Das Energiewende-Debakel: Warum eine Energie­wende mit Windkraft nicht gelingen kann

Dass diese Energiewende nicht gelingen konnte, stand von Anfang an fest. Es wurde von einer unseligen Allianz aus Lobbyisten und universitären Profiteuren betrieben, die sich gegenseitig dabei übertroffen haben, die für jeden Naturwissenschaftler und Ingenieur offensichtlichen Probleme kleinzureden oder zu leugnen. Rund um die Energiewende ist, wie Frank Drieschner im Dezember 2014 in DIE ZEIT sehr treffend formuliert hat, ein öko-industrieller Komplex entstanden, dessen Interesse darin besteht, die Probleme lösbar erscheinen zu lassen, damit Subventionen weiter fließen. Das Energiewende-Debakel ist damit auch Ausdruck des Versagens unserer naturwissenschaftlichen und technischen Eliten.

Die Additionsregel für elektrische Ströme, dem Fachmann als Kirchhoff’scher Knotensatz bekannt, erzwingt, dass der Strom millisekundengenau im Augenblick des Verbrauchs erzeugt werden muss. Diese haarfein ausgeglichene Balance zwischen Leistungsangebot und Leistungsnachfrage wird von regelbaren Kraftwerken gewährleistet. Auf diesem Prinzip beruhen alle unsere stabilen Stromnetze. Gern wird mit den erzielten Produktionsmengen in Terawattstunden geprotzt – wie groß diese sind, ist völlig unerheblich. Es kommt nicht auf die Jahresproduktionsmengen an, sondern darauf, dass die Leistung der Produktion in jedem Augenblick mit der Leistung des Verbrauchs übereinstimmt. Ist es nun grundsätzlich möglich, elektrische Leistung in jedem Augenblick durch Wind- und Solarkraftwerke bedarfsgerecht zur Verfügung zu stellen?

Die Antwort auf diese Frage stand von Anfang an fest: Unsere Wetterstationen zeichnen seit Jahrzehnten die Windgeschwindigkeiten über ganz Deutschland verteilt auf. Jeder Physikstudent im Grundstudium ist in der Lage, aus diesen Windgeschwindigkeiten die zu erwartende elektrische Leistung der Stromerzeugung auszurechnen und natürlich schlummern solche Auswertungen in den Schubladen der einschlägig bekannten wissenschaftlichen Institute. Aus diesen Untersuchungen ist bekannt, dass die sicher zur Verfügung stehende Leistung bei exakt null liegen würde. Das gleiche gilt für Solarkraftwerke, schließlich liefern diese nachts keinen Strom.

Gesprochen wird darüber nicht. Übrigens tritt dieser Totalausfall der Windstrom-Produktion mehr oder weniger regelmäßig auf und ist längst Realität, z.B. als die Windstromerzeugung am 13. März 2014 auf 34 MW, entsprechend 0,1% der installierten Nennleistung, abgesunken ist. Da flächendeckende Hochdruckgebiete in Zentraleuropa häufiger auftreten, ist nichts anderes zu erwarten.

Abbildung 1: Häufigkeit von Windstrom- und Netzleistung heute und bei dreifacher Windstrom- Produktionskapazität (2014 x 3)

Wertet man aus, wie häufig welche Leistung aus Wind dargeboten wird, erhält man Verläufe wie Abb. 1: Niedrige Leistungen sind häufig, hohe Leistungen treten selten auf. Dieser Verlauf ergibt sich aus der räumlichen Verteilung der Windgeschwindigkeit über Deutschland und ist durch keine noch so intelligente Anordnung von Windrädern irgendwie zu beeinflussen. Deshalb ist es innerhalb Deutschlands prinzipiell unmöglich, die Häufigkeit des Dargebots mit der Häufigkeit des Bedarfs zur Deckung zu bringen. Ein Ausbau der Produktionskapazitäten bewirkt allenfalls eine Verschiebung des Dargebots zu höheren Werten hin. Angebot und Nachfrage sind folglich auch im langfristigen Mittel nicht zur Deckung zu bringen [3]. Der tiefere Grund dafür ist schlicht: Wenn im Norden Deutschlands viel Wind weht, ist das meist auch im Süden der Fall, für geringe Windgeschwindigkeiten gilt das in der gleichen Weise. Die Windstromproduktion über Deutschland ist hochgradig korreliert und auch diese Korrelation stand von Anfang an fest und war von Anfang an bekannt.

Gerade der Januar 2017 hat mal wieder gezeigt: Nicht virtuelle, sondern konventionelle Kraftwerke gewährleisten die sichere Stromversorgung in Deutschland. Wer Kernkraftwerke abschaltet, muss entsprechende Kohle-, Öl- oder Erdgaskraftwerke neu bauen, schließlich sind großtechnisch verfügbare Speichertechnologien Jahrzehnte entfernt.

Die einzige Möglichkeit, der wetterbestimmten Korrelation zu entgehen besteht darin, die Windstromproduktion über eine größere Fläche zu verteilen: Über sehr große Distanzen, wir reden hier von 3000km Abstand, ist die Leistungserzeugung dann kaum oder nicht mehr korreliert. Allein durch den ausreichend großen Abstand der Produzenten lässt sich der Verlauf der Dargebots- Häufigkeit beeinflussen. Diese Aussage ist erwiesen und wird durch einen fundamentalen Satz der mathematischen Statistik, den sogenannten „Zentralen Grenzwertsatz“ sichergestellt. Mit Blick auf die Windstromproduktion besagt er, dass sich die Häufigkeitsverteilung des Dargebots einer gaußschen Normalverteilung annähert, je größer die Zahl der nicht korrelierten Windstromproduzenten ist. Dann und nur dann ist es zumindest theoretisch denkbar, Dargebot und Nachfrage im statistischen Mittel wenigstens ungefähr zur Deckung zu bringen. Um zu einer ausreichend großen Zahl an nicht korrelierten Produzenten zu kommen, muss man eine entsprechende Fläche zur Produktion von Windstrom dann aber weit über Europa hinaus denken. Wie Abb. 2 eindringlich beweist,

Abbildung 2: Windwetterkarte von Europa am 21. November 2011

ist eine flächendeckende Windstille in ganz Europa ebenso Realität wie in Deutschland. Auch in Europa gibt es Situationen ohne Ausgleich. Diese Situationen sind zwar selten, aber nicht ausgeschlossen. Nicht einmal in ganz Europa weht der Wind immer irgendwo. Damit ist auch klar, dass selbst ein paneuropäisches Stromnetz ein hundertprozentiges (wie auch immer beschaffenes) Kraftwerks-Ersatzsystem bräuchte, um die Sicherheit der Stromversorgung in jedem Augenblick zu gewährleisten.

Aus heutiger Sicht ist ein Stromnetz, das Europa mit den Weiten Sibiriens, Nordafrikas und Saudi-Arabiens verbindet, politisch wie ökonomisch nicht mehr als eine Illusion. Ebenso illusionär ist die Vorstellung, außerhalb Europas Produktionskapazitäten zu schaffen, die ganz Europa mit Strom versorgen könnten.

Obgleich Jahrzehnte von einer Realisierung entfernt, wird allerorten über sogenannte Power To Gas- „Technologien“ philosophiert. Der Gedanke ist so alt wie simpel: Überschüssiger Strom wird durch Elektrolyse und durch einen nachgeschalteten chemischen Prozess zunächst in Wasserstoff- und dann in Methangas verwandelt. Das speicherbare Methangas soll dann als Brenngas in Gaskraftwerken dienen und in elektrische Energie zurückverwandelt werden. Energetisch gesehen hat dieses Verfahren ungefähr die Logik, einen Kraftwerkskessel mit einem Tauchsieder zu beheizen. Worüber nicht geredet wird: Die energetische Effizienz der Wandlung des Brenngases Methan in elektrische Energie ist durch den Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik begrenzt. Für den Gesamtprozess der Speicherung sind Wirkungsgrade oberhalb von 30% eher Wunschdenken. Bei 70% Verlusten ist schon der Begriff Speicherung reiner Etikettenschwindel. Und jede Kilowattstunde elektrischer Energie, die bei der Energiewandlung als Abwärme verloren geht, erfordert entsprechende elektrische Ersatzkapazitäten. Aus diesem Grund ist überschüssiger Strom gerade nicht umsonst, sondern muss mit zusätzlichen Wind- oder Solarkraftwerken teuer bezahlt werden. Aufgrund der gewaltigen Verluste sind bis zu 100% zusätzliche Produktionskapazitäten erforderlich. Allein das bewirkt eine Verdoppelung der Kosten für die Stromproduktion.

Nicht die gesicherte Leistung null allein, sondern die Schwankungen der Windstromproduktion entpuppen sich inzwischen als unlösbares und technisch unbeherrschbares Problem.

Abbildung 3: Windstromproduktion Deutschland von 2011 bis 2016

Die Variabilität der deutschen Windstromproduktion ist um 70% größer als die Schwankungen der Augenzahlen beim Würfeln. Würden die deutschen Elektrizitätsversorger die Stromproduktion ihrer Kraftwerke täglich auswürfeln, würde der Strom gleichmäßiger fließen. [1]

Von Energiewende-Protagonisten wie dem Kasseler Fraunhofer IWES1 wird gern behauptet, ein Ausbau in der Fläche würde die Windstrom-Produktion glätten und damit das Kernproblem der extremen Leistungsschwankungen zumindest mildern. So heißt es in der IWES in Kassel verfertigten Studie „Potenzial der Windenergie an Land“ auf Seite 3 „Es existieren ausreichend Standorte, die in Verbindung mit modernen Windenergieanlagen eine gleichmäßige Stromeinspeisung durch eine hohe Auslastung versprechen.“ Dass eine gleichmäßige Stromeinspeisung erwiesenermaßen Wunschdenken ist, verdeutlicht Abb. 3, schließlich ist der Anstieg der Schwankungen eine ganz offensichtliche Tatsache [3].

Kann es überhaupt eine Glättung der Windstromerzeugung geben?

Die hohen Leistungsspitzen und die tiefen Leistungstäler der Stromerzeugung könnten theoretisch reduziert werden, wenn es einen kausalen Zusammenhang zwischen der Stromproduktion an unterschiedlichen Orten gäbe: Immer wenn an einem Ort eine hohe Leistung zur Verfügung steht, müsste die Leistung an einem anderen Ort niedrig sein und umgekehrt. Es bedürfte einer ursächlichen, kausalen Verknüpfung der Stromproduktion an unterschiedlichen Orten. Dann wäre es möglich, die Leistungseinbrüche auszugleichen und die Spitzen zu glätten. Der Ausgleich der Leistungstäler erfordert also eine negative bzw. Antikorrelation. Und gerade diese negative Korrelation der momentanen Stromproduktion gibt es nicht!

In diesem Zusammenhang behauptet das Fraunhofer IWES im Windenergie Report Deutschland 2012 auf Seite 87, man erreiche „nur durch eine gleichmäßige geografische Verteilung über eine große Fläche eine Glättung der Netzeinspeisung.“ Diese Aussage wirft ein Schlaglicht darauf, wie die Öffentlichkeit von wissenschaftlichen Institutionen mutwillig und vorsätzlich getäuscht wird. Die weit verbreitete Behauptung, ein Ausbau der Produktionskapazitäten führe zu einer Glättung der Stromerzeugung, erweist sich als ein von der Windlobby gesteuerter Irrtum! Die genauen Zusammenhänge werden in [3] diskutiert und sind in einer brandaktuellen Studie [4] bestätigt worden.

Wie Abb. 3, 4 und 5 eindeutig beweisen, führt jeder Ausbau der Erzeugungskapazitäten ausnahmslos zu ansteigenden Ausschlägen und zu größeren Leistungsspitzen.

Abbildung 4: Windstromproduktion von 15 europäischen Ländern

Gern wird darauf verwiesen, Offshore- Windkraftwerke würden diese Probleme entschärfen weil der Wind auf See stetiger wehe. So schreibt das IWES in einer Studie unter dem Titel „Energiewirtschaftliche Bedeutung der Offshore-Windenergie für die Energiewende“ auf Seite 8 „Offshore-Windenergieanlagen haben schon heute sehr hohe Volllaststunden, die zukünftig auf über 4.800 ansteigen. Sie kommen damit auf deutlich über 8.000 Betriebsstunden jährlich; das entspricht einer Stromproduktion an rund 340 Tagen im Jahr. Zugleich schwankt ihre Produktion eher geringfügig.“

Warum sich wissenschaftlich vorgebildete Mitteleuropäer angesichts eines Leistungsverlaufs wie in Abb. 3, 4 und 5 dazu hinreißen lassen, hier von „Glättung“ oder „geringfügiger Schwankung“ zu sprechen, soll hier nicht weiter bewertet werden. Erwiesenermaßen ist das Gegenteil richtig. Gleichwohl wird der ökoindustrielle Komplex aus Lobbyisten wie AGORA, Hochschulinstituten wie das IWES in Kassel und politischen Gruppierungen nicht müde, die Öffentlichkeit mit ebenso unsinnigen wie unhaltbaren Aussagen zur Volatilität der Stromerzeugung aus Windkraftanlagen weiter zu täuschen. Einen solchen Verfall der guten wissenschaftlichen Sitten hat es seit den unseligen Zeiten der „Deutschen Physik“ in unserem Land nicht mehr gegeben. Damals wie heute haben sich Wissenschaftler aus rein ideologischen Motiven dafür hergegeben, eindeutige physikalische Erkenntnisse und offensichtliche Zusammenhänge ins glatte Gegenteil umzudeuten und umzuwerten.

Dass die Leistungsschwankungen der Windstromproduktion nur anwachsen können, stand von Anfang an fest: Ein zusammenhängendes Stromnetz fasst die Stromproduktion vieler einzelner, letztlich zufälliger Stromerzeuger zu einer Summe zusammen. Bei dieser Summenbildung addiert sich die Variabilität der einzelnen Erzeuger nach einer wohlbestimmten Gesetzmäßigkeit, die in der Statistik als Gleichung von Bienaymé bekannt ist. Sie besagt sinngemäß, dass die Volatilität einer Summe aus positiv korrelierten zufälligen Größen immer nur anwachsen kann. Konsequenz: Jeder Zubau an Erzeugungskapazitäten erhöht die Volatilität. Das Märchen von der Glättung der Windstromproduktion in der großen Fläche ist entweder das Werk von wissenschaftlichen Scharlatanen oder dreisten Betrügern.

Abbildung 5: Offshore Windstromproduktion von Deutschland, Frankreich, Belgien, Niederlande und Dänemark

Die Folgen der anwachsenden Schwankungen sind verheerend: Weil wir zur Stabilisierung des Stromnetzes immer eine bestimmte Mindestzahl an konventionellen Kraftwerken am Netz halten müssen, exportieren wir inzwischen rund 30% des Stroms aus Wind- und Solarenergie ins Ausland (Abb. 6), für immerhin 5 Terawattstunden davon zahlen wir eine Entsorgungsgebühr, die im Energiewende-Neusprech gern als Negativpreis daher kommt.

Unsere elektrischen Nachbarn errichten inzwischen auf unsere Kosten Stromsperren an ihren Grenzen, um die Überflutung ihrer eigenen Stromnetze mit deutschem Überschussstrom zu kontrollieren. Die Kosten für die Stabilisierung des Stromnetzes lagen 2015 bei rund eine Milliarde € und noch immer gibt es Politiker, die uns eine Erhöhung der Produktionskapazitäten empfehlen und die gesetzlichen Voraussetzungen dafür schaffen.

Das Fazit ist bitter:

In der zentralen Frage der Versorgungssicherheit wird die Öffentlichkeit durch öffentliche Forschungseinrichtungen wie dem Kasseler IWES und von Lobbyorganisationen wie AGORA systematisch und absichtsvoll getäuscht und die Politik zu falschen Entscheidungen gedrängt.

Abbildung 6: Ansteigender Stromexport verursacht durch volatile Stromproduktion aus Wind und Solarenergie

Diese Energiewende ist eines Landes mit der naturwissenschaftlich-technischen Tradition Deutschlands geradezu unwürdig. Wir konnten es wissen, wenn wir ein bisschen nachgedacht hätten. Aber wer wollte es wissen?

Wir werden es erfahren, spätestens dann, wenn wir die Schuldigen für dieses Debakel suchen und die Politik versuchen wird, sich der Verantwortung für dieses Desaster zu entziehen. Unser ehemaliger Wirtschaftsminister ist den ersten Schritt vor einigen Monaten schon gegangen.

Anmerkungen

[1] Ahlborn, D.: Statistische Verteilungsfunktion der Leistung aus Windkraftanlagen in: World of Mining – Surface & Underground 67 (2015) No. 4

http://www.vernunftkraft.de/de/wp-content/uploads/2014/05/Ahlborn_415_Korr-1.pdf

[2] Ahlborn, D.; Jacobi, H.: Zwei Stromerzeugungssysteme kollidieren in: World of Mining – Surface & Underground 68 (2016) No. 5

http://www.vernunftkraft.de/kollisionskurs/

[3] Glättung der Windeinspeisung durch Ausbau der Windkraft? in: Energiewirtschaftliche Tagesfragen, 65. Jg., Heft 12, 2015

http://www.et-energie-online.de/Zukunftsfragen/tabid/63/Year/2015/NewsModule/413/NewsId/1600/Glattung-der-Windeinspeisung-durch-Ausbau-der-Windkraft.aspx

[4] Windenergie in Deutschland und Europa, Teil 1 in: VGB Power Tech, Heft 6, 2017 https://www.vgb.org/studie_windenergie_deutschland_europa_teil1.html

Zum Autor: Dr.-Ing. Detlef Ahlborn ist Maschinenbauingenieur mit einem besonderen Faible für mathematische Statistik. Er ist selbständiger Unternehmer und engagiert sich in seiner Freizeit bei vernunftkraft.de. Dort vertritt er den Fachbereich Technologie.

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Dieser Beitrag war zuerst bei Vernunftkraft.de erschienen. Wir danken Herrn Dr. Ahlborn für die freundliche Genehmigung, den Beitrag hier zu übernehmen. – EIKE-Redaktion

1 Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik




Deutschland hat den Klimaplan für den G20-Gipfel „massiv abge­schwächt“, um Trump zu besänftigen

Mit dem Aktionsplan sollte dem G20-Gipfel in Hamburg zur allgemeinen Zustimmung vorgelegt werden. Climate Home hat zwei Versionen vorliegen, jeweils eine vom März und vom Mai dieses Jahres. Letztere zeigt, bis zu welchem Ausmaß die deutsche Präsidentschaft dem Weißen Haus zu Willen war.

Unter den zahlreichen, im Mai-Entwurf nicht mehr auftauchenden Dingen im Vergleich zum März-Entwurf sind:

Ein Ultimatum für das Jahr 2025 für das Ende von Subventionen fossiler Energie,

Warnungen vor dem Risiko „fauler Zertifikate“,

Eine Aufforderung, „Ausrichtung öffentlicher Ausgaben sowie Planung der Infrastruktur an die Ziele des Paris-Abkommens anzupassen“,

Ein Anschub, Kohlenstoff zu verteuern

Eine Verpflichtung, Planungen zur Dekarbonisierung bis Mitte des Jahrhunderts bis zum nächsten Jahr vorzulegen,

Ein Versprechen, einen „profunden“ Klimaplan für multiple Entwicklungsbanken zu entwickeln,

sieben Referenzen zur Bewertung [review] 2018 der UN von national bestimmten Beiträgen

11 Referenzen zum Wegeplan bis 2050 bzgl. Null-Emissionen

16 Erwähnungen einer Dekarbonisierung der Infrastruktur

[Verdeutlichung: alle diese Punkte aus dem März-Entwurf FEHLEN im Mai-Entwurf! Anm. d. Übers.]

Die USA haben die Sprache im Bereich Energie des Aktionsplanes massiv abgeschwächt“, ließ eine Quelle aus Verhandlungskreisen verlauten, „sie [die USA] setzten sich stark für Referenzen zu ,sauberen‘ fossilen Treibstoffen ein und spielten herunter, dass die Energiewende auf Energieeffizienz und Erneuerbaren beruhen muss“.

„Sie deckten auch einige der anderen G20-Mitglieder – wie etwa die Saudis und Russland – einige Abschnitte bzgl. Klima in dem Dokument abzuschwächen, einschließlich des Versprechens, Subventionen für fossile Treibstoffe auslaufen zu lassen“.

Climate Home folgert aus zahlreichen gut informierten Quellen, dass der Mai-Text die jüngste Version des Planes ist. Diplomaten werden versuchen, einige Kompromissformeln aus dem Aktionsplan vor dem Gipfel am kommenden Freitag herauszustreichen. Aber aus Kreisen der deutschen Regierung heißt es, dass unklar ist, ob das Dokument überhaupt veröffentlicht wird.

US-Abgesandte könnten zu dem Ergebnis kommen, dass die Deutschen jetzt weniger fügsam sind. Seit das Dokument entworfen worden war, hat sich die politische Landschaft erheblich verändert durch die Wahl von Präsident Donald Trump und seinen Rückzug der USA aus dem Paris-Abkommen.

Die Maßnahme von Trump wurde von der deutschen Kanzlerin Angela Merkel scharf kritisiert. Die beiden werden sich jedoch auf dem G20-Gipfel gegenüber sitzen. Es ist zu erwarten, dass das Thema Klima eine wesentliche Quelle von Spannungen zwischen den beiden ist. Letzten Donnerstag [29.6.] sagte Merkel, dass Trumps Entscheidung zum Rückzug sie zu einem „Jetzt-Erst-Recht-Erfolg“ des G20-Gipfels treibt.

Full Story

Übersetzt aus dem jüngsten GWPF-Rundbrief vom 30.6.2017 von Chris Frey EIKE




Zwei erklärte Atomkraft­gegner: …

Vollständiger Text des Podcast (Link)
Sprecher (3): Es ist die bislang teuerste Investitionsruine Deutschlands, der Schnelle Brüter in Kalkar am Niederrhein. Sieben Milliarden D-Mark, nach heutigem Wert sechs Milliarden EUR wurden investiert, bis 1991 kurz vor der Fertigstellung die Entscheidung fiel, dass die Brütertechnologie schlichtweg zu gefährlich ist.
Michael Sailer (1): „In Deutschland wurde nach ner langen Debatte in ner Bundestagskommission entschieden: Wir wissen nicht, wie schlimm der größtmögliche Unfall beim Brüter sein kann und deswegen wollen wir das Ganze nicht“.
Sprecher (3): Erinnert sich Michael Seiler, Nuklearexperte beim Ökoinstitut und langjähriges Mitglied der Reaktorsicherheitskommission. Ähnliche Projekte in Frankreich, den USA und Japan sind ebenfalls gescheitert.
Doch allen technischen und finanziellen Problemen zum Trotz, wird weiter am Brüter geforscht. Auch in Deutschland. Im Russischen Jekaterinburg treffen sich zurzeit auf Einladung der internationalen Atomenergiebehörde IAEA rund 700 Ingenieure, Wissenschaftler und Politiker aus 30 Ländern (2).
Es geht um die Zukunft der Atomkraft, die Reaktoren der vierten Generation, wie sie genannt werden, speziell den Schnellen Brüter. Unter den Teilnehmern auch zahlreiche deutsche Wissenschaftler unter anderem vom Forschungszentrum Jülich, dem Karlsruher Institut für Technologie KIT und dem Helmholzzentrum Dresden. Michael Sailer überrascht das nicht.
Michael Sailer (1): „Weil einige Kollegen immer noch davon träumen, irgendwann nochmal Reaktoren zu bauen. Aber in der Praxis ist das natürlich ein Anachronismus“.
Sprecher (3): Die Bundesregierung erklärte auf Anfrage: Man sei an dieser Tagung weder finanziell, noch personell beteiligt. Allerdings werden einige der dort anwesenden deutschen Wissenschaftler und ihre Forschungen durchaus auch mit Bundesmitteln gefördert.
So räumt das Wirtschaftsministerium gegenüber dem WDR ein, derzeit insgesamt fünf Vorhaben auf dem Gebiet der Generation 4 Reaktorkonzepte zu finanzieren. Das vom Bund mitfinanzierte KIT ist laut Auskunft des Forschungsministeriums an sechs solchen Programmen beteiligt. Hinzu kommt die indirekte deutsche Förderung über die EU, die IAEA und Euratom, und das alles, obwohl der deutsche Atomausstieg längst beschlossene Sache ist.
Michael Sailer (1): „Die Kollegen, die solche Forschungen machen, mögen den Ausstiegsbeschluss sowieso nicht. Ist aber unter dem Stichwort Wissenschaftsfreiheit natürlich zugelassen. Auf der anderen Seite ist es schon ne Frage, wieweit aus den Forschungsgeldern der Bundesrepublik solche Illusionen weiter finanziert werden sollen“.
Sprecher (3): Wirtschafts- und Forschungsministerium legen Wert auf die Feststellung, dass die deutschen Wissenschaftler nicht an der Entwicklung, sondern an der Erforschung der Sicherheit künftiger Atomreaktoren arbeiteten; eine Unterscheidung, die in der Praxis wohl kaum durchzuhalten und erst recht nicht zu kontrollieren sein dürfte.

(2) Symposium
Jun 26 Jun 29: Yekaterinburg: International Conference on Fast Reactors and Related Fuel Cycles: Next Generation Nuclear Systems for Sustainable Development

(3)Jürgen Döschner, WDR-Energieexperte
WIKIPEDIA: Studium Journalistik und Geschichte
Döschner hat sich vor allem als Berichterstatter und kritischer Kommentator zu Fragen der Energiewirtschaft einen Namen gemacht. Er ist dabei ein erklärter Gegner von „Risikotechnologien“ wie Atomkraft oder Fracking. Döschner unterstützt die Energiewende hin zu einer klimaschonenden Energiewirtschaft auf der Basis erneuerbarer Energien.
Wiederholt kritisierte Döschner öffentlich die Öl- und Gas-Konzerne und die großen Stromversorger für deren Preispolitik und für ihr Verhalten in der Energiewende.
Kontroverse
Im August 2015 befürwortete Döschner in einem Kommentar eine Protestaktion von Anti-Kohle-Aktivisten im Braunkohletagebau Garzweiler. Darin schrieb er u.a.: „Die Proteste […] mögen nicht immer legal gewesen sein, aber sie sind angesichts der Ignoranz von Geld und Macht und angesichts der Bedrohung, die es abzuwehren gilt, völlig legitim.“ Dieser Kommentar löste heftige Proteste von RWE und anderen Braunkohle-Befürwortern aus, was Döschner veranlasste, zu den Vorwürfen in einem offenen Brief Stellung zu beziehen.

(1) Michael Sailer
WIKIPEDIA: Michael Sailer … ist ein deutscher Diplom-Ingenieur für Technische Chemie, anerkannter Nuklearexperte und Sprecher der Geschäftsführung des Öko-Instituts e.V. sowie unter anderem Mitglied des Scientific & Technical Committee von EURATOM (STC) (2005–2013) und der deutschen Reaktorsicherheitskommission (1999–2014), deren Leitung er 2002 bis 2006 innehatte. Er gilt zugleich als einer der profiliertesten Kritiker der Kernenergie.
WIKIPEDIA: Das Öko-Institut e. V. (Institut für angewandte Ökologie) ist ein privates Umweltforschungsinstitut mit Hauptsitz in Freiburg im Breisgau
Es ist 1977 aus der Anti-Atomkraft-Bewegung hervorgegangen und umfasst heute rund 165 Mitarbeiter an den Standorten Freiburg, Darmstadt und Berlin. Das Institut ist als Verein organisiert und verfolgt die Ziele Förderung des Umweltschutzes und der nachhaltigen Entwicklung, was unter anderem durch wissenschaftliche Forschung, Beratung und Aufklärung der Öffentlichkeit erfolgen soll.
Geschäftsführung
Die Geschäftsführung besteht aus Michael Sailer als Sprecher sowie Susanne Fröschl und Rainer Grießhammer




K. G. Eckardt versucht sich auf dem GRÜNEN Parteitag mit „Klimawandel“ und zeigt dabei:…

Katrin Göring-Eckardt erzählt die ältesten, aufgewärmten Klimawandel-Kamellen und lässt sogar wieder den deutschen Hopfen sterben

Bei den Grünen wird jemandem, der auf der Rede-Kanzel steht, nicht widersprochen, sonst bekommt er „was auf die Fresse“:
Ruhrkultour:
Grünes Milljöh – “Einfach mal die Fresse halten” Wer nicht pariert, wird niedergemacht,
wie es auf dem Parteitag sogar der GRÜNE Tübinger OC, Boris Palmer erfahren musste.

Das muss die durch den Abbruch ihres Theologiestudiums für Kanzelpredigten prädestinierte K. G. Eckardt motiviert haben, auch eine Kanzelpredigt zu halten. Diese wäre im Nirwana der Geschichte verschwunden, wenn Frau Eckardt nicht noch der Meinung gewesen wäre, auch über den Klimawandel etwas sagen zu müssen.

Bundesparteitag B90/Grüne: Rede von Katrin Göring-Eckardt am 17.06.2017 YouTube Video eingebettet. Falls der Aufruf nicht klappt, der Link: https://www.youtube.com/watch?v=rZSeO261B6Y

 

Liebe Frau Katrin Göring-Eckardt. Wenn das Ihre Belege sind, dann haben Sie belegt, dass es keinen Klimawandel gibt

Video ab 13:28: Katrin Göring-EckardtDass entlang von Rhein und Ruhr und Elbe die Unwettergefahr steigt und Köln und Dresden immer wieder überflutet werden, oder dass selbst der deutsche Hopfen krank wird, weil es zu warm wird – ich meine, das Bier ist sogar in Gefahr – das ist relevant, liebe Freundinnen und Freunde …

Dass von diesen „Belegen“ nichts übrig bleibt, wenn man nur ein wenig nachsieht und nicht nur blind von irgendjemandem nachplappert, sei anbei gezeigt.

… entlang von Rhein und Ruhr und Elbe (steigt) die Unwettergefahr …

Unwettergefahren

Es ist schwierig, den Status von Unwettergefahren und seine Veränderung zu analysieren. Grund ist, dass die „amtlichen“ Informationsberichte, zum Beispiel des Umweltbundesamtes, zwar „Unwetter“ kennen, aber keine Daten dazu angeben. Der Grund ist einfach: Die Daten geben keinen Anstieg her, und da verzichten die amtlichen „Studien“ lieber auf „nicht klimawandelgerechte“ Darstellungen.

Im UBA Bericht mit 621 Seiten Umfang: [2] 24/2015 CLIMATE CHANGE Vulnerabilität Deutschlands gegenüber dem Klimawandel steht zum Beispiel Folgendes:
Nennung Unwetter: Zwei Mal, jedoch ohne Datenbezug
Nennung Unwettergefahr: Kein Eintrag

Angaben zu Extremereignissen sind nur in Möglichkeitsform gelistet und es wird zugegeben, dass auch diese nur auf unsichere Simulationen hin getroffen wurden: … Generell sind Aussagen zur zukünftigen Entwicklung von Extremereignissen mit hohen Unsicherheiten behaftet. Neben einer Zunahme von Temperaturextremen wird im Falle eines starken Wandels auch mit einer Zunahme von Starkregenereignissen und Hochwasserereignissen gerechnet. Für Hagel und Starkwind können dagegen keine belastbaren Aussagen getroffen werden. … Da jedoch zukünftige Klimawirkungen und das Auftreten von Extremereignissen aufgrund unsicherer Klimaprojektionen nur schwer abzuschätzen sind …
Das Wort „könnte“ steht im Bericht 533 Mal,
das Wort „unsicher“ 137 Mal.

Die nächste, umfangreiche, öffentliche Studie des Umweltbundesamtes: [3] 2015 Monitoringbericht Klimawandel, gibt gleich zu, dass es nichts (negatives) darüber sagen kann. Deshalb bringt es gar keine Daten dazu, sondern eine Statistik der Versicherungswirtschaft und ansonsten die „üblichen“ Vermutungen, dass es schlimm werden könnte, weil Simulationen es zeigen.

UBA 2015: [3] Der Zusammenhang zwischen Klimawandel und steigenden Schäden durch Unwetter gilt noch nicht als gesichert, allerdings sprechen viele Indizien dafür. So wird für die Zukunft von häufigeren und extremeren Starkniederschlagsereignissen ausgegangen, die Überschwemmungen zur Folge haben können. Für die Entwicklung der Häufigkeit und Intensität von Stürmen lässt sich derzeit in Deutschland allerdings noch kein klarer Trend erkennen. Auch Projektionen in die Zukunft sind im Gegensatz zu Temperaturvorhersagen schwierig

Bild 1 Schadensquoten Deutschland 1976 – 2012. Quelle: UBA [3]

Auch in der Datenbank des weltgrößten Rückversicherers findet sich keine negative Hinterlegung,

Bild 2 Anzahl Winterstürme in Deutschland seit 1980 (leider gibt es keine Daten zu Sommerstürmen). Quelle: MuRe NatCat-Viewer

und andere, amtliche Daten weisen auch nichts aus, was die Aussagen von Frau Eckardt bestätigen könnte.

Bild 3 Mittlere Windspitzen in FfM und Kassel seit 1970. Quelle: [5] Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie (Wiesbaden, 2012)

Bild 4 Monatliche Extremtemperaturen FfM seit 1950 (horizontale Linien vom Autor ergänzt). Quelle: [5] Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie (Wiesbaden, 2012)

Fazit
Amtliche Dokumente zeigen für Deutschland keinen Anstieg von „Unwettern“ an.

Niederschlag

Ein Bestandteil von „Unwetter“ ist häufig extremer Niederschlag. Deshalb die Nachschau, ob dieser negative Anzeichen eines Klimawandels zeigt.

Der vom DWD veröffentlichte Klimaatlas Deutschland zeigt nichts Negatives. Weder aktuell, noch in der Projektion für die Zukunft. Im Jahr 2016 wies der Niederschlag genau den Stand zu Beginn der Messreihe (1881) aus.

Bild 5 Niederschlagsverlauf Deutschland 1881 – 2016 Monatsauflösung mit Projektionen bis 2100. Quelle: DWD Klimaatlas Deutschland

Aufgelöst auf Nordrhein-Westfahlen, wozu das speziell genannte Köln und das Ruhrgebiet gehören, findet der DWD-Klimaatlas ebenfalls nichts Ungewöhnliches. Ausgerechnet in diesem – laut Frau Eckardt besonders betroffenem Bundesland – ist die Zukunftsprojektion zum Jahr 2100 noch langweiliger geradlinig, als für das gesamte Deutschland.

Bild 6 Niederschlagsverlauf Nordrhein-Westfalen von 1991 – 2016. Quelle: DWD Klimaatlas Deutschland

Der DWD geht in seinem „Nationaler Klimareport Deutschland 2016“ direkt auf Tage mit hohen Niederschlägen ein und berichtet auch dazu nichts Negatives, weder für Deutschland, noch für die ganze Welt:
Report: … Wird die Anzahl der Tage von mindestens 10 mm Niederschlag ausgezählt, so werden bei gleichzeitig großen jährlichen Schwankungen im Mittel über ganz Deutschland 21 Tage beobachtet. Diese Zahl hat sich in den letzten 135 Jahren kaum verändert.
Für Niederschlagsmengen von
mehr als 20 mm pro Tag ist keine Änderung der Anzahl seit den 1950erJahren festzustellen.
Dem niederschlagsärmsten Winter mit 69 mm im Jahr 1890/91 steht der niederschlagsreichste Winter mit 304 mm im Jahr 1947/48 gegenüber. Normal sind 181 mm (Mittel 1961–1990).
Analysen der höchsten Tagesniederschläge je Jahr zeigen weltweit an vielen Stationen
minimale Anstiege der extremen Niederschlagssummen. Bei nur wenigen Stationen (< 10 %) sind diese Trends signifikant.

Eine Detailrecherche des CLI zu Extremniederschlägen fand auch nichts davon:
Climate Service Center, Daniela Jacob at al.: Ergebnisse und Auswertungen der Recherche zur Entwicklung von Extremwetterereignissen in Deutschland

Bild 7 Anzahl der Tage mit mindestens 30 mm Niederschlag pro Jahr: Es gibt keinen langfristigen Trend; die Anzahl der Tage bleibt konstant.

Und wieder weist auch die so gerne angezogene Datenbank der Münchner Rückversicherung keinen negativen Klimawandeleinfluss aus.
Es gibt starke Schwankungen, aber keine erkennbare Zunahme solcher Ereignisse. Im Datenbank-Viewer der MuRe kann man die Daten nur noch bis 1980 zurück anzeigen. Zufällig hatte der Autor noch eine Kopie vor dieser Umstellung ab 1970. Damit ergänzt, verschwindet jeglicher, auch nur denkbare – negative – Klimawandeleinfluss mindestens für den Zeitraum ab 1970 völlig.

Bild 8 Daten der Münchner Rückversicherungsgesellschaft zu hydrologischen und meteorologischen Ereignissen in Deutschland seit 1970. Vom Autor aus zwei Zeitspannen des NatCat-Viewer zusammengesetzt.

Bild 9 Daten der Münchner Rückversicherungsgesellschaft zu Wetter-bedingten Ereignissen in Europa seit 1980

Fazit

Diese nochmals ganz aktuell recherchierten Daten zeigen, dass in Deutschland beim Niederschlag und Unwettern ein AGW-Klimawandel-bedingter, negativer Trend anhand der Messdaten in keinem Fall belegbar, eher sogar ausgeschlossen ist und man dies sogar für ganz Europa annehmen kann.

Es bestätigen sich damit wieder die schon oft durchgeführten Analysen:
EIKE 14.06.2017: Fake News: Diesmal Pfingstunwetter um Hildesheim – neue Einschläge des Klimawandels?
IKE 24.01.2017: Jahrtausendhochwasser am 01.06.2016 in Simbach – so entstehen Menetekel des Klimawandels

Einzig Computersimulationen und darauf basierende Vermutungen behaupten anderes – und denen wird geglaubt.

... und Köln und Dresden immer wieder überflutet werden

Köln und Dresden werden immer wieder überflutet. Das geschieht seit Beginn menschlicher Aufzeichnungen im Mittelalter. Von daher ist die Aussage der Frau Eckard immer richtig.
Frau Eckardt sagte es aber so, dass als würden sich diese regelmäßigen Überflutungen durch einen AGW-Klimawandel verstärken – und das ist eindeutig falsch!

Dresden und die Elbe

Ein Jeder wird sich an die Meldungen der letzten großen Überschwemmung von Dresen im Jahr 2002 erinnern. Kaum jemand aber daran, dass diese zwar ein selteneres, aber bei Weitem nicht einmaliges Ereignis war. So etwas kommt dort alle 50 … 100 Jahre vor.
Es kann also passieren, dass eine „Zwischengeneration“ davon verschont blieb und die inzwischen anstelle von Datenrecherchen übliche Befragung von Einheimischen [6] ergibt, dass so etwas (wie ein aktuelles Hochwasser) „noch nie in der Geschichte gewesen ist“.

Bild 10 Hochwassermarken der Elbe bei Meißen (27 km unterhalb von Dresden), Stadtmuseum. Quelle: [1]

Bild 11 Hochwassermarken der Elbe bei Pilnitz (ca. 14 km oberhalb von Dresden). Quelle: [1]

Dass Elbe-Hochwasser zyklisch sind und mit einem ominösen Klimawandel nicht zunehmen – sondern abnehmen – , zeigen neben den historischen Pegelmessungen auch Studien.

Bild 12 Hochwasserereignisdaten Elbe seit dem Jahr 1000.

Originaltext zu Bild 12: Figure 7. Occurrence of Elbe floods during winter (W; November–April) and summer (S; May–October), for all flood magnitudes (classes 1–3) and heavy floods only (classes 2–3). Kernel estimation (section 3.2.2.2) using a bandwidth of 35 years is applied to the flood dates (shown as bar charts), obtained from measurements and C. Weikinn’s documentary data (section 2.1) to calculate time-dependent flood risks,b l(t) (solid lines) with bootstrap 90% confidence band (shaded). Records before 1500 are likely not homogeneous (no confidence bands shown). Occurrence rates using documentary entries from database CLIMDAT for 1500–1799 are shown as dashed lines. Also shown are time periods of sunspot minima (SM, Spo¨rer Minimum; MM, Maunder Minimum; DM, Dalton Minimum) taken from Kurths et al. [1997] and the time period of major regulations of the river Elbe.
Quelle: M. Mudelsee Department of Earth Sciences, Boston University, Boston, Massachusetts, USA: Extreme floods in central Europe over the past 500 years: Role of cyclone pathway ‘‘Zugstrasse Vb’’

Bild 12 (Magnitude Elbe, S) und Bild 13 (Bild 13 mit vom Autor zugefügten Wassermenge von 2002) zeigen die extremen Schwankungen hydrologischer Ereignisse, vor allem jedoch eine stetige Abnahme seit dem Temperaturanstieg aus der kleinen Zwischeneiszeit (welche bereits um ca. 1600 begann) und einen Beleg, dass die in den Klimasimulationen programmierte Aussage: Mehr Wärme = mehr Überschwemmungsereignisse, falsch ist.

Bild 13 Elbe, Fließmengen. Wert der Flut 2002 von 4.700 m3 nach vom Autor nach den Angaben in der Studie ergänzt. Quelle: MUDELSEE ET AL.: EXTREME FLOODS IN CENTRAL EUROPE

Dazu noch die überschwemmten Flächen damals und heute:


Bild 14 Überschwemmte Flächen durch Hochwasser bei Dresden. Quelle: Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e.V. Dresden

Köln und Rhein

Der Autor hatte bereits vor Längerem die Hochwasser-Pegeldaten einer Langzeit-Messstelle von Köln in eine Grafik umgesetzt. Kann daran irgend jemand (außer einer GRÜNEN Vorzeige-Politikerin) eine Zunahme durch den ominösen AGW-Klimawandel erkennen? Entweder sind die historischen und auch aktuellen Daten falsch, oder Frau Eckardt ….

Bild 15 Hochwasserpegel Köln 1784 – 2013 lt. Daten der Stadtentwässerungsbetriebe Köln AöR (Grafik aus den Tabellendaten vom Autor erstellt). Y-Achse: Rheinpegel (m).

Man stelle sich vor, die Kölner könnten noch einmal mit Booten „über ihre Stadtmauer fahren“, wie es 1342 möglich war. Der sofortige Weltuntergang würde ausgerufen werden.

Hochwasser Deutschland allgemein

DWD Klimastatusbericht 2003. Zur Temperatur- und Hochwasserentwicklung der letzten 1000 Jahre in Deutschland: Historische Hochwasser
“… Die Flut von 1501 kam, wie die von 2002, im August und wütete ebenfalls im Erzgebirge und in der Elb-Region. Für derartige Sommerfluten ist häufig dieselbe Wetterlage verantwortlich: Ein Atlantiktief lädt sich über dem Mittelmeer mit Wasserdampf auf, driftet dann nach Norden, wo es die Wassermassen über Mitteleuropa
ausklinkt.
Dieser Wetterprozess bewirkte nach Meinung des verstorbenen Meteorologen Rainer Roth von der Universität Hannover auch die „Sintflut“ von 1342, Magdalenen-Hochwasser“ genannt, da die Katastrophe am Sankt-Magdalenen-Tag, dem 21. Juli, auftrat. Das Zentrum der Niederschläge lag damals im Einzugsgebiet des Mains, also weiter westlich als beim Elbe-Hochwasser 2002. Würzburg, Frankfurt und Köln verzeichneten
Rekordmarken, die seitdem nicht wieder erreicht wurden. In Würzburg riss das Wasser alle Brücken fort. Die Kölner konnten mit Booten über die Stadtmauer fahren. Wenn man also überhaupt von einer Jahrtausendflut sprechen will, dann war es die von 1342. Dieser Meinung ist auch der Hydrologe und Buchautor Martin Schmidt. In seiner Analyse der historischen Hochwasser im deutschen Rheingebiet kommt er zu dem überraschenden Schluss: „Die verfügbaren Informationen und Daten lassen das 20. Jahrhundert als eines erscheinen, das nicht einmal ein Jahrhunderthochwasser gehabt hat.“…”11

Daraus noch Hochwassermarken des Mains. Man muss weit nach unten suchen, um ein jüngeres Datum (das jüngste ist 1970) zu finden.

Bild 16 Hochwassermarken in Eibelstadt am Main. Quelle: DWD Klimastatusbericht 2003 Zur Temperatur- und Hochwasserentwicklung der letzten 1000 Jahre in Deutschland

Der Klimamonitoringbericht 2015 des UBA beschreibt die Hochwasserlage und Tendenz für Deutschland:
UBA: … Obwohl es im Betrachtungszeitraum mehrfach großflächige Hochwasserereignisse gegeben hat, ist kein signifikanter Trend abzulesen.

Bild 17 [3] UBA Klimainformation Bild 26

Wieder Daten der MunichRe, die angeblich den schlimmen Klimawandel belegen (sollen). Wieder zeigen diese auch dazu keinenn Beleg.

Bild 18 Anzahl der Flutereignisse Deutschland seit 1980. Quelle MuRE NatCat-Viewer

Bild 19 Anzahl relevanter klimatischer Ereignisse in Europa seit 1980. Quelle MuRE NatCat-Viewer

Als Ergebnis lässt sich nur feststellen, dass auch Hochwasserereignisse an den genannten Orten nicht entfernt durch einen AGW-Klimawandel zugenommen haben, oder dabei wären, es zu tun.

Fazit

Sehr geehrte Frau K. G. Eckardt. Sofern Sie, oder einer ihrer Mitarbeiter*innen dies lesen sollten. Fällt Ihnen auf, dass die Überschwemmungen in Deutschland zur Kaltzeit wesentlich schlimmer waren und die (geringfügige) Erwärmung auch hierzu ihren Segen mit einer mindestens niedrigeren Wiederholrate, meist jedoch auch zusätzlich niedrigeren Pegeln brachte?
Sofern Sie meinen, das wären (noch) zu wenig Belege, dann sehen Sie in den weiteren Recherchen dazu nach. Andere, als die zwei von Ihnen genannten Flüsse in Deutschland bestätigen es teils noch deutlicher:
EIKE 09.06.2016: An den Unwettern ist der Mensch eher nicht schuld – aber ganz sicher an deren Folgen
EIKE 29.10.2015: Kann man den Klimawandel in Deutschland wirklich täglich spüren? Eine Suche mit überraschendem Ergebnis
EIKE 21.11.2015: Die bayerische Umweltministerin Frau Scharf: Extremwetter, Extrem-Hochwasser und die Unberechenbarkeit des Wetters nehmen zu. Doch stimmt das wirklich?

Wie oft muss der Hopfen noch den (simulierten) Klimawandeltod sterben?

Es gibt wohl nichts, was eine*n GRÜNEN Vordenker*in dazu veranlassen könnte, sich an der Wirklichkeit zu orientieren.
Ein „Untergangsguru“, der zum Klimaalarmisten mutierte Professor H. Lesch, interpretierte eine Studie über Hopfen falsch:
EIKE 24.08.2016: Wenn der Hopfen nicht stirbt, stirbt dann der Klimawandel?
-und schon ist diese – einfach nur falsche – „Erkenntnis“ bei den Grünen nicht mehr auszurotten.

Bei EIKE einfach einmal nachzusehen, was dort darüber recherchiert und zusammengetragen wurde, ist für GRÜNE (Ver)Führungskräfte wohl nicht zumutbar, da dann ihr so schön gezimmertes Trugbild zusammenfallen müsste.
EIKE 22.08.2015: Grüne Abgeordnete Barbara Höhn durch Fakten widerlegt: Der Hopfenertrag steigt trotz Klimawandel
EIKE 31.08.2016: Schlechte Erntejahre kommen ganz offenbar immer häufiger

In der freien Natur ging es dem Hopfen noch nie besser als heute

Mit dem Klimawandel ist der Ertrag nach Aussage des zuständigen Verbandes geradezu explodiert, während man um 1920 überlegte, den Anbau mangels Ertrag in Deutschland ganz einzustellen. Das jedenfalls zeigen die Ertragsgrafiken und sagte man auf einer Verbandstagung.

Bild 20 Hopfenertrag Deutschland (schwarz) mit 10-Jahres Mittelwert (rot) lt. Daten der LfL Jahresberichte Sonderkultur Hopfen (nur die von 2016 sind aus der Zeitung), ergänzt um die Differenz zum 10-Jahres-Mittelwert (gelb), rechte Achse (%)

Vortrag von Michael Doetsch, Paulaner Brauerei GmbH & Co. KG: [4] Verbesserung des Hopfenanbaus seit 1975
-Steigerung der Produktivität pro ha um das 8fache
-infolge des in Hüll entwickelten Prognosemodells zusammen mit den in Hüll gezüchteten Sorten (Magnum und Taurus als Beispiel) heute pro kg Alpha nur noch 4 % der Spritzmenge ausgebracht werden muss im Vergleich zu 1975. Bei Herkules sogar nur 3 %
-Infolge der Erhöhung des ha-Ertrages und der damit einhergehenden Reduzierung des Arbeitseinsatzes – dieser hat sich in dem Zeitraum von 1975 bis heute von 650 h/ha/Jahr auf rd. 200 h/ha/Jahr, d. h. rund 70 % reduziert! – war es möglich, in dem Wettbewerb mit den Billiglohnländern auf der einen Seite und dem fast schon industrialisierten Hopfenanbau in den USA auf der anderen zu bestehen, ja sogar die Nase vorn zu behalten.

Dass dies nicht nur für den Hopfen zutrifft, zeigt noch das folgende Bild.

Bild 21 Weizenertragsverlauf Deutschland seit 1961. Quelle: FAOSTAT

Doch gibt es einen möglichen Grund für in Zukunft sinkende Erträge: Der Übergang zu Niedrig-Gerüstsystemen [4]. Da man dafür andere Hopfensorten verwenden muss, sinkt dann zwar der Ertrag, aber noch deutlicher die Kosten, so dass es sich in Summe lohnen soll.
Nicht vergessen darf man, dass es der Hopfen im Sommer auch feucht liebt, ein Grund weshalb er in feuchteren, aber auch für Hagel anfällige Gegenden angebaut wird. Das Feuchte gefällt jedoch auch den Schadpilzen und Ungeziefer. Pestizide werden aber zunehmend verboten. Auch ein Problem, welches der Mensch, aber nicht der Klimawandel verursacht.
Wenn es so weit kommt, wird an der Ertragsminderung bestimmt der Klimawandel schuld sein.

Es könnte natürlich auch einmal sein, dass die Kälte wie um 1975 wieder kommt, als die „Wissenschaftler“ sich sicher waren, dass die nächste Eiszeit begonnen hat. Dann könnte der Hopfen wieder auf ein Achtel des aktuellen Ertrages zurück-geschrumpft sein. Die Hopfenbauern werden sich dann freuen, weil damit der von den GRÜNEN herbeigesehnte „natürliche Idealzustand“ erreicht ist.

… das ist relevant, liebe Freundinnen und Freunde

Dass (auch) die GRÜNE Führungsriege ihre Wähler nach Strich und Faden belügt, ist mit dem Video auf YouTube: „Ihr habt keine Ahnung, Kretschmann“ [7], in dem ein Tischgespräch von Herrn Kretschmann mit seinem Nachbarn auf dem Parteitag unbemerkt aufgenommen wurde, demonstrativ gezeigt (Özdemir erklärt in die Kamera, wie einig man sich Im Führungskreis auch mit Kretschmann gewesen sei. Im aufgenommenen Tischgespräch erzählte Herr Kretschmann seinem Tischnachbarn darüber jedoch genau das Gegenteil).

Das kann passieren (dass so etwas durch einen blöden Zufall bekannt wird), weil es bei allen Parteien so sein wird.

Nur, weil der neue SPD-Messias aus Würselen, verkündete:
DIE WELT – Freitag, 26. Mai 2017: M. Schulz: … „Keine politische Kraft darf zu keiner Zeit falsche Nachrichten verbreiten“
wird sich die Politik bestimmt nicht ändern. Falls sich Herr Schulz selbst in Zukunft daran halten würde, könnte sich die Anzahl solcher Politiker in Berlin aber wenigstens deutlich erhöhen.

… denn ohne Untergangsandrohungen hätte unsere Partei keine Inhalte und keine Berechtigung mehr

Die Rede von Frau Eckardt zeigt aber erneut, wie arrogant von der obersten politischen Kaste die Parteimitglieder und das Wahlvolk zum Narren gehalten werden. Frau Eckardt hat diese Rede mit Sicherheit gut vorbereitet, um ihre Pointe mit dem Bier setzen zu können. Bei Interesse an Fakten wäre sie dabei ganz schnell auf die Wirklichkeit gestoßen – und hätte darauf verzichten müssen.

So etwas macht man bei den Grünen jedoch nicht. Denn diese halten auf Parteitagen sogar mit den Fakten noch schlimmer umgehende Vorträge von Prof. H. Lesch aus:
EIKE 01.01.2016: Harald Lesch trägt vor den GRÜNEN zum Klimawandel vor: Der Klimawandel ist kein Thema, das man ernsthaft bezweifeln kann,
-zudem hat es die GRÜNE, Barbara Höhn ja auch schon so gemacht:
EIKE 22.08.2015: Grüne Abgeordnete Barbara Höhn durch Fakten widerlegt: Der Hopfenertrag steigt trotz Klimawandel.

Wenn es zur „Belegführung“ der Ideologie erforderlich ist, beauftragt man bei willigen Nicht-Fachpersonen Studien, die das Unwahre in Wahrheit verwandeln:
EIKE 28.8.2015: Wenn Politologinnen „Klimastudien“ machen – zur „Klimastudie“ von Bündnis 90/Die Grünen,
wenn zur Untermauerung der Ideologie die dilettantisch und oberflächlich durchgeführten „Analysen“ der politischen „Wahrheitsfabrik“ nicht ausreichen:
EIKE 19.08.2016: Teil II: Vom Wissenschaftlichen Dienst veröffentlichte Klimainformation für Abgeordnete Rezension: Teil 2 (und Teil1)

Quellen

[1] WEB-Seite: Historische Hochwassermarken

[2] Umweltbundesamt: 24/2015 CLIMATE CHANGE Vulnerabilität Deutschlands gegenüber dem Klimawandel

[3] Umweltbundesamt: 2015 Monitoringbericht zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel

[4] Internationales Symposium: Hopfenanbau 2020 Wolnzach (5./6.5.2008; st)

[5] Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie (Wiesbaden, 2012), C. M. Weder: Erstellung einer Statistik über Extremereignisse und Klimaveränderungen in Hessen

[6] EIKE 10.05.2017: Die Volkshochschule Hannover und ihre Ausstellung: Wir alle sind Zeugen – Menschen im Klimawandel

[7] EIKE, 26.06.2017: Ein GRÜNER Spitzenpolitiker denkt heimlich – entlarvt den Unsinn der Elektroautos und nebenbei noch Lügen der Parteispitze




Solarworld musste man fallen lassen, um das Solarpro­gramm zu retten

Zum Ersteren erschien auf Ruhrkultour ein gelungener Artikel: Mit der Insolvenz von Solarworld zerfließt auch ein grüner Traum, zum Letzteren ein paar eigene Ergänzungen.

Solarstrom-Selbsterzeugung mit Zwischenspeicher

Im Artikel: EIKE 18.05.2017: Rechnerisch lohnt sich die solare Eigenversorgung nicht wurde dargestellt, welche Kosten für eine eigenerzeugte kWh Solarstrom mit einem aktuell angebotenen Lösungspaket der Firma innogy wirklich entstehen. Sie liegt in der Größenordnung 60 … 80 ct / kWh, abhängig vom angenommenen Verschleiß der Akkusätze und Kapitalverzinsung, wie es unabhängige Studien vor über zwei Jahren bereits berechnet haben.
EIKE 18.06.2015: Elektro-Energiespeicherung, Notwendigkeit, Status und Kosten. Teil 3 (Abschluss)

Es scheint realistisch, bei Akkusystemen von Kosten im Bereich 0,3 bis 1 EUR / kWh für den zurückgespeisten Strom auszugehen ...
Das gilt natürlich nur für die Kurzzeitspeicherung. Für eine Langzeitspeicherung explodieren diese Kosten nochmals so kräftig, dass Darstellungen dazu tunlichst vermieden werden. Dafür kommt bei den erforderlichen Mengen deshalb ausschließlich Powert to Gas mit Rückverstromung in Frage, dessen Kosten bei Langzeitspeicherung wie folgt abgeschätzt sind:
Powert to Gas mit Rückverstromung
Saisonal-Betrieb: [1] Stromeinspeisungskosten von 29 €ct/kWh mit Strombezugskosten von 4,8 €ct/kWh
Dabei sind die 4,8 ct / kWh zu niedrig angenommen (aktuell liegt der Mittelwert bei 12,5 ct / kWh) und die Stromeinpeisungskosten netto zu sehen.
Die große Kostentreppe an Gebühren, Steuern und Durchleitungskosten bis er zum Verbraucher gelangt, kommt noch oben drauf. An der Steckdose sind dadurch 50 … 60 ct / kWh realistisch und nicht zu hoch gegriffen. Darin sind die Kosten des über-zu dimensionierenden Mittelspannungs-Netzausbaus und Regelbarer Mittelspannungs-Trafos, um den Überschussstrom zu den Speichern leiten zu können noch nicht enthalten.

Dies ist der Grund, warum alle seriösen Studien zu dem Schluss kommen: Die einzig sinnvolle Verwendung für den EEG-Überschussstrom ist, ihn nicht einzuspeisen, konkret: Ihn wegzuschmeissen – Neudeutsch: abzuregeln.

Obwohl selbst der einfach im Keller liegende Akkuspeicher mehr Kosten versursacht als die kWh aus der Steckdose, ficht es die Lobbyfirmen nicht an, den weit größeren (Kosten-Fresser)Unsinn, Strom im Elektroauto zwischenzuspeichern immer noch anzupreisen.
e.on:
Elektroautos als Energiespeicher
In den letzten Jahren und Jahrzehnten galt in der Energiewirtschaft: Ein Kraftwerk produziert nur dann Strom, wenn der Kunde ihn braucht – also nach Bedarf. Erneuerbare Energieträger wie Windkraft oder Photovoltaik funktionieren allerdings nicht auf Abruf, sie sind abhängig vom Wetter, konkret von Windintensität oder Sonnenscheindauer. Elektroautos könnten nun einen wichtigen energiewirtschaftlichen Beitrag zur Nutzung von Erneuerbaren Energien leisten. Die Akkus vieler Elektroautos bilden nämlich zusammen einen großen dezentralen Speicher, der einen Puffer für die wetterabhängig schwankende Stromproduktion aus Erneuerbaren Energien bilden kann. Dazu müssen sie über eine intelligente Schnittstelle mit dem Stromnetz verbunden werden. Wenn viel Strom, beispielsweise aus Photovoltaikanlagen bei Sonnenschein, zur Verfügung steht, fließt er in die Batterien der Fahrzeuge. Dann kann er später entweder zum Autofahren dienen oder sogar aus dem parkenden Auto zurück ins Stromnetz fließen – wenn der Bedarf da ist.

Solarstrom-Selbsterzeugung ohne Zwischenspeicher

Selbst erzeugter Strom kostet ohne Zwischenspeicherung beim innogy-Paket auf 20 Jahre Lebensdauer gerechnet:
Bei jährlichen Zusatzkosten für Kapitalverzinsung, Wartung, Verschleiß (z.B. Wechselrichter) von 1 %:
Zwischen 15 … 18,3 ct / kWh
Bei jährlichen Zusatzkosten für Kapitalverzinsung, Wartung, Verschleiß (z.B. Wechselrichter) von 3 %:
Zwischen 22,5 … 27 ct / kWh

Bei einer aktuellen Einspeisevergütung 12,2 ct / kWh (Quelle: WIKIPEDIA) für eine Dachanlage bis 10 KWp oder 8,45 ct / kWh im Außenbereich rechnet sich das selbst mit einem Verzicht auf teure Zwischenspeicherung hinten und vorne nicht. Auch das Klima hat keinen Nutzen davon, zumindest berechnen lässt er sich nicht, weil er im Wetterrauschen vollkommen verschwindet.
Ausschließlich, wer nicht zwischenspeichert und den Strom immer dann, wenn die Sonne scheint, selbst vollständig (sinnvoll) verbrauchen kann, hat einen Vorteil.
Nur muss man das den Kunden ja nicht sagen. Nicht schwindeln dürfen nur die Autobauer.

Der investitionshemmenden Haltung kann mit Informations- und Aufklärungsmaßnahmen entgegengewirkt werden

Wer es noch kann, eine einfache Investitionsabschätzung zu machen und Zahlen richtig zu interpretieren, hat die falsche Schulbildung und ist noch nicht ausreichend im GREEN-Rechnen aufgeklärt.

Stadtwerke Hilden: … Es gilt: Je höher der Eigenverbrauch, desto höher die Kostenersparnis. Warum ist das so? Denn schließlich bekommen Sie doch auch ihren eingespeisten Solarstrom vergütet! Wie hängen Eigenverbrauch von Solarstrom und Einspeisevergütung also zusammen?
Deutschland gilt als Vorreiter der Energiewende, vor allem durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (
EEG). Das EEG unterstützt den Ausbau regenerativer Stromerzeugung und hat die Solartechnologie in Rekordzeit wettbewerbsfähig gemacht.
Argumente für die Gewinnung von Solarstrom
Sie sparen, je höher die Strompreise sind, da jede erzeugte Kilowattstunde günstiger ist als zugekaufte.
Sie bekommen für jede eingespeiste Kilowattstunde an Solarstrom eine auf 20 Jahre festgelegte Vergütung, da das EEG dezentrale Stromerzeugung belohnt.
Ein hoher Eigenverbrauch für hohe Ersparnisse
Mit jeder selbstgenutzten Kilowattstunde Solarenergie vom Dach sparen Sie sich den Kauf teureren Stroms. Der steigende Strompreis und die Erträge aus der Einspeisung machen Solarstrom vom eigenen Dach günstiger als Strom aus der Steckdose. Dabei gilt die Faustregel: Verbrauchen Sie so viel selbst erzeugten Solarstrom wie möglich!

Zumindest sind Parteien dieser festen Überzeugung. Wie (in der Politik) üblich, man hat doch die richtigen Argumente, nur der Bürger versteht diese nicht. Einmal geht die öffentliche Hand (ohne Rücksicht auf Kosten) doch beispielhaft voran und ansonsten sind die Nachteile nur durch negative Berichterstattung bewirkt.

Niedersächsischer Landtag Drucksache 17/7683 Fraktion der SPD Hannover, den 29.03.2017, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
Solarenergie fördern: Photovoltaik weiterentwickeln und zusätzliche Potenziale heben
Der Landtag fordert die Landesregierung auf,
1. eine Zusammenführung der Informationsprogramme des Landes über die Niedersächsische Klimaschutz- und Energieagentur auf den Weg zu bringen, mit der Hausbesitzer über die verschiedenen Möglichkeiten eines wirtschaftlichen Betriebs von PV-Anlagen zum Eigenverbrauch und die entsprechenden Fördermöglichkeiten informiert werden,
2. vorrangig bei Neu- und Umbauten die Potenzialflächen für die Errichtung von PhotovoltaikAnlagen auf landeseigenen Gebäuden zu ermitteln und zu prüfen, ob und wie sich für diese Gebäude eine Eigenstromversorgung mit Solaranlagen realisieren lässt.
Dezentrale Solarstromanlagen zum Eigenverbrauch leisten einen sinnvollen Beitrag für die Energiewende. Hausbesitzer halten sich mit Investitionen in Photovoltaik-Anlagen gegenwärtig zurück.
Investitionen in PV-Anlagen werden vielfach als unwirtschaftlich und nicht mehr sinnvoll erachtet.
Aspekte wie Eigenstromnutzung sind häufig nicht präsent. In der Regel lohnt sich die Investition, wenn es gelingt, den selbst hergestellten Strom auch größtenteils selbst zu verbrauchen. Auch Mieterstrommodelle können sich rechnen, wenn der Bund die entsprechende Verordnung jetzt umsetzt. Die zugrundeliegende Verunsicherung dürfte insbesondere durch die negative Berichterstattung über Förderkürzungen bei der Photovoltaik hervorgerufen worden sein.
Der investitionshemmenden Haltung kann mit Informations- und Aufklärungsmaßnahmen entgegengewirkt werden.

Solarstrom ist nur „billig“, weil die Chinesen billige Module liefern

Um den Wunsch der Versorger und der Parteien nach einem weiterem Ausbau der Solarerzeugung zu erfüllen, haben im Kern zwei Akteure einen bedeutenden Anteil: Die Politik, indem sie den EEG-Strom weiterhin stark subventioniert und die Chinesen, indem sie die erforderlichen, billigen Module liefern. Ein dritter Teilnehmer – Lieferant teurer Module – hat da keinen Platz [3].
Folgerichtig musste Solarworld unerbittlich „sterben“, da seine Zeit abgelaufen war. Ein Vorgang, den die großen, konventionellen Versorger gerade vor sich haben, und der den Autobauern noch bevorsteht, wenn die Politik beim E-Auto das gleiche Szenario einleitet. Denn auch beim E-Auto ist die Techniktiefe (gegenüber bisherigen Autos) gering und Vieles auf andere Komponenten und Merkmale verlagert. Die Entwicklung und Produktion können deshalb neue Firmen (angeblich) mit vollkommen neuen Methoden durchführen (siehe dazu den Bericht auf klimaretter.info über das E-Auto der Zukunft, bei dem das Auto zur Nebensache wird und selbst diese teils aus dem 3D-Drucker kommt, das „Wichtige“ aber nur noch aus „Intelligenz“ besteht: „Watson von IBM. Der Supercomputer ist drahtlos mit dem Fahrzeug vernetzt. Mit seiner Hilfe sollen die Fahrgäste künftig auch mit dem Shuttle sprechen können – übers Wetter, die Route, das nächste Café“).

Niemand hätte jemals daran gedacht, dass sich solche Prozesse auch bei der Energie wiederholen. So wie die Asiaten einst die deutsche Unterhaltungsprodukte-Industrie, die Kommunikationstechnik und dann die Computerbauer durch billigere – aber nicht schlechtere – Produkte vernichteten, gelingt dies nun indirekt bei der Stromerzeugung durch (trotz enormer Strafzölle) billigere Solarmodule. Dass sie damit die die deutschen Hersteller in die Pleite treiben (können) – weil niemand deren teurere Module kauft -, zeigt nur, dass keiner der Solarprofiteure an eine „Weltrettung oder „an Deutschland“ denkt, sondern einfach nur möglichst viel Geld verdienen will.

Solarmodule Preistabelle Stand ca. 2014 … 2015. Vergleich Preise China / Deutschland. Quelle: energieexperten.org

[2] Chinesische Hersteller produzieren laut aktuellen Marktstudien etwa ein Viertel günstiger als europäische Firmen.
… Die EU-Kommission hatte Ende Dezember 2013 Antidumpingzölle in Höhe von knapp 48 Prozent der Preise für chinesische Solarzellen eingeführt, um europäische Hersteller zu schützen.

Da die Politik Solarstromausbau weiter fordert, müssen die Chinesen noch billiger liefern

Wie gezeigt, bestehen etablierte Parteien unbeirrt weiter auf den Solarausbau [4]. Nachdem die preistreibende Solarmodul-inlands-Herstellung bis auf kleine Nischen aus unserem Land verschwunden ist und sich eine Einschätzung der GRÜNEN somit (wieder) einmal nicht bewahrheitet hat:
Auszug aus dem Bundestags-Wahlprogramm von Bündnis90/Die Grünen vom 21.06.2005
… Wir sind energiepolitisch zu neuen Ufern aufgebrochen: Weg von den begrenzten Öl- und Uranvorräten, hin zu unendlicher Energie aus Sonne, Wind, Wasser, Biomasse und Erdwärme und zum Ausbau nachwachsender Rohstoffe.
Hunderttausende neuer Jobs und Firmen die zur Weltspitze gehören und internationale Exportschlager produzieren sind das Ergebnis dieses Erneuerungsbooms. Was heute der Chip ist, wird morgen die Fotozelle sein: Schlüsseltechnologie eines neuen, solaren Zeitalters. Statt wie CDU/CSU diese Erfolge aufs Spiel zu setzen, wollen wir Deutschlands Potenzial nutzen und seine Spitzenstellung ausbauen. So sorgen wir auch dafür, dass viele Milliarden Euro Wertschöpfung im Land stattfindet,
braucht man (endlich) keine Rücksicht mehr darauf zu nehmen und könnte die Chinesen nun beliebig billig Solarmodule nach Deutschland liefern lassen.

Die Kosten der Solarstrom-Herstellung würden sich mindestens halbieren (48 % Strafzoll fällt weg). Damit ist der Solarstrom zwar immer noch weit weg von „wettbewerbsfähig“, aber eben so viel billiger geworden, dass sich zumindest der politisch gewünschte Direktverbrauch (ohne Zwischenspeicherung) lohnt. Wenn es noch gelingt, das Gleiche bei den Akkuspeichern durchzuziehen: So stark subventionieren, dass sich die Über-Massenproduktion in Asien lohnt, wird der Solarstrom sogar insgesamt billiger und bei gleichzeitig – wie vorgesehen – drastischer Verteuerung konventioneller Energie bestimmt doch noch ein „Erfolgsmodell“.

Ist die Ökostromversorgung – für Betuchte – dann ein „gelöstes Thema“, können sich die Parteien endlich voll den Autobauern widmen und das bewährte Spiel wiederholen. Diese bieten den Vorteil, es auch zu wollen:
EIKE 23.12.2016: [5] Freunde, wollen wir trinken, auf die schöne kurze Zeit* … Ich bin für die Dekarbonisierung der Industriestaaten, und auch die Autobauer wollen die Transformation in die CO2-freie Zukunft,

Wenn Kinder eine Gruppe bilden und sich ein Anführer findet, machen sie manchmal mit Begeisterung gemeinsam etwas kaputt – was sie alleine nicht getan hätten. Auch Erwachsene sind nicht frei von solchen Neigungen. Die Gelegenheit dazu bietet sich der Politik nicht so oft – sie wird sie nutzen.

Herr Frey hatte erst kürzlich einen Artikel aus USA zum gleichen Thema übersetzt und eingestellt:
EIKE: Mehr Arbeitsplätze bei Solar sind ein Fluch, und kein Segen, dieser kommt im Kern zu den gleichen Schlüssen.

Quellen

[1] EIKE 18.06.2015: Elektro-Energiespeicherung, Notwendigkeit, Status und Kosten. Teil 3 (Abschluss)

[2] mdr aktuell: EU-Gericht bestätigt Solar-Schutzzölle

[3] EIKE 04.08.2016: Solarworld steigert Umsatz — Umsatzeinbruch in der Solarbranche: Rückgang von 2011 bis 2014 um 74,2 %

[4] Niedersächsischer Landtag Drucksache 17/7683 Fraktion der SPD Hannover, 29.03.2017, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen: Solarenergie fördern: Photovoltaik weiterentwickeln und zusätzliche Potenziale heben

[5] EIKE 23.12.2016: Freunde, wollen wir trinken, auf die schöne kurze Zeit* … Ich bin für die Dekarbonisierung der Industriestaaten, und auch die Autobauer wollen die Transformation in die CO2-freie Zukunft