Schädigen Menschen die Umwelt?

Das potentielle Auftreten eines natürlichen oder eines vom Menschen induzierten physikalischen Ereignisses, Trends oder physikalischer Auswirkungen, welches zu Todesfällen, Verletzungen oder anderen gesundheitlichen Beeinträchtigungen führt, ebenso wie zu Verlusten an Eigentum, Infrastruktur, Lebensspanne, Dienstleistungen, Ökosystemen und Umwelt-Ressourcen. In diesem Report bezieht sich der Begriff Gefahr üblicherweise auf klimabezogene physikalische Ereignisse oder Trends oder deren Auswirkungen.

Schädigen Menschen die Umwelt? [Ja! – vor allem mit der Errichtung von Windrädern! Anm. d. Übers.]. Falls wir mal annehmen, dass die Menschen den größten Teil der gegenwärtigen globalen Erwärmung verursachen – ist diese Erwärmung gefährlich? Falls wir der Umwelt gefährlich sind – sollten wir unsere Bevölkerung auf irgendeine Art und Weise limitieren? Falls globale Erwärmung potentiell gefährlich ist und wir annehmen, dass menschliche CO2-Emissionen der Grund dafür sind – würden wir nicht besser fahren, uns an die vom Menschen verursachte globale Erwärmung anzupassen und weiterhin fossile Treibstoffe verbrennen – oder müssen wir den Verbrauch fossiler Treibstoffe beenden, um Emissionen zu begrenzen? Um all das wird es in diesen Beiträgen gehen.

In diesem Beitrag werden wir uns die extremeren Behauptungen vornehmen. Einige behaupten, dass Menschen gefährlich sind, dass wir zu viele Nachkommen zeugen, dass wir zu viele Ressourcen verbrauchen, dass wir eine existenzielle Bedrohung für uns selbst und den Rest der Welt sind. Bevor wir also in die Ökonomie und die Gefahren eines Klimawandels einsteigen, wollen wir über diese so genannten „existentiellen“ Bedrohungen sprechen.

Kann globale Erwärmung die Erde zerstören?

Eine allgemein vorgebrachte Hypothese ist, dass globale Erwärmung eine existenzielle Bedrohung für die Menschen und die Erde als Ganzes darstellt. Oftmals wird hierbei angeführt, dass die Erde so werden wird wie die Venus mit einer Temperatur an der Oberfläche von 464°C (oder 250°C, wie Stephen Hawking einmal fälschlich annahm) und bar jeden Lebens. James Hansen nannte dies einmal den Runaway-Treibhauseffekt. Die Wahrheit ist, dass weder die Venus noch die Erde einen „Runaway“ durchlaufen. Außerdem gibt es auf der Erde Ozeane, auf der Venus dagegen fast gar kein Wasser. 99,9% der Wärmekapazität und der thermischen Energie der Erde ist in unseren Ozeanen gespeichert. Weniger als 0,1% der thermischen Energie der Erde ist in der Atmosphäre gespeichert. Die Oberfläche der Erde hat fünf mal mehr thermische Energie gespeichert als die Oberfläche der Venus (hier). Die Temperatur an der Erdoberfläche ist niedriger, weil sich fast die gesamte thermische Energie in den Ozeanen befindet und diese eine enorme Wärmekapazität aufweisen. Die Ozeane der Erde allein speichern viel mehr thermische Energie als die gesamte Oberfläche der Venus bei einer Temperatur von 464°C. Falls unsere Ozeane weiter bestehen bleiben, ist es unmöglich, dass unser Planet eine gefährliche Temperatur erreicht. Sie müssten vollständig verdampfen und der Wasserdampf in den Weltraum entweichen. Kein Treibhausgas kann dies jemals bewirken.

Gedankenexperiment: Falls sich unsere Atmosphäre auf irgendeine Weise auf 1000°C erhitzen sollte, keine thermische Energie in den Weltraum entweicht und alles davon in die Ozeane transferiert wird, würde die Wassertemperatur der Ozeane um ein Grad steigen. Dies ist der einfachste Weg, den Puffer-Effekt der Ozeane bzgl. Temperatur zu erklären, den ich mir vorstellen kann. Eine weitere, vollständigere Beschreibung, wie tropische Ozeane die Oberflächentemperatur der Erde auf maximal 30°C limitieren findet sich bei Newell and Dopplick, 1979 oder bei der Diskussion hier. Atmosphärische Temperaturen, vor allem die Temperatur an der Erdoberfläche (üblicherweise gemessen in einer Höhe von 2 Metern) haben nur sehr wenig Einfluss auf das langzeitliche Klima (im Zeitmaßstab von Jahrzehnten oder länger). Versuche, die mittlere Temperatur an der Erdoberfläche zu messen (HADCRUT Datenbasis, GISTEMP, etc.) sind nützlich, leben wir doch schließlich hier; aber deren Verwendung, um Auswirkungen auf oder Stärke des globalen Klimawandels zu messen, ist so, als ob man die Auswirkungen einer Bombenexplosion mittels Kräuselung auf der Oberfläche einer Teetasse in einem Raum in einer Entfernung von 100 km misst. Die Kräuselung mag mit der Explosion zusammenhängen, aber man befände sich viel zu weit vom Ort des Geschehens entfernt, um genau zu sein. Die Ozeane bedecken 70% der Erdoberfläche und enthalten fast die gesamte thermische Energie; also sollten wir uns auf die Ozeane konzentrieren.

Die Ozeane sind der Schlüssel

Die Temperatur der Ozeane steigt in der Tat. Aber globale Daten liegen erst seit dem Jahr 2004 vor und auch nur bis zu einer Tiefe von 2000 Metern. Die mittlere Tiefe der Ozeane beträgt aber 3688 Meter. Falls wir annehmen, dass die Temperatur in einer Tiefe von 3688 Metern etwa 0°C beträgt, was angesichts einer mittleren Temperatur in einer Tiefe von 2000 Metern von 2,4°C nicht unvernünftig ist, dann erleben wir gegenwärtig eine Erwärmung der Ozeane pro Jahr bis in diese Tiefe von 0,0031°C. Falls sich dies fortsetzt (das wird es nicht), würde es 1000 Jahre dauern, die Temperatur der Erde an der Oberfläche um 3°C steigen zu lassen, was kaum alarmierend ist. Mehr dazu hier.

Abbildung 1 (Datenquelle: JAMSTEC)

In zukünftigen Beiträgen wird es um den Vergleich der ökonomischen Kosten gehen zwischen einer Abschwächung der Erwärmung via Reduktion oder Eliminierung fossiler Treibstoffe einerseits und Anpassung an die Erwärmung andererseits. In diesem Beitrag werden wir die Einflüsse des Menschen auf die Umwelt allgemein behandeln. Menschen sind Teil der Natur, dabei spielt es keine Rolle, ob wir aus natürlichen Prozessen hervorgegangen sind oder durch eine überirdische Macht kreiert worden sind – in jedem Falle sind wir Teil der Natur. Deepak Chopra hat die „Gaia-Hypothese“ untersucht, und er fragt sich, ob wir ein Krebsgeschwür auf der Erde sind. David Attenborough hat uns als eine Plage auf der Erde angesehen. In diesem Beitrag befassen wir uns mit diesem Gedanken. Wir müssen den Gedanken erörtern, dass der Mensch eine existentielle Bedrohung des Menschen ist, bevor wir uns mit der Ökonomie der globalen Erwärmung befassen. Vieles in dieser Diskussion hängt von Standpunkten ab. Übernehmen wir den humanistischen Standpunkt, dass unsere Maßnahmen der Menschheit helfen sollten? Oder steht ganz oben auf einer Art metaphysischer „Gaia“ eine gottähnliche Kreatur, unter der sich die Menschheit unterzuordnen hat, um Gaia zu dienen? Wir sind dieser Gaia-Kreatur noch nicht begegnet und bevorzugen inbrünstig den humanistischen Standpunkt. Wir werden unsere Argumente aus der Sicht von Humanisten vorbringen.

Ökonomisches Wachstum, Wohlstand, Gesundheit und die Umwelt

Im Allgemeinen müssen wir unseren Mythos der Ökonomie mit der Beeinträchtigung der Umwelt konfrontieren. Wir haben uns daran gewöhnt zu glauben, dass wir vor einer unausweichlichen Wahl stehen zwischen höherem ökonomischen Wohlstand und einer grüneren Umgebung. Aber überraschenderweise, was mit diesem ganzen Buch dokumentiert wird, resultiert die Umweltentwicklung oftmals aus der ökonomischen Entwicklung – nur wenn wir ausreichend Reichtum anhäufen, können wir uns den relativen Luxus leisten, uns um die Umwelt zu kümmern. Auf diesem allgemeinsten Niveau geht diese Schlussfolgerung eindeutig aus Abbildung 2 hervor, in welcher sich zeigt, dass ein höheres Einkommen allgemein korreliert mit größerer umweltlicher Nachhaltigkeit“. – Björn Lomborg, The Skeptical Environmentalist: Measuring the Real State of the World (pp. 32-33).

Abbildung 2: (Datenquellen: Environmental Performance Index: NASA, GDP in PPP$: World Bank)

Abbildung 2 ist eine aktualisierte Version einer Abbildung in The Skeptical Environmentalist, wir haben die NASA-Messungen der Umweltqualität (EPI) für das Jahr 2016 geplottet im Vergleich zum BIP der meisten Länder in der Welt. Einige Länder sind namentlich genannt. Der Environmental Productivity Index (EPI) der NASA SEDAC ist auf der Y-Achse geplottet und das purchase-power-parity dollar (PPP$) BIP für jedes Land auf der X-Achse. Der Plot zeigt Punkte für 164 Länder, aus vielen Ländern standen keine Daten zur Verfügung, und Luxemburg wurde ausgenommen wegen des sehr hohen BIP pro Person von 102.831 Dollar, EPI = 86,6; das ist etwa das Gleiche wie in der Schweiz). Eine logarithmische Linie kleinster Quadrate durch die Daten zeigt eine Steigung von R² = 0,7; obwohl es viele andere Faktoren gibt, die bei allen geplotteten Ländern sowohl BIP als auch EPI beeinflussen. Allgemein hatte Lomborg in seinem Buch aus dem Jahr 2001 also recht: die wohlhabenderen Länder neigen dazu, eine höhere Umweltqualität aufzuweisen. Man kann sich davon auch überzeugen durch Betrachtung von Entwicklungsländern und entwickelten Ländern auf der ganzen Welt. Geht das BIP pro Person erst einmal über 2000 Dollar PPPS$ pro Person hinaus, wird es zu einem Faktor bzgl. Umweltqualität, bis es sich in den hohen Achtzigern verflacht bei etwa 50.000 PPS$ pro Person.

Krankheiten und Gesundheit

Im Oktober 1998 veröffentlichte Prof. David Pimentel von der Cornell University als Leitautor einen Artikel zum Thema [übersetzt] „Ökologie zunehmender Krankheit“ [Ecology of increasing disease] in dem begutachteten Journal BioScience. Die grundlegende Prämisse der Studie lautet, dass es bei zunehmender Bevölkerung zu zunehmender Umweltverschlechterung kommt, zu verstärkter Verschmutzung und als Konsequenz mehr Krankheiten“. – Lomborg, Bjørn. The Skeptical Environmentalist: Measuring the Real State of the World (S. 22).

In einer Studie aus dem Jahr 2007 setzten Pimentel, et al. noch eins drauf:

Die Weltgesundheitsorganisation WHO und andere Organisationen berichten, dass die Verbreitung menschlicher Krankheiten über das vorige Jahrzehnt hinweg rapide zugenommen hat. Bevölkerungswachstum und die Verschmutzung von Wasser, Luft und Boden tragen weltweit zu der steigenden Zahl von Krankheitsfällen bei. Gegenwärtig schätzt man den Anteil der Todesfälle weltweit durch Umweltverschlechterung auf 40%. Die Ökologie zunehmender Krankheiten setzt sich aus komplexen Faktoren zusammen, darunter Bevölkerungswachstum, Umweltverschlechterung und die gegenwärtige Unterernährung von etwa 3,7 Milliarden Menschen auf der Welt.

Die in dem Zitat erwähnten „40% der weltweiten Todesfälle“ stammen aus Pimentels Studie aus dem Jahr 1998 und beziehen sich auf das Lomborg-Zitat zuvor. Lomborg hat über Pimentel 1998 viel zu sagen. Erstens, die „40% der weltweiten Todesfälle“ wird in der Studie an keiner Stelle erklärt, ebensowenig wie die Gesamtzahl der Todesfälle oder die Zahl aufgrund von Verschmutzung im Artikel spezifiziert wird. Weiter unten in dem Artikel ändert sich die Ursache von „Verschmutzung“ zu „Verschmutzung, Tabak und Mangelernährung“. In einem späteren Interview erklärte er, dass mit ,Rauchen‘ auch das Verbrennen von Holz in Wohnungen in der Dritten Welt gemeint ist, wodurch pro Jahr etwa 4 Millionen Menschen sterben, Rauchen fordert 3 Milionen Todesfälle pro Jahr. Mangelernährung kostet 6 bis 14 Millionen Menschenleben. Die WHO schätzt, dass die Luftverschmutzung außerhalb von Häusern etwa einer halben Million Menschen pro Jahr den Tod bringt, was etwa 12% der Anzahl der innerhalb von Wohnungen auftretenden Verschmutzungs-Todesfälle ausmacht. Pimentel et al. haben also in beiden Studien eine sehr kleine Zahl von Todesfällen mit Bezug auf Verschmutzung genannt, haben Rauchen, Mangelernährung und Menschen, die zu Hause am offenen Feuer mit Holz ihr Essen kochen oder heizen einbezogen – und versucht zu behaupten, dass all diese Menschen wegen der Umweltverschmutzung gestorben seien. Wer waren die Begutachter?

Die Haupt-Behauptung der Studie lautet, dass Krankheiten zunehmen, aber das ist auch falsch:

Die Behauptungen hinsichtlich zunehmender Infektionskrankheiten ist absolut falsch, wie man Abbildung 3 entnehmen kann. Infektionskrankheiten haben seit 1970 abgenommen, obwohl Beweise nur aus einigen Ländern vorliegen … Genauso kann man davon ausgehen, dass Infektionskrankheiten auch in Zukunft weiter zurückgehen, zumindest bis zum Jahr 2020. Selbst in absoluten Zahlen wird erwartet, dass die Anzahl von Todesfällen durch Infektionskrankheiten von 9,3 auf 6,5 Millionen sinken wird. – Lomborg, Bjørn. The Skeptical Environmentalist: Measuring the Real State of the World (S. 26).

Abbildung 3. Datenquellen: Bulatao, 1993 und die World Health Organization

Die in Abbildung 3 gezeigten Daten werden auch gestützt durch Murray and Lopez, 1996 und Murray and Lopez, 1997. Die blaue Kurve in Abbildung 3 stammt von Daten, die von Bulato zusammengestellt und 1993 veröffentlicht worden waren. Die dunkelgraue Kurve stammt von von Daten, die aus 186 Ländern von der WHO zusammengestellt und im Dezember 2016 veröffentlicht worden sind. Bulato hat den Trend richtig erfasst, war aber etwas zu pessimistisch. In Wirklichkeit sank die Rate von Infektionskrankheiten schneller als von ihm projiziert. Also hatte Lomborg in seinem Buch auch in diesem Punkt recht:

Schaut man auf Trends, zieht Pimentel frohgemut kurzfristige Beschreibungen heran. Er betrachtet die Infektionskrankheit mit den meisten Todesfällen, Tuberkulose, und behauptet, dass Todesfälle aufgrund dieser Krankheit von 2,5 Millionen im Jahre 1990 auf 3 Millionen im Jahre 1995 gestiegen seien, und er erwähnt die Erwartung für das Jahr 2000 von 3,5 Millionen Todesfällen. Allerdings betrugt die tatsächliche Anzahl von Todesfällen durch Tuberkulose im Jahre 1999 1,669 Millionen, und die von Pimentel am häufigsten genannte Quelle bei der WHO schätzt fast stabil 2 Millionen Todesfälle während der neunziger Jahre. – Lomborg, Bjørn. The Skeptical Environmentalist: Measuring the Real State of the World (S. 22-23).

Den WHO-Statistiken zufolge gab es im Jahr 2000 1.667.000 Tuberkulose-Todesfälle, im Jahr 2015 waren es 1.373.000 Todesfälle. Das entspricht einem Rückgang von 18% innerhalb von 15 Jahren:

Auch versucht Pimentel mit Verweis auf die Gefahren von Chemikalien und Pestiziden eine Verbindung herzustellen, indem er darauf hinweist, dass „Todesfälle in den USA in Verbindung mit Krebs von 331.000 im Jahre 1970 auf etwa 521.000 im Jahre 1992 zugenommen haben“. Allerdings ignoriert er auch hier eine zunehmende (24 Prozent) und eine alternde Bevölkerung (was den Ausbruch von Krebs wahrscheinlicher macht). Die altersangepasste Todesrate durch Krebs in den USA lag tatsächlich 1996 niedriger als 1970, trotz gestiegener Fälle von Krebstoten durch Rauchen. Eine Adjustierung bzgl. Rauchen ergibt eine seit 1970 stetig um 17 Prozent sinkende Todesrate“. – Lomborg, Bjørn. The Skeptical Environmentalist: Measuring the Real State of the World (S. 23).

In Wirklichkeit ist die Todesrate durch Krebs von 1972 bis 1990 der CDC zufolge tatsächlich gestiegen, doch gab es nach 1990 einen dramatischen Rückgang, wie man in Abbildung 4 erkennt. Die in Abbildung 4 gezeigten Zahlen sind vom CDC altersangepasst:

Abbildung 4: Altersangepasste Todesrate durch Krebs. Daten von CDC.

In diesem Fall liegt Pimentel richtig mit der von ihm angeführten Zunahme der Krebstoten von 1970 bis 1992, selbst nach Adjustierung bzgl. Alter und Bevölkerung. Allerdings hat auch Lomborg recht mit seiner Aussage, dass die adjustierte Krebs-Todesrate im Jahre 1996 niedriger lag als 1970. Heute liegt sie viel niedriger.

Im Jahre 2002 kam die WHO zu dem Ergebnis, dass es den Einfluss von Treibhausgas-Emissionen auf Gesundheit und Krankheiten aufgrund der aktuellen Datenlage nicht ausmachen könne: „Das Klima zeigt eine natürliche Variabilität, und dessen Auswirkungen auf die Gesundheit werden von vielen anderen bestimmenden Faktoren beeinflusst. Es gibt gegenwärtig nur unzureichende langfristige Daten hoher Qualität bzgl. Klima-empfindlicher Krankheiten, so dass eine direkte Messung der Auswirkungen auf die Gesundheit durch den anthropogenen Klimawandel nicht möglich ist, vor allem in den verwundbarsten Bevölkerungen. – Pielke Jr., Roger. The Climate Fix: What Scientists and Politicians Won’t Tell You About Global Warming (S. 176-177).

Die spekulativen Zahlen der WHO bildeten die Grundlage für Schätzungen, welche in einem Report des Global Humanitarian Forum GHF aus dem Jahr 2009 auftauchten. Diese Nicht-Regierungs-Organisation wird betrieben durch den ehemaligen UN-Generalsekretär Kofi Annan. Die GHF folgert, dass der durch Treibhausgase getriebene Klimawandel gegenwärtig verantwortlich ist für 154.000 Todesfälle pro Jahr infolge Mangelernährung, 94.000 Todesfälle pro Jahr durch Diarrhoe und 54.000 Todesfälle durch Malaria. Diese Zahlen werden dann addiert zu Todesfällen durch Wetterereignisse (welche im Verlauf des vorigen Jahrhunderts dramatisch abgenommen haben), und man kommt auf eine Zahl von 315.000 Menschen, die pro Jahr infolge des vom Menschen verursachten Klimawandels sterben sollen. Schaut man genauer auf die Zahlen bzgl. der Gesundheit, zeigt sich, dass die im WHO-Report von 2002 genannten Zahlen genau zwei mal auftauchen. Die WHO sagt dazu, dass die Schätzungen „nicht mit der empirischen Wissenschaft übereinstimmen“. Mit anderen Worten, die Zahlen scheinen lediglich eine grobe Schätzung aufgrund früherer Spekulationen zu sein. „Analysen“ wie diese sind es, die einigen Bereichen der Klimawissenschaft böse Namen anhängen und eine ungesunde Politisierung der Forschung zeigen, nur um vorgegebenen Ursachen zu genügen. – Pielke Jr., Roger. The Climate Fix: What Scientists and Politicians Won’t Tell You About Global Warming (S. 177).

Hinsichtlich der gesundheitlichen Auswirkungen der globalen Erwärmung liest man im 5. Zustandsbericht des IPCC, geschrieben von der Arbeitsgruppe II:

Bis zur Mitte dieses Jahrhunderts wird der projizierte Klimawandel die menschliche Gesundheit hauptsächlich durch Verschärfung der Gesundheitsprobleme beeinträchtigen, die es heute schon gibt (sehr hohes Vertrauen). Während des 21. Jahrhunderts wird erwartet, dass der Klimawandel zur Zunahme gesundheitlicher Probleme in vielen Gebieten führen wird, besonders in Entwicklungsländern mit niedrigem Einkommen als im Vergleich einer Grundlinie ohne Klimawandel (hohes Vertrauen). Beispiele enthalten eine größere Wahrscheinlichkeit von Verletzungen, Krankheiten und Todesfällen infolge intensiverer Hitzewellen und Brände (sehr hohes Vertrauen), eine zunehmende Wahrscheinlichkeit von Mangelernährung aufgrund geringerer Erzeugung von Nahrungsmitteln in armen Gebieten (hohes Vertrauen), Risiken durch verloren gehende Kapazität von Arbeitsplätzen sowie verringerte Arbeitsproduktivität in anfälligen Völkern und zunehmende Risiken durch Krankheiten durch verdorbene Nahrungsmittel und verschmutztes Wasser (sehr hohes Vertrauen) und Vektor-Krankheiten [?] (mittleres Vertrauen). Gesundheitliche Auswirkungen werden reduziert, aber nicht eliminiert werden, in Völkern, welche von einer rapiden sozialen und ökonomischen Entwicklung profitieren (hohes Vertrauen).

Eine raffinierte Wortwahl lässt dieses Zitat zumeist wahrhaftig klingen, ist jedoch sehr irreführend. Wie wir sehen werden, kann globale Erwärmung zu einer höheren Anzahl von Hitze-bezogenen Todesfällen führen, aber Todesfälle mit Bezug auf Kälte dürften diese Zunahme weit übersteigen. Dies liegt einfach daran, dass weltweit viel mehr Menschen durch Kälte als durch Hitze sterben. Oben wurde bereits gezeigt, dass Infektionskrankheiten und Krebs abnehmen. Außerdem nimmt auch Mangel- und Unterernährung mit rapider Rate ab. Folglich müssen die Modelle, die für diese Projektionen herangezogen worden waren, validiert werden. Wie schon oft in den IPCC-Berichten gesehen wird über alles und jedes berichtet, sofern es den Klimawandel negativ darstellt, während alle und jede Positiva ignoriert werden, egal wie gut diese dokumentiert sind.

Lebenserwartung

Da 100% von uns Menschen irgendwann an irgendetwas sterben, ist die Ermittlung der mittleren Lebensspanne vielleicht eine bessere Maßgabe für die menschliche Gesundheit. Diese beträgt gegenwärtig global 71,5 Jahre. Dong, et al., 2016, Nature, zufolge nimmt die Lebenserwartung global zu, siehe Abbildung 5. The Lancet (Landrigan, et al., 2017) zufolge ist die Umweltverschmutzung ursächlich für 16% der weltweiten Todesfälle oder neun Millionen weltweit, die vorzeitig sterben. 92% dieser vorzeitigen Sterbefälle treten in Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen auf.

Abbildung 5 (Quelle: Dong, et al., 2016, Nature)

Es gibt außerdem eine Korrelation zwischen dem Verbrauch fossiler Treibstoffe einerseits und der Lebenserwartung in der entwickelten Welt andererseits, wie aus Abbildung 6 hervorgeht:

Abbildung 6 (Aus Epstein hier.)

Die Menschen leben nicht nur länger, sondern auch viel besser:

Das ist alles gut und schön, sagen Pessimisten, aber was ist mit der Lebensqualität im Alter? Sicher, die Menschen leben länger, aber nur, indem ihren Leben Leiden und Behinderungen durch alle möglichen Krankheiten hinzugefügt werden. Dem ist aber nicht so. Einer amerikanischen Studie zufolge sank die Rate körperlicher Behinderungen bei Menschen über 65 Jahren zwischen 1982 und 1999 von 26,2% auf 19,7% – das ist ein doppelt so starker Rückgang wie die Sterberate. Chronische Krankheiten vor dem Tod verkürzen sich kaum, wenn überhaupt, anstatt sich zu verlängern, trotz besser Diagnose und mehr Behandlungen – die ,Kompression der Sterblichkeit‘ lautet der technische Terminus. Die Menschen leben nicht nur länger, ihr Sterben zieht sich auch nicht mehr so lange hin. – Ridley, Matt. The Rational Optimist: How Prosperity Evolves (P.S.) (S. 18).

Wir leben länger, aber wurde uns lediglich mehr Zeit gegeben, in welcher wir krank sind? Die Antwort ist zwingend: Absolut nein! Wir sind allgemein während der letzten Jahrhunderte viel gesünder geworden. – Lomborg, Bjørn. The Skeptical Environmentalist: Measuring the Real State of the World (S. 54-55).

Abbildung 7 (Datenquelle: Murray and Lopez, 1997)

In Abbildung 7 erkennt man, dass die Lebenserwartung in der entwickelten Welt bei der Geburt so hoch wie nie zuvor ist, während die Prozentzahl derjenigen, die mit Behinderungen sterben, so gering wie nie zuvor war. Die Daten stammen von Murray and Lopez 1997, Tabelle 4. Die Behinderungen, aufgetragen auf der Y-Achse, sind nach Schwere der Behinderungen adjustiert. Mit steigendem Wohlstand und mehr Energieverbrauch leben die Menschen nicht nur länger, sondern sind auch gesünder. Der Gedanke, dass die Menschen in vorindustrieller Zeit glücklich, gesund und in Einklang mit der Natur lebten, ist Unsinn, wie von dem Historiker Lawrence Stone von der Princeton University erklärt (hier):

Die fast totale Ignoranz sowohl persönlicher als auch der öffentlichen Hygiene bedeutete, dass verdorbene Lebensmittel und verunreinigtes Wasser eine konstante Gefahr waren … Die Folge dieser primitiven sanitären Bedingungen waren ständige Ausbrüche bakterieller Mageninfektionen, die schlimmste von allen Dysenterie. Diese Krankheit forderte viele Opfer beiderlei Geschlechts und jeden Alters innerhalb weniger Stunden oder Tage. Magenkrankheiten der einen oder anderen Art waren chronisch infolge einer schlecht ausgewogenen Diät der Reichen sowie der Verbrauch verdorbener und unzureichender Nahrung bei den Armen. Die Vorherrschaft von Darmwürmern … waren ein langsamer, lästiger und lähmender Prozess, welcher in größtem Umfang zu menschlichem Elend und schlechter Gesundheit führte … In vielen sumpfigen Gebieten ohne Drainage waren wiederkehrende Malaria-Schübe allgemein verbreitet … und vielleicht noch herzzerbrechender war die langsame, unerbittliche, zerstörerische Kraft der Tuberkulose … Für Frauen war die Geburt von Kindern ein äußerst gefährliches Unterfangen … und schließlich gab es da noch die fortwährende Bedrohung durch Todesfälle durch einen Unfall aus Fahrlässigkeit, Unvorsichtigkeit oder in Gesellschaft mit Tieren wie Pferden – welche sich zumindest genauso gefährlich wie Autos erwiesen haben – oder Elementen wie Wasser … – Lomborg, Bjørn. The Skeptical Environmentalist: Measuring the Real State of the World (S. 55).

Die Technologie zur Kontrolle von Luft- und Wasserverschmutzung ist vorhanden und breitet sich rapide auf arme Länder aus. In den USA, wo diese Technologie seit Jahrzehnten zur Anwendung gekommen war, ist die Luftverschmutzung der EPA zufolge seit dem Jahr 1970 um 70% gesunken. Weniger als die Hälfte aller Menschen hatte im Jahre 1990 Zugang zu sauberem Wasser, heute sind es der BP Statistical Review of World Energy 2013 zufolge 65%.

Man beachte, dass es noch im Jahre 1990 weniger als die halbe Welt über „verbesserte sanitäre Einrichtungen“ verfügte. Die Zunahme auf zwei Drittel innerhalb nur weniger Jahrzehnte ist eine wunderbare Leistung. – Epstein, Alex. The Moral Case for Fossil Fuels (p. 148). Penguin Publishing Group. Kindle Edition.

Und:

Die Reichen sind reicher geworden, aber den Armen ist es sogar noch besser ergangen. Die Armen in den Entwicklungsländern haben ihren Verbrauch von 1980 bis 2000 doppelt so schnell erhöht wie die Welt als Ganzes. – Ridley, Matt. The Rational Optimist: How Prosperity Evolves (S. 15).

Und:

Acht von zehn amerikanischen Haushalten verfügten im Jahre 1955 über fließendes Wasser Zentralheizung, elektrisches Licht, Waschmaschinen und Kühlschränke. Im Jahre 1900 hatte fast niemand diesen Luxus. – Ridley, Matt. The Rational Optimist: How Prosperity Evolves (P.S.) (S. 16).

Und:

Heute haben 99% aller als ,arm‘ klassifizierten Amerikaner Strom, fließendes Wasser, Toilettenspülung und einen Kühlschrank; 95% haben einen Fernseher, 88% ein Telefon, 71% ein Auto und 70% Air Condition. – Ridley, Matt. The Rational Optimist: How Prosperity Evolves (S. 16-17).

In mancher Hinsicht geht es den Armen in den USA heute besser als König Ludwig XIV in Frankreich im Jahre 1700, dem reichsten Mann seiner Tage.

Verschlechtert sich die Umwelt?

Irgendwo vielleicht, aber:

In Europa und Amerika werden Flüsse, Seen und die Luft stetig sauberer. In der Themse finden sich weniger Abwässer und mehr Fische. Wasserschlangen im Eriesee, die in den sechziger Jahren am Rande des Aussterbens standen, gibt es heute wieder zuhauf. Weißkopf-Seeadler erlebten einen Boom. In Pasadena gibt es kaum noch Smog. Die Eier von Vögeln in Schweden sind um 75% weniger verunreinigt als in den sechziger Jahren. Kohlenmonoxid-Emissionen in Amerika sind innerhalb von 25 Jahren um 75% gesunken. Heute emittiert ein Auto bei voller Geschwindigkeit weniger Schadstoffe als ein parkendes Auto im Jahre 1970 durch Lecks. – Ridley, Matt. The Rational Optimist: How Prosperity Evolves (S. 17).

Wohlstand

Die Menschen leben heute länger und besser als vor 100 Jahren. Bequemlichkeiten wie künstliches Licht sind heute viel billiger:

Man überlege einmal, wie viel künstliches Licht man mit einer Arbeitsstunde erhalten kann. Die Menge hat sich von 24 Lumen-Stunden im Jahre 1750 (Sesam-Öllampen) auf 186 im Jahre 1800 (Wachskerzen), auf 4400 im Jahre 1880 (Petroleum-Lampen) auf 531.000 im Jahre 1950 (Glühbirnen) und auf 8,4 Millionen Lumen-Stunden heute erhöht. Anders ausgedrückt, eine Arbeitsstunde heute erschafft Licht im Wert von 300 Tagen, im Jahre 1800 waren es zehn Minuten. – Ridley, Matt. The Rational Optimist: How Prosperity Evolves (P.S.) (S. 20-21).

Mitte des 19. Jahrhunderts kostete eine Kutschfahrt von Paris nach Bordeaux etwa einen Monatslohn, heute fährt man für 10 Euro mit der Eisenbahn. Im Jahre 1840 kostete die Fahrt einer vierköpfigen Familie von St. Louis in Missouri nach Oregon City 23.373 Dollar (auf heute umgerechnet) und dauerte 4,5 Monate. Heute kostet die Autofahrt lediglich 1052 Dollar, und die vierstündige Reise mit dem Flugzeug lediglich 1016 Dollar.

Wir profitieren von dem, was Matt Ridley die Multiplikation der Arbeit nennt. Jeder von uns arbeitet in einem Job und erzeugt eine Sache; aber wir kaufen Güter aus allen Teilen der Welt, an deren Fertigung tausende Menschen beteiligt waren. Wir können dies tun wegen der fossilen Treibstoffe, einem modernen Transportwesen und einem Win-Win-Kapitalismus, wobei sowohl der Käufer als auch der Verkäufer von jeder Transaktion profitiert.

Und dann diese Story:

Kelly Cobb von der Drexel University machte sich daran, einen Herrenanzug ausschließlich aus Rohstoffen herzustellen, die aus einem Umkreis von 100 Meilen um ihre Wohnung stammen. Man brauchte 20 Kunsthandwerker, die insgesamt 500 Arbeitsstunden damit zubrachten, und selbst dann mussten sie noch 8% der Materialien von außerhalb des 100-Meilen-Kreises heranschaffen. Falls sie ein weiteres Jahr gearbeitet hätten, hätten sie wohl alles innerhalb des Radius‘ von 100 Meilen herstellen können, argumentiert Cobb. – Ridley, Matt. The Rational Optimist: How Prosperity Evolves (P.S.) (S. 35).

500 Arbeitsstunden erfahrener Handwerker, um einen Anzug herzustellen! In den USA würden sich die Arbeitskosten allein auf über 5000 Dollar belaufen. Man vergleiche eine heute in Paris lebende Frau mit König Ludwig XIV, dem 498 Sklaven zum Zubereiten jeder Mahlzeit zur Verfügung standen:

Man stelle sich einmal eine heute in Paris lebende Frau im Alter von 35 Jahren mit mittlerem Einkommen, einem arbeitenden Ehemann und zwei Kindern vor. Sie wäre weit weg von Armut, aber sie wäre relativ gesehen unermesslich ärmer als König Ludwig. War er seinerzeit der reichste Mann der Welt in der reichsten Stadt der Welt, hat die Frau heute keine Sklaven, keinen Palast, keine Kutsche, kein Königreich. Der mühsame Weg nach Hause in der überfüllten U-Bahn, das Besorgen einer Mahlzeit für vier Personen – da könnte man denken, dass das Arrangieren von Mahlzeiten für König Ludwig völlig unerreichbar ist. Und dann überlege man sich Folgendes: Der Überfluss, der einem beim Betreten eines jeden Supermarktes entgegenschlägt, marginalisiert alles, was König Ludwig je erfahren hat (und vermutlich ist auch die Gefahr von Salmonellen viel geringer). Man kann frische, tiefgefrorene, konservierte, geräucherte oder vorbereitete Mahlzeiten kaufen, bestehend aus Rind- und Schweinefleisch, Geflügel, Fisch und Anderes aus dem Meer, Eiern, Kartoffeln, Gemüse, Obst, vielen Arten von Salat, diversen Pflanzenölen und Gewürzen … Man wird keinen Koch haben, aber man kann sich mit einem Wimpernschlag entscheiden, welches der zahlreichen Restaurants mit Nahrung aus aller Herren Länder man aufsuchen will – in jedem davon ist ein erfahrenes Team von Köchen der Familie zu Diensten in viel weniger als einer Stunde. Man denke daran: Niemals zuvor in dieser Generation war eine durchschnittliche Person in der Lage, sich jemand anders leisten zu können für die Zubereitung seiner Mahlzeiten. – Ridley, Matt. The Rational Optimist: How Prosperity Evolves (S. 36-37).

Ludwig XIV, der Sonnenkönig, hatte 498 Sklaven zur Verfügung, die seine Mahlzeiten zubereiteten – aber dennoch war er nicht so reich wie die moderne Pariser Hausfrau. Diese hat die Produkte tausender Arbeiter zur Hand in jedem Lebensmittelladen oder Restaurant.

Insgesamt geht es der Menschheit heute weit besser als jemals zuvor. Mittels fossiler Treibstoffe, modernem Transportwesen und Kommunikations-Technologien haben wir ein weltweites Handelssystem errichtet, welches es gestattet, uns die Arbeit tausender Menschen auf der ganzen Welt zunutze zu machen. Dies hat Armut drastisch reduziert. Richtig ist auch, dass wohlhabendere Länder weniger Umweltverschmutzung haben mit saubererer Luft und saubererem Wasser als weniger entwickelte Länder. Das ist so, obwohl reichere Länder mehr fossile Treibstoffe verbrennen.

Schlusfolgerungen

Alles in allem muss gesagt werden, dass der Gesundheitszustand der Menschheit sich während der letzten paar hundert Jahre drastisch verbessert hat. Wir leben im Durchschnitt doppelt so lange wie noch vor 100 Jahren, und die Verbesserung gibt es sowohl in den industrialisierten als auch in den Entwicklungsländern. Die Kindersterblichkeit ist in allen Ländern, reichen und armen, um weit über 50% gesunken. – Lomborg, Bjørn. The Skeptical Environmentalist: Measuring the Real State of the World (S. 58-59).

es gab eine Zunahme der Pro-Kopf-Produktivität in Amerika um das 36-fache seit dem Jahr 1789 und eine ähnliche Zunahme in UK seit 1756 um das 20-fache. Im Jahre 2000 produzierte die US-Wirtschaft Güter und Dienstleistungen für einen durchschnittlichen Amerikaner im Wert von 36.200 Dollar. Am Ende des 18. Jahrhunderts waren es für jeden Amerikaner lediglich 996 Doller (nach heutigem Wert). Für einen durchschnittlichen Briten waren es 15.700 Pfund im Jahre 2000 verglichen mit lediglich 792 Pfund (nach heutigem Wert) im Jahre 1756. – Lomborg, Bjørn. The Skeptical Environmentalist: Measuring the Real State of the World (S. 70).

In Folgebeiträgen wird es um Kosten und Vorteile von globaler Erwärmung gehen. Aber bevor wir in die Globale-Erwärmung-Ökonomie einsteigen, sollte ich mich mit den extremeren Behauptungen bzgl. eines „gefährlichen Klimawandels“ befassen.

In diesem Beitrag habe ich versucht, die allgemein von Umweltaktivisten hinaus posaunten Hypothesen zu diskreditieren. Die erste dieser Hypothesen lautet, dass der Mensch eine existentielle Bedrohung des Menschen und der Erde, oder „Gaia“ ist. Verursacht unsere wachsende Bevölkerung mehr Infektionskrankheiten? Die klare Antwort lautet nein. Schädigt unser ökonomisches Wachstum die Umwelt. Eindeutig nicht, vielmehr erlaubt es uns unser Wohlstand, uns besser als je zuvor um unsere Umwelt zu kümmern. Macht unsere wachsende Bevölkerung und die längere Lebenserwartung uns kränker? Eindeutig nicht, wir leben heute sowohl länger als auch besser. Geht es der Umwelt mit der Zeit immer schlechter? Nein, das Gegenteil ist der Fall. Je wohlhabender wir sind, umso besser geht es der Umwelt.

Man betrachte Abbildung 8:

Abbildung 8 (Quelle: Dina Pomeranz, siehe den Beitrag von Anthony Watts hier, auf Deutsch beim EIKE hier)


Eindeutig: Umwelt und menschliches Wohlergehen verbessern sich, wenn wir immer wohlhabender werden.

Die zweite Hypothese lautet, dass die globale Erwärmung das Potential hat, die Erde in einen Planeten ähnlich der Venus zu verwandeln. Das ist eindeutig physikalisch unmöglich, falls es auf der Erde Ozeane gibt. Und egal, wie stark Treibhausgase zunehmen, die Ozeane werden immer da sein. Die mittlere Wassertemperatur der Ozeane liegt zwischen 4°C und 5°C, und die Ozeane enthalten 99,9% der Wärmekapazität an der Erdoberfläche, so dass die Erwärmung der Oberfläche stark limitiert ist.

Die dritte Hypothese lautet, dass die Menschheit uns selbst zum Aussterben bringt. Beuten die Menschen die Ressourcen der Erde restlos aus? Nein, tun sie nicht! Die Produktion und Erholung natürlicher Ressourcen, von Ackerland und Nahrungsmitteln nehmen stärker zu als wir sie verbrauchen. Und das wird in absehbarer Zukunft auch so bleiben.

Streng genommen muss ich keinen dieser dummen Gedanken widerlegen, sind diese doch allesamt sehr spekulativ, und es gibt keinerlei Daten, die auch nur einen davon stützen. Es gibt lediglich nicht validierte Computermodelle. Aber wir hören bekannte Akademiker (einschließlich Stephen Hawking!) und Politiker [und Medien! Anm. d. Übers.] diesen Unsinn ständig wiederholen. Dieser Beitrag ist ein Versuch, etwas Realität in den Nebel wilder Spekulationen zu bringen.

Die Menschen übernehmen kein sicheres Klima und machen es gefährlich; wir übernehmen ein gefährliches Klima und machen es sicher“. – Epstein, Alex. The Moral Case for Fossil Fuels (p. 126).

Wir leben in einer Zeit nahezu unbegrenzten Wohlstandes. Die Armutsrate ist auf ein unvorstellbar niedriges Niveau gesunken. Dies ist eine Zeit, wenn die Definition von Armut in den USA so hoch angesetzt ist, dass ein heutiger armer Mensch in den USA von jeder wohlhabenden Person vor dem 2. Weltkrieg beneidet worden wäre. Die Ungleichheit in der Welt liegt auf dem niedrigsten Niveau jemals und nimmt mit rapider Rate weiter ab. In elender Armut geborene Menschen können heute Doktoren und Anwälte werden. Warum es immer noch Untergangspropheten gibt, die das Ende der Welt prophezeien, entzieht sich meinem Verständnis.

Link: https://wattsupwiththat.com/2017/12/09/do-humans-harm-the-environment/
Übersetzt von Chris Frey EIKE




Diesel-Verteu­felung: Krieg gegen das eigene Volk Diesel: Die Lücken­medien im Glashaus (9)

In den bisherigen Teilen dieses Aufsatzes [1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8] wurde nachgewiesen, dass die NO2-Belastung der Luft in ganz Deutschland und auch an den sogenannten „Hotspots“ in den Städten auf im Prinzip unbedeutende Werte zurückgegangen ist. Wichtiger Grund hierfür ist die stetige Ablösung älterer durch jüngere Fahrzeuge mit besseren Abgasbehandlungssystemen. Dieser Trend wird sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen. Auch wurde aufgedeckt, wie fragwürdig die Messmethoden sind und welche Tricks und Manipulationen zum Einsatz kommen. Im dritten Teil wurden die teils grotesk übertriebenen Behauptungen über die gesundheitlichen Auswirkungen von Stickstoffdioxid sowie die offensichtliche Parteilichkeit sowohl der öffentlich-rechtlichen Medien als auch industriefeindlicher Behörden behandelt. Im vierten Teil wurde festgestellt, dass das Auto auch in der Stadt der Zukunft unverzichtbar bleibt und Elektromobilität zurzeit nicht realisierbar ist. Außerdem wurden Widersprüche in den Aussagen des Umweltbundesamtes beleuchtet und anrüchige Querverbindungen zwischen der Deutschen Umwelthilfe sowie Ministerien und Behörden thematisiert. Im fünften Teil wurde gezeigt, dass an der angeblichen Gesundheitsgefährdung selbst durch geringste NO2-Konzentrationen nichts dran ist und die Horror-Stories über zigtausende Tote durch Dieselabgase nicht wissenschaftlich fundiert sind. Zahlreiche Studien basieren sogar auf gefälschten Zahlenwerten. Im sechsten Teil wurden grobe Mängel bei den Studien der US-Umweltschutzbehörde EPA und der WHO dargelegt, mit denen behauptete Gesundheitsgefahren von Stickoxiden „belegt“ werden sollen. Im siebten Teil wird anhand von umfassenden Abgasuntersuchungen in bayrischen Großstädten nachgewiesen, dass selbst an den „Brennpunkten“ des Abgasgeschehens keinerlei Gründe für Fahrverbote für Diesel-PKW vorliegen. Anschließend wurde im achten Teil nachgewiesen, dass die Grenzwertüberschreitungen der Luft punktuell extrem beschränkt sind und der Anteil der betroffenen Bewohner selbst an den Brennpunkten im Zehntel-Promille-Bereich liegt. Der neunte Teil sowie der zehnte Teil beschäftigen sich damit, dass die NO2-Beaufschlagung im eigenen Wohnbereich teilweise sehr viel höher liegt als selbst an den am stärksten befrachteten Brennpunkten des Autoverkehrs.
Welche NO2-Exposition ist gesundheitlich vertretbar?
Im Unterschied zur Aufnahme von Substanzen in fester oder flüssiger Form ist es bei Gasgemischen sehr schwer, die tatsächliche Aufnahme von definierten Mengen festzustellen. Das gelingt nur unter Laborbedingungen unter Zuhilfenahme sehr aufwendiger Apparaturen. Wenn man ein Gas in ein größeres Volumen oder gar in die freie Atmosphäre einleitet, so wird es sich immer weiter verdünnen, bis es im gesamten verfügbaren Volumen gleichverteilt ist. Außerdem wird es dabei von turbulenten Strömungen verwirbelt. In der Realität ändern sich die Konzentrationen von Gasen zwischen Quelle und Messort deshalb ständig in oft unvorhersehbarer Weise. Ein anschauliches Beispiel hierfür zeigt Bild 2.

Bild 2. Kontinuierlich aufgezeichnete NO2-Konzentrationen während einer Messfahrt mit Zwischenstopps des Instituts für Umweltphysik der Universität Heidelberg in Stuttgart. Hellgrün: < Immissionsgrenzwert, Grün: < Innenraumrichtwert, Gelb: < Grenzwert für kurzfristige Überschreitungen unter 1 h, Rosa: < Alarmschwelle für kurzfristige Überschreitungen, Rot: Bereich > Alarmschwelle (Grafik: [UNIH])

Aus Bild 2 lässt sich ersehen, dass die Messwerte vor allem während der Fahrten zwischen verschiedenen Standorten, zum Teil aber auch im stationären Einsatz teils massive Ausschläge bis zu Gehalten von fast 700 µg/m3 aufweisen. Ursache hierfür ist die Durchquerung von noch nicht ausreichend verdünnten Abgasfahnen. Solche kurzfristigen Spitzen, die teils weit über der sogenannten Alarmschwelle von 400 μg/m3 liegen, sind normal und stellen keine Gesundheitsgefährdung dar. Kurzfristige Einwirkungen selbst noch deutlich höherer Konzentrationen werden von Medizinern und vom Gesetzgeber als nicht kritisch eingestuft. Wichtiger ist aus Sicht des Gesetzgebers der Jahresmittelwert, für den im Freien 40 μg/m3 als Grenzwert festgelegt wurde. Kurzfristige Überschreitungen sogar um mehr als das Zehnfache sind zulässig, wenn der Wert nicht häufiger als zwei Mal an drei aufeinanderfolgenden Stunden an Orten gemessen wird, die für die Luftqualität in Bereichen von mindestens 100 km2 (!) oder im gesamten Gebiet/Ballungsraum repräsentativ sind [INFO].
Für die Beurteilung gesundheitlicher Risiken durch NO2 ist demnach in der Realität einzig die mittlere Langzeitexposition maßgebend. Für Menschen, die zu wechselnden Zeiten unterschiedlichen Konzentrationen ausgesetzt sind, kann zur Beurteilung etwaiger Risiken mit einer kumulierten Jahresgesamtexposition gerechnet werden. Am einfachsten geht dies, indem man die Stunden eines Jahres mit der jeweiligen Konzentration multipliziert und das Ganze dann aufsummiert. Bei 8.760 Jahresstunden bei jeweils 40 μg/m3 ergäbe sich somit eine zulässige Jahresexposition von 350.400 μg*h/m3. Dies ist – quasi regierungsamtlich garantiert – ein gesundheitlich unbedenklicher Jahreswert für die gesamte Bevölkerung, Gesunde und Kranke, Kinder und Greise gleichermaßen. Wird er auch nur minimal überschritten, so ist ebenso regierungsamtlich die Stilllegung der halben Volkswirtschaft gerechtfertigt. So interpretiert es jedenfalls das deutsche Justizwesen, das sich aktuell als Erfüllungsgehilfe der ausländischen Agentenorganisation DUH anschickt, deutsche Städte durch Fahrverbote dem Chaos und die Kfz-Branche zugleich dem Niedergang zu überantworten. Aber in Deutschland zählen halt peruanische Bauern mit hanebüchenen Anliegen mehr als das Wohl des eigenen Volkes.
Wie amtlich ist eigentlich amtlich?
Mit dieser Garantie stimmt jedoch leider etwas nicht so recht. Sie gilt nämlich nur für die Luft im Freien. Der durchschnittliche Bundesbürger hält sich jedoch zu 90 Prozent in Innenräumen auf, wozu Wohnungen ebenso gehören wie Büroräume, Theater, Krankenhäuser, Schulen oder Universitäten. Und hier gilt seit 1998 als maximal zuträgliche NO2-Konzentration ein ebenfalls amtlich vom Ausschuss für Innenraumrichtwerte (AIR) festgelegte Maximalwert von 60 μg/m3 [AIR]. Für den angenommenen Fall eines bettlägerigen dementen Asthmakranken ist demnach eine Jahresexposition von 8.760 Stunden x 60 μg/m3 ebenfalls amtlich gesundheitlich unbedenklich, was einer Jahresexposition von 525.600 μg*h/m3 entspricht. Um den Reigen der Zahlenwerte komplett zu machen sei hier noch angemerkt, dass in den USA – dem Land, das uns via EPA und WHO ja das gegenwärtige Dilemma mit dem unrealistisch niedrigen Grenzwert von 40 μg/m3 beschert hat – als nationaler Grenzwert für Umgebungsluft 53 ppb (=101 μg/m3) festgelegt ist [USEPA]. Dort hält man demnach sogar eine Jahresexposition von 884.760 μg*h/m3 für gesundheitlich unbedenklich und zumutbar, Bild 3.

Bild 3. In den USA wird ein NO2-Jahresexpositionsbudget von 884.760 μg*h/m3 als gesundheitlich unbedenklich eingestuft. Das ist das Zweieinhalbfache dessen, was uns per EU-Diktat mit freundlicher Unterstützung von UBA und DUH aufgezwungen wurde


Gleichzeitig steckt man in den USA Mitarbeiter deutscher Autofirmen, deren Produkte nicht einmal ansatzweise derartig hohe Luftkonzentrationen verursacht haben dürften, für lange Jahre in den Knast. Die in Bild 3 gezeigten Diskrepanzen zeigen, dass derartige Grenz- oder Richtwerte offensichtlich weniger aus medizinischen als vielmehr aus (wirtschafts-)politischen Gründen festgelegt wurden und werden. Drüben heißt es „America first“, hier wird das eigene Volk gepeinigt.
Anmaßungen und Peinlichkeiten des Umweltbundesamtes UBA
Dem UBA, das ja zusammen mit Bundesumweltministerin Hendricks und diversen grüngefärbten Angstpropheten bis hin zur Deutschen Umwelthilfe (DUH) ständig behauptet, die deutsche Bevölkerung würde auf unseren Straßen durch NO2 aus Dieselabgasen existenziell bedroht, ist die Diskrepanz zwischen den beiden unterschiedlichen Grenzwerten natürlich ebenso bewusst wie peinlich. Immerhin ist der Ausschuss für Innenraumrichtwerte direkt beim UBA angesiedelt. Hätte man vor Jahren statt der EU-Vorgaben dessen Limit auch als Immissionsgrenzwert für die Stadtluft akzeptiert, so gäbe es die gesamte Abgashysterie gar nicht. Dazu müssten SPD, Grüne und das UBA jedoch von der bisher betriebenen Propaganda abrücken. Diesen Gesichtsverlust will man jedoch vermeiden und lässt lieber unsere Spitzenindustrie vor die Hunde gehen.
Stattdessen lässt das UBA z.B. folgende Botschaften unter das Volk streuen: „Es handelt sich bei den Vorgaben für Innenräume um einen Richtwert, also einen Wert mit Empfehlungscharakter, der von der Innenraumlufthygienekommission lange vor der EU-Richtlinie ausgesprochen wurde. Das Umweltbundesamt empfiehlt jedoch aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse, diesen Wert nicht mehr anzuwenden. Das erklärte die Behörde gegenüber dem ARD-faktenfinder. Eine Überarbeitung der Richtwerte für Stickstoffdioxid stehe derzeit noch aus, werde sich aber voraussichtlich ebenfalls an dem Beurteilungswert für die Außenluft orientieren“. So berichtet es die SWR-Journalistin Kristin Becker in einem von ihr als Replik auf Aussagen der AfD verfassten „Faktenfinder“ [FAKE1]. Diese Haltung des UBA findet sich inzwischen sogar in einer Veröffentlichung des Wissenschaftlichen Dienstes des deutschen Bundetages [WIDI].
UBA-Provokationen…
Damit macht sich das UBA einer Anmaßung schuldig, indem es sich in die Zuständigkeiten eines anderen Gremiums einmischt. Dies verdeutlicht, wes Geistes Kind dort Regie führt. Im Prinzip hat das UBA zu Innenraumluftwerten keinerlei Befugnis zur Beschlussfassung. Offensichtlich glaubt man sich dort aufgrund ideologischer Verblendung als berechtigt, einfach über den AIR hinweg in dessen Kompetenzen einzugreifen. Die Behauptung, dass sich eine ausstehende Überarbeitung der Richtwerte für Stickstoffdioxid voraussichtlich ebenfalls an dem Beurteilungswert für die Außenluft orientieren werde, ist ein solcher Vorgriff. Im entsprechenden Protokoll der AIR-Sitzung vom 26./27. Nov. 2015 steht lediglich folgendes: „Der Ausschuss verständigt sich darauf, die Richtwerte für NO2 in der Innenraumluft zu aktualisieren, allerdings mit geringer Dringlichkeit“. Schon der Hinweis auf geringe Dringlichkeit spricht Bände, und von einer Senkung in Übereinstimmung mit dem Immissionsgrenzwert steht dort kein Wort.
Mit diesem offenkundigen Vorgriff auf den Entscheid eines gemeinsamen Gremiums brüskiert das UBA zugleich die anderen beteiligten Behörden. In der Aufgabendefinition des AIR steht nämlich eindeutig: „Der AIR besteht aus Fachleuten des Bundes und der Länder, die auf Mandat der Arbeitsgemeinschaft der Obersten Landesgesundheitsbehörden (AOLG) benannt werden. Das UBA beruft zusätzliche Expertinnen und Experten für die Arbeit im Ausschuss“ [AIRA].
und willkürlicher Umgang mit dem AIR
Diese selbstherrliche Willkür des UBA setzt sich auch im Umgang mit der eigentlichen Arbeit des AIR bzw. deren Ergebnissen fort. So wird die Kompetenz des AIR z.B. durch folgende Formulierung herabgesetzt: „Es handelt sich bei den Vorgaben für Innenräume um einen Richtwert, also einen Wert mit Empfehlungscharakter“. Damit wird suggeriert, die AIR-Festlegungen seien weniger bindend als diejenigen anderer Gremien. Dass dies nicht stimmt, geht aus der Aufgabenbeschreibung des AIR jedoch eindeutig hervor: „Es müssen daher Vorgaben erarbeitet werden, ab welcher Konzentration ein Stoff in der Raumluft schädlich ist“.
Diese Aufgabe obliegt in Deutschland einzig und allein dem AIR und niemandem sonst, auch nicht dem UBA. Beim NO2-Innenraumrichtwert des AIR von 60 µg/m3 handelt es sich um einen sogenannten Richtwert II, zu dessen Bedeutung eindeutig folgendes festgelegt ist: Der „Richtwert II (RW II)…stellt die Konzentration eines Stoffes dar, bei deren Erreichen beziehungsweise Überschreiten unverzüglich zu handeln ist“. Es handelt sich bei den 60 µg/m3 also eindeutig um einen Grenzwert, auch wenn er nicht so benannt wird.
Zu den weiteren Versuchen, den gesetzlich verbindlichen Wert von 60 µg/m3 zu relativieren, zählt auch der Hinweis darauf, dass es sich hier nicht um einen Langzeitwert handle, da er nur für einen Zeitraum von 7 Tagen gelte. Das ist Nonsens. Im zugrundeliegenden Dokument [HIST] des AIR wird erläutert, dass die Festlegung des 7-Tage-Zeitraums messtechnische Gründe hat, da bei den betreffenden Untersuchungen Passivsammler eingesetzt wurden. Diese eignen sich nicht für Zeiträume in der Größenordnung eines Jahres. Aufgrund der Tatsache, dass der Verlauf der NO2-Konzentration in Wohnungen einem typischen Wochenrhythmus folgt, wurde daher der Mittelungszeitraum auf sieben Tage festgelegt. Der so gefundene Mittelwert selbst ist dagegen unabhängig vom Zeitraum, über den die Mittelung erfolgte, als Langzeitwert aufzufassen. Das geht auch aus der Formulierung „bei Wirkungsuntersuchungen [ist] eine Woche der geeignete Bezugszeitraum für einen Langzeit-Richtwert“ eindeutig hervor.
Daher ist festzuhalten, dass unabhängig von den ideologisch motivierten Manövern des UBA bei Innenräumen ein rechtlich festgelegter Langzeit-Grenzwert von 60 µg/m3 gilt. Und da sich die Menschen in Mitteleuropa heute durchschnittlich zu 90 Prozent ihrer Zeit in Innenräumen aufhalten, sind diesem NO2-Pegel, um das UBA zu zitieren, „auch Kinder, Schwangere, Senioren oder Menschen mit Vorerkrankungen wie Asthma“ sehr langzeitig ausgesetzt. Danach haben bisher kein Hahn, kein UBA und keine DUH gekräht. Denen ging es darum, das Auto abzuschaffen, nicht um die Volksgesundheit. Auf die hier dargelegten Fakten hat allerdings die SWR-Journalistin Kristin Becker in ihrem „ARD-faktenfinder“ nicht aufmerksam gemacht. Abgeliefert wurde stattdessen ein Musterbeispiel für regierungsamtliche Propaganda in bester DDR-Manier.
Wie groß ist eigentlich die Zusatz-„Belastung“ an Hotspots?
Als nächstes interessiert jetzt die Frage, welcher zusätzlichen NO2-Exposition Menschen ausgesetzt sind, die an einem der wenigen „Hotspots“ mit Jahresmittelwerten oberhalb des Grenzwerts von 40 µg/m3 wohnen. Dazu betrachten wir zunächst die angenommene Jahresexposition eines typischen Werktätigen, der an der Landshuter Allee in München oder am Neckartor in Stuttgart mit NO2-Jahreswerten von ca. 80 µg/m3 wohnt und einen halbstündigen Weg zur Arbeit hat, wovon er während 10 min dem hohen Wert in seiner Straße und den Rest normalen Verhältnissen mit 40 µg/m3 ausgesetzt ist. In Innenräumen sei er den zulässigen 60 µg/m3 ausgesetzt, in der sonstigen im Freien verbrachten Zeit (mit Ausnahme des Arbeitswegs) den zulässigen 40 µg/m3 .Wir unterstellen zudem, dass er seine Freizeit nicht auf der Straße vor dem Haus verbringt, da dieses Umfeld mit seinem Lärm und Verkehr dafür zu unattraktiv ist. Als typischer Arbeitnehmer ist sein Gesamtjahr wie folgt eingeteilt, Bild 4.

Bild 4. Typische Einteilung des Jahres für einen deutschen Arbeitnehmer


Mit diesem Schema kann man dann für die Tage der einzelnen Zeitabschnitte aufgrund ihres vermutlichen Verlaufs Tages-Expositionsbudgets berechnen, Bild 5.

Bild 5. Typisches zulässiges Expositionsbudget eines Arbeitnehmers an Arbeits- bzw. Urlaubstagen sowie an Wochenend- und Feiertagen


Den Ergebnissen in Bild 5 liegen folgende zusätzlichen Annahmen zugrunde: An Arbeitstagen hält sich der Betreffende zu rund 90 % (21,5 h) in Innenräumen auf und verbringt neben dem einstündigen Weg zur Arbeit die restlichen 1,5 h im Freien bei 40 µg/m3. An Wochenenden und Feiertagen ist er aktiver und verbringt 5 Stunden draußen. Für Fahrten oder Spaziergänge wird wieder 1 h angesetzt, allerdings ist an diesen Tagen die NO2-Exposition auf der Straße wegen des ausfallenden Berufsverkehrs auf 40 µg/m3 reduziert. Für seine 13 Urlaubsreisetage wird von einer Atmosphäre mit einem NO2-Gehalt von lediglich 30 µg/m3 ausgegangen. Rechnet man auf der Grundlage dieser Vorgaben das Jahresexpositionsbudget zusammen, so erhält man einen Wert von 491.028 μg*h/m3. Dieser liegt trotz der erhöhten Exposition während der Arbeitswege immer noch deutlich unter dem zulässigen Innenraum-Jahresexpositionsbudget des bettlägerigen Asthmakranken von 525.600 μg*h/m3.
Nach dem gleichen Schema kann man zum Vergleich die Exposition eines Arbeitnehmers durchrechnen, in dessen Wohnbereich durchgängig nur eine NO2-Konzentration von 40 µg/m3 vorliegt. Hier kommt man mit dem gleichen Rechenschema auf 487.899 μg*h/m3, Bild 6.

Bild 6. Vergleich der NO2-Jahresexpostionsbudgets von zwei Arbeitnehmern an unterschiedlich beaufschlagten Wohnorten mit den gesetzlichen Vorgaben für Innenräume bzw. für die Umgebungsluft in Deutschland sowie den USA


Aus Bild 6 wird ersichtlich, dass die alles entscheidende Größe die zulässige Innenraumkonzentration ist da sich die Personen dort hauptsächlich aufhalten. Der Unterschied zwischen „Hotspot-Straße“ mit 80 μg/m3 oder sonstigem Wohnort mit 40 μg/m3 ist so minimal, dass er sich erst in der dritten Stelle nach dem Komma bemerkbar macht. Der Jahresmittelwert für den Arbeitnehmer am „Hotspot“ liegt bei 56,053 μg/m3, während der in „sauberem“ Umfeld wohnende Kollege mit 55,696 μg/m3 rechnen kann. Das sind gerade einmal 0,6 Prozent. Und beide stehen damit noch erheblich besser da als jemand, der sich ganzjährig in einem Innenraum bei zulässigen 60 μg/m3 aufhalten müsste.
Und was wäre wenn…?
Um nochmals zu verdeutlichen, wie völlig unbedeutend die Befrachtung der Luft an den ganz wenigen „Hotspots“ in deutschen Großstädten selbst nach den Maßstäben des UBA in Wirklichkeit ist, machen wir noch einmal den obigen Vergleich, allerdings unter der Annahme, dass die NO2-Gehalte der Innenraumluft flächendeckend den Wünsch-dir-was-Vorstellungen des UBA von 40 μg/m3 entsprächen. Die Kalkulation der entsprechenden Jahresexpositionsbudgets für zwei Arbeitnehmer, von denen der eine in der „Hotspot“-Strasse mit 80 μg/m3 und der andere in normaler Wohnumgebung mit 40 μg/m3 wohnt, zeigt Bild 7.

Bild 7. Berechnung der Jahresexpositionsbudgets für zwei Arbeitnehmer in Straßen mit 80 bzw. 40 µg/m3 NO2 bei einem NO2-Innraumwert von 40 µg/m3


Auch für diesen angenommenen Fall zeigt sich, dass das Jahresbudget praktisch ausschließlich davon abhängt, welcher NO2-Innenraumkonzentration man ausgesetzt ist. Die Umrechnung des Jahresbudgets auf die mittlere Konzentration ergibt in diesem Fall für den Arbeitnehmer am „Hotspot“ einen Mittelwert von 39,98 µg/m3 und für seinen Kollegen aus einem „vorschriftsmäßigen“ Wohnumfeld 39,63 µg/m3. Die Exposition während der jeweils kurzen Aufenthalte in einer hoch belasteten Straße spielen faktisch keine Rolle und werden schon von ganzen 13 Tagen Urlaubsreise in eine nur mäßig geringer beaufschlagten Umgebung mehr als kompensiert.
Zustände wie in der Anstalt
Wenn man sich diese Zahlen und ihre Verhältnisse vor Augen führt, kann man sich nur fragen, wie es eine hochtechnisierte Nation wie Deutschland zulassen konnte, sich von einer Handvoll Umwelthysteriker in die derzeitige missliche Lage manövrieren zu lassen. Künftige Generationen werden sich fassungslos an die Stirn fassen. Wie konnte man nur diesen Ökofanatikern, die zugegebenermaßen Meister des Betrugs sind und willige Helfer in Behörden und Medien fanden, soviel Einfluss zugestehen. Nicht zu vergessen ist dabei die Rolle der EU, die uns den ganzen Schlamassel mit ihrer unsinnigen Vorgabe von 40 μg/m3 erst eingebrockt hat. Dem aktuellen „noch mehr EU“-Geschrei der Verantwortlichen insbesondere bei der SPD sollte man angesichts solcher Erfahrungen mit äußerstem Misstrauen begegnen.
Fakten und „Faktenfinder“
Die bisherige Analyse der von den „Faktenfindern“ von NDR und Tagesschau präsentierten Aussagen lässt erkennen, dass man sich dort alles andere als kritisch-investigativ mit dem Thema NO2-Immissionen der Stadtluft beschäftigt hat. Stattdessen übernimmt man einfach die Positionen von Hendricks und dem UBA, als seien deren Ansichten der Weisheit letzter Schluss. Eine eigenständige kritische Wertung von Daten und Hintergründen ist nicht einmal in Ansätzen erkennbar. Dies bestätigt die bereits bisher gemachte Erfahrung, dass die Mehrzahl der Medien – allen voran die Fernsehanstalten ARD, ZDF und ihre Landesdependancen – beim sogenannten „Diesel-Skandal“ einseitig, parteiisch und irreführend berichtet. Statt um Ausgewogenheit und Sorgfalt bemüht man sich offenkundig eher darum, das Thema so darzustellen, wie bestimmte Bundesbehörden sowie die etablierten Parteien es gerne haben möchten. Abweichende Meinungen von Fachleuten, Medien, Journalisten oder Bloggern werden als unglaubwürdig hingestellt. So leistet man dem ideologischen Ziel der Deindustrialisierung Deutschlands durch „Dekarbonisierung der Volkswirtschaft“ Vorschub. Der Diesel ist dabei nur das erste Opfer. Die Vernichtung der deutschen Automobilindustrie wird anschließend auch beim Benziner weitergehen, und zwar alternativlos. Die sich jetzt abzeichnende „GroKo“ – egal ob sie als echte oder als wilde (Duldungs-) Ehe zustande kommen sollte – ist für Deutschland ein sehr schlechtes Omen.
Fred F. Mueller
Demnächst folgt Teil 10
Quellen

[AIR] https://www.umweltbundesamt.de/themen/gesundheit/kommissionen-arbeitsgruppen/ausschuss-fuer-innenraumrichtwerte-vormals-ad-hoc#textpart-1

[AIRA] https://www.umweltbundesamt.de/themen/gesundheit/kommissionen-arbeitsgruppen/ausschuss-fuer-innenraumrichtwerte-vormals-ad-hoc#textpart-1 abgerufen am 9.12.2017
[FAKT] http://faktenfinder.tagesschau.de/inland/stickstoffdioxid-111.html
[FAKE1] http://faktenfinder.tagesschau.de/stickstoffdioxid-grenzwerte-arbeitsplatz-101.html
[HIST] Bundesgesundheitsbl. 1/98, Richtwerte für die Innenraumluft: Stickstoffdioxid, S. 9-12.
[INFO]
[UNIH] Reh, M.; Adler, T.; Pöhler, D.; Platt, U.: Stationäre & mobile NO2– Messungen in Stuttgart 07.12.2015 und 14.01.2016 Stand: 27.01.2016 M. Institut für Umweltphysik, Universität Heidelberg
[USEPA] https://www.epa.gov/criteria-air-pollutants/naaqs-table
[WIDI] Wissenschaftliche Dienste Deutscher Bundestag Sachstand Stickoxidgrenzwerte der Außenluft und am Arbeitsplatz WD 8 – 3000 – 035/17
Quellen alt
[BIMS] Neununddreißigste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes Verordnung über Luftqualitätsstandards und Emissionshöchstmengen (39. BImSchV) vom 02.08.2010

[BLFU] Bayerisches Landesamt für Umwelt: Untersuchung der räumlichen Verteilung der NOX-Belastung im Umfeld von vorhandenen, hochbelasteten Luftmessstationen. Abschlussbericht. September 2015.

[BUTA] Drucksache 18/12900 – 492 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode

[MARX] https://www.eike-klima-energie.eu/2017/10/02/ueber-stickoxide-und-den-dieselmotor/

[OZON] http://www.ak-ozon.de/ozon.htm
[ZDF] ZDF Heute – Sendung vom 2.9.2017, Sendeminuten 03:55 bis 04:11




Wie ein Forsythien­strauch wahlweise einen Klima­alarm oder dessen „Abmeldung“ belegt

Und täglich grüßt die Hamburger Forsythie

Im besagten Klimabericht [2] wird auf diese phänologische Zeitreihe eingegangen mit der Erklärung, dass der Blühbeginn der Forsythie seit 1945 um ca. 4 Wochen früher erfolgt.

Bild 1 Eine der Textstellen zur Hamburger Forsythie im Klimabericht [2], S. 145

Diese Darstellung führte zum Protest auf kaltesonne:
Kaltesonne 6. Dezember 2017: [1] Unvollständiger Klimabericht: Und täglich grüßt die Hamburger Forsythie
Hamburg, Hamburg? Da war doch noch was. Genau, der berühmte Forsythienstrauch. Siehe “Forsythien und der Klimawandel: Frühlingsbeginn in Hamburg während der letzten 30 Jahre immer mehr verspätet“. Was steht eigentlich im neuen Hamburger Klimabericht über die Forsythien? Auf Seite 124 werden wir fündig:
… Auch für die [Metropolregion Hamburg] sind entsprechende phänologische Änderungen dokumentiert. So hat sich der Blühbeginn der Forsythie (Forsythia intermedia) seit 1945 um etwa 4 Wochen verfrüht …
Wenn man sich dann die Abbildung 6.5 anschaut, wird die bewusste Irreführung des Lesers sofort klar. Wie bereits in unserem Blogartikel thematisiert, wird der der Trend der letzten 30 Jahre doch glatt ignoriert. In Wahrheit hat sich die Blüte in den letzten drei Jahrzehnten immer weiter verspätet (Abb. 1). Die letzte Jahreswerte befinden sich ziemlich nah am Mittelwert der Zeitreihe, die 1945 begann. Ein dickes Ding, das im Review des Buches doch hätte auffallen müssen. Oder gab es vielleicht gar kein Review? Was wollen die Autoren des Kapitels, Udo Schickhoff und Annette Eschenbach, mit ihrer unvollständigen Darstellung bezwecken? Hier die aktuelle Version der DWD-Abbildung:

Bild 2 Abb. 6.5 Forsythien-Kalender (Forsythia intermedia) für den Standort „Hamburger Lombardsbrücke“ 1945–2016. (Deutscher Wetterdienst). Vom Autor um Zusatzangaben ergänzt


Hinweis: Wegen der besseren Bildqualität wurde das Original des Bildes von der DWD-Homepage verwendet. Beim DWD reicht das Bild bis zum Zeitraum 2017: 23. März, im Klimaatlas bis zum 2016: 22. März

Der Klimaatlas hat aber doch recht mit seiner Angabe

Beim DWD ist eine Beobachtungsvorschrift für „Hobby-Phänologen“ zu finden. Darin ist zu diesem Strauch ebenfalls eine Beschreibung hinterlegt. Und in dieser findet sich ein um eine Regressionsgerade ergänztes Datenbild:

Bild 3 Daten zum Forsythienstrauch „Hamburger Lombardsbrücke“ mit Regressionsgeraden für Blühbeginn und Temperatur. Vom Autor um Hilfslinien ergänzt. Quelle: DWD: [3] Vorschriften und Betriebsunterlagen für die phänologischen Beobachter des Deutschen Wetterdienstes VuB 17. Ausgabejahr 2015

Die darin eingezeichnete, lineare Regression ergibt einen Wert von 26 Tagen für den dargestellten Bereich 1945 – 2014 und stimmt damit mit den im Klimabericht angegebenen, 4 Wochen früherem Blühbeginn gut überein.
Wenn es der DWD so berechnet und im Klimabericht zusätzlich zwei Studien zur Belegführung gelistet sind (Bild 1), braucht man die Daten bestimmt nicht mehr anzuzweifeln oder (wie unter Klimawandel-Kritikern halt so üblich) zu kritisieren – , sollte man meinen.

Wenn diese „Belegführung“ jedoch statistisch zweifelhaft ist?

Leider ist die Darstellung im Klimabericht (und beim DWD!) trotzdem nicht richtig. Sie „vergisst“ nämlich drauf hinzuweisen, dass eine lineare Regression bei einer solchen Datenspanne und zusätzlich überlagertem Klimazyklus zwar berechnet werden kann, aber nicht die richtige Trendaussage liefert (wie es kaltesonne zu Recht anprangert [1]).
Im Bild 2, ergänzend im Bild 4 (mit den „herausgezogenen“ Daten), sieht man, dass der Blühbeginn die letzten drei Jahre gegenüber dem Startjahr 1945 lediglich um 4 … 5 Tage früher begann. Auch die gewaltige Varianz der Daten ist überdeutlich und lässt bei jedem „Statistiker“ die Alarmglocken klingeln.

Bild 4 Daten zum Forsythienstrauch „Hamburger Lombardsbrücke“ mit linearer Trendlinie und Hilfslinien. Vom Autor aus den DWD Daten erzeugt


Wie berechtigt die Kritik ist, wird erkennbar, sobald man die Daten etwas genauer betrachtet.
Von kaltesonne wurde das bereits durchgeführt:
kaltesonne 11. April 2016: [4] Forsythien und der Klimawandel: Frühlingsbeginn in Hamburg während der letzten 30 Jahre immer mehr verspätet,
wird anbei aber leicht abgewandelt und verdichtet wiederholt.
Bild 4 zeigt eine Regressionsgerade mit 23 Tagen verfrühtem Blühbeginn seit 1945. Die gleichen Daten mit einem Trendpolynom anstelle der Regressionsgeraden versehen, zeigen für den gleichen Zeitraum nur noch 8 Tage früheren Blühbeginn und weist als Zusatzinformation auf zyklische Einflüsse hin (die mit einer Trendgeraden vollkommen verloren gehen).

Bild 5 Daten zum Forsythienstrauch „Hamburger Lombardsbrücke“ mit einem Polynom 5. Grades anstelle der Regressionsgeraden. Vom Autor aus den DWD Daten erzeugt und ergänzt


Nun ergänzend das beliebte „Spiel“ herausgesuchter Zeitabschnitte. Um 1970 war es doch besonders kalt, weshalb damals die kommende Eiszeit ausgerufen wurde. Also sollte der Strauch seit dieser Zeit aufgrund der zwischenzeitlichen, schlimmen Erwärmung eine noch größere Blühverfrühung aufweisen. Er macht aber das Gegenteil:
Bild 6 zeigt seit 1973 selbst mit einer Regressionsgeraden nur noch einen einzigen Tag früheren Blühbeginn.

Bild 6 Daten zum Forsythienstrauch „Hamburger Lombardsbrücke“ ab 1973 mit linearer Trendlinie. Vom Autor aus den DWD Daten erzeugt und ergänzt


Der gleiche Zeitraum, mit einem Polynom anstelle der linearen Trendlinie versehen, zeigt wie problematisch und teils verfälschend abrupte Anfangsbedingungen auf das Ergebnis einwirken. Gerade bei Klimaaussagen ist dieses Problem (der Startwerte und fehlender Betrachtung der „Vorgeschichte“) jedoch der Normalfall.

Bild 7 Daten zum Forsythienstrauch „Hamburger Lombardsbrücke“ ab 1973 mit Polynom 5. Grades. Vom Autor aus den DWD Daten erzeugt und ergänzt

Aktuell dreht dieser Strauch die Klima-Apokalypse ins Gegenteil

Es wird immer angeführt, dass Trendaussagen, welche über den meteorologischen Zeitraum reichen, „signifikant“ wären. Was herauskommt, wenn man dies auf den Strauch anwendet, zeigen die folgenden Bilder.
Ab 1988 werden es selbst mit einer Regressionsgeraden auf einmal 28 Tage Verspätung. Beginnt man mit dem Jahr zuvor (Bild 9) und damit genau dem 30-Jahre meteorologischem Zeitraum, sind es immer noch 17 Tage Verspätung!

Bild 8 Daten zum Forsythienstrauch „Hamburger Lombardsbrücke“ ab 1988 mit linearer Trendlinie. Vom Autor aus den DWD Daten erzeugt und ergänzt


Bild 9 Daten zum Forsythienstrauch „Hamburger Lombardsbrücke“ ab 1987 (30-Jahre meteorologischer Zeitraum) mit linearer Trendlinie. Vom Autor aus den DWD Daten erzeugt und ergänzt


Das sind gewaltige – allerdings genau umgekehrte – Trendwerte. Nicht auszudenken, welche Horrormeldungen durch unsere Medien rauschen würden, wenn es nicht ausgerechnet die falsche Richtung wäre.
Nun ist aber gerade in den letzten Jahrzehnten der CO2-Ausstoß doch überproportional gestiegen. Da passt es überhaupt nicht zusammen, dass ein Forsythienstrauch belegt, dass in Deutschland die daraus abgeleitete Apokalypse ins Gegenteil verkehrt wird.

Wie korreliert der Blühbeginn mit der Temperatur

In den Bildern 2 und 3 wurden zur Blüh-Zeitkurve die Temperaturen 90 Tage vor Blühbeginn kopiert. Nun ist es schwer, optisch eine Korrelation zu prüfen, wenn die Kurven Prinzip bedingt gegensätzlich verlaufen (sollen).
Der Autor hat deshalb zur Erleichterung der Korrelationsbewertung die Blühdaten gespiegelt (damit die Verläufe trendgleich werden) und über die Temperatur-Verlaufsdaten des DWD-Klimaatlas für den Hamburger Frühling und Winter kopiert (Bilder 10 und 11).
Eine grobe Korrelation ist erkennbar. Dabei meint man zu sehen, dass die jüngsten „Überhitzungen“, welche die Medien regelmäßig in Untergangsstimmung versetzten, den Strauch ziemlich „kalt“ lassen. Entweder bekommt er diese (teils wohl Wärmeinseleffekte) an seinem Standort gar nicht mit (würde Herr Kowatsch [8] sagen), oder er „gewöhnt“ sich einfach daran (während „Klimawissenschaftler“ davon überzeugt sind, dass ein Strauch das bei „der Geschwindigkeit des Klimawandels“ gar nicht kann).

Bild 10 Die Daten Blühbeginn (rot gestrichelt) gespiegelt auf die DWD-Daten Frühlingstemperaturen mit Hamburg (Temperaturverlauf: Hellblau; Mittelwert des Temperaturverlaufs: Dunkelblau) gelegt.


Bild 11 Die Daten Blühbeginn (rot gestrichelt) gespiegelt auf die DWD-Daten Wintertemperaturen mit Hamburg gelegt (Temperaturverlauf: Hellblau; Mittelwert des Temperaturverlaufs: Dunkelblau).

Wie viel kann man den Klimasimulationen glauben

Ergänzend das Bild zum Blühbeginn Deutschland global aus dem DWD Klimaatlas. Dieses zeigt einen etwas anderen Verlauf als der Strauch in Hamburg – nämlich überhaupt keinen Änderungs-Trend, sondern einen schön begrenzten, horizontalen Trendkanal -, aber die vergleichbare, konstant extreme und sprunghafte Variabilität. Trotzdem hat man beim DWD keinerlei Hemmungen, mit solchen Daten Simulationen für die Zukunft berechnen zu lassen.

Bild 12 DWD Klimaatlas, Grafik Vegetationsbeginn Deutschland

Explodiert“ das Klima (nur) mangels Fachpersonal?

Was „sagen“ diese Bilder zusätzlich? Bei der von diesem Strauch vollführten, extremen Datenspanne ist eine einfache Trendermittlung mittels linearer Regression ein statistisch unbrauchbarer Ansatz. Dazu reicht der Beobachtungszeitrum „hinten und vorne“ nicht aus, vor allem, wenn auch noch die in der Regel unvermeidbaren Klimazyklen im Spiel sind.
Es ist (wieder [6]) ein Beispiel, wie computergläubige Personen rechnen üben dürfen und dass solche offensichtlichen Fehler alle „Qualitätsprüfungen“ überstehen und bedenkenlos publiziert (und sogar von wirklichen Fachpersonen bedenkenlos übernommen) werden.
Um zu „brauchbaren“ – oder die Probleme erkennenden – Aussagen zu gelangen, muss man tiefer einsteigen (wie es kaltesonne in [4] gezeigt hat) und vor allem ohne ideologische Scheuklappen bewerten.
Jedenfalls ist die in dem 302-seitigen Werk „Klimabericht“ mit zusätzlichen Belegen durch Studien (Bild 1) getätigte Aussage zur Verfrühung des Blühbeginns seit 1945 ganz bestimmt nicht richtig.
Quellen
[1] Kaltesonne 6. Dezember 2017: Unvollständiger Klimabericht: Und täglich grüßt die Hamburger Forsythie
[2] Hamburger Klimabericht – Wissen über Klima, Klimawandel und Auswirkungen in Hamburg und Norddeutschland
[3] DWD: Vorschriften und Betriebsunterlagen für die phänologischen Beobachter des Deutschen Wetterdienstes VuB 17. Ausgabejahr 2015
[4] kaltesonne 11. April 2016: Forsythien und der Klimawandel: Frühlingsbeginn in Hamburg während der letzten 30 Jahre immer mehr verspätet
[5] EIKE 29. November 2017: Änderungen des Meeresspiegels und Klima auf Fidschi: totale Falschinformationen von COP23
[6] EIKE 07.02.2016: Der Himmel fällt uns auf den Kopf und ohne die Glaskugel im Computer würden wir es nie erfahren
[7] Süddeutsche Zeitung, Ausgabe 18./19. November 2017
[8] EIKE, 8. Dezember 2017: Der Winter zeigt der Klimaerwärmung die kalte Schulter- Abkühlung seit 30 Jahren




Bärbel Höhn beschwert sich, dass Herr Kachel­mann Fakten über den Klima­wandel erzählt

Besagter Tweet von Frau Bärbel Höhn (Grüne) [1]

Kachelmanns klimapolitisches Vergehen

Bild Screenshot aus dem Video zur Talkrunde. Quelle: Das Erste, Mediathek: Xavier und die Wetterextreme


Kachelmann sagte in der Talkrunde unter anderem [2]:
-Man sieht noch keine statistisch signifikante Häufung von Starkregen und Starkwinden in Deutschland
-Man sieht noch keine statistisch signifikante Häufung von Hurrikanen, auch keine Häufung von starken Hurrikanen im Bereich Karibik-USA
Und bezog sich dabei nach seinen eigenen Aussagen auf die folgenden, ganz aktuellen Angaben der NOAA.
NOAA: [3] Global Warming and Hurricanes – An Overview of Current Research Results
It is premature to conclude that human activities–and particularly greenhouse gas emissions that cause global warming–have already had a detectable impact on Atlantic hurricane or global tropical cyclone activity.
Analysis of century-scale Atlantic tropical storm and hurricane records … Statistical tests indicate that this trend is not significantly distinguishable from zero
… The evidence for an upward trend is even weaker if we look at U.S. landfalling hurricanes, which even show a slight negative trend beginning from 1900 or from the late 1800s
Übersetzt:
Es ist verfrüht, zu dem Schluss zu kommen, dass menschliche Aktivitäten – und insbesondere Treibhausgasemissionen, die die globale Erwärmung verursachen – bereits nachweisbare Auswirkungen auf die Aktivität der tropischen Wirbelstürme weltweit haben.
Analysen von Atlantischen Zyklon-Aufzeichnungen im Zeitmaßstab von Jahrhunderten … zeigen ebenso wie statistische Tests, dass dieser Trend nicht signifikant von Null unterscheidbar ist.
... Der Beweis für einen Aufwärtstrend ist sogar noch schwächer, wenn man sich die Hurrikane in den USA ansieht, die ab 1900 oder ab Ende des 19. Jahrhunderts sogar einen leicht negativen Trend aufweisen …
NOAA: [3] In summary, neither our model projections for the 21st century nor our analyses of trends in Atlantic hurricane and tropical storm counts over the past 120+ yr support the notion that greenhouse gas-induced warming leads to large increases in either tropical storm or overall hurricane numbers in the Atlantic.
Therefore, we conclude that despite statistical correlations between SST and Atlantic hurricane activity in recent decades, it is premature to conclude that human activity–and particularly greenhouse warming–has already caused a detectable change in Atlantic hurricane activity.
Global Tropical Cyclone Activity and Climate Warming
… In terms of historical tropical cyclone activity, a
2010 WMO assessment of tropical cyclones and climate change concluded that “it remains uncertain whether past changes in tropical cyclone activity have exceeded the variability expected from natural causes.” This conclusion applied to all basins around the globe.
Übersetzt:
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass weder unsere Modellprojektionen für das 21. Jahrhundert, noch unsere Analysen der Hurrikan- und Tropensturm-Trends in den letzten 120 Jahren die Annahme stützen, dass die durch Treibhausgase verursachte Erwärmung zu einem starken Anstieg der Tropenstürme oder Hurrikane im Atlantik führt …
Global Tropical Cyclone Aktivität und Klimaerwärmung …
Wir schließen daraus, dass es trotz statistischer Korrelationen zwischen SST und atlantischer Hurrikanaktivität in den letzten Jahrzehnten verfrüht ist, zu dem Schluss zu kommen, dass menschliche Aktivität – und insbesondere die Erwärmung durch den Treibhauseffekts – bereits eine nachweisbare Veränderung der atlantischen Hurrikanaktivität verursacht hat …
… In Bezug auf die historische Aktivität tropischer Wirbelstürme kam eine WMO-Bewertung der tropischen Wirbelstürme und des Klimawandels aus dem Jahr 2010 zu dem Schluss, dass „es ungewiss bleibt, ob die Veränderungen der tropischen Wirbelstürme die von natürlichen Ursachen erwartete Variabilität überschritten haben.“ Diese Schlussfolgerung gilt für alle entsprechenden Bereiche rund um den Globus.

Diese Kenntnis ist nicht neu. Neu ist, dass sie in Deutschland in einer Talkrunde gesagt wurden

Im Kern steht damit aktuell bei der NOAA nichts anderes, als schon im jüngsten IPCC-AR5 Langbericht, der damals mitteilte, dass es rund um die Welt praktisch nirgens belegbare Extremwetteranstiege durch den (angeblichen) AGW-Klimawandel gibt [4].
In einem ist die aktuelle NOAA Info aber deutlicher. Sie sagt fast überall, dass Angaben einer Verstärkung von Extremereignissen durchgängig nur auf simulierten Zukunftsprojektionen beruhen.

Wie können Fakten eine Arbeit behindern?

Man könnte meinen, Twitter wurde erfunden, damit Personen mit häufigeren Denkaussetzern noch Zeit haben, darüber zu informieren.
Jedenfalls erscheint die Argumentation von Frau Höhn (Tweet Headerbild) „… Kachelmann behindert mit seiner Argumentation rechtzeitiges Handeln … „ irgendwie sonderbar. Man würde erwarten, dass jemand, welcher an einem Thema arbeitet (und dafür bedenkenlos Milliardensummen seiner Untertanen ausgeben will), über sachkundige Information froh ist. Deutlicher kann man deshalb nicht mehr verkünden, dass dieser politische Aktionismus nicht einem Sachzwang, sondern einer sachbefreiten Ideologie geschuldet ist.
Die Kommentare zum Tweet sind entsprechend.


Bilder Antwort-Tweets an Frau Höhn
Nun sollte man Herrn Kachelmann nur wegen seiner (wenigen) kritischen Einwände und Bemerkungen nicht als Klimaskeptizisten betrachten. In seiner Beschreibung des Themas auf „Wetterkanal“ [2] weist er bei jeder Gelegenheit darauf hin, dass er im Kern pro-AGW-Klimawandel eingestellt ist.
Damit stellt sich die interessante Frage, was eine Bärbel Höhne einmal twittern wird, falls sich jemand zum Beispiel erdreisten sollte, in einer Talkshow einmal mitzuteilen, das die Regierungsvertretung von Fidji auf dem letzten Klimagipfel die 25.000, ganz bestimmt zum „rechtzeitigen Handeln“ animierten Teilnehmer mit ihrer Darstellung des schon begonnenen Klimauntergangs schlichtweg belogen hat [8]. Bestimmt sollen das weder diese Teilnehmer noch die (das ganze bezahlenden) Untertanen erfahren.
Anmerkung: Die Teilnehmer hätten es direkt erfahren können, aber nach Fakten fragt man auf einem Klimagipfel niemals, das verstößt bestimmt gegen die Etikette.
Dank an kaltesonne für den Hinweis zum Thema [5].
Quellen
[1] Bärbel Höhn: Tweet gegen Kachelmann
[2] Wetterkanal: Klima, Herr Rahmstorf und heiliger Zorn der Gerechten – und Leben zwischen den Stühlen
[3] NOAA Last Revised: Oct. 26, 2017: Global Warming and Hurricanes – An Overview of Current Research Results
[4] EIKE 14.09.2016: Frau Hendricks glaubt im Klimawahn, Klimapäpstin geworden zu sein und den Irrglauben ihrer Bürger verdammen zu dürfen Zu ihrem Gastbeitrag „Weit verbreiteter Irrglaube“ im Handelsblatt
[5] kaltesonne, 9. Dezember 2017: Klima, Herr Rahmstorf und heiliger Zorn der Gerechten – und Leben zwischen den Stühlen
[6] EIKE 20. Oktober 2017: „Kippt unser Klima?“ bei Maischberger/ARD am 10. Oktober 2017: Eine kleine Nachlese über großen Unsinn, sachliche Fehler und wenig Richtiges
[7] EIKE 12. Oktober 2017: Maischberger fragt: Kippt unser Klima? Antwort: Nein – wohl aber die Kompetenz der meisten Talkgäste?
[8] EIKE 29. November 2017: Änderungen des Meeresspiegels und Klima auf Fidschi: totale Falschinformationen von COP23
EIKE 16. November 2017: Nochmals Fidji, die eher aufsteigenden, als untergehenden Atolle




Studie zu Übertritten von Hurri­kanen auf das US-Festland: Seit den fünfziger Jahren besteht ein signifi­kanter Abwärts­trend

Eine energetische Perspektive bzgl. auf das Festland übertretender Hurrikane

Ryan E. Truchelut, Erica M. Staehling

Abstract

Es folgt das Original-Abstract aus der Studie. Glücklicherweise hat Anthony Watts eine „Übersetzung” in Alltagssprache vorgenommen, die hier ins Deutsche übersetzt wird. Der Inhalt ist identisch mit dem Original-Abstract – Chris Frey, Übersetzer:

Zusammenfassung in Plain Language

Die atlantische Hurrikan-Saison 2017 war extrem aktiv, sowohl hinsichtlich der Stärke der tropischen Zyklone, die sich entwickelt haben, als auch des Umfangs der Sturmaktivität, zu welcher es nahe den USA gekommen war. Besonders augenfällig wird dieser Umstand, weil er eine ausgedehnte Periode außerordentlich geringer Hurrikan-Aktivität bei den USA markiert, ist doch im Zeitraum von 2006 bis 2016 kein einziger starker Hurrikan (Stärke 3 bis 5) auf das US-Festland übergetreten. Unsere Studie untersucht, wie außergewöhnlich das jüngste „Festlands-Übertritts-Fehlen“ tatsächlich gewesen ist. Dabei ziehen wir eine Aufzeichnung der geschätzten Gesamtenergie von Stürmen in den USA heran, anstatt dass wir irgendwelche Zählverfahren der auf das US-Festland übertretenden Hurrikane anwenden. Mittels dieses Verfahrens fanden wir, dass der Zeitraum 2006 bis 2015 in die 10% der Zehn-Jahre-Perioden mit der geringsten tropischen Zyklon-Aktivität in den USA fällt. Der Zeitraum 2006 bis 2016 wies die geringste Prozentzahl der Sturmaktivität in den USA relativ zu dem, was im gesamten Atlantik beobachtet worden ist. Dieses Ergebnis ist ein weiterer Beweis für eine Abschwächung der atmosphärischen Bedingungen, welche die Entwicklung von Hurrikanen oder deren Erreichen der US-Küste begünstigen.

Die ganze Studie: (paywalled) http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/2017GL076071/full

Die Graphik bzgl. Fehlen von Hurrikanen von Dr. Roger Pielke Jr.:

Das Ende: „Es ist vorbei – 4324 Tage ohne starken Hurrikan gingen zu Ende, als ,Harvey‘ als Hurrikan der Stärke 4 auf das US-Festland übergriff“ (hier)

Bildinschrift: Die USA befinden sich gegenwärtig mitten in einer bemerkenswerten Phase. Die Graphik oben zeigt die Anzahl der Tage zwischen den Übertritten starker Hurrikane (Kategorie 3 bis 5) auf das US-Festland. Ab dem 1. Juni, dem Beginn der Hurrikan-Saison 2011, wird diese Phase 2046 Tage betragen haben, der drittlängste Zeitraum jemals. Noch weniger Hurrikane gab es lediglich über 2136 Tage zwischen dem 11.Oktober 1909 und dem 17. August 1915 sowie über 2231 Tage vom 8. September 1900 bis zum 18. Oktober 1906. Diese Daten stammen vom ICAT Damage Estimator. Ich wäre überrascht, wenn die USA mit einer weiteren Hurrikan-Saison ohne Übertritte von Hurrikanen auf das Festland davonkommen, einfach aufgrund der erprobten Methodik, dass „Glück gehabt!“ nicht ewig dauert.

Übersetzt von Chris Frey EIKE