Die Vereinigten Arabischen Emirate UAE spielen ihr eigenes Spiel

Dr. Samuel Furfari

Am 1. Mai haben die Vereinigten Arabischen Emirate (UAE) der OPEC die Tür vor der Nase zugeschlagen. Dies ist kein unbedeutendes Ereignis in der Öl-Saga, sondern ein geopolitisches Erdbeben. Die Emirate haben erkannt, dass das Zeitalter des Kartells vorbei ist. Angetrieben durch den Streit um die OPEC+-Quoten im Juli 2021 leitete Abu Dhabi eine stille Revolution ein und läutete damit eine neue Energie-Geopolitik ein, in der diejenigen, die Kohlenwasserstoffe produzieren, das Schicksal von Nationen bestimmen. Die UAE sind nicht mehr nur ein Ölexporteur. Sie sind ein globaler Akteur und der Architekt einer neuen regionalen Allianz, in der Energie, Technologie und Sicherheit untrennbar miteinander verbunden sind.

Diese sich abzeichnende Energieallianz verdeutlicht eine Tatsache, die europäische Ideologen nicht wahrhaben wollen. Es gibt keine Energiewende; es gibt lediglich eine Energieergänzung. Wind- und Solarenergie machen zusammen nur 3 Prozent der weltweiten Primärenergie aus, während fossile Brennstoffe 87 Prozent des weltweiten Bedarfs decken. Die Emirate setzen darauf, dass die Nachfrage weitaus länger robust bleiben wird als Brüssel, Straßburg oder Paris annehmen. Der strategische Austritt der UAE aus der OPEC und ihre Entschlossenheit, die Ölförderung zu maximieren, bestätigen eine Welt, in der Dekarbonisierung keine Priorität mehr hat. Wohlstand, Sicherheit und geopolitischer Einfluss haben die Klimapolitik von der internationalen Agenda verdrängt. Nun erscheint der Green Deal der Europäischen Union veraltet und politisch irrelevant.

Die Emirate haben diesen Wandel lange vor anderen erkannt. Durch die Ausrichtung der COP28 in Dubai – und die Ausrichtung des Gipfels auf ein pragmatischeres Ergebnis – haben die UAE gezeigt, dass die Ära der ideologisch geprägten Klimapolitik vorbei ist. Ihre Fähigkeit, die Erwartungen der Aktivisten auf der COP28 zu dämpfen, war ein konsequenter Ausdruck der heutigen globalen Energieordnung. Ergänzung statt Ersatz, Realismus statt Idealismus. Die Welt hat sich weiterentwickelt, und die UAE haben sich entsprechend positioniert.

Der Austritt der Emirate aus der OPEC ist der bedeutendste Bruch in der 66-jährigen Geschichte der Organisation. Die UAE machten rund 14 Prozent der Gesamtkapazität der OPEC aus, was ihren Austritt besonders folgenreich macht.

Ein Rückgang der Rohölpreise ist für einen Produzenten mit hoher Förderkapazität nicht zwangsläufig nachteilig: Die Öleinnahmen hängen nicht nur vom Preis ab, sondern vom Produkt aus Preis und Menge. So können die Vereinigten Arabischen Emirate – durch eine Steigerung der Produktion auf 5 Millionen Barrel pro Tag (Mb/d), was einer Zunahme um 43 Prozent entspricht – einen erheblichen Preisrückgang auffangen und gleichzeitig die Gesamteinnahmen steigern. Die Maximierung der Gesamteinnahmen, nicht die Verteidigung des Grenzpreises, ist das Leitmotiv Abu Dhabis.

Die Emirate geben sich nicht damit zufrieden, die Öleinnahmen lediglich kurzfristig zu maximieren. Abu Dhabi unternahm einen bedeutenden Schritt, indem es sich an dem 18,4 Milliarden Dollar teuren Rio Grande LNG-Projekt in Brownsville in Texas beteiligte und damit als erste staatliche Ölgesellschaft am Persischen Golf eine bedeutende Position in einem US-Exportterminal erlangte. Die Emirate nehmen nun eine führende Position im großen globalen Gasgeschäft ein.

Auf dem Nahost-Schauplatz sind die Vereinigten Arabischen Emirate inzwischen zum bevorzugten Ziel des Iran geworden. Seit Anfang 2026 haben die UAE mehr als 2.800 Drohnen- und Raketenangriffe erdulden müssen – fast viermal so viele wie Saudi-Arabien. Der Angriff der Hutis auf Abu Dhabi im Januar 2022 markierte einen Wendepunkt, als die UAE zum ersten Mal öffentlich zivile Opfer auf ihrem Staatsgebiet bestätigten.

Warum diese iranische Fixierung auf die Emirate? Die Abraham-Abkommen machten die UAE zu einem „Frontstaat“ innerhalb der US-amerikanisch-israelischen Sicherheitsarchitektur. Auf dem Stützpunkt Al Dhafra sind US-amerikanische F-35 und Tausende westlicher Soldaten stationiert. Die UAE sind das Finanz- und Handelszentrum des Golfs, und ein Angriff auf Dubai oder Abu Dhabi wird als Destabilisierung des globalen Vertrauens angesehen.

Die Abraham-Abkommen sind nicht bloß ein Friedensvertrag; sie sind die diplomatische Verkörperung der neuen Geopolitik der Energie. Sie besiegeln ein Bündnis zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten, Israel, Bahrain, Marokko, dem Sudan – und nun auch Kasachstan –, das auf der Bedrohung durch den Iran, gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen der Vereinigten Arabischen Emirate und Israels sowie der Zusammenarbeit im Energiebereich im Rahmen des East Mediterranean Gas Forum basiert.

Der wichtigste Wandel ist jedoch ideologischer Natur. Die arabischen Unterzeichnerstaaten haben die palästinensische Sache in den Hintergrund gedrängt und der wirtschaftlichen Entwicklung Vorrang eingeräumt. Der Iran kann diese Realität nicht hinnehmen, da sie seinem Bestreben widerspricht, die palästinensische Sache als Instrument zur Einflussnahme in der muslimischen Welt zu nutzen. Dies ist der Triumph des Realismus‘ über die Ideologie.

Die Vereinigten Arabischen Emirate sind nicht mehr nur ein Ölexporteur. Sie sind ein neuer globaler Akteur. Die Emirate setzen ihre nationalen Interessen durch, während die EU von einer Energiewende träumt, die es nicht gibt. Das ist die wahre Lehre aus der neuen Geopolitik der Energie. Durch den Austritt aus der OPEC, Investitionen in US-LNG, den Widerstand gegen iranische Angriffe und die Mitgestaltung der Abraham-Abkommen demonstrieren die UAE die Realität der Energie-Geopolitik des 21. Jahrhunderts und sind zum Architekten einer neuen regionalen Allianz geworden, in der Energie, Technologie und Sicherheit untrennbar miteinander verbunden sind.

Die UAE lehnen die Illusionen einer „Energiewende“ ab und verfolgen stattdessen eine Politik der Ergänzung, Diversifizierung und Diplomatie, die auf der Realität basiert und auf langfristigen Wohlstand für alle ausgerichtet ist. Dies ist ein Modell, das die EU sehr in Betracht ziehen sollte.

Originally published at Town Hall, May 16, 2026.

Dr. Samuel Furfari is a professor of energy geopolitics in Brussels and London, a former senior official with the European Commission’s Directorate-General for Energy and a member of the CO2 Coalition. He is author of the paper, “Energy Addition, Not Transition,” and 18 books, including “The Truth About the COPs: 30 years of illusions.”

Link: https://wattsupwiththat.com/2026/05/19/the-united-arab-emirates-is-playing-its-own-game/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Gnus, Büffel und Rinder – Oh weh!

Willis Eschenbach

Wir leben in einer seltsamen Zeit, in der ein Milliardär das Chaos auf unserem Planeten betrachtet, auf Kühe zeigt und verkündet, dass sie eine Gefahr für das Klima seien, während ein ganzer Kontinent stillschweigend beweist, dass das eigentliche Problem in Form eines Virus kam.

Bill Gates sagt gerne, dass etwa 6 % der weltweiten Emissionen von Kühen stammen und dass wir entweder „die Kühe in den Griff bekommen“ sollten, damit sie damit aufhören, oder „Rindfleisch ohne Kuh herstellen“ sollten. Ein eingängiger Spruch. Die Serengeti hat jedoch ein anderes Drehbuch, und es beginnt nicht mit Kühen, sondern mit der Rinderpest.

Blicken wir zurück nach Ostafrika vor dem späten 19. Jahrhundert. Die Serengeti läuft auf ihren Werkseinstellungen: riesige wandernde Herden von Gnus und Büffeln, die mit den Regenfällen hin und her ziehen und dabei das Gras abfressen. Die Weidetiere haben das Sagen; der Grasbestand bleibt bescheiden; es kommt zu Bränden, aber sie sind vereinzelt und relativ klein; Waldgebiete halten sich als vereinzelte Bäume und Büschel, die gelegentliche, nicht allzu intensive Brände überstehen können.

In diesem Zustand ist der Ort kein methanfreies Paradies – diese Herden rülpsen fröhlich vor sich hin –, sondern eine funktionierende Savanne, in der Pflanzenfresser, Feuer und Bäume einen langfristigen Kompromiss gefunden haben.

Dann verbessern wir das Ganze.

Wir importieren indisches Vieh, importieren das Rinderpest-Virus mit, und plötzlich stoßen die wichtigsten Regulatoren des Systems – Gnus und ihre Freunde – an ihre Grenzen. Die Rinderpest frisst sich durch die Huftiere, reduziert die Gnu-Population auf einen Bruchteil ihrer früheren Größe und trifft auch die Büffel hart.

Niemand hat die Niederschlagsmengen, die Böden oder die Grasarten verändert. Man hat lediglich einen neuen, von oben auferlegten Sterblichkeitsfaktor eingeführt, der sich weder um die Tragfähigkeit noch um die Migration schert. Die Serengeti wandelt sich von einem „durch Nahrung begrenzten“ zu einem „durch Rinderpest begrenzten“ Ökosystem.

Sobald die großen Grasfresser verschwunden sind, feiert das Gras. Es wächst hoch, trocknet aus und liegt dort als durchgehender Teppich aus leicht entflammbarem Material. Was früher gefressen wurde, wartet nun auf ein Streichholz. In der Ära der Rinderpest treten Brände häufiger auf, verbrennen größere Flächen und greifen stärker in Sämlinge und Jungbäume ein, die sonst vielleicht zu Bäumen herangewachsen wären.

Holdo, Holt, Fryxell und ihre Kollegen rekonstruierten diese Zeit und kamen zu dem Schluss, dass die durch Krankheiten geschwächte Serengeti nicht nur leichter entflammbar war, sondern wahrscheinlich sogar als Netto-Kohlenstoffquelle fungierte, da wiederholte Brände und eine verringerte Gehölzdecke Kohlenstoff aus der Biomasse und den Böden entzogen. Hätte man damals einen Blick aus der Luft darauf geworfen, hätte man sie vielleicht als „natürliches, durch Feuer erhaltenes Grasland“ bezeichnet. In Wirklichkeit war es eine Savanne auf Krücken, die durch ein eingeschlepptes Virus offen gehalten wurde.

Das ist der Teil, den die Klimatabellen nie zeigen. Unsere modernen globalen Tabellen lauten: „Viehhaltung: ~12–14 % der Emissionen, Rinder ~ zwei Drittel davon“, und daraus ergibt sich die Predigt: Kühe sind eine Bedrohung für das Klima, Kühe machen 6 % aus, Kühe müssen umgestellt oder ersetzt werden. Gates stützt sich in Interviews und in seinem Klimabuch stark auf diese Darstellung – Methan aus der Viehzucht als alleiniger Bösewicht, synthetisches Rindfleisch als die aufgeklärte Alternative.

Doch die Erfahrungen in der Serengeti zeigen: Wenn man die großen Pflanzenfresser – das wilde Pendant zu unserem Rindvieh – entfernt, erzielt man nicht automatisch einen Klimagewinn; man kann mehr Brände, weniger Holz und weniger gespeicherten Kohlenstoff bekommen.

Springen wir nun erneut in die Mitte des 20. Jahrhunderts, als sich die Geschichte der Rinderpest umkehrt. Tierärzte starten in ganz Ostafrika Massenimpfkampagnen für Rinder und schneiden so dem Virus den Weg zu seinem bevorzugten Reservoir ab. Da die Rinderpest aus den Viehbeständen verschwindet, greift sie nicht mehr auf Gnu-Kälber über. Die Überlebensrate der Kälber steigt, die Sterblichkeit der ausgewachsenen Tiere sinkt, und plötzlich ist der Hauptgrund für die Begrenzung der Herdengröße nicht mehr eine exotische Krankheit – sondern die Menge an Gras, die das Ökosystem hervorbringen kann. Die Gnu-Population reagiert wie eine gespannte Feder: von einigen hunderttausend Tieren unter dem Druck der Krankheit auf über eine Million Tiere innerhalb weniger Jahrzehnte. Auch Büffel und andere Weidetiere nehmen zu. Die vierbeinige „Treibstoffmanagement-Crew“ ist zurück.

Was als Nächstes geschieht, ist der Teil, mit dem sich offenbar niemand auseinandersetzt, der nur von „6 % durch Kühe“ spricht.

• Mehr Weidetiere bedeuten stärkere Beweidung.

• Stärkere Beweidung bedeutet weniger hohes, durchgehendes Gras.

• Weniger Brennstoff bedeutet weniger und kleinere Brände.

Holdo und seine Mitautoren stellten einen engen umgekehrten Zusammenhang fest: Als die Biomasse der Gnus nach der Ausrottung der Rinderpest zunahm, verringerte sich die Brandfläche. Feuer verschwand nicht, aber seine Dominanz schon. Da das Feuerregime zurückging, erhielten Baumsämlinge und Sträucher plötzlich mehr Gelegenheiten, über das Stadium des Flammenleckens hinauszuwachsen. Mit der Zeit dehnt sich die Gehölzbedeckung aus, die Vegetationsstruktur wird komplexer, und das System speichert mehr Kohlenstoff über und unter der Erde.

Quantitativ gesehen kam man zu einer bemerkenswerten Schlussfolgerung, als man die demografischen Daten, die Branddaten und die Vegetationsdaten zusammenführte:

• Während der Rinderpest fungierte das Mosaik aus Savanne und Wald in der Serengeti als Kohlenstoffquelle.

• Nachdem das Virus verschwunden war und es reichlich Pflanzenfresser gab, verwandelte es sich in eine Netto-Kohlenstoffsenke, die auf einer Fläche von Zehntausenden Quadratkilometern jährlich etwa eine Million Tonnen Kohlenstoff in der holzigen Biomasse band.

All dies geschah, obwohl die Gesamt-Methanproduktion der Pflanzenfresser gestiegen sein muss, da es einfach mehr von ihnen gab. Mit anderen Worten: mehr Rülpser, weniger Brände, mehr Bäume, mehr gespeicherter Kohlenstoff.

Unterdessen wird im globalen Klimadiskurs alles pauschalisiert: Kühe sind für 6 % der Emissionen verantwortlich, Autos für 7 %; folglich sind Kühe „fast genauso schlimm wie Autos“, daher sollten die reichen Länder „auf 100 % synthetisches Rindfleisch umsteigen“, und wir sollten die Kühe mit methanhemmendem Futter oder gentechnischen Maßnahmen „in den Griff bekommen“.

Es kommt noch schlimmer. Jeroen Remmers, ein Vertreter/Befürworter der TAPP-Koalition (True Animal Protein Price Coalition, die sich für Maßnahmen wie Fleisch- und Milchsteuern einsetzt, um „Umweltkosten“ zu berücksichtigen), sprach kürzlich auf der COP29-Klimakonferenz der Vereinten Nationen in Baku, Aserbaidschan.

Seine Behauptung? „Der Verzehr von Fleisch und Milchprodukten verursacht 20 % aller Treibhausgasemissionen. … Daher sollten die Produzenten von Fleisch und Milchprodukten für den von ihnen verursachten Schaden aufkommen.“

Ich schätze, 6 % waren nicht beängstigend genug, also hat er die Zahl auf 20 % hochgeschraubt. Das ist keine Wissenschaft, das ist Ökosystem-Chirurgie mit einem Tortendiagramm.

Ja, die FAO stellt klar, dass Nutztiere Methan und Lachgas produzieren. Genauso klar ist jedoch, dass ein großer Teil dieser Emissionen mit Landnutzungsänderungen, Futtermittelproduktion und der Entsorgung von Gülle zusammenhängt – also mit Faktoren, die stark davon abhängen, wie und wo die Tiere gehalten werden. Der Fall Serengeti fügt eine weitere Dimension hinzu: Verändert man die Rückkopplung zwischen Pflanzenfressern, Feuer und Vegetation, kann man das gesamte Kohlenstoffverhalten einer Landschaft verändern, ohne jemals einen einzigen Rülpser „zu beheben“.

Der wahre Wahnsinn ist nicht, dass die Menschen Emissionen senken wollen. Es ist vielmehr, dass wir zugelassen haben, dass die Diskussion von einem Denken in Einzelzahlen dominiert wird.

Auf der einen Seite eine Savanne, die von einem Gleichgewicht über eine Phase der Überverbrennung hin zu einer Kohlenstoffspeicherfunktion wechselte, je nachdem, ob bei Rindern, Bisons und Gnus ein Virus vorhanden war.

Auf der anderen Seite eine globale Propaganda, in der Kühe als frei schwebende Klimabomben dargestellt werden und die richtige Reaktion darin besteht, sie zugunsten von „Lösungen“ aus Stahl und Fermentern auslaufen zu lassen. Die eine Geschichte handelt davon, wie eng Leben, Feuer und Kohlenstoff in realen Ökosystemen miteinander verbunden sind. Die andere handelt davon, Kategorien in einer Präsentation neu zu ordnen.

Ja, Rinder verursachen Emissionen. Genauso wie Computer, Frachtschiffe und mit Kerosin getränkte Klimagipfel.

Die Serengeti erinnert uns daran, dass die große Frage nicht lautet: „Verursachen Pflanzenfresser Emissionen?“ – das tun sie –, und es geht auch nicht darum, „wie viel Prozent der globalen Gesamtmenge machen sie aus?“

Die große Frage lautet: „Was passiert mit dem Land, den Bränden und den Bäumen, wenn sie da sind – oder wenn sie nicht da sind?“

Als die Rinderpest ausbrach, verlor die Serengeti ihre wichtigsten Weidetiere und wahrscheinlich auch Kohlenstoff. Als die Rinderpest wieder verschwand, kehrten die Weidetiere zurück, der Methangehalt stieg, die Brände nahmen ab, die Wälder verdichteten sich und die Kohlenstoffspeicherung nahm zu. Das ist keine moralische Geschichte über Kühe. Es ist eine warnende Geschichte darüber zu glauben, man könne das Klima reparieren, indem man einen Bestandteil eines Systems angreift, den man nicht wirklich verstanden hat.

Link: https://wattsupwiththat.com/2026/05/15/10472915/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Nicht alle Temperaturrekorde sind gleichwertig, vor allem wenn sie von der „Seattle Times“ gemeldet werden

Cliff Mass From the Cliff Mass Weather Blog

[Ein Musterbeispiel für tendenziöse Berichterstattung! Alle Hervorhebungen im Original. A. d. Übers.]

Manche Temperaturwerte sind bedeutender als andere.

Und manche Werte werden auf unglückliche Weise dazu genutzt, um die normale Temperaturschwankung hochzuspielen.

Nehmen wir den gestrigen Sonntag als Beispiel. Der Flughafen SeaTac hat seinen Tagesrekord (25°C für genau dieses Datum) gebrochen und 27°C erreicht.

Die „Seattle Times“ bringt diese 27°C auf die TITELSEITE! Es muss wohl ein ruhiger Nachrichtentag sein.

Der Artikel in der „Seattle Times“ war voller Übertreibungen und enthielt mehrere unbegründete Behauptungen (siehe unten).

Die Temperaturen schossen weit über ihre bisherigen Höchstwerte hinaus.

Ein Vorbote des unvermeidlichen Dürresommers. (Das ist übrigens völliger Unsinn.)

Sollten man sich wegen der gestrigen REKORD-Höchsttemperatur Sorgen machen? Lesen Sie weiter!

Warum der Rekord vom Montag nicht viel bedeutete.

Das Rekordhoch vom Montag war ein Tagesrekord.

Tagesrekorde werden häufig gebrochen, weil es so viele Gelegenheiten dafür gibt (365 Chancen pro Jahr!). Das Brechen eines Jahresrekords (der wärmste Tag des Jahres) ist weitaus bedeutender.

Das Brechen des gestrigen Rekords der Tageshöchsttemperatur war besonders unbedeutend.

Warum? Weil die bisherige Höchsttemperatur an diesem Tag (25°C) besonders niedrig war.

Das sieht man, wenn man sich die Grafik (in SeaTac) mit den gemessenen Temperaturen (blaue Linien) und den Rekordhöchstwerten (rote Schattierung) ansieht. Die bisherige Höchsttemperatur an diesem Tag (25°C) war ungewöhnlich NIEDRIG. Die niedrigste Tageshöchsttemperatur an JEDEM TAG IM MAI. Sogar Ende April gab es höhere Rekord-Höchstwerte.

Durch einen glücklichen Zufall stieg die Temperatur an einem 3. Mai nie über 25 °C, sodass dieser Rekord nur darauf wartete, gebrochen zu werden. Ein leicht zu erreichendes meteorologisches Ziel.

Der Rekordwert von 27 °C ist nach wie vor die niedrigste Rekordhöchsttemperatur im Mai am Flughafen SeaTac und liegt unter ALLEN anderen Rekord-Höchsttemperaturen für diesen Monat.

Das Brechen dieses schwachen Rekords hat kaum Bedeutung und lässt keine unvermeidliche Sommerdürre vorausahnen, wie der Reporter der Seattle Times (Conrad Swanson) behauptet.

Die neuesten Vorhersagen deuten eindeutig auf eine Abkühlung hin, wobei wieder leichte Niederschläge zu erwarten sind.

Die neueste Vorhersage des EZMW sieht vor, dass die Temperaturen in SeaTac auf normale Werte sinken (Höchstwerte in den 60ern [= zwischen 10 und 15°C]).

Am Freitag und Samstag wird es wieder Schauer geben (siehe unten).

Die Art von Hype und Übertreibung in Bezug auf Hitze und Dürre, wie sie in der „Seattle Times“ und auf mehreren Amateur-YouTube-Kanälen zu finden ist, ist bedauerlich.

Die Menschen werden falsch informiert und grundlos in Unruhe versetzt. Das Aufbauschen des Klimawandels und das Übertreiben normaler klimatischer Schwankungen mag zwar mehr Klicks und Einnahmen bringen, doch die Kosten solcher Fehlinformationen sind erheblich.

Link: https://climaterealism.com/2026/05/not-all-temperature-records-are-equal-especially-if-reported-by-the-seattle-times/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Klima-Gerichtsverfahren: Endlich wehrt man sich gegen diese Unsitte!

H. Sterling Burnett

Im Laufe der Jahre habe ich mich mit dem Thema „Climate Lawfare“ [etwa: Klima-Klagenflut] befasst. Zunächst beschrieb ich eine Reihe Dutzender Klagen, die von klimapolitisch engagierten Anwaltskanzleien und Städten gegen Unternehmen der fossilen Brennstoffindustrie und Lobbygruppen der Branche eingereicht worden waren, angeblich im Namen von Anwohnern und Einzelpersonen wie Jugendlichen, in dem Versuch, über die Gerichte CO₂-Beschränkungen durchzusetzen. Die Bemühungen, die Justiz dazu zu bewegen, in Dutzenden Bundesstaaten und lokalen Gerichtsbarkeiten von der Richterbank aus Gesetze zu erlassen, sind bislang gescheitert, nachdem sie von einem Bundesgericht in Kalifornien sowie von Landesgerichten in Maryland, New Jersey, New York und Pennsylvania abgewiesen worden waren. Trotz der kostspieligen, sich häufenden Niederlagen werden immer wieder neue Klagen eingereicht oder alte Klagen auf der Grundlage anderer Ansprüche erneut eingereicht, was die Gerichte überlastet und Milliarden von Dollar an Rechtskosten verschwendet. Das ist Geld, das die Industrie zur Entwicklung neuer Produktionsverfahren hätte nutzen können, um die amerikanische Energiedominanz besser zu sichern und die Kosten für die Verbraucher zu senken.

Die direkten „Climate Lawfare“-Bemühungen könnten bald ein Ende finden. Der Oberste Gerichtshof der USA hat sich bisher geweigert, Klagen von Bundesstaaten an Bundesgerichte zu verweisen, obwohl klare und berechtigte Bedenken hinsichtlich des zwischenstaatlichen Handels sowie der Vorrangstellung des Bundes- und Völkerrechts bestehen. Im Februar nahm das Gericht jedoch einen „Climate Lawfare“-Fall aus Boulder, Colorado, an.

„Boulder macht geltend, dass Öl- und Gasunternehmen wissentlich zur Verschärfung des Klimawandels beigetragen und dadurch Schäden in Millionenhöhe an seinem Eigentum und seinen Einwohnern verursacht haben“, berichtet ScotusBlog. „Die Öl- und Gasunternehmen drängten die staatlichen Gerichte, den Fall abzuweisen, und argumentierten, dass die Ansprüche nach staatlichem Recht durch Bundesumweltschutzgesetze und die Befugnis der Bundesregierung zur Ausübung der Außenpolitik außer Kraft gesetzt würden.

„Die beklagten Ölkonzerne erklärten den Richtern, der Rechtsstreit biete dem Gericht ‚die bislang beste Gelegenheit, eine der wichtigsten Fragen zu klären, die derzeit vor den Vorinstanzen anhängig sind‘“, so ScotusBlog unter Berufung auf den Schriftsatz der Unternehmen. „‚Energieunternehmen, die fossile Brennstoffe fördern und verkaufen … sehen sich zahlreichen Klagen vor staatlichen Gerichten im ganzen Land gegenüber, in denen Schadenersatz in Milliardenhöhe für Schäden gefordert wird, die angeblich durch den Beitrag der Treibhausgasemissionen zum globalen Klimawandel verursacht wurden … doch wie der Gerichtshof seit über einem Jahrhundert anerkennt … erlaubt die Struktur unseres Verfassungssystems es einem Staat nicht, nach staatlichem Recht Rechtsbehelf für Schäden zu gewähren, die angeblich durch Umweltverschmutzung verursacht wurden, die von außerhalb des Staates stammt.‘“

Ein weitreichendes Urteil zugunsten der Unternehmen und gegen Boulder, in dem festgestellt wird, dass die Ansprüche in Boulders Klage gemäß der „Interstate Commerce Clause“ und der Befugnis der Regierung zur Ausübung der Außenpolitik ausschließlich in den Zuständigkeitsbereich der Bundesregierung, insbesondere des Kongresses fallen, könnte dieser Art von „Lawfare“ ein Ende setzen.

Ein enger gefasstes Urteil – und eng gefasste Urteile sind es, die der Oberste Gerichtshof gerne fällt – könnte die Klage aus dem Staatsgericht entfernen und sie sowie ähnliche Fälle den Bundesgerichten zur Entscheidung überlassen. Das würde weniger Klagen bedeuten, die zusammengefasst würden und wahrscheinlich in Zukunft wieder vor dem Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten landen würden, insbesondere wenn es unter den Bundesgerichten Uneinigkeit über die Begründetheit solcher Klagen gibt.

Ein Urteil zugunsten der Kläger, und der Klage-Marathon geht weiter.

Ungeachtet dessen, dass sich für solche Klagen möglicherweise bereits die Zeichen der Zeit abzeichnen, sind die Klimaaktivisten nicht untätig geblieben. Sie suchen nach einem Hintertürchen, um Richter dazu zu bewegen, Klimapolitik vom Richterstuhl aus zu gestalten; „Climate Lawfare Teil 2“, wenn man so will. Wie ich in CCW 570 und 574 schrieb, haben Klimaalarmisten versucht, die Unabhängigkeit der Justiz zu untergraben, indem sie Richtern, die an Klimaklagen beteiligt sind oder wahrscheinlich daran beteiligt sein werden, voreingenommene Informationen vorlegten, die von Klimaaktivisten verfasst worden waren, die oft aktiv an den Klagen beteiligt sind. Es gelang ihnen, ein rechtlich fragwürdiges Kapitel zum Klimawandel in das „Fourth Reference Manual on Scientific Evidence“ des Federal Judiciary Center aufzunehmen – das Nachschlagewerk für wissenschaftliche Fragen vor den Bundesgerichten – sowie durch eine Reihe von Richterklausuren und Workshops für Richter, die vom Environmental Law Institute veranstaltet wurden. Beide Bemühungen haben die Aufmerksamkeit der Generalstaatsanwälte der Bundesstaaten und des Kongresses auf sich gezogen.

Detailliert beschrieben bei Energy in Depth,

Der Vorsitzende des Justizausschusses des Repräsentantenhauses Jim Jordan (R-OH) und der Vorsitzende des Unterausschusses für Gerichte Darrell Issa (R-CA), treiben ihre Untersuchung gegen Klimaaktivisten, Klägeranwälte und die „unzulässigen Versuche des Environmental Law Institute und seines Climate Judiciary Project, Bundesrichter zu beeinflussen“, voran.

Der Ausschuss sandte Schreiben an Michael Burger, den Geschäftsführer des Sabin Center for Climate Change Law an der Columbia Law School, an Jordan Diamond, den Präsidenten des Environmental Law Institute (ELI), sowie an Vic Sher von der Kanzlei Sher Edling, die zahlreiche Klimaklagen im ganzen Land unterstützt, um weitere Informationen über deren Bemühungen zu erhalten, Richtern, die möglicherweise bald über Klimaklagen entscheiden werden, voreingenommene und subjektive Informationen zu übermitteln.

Dies ist eine erhebliche Eskalation in einer Untersuchung zu einer Einflusskampagne, in deren Rahmen Jordan und Issa im Januar Briefe an die Judicial Conference of the United States, das Federal Judicial Center sowie an die Klägeranwälte David Bookbinder und Roger Worthington sowie im August 2025 einen ersten Brief an das ELI gesendet hatten.

Dies ist bereits das zweite Mal, dass der Justizausschuss des Repräsentantenhauses Schreiben an die Wissenschaftler, gemeinnützigen Organisationen und Prozessanwälte versandt hat, die an den ELI-Tagungen beteiligt sind.

Zudem laufen derzeit direktere Bemühungen, dem „Climate Lawfare“ ein Ende zu setzen. Die Abgeordnete Harriet Hageman (R-WY) hat kürzlich den „Stop Climate Shakedowns Act of 2026“ eingebracht. Wie ein Artikel im Daily Caller Hagemans Gesetzesentwurf beschreibt, würde dieser durch Bundesrecht die Abweisung aller laufenden Klimaklagen erzwingen und „Gesetze auf Bundesstaatenebene, die die Energieerzeugung bestrafen, außer Kraft setzen, rückwirkende Klagen wegen CO₂-Emissionen verbieten und die alleinige Zuständigkeit der Bundesregierung für die Regulierung von Treibhausgasen bekräftigen“. Dieser Gesetzesentwurf ist mehr als ein Jahrzehnt überfällig und verspricht echte Fortschritte und Endgültigkeit, falls er den Senat passieren sollte – ein großes „falls“.

Solange steuerbefreite gemeinnützige Organisationen und universitätsnahe Forschungsinstitute nicht ihre offensichtlichen Versuche einstellen, die Justiz dazu zu bewegen, ihren Standpunkt zu den Ursachen und Folgen des Klimawandels zu übernehmen und die von diesen Gruppen bevorzugten Maßnahmen zur Einschränkung fossiler Brennstoffe durchzusetzen, könnte der beste Weg für die [US-]Bundesregierung darin bestehen, allen an solchen Bemühungen beteiligten Universitäten oder gemeinnützigen Organisationen die Mittel und/oder ihnen die Steuerbefreiung zu entziehen. Dies versperrt diesen Gruppen nicht den Zugang zu den Gerichten. Aber es wird der Justiz deutlich machen, dass die Bundesregierung ihre Bemühungen weder unterstützt noch gutheißt, und es wird ihnen die knappen Steuergelder für eine Initiative verweigern, welche die Rechtsstaatlichkeit und die verfassungsmäßig festgelegte Gewaltenteilung untergräbt und der Energie- und Wirtschaftssicherheit der USA sowie dem Wohlergehen und dem Geldbeutel der Amerikaner im Allgemeinen schadet.

Wenn überhaupt eine staatliche Gewalt für die Gestaltung der Energiepolitik zuständig ist, dann ist es der Kongress. Nicht die Gerichte und schon gar nicht Interessengruppen, die versuchen, die Grenzen zwischen den legitimen, verfassungsmäßig festgelegten und zugewiesenen Aufgaben der verschiedenen staatlichen Gewalten zu verwischen. Es ist nun an der Zeit, dass der Oberste Gerichtshof, der Kongress oder besser noch beide ein für alle Mal dem „Climate Lawfare“ ein Ende setzen.

Quellen: House Judiciary Committee; Climate Change Weekly; ScotusBlog; Daily Caller

Link: https://heartland.org/opinion/climate-change-weekly-579-climate-lawfare-under-counterassault-finally/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Wenn Antarktis-Schlagzeilen schneller dahin schwinden als das Eis

Anthony Watts, The Heartland Institute

So vorhersehbar wie der Sonnenaufgang ist es wieder einmal eine atemlose Schlagzeile, die davor warnt, dass die Schelfeis-Gebiete der Antarktis schneller schmelzen als gedacht, dass der Meeresspiegel unsere Küsten überfluten wird und dass Millionen Menschen eine Zukunft unter Wasser droht. Die jüngste Berichterstattung der Daily Mail über norwegische Forscher, die das Fimbulisen-Schelfeis untersuchen, ist ein Paradebeispiel dafür, wie seriöse und wirklich interessante Wissenschaft durch die Klimakatastrophen-Maschine der Medien gejagt wird, bis alle Nuancen vollständig zermahlen sind und nur noch Panikmache übrig bleibt.

Die Entdeckung tiefer Kanäle unter dem Schelfeis, die warme Meeresströmungen einfangen und das Schmelzen an der Basis beschleunigen, ist eine neue Erkenntnis und stellt seriöse wissenschaftliche Arbeit dar. Was jedoch nicht seriös ist, ist der Sprung von „Wir haben etwas entdeckt, über das wir noch nicht alles wussten“ zu „Der Meeresspiegel könnte bis 2150 um 30 Meter steigen“. Das ist keine Wissenschaft. Das ist Science-Fiction mit einem Briefkopf der Universität.

Was in den Medienberichten jedoch untergeht: Der Grund, warum wir erst jetzt von diesen Kanälen unter dem Eis und ihren Auswirkungen erfahren ist, dass wir erst vor kurzem die Technologie und Verfahren entwickelt haben, um die Verhältnisse unter den antarktischen Schelfeisen zu beobachten. Denken Sie einen Moment darüber nach. Wir sprechen hier von einer der abgelegensten, unzugänglichsten und lebensfeindlichsten Umgebungen auf dem Planeten. Die Hohlräume im Schelfeis, die diese Forscher untersuchen, befinden sich unter Hunderten von Metern Eis, in Gewässern, die außerordentlich schwer zu instrumentieren, zu überwachen oder direkt zu beproben sind. Die Fallstudie zum Fimbulisen-Schelfeis stützte sich auf eine Kombination aus detaillierter topografischer Kartierung und Computermodellierung, nicht auf jahrzehntelange direkte Beobachtungsdaten, um ihre Schlussfolgerungen zu ziehen.

Dies ist eine Tatsache, welche die Daily Mail völlig übersehen hat, und sie hat enorme Auswirkungen darauf, als wie sicher wir diese Prognosen akzeptieren sollten. Wenn ein Wissenschaftler sagt, er habe einen Prozess entdeckt, von dessen Existenz er zuvor nichts wusste, und im gleichen Atemzug mitteilt, er könne dessen Folgen bis ins Jahr 2300 vorhersagen, sollte man besorgt sein und dieser Behauptung skeptisch gegenüberstehen. Man sollte fragen: Wie kann man das Verhalten eines antarktischen Systems in ferner Zukunft mit Sicherheit vorhersagen, das man gerade erst zu beobachten begonnen hat?

Die tief in ihrer Berichterstattung verborgene ehrliche Antwort lautet: Das können sie nicht. Einer der Forscher, Dr. Hattermann, räumt ein, dass die Auswirkungen dieser neuen Entdeckung so ungewiss sind, dass wir einen Anstieg des Meeresspiegels um 30 Meter bis 2150 und um 50 Meter bis 2300 nicht „ausschließen“ können. Das ist eine bemerkenswerte Aussage. Die Aussage „kann nicht ausschließen“ ist keine wissenschaftliche Prognose; es ist eine so grobe Schätzung, dass sie wissenschaftlich bedeutungslos ist. Man kann auch nicht ausschließen, dass es nicht passieren wird. Aber schauen Sie sich an, welche Annahme die Schlagzeile prägt.

Die Geschichte der antarktischen Eisforschung im Besonderen ist eine Geschichte von Korrekturen, Neubewertungen und Überraschungen in beide Richtungen. Die Forscher wurden immer wieder von der Komplexität dieses Systems überrascht. Die Ostantarktis, in der sich der größte Teil des Eises des Kontinents befindet, galt lange Zeit als stabil und gewann oder verlor keine Masse, selbst als die Eisschilde in der Westantarktis und in Grönland schrumpften. Nun weist diese Studie auf das Fimbulisen-Schelfeis in der Ostantarktis als potenzielle Schwachstelle hin. Der westantarktische Eisschild stand jahrelang im Mittelpunkt der Besorgnis, bis Erkenntnisse auftauchten, die diese Projektionen erschwerten. Das Muster zwischen Wissenschaft und Medien wiederholt sich: Eine Krise wird angekündigt, die Modelle werden revidiert, die Krise wird in der Fachliteratur (wenn auch selten in der Presse) relativiert, und dann taucht eine neue Krise auf.

Die antarktische Glaziologie ist ein Fachgebiet, das sich wissenschaftlich gesehen noch in den Anfängen befindet, was die direkte Beobachtung der wichtigsten Prozesse angeht. Diese Sichtweise wird in der wissenschaftlichen Gemeinschaft weitgehend geteilt, da sich die antarktische Glaziologie rasch von einer Phase der Erkundung und grundlegenden Kartierung hin zu komplexen, vorausschauenden Modellen entwickelt. Dieses „jugendliche“ Stadium ist durch bedeutende, oft überraschende Erkenntnisse gekennzeichnet, wie sie bei dieser neuen Entdeckung zu beobachten sind.

Problematisch ist jedoch, dass die unterstützenden Daten spärlich sind. Wir verfügen über Satellitendaten aus der Antarktis, die nur etwa 40 Jahre zurückreichen, was in geologischer Zeit nur ein Wimpernschlag ist. Unsere Beobachtungsaufzeichnungen unter dem Schelfeis sind sogar noch kürzer. Die Computermodelle, die zur Vorhersage dieser Ergebnisse verwendet werden, basieren zwangsläufig auf Annahmen aus Beobachtungen – Annahmen, die nun revidiert werden, da wir Phänomene wie diese kanalisierten Schmelzwirbel entdecken, die zuvor nicht berücksichtigt worden waren.

Nichts davon bedeutet, dass das antarktische Eis dem Untergang geweiht ist. Es legt vielmehr nahe, dass wir mehr Beobachtungsdaten sammeln sollten, bevor wir Projektionen aufstellen, sowie die zurückhaltende Vorsicht walten lassen sollten, die gute Wissenschaft erfordert. Es bedeutet jedoch nicht, dass die „Daily Mail“ Schlagzeilen darüber bringen sollte, dass Millionen Menschen „unter Wasser geraten“, und zwar auf der Grundlage brandneuer Klimamodelle, bei denen die Forscher offen zugeben, dass sie die von ihnen modellierten Prozesse nicht vollständig verstehen.

Das Eis wird uns seine Geschichte erzählen, wenn wir es aufmerksam und ehrlich beobachten. Aber es wird Jahre, wahrscheinlich Jahrzehnte, strenger Beobachtung erfordern, bevor wir mit echter Zuversicht sagen können, was diese neu entdeckte Dynamik unter dem Schelfeis für die Zukunft des antarktischen Eises bedeutet. Bis dahin sollte die verantwortungsvolle Haltung Neugier sein, nicht Katastrophismus.

Diese neue antarktische Wissenschaft ist interessant, aber Prognosen, die auf einer einzigen neuen Entdeckung basieren, sind verfrüht und sollten nicht die Grundlage für unverantwortliche und übertriebene Weltuntergangs-Schlagzeilen sein.

Anthony Watts awatts@heartland.org is a Senior Fellow for Environment and Climate at The Heartland Institute.

Link: https://redstate.com/heartlandinstitute/2026/05/15/when-antarctic-headlines-melt-faster-than-the-ice-n2202319?

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE