EUROPEAN 10.02.2018: Der peinlichste Schönredner von Merkel
TICHYS EINBLICK: Karl-Eduard von Altmaier: Der peinlichste Schönredner von Merkel

[3] BDI Studie Januar 2018: Klimapfade für Deutschland (BCG; prognos)

TICHYS EINBLICK 19. Dezember 2017: Wieviel Zappelstrom verträgt das Netz? Hans-Werner Sinn – Vernichtendes Urteil über Energiewende

[4] Die Bundesregierung: Was bringt, was kostet die Energiewende

[5] EIKE 24.01.2018: GRÜNE Energieexpertin: Das Netz fungiert als Speicher
EIKE 11. September 2017:
Die GRÜNEN: Es mangelt weder an erneuerbaren Energien noch an der Entwicklung von Speichern und Netzen
EIKE 15.08.2017: Cem Özdemir versucht sich in Energie

[6] EIKE 13.07.2016: Ist billiger Strom rechtsradikal?

[7] Deutscher Arbeitgeber Verband: Die Energiefrage – #49 Offshore-Windenergie ohne EEG-Förderung?