Der DWD ist überzeugt: 10 % Strom über zwei Tage, dabei nicht zuverlässiger als Wettervor­hersagen, reicht

10 % an elektrischem Strom während 2 Tagen sollte für Deutschland zwischendurch wohl reichen

Sagt DWD-Vizepräsident, Dr. Paul Becker [1] (Vita: Ausbildung als Meteorologe, in der Medizin-Meteorologie sowie der Klima- und Umweltberatung tätig). Setzt man dies als Maßstab für eine minimal auseichende Versorgung an, macht der EEG-Ausbau nach Ansicht des DWD-Meteorologen eigentlich keine Probleme. Dabei orientiert sich die DWD-Führungsspitze wohl an der neuen Doktrin, nach der die Bürger keinen individuellen Anspruch auf Energie haben [3].
Um die Zukunft eines nach solchen Maßstäben konzipierten, neuen Energiesystems zu ermitteln, haben sich fleissige DWD-Mitarbeiter als „Energieforscher“ an ihre Computer gesetzt und Wind und Sonne über ganz Europa simuliert. Herausgekommen ist dabei:
-Wind und Solar onshore Deutschland erzeugen 23 mal, also für 26 Tage im Jahr, maximal 10 % der Anschlussleistung über zwei Tage,
-mit Wind onshore und Solar geschieht ist es nur noch 2 mal, also für 4 Tage und
-wenn man das gesamte Europa flächendeckend mit Solar und Windkraft bedeckt, passiert es nur noch 0,2 mal, also einmal in ca. vier Jahren.

Bild 1 [2] Die Grafik zeigt die Anzahl von 48stündigen Zeiträumen geringer Energieproduktion verursacht durch Flauten, sonnenarme Zeiten sowie eine Kombination daraus. Ausgezählt wurden Phasen, bei denen der Kapazitätsfaktor über den Zeitraum unter 0,1 blieb, das heißt die mittlere Energieerzeugung des betrachteten Gebiets unterhalb von 10 Prozent der dort installierten Nennleistung lag.

Wenn die EU helfen würde, wäre unser EEG ein Erfolgsmodell

Unsere „Verantwortlichen“ machen inzwischen wirklich schon große Abstriche bei der zu garantierenden Versorgungssicherheit. Nun ist man bereits bei 10 % als ausreichender „Mindestmenge“ angelangt. Doch auch das schafft unser EEG nicht zuverlässig. Erkennbar, wie sich deshalb die Hilferufe an die EU häufen, Deutschland in seiner Not gefälligst dabei zu unterstützen:
EIKE 07. 02.2018: [3] In Zukunft sorgt die EU für die Sicherheit von Deutschlands Stromversorgung
Frau Baerbock von den GRÜNEN ist überzeugt, dass es unsere auch machen werden, weshalb für sie alle Probleme des EEG bereits zufriedenstellend gelöst sind.
Frau Baerbock: [14] … Denn statt die für Stromkunden teuren, nur selten gebrauchte Reservekraftwerke im eigenen Land vorrätig zu halten, kann man in Engpasssituationen preisgünstigen Strom aus dem Nachbarland beziehen …
So weit, zu glauben dass das Ausland uns ausgerechtet billigen Strom bereitstellt, wenn es wenig davon gibt, sind Fachperson*innen regiernder Parteien noch nicht. Auch diese suchen nach Lösungen, welche inzwischen immer mehr die EU einbinden, aber das streng nach dem EEG-(Heils-)Prinzip.
Angefangen hat es einst mit dem gescheiterten Desertec.

Bild 2 Ursprüngliche Flächenplanung des Öko-Energieprojektes Desertec. Quelle: WIKIPEDIA


Nun backt man die Brötchen etwas kleiner und will das Gleiche nur noch über die gesamte EU durchführen. Dazu benötigt man jedoch positive Expertisen, und nun liegt sie vom DWD vor.

Bild 3 Europa mit dem Bereich des DWD-„EEG-Ausbaus“. Bildausschnitt [2]

DWD: Einfach europaweit flächendeckend ausbauen und ein bisschen Strategie dazu, dann klappt es

DWD: [2] … Noch ein Hinweis: Da wir nicht wissen, wo in Deutschland und Europa künftig Standorte für Windkraft und Photovoltaikanlagen ausgewiesen werden, haben wir eine europaweit einheitliche Verteilung der Anlagen angenommen …
DLF 24: [1]… Dass in Deutschland die Lichter ausgehen, wenn immer mehr Kohle- und Atommeiler vom Netz gehen, scheint also übertrieben zu sein. Doch offenbar empfiehlt es sich, gewisse Reserven vorzuhalten – durch Stromspeicher oder durch Kraftwerke, die nicht auf Sonne oder Wind angewiesen sind …

Kommt nach der Tagesschau künftig auch die Energie-Vorhersage

Der Deutsche Wetterdienst hat ca. 2300 Mitarbeiter (Beamte und Tarifbeschäftigte) [8]. Inzwischen ist der Klimawandel ein etabliertes, neues Geschäftsfeld: DWD [8] … Erstellung von gut 15.000 Produkten zur Klimaüberwachung
und da liegt es nahe, weiter auszubauen und sich auch um die Energiebereitstellung zu kümmern, seitdem diese immer mehr von Wind und Wetter abhängig wird.
Wie beim Wetter „erstellt“ der DWD auch die Energie nicht, sondern sagt nur vorher, wie viel kommen könnte. Somit bleibt man im gewohnten, risikolosen Geschäftsfeld ohne Verantwortung, trotzdem aber teilhabend mit der Einnahme von Gebühren.

Der DWD ist für den EEG-Ausbau und forscht dazu

DWD: [2] Der Deutsche Wetterdienst (DWD) unterstützt den Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland und Europa auch durch die Erforschung der meteorologischen Rahmenbedingungen …stabilisiert ein europäischer Stromverbund aus meteorologischer Sicht die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien? Die Ergebnisse unserer neuen Untersuchung möchte ich Ihnen nun vorstellen.
Aufgrund des fluktuierenden Charakters von Wind- und Sonnenenergie müssen wir uns fragen, wie eine zuverlässige Stromversorgung mit immer mehr Photovoltaik und Windkraft auf Dauer möglich ist … Um Schwankungen in einer deutlich stärker regenerativ ausgerichteten europäischen Stromversorgung zu untersuchen, sind detaillierte Daten zur räumlichen und zeitlichen Struktur der Wetterverhältnisse über lange Zeiträume erforderlich. Der DWD hat solche Datensätze ausgewertet und kann jetzt erstmals detaillierte Analysen für Europa vorstellen.

So wenig, wie wir wissen, muss reichen, deshalb ran ans Werk

DWD: [2] … Wie viele Windräder sich am Ende in der Nordsee drehen werden, weiß noch niemand genau. Becker und seine Mitarbeiter orientierten sich aber auch nicht an der Zahl und am konkreten Standort der Anlagen. Sie wollten nur wissen, welches Potenzial für die Energie-Ernte in der deutschen Nordsee steckt: wie stark und wie beständig der Wind dort in der Regel bläst, und wie häufig die Rotoren auf See in die Bresche springen können, wenn an Land längere Flaute herrscht …

Irgendwo weht der Wind doch immer und scheint die Sonne

Diesen Spruch kennt man. Er hat zwar nicht viel mehr Wahrheitsgehalt wie „Wind und Sonne stellen keine Rechnungen“, aber er ist – vielleicht gerade deshalb – nicht mehr zu „töten“. Vor allem ist er erforderlich, um das EEG zu „retten“. Und simulierte Rettungen sind schon fast so gut, als hätte man sie wirklich geschafft.

Bild 4 Europa (vom Autor mit Entfernungsangaben ergänzt). Quelle: [2] DWD: Die linke Grafik zeigt den mittleren Kapazitätsfaktor der Windenergie für Europa (Mittelwert 1995 bis 2015, für Länder südlich von 60° nördlicher Breite). Die Berechnung basiert auf der Annahme einer typischen modernen Windkraftanlage. Gezeigt wird der langjährige Mittelwert für eine Nabenhöhe von 116 m. Deutlich werden die hohen Auslastungen in den nordwestlichen Küstenregionen Europas – vor allem im Vergleich zu den geringeren Werten in Südosteuropa. Die rechte Grafik zeigt den mittleren Kapazitätsfaktor für eine repräsentative Photovoltaikanlage als langjährigen Mittelwert für Europa. Deutlich erkennbar sind die höheren zu erwartenden Erträge im südlichen Europa.

Strom kommt aus der Steckdose, aber nicht vollkommen verlustfrei

WIKIPEDIA: Die Übertragungsverluste betragen etwa 6 % je 100 km bei einer 110-kV-Leitung … (für) 380-kV-Höchstspannungsleitungen ca. 1 % je 100 km
[9] Beim 2008 fertig gestellten NorNed-Kabel (Anm.: HGÜ) durch die Nordsee, das die Netze von Norwegen und den Niederlanden verbindet, wurden über 580 km Länge Gesamtverluste von 3,7% gemessen.
Um den Strom – wie vom DWD vorgeschlagen – über halb Europa (mindestens 2.500 km) zu transportieren, sind die folgenden Leitungs-Verluste zu erwarten:
Übertragungslänge 2.500 km, Verluste nach [10] abgeschätzt (ohne Konverterverluste):
400 kV-Freileitung: ca. 30 %
HGÜ-Leitung 500 V: ca. 20 %
HGÜ-Leitung 800 kV: ca. 10 … 20 %
Bereits diese gröbste Schätzung zeigt, dass für eine europaweite Vernetzung alleine HGÜ-Übertragung in Frage kommt. Nun ist HGÜ eine relativ teure Technik. Und so braucht man kein Hellseher zu sein für die Vorhersage: Bald wird ein Industrieverband eine Studie präsentieren, welche den Zwang zum EU-weiten EEG-Ausbau als „absolut notwendig und von Deutschland aus massiv voranzutreiben“ ermittelt.
Dann bekommen wir den Fall, dass ganz Europa (wohl mit unserem Geld) „energietechnisch ausgebaut“ wird und bei uns auf „der letzten Meile“ der Strom dann mit dem Lastenfahrrad kommt:
EIKE 07. 02.2018: Die Lösung des Ladesäulenproblems ist erfunden – der Strom radelt zum Auto
Vielleicht eine passende Metapher, um zu zeigen, was passiert, wenn unsere Politikkaste für ihre Ideologie alles Geld verschleudert hat.
Wenn unsere „lieben Nachbarn“ erst einmal realisieren, unter welch gewaltigem Druck Deutschland bei der Lösung seines EEG-Problems steht, wird der Preis – und Zeitraum – explodieren, alleine, indem (Bürger?)Initiativen gleiche Rechte wie Deutsche gegen den Bau von Trassen, ergänzt mit der Forderung nach besonders teurer, unterirdischer Verlegung, fordern. Die Forderung der Grundstückseigner auf Pachtzahlung bis zum Tag des Jüngsten Gerichts nicht zu vergessen.

Die (nicht simulierte) Wirklichkeit

Leider neigen unsere Ämter dazu, dem Volk Wahrheiten zu präsentieren, aber nicht die Hintergründe dazu. Außer den paar Zahlen der Pressemitteilung [2] ist beim DWD nichts zu finden. Stimmt nicht ganz. Auf Anforderung bekam der Autor vom DWD etwas Unterlagen und den Link zu FTP-Urdaten. Leider war die Studie mit den Auswertekurven jedoch nicht dabei. Aus den Urdaten eine solche zu erstellen, ist dem Autor privat aber nicht möglich (und sofern es mit Tools denkbar wäre, zu aufwendig). deshalb anbei „googelbare“ Daten.

Deutschland

Dazu gibt es genügend Ganglinien-Auswertungen. Eine recht aktuelle sei anbei exemplarisch gezeigt:
EIKE 7. Januar 2018: [12] Ministerin Hendricks: Wir haben im Gegenteil sogar gigantische Stromüberschüsse
Anhand der Daten von Agora hat der Autor in diesem Artikel die gesamte Stromerzeugung Deutschlands (onshore und offshore) im Jahr 2016 statistisch analysiert mit dem folgenden Ergebnis:
Nimmt man 10 % der Anschlussleistung als Maßstab, dann liegt die Stromerzeugung über insgesamt 20,6 Tage im Jahr darunter , nimmt man 20 % als Minimum an, passiert dies bereits über 207 Tage im Jahr, also das Zehnfache der Zeit.

Bild 5 Auszug der Datentabelle, Histogramm der EEG-Einspeisung 2016. Bezug: 100 % = Anschlussleistung. Grafik vom Autor aus den Daten von Agora erstellt


Diese Werte lassen sich allerdings schwer mit der DWD-Angabe vergleichen, weil diese zusammenhängende 48 Stunden unter 10 % der Anschlussleistung deklariert.
Eine überschlägige Abschätzung nach diesem Kriterium für das Jahr 2016 im Agora-Datensatz ergibt:
Zusammenhängende 48 Stunden mit maximal 10 % der Anschlussleistung: Es trat zweimal auf, einmal über 66 und einmal über 67 Stunden.
Nimmt man 5 % mehr, also 15 % als Minimum, dann treten diese Fälle es schon 8-mal auf. In Summe über 557 Stunden, also 23 Tagen.
Man sieht, wie wichtig die Histogrammkurve und nicht ein (gezielter) Einzelwert ist. Ziemlich sicher wurde der 10 %-Wert vom DWD ganz bewusst gewählt, weil nur mit diesem (extrem niedrigen) das „gewünschte“ Ergebnis herauskam. Angemerkt sei dazu, dass der DWD sein Auswahlkriterium anders angibt: „ … Dieses gezeigte Beispiel (10%, Zeitraum 2 Tage) wurde in Diskussion mit Experten für Energiefragen exemplarisch ausgewählt …

Simulation eines Vortrages zur Klimapressekonferenz

Anhand der Daten aus dem vorhergehenden Absatz kann man sich den „Spass“ machen, den Vortrag von Herrn Dr. Becker auf der Klimapressekonferenz einmal wie gehalten und einmal simuliert zu schreiben.
Das Original:
DWD: [2] Vortrag: Deutscher Wetterdienst analysiert wetterbedingte Ertragsausfälle erneuerbarer Energien – Kombination von Windkraft und Photovoltaik zeigt eindrucksvolle Effekte
Redetext
(stark gekürzte Auszüge): … Die Einspeisung erneuerbarer Energien aus Wind und Sonne unterliegt Schwankungen. Laut Bundeswirtschaftsministerium besteht aber aktuell in Deutschland eine hohe Versorgungssicherheit …
Um Schwankungen in einer deutlich stärker regenerativ ausgerichteten europäischen Stromversorgung zu untersuchen, sind detaillierte Daten zur räumlichen und zeitlichen Struktur der Wetterverhältnisse über lange Zeiträume erforderlich.
Der DWD hat solche Datensätze ausgewertet und kann jetzt erstmals detaillierte Analysen für Europa vorstellen …
Windkraft aus Nord- und Ostsee stabilisiert Einspeisung aus erneuerbaren Energien Auf Basis der beschriebenen Vorgehensweise zeigen wir Ihnen in Abbildung 1 zunächst die mittleren langjährigen Produktionsbedingungen für Wind- und Solarenergie in Deutschland.
Beide Fälle zeigen wenig überraschende Verhältnisse: Beim Wind, das ist die linke Grafik der Abbildung, führen die höheren Durchschnittsgeschwindigkeiten an den Küsten oder Mittelgebirgen zu einer höheren Auslastungen der Windkraftanlagen. Bei der Photovoltaik, das zeigt die rechte Grafik der Abbildung, finden wir die höchsten Kapazitätsfaktoren, das heißt
die besten Erträge, im süddeutschen Bereich … Die kombinierte Nutzung von Windkraft und Photovoltaik in Deutschland sorgt für einen vergleichsweise einheitlichen Kapazitätsfaktor. Das stabilisiert die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien …

Nun stelle man sich vor, der DWD Vizepräsident, Dr. Paul Becker hätte in seinem Vortrag zur Klimapressekonferenz am 6. März in Berlin gesagt:
Simulierter Vortragstext (stark gekürzte Auszüge):
wir haben mit viel Aufwand die Windhöffigkeit über Deutschland einschließlich der Nord und Ostsee simuliert. Leider müssen wir sagen, dass Flaute- und Schwachwindzeiten entgegen der häufig geäußerten Ansicht – unverständlicher Weise auch von sogenannten Experten publiziert – so häufig sind, dass über mehr als 200 Tage im Jahr nicht mehr als 20 % der Anschlussleistung erwartet werden können. Und auch das nur unter Einbeziehung der offshore-Windkraft, deren Energietransport nach Süddeutschland problematisch und verlustbehaftet ist. Dabei ergab die Simulation eine gute Übereinstimmung mit den Ganglinien der derzeitigen Installationen und muss deshalb als Fakt akzeptiert werden. Leider gibt es auch keine ausreichende Kompensation zwischen Wind- und Solarertrag der Winter- und Sommermonate, den das desaströse Ergebnis beinhaltet bereits die SolarinstallationenEine Erweiterung auf den EU-Raum bringt leider auch wenig Unterstützung, schon gar nicht eine Lösung. Dazu ist der Windausgleich über den EU-Raum einfach zu gering …
Kann man sich so etwas vorstellen? Beim EEG zur Zeit nicht.

Die Simulation geschah im Bundestag

Ein solcher Vorfall geschah aber vor kurzem im Deutschen Bundestag zur NOx-Debatte.
Ein Staatssekretär als Behördenvertreter „stemmte“ sich vor den versammelten Abgeordneten gegen die NOx-Hysterie.

Bild 6 (Eingebettetes Video) Bundestagsvortrag des Staatssekretärs N. Barthle zur NOx Mortalität. Quelle und Link: YouTube


Natürlich wurde dieser peinliche Ausrutscher umgehend korrigiert. Zur Kompensation dieses eklatanten Fauxpas und um die Untertanen wieder auf die richtige Einstellung zu „trimmen“, verteilte das UbA ihr „amtlich genehmigtes Wissen“, welches von unseren Medien sofort pflichtgemäß verbreitet wurde:
FOCUS, 08.03.2018: [7] Studie des Umweltbundesamts Jedes Jahr sterben 6000 Menschen: So gefährlich sind Diesel-Abgase wirklich
Der Vortrag im Bundestag ist dagegen so „totgeschwiegen“, dass er selbst über googl schwer zu finden ist.
Inzwischen müssen Boulevardzeitungen dem FOCUS und Spiegel bereits zeigen, was eine investigative Berichterstattung sein könnte. Selbst der Bildzeitung war die UbA-Studie zum Schluss doch zu erbärmlich, und sie startete einen Verriss (nachdem sie vorher wie der FOCUS das Studienergebnis publiziert hatte):
BILD 09.03.2018: Wissenschaftler widersprechen Umwelt-Studie Kein einziger Diesel-Toter wirklich nachweisbar
EIKE: Bild, Diesel, manipulierte Daten und die Wut der Leser
Etwas zur Studie, Achgut: Der Sonntagsfahrer: Dieselstudie als vorzeitiger Todesfall

EU-Werte der Windhöffigkeit

Nun wieder weiter mit der DWD-Studie. Datenwerte der EU zur Ökostrom-Erzeugung liegen dem Autor nicht vor. Es gibt jedoch eine orientierende Untersuchung zur Windhöffigkeit, aus der sich Ganglinien zeigen lassen.
VGB Powertech, May 29th, 2017 Foliensatz: [13] Pathways to a fossil free, integrated energy system
Zur groben Bewertung der DWD-Aussage reichen diese aus.

Bild 7 [13] Ganglinien Wind Deutschland


Bild 8 [13] Ganglinien der Windsumme von 18 EU-Staaten incl. Deutschland

Bild 8.1 Daten von Bild 7 und Bild 8 tabelliert


Bild 9 [13] Ganglinien Windsumme von 18 EU-Staaten mit Daten

Leicht zeigt sich anhand der wirklichen Einspeisungen, dass das mit dem Ausmitteln über Europa nicht funktioniert (Bild 9). Etwas besser wird es werden, wenn die Solar-Einspeisungen dazu addiert ist (leider liegen dem Autor dazu keine Daten vor). Aber die Euphorie des DWD über eine EU-weite „Ausmittelung“, lässt sich kaum aufrecht erhalten, sobald nicht von 10 % Minimum, sondern höheren, erforderlichen Mindestwerten ausgegangen wird.

Bild 10 Ansicht Bild 7 und Bild 8 auf gleiches Pmax normiert und übereinander kopiert


Woran dies liegt, zeigt Bild 11 mit der Darstellung, über welch riesige Flächen von Europa gleichzeitig ähnliche Windverhältnisse vorliegen können.

Bild 11 [13] Flächenverteilung von Stark- und Schwachwindzeiten in Europa

Wieder der reine Wahnsinn mit Methode

Das folgende Bild 12 zeigt den Unterschied der aktuell EU-weit installierten Windleistung zur verbrauchten. Wird dieser Ausbau verzehnfacht, wäre erst einmal der theoretische Nettobedarf gedeckt. Zur Deckung der enormen Leitungsverluste und Flautezeiten wird man wohl mit dem 20-fachen – zuzüglich des Leitungsausbaus, zuzüglich eines noch nicht im Ansatz gelösten Speicherausbaus rechnen müssen.

Bild 12 [13] Differenz zwischen Strombedarf und aktuell installierter Windleistung in Europa

Wenn für ausreichend Reservekapazität gesorgt ist, kann man jedes Experiment wagen

Wer sich um keine Kosten und Realisierungsmöglichkeiten kümmern muss, dazu auch keine Verantwortung trägt, kann sich markige Erklärungen leisten. So auch der DWD:
DWD: [13] …
Meine Damen und Herren, lassen Sie mich zusammenfassen:
Erstmals können wir mit den neuen Datensätzen des DWD die meteorologische Situation von Windkraft und Photovoltaik in ganz Europa detailliert analysieren. Das ist ein wichtiger Beitrag zum klimagerechten Ausbau der deutschen und europäischen Stromerzeugung.
Der Ausbau der Windenergie in der ausschließlichen Wirtschaftszone Deutschlands, also den durch Deutschland verwalteten Teilen der Nord- und Ostsee, ist auch aus meteorologischer Sicht sinnvoll. Da die Auslastungen der Anlagen deutlich über dem Niveau über Land liegen, können sie regelmäßiger Strom ins Netz einspeisen und damit die Stromerzeugung aus Windenergie in Deutschland stabilisieren. Bei der Kombination von Wind und Sonne ergeben sich Ausgleichseffekte, beispielsweise zwischen Winter und Sommer, die Ertragsausfälle vermindern.
Grundsätzlich führt der kombinierte Einsatz von Windenergie und Photovoltaik zu einer deutlich geringeren Anzahl von Fällen mit geringer Stromproduktion. Diese Ertragsrisiken werden nochmals stark reduziert durch einen europäischen Stromverbund.
Aus meteorologischer Sicht spricht also nichts gegen einen weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland und Europa. Da das Wetter aber macht was es will, können wir niemals ausschließen, dass eine extreme Windflaute zusammen mit einer sonnenarmen Phase über Europa auftritt. Eine verantwortungsvolle Energiepolitik muss sich deshalb nicht nur um den Ausbau von Windkraft und Photovoltaik kümmern, sondern zugleich für ausreichend Reservekapazitäten sorgen. Dabei kann der Deutsche Wetterdienst mit seinen Daten und Analysen unterstützen …

Aber es bleibt wie beim Wetterbericht, bitte nicht darauf vertrauen

DWD: [2] Auch wenn sich im Durchschnitt Wind und Sonne gut ergänzen, können Situationen auftreten, in denen in Deutschland aus beiden Energieformen gleichzeitig eine nur geringe Einspeisung zur Verfügung steht. Bei einem weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien müssen für derartige Situationen Strategien entwickelt werden, die beispielsweise durch Reservekraftwerke, Speicherlösungen oder großräumigen Stromaustausch die Netzstabilität garantieren.
Fazit
Deutschland ist in dem was sich „Wissenschaft“ zum Klima und Energie nennt, bereits vollständig digitalisiert: Das Denken haben die Computer übernommen und Sprechpuppen übermitteln die Ergebnisse. Damit es so bleibt, hat das Ressort Digitalisierung in Berlin neuerdings eine Politologin als Leiterin bekommen.
Quellen
[1] DLF 24: DWD-Studie Mehr Netzstabilität durch Offshore-Energie und EU-Stromverbund
[2] DWD: Klimapressekonferenz des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am 6. März 201 8 in Berlin, Rede von Dr. Paul Becker
[3] EIKE 07. 02.2018: In Zukunft sorgt die EU für die Sicherheit von Deutschlands Stromversorgung
[5] EIKE 27.12.2017: Offshore lieferte jeden Tag Strom und onshore gab es im Jahr 2016 deutschlandweit keine einzige Stunde ohne Windstromerzeugung
[6] EIKE 11.01.2017: Der Wind weht überhaupt nicht immer irgendwo: Ein Nachtrag zum Märchen von der Wind-Grundlastfähigkeit
[7] FOCUS, 08.03.2018: Studie des Umweltbundesamts Jedes Jahr sterben 6000 Menschen: So gefährlich sind Diesel-Abgase wirklich
[8] DWD Pressemitteilung: Zahlen und Fakten zum Deutschen Wetterdienst 2018
[9] Deutscher Bundestag, Wissenschaftliche Dienste Nr. 57/09 (02. Juli 2009):Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ)
[10] Siemens, Broschüre: Fact Sheet Hochspannungsgleichstromübertragung (HGÜ) Stand Juli 2012
[11] EIKE 22. Januar 2018: Am 11. Januar 2018 brach das EEG-System Deutschlands das erste Mal in der Geschichte vollständig in sich zusammen
[12] EIKE 7. Januar 2018: Ministerin Hendricks: Wir haben im Gegenteil sogar gigantische Stromüberschüsse
[13] VGB Powertech, May 29th, 2017 Foliensatz: Pathways to a fossil free, integrated energy system
[14] Deutschlands Zukunft gestalten Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD 18. Legislaturperiode
[15] EIKE 14. März 2018: Eine grüne Stromversorgung Deutschlands




Zwei Mythen zu CO2 und Klimawandel

Wissenschaftlich ist es ziemlich anders. Tatsächlich ist es ziemlich komplex, weshalb die Wissenschaft vom Klimawandel so breit diskutiert wird.

CO2 in der Luft fängt keine Wärme ein

CO2 führt der Atmosphäre Wärme zu und entfernt sie auch wieder daraus, so dass die Wärme sicher nicht eingefangen wird. CO2 ist ein sekundäres Treibhausgas, und Wasserdampf das primäre Treibhausgas. Ein Treibhausgas bedeutet zweierlei, denn es führt der Atmosphäre Wärme zu und entfernt diese auch wieder aus derselben.

Alles fängt damit an, dass die Sonne die Erdoberfläche aufheizt. Ein Teil dieser Energie wird dann als Infrarot wieder abgestrahlt, was gemeinhin „langwellige Strahlung“ oder LWR genannt wird. Ein großer Teil dieser LWR durchläuft einfach die Atmosphäre und wird in den Weltraum abgestrahlt, wo sie für immer verschwunden ist. Aber ein geringer Teil dieser Wärme wird von Treibhausgas-Molekülen eingefangen und absorbiert.

Diese energetisch angereicherten Moleküle geben dann diese absorbierte LWR als Wärme in die übrige Atmosphäre ab. (Wärme ist keine Substanz, sondern vielmehr eine molekulare Bewegung). An diesem Punkt kann man also sagen, dass CO2 die Atmosphäre erwärmt hat, und so weit gehen auch die Alarmisten. Was diese aber nicht erwähnen – diese Wärme reichert andere Treibhausgas-Moleküle an, diese geben ihre LWR ab und entfernen somit die Wärme.

Die Energie tritt also als LWR in die Luft ein und wird zu Wärme, um danach wieder als LWR abgestrahlt zu werden und damit verschwunden ist. In diesem Prozess wird keine Wärme eingefangen. Es gibt immer Einiges an Wärme in der Luft im Zuge dieses Prozesses, aber es ist wie Menschen, die ein Geschäft betreten, dann anstehen müssen, bis sie bedient werden, wonach sie den Laden wieder verlassen. Niemand wird gefangen.

Hat man einmal erkannt, das keine Wärme eingefangen wird, kann man fragen, ob hinzugefügtes CO2 die Wärmemenge notwendigerweise in der Luft erhöht (und damit auch die Temperatur). Dank der Komplexität des Klimasystems ergibt sich die Antwort ,nicht notwendigerweise‘. Vielmehr geht aus Satellitenbeobachtungen hervor, dass es keine CO2-Erwärmung gegeben hat seit Beginn derartiger Aufzeichnungen vor etwa 40 Jahren.

Die CO2-Zunahme ist nicht unseren CO2-Emissionen geschuldet

Es ist unstrittig, dass der CO2-Gehalt der Luft gegenwärtig zunimmt. Normalerweise wird dies zurückgeführt auf unsere Freisetzung von CO2 in die Atmosphäre, wo ein großer Teil davon verbleibt und sich Jahr für Jahr akkumuliert. Dies ist mehr oder weniger das Standardkonzept von Verschmutzung, was die Alarmisten unablässig hervorheben, aber das ist nichts, was irgendwie mit der CO2-Zunahme verbunden ist.

Was die Alarmisten aber beharrlich verschweigen ist, dass unsere CO2-Emissionen winzig sind im Vergleich zu den natürlich auftretenden Emissionen. Tatsächlich emittieren und absorbieren natürliche Prozesse etwa 25 mal die Menge, die wir emittieren (die tatsächliche Menge wird nicht gemessen). Diesen gewaltige natürliche Fluss von CO2 in die Luft hinein und wieder heraus nennt man den „Kohlenstoff-Fluss“. Er ist Bestandteil der Kohlenstoff-Kreislaufes, welcher alles Leben auf der Erde erst möglich macht.

Der Punkt hier lautet, dass angesichts dieses gewaltigen Kohlenstoff-Flusses ziemlich viel des von uns emittierten CO2 innerhalb nur weniger Jahre wieder verschwindet. Um 25% der CO2 in der Luft wird jedes Jahr durch natürliche Prozesse absorbiert, einschließlich des CO2, das wir in die Atmosphäre einbringen.

Dies bedeutet, dass die CO2-Zunahme in der Luft nicht durch unseren CO2-Ausstoß zustande kommt. Unser CO2 kann die Zunahme bewirken oder auch nicht, aber die Zunahme geht nicht ausschließlich auf uns zurück. Einfach gesagt: die CO2-Zunahme ist nicht unserem CO2 geschuldet.

Unter dem Strich: Immer wenn man in einem Artikel etwas von Wärme einfangender CO2-Verschmutzung liest, weiß man, dass das Humbug ist. Die CO2-Zunahme geht nicht auf menschliche Emissionen zurück und führt nicht zu einer Erwärmung der Atmosphäre.

Link: http://www.cfact.org/2018/03/13/two-co2-climate-change-myths/
Übersetzt von Chris Frey EIKE




Rauer, langer Spätwinter 2018 mit extremen Tempera­turschwan­kungen – warum?

Die gegensätzlichen Großwetterlagen im Spätwinter 2018
Zwischen zwei für diese Jahreszeit extrem kalten Phasen mit jeweils einem „Skandinavien- Hoch“, bei denen Nachts verbreitet zweistellige Minusgrade, an der Monatswende Februar/März teils minus 18 bis minus 20 Grad, auftraten, lag ein sehr mildes zweites Märzwochenende mit Tageshöchsttemperaturen von stellenweise mehr als plus 20 Grad:

Abb. 1a (oben): Extreme Winterkälte mit Nordostströmung am Südrand eines kräftigen Skandinavien- Hochs, unterbrochen von einer fast frühsommerlichen Südlage (Abb. 1b, unten). Ein Wechsel von arktischer zu subtropischer Luft erklärt die enormen Witterungsgegensätze. Bildquelle: Metoffice/UKMO, ergänzte Teilausschnitte.

War das schwindende Arktische Meereis schuld an der späten Kälte?

Wenn es zu markant kälteren Witterungsphasen kommt, behaupten die Verfechter der „CO2- Klimaerwärmung“ gerne, das schwindende Arktische Meereis verändere die Zirkulationsverhältnisse und begünstige winterliche Kältewellen aus Osten. Ein Blick auf die Eisausdehnung im Winter 2017/18 zeigt zwar, dass diese außergewöhnlich gering war, aber auch schon im Dezember und Januar, welche in Deutschland viel zu mild ausfielen:

Abb. 2: Seit Dezember 2017 war die vom Arktischen Meereis bedeckte Fläche (blaue, unterste Linie) ungewöhnlich gering. Allerdings liegen diese satellitengestützten Daten erst seit 1979 vor, so dass man die geringe Eisbedeckung nicht voreilig der vom Menschen verursachten Klimaerwärmung anlasten darf. Denn während der Klimaoptima des Holozäns (Mittelalterliche Warmzeit, Römisches Optimum und dem Höhepunkt unserer Warmzeit vor etwa 7.000 Jahren) gab es mit hoher Wahrscheinlichkeit noch weniger Eis. Andernfalls hätten die Wikinger im Hochmittelalter Grönland gar nicht erreichen und Hannibal vor gut 2.200 Jahren nicht die Alpen überqueren können.


Im Falle eines wesentlichen Einflusses des schwindenden Meereises auf die Deutschland- Temperaturen des Winters oder Spätwinters müsste sich ein positiver Zusammenhang zeigen- bei viel Eis also tendenziell mildere und bei wenig Eis kältere Deutschland- Temperaturen. Im Folgenden ist der tatsächlich nur sehr schwache Zusammenhang für den März gezeigt (für die einzelnen Wintermonate oder den Winter insgesamt kommt man zu ähnlichen Ergebnissen; auch dann, wenn man eine zeitliche Verzögerung von einem bis zu mehreren Monaten berücksichtigt):

Abb. 3: Tendenziell war der März in Deutschland seit 1979 eher milder, wenn das Arktische Meereis eine geringere Ausdehnung hatte. Bei der hohen Streuung ist der gefundene Zusammenhang jedoch nicht signifikant.


Das arktische Meereis kommt als Ursache für die spätwinterlichen Kältewellen also nicht in Betracht
Beeinflusst die Sonnenaktivität die Zirkulationsverhältnisse?
Die Sonnenaktivität beeinflusst Witterung und Klima auf vielfältige Weise, worauf hier aus Zeitgründen nicht näher eingegangen werden soll. Interessierte Leser seien auf Begriffe wie Svensmark- Effekt, Weltraumwetter, Sonnenwind, Solarer Magnetismus oder Forbush- Reduktion hingewiesen. Leider stehen viele dieser solaren Daten erst seit wenigen Jahrzehnten zur Verfügung; für langfristige Untersuchungen existieren nur die Beobachtungen der Sonnenfleckenzahlen, welche die solare Aktivität nur sehr unscharf abbilden, so dass keine engen Zusammenhänge zu erwarten sind. Deshalb wurde in der folgenden Grafik nicht nur der aus den Monaten Februar und März bestehende Spätwinter betrachtet, sondern das gesamte Jahr, weil dadurch mehr Datenmaterial verfügbar ist, was die Sicherheit der Aussagen erhöht. Offenbar treten bei geringerer Sonnenaktivität tendenziell mehr Großwetterlagen mit nördlichem Strömungsanteil in Mitteleuropa auf, was abkühlend wirkt. Beim Zeitraum Februar/März zeigt sich aber ein ähnlicher Zusammenhang; übrigens auch dann, wenn man einen zeitlichen Versatz von einigen Monaten, also ein verzögertes Wirken der Sonnenaktivität, annimmt:

Abb. 4: Der negative Zusammenhang zwischen der Häufigkeit von Tagen mit nördlichem Strömungsanteil und der Sonnenaktivität ist nicht sehr eng, aufgrund des hohen Stichprobenumfangs aber überzufällig und damit signifikant. Bei geringer Sonnenaktivität werden diese kühlend wirkenden Großwetterlagen tendenziell häufiger.


Im Jahr 2017 und auch im Winter 2017/18 nahm die Sonnenaktivität weiter ab:

Abb. 5: Zum Ende des Jahres 2017 waren kaum noch Sonnenflecken zu beobachten; im Monatsmittel weniger als 10 Flecken. Quelle: NOAA.


Bei genauerer Betrachtung der Abbildung 5 fällt der insgesamt schwache Sonnenfleckenzyklus 24 auf (SCHWABE- Zyklus), welcher sein Maximum mit nur knapp über 100 Sonnenflecken im Februar 2014 hatte. Er ist der schwächste seit etwa einhundert Jahren gewesen, und tendenziell nimmt die Sonnenaktivität schon seit Beginn der 1990er Jahre ab, als der 22. Zyklus sein Maximum mit beachtlichen etwa 200 Sonnenflecken im Monatsmittel hatte. Passend dazu zeigt sich eine 30ig- jährige Abkühlung im Spätwinter:

Abb. 6: Negativer Temperaturtrend der Deutschland- Temperaturen im Februar und März seit 30 Jahren. Wegen der enormen Streuung braucht man deswegen nicht gleich den Beginn einer neuen „Kleinen Eiszeit“ zu fürchten- aber berechtigte Zweifel an der Erwärmungswirkung der steigenden CO2- Konzentration sind angebracht. Der 2018er Wert wurde auf 0,4°C geschätzt; selbst wenn er sich noch um einige Zehntelgrad nach oben oder unten ändern sollte, bleibt die Grundaussage dieser Grafik bestehen.


Man darf jedoch nicht nur den Winter oder Spätwinter betrachten. Kritiker werden einwenden, dass die deutschen Temperaturen im Jahresmittel und besonders im Sommer während der vergangenen 30 Jahre noch leicht angestiegen sind- ist also der solare Einfluss doch nur gering?

Abb7: Im Gegensatz zum Winter erwärmten sich die Sommer leicht; im Jahresmittel zeigt sich eine geringfügige Erwärmung. Da keiner der drei hier gezeigten Trends signifikant ist, kann man von einer Temperaturstagnation in Deutschland seit etwa 30 Jahren ausgehen.


Doch hier kommt nun eine Konstellation ins Spiel, welche so seit Beginn der regelmäßigen Temperaturaufzeichnungen (1881) noch nicht auftrat – das Zusammentreffen einer rapide nachlassenden Sonnenaktivität mit einer noch andauernden AMO- Warmphase. Der AMO- Index ist ein Maß für die Wassertemperaturen im zentralen Nordatlantik (AMO = Atlantische Mehrzehnjährige Oszillation). Und diese AMO beeinflusst ebenfalls die Häufigkeitsverhältnisse der Großwetterlagen. In AMO- Warmphasen treten mehr in Mitteleuropa erwärmend wirkende Süd- und Südwestlagen auf; besonders auch im Sommer und Herbst, was bislang noch der Abkühlungswirkung der nachlassenden Sonnenaktivität entgegenwirkt. Im Folgenden seien hier die Verhältnisse für das Jahr gezeigt:

Abb. 8: Besonders am Ende der AMO- Warmphasen, so auch gegenwärtig (grüne Ausgleichskurve) häufen sich in Mitteleuropa die erwärmend wirkenden Südwestlagen (orange). Ein kompletter AMO- Zyklus hat eine ungefähre Länge von etwa 60 bis 80 Jahren, so dass sich nicht genau vorhersagen lässt, wann die aktuelle Warmphase, die etwa 1990 begann, endet; doch lange dürfte sie nicht mehr anhalten.


Diese AMO-Warmphase kompensierte und verschleierte also bislang die solar bedingte Abkühlung in Mitteleuropa; mit ihrem Ende dürfte sich dann aber die Abkühlung vermutlich stärker bemerkbar machen. Der Vollständigkeit halber sei angemerkt, dass bei der Wechselhaftigkeit unserer Witterung auch Zufallsprozesse stets Extremwetterereignisse auslösen können. Verschiedene Wärmeinseleffekte und eine unter anderem infolge der Luftreinhaltemaßnahmen höhere Sonnenscheindauer wirkten außerdem bislang der Abkühlung in Deutschland entgegen.
Fazit: Der kalte Spätwinter 2018 in Deutschland mit enormen Temperaturschwankungen wurde durch die nachlassende Sonnenaktivität bei gleichzeitig noch andauernder AMO-Warmphase zumindest begünstigt. Diese Konstellation dürfte in naher Zukunft in allen Jahreszeiten mehr Extremwetter mit großen Temperatursprüngen auslösen, bevor mit dem zeitlich nicht genau absehbaren Ende der AMO-Warmphase vermutlich eine stärkere Abkühlung einsetzt. Anzeichen für eine mögliche bevorstehende Abkühlungsphase hatten sich bereits mit den enormen Temperaturschwankungen im Herbst 2016 sowie im Winter 2016/17 angedeutet.
Stefan Kämpfe, unabhängiger Natur- und Klimaforscher




Unbequeme Daten: Immer weniger Menschen sterben durch klimabe­zogene Naturka­tastrophen

Immer weniger Menschen sterben durch klimabezogene Naturkatastrophen

Das ist eindeutig das Gegenteil dessen, was man normalerweise hört – hören wir doch oftmals von einer Katastrophe nach der anderen und wie ,viele‘ Ereignisse auftreten. Die Anzahl der Ereignisse, über die berichtet wird, steigt, aber das ist hauptsächlich auf bessere Reportage-Arbeit, niedrigere Schwellenwerte und bessere Zugänglichkeit zurückzuführen. Zum Beispiel gilt für Dänemark, dass die Datenbasis erst im Jahre 1976 Ereignisse aufzeichnet.

Stattdessen betrachte man die Anzahl der Todesfälle pro Jahr, die zu manipulieren viel schwieriger ist. Angesichts des Umstandes, dass diese Zahlen von Jahr zu Jahr erheblich fluktuieren (vor allem in der Vergangenheit bei gewaltigen Dürren und Überschwemmungen in China), werden sie hier als dekadische Mittelwerte gezeigt (1920 bis 1929; 1930 bis 1939 usw. mit 2010 bis 2017 als der letzten Dekade). Die Daten stammen von der angesehensten globalen Datenbasis, der International Disaster Database, http://emdat.be/emdat_db/. Es gibt gewisse Unsicherheiten über die vollständige Erfassung während der ersten Jahrzehnte, weshalb diese Graphik erst im Jahre 1920 ihren Startpunkt hat; aber falls überhaupt etwas bedeutet diese Unsicherheit, dass die Graphik den Rückgang der Todesfälle ,unterschätzt‘.

Man beachte, dass dies ,nicht‘ bedeutet, dass es keine globale Erwärmung gibt oder dass ein Klimasignal eventuell zu weiteren Todesfällen führt. Stattdessen zeigt die Graphik, dass unser gestiegener Wohlstand und unsere besseren Anpassungsfähigkeiten jedweden potentiellen Einfluss des Klimas weit überkompensiert hat, wenn es um die Verletzlichkeit von Menschen bzgl. Klima geht.

Man beachte weiter, dass der Rückgang der absoluten Zahlen der Todesfälle zu einer Zeit erfolgte, während der sich die globale Bevölkerung vervierfacht hat. Das individuelle Risiko, durch klimabezogene Katastrophen ums Leben zu kommen, hat um 98,9% abgenommen. Im vorigen Jahr sind weniger Menschen an klimabezogenen Katastrophen gestorben als zu jedem anderen Zeitpunkt während der letzten drei Jahrzehnte (1986 war ein ähnlich gutes Jahr).

Irgendwie ist es aber überraschend, dass der sehr starke Rückgang der klimabezogenen Todesfälle während der letzten 70 Jahre einherging mit einer kaum zurückgehenden Anzahl von Todesfällen durch andere Ursachen. Das solle einmal näher untersucht werden.


Quelle: The International Disaster Database, http://emdat.be/emdat_db/
Link: https://wattsupwiththat.com/2018/03/14/inconvenient-data-fewer-and-fewer-people-die-from-climate-related-natural-disasters/




Übersicht über die Widerle­gungen der alarmistischen Behaup­tungen

[Anmerkungen des Übersetzers: In US-Einheiten angegebene Größen werden hier umgerechnet genannt. Außerdem werden einige Abschnitte stark verkürzt. – Die Angaben hier beziehen sich zwar weitgehend auf die USA, doch gilt Ähnliches wohl für alle Gebiete der Welt.]

Behauptung: Hitzewellen nehmen in alarmierendem Ausmaß zu, und Hitze tötet

Widerlegung zusammengefasst:

Es gab keine erkennbare langfristige Zunahme von Hitzewellen, weder in den USA noch sonst wo auf der Welt. Die höchsten Temperaturen jemals sind vor langer Zeit eingetreten, lange bevor die Menschheit in großem Umfang fossile Treibstoffe verbrauchte. In 38 US-Staaten traten die höchsten Temperaturwerte jemals vor dem Jahr 1960 auf, in 23 sogar schon in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts! Hier in den USA hat die Anzahl von Tagen mit Temperaturwerten über 38°C, 35°C und 32°C pro Jahr stetig seit den dreißiger Jahren abgenommen. Der Heat Wave Index der EPA weist die dreißiger Jahre als das heißeste Jahrzehnt aus. Während seiner Zeit bei der NASA sagte James Hansen im Jahre 1999 über den Temperaturverlauf in den USA: „Das wärmste Jahrzehnt waren die dreißiger Jahre, und das wärmste Jahr war 1934“. Als die NASA hinsichtlich der Abnahme der Hitzerekorde in den USA befragt wurde, lautete die Antwort, dass die USA nur 2% der Erdoberfläche ausmachen. Allerdings traten Allzeit-Hitzerekrode auf allen 8 Kontinenten durchweg vor dem Jahr 1980 auf.

Während die Medien eine umfangreiche Berichterstattung selbst über kleinere Hitzewellen pflegen, um das Narrativ der vom Menschen verursachten globalen Erwärmung zu stützen, neigen sie interessanterweise dazu, tödliche Kältewellen vollständig zu ignorieren. Aber es ist eine erwiesene Tatsache, dass Kälte weltweit etwa 20 mal mehr Menschen sterben lässt als Hitze. Dokumentiert wird dieser Umstand in der „Excess Winter Mortality“, woraus hervorgeht, dass die Anzahl von Todesfällen während der vier kältesten Wintermonate viel höher ist als während der anderen 8 Monate des Jahres. Die Todesrate in den USA im Januar und Februar ist um 1000 Todesfälle pro Tag größer als im Juli und August. Es ist eindeutig: Es gibt kein Problem zunehmender Hitzewellen infolge des Klimawandels.

Detaillierte Widerlegung und Autoren: EF_RRT_AC – Heat Waves

Behauptung: Globale Erwärmung verursacht mehr und stärkere Hurrikane

Widerlegung zusammengefasst:

Es gab in globalem Maßstab keinen erkennbaren langfristigen Trend hinsichtlich Anzahl und Stärke der Hurrikan-Aktivität. Die Aktivität variiert von Jahr zu Jahr sowie über multidekadische Zeiträume, über Ozeanzyklen einschließlich El Nino/La Nina hinweg, über multidekadische Zyklen im Pazifik (PDO) und Atlantik (AMO). Einige Gebiete sind anfälliger dafür als andere. Der Trend zu diesen Stürmen, die auf das US-Festland übertreten, verläuft flach und sogar fallend seit den fünfziger Jahren. Vor der in den USA aktiven Hurrikan-Saison des Jahres 2017 gab es 4324 Tage (also fast 12 Jahre) vollständig ohne einen solchen Übertritt, das ist der längste Zeitraum seit den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts. Harvey war der erste auf das Festland übertretende Hurrikan seit 2008 und der erste Hurrikan der Stärke 4 seit dem Hurrikan Carla im Jahre 1961. Der Trend in Texas sowohl für Hurrikane als auch für starke Hurrikane ist fallend. Texas ist ein Gebiet, in welchem tropische Stürme oftmals über Tage toben, und Schauplatz der 6 stärksten tropischen Regen-Ereignisse in den USA war Texas. Der Regen im Zuge von Harvey war damit vergleichbar. Die inoffizielle Regenmenge insgesamt bei dem Hurrikan Claudette im Jahre 1979 war höher als bei Harvey. … Es gab seit mindestens dem Jahr 1900 keinen Trend der Intensität von Hurrikanen oder der Anzahl derselben, die auf das Festland übergetreten waren.

Detailed Rebuttal and Authors: EF_RRT_AC – Hurricanes

Behauptung: Globale Erwärmung bringt mehr und stärkere Tornados mit sich

Widerlegung zusammengefasst [und gekürzt]:

Tornados weigern sich, den Prophezeiungen bzgl. „globale Erwärmung“ zu folgen. Seit den fünfziger Jahren wird eine sinkende Häufigkeit starker Tornados registriert. Von 2012 bis 2016 lag die Anzahl durchweg unter dem Mittelwert und war in einigen Jahren sogar rekordverdächtig niedrig. 2017 näherte sich die Anzahl des Auftretens dem Mittelwert. … Durch geschulte „Tornado-Jäger“ und verbesserte Beobachtungsverfahren sowie den Austausch in sozialen Netzwerken hat die Anzahl beobachteter schwacher Tornados stark zugenommen, aber auch damit war der Trend für starke Tornados (Stärke 3 und mehr; Skala reicht bis Stärke 5) flach oder fallend.

Detailed Rebuttal and Authors: EF_RRT_CA – Tornadoes

Behauptung: Durch globale Erwärmung nimmt Häufigkeit und Stärke von Dürren und Überschwemmungen zu

Wiederlegung zusammengefasst:

Unser Verbrauch fossiler Treibstoffe zur Energieversorgung unserer Zivilisation verursacht keine Dürren oder Überschwemmungen. Die NOAA kam zu dem Ergebnis, dass es keine Belege gibt, dass Dürren und Überschwemmungen infolge des Klimawandels zunehmen. Anzahl, Dauer und Stärke dieser Ereignisse nehmen mitunter einige Jahre lang in einigen Gebieten dramatisch zu, doch stellt sich bald der Normalzustand wieder ein. Dies ist einfach der seit Langem bekannten konstanten Variation des Wetters geschuldet als Folge einer Konfluenz natürlicher Faktoren. In einer Anhörung vor dem Kongress sagte Prof. Roger Pielke Jr., dass zumindest in den USA Dürren im vorigen Jahrhundert kürzer, seltener und in immer weniger Gebieten der USA aufgetreten waren. „Katastrophen kann es immer geben. Aber man sollte auch verstehen, dass langzeitliche Trends auf Daten basieren müssen, nicht auf Hype“.

Detailed Rebuttal and Authors: EF_RRT_AC – Droughts and Floods

Behauptung: Globale Erwärmung führt zu mehr Wald- und Buschbränden

Widerlegung zusammengefasst [und gekürzt]:

Fast in jedem Jahr jeweils im Sommer und Herbst sind Wald- und Buschbrände in den Nachrichten. Das National Interagency Fire Center NIFC hat die Anzahl der Brände und die verbrannten Flächen seit 1985 aufgezeichnet. Diese Daten zeigen einen leicht abnehmenden Trend der Brände, wohingegen die verbrannte Fläche zunächst zugenommen hatte, bevor der Flächenfraß während der letzten 20 Jahre ein konstantes Niveau erreichte. … Das Jahr 2017 war ein aktives Brandjahr, aber längst noch kein Rekord. … Beachten muss man bei einer solchen Statistik, dass sich die Bevölkerung in Kalifornien von 1930 bis 2017 versiebenfacht hat. Damit liegen nicht nur mehr Häuser einem Feuer im Weg, sondern es gibt auch mehr Brände. In historischen Zeiten war die Brandursache häufig Lagerfeuer und Blitze, heute sind die Ursache häufig Fernleitungen, welche Bäume berühren und in Brand setzen. Diese haben mit steigender Bevölkerung zugenommen, so dass die meisten Schäden durch Brände in Kalifornien auf die stark gestiegene Bevölkerung zurückzuführen sind und nicht auf globale Erwärmung. Für gestiegene Schäden ist auch ein schlechtes Forst-Management der Regierung verantwortlich.

Detailed Rebuttal and Authors: EF_RRT_AC – Wildfires

Behauptung: Durch globale Erwärmung verschwindet der Schnee

Widerlegung zusammengefasst:

Diese Behauptung wird seit Jahrzehnten wiederholt, dabei zeigt die Natur sehr den entgegen gesetzten Trend mit beispiellosen Starkschneefällen sogar in großen Städten an den Küsten. Es scheint, als ob die Natur jedes Mal, wenn diese Behauptung wiederholt wird, das Gegenteil besonders betont. Daraufhin haben Alarmisten die Erwärmung mit stärkeren Schneefällen in Verbindung gebracht infolge der größeren Feuchtigkeitsmengen in wärmerer Luft. Aber die Schnee-Ereignisse der letzten Jahre ereigneten sich in kälteren Wintern mit einem höheren Wasser-Äquivalent in kalter Arktikluft. Die Schneebedeckung auf der Nordhemisphäre hat in Nordamerika und Eurasien im Herbst und Winter zugenommen, im Frühjahr aber abgenommen. Wie jedoch die NOAA anmerkt, könnte die Änderung der Schneehöhen-Messverfahren zur Jahrtausendwende die Unterschiede zumindest teilweise erklären.

Behauptung: globale Erwärmung lässt den Meeresspiegel steigen, was sowohl Satellitenbeobachtungen als auch Tidenmessungen zeigen.

Diese Behauptung ist nachweislich falsch. Hierzu sind in letzter Zeit viele Beiträge auf der Website des EIKE erschienen. Der Inhalt der folgenden Zusammenfassung im Original deckt sich mit diesen, weshalb hier auf eine Übersetzung verzichtet wird. Anm. d. Übers.

Detailed Rebuttal and Authors: EF_RRT_CA – Sea Level

Behauptung: Eisverluste in der Arktis, der Antarktis und von Grönland beschleunigen sich infolge globaler Erwärmung.

Widerlegung zusammengefasst:

Satelliten- und Bodenmessungen der Luft- und Wassertemperatur zeigen, dass sich sowohl der Ostantarktische als auch der Westantarktische Eisschild abkühlen und nicht erwärmen, und dass sich glaziales Eis ausdehnt anstatt abzuschmelzen. Satelliten- und Bodentemperatur-Messungen des südlichen Polargebietes zeigen seit 37 Jahren keine Erwärmung. Die Zunahme der antarktischen Eisschilde bedeutet, dass der Meeresspiegel nicht aufgrund schmelzenden Eises steigt und dass die Rate des Anstiegs tatsächlich verlangsamt wird. Antarktische Temperaturmessungen via Satellit zeigen seit 1979 Abkühlung mit einer Rate von 0,02°C pro Jahrzehnt. Der Südliche Ozean rund um die Antarktis ist seit 2006 deutlich kälter geworden. Das Meereis um die Antarktis wächst und erreicht neue Rekordwerte hinsichtlich der Ausdehnung. Temperaturmessungen auf der Antarktischen Halbinsel zeigen, dass sich diese seit dem Jahr 2000 stark abgekühlt hat.

Die Arktis umfasst die Gebiete Arktischer Ozean, Grönland, Island und Teile von Sibirien und dem nördlichen Alaska. Wegen des vollständigen Fehlens von Landmassen im Arktischen Ozean gibt es dort keine Gletscher, welche sich nur auf Land bilden können. Folglich gibt es in der Arktis nur schwimmendes Meereis. Nur auf Grönland, Island, dem nördlichen Alaska und in Nordsibirien gibt es Gletscher. Temperaturaufzeichnungen in der Arktis zeigen, dass es dort während der zwanziger und dreißiger Jahre wärmer war als im Jahr 2000. Aufzeichnungen historischer Fluktuationen des arktischen Meereises reichen nur bis zu den ersten Satellitenbildern im Jahre 1979 zurück. Dies fiel zufällig zusammen mit dem Ende der globalen Kaltphase von 1945 bis 1977 und der maximalen Ausdehnung des arktischen Meereises. Während der Warmzeit von 1978 bis vor Kurzem hat die Ausdehnung des Meereises abgenommen, um jedoch während der letzten paar Jahre wieder zuzunehmen. Auch der Grönländische Eisschild hat während der letzten Jahre zugelegt.

Behauptung: Steigende atmosphärische CO2-Konzentrationen verursachen Ozean-Versauerung, welche des maritime Leben katastrophal schädigt

Widerlegung zusammengefasst (und gekürzt):

Mit der Zunahme der CO2-Konzentration als Folge anthropogener CO2-Emissionen wird erwartet, dass sich immer mehr CO2 in den Oberflächengewässern der Ozeane löst. Dadurch wird eine Abnahme des pH-Wertes um 0,3 bis 0,7 Einheiten in den Ozeanen bis zum Jahr 2300 projiziert. Eine potentielle pH-Reduktion dieser Größenordnung hat Bedenken ausgelöst und zu Prophezeiungen geführt, denen zufolge das maritime Leben schwer geschädigt wird – mit der Gefahr des Aussterbens einzelner Spezies. Diese Hypothese der Ozean-Versauerung hat während der letzten Jahre enormen Auftrieb erfahren, weil es eine zweite unabhängige Ausrede dafür bietet, Emissionen aus fossilen Treibstoffen zu regulieren nach der traditionellen Hypothese der globalen Erwärmung. …

Betrachtet man jedoch das Leben selbst, stellt sich die Ozean-Versauerung oftmals als ein Nicht-Problem oder sogar als Vorteil heraus. In dieser Hinsicht haben zahlreiche wissenschaftliche Studien gezeigt, dass die Widerstandsfähigkeit vieler maritimer Pflanzen- und Tierspezies gegenüber Ozean-Versauerung viel größer als gedacht ist – wenn man entsprechende Experimente angemessen unter realistischen experimentellen Bedingungen durchführt.

Detailed Rebuttal and Author: EF_RRT_CA – Ocean pH

Behauptung: Die Kohlenstoff-Verschmutzung ist eine Gesundheitsgefahr

Widerlegung zusammengefasst:

Der Terminus „Kohlenstoff-Verschmutzung ist ein vorsätzlich mehrdeutiger, hinterlistiger Terminus – erdacht, um die Bevölkerung glauben zu machen, dass Kohlendioxid eine Verschmutzung ist. Er wird von Umweltaktivisten herangezogen, um die Umwelt-Auswirkungen von CO2-Emissionen mit den Emissionen unerwünschter Abfallstoffe der Verbrennung durcheinander zu bringen. Die Verbrennung fossiler Treibstoffe konvertiert den Kohlenstoff in Kohlendioxid CO2, welches Pflanzenfutter und unabdingbar ist für alles Leben auf der Erde [siehe auch hier! Anm. d. Übers.]. Weil die Verbrennung dieser Treibstoffe niemals zu 100% effizient ist, wird dabei in Spuren auch nicht verbrannter Kohlenstoff freigesetzt in Gestalt feiner Partikel (Ruß), Kohlenwasserstoff-Gase und Kohlenmonoxid, neben weiteren Spurenstoffen. In den USA sind für alle mobilen und stationären Standorten industrieller Verbrennung Emissions-Kontrollsysteme vorgeschrieben. Durch diese werden Partikel und gasförmige Verschmutzer herausgefiltert, so dass die Emissionen den von der EPA festgesetzten Standards genügen. Die anfallenden Konzentrationen von Luftverschmutzung haben seit Jahrzehnten abgenommen und werden in absehbarer Zukunft noch weiter abnehmen.

Detailed Rebuttal and Authors: EF_RRT_AC – Health

Schlussfolgerung:

Die gut dokumentierte Nichtigkeit der „drei Beweislinien“, auf welche die Zuordnung der globalen Erwärmung zu anthropogenen CO2-Emissionen beruht, zerschlägt die Kausalkette zwischen derartigen Emissionen und der globalen Erwärmung (siehe hier und hier).

Dies wiederum zerschlägt die Kausalkette zwischen CO2-Emissionen und den vermeintlichen Schadensauswirkungen der globalen Erwärmung, als da wären der Verlust arktischen Eises, steigender Meeresspiegel sowie Zunahme von Hitzewellen, Überschwemmungen, Dürren, Hurrikanen, Tornados usw. Diese vermeintlichen Folgen werden permanent angeführt, um den Alarm zu schüren und Forderungen nach strengeren CO2-Vorschriften Nachdruck zu verleihen. Die EPA stützt sich explizit auf die Zunahme derartiger Ereignisse, um das Endangerment Finding zu rechtfertigen. Aber wie oben gezeigt, gibt es keinerlei Belege für derartige Behauptungen, dafür aber massenhaft Beweise, welche diese Behauptungen widerlegen. Die enormen Kosten und die fast unbegrenzte Macht der Regierung bzgl. des Erlasses von Vorschriften hinsichtlich Treibhausgase und CO2-Emissionen können nicht per Gesetz auf einer Sammlung von Schauermärchen beruhen, welche immer wieder durch empirische reale Daten ad absurdum geführt werden. Die legalen Kriterien zu einem Überdenken des Endangerment Finding sind in diesem Falle eindeutig vorhanden. Die wissenschaftliche Grundlage davon wurde invalide gemacht. Die Armada schrecklicher Kalamitäten, welche das Endangerment Finding prophezeit und welche durch eine umfangreiche Palette von Vorschriften verhindert werden soll, ist durch empirische Daten umfassend und überzeugend widerlegt worden. Die Petition für ein Überdenken sollte belohnt werden.

Link: https://thsresearch.files.wordpress.com/2018/02/ef-cpp-alarmist-claim-rebuttal-overview-021118.pdf
Übersetzt von Chris Frey EIKE