Königspinguine sind die Eisbären der Antarktis

Ob die Königspinguine den durch den Klimawandel erzwungenen Umzug schaffen, ist fraglich

Wieder ist eine Tierart vom Aussterben bedroht. Eine aktuelle Studie [7] hat es ermittelt und der Welt mitgeteilt. Wie üblich, wurde die Meldung von praktisch allen deutschen Medien (und welchen im nahegelegenen Ausland) sofort übernommen:
Wildtiere CH, 1. März 2018: Klimaerwärmung 70 Prozent der Königspinguine bedroht
Die Klimaerwärmung bedroht rund 70 Prozent der Königspinguin-Bestände. Sollten die Treibhausgas-Emissionen nicht zurückgehen, müssten rund 1,1 Millionen Brutpaare ihre Brutplätze verlassen oder würden verschwinden.
WELT, 27.02.2018: [10] Den Königspinguinen wird es zu warm zum Brüten
Jahrtausendelang war für Königspinguine klar: Die antarktische Polarfront serviert ihnen den Fisch dort, wo sie ihn brauchen. Der Klimawandel ändert auch für die Frackträger alles. Ob sie einen Umzug schaffen, ist fraglich. Der Klimawandel bedroht mehr als 70 Prozent der Kolonien der Königspinguine … Die Tiere müssen demnach in südlichere und damit kältere Gebiete umziehen … Es werde sicherlich Verluste geben, weitreichende Schutzmaßnahmen seien nötig.
Dabei ist die Überschrift der Meldungen nicht ganz richtig. Nicht den Pinguinen wird es zu warm zum Brüten. Sie vertragen dabei mehr Wärme, aber der nahrungsreiche Kaltwassergürtel um die Brutinseln verlagert sich aufgrund der Meereserwärmung wohl Richtung Süden, so dass die Pinguine zur Nahrungssuche weiter schwimmen müssen.

Bild 1 Antarktis mit der antarktischen Konvergenzzone (blaue Linie). Vom Autor eingezeichnet die Brutinseln der Königspinguine. Bildquelle: WIKIPEDIA

Das Umweltbundesamt weiß noch mehr darüber zu berichten

Umweltbundesamt 25.04.2015: [13] Am 25. April ist Weltpinguintag
Was der Eisbär für den Nordpol ist, ist der Pinguin für den Südpol … Eisbären und Pinguine haben – abgesehen von ihrem kalten Lebensraum – eine weitere Gemeinsamkeit: Sie sind durch den Klimawandel bedroht. Mehrere Forschungsergebnisse deuten auf zum Teil dramatische Einbußen bei Pinguinbeständen hin. Schuld ist der klimabedingte Rückgang des Meereises, der wiederum zu geringeren Krillbeständen geführt hat.

Früher haben die Pinguine solche Veränderungen überlebt, doch wegen des Klimawandels …

Immer interessant ist, wie nach einer anscheinend eindeutigen Überschrift die Einflussfaktoren innerhalb der Artikel jongliert werden. Im Artikel ist die Verlagerung des Kaltwasserstromes nicht mehr das Hauptproblem, sondern die beginnende Überfischung dieser Zone und die Überpopulation der Antarktis durch andere Pinguinarten, welche wohl vom Klimawandel besonders stark profitieren.
WELT 27.02.2018: [10] … Über Jahrtausende habe sich der Königspinguin auf die antarktische Polarfront verlassen können, schreiben die Forscher. Das ist ein Strömungssystem, das Wassermassen aus der Tiefe an die Oberfläche transportiert und für große Fischvorkommen in einem relativ kleinen Gebiet sorgt. Wegen des Klimawandels verlagere sich diese Polarfront aber nach Süden und entferne sich von den Crozetinseln, den Kerguelen und der Marion-Insel, auf denen die Pinguine wohnen.
... Forschungen hätten ergeben, dass die Königspinguine schon in der Vergangenheit Klimaveränderungen überlebt hätten, zuletzt vor rund 20.000 Jahren. „Die Königspinguine sind sehr gut darin, neue sichere Brutstätten zu finden, wenn es für ihre bisherigen Kolonien schlecht aussieht“ … Nun seien es erstmals menschliche Einflüsse, die zu besonders schnellen und möglicherweise unumkehrbaren Veränderungen auf der Erde führten. Obendrein habe der Fischfang im Südpolarmeer stark zugenommen, was die Nahrungssuche der Pinguine zusätzlich erschwere. Bei der Suche nach neuen Brutstätten und Nahrungsquellen konkurrierten die Königspinguine nicht nur mit Fischern, sondern auch mit anderen Pinguinarten wie Zügelpinguin, Eselspinguin oder Adeliepinguin.

Die Spezies gilt als nicht gefährdet, außer durch Überfischung

Nachschau zeigt, dass die Königspinguine nirgendwo offiziell als gefährdet gelten. Eigentlich alle Quellen berichten von positiven Bestandsentwicklungen. Der ominöse Klimawandel scheint ihnen wenig zuzusetzen, sogar neue Brutgebiete werden von ihnen „erobert“. Die Angaben zum Bestand differieren allerdings gewaltig:
[5] RED LIST: Aptenodytes patagonicus English- King Penguin
Justification: This species has an extremely large range, and hence does not approach the thresholds for Vulnerable under the range size criterion. The population has begun to stabilize over the past decade, and the global population is estimated at 1.6 million annual breeding pairs (range 1,584,320–1,728,320) (Bost et al. 2013).
Current Population Trend: Increasing
VdZ: Königspinguin
Mit einem geschätzten Weltbestand von 2 Millionen Individuen ist der Königspinguin keine gefährdete Tierart (Rote Liste: LEAST CONCERN). … Verbreitung: Brutgebiete in der Subantarktischen Region, namentlich in Südargentinien und Südchile, den Falklandinseln … Die Vögel wandern von der Antarktis bis nach Australien und Neuseeland, Südafrika, St. Helena, Uruguay und Brasilien …
WIKIPEDIA: Bestand
… Der Bestand in der Subantarktis wurde 2004 auf rund drei Millionen Königspinguine geschätzt. Der Bestand gilt mittlerweile als stabil. Die Bestände haben in den letzten Jahren in allen Brutkolonien zugenommen, nachdem es während des 19. und 20. Jahrhundert aufgrund der Seehundjagd und dem Abschlachten der erwachsenen Tiere zur Ölgewinnung aus der reichen Fettschicht zu deutlichen Bestandsrückgängen kam … Auf der Macquarie-Insel nahm die Zahl der in einer Brutkolonie gezählten Küken zwischen 1930 und 1980 sogar um das 78-fache zu. Königspinguine gelten derzeit als nicht gefährdet, allerdings besteht in Südgeorgien die Möglichkeit, dass sich die dortige Fischerei ungünstig auf das verfügbare Nahrungsangebot auswirken könnte.
Pinguinwissen: Pinguine und Klimawandel
Durch unsere Fischindustrie sind in manchen Regionen die Sardellen (Schwarmfische) stark zurückgegangen. Die modernsten Fangtechniken sind viel effizienter und fangen eine viel größere Menge an Fisch, sodass den Pinguinen, aber auch vielen anderen Meerestieren wie Robben und Pelikane, nichts mehr übrig bleibt. Diese Überfischung ist der Grund dafür, dass schon sehr viele Meerestiere verhungern mussten.
Oft verfangen sich Pinguine auch in den Fischernetzen, was dazu führt, dass sie leichter von Feinden gefressen werden, sich verletzen oder sogar ertrinken.
An den Küsten der Antarktis wird es immer wärmer …
Für die Königspinguine seien die ganzen klimatischen Veränderungen und ihre Folgen kein Problem, weil sie schon an wärmeres Wasser gewöhnt seien und auf festem Land brüten. Ihr Bestand sei die letzten Jahre sogar gestiegen.
Far South Expedition: [8] King Penguins of Tierra del Fuego

Bild 1.1 [8] Darstellung der Flexibilität der Königspinguine bei der Brutplatzsuche

Wo sich nichts finden lässt, finden sich bestimmt Korrelationen …

Um über etwas zu forschen, was nicht vom Klimawandel akut bedroht ist, bekommt man bestimmt sehr schwer Forschungsmittel. Also muss sich eine Bedrohung finden. Diese begann schon vor zehn Jahren:
Céline Le Bohec at al. 2007: [4] King penguin population threatened by Southern Ocean warming
… Seabirds are sensitive indicators of changes in marine ecosystems and might integrate and/or amplify the effects of climate forcing on lower levels in food chains … We show that warm events negatively affect both breeding success and adult survival of this seabird. However, the observed effect is complex because it affects penguins at several spatio/temporal levels.
Auf Basis einer 9-jährigen Beobachtungszeit gelang es damals, ganz genau den Einflussfaktor der Temperatur auf die Königpinguin-Überlebensrate zu ermitteln:
[4] … The derived population dynamic model suggests a 9% decline in adult survival for a 0.26°C warming. Our findings suggest that king penguin populations are at heavy extinction risk under the current global warming predictions …
Ins Grübeln bringt einen dabei nur, dass sich das antarktische Meerwasser im Beobachtungszeitrum der Studie abgekühlt hat:
kaltesonne 9. Mai 2015: Keine Erwärmung in der Antarktis. Südlicher Ozean kühlt sich ab
Bob Tisdale hat die Temperaturkurve auf Basis der KNMI Climate Explorer-Daten zusammengestellt:
Wiederum keine Erwärmung. Im Gegenteil, der Südliche Ozean hat sich während der letzten 35 Jahre sogar abgekühlt. Marshall et al. bestätigten im Juni 2014 den Abkühlungstrend in einem
Paper in den Philosphical Transactions A

Bild 2 Relativer Verlauf der antarktischen Meerestemperatur seit 1980

… Welche für die Pinguine allerdings auch sehr positiv sein können

Die aktuelle Studie legte nun zum Pinguin-Alarm nach [7] [6]. Mit fünf Seiten ist sie recht kurz und leider bezahlpflichtig. Beim „Hineinsehen“ in das, was man darüber ohne Bezahlung erfahren darf, meint man aber zu erkennen, dass es im Wesentlichen die Wiederholung und Weiterführung zweier Studien aus dem Jahr 2014 [1] und 2016 [11] ist. Und diese sind nicht bezahlpflichtig.
Die erste Studie: Trucchi at al. 2014: [1]
King penguin demography since the last glaciation inferred from genome-wide date …,
ermittelte auf Basis einer umfangreichen Analyse den folgenden Zusammenhang zwischen antarktischer Temperatur-Anomalie und Populationsgröße:

Bild 3 [1] Populationsentwicklung der Kaiserpinguine (rote Linie)

Im Bild ist schön zu sehen, wie die zunehmende Erwärmung seit dem Ende der letzten Eiszeit vor ca. 20.000 Jahren die Population der Königspinguine auf das 100fache explodieren ließ.

Doch simuliert man dann weiter in die Zukunft, sieht diese düster aus

Die zweite Studie zwei Jahre später ermittelte einen ähnlichen – positiven – Zusammenhang:
Robin Cristofari at al. 2.2016: [11]
Climate-driven range shifts in fragmented ecosystems

Bild 4 [11] Rekonstruktion Königspinguine Populationsentwicklung und relative Temperatur seit 150.000 Jahren

Der große Unterschied zwischen dieser und der vorhergehenden Studie besteht nun darin, dass zusätzlich die Verlagerung des nährstoffreichen Kaltwassergürtels simuliert wird (Bild 5). In den Simulationen entfernt sich dieser dann immer weiter von den Brutinseln weg. Als Folge müssen die Pinguine immer weiter bis zur Nahrung schwimmen, was sie hungern lässt und laut den Studienautoren ein „Aussterben“ einleitet. Früher wusste man dies nicht so genau – und es fehlten die Zukunftssimulationen -, so dass dieses Problem erst jetzt in seiner vollen Tragweite erkannt ist..
[11] …
As a continuously growing number of species are reduced in anthropogenically fragmented landscapes47, our integrative method can be extended to all those cases where habitat fragmentation increases the risk of divergent trends in the different portions of a species’ niche, while reducing corridors that may allow continuous niche tracking. By forcing species to undergo tipping point range shifts, habitat fragmentation has the double effect of aggravating the impact of environmental change, but largely masking it, placing populations in a situation of climatic debt well before the critical threshold is reached. Using our approach, we were able to readily identify the most vulnerable areas and to predict the location of potential refugia for a cold-adapted species in a fragmented and rapidly changing environment.
Bild 5 zeigt dazu einen Ausschnitt der Simulationsergebnisse und Bild 6 die Auswirkungen auf die Population im Jahr 2100.

Bild 5 (Bildauszug) Simulation des Klimawandel-Einflusses auf die Population der Brutgebiete. [11]

Extended Data Figure 2. Foraging distance from single models. Projected distance between 10 (eight are currently occupied and two are currently empty but potentially suitable colony locations) subantarctic archipelagos and the Antarctic Polar Front in February estimated from 15 global coupled ocean-atmosphere general circulation models taken separately (from Coupled Model Intercomparison Project, Phase 5 – CMIP5), over the 21st century, under three different greenhouse gas concentration trajectories: Representative Concentration Pathways +2.6 Watt/m2 (RCP-2.6: green), +4.5 Watt/m2 (RCP-4.5: orange), and +8.5 Watt/m2 (RCP-8.5: red). Dashed line represents the 700-km limit. Yearly projection (first column of panels); density distribution per RCP scenario, at three different time steps (2nd-4th column of panels).

Bild 6 (Bildauszug) Anzahl Klimamodelle mit Vorhersage von teils fast totalem Populationsverlust zum Jahr 2100, abhängig vom RCP-Scenario. [11]

Extended Data Figure 3. Proportion of models predicting extinction of King penguin colonies. Proportion of the 15 global coupled ocean-atmosphere general circulation models predicting a February foraging distance > 700 km for 20% of the decade, at three different time points. Three different greenhouse gas concentration trajectories are shown: Representative Concentration Pathways +2.6 Watt/m2 (RCP-2.6: green), +4.5 Watt/m2 (RCP-4.5: orange), and +8.5 Watt/m2 (RCP-8.5: red).
Grob übersetzt: Anteil der Modelle, die ein Aussterben von Königspinguinkolonien vorhersagen. Anteil der 15 globalen, gekoppelten Ozean-Atmosphäre-Zirkulationsmodelle, die für 20% des Jahrzehnts eine Futtersuchdistanz von> 700 km im Februar zu drei verschiedenen Zeitpunkten vorhersagen. Drei verschiedene Treibhausgas-Konzentrations-Trajektorien werden gezeigt: +2,6 Watt / m2 (RCP-2.6: grün), +4,5 Watt / m2 (RCP-4.5: orange) und +8.5 Watt / m2 (RCP-8.5: rot ).

Was passiert, wenn man anstelle von Simulationen den Verstand einschaltet

Pressemitteilungen zu (Klima-)wissenschaftlichen Studien haben heutzutage oft den Charakter von Bildzeitungs-Überschriften.
Uni Wien Pressemitteilung: [7] More than 70 percent of the global King penguin population, currently forming colonies in Crozet, Kerguelen and Marion sub-Antarctic islands, may be nothing more than a memory in a matter of decades, as global warming will soon force the birds to move south, or disappear. This is the conclusion of a study
Nichts an der bisherigen oder vergangenen Populationsentwicklung bestätigt die Folgerungen der Studie für das Jahr 2100. Schaltet man den Computer aus und den Verstand ein, kommt man auf die Idee, die Vergangenheit in die Zukunft zu projizieren. Das lässt sich mit den Populations-Verlaufsdaten der Bilder 3 und 4 orientierend leicht durchführen. Bild 7 zeigt das Ergebnis.

Bild 7 Königspinguin, relative-Populationsentwicklung (Rot: Bild 3; Ocker: Bild 4) über den Temperatur-Verlauf der letzten beiden Eiszeiten kopiert. Anmerkung: Der rot gepunktete Verlauf entspricht dem durchgehenden, wurde aber vom Autor dazu kopiert. Er ist nicht in der Studie [1] enthalten. Grafik vom Autor erstellt

Wärme auf die Population dieser Pinguine ist nicht mehr vorstellbar. Warum nun vielleicht ein Grad Temperatur mehr zu deren fast-Aussterben führen soll, weiß wohl nur ein Computer und wer diesen programmiert hat. Anhand von Bild 7 würde man eher vermuten, dass noch etwas mehr Wärme zu noch mehr Population führen würde, deren Begrenzung dann nicht ein Klimawandel, sondern ganz einfach die Überpopulation mit mangelndem Platzangebot und dadurch beginnende Krankheiten bilden könnte.
Und natürlich kommt heutzutage der Nahrungskonkurrent Mensch dazu. Um diesen „loszuwerden“, nutzt die teure Vermeidung von CO2, wie es die Studienautoren suggerieren, jedoch bestimmt nichts:
[11] … placing populations in a situation of climatic debt well before the critical threshold is reached.

Parallelen

Wieder stellt sich die Frage, ob eine 9-jährige Beobachtungszeit von Populationsentwicklungen einzelner Brutkolonien [4] wirklich ausreicht, das Ergebnis solcher Langzeit-Plausibilitätsbetrachtungen und aktuelle Bestandsbesichtigungen zu ersetzen, mehr noch: Zu verwerfen.
Verdächtig erinnert die ganze Geschichte an die regelmäßigen „Expertenerkenntnisse“ über die Eisbären [14], welche ebenfalls meistens mit viel Getöse publiziert werden:
EIKE 4.03.2016: Der Eisbär vermehrt sich stetig – aber sein Aussterben simulieren darf man doch (T2)

Nicht nur die Königspinguine sind vom „Simulationstod“ betroffen

Das sind auch die Kaiserpinguine …

Anbei Beispiele, wie extrem ungenau die Populationszahlen sind, auf die hin in der Klimawandel-Pseudowissenschaft Überleben oder Aussterben kalibriert und anschließend simuliert wird.
kaltesonne 2014: [2]
Spiegel Online brachte am 30. Juni 2014 eine fragwürdige Tierstory vom Südpol (Fettsetzung im Text ergänzt):
Erderwärmung: Lebensraum der Kaiserpinguine ist bedroht
Er gilt als eine Ikone der Antarktis: der bis zu 1,20 Meter große Kaiserpinguin. Doch seine Zukunft ist ungewiss. Der Klimawandel verändert seinen Lebensraum, die Packeisgrenze der antarktischen Zone.
Bis zum Jahr 2100 wird die derzeit 600.000 Individuen umfassende Population der Kaiserpinguine um mindestens ein Fünftel reduziert. “Das sind keine guten Neuigkeiten für den Kaiserpinguin”, sagte Hal Caswell von der amerikanischen Woods Hole Oceanographic Institution, Co-Autor der Studie in der Zeitschrift “Nature Climate Change”. Der Grund für die Veränderung ist die Erderwärmung. Sie macht die Eisschicht instabil. Wird es im Frühjahr wärmer, können Wellen die Eisdecke aufbrechen und Pinguinkolonien spalten. In der Studie fordern die Forscher deshalb, den Kaiserpinguin als gefährdet einzustufen. Nur so könne der Bestand vor weiteren Bedrohungen durch Tourismus und Fischfangindustrie geschützt werden. Doch dieses Ziel durchzusetzen, wird nicht einfach sein. Denn zunächst geht der Trend in die entgegengesetzte Richtung: Bis 2050, erwarten die Forscher, wird die Zahl der Kaiserpinguine in den 45 bekannten Kolonien zunächst sogar leicht ansteigen. Denn trotz der Erwärmung hat das Eis der Antarktis sich in den vergangenen Wintern ausgedehnt. Mehr Eis bedeutet auch mehr Algenwuchs auf der Unterseite der Eisschicht. Mehr Algen können mehr Krill ernähren, und Krill wiederum steht auf dem Speiseplan der Kaiserpinguine.
Weiterlesen auf
SPON.
Im SPON-Artikel selbst steht dazu ergänzend:
… Die Kaiserpinguine haben gegenüber den anderen Arten den Vorteil, dass sie auch vom All aus gut zu untersuchen sind. Denn ihr Kot hinterlässt auf dem Eis dunkle Spuren, die auf Satellitenaufnehmen klar erkennbar sind.
Diese Information scheint eher ein Gerücht zu sein, denn die gemeldeten Populationszahlen unterscheiden sich drastisch:
Spectrum.de
6.06.2014: [3] Kaiserpinguine sind flexibler als gedacht
Bisher hielt man den Kaiserpinguin für extrem konservative Tiere: Jedes Jahr, dachte man, kehrt Aptenodytes forsteri an seinen angestammten Brutplatz zurück. Doch die Vögel wechseln anscheinend regelmäßig die Standorte. Wissenschaftler identifizierten in der Antarktis anhand von Satellitenbildern neue Brutkolonien, die in den Jahren davor nicht existierten. Dagegen blieben einige bestehende Kolonien in den Folgejahren verlassen, und nur Kot und Federn zeugen von der einstigen Gegenwart der Vögel. Diese Neigung zum Tapetenwechsel könnte den Tieren in Zukunft gut zupasskommen, falls irgendwann auch das antarktische Meereis durch den Klimawandel verschwindet.
Vermutlich reagieren die Pinguine mit den Standortwechseln flexibel auf die wandelbaren Bedingungen auf dem sich ständig verändernden Eis. Mit ihrer bislang unerkannten Flexibilität schlugen sie sogar den Forschern immer wieder ein Schnippchen, wie diese jetzt erkannten: Bei bisherigen Zählungen galt stets die Annahme, dass die Kolonien über die Jahre Bestand haben und Tiere aus einer Brutkolonie nicht plötzlich woanders auftauchen. Unter Berücksichtigung dieser neuen Erkenntnisse schätzt nun André Ancel von der Université de Strasbourg die Zahl der Kaiserpinguine in der Antarktis auf insgesamt 260.000.
WIKIPEDIA: KaiserpinguinDer Bestand gilt als stabil. Die Zahl der geschlechtsreifen und damit fortpflanzungsfähigen Kaiserpinguine wurde bisher auf 270.000 bis 350.000 Individuen geschätzt. Neuerdings ist nach Auswertung von Satellitenaufnahmen von einer Zahl von 595.000 Tieren in 46 Kolonien auszugehen …

… und die Adeliepinguine

Noch schlimmer mit der Zählung ist es bei den Adeliepinguinen. Es stört aber nicht. Basierend auf vollkommen falschen Zahlen werden „genaue“ Simulationsergebnisse verkündet:
WELT 17.03.2014: Zahl der Adelie-Pinguine geht dramatisch zurück
Pinguine CH: Adéliepinguine Die Population der Adélie an der antarktischen Halbinsel hat seit Mitte der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts dramatisch abgenommen … Man geht jedoch davon aus, dass in den nächsten Jahrzehnten mit steigenden Temperaturen dieser Trend ins Negative dreht und die Populationen um bis zu 30 Prozent einbrechen dürften.
Polar News 29. Juli 2016: Adéliepinguine könnten Rennen gegen den Klimawandel verlieren
Aber jetzt hat die Erwärmung gemäss einer neuen Studie von Forschern der Universität Delaware einen Kipppunkt erreicht. … In einer neuen Studie der Fachzeitschrift Scientific Reports, errechnen Forscher, dass rund 30 Prozent der gegenwärtigen Kolonien bis 2060 einen Rückgang verzeichnen werden und bis 2099 sogar rund 60 Prozent. „Wir wissen es seit wenigen Jahren, dass die Rückgänge bei Adéliepopulationen mit der Erwärmung zusammenhängen. Dies suggeriert, dass viele Regionen Antarktikas sich zu stark erwärmt haben und das eine weitere Erwärmung nicht mehr sich positiv auf die Tiere auswirkt“, erklärt Hauptautorin Megan Cimino von der Universität Delaware.
Das Ziel der Forscher war das Verständnis über die Effekte des Klimawandels auf die Kolonien von Adéliepinguinen. Die Studie baute auf frühere Arbeiten auf und nutzte Satellitendaten und globale Klimamodellvorhersagen, um die gegenwärtigen und zukünftigen Populationstrends über den ganzen Kontinent zu errechnen. „Unsere Studie nutzte unglaubliche Datenmengen, um Habitatstauglichkeitsmodelle zu erstellen. Als wir diese Daten mit den Satelliteninformationen und zukünftigen Klimavorhersagen zur Meeresoberflächentemperatur und Meereis verbunden haben, konnten wir so einen Blick auf die vergangenen und zukünftigen Veränderungen in der Habitatstauglichkeit für Adéliepinguine erhalten“, erklärt Cimino das Vorgehen.

Innerhalb eines Tages ändern sich die Populationszahlen dramatisch – nach oben:
AFP 02. März 2018: Riesige Pinguinkolonie in der Antarktis entdeckt
Die Entdeckung riesiger Pinguinkolonien in der Antarktis hat Wissenschaftler überrascht: Auf den abgelegenen Danger Islands im Osten der Antarktischen Halbinsel fanden sie Kolonien von insgesamt 1,5 Millionen Adeliepinguinen. Nur 160 Kilometer westlich des Archipels gehe diese Art wegen der Eisschmelze zurück, heißt es in dem am Freitag in der Fachzeitschrift „Scientific Reports“ erschienenen Artikel.
Dass die kleinen Pinguine mit dem weißen Bauch, dem schwarzen Kopf und den weiß umrandeten Augen auf mindestens neun Inseln im Weddell-Meer leben, war bekannt. Doch nun stellte sich heraus, dass ihre Zahl weitaus größer ist.

Lösungswege

Sofern Pinguine aufgrund des Wegfischens ihrer Nahrung durch Trawlerflotten doch noch dezimiert werden sollten, werden unsere „Klimaeliten“ mit Stolz verkünden, durch ihre CO2-Kasteiungen wenigstens einen Rettungsversuch unternommen zu haben. Der Vorteil ist dabei, dass jeder seinen Rettungserfolg sofort im Internet sichtbar und öffentlichkeits-wirksam publizieren kann.
Bereits letztes Jahr zeigte sich diese Klimarettung durch CO2-Kasteiung als äußerst erfolgreich:
EIKE, 22.03.2017: Klimamönche*, alternativ: die Klimaelite unserer Behörden,
weshalb sie dieses Jahr auf noch breiterer Basis weitergeführt wird.

Bild 8 Screenshot von der BR Homepage
Fastenstaffel Plastikfrei und ohne Auto
Die Teilnehmer der CO2-Fasten-Staffel wollen zeigen, dass es auf allen Ebenen und in allen Lebensbereichen des Alltags möglich ist, Klimaschutz aktiv zu leben. Das Ziel: Im Alltag so wenig CO2 wie möglich verursachen und herausfinden, in welchen Lebensbereichen sich ressourcenschonendes Verhalten umsetzen lässt. Die Herausforderung wird individuell gewählt. Beispielsweise verzichten die Fastenden auf das eigene Auto, kaufen plastikfrei ein, ernähren sich vegetarisch, tauschen anstatt zu kaufen oder verzichten auf den Wäschetrockner.

Wären die Pinguine wirklich vom AGW-Klimawandel akut bedroht, hätte dieses CO2-Klimafasten genau den gegenteiligen Effekt, da ihnen die „CO2-erfastete“ Kälte eher schaden würde (siehe Bild 7).
Nur, wie will man das Klimamanager*innen vermitteln? Den Pinguinen könnte es helfen, aber ihr Job erwiese sich als überflüssig.
Dabei werden diese Jobs gerade erst weiter ausgebaut:
Ulrike Scharf (bayerische Umweltministerin und Sprechpuppe der klimahysterischen Frau Hendricks): Impulsgeber für den Klimaschutz
Pressemitteilung Nr. 202/17, 06.12.2017: Neues Weiterbildungsangebot Betrieblicher Klimaanpassungsmanager für Unternehmen
… Das Weiterbildungsangebot zum betrieblichen Klimaanpassungsmanager ist ein Projekt im Rahmen des Umweltpakts Bayern. Es richtet sich an bayerische Unternehmen, die ihren Betrieb fit für den Klimawandel machen wollen. Die Teilnehmer lernen, wie sie relevante wissenschaftliche Erkenntnisse zum Klimawandel sowie dessen standortspezifischen und regionalen Auswirkungen für die Entscheidungsträger im Unternehmen verständlich aufbereiten, individuelle Anpassungsmaßnahmen für den eigenen Betrieb entwickeln und diese umzusetzen. Im Mittelpunkt steht dabei die Identifizierung von Chancen und Risiken, die klimatische Veränderungen für das Unternehmen auf allen Stufen der Wertschöpfungsketten mit sich bringen. Die Weiterbildung, die zwei Seminartage sowie ein Praxismodul umfasst, eröffnet den Unternehmen der bayerischen Wirtschaft die Möglichkeit, den unvermeidlichen Folgen des Klimawandels mit dem erforderlichen Wissen und den notwendigen Anpassungsmaßnahmen zu begegnen …
Quellen
[1] Trucchi at al. 2014: King penguin demography since the last glaciation inferred from genome-wide date
[2] kaltesonne 30. Juli 2014: Streit um Kaiserpinguine: Spiegel Online hält sie für vom Klimawandel bedroht während Spektrum der Wissenschaft ihre Robustheit gegenüber klimatischen Veränderungen hervorhebt
[3] Spectrum.de 6.06.2014: Kaiserpinguine sind flexibler als gedacht
[4] Céline Le Bohec at al. 2007: King penguin population threatened by Southern Ocean warming
[5] RED LIST: Aptenodytes patagonicus
[6] Robin Cristofari at al. (Trucchi), MARCH 2018: Climate-driven range shifts of the king penguin in a fragmented ecosystem
[7] Uni Wien Pressemitteilung 26. Februar 2018: King penguins may be on the move very soon
[8] Far South Expedition: King Penguins of Tierra del Fuego
[9] THE VERGE Feb 26, 2018: As climate change worsens, king penguins will need to move — or they’ll die
[10] WELT 27.02.2018: Den Königspinguinen wird es zu warm zum Brüten
[11] Robin Cristofari at al. 2.2016: Climate-driven range shifts in fragmented ecosystems
[12] EIKE 11. Februar 2018: Eisbären benötigen 1,6 Mal mehr Energie als bisher bekannt und deshalb werden sie am Klimawandel untergehen
[13] Umweltbundesamt 25.04.2015: Am 25. April ist Weltpinguintag
[14] EIKE 11. Februar 2018: Eisbären benötigen 1,6 Mal mehr Energie als bisher bekannt und deshalb werden sie am Klimawandel untergehen
EIKE 06.03.2017: Beim Klimawandel bleiben Fake-News wohl „politisch korrekt“
EIKE 4.03.2016: Der Eisbär vermehrt sich stetig – aber sein Aussterben simulieren darf man doch (2)




Diesel: Wie die Regierung das Volk systematisch täuscht

Bundeskanzlerin Merkel sagt selten offen, was sie denkt und was sie für Absichten hat. Sie bevorzugt das geduldige Ziehen von Strippen in Hinterzimmern, die Besetzung wichtiger Positionen mit ihr hörigen Personen und das „Spielen über Bande“, indem sie internationale Institutionen wie die UNO oder die EU Beschlüsse fassen lässt, die dann „alternativlos“ gegen alle internen Widerstände auch im eigenen Land durchgesetzt werden müssen – weil sie entsprechende gesetzgeberische Kompetenzen klammheimlich und weit vorausplanend nach außen abgegeben hat. Aktuelles Paradebeispiel ist die Flüchtlingsproblematik, die sie selbst verursacht hat und deren Konsequenzen sie allen anderen europäischen Partnern aufs Auge zu drücken versucht.
Was die Kanzlerin beim Auto will
Trotz ihrer Raffinesse rutscht jedoch selbst der Kanzlerin manchmal doch heraus, welche Vorstellungen sie hat. So im Juni 2017 bei einem Vortrag vor Studenten in Argentinien, Bild 2.

Bild 2. Aus einem Bericht der „Welt“ über einen Vortrag von Bundeskanzlerin Merkel vor deutschen Studenten in Argentinien [WEME]

Entscheidender Grund für diese Politikziele ist der Kampf gegen den sogenannten Klimawandel. Diesem Ziel ordnen alle Merkel-Regierungen alternativlos alles unter, die Wünsche der Bürger ebenso wie das Wohlergehen der Industrie, von der das rohstoffarme Deutschland lebt. In einem Interview mit der „Super-Illu“ im August 2017 ließ Fr. Merkel keinerlei Zweifel an ihrer Entschlossenheit, auch den Verkehr gründlich zu „dekarbonisieren“ Bild 3.

Bild 3. In einem Interview mit der „Super-Illu“ legte Fr. Merkel ihre Prioritäten im Bereich der Verkehrspolitik dar [SUPI]

Typisch für Merkels Art der Politik war dann die Aussage, man werde die Automobilindustrie „ermuntern“, noch stärker auf Zukunftstechnologien, insbesondere E-Mobilität, zu setzen. Dahinter steckt die von ihr meisterlich beherrschte politische Taktik des „Hinschubsens“ (engl. „Nudging“), bei der weniger mit kruden Befehlen als vielmehr mit „sanftem“ Druck durch Vorschriften und „Unbequemlichkeiten“ gearbeitet wird. Am Beispiel der Anti-Diesel-Kampagne lässt sich anschaulich verfolgen, wie langfristig und mit welchen Tricks diese Vorhaben geplant und in die Tat umgesetzt werden.
Schritt 1: Autos? – ab damit in die Schmuddelecke
Um Teile der Bevölkerung gegen den motorisierten Individualverkehr aufzubringen, musste man dem Auto zunächst ein „Vergifter-Image“ anhängen. Das Rezept dafür ist einfach und wurde schon zur Zeit des Ablasshandels und der Hexenverbrennung sehr erfolgreich eingesetzt: Man erzeuge Angst. Angst um die ewige Verdammnis, Angst um die Gesundheit, Angst vor dem Tod. Obwohl die Luft bei uns bereits seit Jahrzehnten immer sauberer wird, obwohl wir immer länger leben, wird das Auto seit mehr als einem Jahrzehnt nahezu pausenlos durch Kampagnen der verschiedensten grün-ökosozialistischen Parteien und NGO-Bewegungen wie WWF, Greenpeace & Co verunglimpft. Und das mit begeisterter Beteiligung der Medien. Die Regierung verfolgt genau die Erfolge der guten Arbeit ihrer Hilfstruppen und führt dann „auf Druck der öffentlichen Meinung“ immer neue, in Wirklichkeit längst geplante Verschärfungen der Abgasnormen ein.
Schritt 2: Eigene Souveränitätsrechte? – weg damit
Ein besonders „cleverer“ Schachzug der Anti-Auto-Strategie besteht darin, die Koordinierung und auch Festlegung der Normen für Abgase der EU zu übertragen. Diese kann deshalb jetzt gegenüber den einzelnen Ländern wie ein Sheriff auftreten und ihre Vorstellungen auch gegen nationale Widerstände durchsetzen. So kommt es dann auf EU-Ebene zu Bestimmungen, die ohne Beteiligung des deutschen Bundestages und ohne wirkliche politische Diskussion in Deutschland in den Hinterzimmern von Brüssel ausgekungelt werden. So wie die Richtlinie 2008/50/EG des Europäischen Parlaments und des Rates über Luftqualität und saubere Luft für Europa vom 21. Mai 2008.
Schritt 3: Gesetze? – dafür haben wir unsere Winkeladvokaten
Zwar ist die obige EU-Richtlinie für alle Mitgliedsstaaten verbindlich, sie muss hierfür jedoch in nationales Recht umgesetzt werden. In Deutschland erfolgte dies im Rahmen von Verordnungen zum sogenannten BundesImmissionsSchutzGesetz, dem BImSchG. Im Falle der o.a. Richtlinie 2008/50/EG erfolgte die deutsche Umsetzung durch die 39. Verordnung zum BImSchG vom 2. August 2010. Vergleicht man die beiden Texte – die EU-Fassung und die deutsche Verordnung –, so hat man auf den ersten Blick den Eindruck, dass beide im Prinzip das Gleiche aussagen. Allerdings wurden einige Formulierungen so umgestellt, dass kleinere Abweichungen aufgrund des unterschiedlichen Satzaufbaus nicht sofort ins Auge springen. Das verwundert auf den ersten Blick, da es die Vorlage schließlich in einer amtlichen deutschen Fassung gibt, die sowohl sprachlich als auch juristisch von hoher Qualität ist. Doch das ist offenbar Absicht, denn einige dieser scheinbar belanglosen Variationen des Textes sind in Wirklichkeit lediglich ein Ablenkungsmanöver, eine raffinierte Methode, um von den tatsächlich wichtigen Abweichungen abzulenken. Diese bestehen teils aus nur minimal erscheinenden Manipulationen bei Worten bzw. Zahlen, auf die es den Verfassern jedoch ankam. Man vergleiche einmal die folgenden Textpassagen, Bild 4 und Bild 5.

Bild 4. Wer käme schon darauf, welche messtechnischen Freiräume man sich mit dem kleinen Zusatz „oder 180°“ eröffnen kann


Bild 5. Die Umstellung des Textes diente auch dazu, unter der Hand aus „müssen“ „sollen zu machen – ein im normalen Sprachgebrauch fast bedeutungsloser, für Juristen jedoch sehr wichtiger Unterschied


Zu Bild 5 ist anzumerken, dass die ausführenden Behörden bei einer Muss-Vorschrift keinen Ermessenspielraum haben und die Bestimmung zwingend – d.h. ohne Wenn und Aber – einzuhalten ist [MUSS]. Anders verhält es sich bei Soll-Vorschriften, denn hier erhält die Behörde einen Ermessensspielraum und kann in Ausnahmefällen von der Vorschrift abweichen. Zudem können Betroffene dann gegen die Konsequenzen aus den behördlichen Maßnahmen – wozu auch Fahrverbote gehören – selbst im Falle eines nachweislichen Verstoßes nicht ohne weiteres klagen. Hier haben offensichtlich Regierungs-Juristen mit ökolinken Vorstellungen bereits vor gut zehn Jahren planvoll und mit beträchtlicher Arglist raffiniert manipulierte Texte erzeugt, die heute die Grundlage für die „kalte“ und entschädigungslose Enteignung von Millionen Autofahrern durch drohende Fahrverbote in wichtigen Städten liefern.
Schritt 4: Messorte? – muss man nur „geschickt“ auswählen
In den Medien und auch seitens diverser Behörden wie dem UBA wird immer so getan, als seien besonders hohe Messwerte beispielsweise in Stuttgart repräsentativ für die Gesamtbelastung der Bevölkerung. Dies entspricht jedoch nicht den Tatsachen, denn städtische Messstellen sollten nach dem Willen der EU folgende Bedingungen erfüllen, Bild 6.

Bild 6. Die EU hat bezüglich der Repräsentativität von Messstationen eindeutige Vorgaben gemacht [EURI]

Dass man in Deutschland diesbezüglich ganz andere „Messstrategien“ verfolgt, kann man beispielsweise einer Pressemeldung des Landesumweltamtes Baden-Württemberg entnehmen. Schon 2006 wurden in Baden-Württemberg alle Gemeinden gebeten, sogenannte straßennahe Belastungsschwerpunkte zu melden, an denen dann sogenannte Spotmessstellen eingerichtet wurden [SPOT]. Hiervon gibt es allein in Stuttgart vier Stück, das sind 50 % aller städtischen Messstellen. Die „Belastung“ der Stuttgarter Bürger wird demnach zu einem geradezu grotesk überproportionalen Anteil aus Daten hergeleitet, die auch an vier räumlich eng begrenzen „Hot-Spots erfasst werden. Auch in anderen „schmutzigen“ Städten mit angeblich hohen NO2-Werten wurde und wird mit dem gleichen Trick gearbeitet. Bloßgestellt wird dies beispielsweise in einem Focus-Artikel über ein Gespräch mit dem führenden Toxikologen Prof. Greim [GREFO], Bild 7.

Bild 7. Zu den beliebten Tricks grünlinker Lokalpolitiker gehört die gezielte Platzierung von Messstellen an sorgfältig ausgewählten Bereichen mit außergewöhnlich hohen Konzentrationen [GREFO]

Vergleichbare Ergebnisse zeigten sich auch bei einer eingehenden Analyse der NO2-Konzentrationen rund um die berühmt-berüchtigte Messstellen „Landshuter Allee“ und „Stachus“ in München. Werden zudem alle Faktoren inklusive der schnellen Verdünnung der NO2-Werte auch in vertikaler Richtung berücksichtigt, so kommt man auch für ganz Bayern – und aller Wahrscheinlichkeit nach ebenso für ganz Deutschland – auf vielleicht 0,01 – 0,02 % der Gesamtbevölkerung, die überhaupt von über dem Grenzwert liegenden NO2-Gehalten direkt vor ihren Fenstern betroffen sind [GLAS8].
Schritt 5: Abstände? Ein tolles Manipulationsinstrument
Welcher Normalbürger hat schon eine zutreffende Vorstellung davon, mit welcher Konzentration die NOx-Gase aus einem Auto kommen und wie schnell sie sich anschließend verdünnen? Der NOx-Anteil des Abgases aus dem Auspuff eines Euro-5-Diesels liegt bei ca. 800 ppm (unter Berücksichtigung der Umwandlung eines Großteils davon zu NO2 ca. 1,5 Mio. µg/ m3) [MARX] und verdünnt sich auf dem Weg von der Mittellinie der Straße (als angenommene linienförmige Quelle) bis zum Messpunkt, der oft nahe am Fahrbahnrand aufgestellt ist, bis auf vielleicht 30-60 µg/ m3 (es gab in ganz Deutschland 2017 überhaupt nur fünf Messstellen, die 60 µg/ m3 oder mehr erreichten). Nimmt man eine Straßenbreite von 12 m und einen Abstand des Messorts vom Bürgersteig von 1 m an, so kommt man je nach Messergebnis auf Verdünnungsfaktoren zwischen 25.000:1 und 50.000:1 auf einer Strecke von gerade einmal 7 m. Deshalb war es bei den von der DUH veranlassten Messfahrten im fließenden Verkehr auch kein Problem, in der Abgasfahne vor allem älterer städtischer Busse (das sind übrigens die allerschlimmsten „Stinker“ auf unseren Straßen) kurzfristig Spitzen der NO2-Konzentration bis zu fast dem 20fachen des Grenzwerts zu registrieren [UNIH]. Eine Vorstellung davon, welch entscheidende Rolle Verdünnungen und damit auch Entfernungen in diesem Zusammenhang spielen, vermitteln Bild 8 und Bild 9.

Bild 8. Ergebnis von Kontrollmessungen der allem Anschein nach nicht gesetzeskonform aufgestellten Messstation in der Max-Brauer-Allee in Hamburg (Grafik: [HAMB])

Die Messstation in der Max-Brauer-Allee in Hamburg misst 1) unter Bäumen (Verstoß gegen Anhang 3 Buchstabe C der der 39. BImSchgV) und 2) in der Fahrbahnmitte (Verstoß gegen Anhang 3 Buchstabe A 2 c) der 39. BImSchgV). Bei amtlichen Kontrollmessungen [HAMB] zeigte sich, dass die NO2-Konzentrationen am Messpunkt GM-12 um 16 % niedrigerer NO2-Wert, am Messpunkt GM-10 lag die Belastung sogar um volle 30 % niedriger. Dies belegt den erheblichen Einfluss der Distanz des gewählten Messpunktes zum Maximalpunkt der Emissionen.

Bild 9. Messungen der rapiden Abnahme der NO2-Konzentration mit zunehmendem Abstand vom Straßenrand der B14 nahe der Messstation Am Neckartor in Stuttgart (Grafik: [VOGT])

Auch Bild 9 macht deutlich, wie schnell die NO2-Konzentrationen abnehmen, je weiter eine Messstation von der Straßenmitte entfernt aufgestellt wurde. Dies ist auch der Grund für die Entfernungsangaben (max. 10 m vom Fahrbahnrand) sowie einige weitere Vorschriften in den Richtlinien. Deshalb sei hier noch darauf hingewiesen, dass viele deutsche Messstationen sehr dicht am Straßenrand platziert wurden, z.B. die in der Hohenheimer Straße in Stuttgart, während sich wiederum andere zu dicht an Gebäuden befinden.
Schritt 6: Luftströmungen? Kann man wunderbar für Schummeleien nutzen
Aus den Darstellungen in den Bildern 7 und 8 ergibt sich unmittelbar eine weitere Folgerung: Um zu einer Verdünnung der Abgase zu kommen, muss die Luft ungehindert strömen können. Wird diese Voraussetzung nicht erfüllt, z.B. durch Gebäude, Wände, Tunnel oder sonstige Hindernisse, so wird auch die Verdünnung behindert, so dass die gemessenen Werte höher liegen. Natürlich sind solche Aufkonzentrationen direkt im Nahumfeld von Hindernissen nicht repräsentativ für die Gesamtsituation. Deswegen wurden in der EU-Verordnung für das Umfeld der Messstellen verschiedene Vorgaben gemacht, Bild 10.

Bild 10. Die Vorgaben zur Platzierung von Messstellen sind ziemlich eindeutig [EURI]

Wie wir noch sehen werden, bewiesen „clevere“ grünlinke Stadtverwaltungen und Länderregierungen jedoch höchste Kreativität, wenn es darum ging, diese Vorgaben zu umgehen bzw. sich darüber hinwegzusetzen. Man bekommt manchmal fast den Eindruck, dass sich diverse Stadtverwaltungen einen regelrechten Wettbewerb darum geliefert haben, wer der eigenen Stadt am besten das Etikett „herausragend verschmutzt“ verpassen könnte.
Schritt 7: Alleebäume? Fast so gut wie eine Tunneldecke
Wenn man sich mit Bildern der Aufstellorte von Luftqualitätsmessstellen beschäftigt, so fällt auf, dass gerade diejenigen, die höhere Messwerte anzeigen, oft unterhalb von Bäumen aufgestellt sind. Das dürfte eigentlich nicht sein, wie aus den Vorschriften in Bild 10 eindeutig hervorgeht. Zudem handelt es sich in vielen Fällen nicht etwa nur um einzelne Bäume, sondern um ganze Alleen mit oft sehr großen Bäumen. Vor allem im Sommer wirken solche Alleebäume wie eine Art Dach, das nicht nur den Wind abhält, sondern auch die Abgase daran hindert, nach oben abzuziehen. Das angebliche Abgasproblem in solchen Straßen ließe sich aller Voraussicht nach ganz einfach und schnell minimieren, wenn man diese Alleebäume zumindest in den hochbelasteten Abschnitten beseitigen würde. Dies hätte wesentlich geringere Schäden und Verluste für die Allgemeinheit zur Folge als die jetzt ins Auge gefassten Fahrverbote. Und was die angeblich „grünen“ Baumschützer angeht, die in dem Fall unweigerlich auf den Plan treten werden: Diesen kann man zumeist Heuchelei vorwerfen, denn von ihrer Seite kam bisher zum zigtausendfachen Kahlschlag in deutschen Wäldern zugunsten der Aufstellung von Windenergieanlagen so gut wie kein Widerspruch. Im Gegenteil, gerade die Grünen und die SPD haben diese schändlichen Eingriffe in unsere Natur vehement befürwortet und die entsprechenden Gesetzesänderungen vorangetrieben. Von den Wildwestmethoden, Einsprüche von wirklichen Naturschützen dadurch gegenstandslos zu machen, dass man die Nester von Wiesenbrütern zerstört und Horstbäume seltener Greifvögel mit der Kettensäge niederlegt, wollen wir hier gar nicht erst reden.
Schritt 8: Verkehr? Muss man nur wirksam behindern
Stadtplanern ist bestens bekannt, wie man die Abgasbeaufschlagung in kritischen Bereichen reduzieren kann: Man muss dafür vor allem den Verkehrsfluss verstetigen, da jedes Abbremsen und Wiederanfahren die Emissionen weit überproportional hochtreibt [HOHEN]. Ein verstetigter Verkehrsfluss führt zu erheblich reduzierten Schadstoffbelastungen. Dabei geht es nicht nur einfach um eine „Grüne Welle“, sondern auch um möglichst gleichmäßige Fahrgeschwindigkeiten mit geringer Dynamik und ohne Spitzen [BLFU]. Leider gibt es unter Stadtplanern bzw. in den Stadträten und Bürgermeisterämtern auch ökoideologische Fanatiker, die dieses Wissen dazu nutzen, um die Abgasemissionen in ihren Städten durch eine Reihe sehr wirkungsvoller Maßnahmen bewusst in die Höhe zu treiben. Ziel ist dabei, den Verkehrsfluss zu behindern, Staus zu provozieren und die Fahrzeuge zu häufigem Abstoppen und Wiederanfahren zu zwingen. Möglichkeiten sind Straßenverengungen bzw. Verringerung der Anzahl der Fahrspuren, „verkehrsbrechende“ Ampelschaltungen statt grüner Welle, Tempo 30 auch bei Durchgangsstraßen oder „rechts vor links“ selbst für unbedeutende Nebenstraßen. Beliebt ist auch das „Herausziehen“ von Bürgersteigen an Bushaltestellen, so dass der stehende Bus den gesamten Verkehr blockiert.
Wer solche Vorwürfe für Spinnereien von Verschwörungstheoretikern hält, dem sei die „Heute“-Nachrichtensendung des ZDF vom 9.8.2017 um 19.00 Uhr empfohlen. Unter „Strategien gegen Luftverschmutzung“ wird dort das Beispiel Düsseldorfs vorgestellt, wo die Stadt die „grüne Welle“ mancherorts unterbricht. Damit sollen, so der Kommentar, die Autofahrer gezwungen werden, abzubremsen und neu anzufahren, obwohl das mehr Schadstoffe bedeutet. Dies sei „Verkehrserziehung in Richtung Zukunft“. Nach dieser Einführung des Fernsehmoderators erläutert dann Thomas Geisel, SPD-Oberbürgermeister der Stadt Düsseldorf, mit überlegenem Lächeln seine Motive zu dieser bewussten Erhöhung der Luftbelastung in seiner Stadt wie folgt: „Das mag jetzt unter Schadstoffgesichtspunkten an der einen individuellen Stelle nachteilig sein, aber insgesamt geht es natürlich darum, die Menschen zu motivieren, die Bahn zu benutzen eher als das Auto…“
Das wurde so nonchalant dahergesagt, dass man sich der Ungeheuerlichkeit dieser Aussagen im ersten Moment gar nicht bewusst wird. Da steht ein Oberbürgermeister einer Landeshauptstadt, die von der DUH („Deutsche Umwelthilfe“, manchmal auch als „Toyotas Sturmtrupp für’s Grobe“ bezeichnet) wegen zu hoher Abgaswerte verklagt wird. Und brüstet sich damit, dass er bewusst Maßnahmen ergreift, welche diese Belastung noch ansteigen lassen. Flankierend verbreiten Spitzenvertreter seiner Partei wie UBA-Chefin Krautzberger Schauermärchen über angeblich „zigtausende Tote durch Autoabgase jedes Jahr in Deutschland“ und fordern mit dieser Begründung Fahrverbote. Wenn ein SPD-Politiker angesichts dieser Warnungen willentlich eine Steigerung dieser Abgasbelastung herbeiführt, kann man unterstellen, dass er es bewusst darauf anlegt, Leben und Gesundheit von Bürgern zu gefährden. Für Juristen dürfte die Frage von Interesse sein, ob hier die Staatsanwaltschaft aufgrund eines begründeten Anfangsverdachts von sich aus tätig werden müsste oder ob Bürger der Stadt Düsseldorf selbst Klage erheben sollten. Man könnte das auch als Bubenstück der besonderen Art bezeichnen.
Auch in zahlreichen anderen Städten wird Verkehrsbehinderung schon seit Jahrzehnten bewusst und gezielt kultiviert. Damit durfte sich beispielsweise der führende Stadtplaner Knoflacher erst kürzlich wieder in einem Spiegel-Interview brüsten [KNOFL].
Schritt 9: Übertreibungen bei der Messpunktauswahl 1
Eine weitere Methode, die angebliche Umweltbelastung durch Abgase künstlich in die Höhe zu treiben und damit den netten Kumpels von der DUH juristische Munition zu liefern, besteht in der Missachtung einer Grundsatzregel der EU-Richtlinie, dass Belastungen nur dort und dann zu messen sind, wenn dadurch eine tatsächlich signifikante Beaufschlagung der Bevölkerung gegeben ist, Bild 11.

Bild 11. Diese Vorschrift ist im typischen „Brüsselchinesisch“ der EU abgefasst und deshalb für juristische Laien nicht ohne weitere zu verstehen


Aus dem Beamtenkauderwelsch ins Normaldeutsche übersetzt besagt die in Bild 11 zitierte Vorgabe, dass Messungen an Orten mit den höchsten Konzentrationen nur dann erfolgen sollten, wenn die Bevölkerung diesen auch so lange ausgesetzt ist, dass es im Vergleich zum Gesamtzeitraum der Mittelwertbildung ins Gewicht fällt. Anders ausgedrückt: Messen sollte man nur da, wo sich Menschen regelmäßig und über Stunden hinweg aufhalten. Was beispielsweise bei den reinen Gewerbegebäuden am Neckartor in Stuttgart nicht der Fall ist. Dort spielen wohl kaum jemals Kinder auf der Straße, noch betreiben dort die Stuttgarter ihr Jogging. Das erledigen sie vernünftigerweise lieber im Schlossgarten, einer Parkanlage direkt auf der anderen Straßenseite, wo die Konzentrationen natürlich unterhalb des Grenzwertes liegen, Bild 12.

Bild 12. Schon wenige Meter im Schlosspark neben der berühmt-berüchtigten Messstation Am Neckartor sinken die NO2-Konzentrationen um bis zu 68 % (Grafik: [KODE])

Der gleiche Verstoß gegen den eigentlichen Sinn der EU-Richtline – nur an wirklich signifikanten Stellen zu messen – dürfte auch bei zahlreichen anderen Messstellen festzustellen sein.
Schritt 10: Übertreibungen bei der Messpunktauswahl 2
Eine weitere Vorschrift, gegen die gerade bei sogenannten Hotspot-Messstellen häufig und offenkundig mit Absicht verstoßen wird, ist das Verbot der Messung an eng begrenzten Stellen, wo die Abgaswerte durch besondere Umstände außergewöhnlich hochgetrieben werden, Bild 13.

Bild 13. Diese Vorgaben sollen verhindern, dass allzu kleinräumige und damit für das Gros der Bevölkerung nicht repräsentative Messdaten erfasst werden


Ein Musterbeispiel für eine solche dem Geist des EU-Richtlinie widersprechende Auswahl liefert die Messstelle Am Neckartor in Stuttgart. Hier wurde die Trickserei äußerst massiv betrieben und kann deshalb besonders anschaulich nachgewiesen werden. Betrachtet man die dort getroffene Anordnung des Messgeräts z.B. mit Google Maps, so fällt als erstes auf, dass diese Messstelle vermutlich der Grund für die in Bild 4 aufgezeigte Veränderung der EU-Vorschrift bezüglich eines 270-Grad Freiwinkels um die Messstation zu einem solchen von lediglich 180 ° gewesen sein dürfte. Derjenige, der die deutsche Fassung des Gesetzes diesbezüglich veränderte, kannte augenscheinlich diese bereits seit 2003 existierende Messstelle und ihren Wert für die „grüne“ Transformation Deutschlands. Der Messcontainer steht nämlich nicht frei mehrere Meter vor einer Hausfront, sondern wurde eng an einen Hausvorsprung gezwängt, so dass von unbehinderter Anströmung selbst bei sehr wohlwollender Betrachtung wohl kaum gesprochen werden kann, insbesondere bei dem geringen Abstand zur Mauer des Gebäudes Bild 14.

Bild 14. Schematische Darstellung der räumlichen Verhältnisse der Messstelle Am Neckartor in Stuttgart (Grafik: Autor)


Hinzu kommen aber noch zahlreiche weitere „Sünden“:

  • Der Container steht viel zu nahe am Gebäude, nicht wie vorgeschrieben „mehrere Meter“ entfernt.
  • Direkt benachbart steht ein Abfallcontainer. Für den Austausch muss der schwere LKW wegen der beengten Verhältnisse diverse Male rangieren und auch beim Auf- bzw. Abladen den Motor laufen lassen. Solche Containerfahrzeuge sind oft alt und haben entsprechend schlechte Abgasreinigungssysteme. Die Schwaden entstehen direkt neben der Ansaugöffnung des Messsystems.
  • Wenige Meter weiter links am Gebäude befindet sich eine Fußgängerbrücke über die Straße mit einer seitlich hochführenden Rampe. Beide zusammen sammeln bei ungünstiger Windrichtung die Abgase eines längeren Teilstücks der Straße und lenken sie Richtung Messstation.
  • Auf der anderen Seite des Containers befindet sich eine Reihe Alleebäume.
  • Direkt vor dem Gebäude befindet sich eine eigene Fahrspur für größere Lieferwagen. Der Lieferverkehr scheint intensiv zu sein, auf einem Google Maps-Bild sind allein drei Lieferfahrzeuge der 2,5 bis 3,5 t-Kategorie zu erkennen. Zur Abfahrt müssen die Fahrzeuge bis direkt vor den Messcontainer fahren, mit laufendem Motor auf eine Lücke im dichten Verkehr warten und dann in diese hinein beschleunigen.

Man vergleiche diese Situation mit den Anforderungen in Bild 12 sowie den Manipulationen am deutschen Gesetzestext. Herr Kuhn und seiner Vorgänger im Geiste haben hier wahrlich ein Meisterstück grünlinker Manipulation und Demagogie abgeliefert. Den Rest erledigen derzeit ihre Geistesbrüder von der DUH vor den Gerichten. Als Kontrastprogramm sei hier darauf gezeigt, wie man im Ausland Messungen bei vergleichbar stark befahrenen Straßen vornimmt – wobei man sich dabei vermutlich über die depperten Deutschen köstlich amüsiert, Bild 15.

Bild 15. Während man in Stuttgart alles tut, um möglichst hohe Messwerte zu bekommen, macht man in Spanien die gesetzlichen Freiräume (10 m Abstand bis zum Fahrbahnrand) zunutze (Grafik: [KOKI])

Aufruf zur Mithilfe: Wir brauchen Messstellen-Aktivisten
Die Gegner des freien Individualverkehrs und damit auch zugleich des freien Bürgers sind sehr gut organisiert, sowohl raffiniert als auch skrupellos und planen sehr langfristig. Zudem haben sie sich tief im Staatsapparat eingenistet. Dem steht der einzelne Bürger zunächst hilflos gegenüber. Es wird Zeit, sich zur Wehr zu setzen. Dazu brauchen wir Helfer und Spender. Als erste Gegenmaßnahme, an der sich jeder beteiligen kann, wollen wir die Tricks, mit denen sie arbeiten, durch genaue Inspektion aller Messtellen feststellen und dokumentieren. Wir suchen Freiwillige, die sich die Messstationen in ihrer Stadt genau ansehen und Fotos sowie Stichworte ihrer Beobachtungen einreichen. Mailadresse für solche Meldungen ist w.mueller@eike-klima-energie.eu. Hierüber ist auch eine komplette Liste aller deutschen Messstationen erhältlich. Die Gesetzestexte der BRD [BIMSCHGV] und der EU [EURI] können aus dem Internet heruntergeladen werden. Priorität sollten vor allem solche Stationen haben, deren Jahresmittelwert über 40 µg/m3 liegt. Meldungen sollten eine kurze Beschreibung der Auffälligkeiten mit zwei oder drei Bildern in guter Qualität beinhalten (Handyaufnahmen wären ausreichend). Dabei auch auf mögliche lokale Besonderheiten wie z.B. Dauerbaustellen etc. achten. Bitte den Absender, die Versicherung, dass es sich um eigene Fotos handelt, sowie die Erlaubnis zur freien Verwendung des Bildmaterials nicht vergessen. Die zehn interessantesten Meldungen werden zu einem Bericht zusammengefasst und jeweils mit Bild veröffentlicht.
Längerfristig ist auch an juristische Verfahren gedacht, um drohende Fahrverbote abzuwehren. Schon erste Stichproben haben gezeigt, dass viele Messstationen faktisch illegal sind und ihre Daten daher keinesfalls als Begründung für Fahrverbote herangezogen werden dürften. Das wird aufwendig und teuer werden, da teilweise Verfahren gegen Deutschland wegen Verstoßes gegen EU-Recht zu führen sein werden. Für eventuell mögliche juristische Initiativen kann man sich nach aktuellem Stand der Dinge an den Verein Fortschritt in Freiheit wenden, der sowohl Aktivisten als auch Spender sucht, um den Aufwand personell und finanziell bewältigen zu können. Die Webseite ist http://www.fortschrittinfreiheit.de/, e-Mail info@fortschrittinfreiheit.de.
Für diejenigen, die sich als Messstellen-Aktivisten betätigen möchten, folgt hier eine Kurzliste der wichtigsten Messstationen, die nach Priorität sortiert sind. Eine vollständige Liste aller deutschen Messstationen ist bei EIKE erhältlich, sie kann aber auch direkt aus dem Netz [NO22017] heruntergeladen werden.
Fred F. Mueller

Stations-code

Name / Messnetz

Jahres-mittel-wert in µg/m³

DEBY115

München/Landshuter Allee

78

DEBW118

Stuttgart Am Neckartor

73

DEBW116

Stuttgart Hohenheimer Straße

69

DENW211

Köln Clevischer Ring 3

62

DEBW147

Reutlingen Lederstraße-Ost

60

DEHH068

Hamburg Habichtstraße

58

DEBW099

Stuttgart Arnulf-Klett-Platz

56

DENW082

Düsseldorf Corneliusstraße

56

DESH052

Kiel-Theodor-Heuss-Ring

56

DEBW152

Heilbronn Weinsberger Straße-Ost

55

DEBY037

München/Stachus

53

DEHE040

Darmstadt-Hügelstraße

52

DEBW117

Ludwigsburg Friedrichstraße

51

DEHE112

Wiesbaden-Schiersteiner Str.

50

DENW136

Dortmund Brackeler Straße

50

DEBW122

Freiburg Schwarzwaldstraße

49

DEBE064

B Neukölln-Karl-Marx-Str. 76

49

DEHE037

Wiesbaden-Ringkirche

49

DENI143

Oldenburg Heiligengeistwall

49

DENW188

Oberhausen Mülheimer Straße 117

49

DENW189

Wuppertal Gathe

49

DEBW136

Tübingen Mühlstraße

48

DEBE063

Berlin Neukölln-Silbersteinstr.

48

DEHH026

Hamburg Stresemannstraße

48

DENW133

Hagen Graf-von-Galen-Ring

48

DERP010

Mainz-Paracelsusstraße

48

DEBE069

Berlin Mariendorf, Mariendorfer Damm

47

DEHE041

Frankfurt-Friedberger Landstr.

47

DEHH070

Hamburg Max-Brauer-Allee II (Straße)

46

DENW207

Aachen Wilhelmstraße

46

DENW208

Gelsenkirchen Kurt-Schumacher-Str.

46

DENW355

Leverkusen Gustav-Heinemann-Str.

46

DEBW098

Mannheim Friedrichsring

45

DEBE067

Berlin Hardenbergplatz

45

DEBE061

Berlin Steglitz-Schildhornstr.

45

DEHE131

Limburg-Schiede

45

DEBY110

Augsburg/Karlstraße

44

DEHH064

Hamburg Kieler Straße

44

DENI048

Hannover Verkehr

44

DENI067

Osnabrück-Verkehr

44

DERP041

Ludwigshafen-Heinigstraße

44

DEBW120

Leonberg Grabenstraße

43

DEBY120

Nürnberg/Von-der-Tann-Straße

43

DENW212

Köln Turiner Straße

43

DEST102

Halle/ Paracelsusstr.

43

DEHE061

Gießen-Westanlage

42

DERP012

Mainz-Große Langgasse

42

DEBY063

Regensburg/Rathaus

41

DEBE065

Berlin Friedrichshain-Frankfurter Allee

41

DENW134

Essen Gladbecker Straße

41

DENW206

Solingen Konrad-Adenauer-Straße

41

DESH027

Kiel-Bahnhofstr. Verk.

41

Quellen

[BIMSCHGV] https://www.gesetze-im-internet.de/bimschv 39/39._BImSchV.pdf

[BLFU] https://www.lfu.bayern.de/luft/luftreinhalteplanung_verkehr/nox_projekt/index.htm

[EURI] http://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?qid=1520569404992&uri=CELEX:32008L0050
[GLAS8] http://ruhrkultour.de/diesel-lueckenmedien-im-glashaus-8/
[GREFO] http://www.focus.de/finanzen/karriere/berufsleben/politik-ignoriert-zweifel-am-grenzwert-40-mikrogramm-dieselpanik-wegen-grenzwertluege-in-ihrem-buero-ist-20-mal-so-viel-stickstoff-erlaubt_id_7378545.html
[HAMB] http://www.hamburg.de/contentblob/4501220/640e272f247f3e5877ca7fb8eff76b8c/data/d-messbericht-vergleich-screeningrechnung.pdf
[HEUTE] „Heute“-Nachrichtensendung des ZDF vom 9.8.2017, Interview mit Thomas Geisel, SPD-Oberbürgermeister der Stadt Düsseldorf, Stichwort „Verkehrserziehung in Richtung Zukunft“
[HOHEN] https://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/-/spotmessstelle-stuttgart-am-neckartor-immissionsgrenzwert-fur-stickstoffdioxid-uberschritten-
[KNOFL] https://www.reddit.com/r/de/comments/825l1y/verkehrsplaner_im_interview_manche_autofahrer/
[KODE] Koch, Th.: Vortrag auf dem Sonderkolloquium der Dechema, 5.12 2017.
[KOKI] Koch, Th.: Evaluation of NOX-formation of modern Diesel Engines, current Legislation and Emission Impact on Environment and Human Health. Vortrag, International Conference and Exhibition SIA Powertrain, Rouen, France, 1.+2. Juni 2016.
[MARX] https://www.eike-klima-energie.eu/2018/03/15/stickoxide-und-der-dieselmotor-2/
[MUSS] http://www.rechtslexikon.net/d/muss-vorschrift/muss-vorschrift.htm
[NO22017] https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/358/dokumente/no2_2017.pdf
[SOLL] http://www.rechtslexikon.net/d/soll-vorschrift/soll-vorschrift.htm
[SPOT] https://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/presseservice/faq
[STOE] http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/kostenloser-nahverkehr-holen-wir-uns-die-welt-zurueck-a-1193916.html
[SUPI] http://www.superillu.de/interview-mit-angela-merkel-2017
[UNIH] Reh, M.; Adler, T.; Pöhler, D.; Platt, U.: Stationäre & mobile NO – Messungen in Stuttgart 07.12.2015 und 14.01.2016 Stand: 27.01.2016 M. Institut für Umweltphysik, Universität Heidelberg
[VOGT] https://www.bast.de/BASt_2017/DE/Verkehrstechnik/Publikationen/Veranstaltungen/V3-Luft-2017/Vortrag-Vogt.pdf?__blob=publicationFile&v=3
[WEME] https://www.welt.de/politik/deutschland/article165359594/Als-Merkel-in-die-Zukunft-blicken-soll-lacht-das-Auditorium.html




Interview mit Patrick Moore – Teil 1: Sein Wandel zum Skeptiker

Das folgende Interview wurde im Original für die französische „Association des climato-réalistes” gegeben.

Patrick Moore ist ein kanadischer Aktivist und ehemaliger Präsident von Greenpeace Kanada. Seit seinem Ausscheiden aus dem von ihm mitgegründeten Verein Greenpeace hat Moore die Umweltbewegung scharf kritisiert, weil er deren Verhalten als Taktik zur Angsterzeugung und Desinformation betrachtet. Seinen Worten zufolge hat die Umweltbewegung „Wissenschaft und Logik verworfen zugunsten von Emotionen und Sensations-Hascherei“. Er hat sich scharf öffentlich von vielen politischen Aktivitäten großer Umweltgruppen distanziert, darunter Greenpeace selbst.

Mr.Moore unterhielt sich mit Grégoire Canlorbe,einem unabhängigen Journalisten, während seines Aufenthaltes in Paris im Dezember 2017, um am climate-realist conference day teilzunehmen. Das Interview wurde im Namen der französischen „Association des climato-réalistes*“ durchgeführt, der einzigen klima-realistischen Organisation in Frankreich.
[*Wer der französischen Sprache mächtig ist, findet hier sicher auch sehr interessante Beiträge. Anm. d. Übers.]

Grégoire Canlorbe: Die Glaubenswelt und die Werte eines Individuums erreichen im Allgemeinen einen solchen Grad an Verflechtung (egal ob diese Wechselwirkung nun logisch ist oder nicht), dass die Frage nach einem bestimmten Einzelaspekt seiner Weltsicht das gesamte Gefüge ins Wanken bringt, und nicht nur diesen einzelnen Aspekt. Als Sie sich schließlich entschlossen, sich von Greenpeace zu distanzieren – inwiefern hat sich das auf Ihre persönliche Philosophie ausgewirkt?

Patrick Moore: Nun, zunächst muss ich sagen, dass ich selbst bei den Anfängen von Greenpeace nicht durchweg die gleichen Werte und Meinungen meiner Kameraden teilte. Ich legte einen PhD in Ökologie ab, weshalb ich eine wissenschaftliche Ausbildung hatte, und obwohl es einige Leute in der ursprünglichen Gruppe gab, die ebenfalls eine wissenschaftliche Ausbildung durchlaufen haben, ging die Wissenschaft im Zuge der Evolution von Greenpeace vollständig verloren, und während meiner 6 letzten Jahre als Direktor von Greenpeace International hatte keiner meiner Direktoren-Kollegen irgendeine formelle wissenschaftliche Ausbildung. Zu Beginn waren wir auch streng humanitär orientiert, um die Menschheit vor einem atomaren Weltkrieg zu bewahren.

Das war im Wesentlichen der Hauptpunkt, auf den sich Greenpeace konzentrierte. Der „Peace“-Part war wirklich das, was wir in den Anfängen betont haben. Unsere Prämisse war außerdem, dass ein globaler Atomkrieg extrem die Umwelt schädigen würde – dafür stand der „Green“-Part. Also war das Zusammenfügen der Begriffe „green“ und „peace“ ein revolutionäres Konzept und einer der Gründe, warum die Organisation so geachtet und mächtig wurde. Es hallte nämlich in der Bevölkerung nach, dass die Menschen und die Umwelt etwas waren, dass eng aneinander gekoppelt war.

Mit der Zeit ging der „peace“-Tel verloren, als wir uns Slogans zuwandten wie „rettet die Wale“, „rettet die Seehund-Babys“, Aufhören mit der Ablagerung giftiger Abfälle“ und „Anti-Kernkraft“ anstatt „Anti-Kernwaffen“. So verlagerte sich unser Schwerpunkt mehr in den Bereich Natur, und dies ließ den „peace“-Anteil immer mehr verschwinden. Als ich bei Greenpeace im Jahre 1986 ausgetreten bin, haben Greenpeace und die übrigen Umweltbewegungen die Menschen als Feinde der Erde, Feinde der Natur charakterisiert. Das konnte ich absolut nicht mittragen.

Als Ökologe betrachte ich alles Leben auf der Erde als ein einziges System. Bei Ökologie geht es um die Wechselbeziehungen sämtlicher unterschiedlicher Lebensformen, einschließlich der Menschen natürlich. Wir kamen aus der Natur, wir entwickelten uns aus der Natur aus evolutionärer Sicht wie alle anderen Spezies auch. Jetzt dagegen wird kolportiert, dass wir das einzig schlimme Wesen, die einzige schlechte Spezies sind. Sogar Unkraut ist besser als wir, Krankheitserreger sind nicht übel, sie sind einfach da, ein Teil der Natur. Weil es immer mehr in Mode kam, die Menschen als eine Art Ur-Sünde und als Feinde der Natur zu betrachten, habe ich Greenpeace schließlich verlassen. Ich habe nämlich nicht eine Sekunde daran geglaubt, dass wir Feinde der Natur sind, und später in diesem Interview werden Sie verstehen, dass meine Distanzierung von Greenpeace schon vier Jahre vor meinem Austritt begann.

Das war, als im Jahre 1982 in Nairobi auf einer Tagung anlässlich des zehnten Jahrestages der ersten Umweltkonferenz der UN 1972 in Stockholm in Kenia das United Nations Environment Program (UNEP) ins Leben gerufen wurde. Es war das erste Mal, dass eine UN-Unterorganisation in einem Entwicklungsland gegründet worden ist. Hier hörte ich zum ersten Mal den Terminus „nachhaltige Entwicklung“.

Die meisten Menschen denken, dass es sich bei nachhaltiger Entwicklung um einen Kompromiss handelt zwischen Umweltaktivisten und Industriellen, aber das ist er nicht. Es war ein Kompromiss unter Umweltaktivisten. Wenn man nämlich Umweltaktivist in einem Entwicklungsland ist, kann man nicht gegen Entwicklung sein. Die meisten Umwelt-Menschen aus den Industrieländern waren im Wesentlichen gegen Mega-Projekte wie große Staudämme und Kernkraftwerke. Sie waren immer gegen große Bauprojekte, und das sind sie bis heute. Aber falls man in einem Entwicklungsland gegen Entwicklung ist, wird man ausgelacht oder des Raumes verwiesen, weil sich Entwicklungsländer entwickeln, und das ist alles. Diese Länder versuchen einfach, ihren Bürgern ein besseres Leben zu vermitteln und dem Land mehr Wohlstand zu verschaffen.

Teil 2 mit dem Thema Kohlendioxid und Klima folgt demnächst
In Teil 3 nimmt Moore dann zum Thema Energie und Gesellschaft Stellung.
Übersetzt von Chris Frey EIKE
Link: https://wattsupwiththat.com/2018/03/13/a-conversation-with-patrick-moore/




Behaup­tungen über Beschleu­nigung des Meeres­spiegel-Anstiegs – gescheitert!*

Unter den Referenten bei dieser Anhörung fand sich auch Dr. James Hansen vom Goddard Institute for Space Studies der NASA, welcher seine infamen und jetzt widerlegten Ergebnisse der globalen Temperatur-Modelle vorstellte mit Temperaturprojektionen unter drei verschiedenen Szenarien der Zunahme von CO2-Emissionen. Diese haben den daraus resultierenden globalen Temperaturanstieg drastisch überschätzt:

Ebenfalls bei der Anhörung kam Dr. Michael Oppenheimer zu Wort, ein leitender Wissenschaftler beim Environmental Defense Fund. Er präsentierte Behauptungen, unter denen sich auch Projektionen des zukünftigen Meeresspiegel-Anstiegs befanden, zu welchem es während der kommenden Jahrzehnte kommen sollte.

Im Einzelnen behauptete Dr. Oppenheimer, dass…

dieser Anstieg der globalen Temperatur einen damit einhergehenden Anstieg des globalen Meeresspiegels verursacht infolge Wärmeausdehnung des Ozeanwassers und schmelzendem Inlandeis.

die globale Mittlere Temperatur wahrscheinlich im nächsten Jahrhundert um 0,3°C pro Jahrzehnt und der Meeresspiegel um etwa 6 cm pro Jahrzehnt steigen wird. Diese Raten sind 3 bis 6 mal höher als die historischen Raten.

weil sich die Ozeane nur langsam erwärmen, es eine Verzögerung zwischen Emissionen und dem vollen Einsetzen der daraus resultierenden Erwärmung gibt – eine Verzögerung von vielleicht 40 Jahren. Auf der Welt ist es derzeit ca. 0,5°C wärmer als vor einem Jahrhundert und dürfte sich um den gleichen Betrag weiter erwärmen, SELBST WENN DIE EMISSIONEN HEUTE BEENDET WERDEN.

Die EIA zeigt, dass die globalen Emissionen seit 1988 um über 60% zugenommen haben, und zwar um 13 Milliarden metrische Tonnen CO2 pro Jahr. Dr. Oppenheimer fuhr fort:

Diese Änderungen sind effektiv unumkehrbar, weil Treibhausgase langlebig sind.

Diese Erwärmung erfordert einige Anpassungsmaßnahmen wie etwa Deichbau. Das Aufgeben küstennaher Gebiete ist unvermeidlich.

Nunmehr 30 Jahre sind vergangen seit diesen düsteren Warnungen vor einem beschleunigten Anstieg des Meeresspiegels, welche auf der Anhörung präsentiert worden waren. Während dieses Zeitraumes sind die globalen CO2-Emissionen um über 60% gestiegen.

Mit Sicherheit müsste es nach 30 Jahren Anzeichen des damals projizierten beschleunigten Anstiegs sowie der anderen Vorgänge geben, und ebenso „Deichbauten und Aufgabe von Küstengebieten“ – so diese Projektionen eingetroffen wären.

Die NOAA hat soeben sein ausgedehntes Netzwerk von Tidenmesspunkten aktualisiert (142 Messpunkte) und die Messungen aus dem Jahr 2017 mit erfasst.

Diese gemessenen Daten zeigen unverdrossen, dass es während der letzten drei Jahrzehnte keine Beschleunigung des Anstiegs des küstennahen Meeresspiegels an diesen Punkten gegeben hat – obwohl dies auf der Anhörung damals hypothetisiert worden war.

Die NOAA unterhält Aufzeichnungen von Tidenmesspunkten an 16 Stellen, welche 99 Jahre oder noch länger zurück reichen. Sie stehen an der Pazifik-, der Atlantik- und der Golfküste. In der folgenden Graphik sind Beispiele am Battery Park in New York, San Francisco in Kalifornien, Honolulu und Key West in Florida gezeigt:

Die an den NOAA-Tidenmesspunkten ermittelten Raten eines Meeresspiegel-Anstiegs sind konsistent mit den Trends, welche 10 oder noch mehr Jahrzehnte zurückreichen. Sie zeigen, dass von dem behaupteten, vom Menschen verursachten Anstieg des Meeresspiegels keine Spur zu finden ist.

Diese Messergebnisse zeigen, dass natürliche Klimatreiber den Anstieg des küstennahen Meeresspiegels steuern, und nicht menschliche CO2-Emissionen.

Außerdem stellen diese Ergebnisse ernsthaft die Validität der Wissenschaft hinter dem Anstieg des globalen Meeresspiegels in Frage sowie diesbezügliche Abschätzungen und Behauptungen.

Link: https://wattsupwiththat.com/2018/03/14/1988-congressional-climate-change-hearing-claims-of-accelerating-sea-level-rise-failed/
Übersetzt von Chris Frey EIKE




Oberster Gerichtshof von Colorado nimmt Klima-Klage von Kindern an

Im Jahre 2013 reichten sechs Jugendliche, angestiftet von der Gruppe Earth Guardians, eine Petition ein mit der Forderung, dass die COGCC keine neuen Genehmigungen für Öl- und Gasbohrungen erhält, bis die Betreiber nachweisen, dass sie Bohrungen durchführen können, ohne die menschliche Gesundheit, die Sicherheit und die Umwelt zu beeinträchtigen. COGCC wies die Petition zurück und machte geltend, dass in deren gesetzlicher Satzung ausdrücklich festgelegt ist, dass die Öl- und Gaserzeugung im öffentlichen Interesse liegt.

Historisch legte die COGCC die Beweislast für wahrscheinliche Schäden jenen auf, die bestimmte Genehmigungen für Öl und Gas ablehnen. Repräsentiert durch ,Our Children’s Trust‘, einer in Oregon ansässigen Gruppe, welche derzeit in der ganzen Nation Klagen mit Klimabezug anstrengt, klagten die Kinder, und im März 2017 urteilte ein Bezirksgericht in ihrem Sinne und sagte, dass die COGCC Beweise für die Unbedenklichkeit hinsichtlich Gesundheit und Sicherheit erbringen muss, bevor über die geforderte Öl- und Gaserzeugung befunden werden kann.

Zerschlagen der Ausgewogenheit [Upsetting the Balance]

Die COGCC sprach sich einstimmig dafür aus, dieses Urteil dem Obersten Gerichtshof des Staates vorzulegen mit dem Argument, dass das Urteil der unteren Instanz der gesetzlichen Verpflichtung der Kommission widerspricht, die ökonomischen Vorteile von Bohrungen mit möglichen Bedenken bzgl. der Gesundheit der Menschen ins Gleichgewicht zu bringen.

Im Namen der COGCC forderte die Generalstaatsanwältin von Colorado Cynthia Coffman erfolgreich, dass der Oberste Gerichtshof die Klage annimmt. Coffman sagt, dass das Abwägen dieses Gleichgewichtes vor dem Gerichtsurteil eindeutig durch den Gesetzgeber gedeckt war, als die Kommission gegründet worden ist.

Tracee Bentley, Direktorin des Colorado Petroleum Council, gab ihrer Hoffnung Ausdruck, dass der Oberste Gerichtshof das Urteil der Vorinstanz aufheben werde.

„Wir freuen uns, dass der Oberste Gerichtshof der Annahme der Klage zugestimmt hat, fehlt doch dem Urteil der unteren Instanz eine robuste legale Grundlage“, sagte Bentley. „Falls der Oberste Gerichtshof das Urteil nicht aufhebt, gefährdet das ungerechtfertigte Urteil der unteren Instanz Arbeitsplätze, Einkommen sowie die Entwicklung natürlicher Ressourcen in unserem Staat – und all das für nichts und wieder nichts, denn die Öl- und Erdgas-Industrie von Colorado hat sich als ein guter Hüter der Umwelt erwiesen“.

,Zynischer Missbrauch von Kindern‘

Craig Rucker, Direktor des Committee for a Constructive Tomorrow CFACT sagt, dass Umweltgruppen Kinder missbrauchen, um Ziele zu verfolgen, welche den zukünftigen Lebensstandard dieser Kinder erniedrigen werden.

„Es ist schockierend zu sehen, zu welchen Mitteln die Gegner einer bezahlbaren und zuverlässigen Energieversorgung greifen. Mit dem zynischen Vorschieben von Kindern, um ein Gerichtsverfahren anzustrengen, welches ausschließlich den Interessen grüner Eliten dient, unterminieren Our Children’s Trust und Konsorten die Zukunft der heutigen Kinder.
Sie verdammen zukünftige Generationen zu einem Leben in Energieknappheit und Energiearmut, und das zu einer Zeit, in der unsere reichlichen Energievorräte und technologische Fortschritte Möglichkeiten zu eröffnen versprechen, die noch vor einigen Jahren unvorstellbar waren“, sagte Rucker.
Hier steht die Studie hinsichtlich der Auswirkungen eines Bohrverbots in Colorado nach Öl und Gas.
Bonner R. Cohen, Ph.D. is a senior fellow at the National Center for Public Policy Research.
Link: https://www.heartland.org/news-opinion/news/colorado-supreme-court-takes-up-childrens-climate-lawsuit