Neue Karte geother­mischer Wärme in der Antarktis zeigt, dass Steig & Mann 2009 nicht ,globale Erwär­mung‘ gemessen haben

Aber jetzt gibt es dank neuer und überraschender Daten eine interessante Wendung: Steig & Mann haben Trends der Lufttemperatur in genau den gleichen Gebieten erfasst, welche als geothermische Hot Spots identifiziert worden sind.

Zunächst die Presseerklärung des British Antarctic Survey vom 13. November 2017:

Neue antarktische Wärme-Karte enthüllt Hot Spots unter dem Eis

Ein internationales Team von Wissenschaftlern unter Federführung des British Antarctic Survey (BAS) hat eine neue Karte erstellt, welche zeigt, wie viel Wärme aus dem Inneren der Erde die Basis des antarktischen Eisschildes erreicht. Die Karte wurde vor ein paar Tagen in den Geophysical Research Letters veröffentlicht.

Das Team erstellte die aktuellste und genaueste Graphik mit höchster Auflösung des so genannten ,geothermischen Wärmeflusses‘ an der Basis des antarktischen Eisschildes. Von allen grundlegenden Informationen über Auslöser von Änderungen und Steuerung des Eisflusses ist diese Information die am wenigsten bekannte.

Abbildung 1: Die Karte der geothermischen Wärme unter dem antarktischen Eisschild in höchster Auflösung. Quelle: BAS

Die verwendeten Daten stammen zumeist von magnetischen Messungen, durchgeführt von Flugzeugen über dem Kontinent, und die Ergebnisse enthüllen die ,Hot Spots‘ unter dem westantarktischen Eisschild (WAIS) und der Antarktischen Halbinsel. Diese Gebiete sind die sich am schnellsten ändernden Gebiete des antarktischen Eisschildes.

Die Leitautorin, die Geophysikerin Dr. Yasmina Martos, welche die Arbeit beim BAS abgeschlossen hat, sagt:

Diese neue Karte der aus dem Inneren der Erde entweichenden Wärme wird unser Verständnis der Bedingungen am Grund des Eisschildes verbessern helfen, was unsere Fähigkeit stärkt, Änderungen in der Vergangenheit und in Zukunft besser zu verstehen, soweit es Änderungen des antarktischen Eisschildes und deren Auswirkungen auf den globalen Meeresspiegel betrifft“.

Der Ko-Autor am BAS, der Geophysiker Dr. Tom Jordan sagt:

Es ist unglaublich schwierig, Wärme aus dem Erdinneren unter 3 bis 4 km dicken Eisschichten unter extrem kalten und feindlichen Bedingungen direkt zu messen. Darum haben wir Magnetismus-Daten herangezogen, um daraus die Wärme abzuleiten, und wir waren sehr erfreut, um 30% bis 50% genauere Daten zu bekommen als in früheren Studien“.

Der antarktische Eisschild enthält die größten Reserven von Süßwasser auf unserem Planeten – etwa 70% des Süßwassers der Erde – und er verliert gegenwärtig Eis, was zum steigenden Meeresspiegel beiträgt.

Abbildung 2: Das Flugzeug vom Typ Twin Otter des BAS enthält geophysikalische Messapparaturen, welche einige der magnetischen Beobachtungen in der Antarktis sammelten.

Der Wissenschaftsdirektor des BAS, der Glaziologe Prof. David Vaughan sagt:

Falls wir uns vornehmen, die zukünftige Reaktion der Antarktis in einer sich erwärmenden Welt mit hinreichender Genauigkeit vorherzusagen, müssen die Wissenschaftler verstehen, welche Rolle jene Wärme aus dem Erdinneren dabei spielt. Wir wissen, dass der Wärmefluss in das Eis mit der Zeit ziemlich konstant ist, so dass sich der Eisschild daran adjustiert hat. Der Eisverlust der letzten Jahrzehnte ist tatsächlich das Ergebnis der Änderungen der Luft- und Ozean-Temperaturen. Wie der Eisschild auf diese jüngsten Änderungen reagiert, wird beeinflusst durch die Verteilung der geothermischen Wärme, und darum ist diese neue Karte so wichtig“.

Die Studie:

Heat flux distribution of Antarctica unveiled von Yasmina M. Martos, Manuel Catalan, Tom A Jordan, Alexander Golynsky, Dmitry Golynsky, Graeme Eagles, David Vaughan ist veröffentlicht in den Geophysical Research Letters hier.

Abstract

Antarktika ist das größte Eisreservoir der Erde. Das Verständnis der Dynamik des Eisschildes ist entscheidend zur Erkundung von Klimawandel in der Vergangenheit und für die Vorhersage zukünftiger Eis- und Meeresspiegel-Änderungen. Von den grundlegenden Parametern, welche den Eisfluss steuern und kontrollieren, ist der geothermische Wärmefluss der am wenigsten bekannte. Direkte Messungen des Wärmeflusses sind in der Antarktis schwierig zu messen, und bis jetzt wurden Karten des Wärmeflusses für den gesamten Kontinent nur abgeleitet aus magnetischen und seismologischen Daten von Satelliten mit geringer Auflösung. Wir stellen eine Wärmefluss-Karte mit hoher Auflösung vor und leiteten die damit verbundene Unsicherheit ab aus Spektralanalysen der besten kontinentalen Zusammenstellung von magnetischen Daten mittels Flugzeugen. Eine kleinräumige räumliche Variabilität und andere Phänomene, welche mit der bekannten Geologie konsistent sind, werden besser reproduziert als in früheren Studien mit einer Verbesserung zwischen 36% und 50%. Unsere hoch aufgelöste Wärmefluss-Karte und deren Unsicherheits-Verteilung bieten eine neue wichtige Randbedingung für Studien der zukünftigen subglazialen Dynamik und des Meeresspiegels.

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Und jetzt zurück zu einigen Behauptungen von Steig et al. 2009:

In der New York Times erkläre Steig im Dezember 2009:

Wir erkennen jetzt, dass die Erwärmung auf allen sieben Kontinenten der Erde in Übereinstimmung steht mit dem, was Modelle prophezeien als Reaktion auf Treibhausgase“. Quelle

Drew T. Shindell vom NASA Goddard Institute for Space Studies in New York und Ko-Autor der Studie sagt:

Es ist extrem schwierig, sich irgendeine physikalische Art und Weise vorzustellen, auf der zunehmende Treibhausgase nicht zu einer Erwärmung auf dem antarktischen Kontinent führen“.

Hm, sich das vorzustellen ist jedoch keineswegs schwierig, wenn man daran denkt, dass der Teil der Antarktis mit der stärksten vulkanischen Aktivität unter dem Eis auch die größte Freisetzung von Wärme zeigt. Bislang wurden 91 derartige Vulkane entdeckt (hier):

Abbildung 3: 91 Vulkane unter dem Eis – nach Bingham et al.

Auf Wikipedia findet man Folgendes über Nachfolgestudien von Steig et al. 2009:

Anfang 2013 haben David Bromwich, ein Professor der Polar-Meteorologie an der Ohio State University, und ein Team, darunter Experten von Wetterstationen in der Antarktis von der University of Wisconsin, eine Studie in ,Nature Geoscience‘ veröffentlicht, welche zeigt, dass die Erwärmung in der zentralen Westantarktis eindeutig ist – und wahrscheinlich die doppelte, von Steig et al. geschätzte Größenordnung aufweist. Der Schlüssel zur Arbeit von Bromwich et al. war die Korrektur der Fehler der unterschiedlichen Temperatur-Sensoren, welche für Aufzeichnungen an der antarktischen Byrd Station verwendet worden waren (die einzige langzeitliche Aufzeichnung in diesem Teil der Antarktis). Falsche Kalibrierungen haben dazu geführt, dass die Größenordnung der Erwärmung in den neunziger Jahren unterschätzt und die Größenordnung derselben im ersten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts überschätzt worden ist. Die überarbeitete Aufzeichnung der Byrd-Station steht in sehr guter Übereinstimmung mit den Eisbohrkern-Daten der nahe gelegenen WAIS-Scheide. Eine neue statistische Rekonstruktion zeigt eine signifikante Erwärmung in der gesamten Westantarktis bzgl. des jährlichen Mittels, getrieben von einer Erwärmung im größten Teil der Region im Winter und Frühjahr. Trends im Sommer und Herbst sind unbedeutend außer in der Antarktischen Halbinsel, wo sie nur im Herbst verbreitet auftritt. Diese Ergebnisse stimmen gut überein mit der Studie 2009 in ,Nature‘, obwohl allgemein die neuen Ergebnisse eine stärkere Erwärmung in der Westantarktis und geringere Erwärmung in der Ostantarktis als Ganzes zeigen.

Quelle

Ja, es zeigt sich Erwärmung in der Westantarktis und der Halbinsel, aber ist CO2 dafür die Ursache? Diese neuen Daten des geothermischen Wärmeflusses und die Studie des BAS ertränken diesen Gedanken in eiskaltem Wasser.

Die neue BAS-Studie betrachtet über 50 Jahre mit magnetischen Messungen, welche zusammengetragen worden sind von Tausenden Flugstunden über dem Kontinent. Wärmeres Gestein verliert seine magnetischen Eigenschaften, und daher konnte das Team die Abschwächung des Magnetismus‘ in bestimmten Gebieten berechnen und so eine Schätzung bzgl. des geothermischen Wärmeflusses ermitteln.

Und meine Güte, stellt man beide Karten nebeneinander, sehen sie sich erstaunlich ähnlich in den ,Hot Spot‘-Gebieten auf der Antarktischen Halbinsel und der Westantarktis:

Abbildung 4: Vergleich des geothermischen Flusses (links) mit dem Trend der Temperatur-Anomalie von Steig et al. 2009 in Grad Celsius (rechts). Graphischer Vergleich erstellt von Anthony Watts.

Trotz ihres fehlgeschlagenen Versuches, die Erwärmung in einem Gebiet der Antarktis als Erwärmung des gesamten Kontinents auszugeben, haben Steig und Mann vermutlich das Temperatursignal jenes Wärmeflusses aufgezeigt, welcher absolut nichts mit „Klimawandel“ oder „globaler Erwärmung“ zu tun hat.

Ich sage mal vorher, dass diese beiden zuvor nicht in Zusammenhang gebrachten Datensätze in einer zukünftigen Studie korreliert werden – nach viel Heulen und Zähneklappern der Klimawissenschaftler, die nicht von ihrer These ablassen wollen, dass die Erwärmung in der Antarktis ein „robustes“ Anzeichen von globaler Erwärmung ist.

Link: https://wattsupwiththat.com/2017/11/15/new-map-of-antarctic-geothermal-heat-suggests-steig-mann-2009-werent-measuring-global-warming/
Übersetzt von Chris Frey EIKE




UN räumen ein: Paris-Abkommen war ein Schwindel

Am 31. Oktober 2017 kommt ein Report des UN Environment Programme (UNEP) zu dem Ergebnis, selbst wenn jedes Land sich an die Versprechungen hält, Treibhausgase bis zum Jahr 2030 zu kappen – was im besten Falle zweifelhaft ist – wird die Temperatur der Erde bis zum Jahr 2100 immer noch um über 3°C zunehmen, was den Untergang des Planeten bedeuten würde, falls man den Behauptungen der Unterhändler aus dem Jahr 2015 Glauben schenkt.

Das UNEP sagt jedoch, dass wir „es schaffen können“, und macht diese Vorschläge:
Man erhöhe den Anteil an erneuerbarer Energie von 12,7% heute auf 30% bis zum Jahr 2020 (einer Schätzung der EIA in den USA zufolge wird der Anteil Erneuerbarer bis dahin nur auf 13,7% steigen),

man erhöhe die Nutzung von Elektrofahrzeugen auf 15%, verglichen mit dem 1% von heute

man verdoppele den Anteil an Massentransportmittel

man beschneide die CO2-Emissionen durch den Luftverkehr um 20%

man beende den Verbrauch von Kohle ab sofort, und

man zahle 1 Billion Dollar für „Klima-Maßnahmen“

Schiebt man einmal die reine Phantasievorstellung beiseite, dass die Welt die Nutzung erneuerbarer Energie und den Verkauf von Elektrofahrzeugen um 1500 Prozent steigern wird, ist der Gedanke, dass der globale Kohleverbrauch während der nächsten beiden Jahre abnehmen wird und dass die Länder tatsächlich 1 Billion Dollar für den Kampf gegen den Klimawandel aufbringen, absolut lächerlich.
Soweit ich das aus den wenigen verfügbaren Informationen entnehmen kann, haben alle Geber-Nationen der Erde bisher weniger als 15 Milliarden Dollar in den Green Climate Fond eingezahlt, seit dieser im Jahre 2014 geschaffen worden war. Nicht einmal 100 Milliarden und weit weniger als die 1 Billion, welche dem UNEP zufolge gebraucht werden.

Was die Kohle betrifft, befinden sich den UN-Berichten zufolge derzeit 273 Gigawatt Kohle-Kapazität weltweit im Bau, und weitere 570 Gigawatt Kapazität sind in der Planung – was eine Zunahme der globalen Energieerzeugung mit Kohle um 42% repräsentiert.

Das Pariser Klima-Abkommen ist ein Wohlfühl-Abkommen, zahnlos und ohne Hoffnung auf Erfolg. Der UNEP-Report machte dies unmissverständlich klar, wenn es nicht schon vorher klar gewesen wäre.

Glücklicherweise sind die düsteren Prophezeiungen der Klima-Apokalypse bis auf jedes Komma genauso fiktiv wie die Pariser Phantasien zur Lösung. Aus den Daten geht hervor, dass die Erde viel weniger sensitiv auf zunehmende CO2-Emissionen reagiert als von dem Modellen simuliert. Der katastrophale Klimawandel, zu dem es den das UNEP bestimmenden Alarmisten zufolge hätte kommen müssen, ist Prophezeiung für Prophezeiung bisher nicht eingetreten. Die Armut ist rückläufig, Lebensspannen verlängern sich, die globale Gesundheit verbessert sich und Ernteerträge steigen – und all das während der vermeintlichen Periode eines gefährlichen Klimawandels.

Trumps Rückzug aus dem Pariser Klima-Abkommen hat dieses nicht zu Fall gebracht. Das haben die in dem Abkommen enthaltenen Bedingungen und Ziele vollständig selbst vollbracht.

H. Sterling Burnett
SOURCES: Investor’s Business DailyUnited NationsU.N. Emissions Gap Report and Climate Change Weekly
Übersetzt von Chris Frey EIKE




Ein Artikel in der New York Times beweist endgültig, dass die Klima­wandel-„Krise“ zu 100% Politik ist

Protestierer schreien auf, als das Team von Trump bei den UN-Klimagesprächen die Kohle auf den Schild hebt

Lisa Friedman and Brad Plumer, 13. November 2017

BONN – Die Trump-Regierung gab ihr Debüt auf einer UN-Konferenz zum Klimawandel mit einer nachdrücklich vorgetragenen Verteidigung fossiler Treibstoffe und Kernenergie als Antwort auf die Verringerung globaler Treibhausgas-Emissionen.

Das Forum – das einzige offizielle Auftreten der US-Delegation während der jährlich stattfindenden zweiwöchigen Klima-Versammlung von fast 200 Nationen – illustrierte, wie scharf die Ansichten der Regierung im Gegensatz stehen zu denen vieler Schlüssel-Teilnehmer in den Klimaverhandlungen.

George D. Banks, Sonderberater von Präsident Trump bzgl. internationaler Klima-Angelegenheiten, leitete eine Kommission mit führenden amerikanischen Energie-Direktoren. „Ohne jeden Zweifel werden fossile Treibstoffe weiterhin verbraucht werden, und wir argumentieren, dass es im globalen Interesse liegt sicherzustellen, dass sie so sauber und effizient wie irgend möglich verbraucht werden“, sagte Mr. Banks. „Diese Kommission ist nur kontrovers, wenn wir es vorziehen, unsere Köpfe in den Sand zu stecken“.

Aber noch bevor das Trump-Team seinen Auftritt hatte, wurde die Konferenz über 10 Minuten lang unterbrochen durch Gruppen grölender und singender Protestierer. Die Protestierer gingen dann und hinterließen den Raum halb leer. Während des restlichen Vortrages brüllten Teilnehmer aus dem Auditorium Beamte des Weißen Hauses nieder und machten sich über diese lustig, als sie versuchten, Präsident Trumps geäußerten Standpunkt hinweg zu erklären, dass globale Erwärmung ein Betrug ist.

[…]

Der amerikanische Vortrag kam am gleichen Tag, an dem eine Studie veröffentlicht wurde des Inhalts, dass Emissionen weltweit steigen, nachdem sie drei Jahre lang auf einem Plateau verharrt hatten. Forschern zufolge war die Steigerung der Emissionen zum größten Teil auf das Verbrennen von Kohle in China und Indien zurückzuführen.

[…]

Kernkraft und Kohlenstoff-Abscheidung sind entscheidend für die Reduktion von CO2-Emissionen, aber nach Bonn zu kommen und diese Technologien zu befürworten ohne anzuerkennen, dass der Klimawandel eine Krise ist, ist eine logische Absurdität“, sagte Josh Freed, Direktor des Programms Saubere Energie bei der Denkfabrik Third Way.

[…]Immerhin hat Andrew Steer, der Präsident der in Washington ansässigen Umwelt-Denkfabrik World Resources Institute eingeräumt, dass Länder überall in Asien und Afrika weiterhin Kohlekraftwerke errichten, um Millionen den Zugang zu Strom zu ermöglichen. „Das ist keine Bosheit seitens dieser Länder, welche billigere Energie haben wollen“, sagte er.

Beamte der Trump-Regierung äußerten sich ähnlich. „Wir müssen über eine Milliarde Menschen aus der Energie-Armut führen“, sagte Mr. Banks. Er argumentierte weiter, dass während erneuerbare Energie eine „große Zukunft“ haben mag im Moment nur fossile Treibstoffe genügend Energie liefern können, um die Menschen aus der Armut zu holen.

[…]

Funktionäre aus Bangladesh, welches einen Großteil seiner Energie weiterhin mit Erdgas erzeugt, verfolgt Pläne zur Errichtung von 25 neuen Kohlekraftwerken bis zum Jahr 2022 (hier). Sie sagten, sie würden die Verwendung einer Technologie begrüßen, welche die Effizienz ihrer Kohlekraftwerke verbessert als Sprungbrett zu erneuerbarer Energie.

[…]

Mr. Banuri sagte, dass die Emissionen in Pakistan im kommenden Jahrzehnt wahrscheinlich steigen werden, wenn sich das Land aus der Armut befreit, obwohl es erneuerbarer Energie einen Schub verleiht, und dass es mehr tun könnte, wenn nur wohlhabendere Nationen mehr Hilfe bieten, die Kosten für Wind und Solar weiter zu drücken.

Aber jedwede nuancierte Diskussion über Energiepolitik wurde überschattet durch den Ärger über die Trump-Regierung, weil diese sich aus der globalen Gemeinschaft bzgl. des Kampfes gegen den Klimawandel zurückzieht.

Während einer Frage-und-Antwort-Runde übten Mitglieder des Auditoriums Druck auf die amerikanischen Beamten aus, die Haltung des Weißen Hauses zum Klimawandel eindeutig darzulegen.

New York Times

Na, dann schauen wir doch mal … es scheint einen allgemeinen Konsens (unter den im Artikel genannten Personen) zu geben, dass:

1. Kohle die zweit- oder drittgrößte Energie-Ressource mindestens bis Mitte des 21. Jahrhunderts sein wird,

2. Kohlenstoff-Abscheidung und Speicherung (CCS) „entscheidend ist zur Reduktion von CO2-Emissionen“ … (selbst wenn das niemals funktioniert sind die USA in einer exzellenten Lage, von CCS zu profitieren)

3. Kernkraft die einzige Kohlenstoff-freie Energiequelle ist, welche tatsächlich Kohle und eventuell Erdgas ersetzen kann

4. es eine „gute Sache“ ist, über eine Milliarde Menschen aus der Armut zu holen.

Für diese Zeloten ist die Anerkennung, dass menschliche Aktivitäten zur jüngsten moderaten Erwärmung der Erde beigetragen haben, unzureichend. Wir müssen *zugeben*, dass der „Klimawandel eine Krise ist“. Und unsere Buße dafür besteht darin, dass wir ihnen so viel wie möglich von unserem Geld übergeben, wie sie fordern; damit sie es an blutrünstige Diktatoren in der Dritten Welt verteilen können.

Eindeutig geht es bei COP23 und dem gesamten UNFCCC nicht darum, Lösungen zu finden für etwas, das im schlimmsten Fall ein kleines Problem ist. Ihr Ziel ist es, das Problem erheblich zu übertreiben, um Geld aus unseren blühenden westlichen Demokratien herauszupressen, primär von den USA. Und nur darum ging und geht es die ganze Zeit … man frage einfach die Talking Heads des IPCC und des UNFCCC.

Es ist immer das gleiche…:

Climate policy has almost nothing to do anymore with environmental protection, says the German economist and IPCC official Ottmar Edenhofer. The next world climate summit in Cancun is actually an economy summit during which the distribution of the world’s resources will be negotiated.

-– Ottmar Edenhofer, November 2010

Es ist immer das gleiche…:

This is  probably the most difficult task we have ever given ourselves, which is to intentionally transform the economic development model, for the first time in human history.”

Christiana Figueres, Executive Secretary of UNFCCC, February 2015

[Diese Zitate sind so sehr immer das gleiche, dass ich sie hier mal unübersetzt gelassen habe. Anm. d. Übers.]

Falls Klimawandel wirklich eine „Krise“ wäre, ist die Lösung trivial:N2N – von Erdgas zu Kernkraft. Da er aber keine Krise ist und Kohle weiterhin einen der drei Spitzenplätze der Energie-Ressourcen einnehmen wird mindestens noch bis Mitte des 21. Jahrhunderts, ist es an der Zeit, die Erneuerbare-Phantasievorstellungen aufzugeben und sich stattdessen auf die Energie-Ressourcen zu konzentrieren, welche tatsächlich die Welt versorgen und eine Milliarde Menschen aus der Energie-Armut holen können.

Es gab viel idiotisches Geschrei darüber, dass Präsident Trump den „Weg für die Dominanz Chinas bzgl. sauberer Energie“ (hier) bereitet hat, indem er sich von Paris zurückgezogen hat … Dabei lautet die reale Story, dass Rotchina die einzige Nation auf der Erde zu sein scheint, die sich ernsthaft der Kernenergie zuwendet.

Kernkraft in China

(aktualisiert im Oktober 2017)

Auf dem chinesischen Festland werden derzeit 37 Kernreaktoren betrieben, 20 sind im Bau, und der Baubeginn von weiteren ist geplant.

Unter den im Bau befindlichen Reaktoren sind einige der fortschrittlichsten der Welt. Geplant ist eine Zunahme der Kernkraft-Kapazität um 70% auf 58 GWe bis 2020/21. Die Pläne sehen außerdem eine Steigerung auf 150 GWe bis 2030 und noch weitere Steigerungen bis 2050 vor.

Der Impuls für die Kernkraft in China ist zunehmend die Luftverschmutzung aus Kohlekraftwerken.

Ziel der Politik Chinas ist ein geschlossener Kernbrennstoff-Kreislauf.

China ist weitgehend Selbstversorger bzgl. Design der Reaktoren und deren Bau ebenso wie bei anderen Aspekten des Treibstoff-Zyklus‘, aber es bedient sich in vollem Umfang westlicher Technologien, welche das Land übernimmt und weiterentwickelt.

Relativ zur übrigen Welt liegt eine wesentliche Stärke in der Kette der Versorgung mit Kernbrennstoff.

Ziel der Politik Chinas ist es außerdem, ,global zu werden‘ durch Exporte von Kernkraft-Technologie einschließlich grundlegender Komponenten in der Versorgungskette.

(…)

World Nuclear Association

Weitere relevante Daten zu Kohle und Kernkraft aus meinem früheren Beitrag zu COP23

Kapitel 4: Kohle

Übersicht

Im Referenzfall IEO2016 bleibt Kohle die zweitgrößte Energiequelle weltweit – hinter Petroleum und anderen Flüssigkeiten – noch bis zum Jahr 2030. Von 2030 bis 2040 wird sie die drittgrößte Energiequelle sein hinter flüssigen Treibstoffen und Erdgas. Der Weltkohleverbrauch nimmt von 2012 bis 2040 mit einer mittleren Rate von 0,6% pro Jahr zu, also von 153 Billiarden [quadrillion] Btu im Jahre 2012 auf 169 Billiarden Btu bis 2020 und bis 180 Billiarden Btu bis 2040.

(…)

U.S. EIA


Das Auffinden von Wegen, Strom aus Kohle auf eine Art und Weise zu erzeugen, die weniger Auswirkungen auf die Umwelt hat, ist eine weit produktivere Übung als vorzugeben, dass sie ersetzt wird durch Solarpaneele, Windturbinen, Feenstaub und Pupsen von Einhörnern.

Falls es wirklich eine dringende Notwendigkeit geben würde, den Klimawandel zu bekämpfen, wäre der einzige Spieler, der groß genug genug ist bzgl. dieses Kampfes N2N – Erdgas hin zu Kernkraft.

Link: https://wattsupwiththat.com/2017/11/15/new-york-times-article-conclusively-proves-that-climate-change-crisis-is-100-politics/
Übersetzt von Chris Frey EIKE




Autono­mes Fahren – Ein Schlag­licht auf den Stand der Dinge

Im Forum gab es dazu eine lebhafte Diskussion von Gegnern und Befürwortern der autonomen automobilen Fortbewegung. Neben einer Reihe kritisch-sachkundiger Kommentatoren meldeten sich wie üblich lautstark und zahlreich die Befürworter des klimatischen und elektroautomobilen Fortschritts zu Wort. Dutzendfach war da zu lesen, dass man ja gesehen habe, dass der Mensch schuld war, der Computer habe eine makellos weiße Weste, der Fortschritt der alleinseligmachenden elektromobil-fahrerlosen Zukunft sei nicht aufzuhalten und werde uns schon in wenigen Jahren von der Unbill des fehlbaren menschlichen Fahrzeuglenkers befreien. Leider erlaubte es das gezeigte Bild nicht, die Situation zu beurteilen. Stutzig machte allerdings der Text, wonach der Unfallgegner beim Rückwärtsfahren das Shuttle mit seiner Vorderseite „gerammt“ hatte. Ein rückwärts fahrendes Fahrzeug, das mit seiner Vorderseite ein anderes Fahrzeug „rammt“? Das verblüfft schon etwas. Wie so üblich bei Meldungen unserer heutigen „Qualitätspresse“: Wer die Wahrheit finden will, der muss schon selbst recherchieren.
Das Projekt
Einer Meldung von Engadget [ENGA] zufolge, einer „Multimediaorganisation an der Schnittstelle zwischen Technologie, Spielen und Unterhaltung“, handelt es sich um ein Projekt der Firma Navya, die das Shuttle herstellen, der Firma Keolis, laut Webseite weltweit führend beim Betrieb automatischer Metro- und Straßenbahnsysteme, sowie der Stadt Las Vegas. Das Shuttle bietet Platz für 12 Passagiere und transportiert diese bis zum 20. Januar 2018 mit einer maximalen Geschwindigkeit von 19 km/h (12 mph) kostenlos durch ein Vergnügungsviertel in Las Vegas. Auf dieser Route kam es dann schon kurz nach dem Start am 8. November zum Unfall.

Augenscheinliche Unfallsituation: Zwei Gebäude (schwarz) mit engem Zwischenraum und ein Sattelschlepper-LKW (rot), der rückwärts in die Lücke manövriert. Der grüne Kreis markiert die ausgeschwenkte Zugmaschine, die vom Shuttle (blau) blockiert wird


Was tatsächlich passiert ist
Erst bei genauer Betrachtung des in einer US-Onlinemeldung gezeigten Bildes [FOTO] wird klar, dass die Situation bei weitem nicht so eindeutig gewesen sein kann, wie dies in der Pressemitteilung der Stadt Las Vegas suggeriert wird. Auf diesem Foto erkennt man als Unfallgegner einen schweren Sattelschlepper-LKW, der im Liefereinsatz für einen Gewerbebetrieb war. Im deutschen SPON-Artikel war von einem „Lieferwagen“ die Rede, obwohl man hierzulande hierunter in der Regel lediglich einen Kleintransporter versteht. Der gezeigte LKW hat dagegen recht beeindruckende Abmessungen. Beim Rückwärtsrangieren in engen Umgebungen ist die Handhabung eines solchen Kolosses aufgrund der Sattelschlepper-Ausführung sehr knifflig. Zu den besonderen Handicaps gehört, dass der Fahrer beim Rückwärtsfahren mit der Zugmaschine oft weit nach beiden Seiten ausschwenken muss, da er den Auflieger nur so in die gewünschte Richtung schieben kann. Das ist eine Aufgabe, die volle Konzentration erfordert. Erschwerend kommt hinzu, dass man beim Ausschwenken der Zugmaschine meist nur eine Seite des Aufliegers im Rückspiegel sehen kann, weil dessen Aufbau auf der anderen Seite die Sicht nach hinten blockiert.

Beim Rückwärts manövrieren eines Sattelschleppers blockiert der Auflieger bei den Schwenks der Zugmaschine die Sicht in den Rückspiegeln auf einer Seite meist komplett


In der Unfallsituation [FOTO] betraf diese Sichtblockierung die rechte Fahrzeugseite, weshalb die Aufmerksamkeit des Fahrers selbstverständlich vorrangig den linken Außenspiegeln bzw. dem Bildschirm der evtl. vorhandenen Rückseitenkamera galt.
Erschwert wurde ihm das Manöver zusätzlich durch die Tatsache, dass er aus einer sowieso schon engen Durchgangsstraße rückwärts in eine noch viel engere Lücke zwischen zwei Gebäuden hineinmanövrieren musste. Bei einem solch diffizilen Manöver kann man zwangsläufig nicht auf alles achten – am wenigsten auf ein Fahrzeug auf der „falschen“ Seite des Zugfahrzeugs, das von einem elektronischen Volltrottel statt von einem denkenden Menschen geführt wird.
Das Fehlverhalten der Software
Während seines Manövers blockierte der Truck zwangsläufig die gesamte Breite der Durchgangsstraße. Menschliche Fahrer in anderen Fahrzeugen in diesem Bereich hätten in dieser Situation so frühzeitig angehalten, dass der Zugmaschine des LKW genügend Raum für die erforderlichen Lenkausschläge geblieben wäre.
Nicht so der Hochleistungsidiot am „Steuer“ des Shuttles. Anscheinend war es keinem der Programmierer für dieses „autonom“ fahrende Auto in den Sinn gekommen, diese im normalen Fahralltag übliche Situation in die Überlegungen bei der Softwareerstellung mit einzubeziehen. Aus der Stellung der Fahrzeuge kann man unschwer erkennen, was passiert sein dürfte. Das Shuttle hat den quer über der Straße stehenden LKW vermutlich als stehendes Hindernis eingestuft und ist so dicht aufgefahren, wie es das z.B. an Ampeln tun sollte. Da die Zugmaschine zu diesem Zeitpunkt sehr weit nach links ausgeschwenkt war, fuhr das Shuttle soweit heran, bis seine Vorderfront schon fast auf einer Linie mit der Mittelachse des Anhängers war. Damit blockierte es Schwenkmanöver des LKW-Fahrers nach rechts, während dessen Aufmerksamkeit der linken Seite seines Fahrzeugs galt. Dieser hatte augenscheinlich – und verständlicherweise – angenommen, dass andere Verkehrsteilnehmer als denkende Wesen nicht so dämlich sein würden, ihm den Manövrierraum zu blockieren, um anschließend einfach stur an Ort und Stelle stehenzubleiben. Selbst sehr unerfahrene Führerscheinneulinge hätten ihren Irrtum schnell erkannt und als nächstes versucht, sich rückwärts aus der Gefahrenzone zu bringen. Der Shuttlebus hat vermutlich weder zurückgesetzt noch gehupt, sondern schlicht nichts getan. Damit war die Streifkollision – im wörtlichen Sinne des Wortes – vorprogrammiert.
Fragwürdige Schuldzuweisung
Da in Verkehrsregeln meist festgelegt ist, dass ein stehendes Fahrzeug bei einem Unfall keinesfalls schuld sein kann, blieb der hinzugezogenen Polizei gar nichts anderes übrig, als sich den LKW-Fahrer vorzuknöpfen und ihm die Schuld zuzuweisen. Die wirklich Schuldigen sind jedoch die Geschäftemacher, die in Erwartung künftige Milliardendeals „Lösungen“ auf die Menschheit loslassen, die so offensichtlich unausgereift sind. Der Entwicklungsstand der Software scheint so unausgereift zu sein, dass es schon als kriminell eingestuft werden darf, Menschen im Straßenverkehr als unfreiwillige Versuchskaninchen hierfür zu missbrauchen. Mit derart stümperhaft gestrickten Software-Konzepten sind Unfälle früher oder später unausweichlich. Selbst ohne Verletzte oder gar Tote gehörten die verantwortlichen Manager eigentlich auf die Anklagebank.
Erschreckende Inkompetenz
Als Fazit ist festzuhalten, dass durch diesen Unfall erschreckend deutlich geworden ist, auf welch geradezu fahrlässig amateurhaftem Stand die Software sich tatsächlich befindet. Man darf unterstellen, dass sich vergleichbare Fehler auch bei zahllosen anderen Fällen des realen Straßenverkehrs zeigen dürften. Keinem Flugzeug würde man gestatten, mit derartig unausgereiften Programmen statt mit Piloten in die Luft zu gehen. Obwohl es auch im Straßenverkehr um Gesundheit und Leben von Menschen geht, wird man jedoch vermutlich leider nicht die eigentlich notwendigen Konsequenzen ziehen und weitere Straßentests verbieten, bis ein vertretbarer und vor allem weit höherer Reifegrad dieser Programme sichergestellt ist. Dem steht die aktuelle Goldgräberstimmung bei zahlreichen großen Akteuren entgegen. Deshalb wird voraussichtlich weiterhin dazu kommen, dass derart stümperhafte Fahrzeuge sogar in zunehmender Zahl auf der Straße herumkurven. Interessierten US-Konzerne wie die Google-Mutter Alphabet oder Tesla sind zu mächtig und verfügen für solche Fälle über ganze Heere hochbezahlter Rechtsanwälte. Denen wird nichts passieren, ebensowenig wie bei dem tödlichen Unfall mit einem Tesla unter einem angeblichen „Autopilot“, der anschließend flugs zum lediglich „fortgeschrittenen Assistenzsystem“ umetikettiert wurde. Stattdessen wird man immer denjenigen die Schuld in die Schuhe schieben, die mit der Blödheit der Automaten nicht gerechnet haben.
Das grundsätzliche Problem
Das entscheidende Problem bei „autonom“ fahrenden Fahrzeugen erwächst aus der Tatsache, dass der reale Verkehr vom Grundsatz her keine Aufgabe mit unverrückbar feststehenden Regeln ist. Künstliche Intelligenzen (KI) eignen sich dank der heute verfügbaren Rechner- und Speicherleistungen ganz hervorragend dafür, komplexe Aufgabenstellungen zu bewältigen, solange ein festes, unverrückbar definiertes Regelwerk gilt, wie es beim Schach oder beim Go-Spiel der Fall ist. In einer Fabrikhalle oder auf einem abgetrennten Firmengelände sind autonom navigierende Fahrzeuge schon heute von erheblichem Nutzen. Auf der Straße hat man es jedoch mit sich ändernden Regeln zu tun. Wann eine Abweichung davon Sinn macht und erlaubt oder gar geboten ist, muss auf intelligente Weise beurteilt und entschieden werden. Damit ist eine KI vermutlich noch lange überfordert. Wenn beispielsweise der Tanklaster mit Benzin, der vor einem auf der Straße steht, plötzlich anfängt zu brennen, müssen die Regeln geändert werden. Dann darf man sich nicht scheuen, auch mal eine durchgezogene Linie zu überfahren oder gar eine Einbahnstraße in falscher Richtung zu benutzen. Das erkennen und richtig einzuschätzen ist beim heutigen Stand der Sensorik und der Interpretation von Ausnahmesituationen wohl noch auf längere Sicht nicht möglich. Der Vorfall in Las Vegas wirft ein grelles Schlaglicht darauf. Eine wirkliche Straßentauglichkeit wird wohl noch auf etliche Jahre hinaus nicht zu erwarten sein. Auch wenn uns computerbegeisterte Freaks und Großverdiener mit Dollarzeichen in den Augen das Gegenteil weismachen wollen: Die Technik taugt zum jetzigen Zeitpunkt offensichtlich nur fürs Labor und keinesfalls für die Straße.
Fred F. Mueller
Quellen
[ENGA] https://www.engadget.com/2017/01/11/las-vegas-autonomous-shuttle-pilot/
[FOTO] http://www.foxnews.com/auto/2017/11/09/truck-driver-at-fault-in-las-vegas-driverless-shuttle-crash-say-police.html
[SPON] http://www.spiegel.de/auto/aktuell/selbstfahrender-bus-startet-und-wird-gerammt-a-1177118.html




Konsens-Klima­tologie kurz gefasst: Verrat der Integrität

Am 3. November postete Anthony einen Beitrag über ein neues statistisches Verfahren der Evaluierung von Klimamodellen (hier), veröffentlicht im „Geoscientific Model Development” (GMD), einem mir bis dahin unbekannten Journal. Leser bei WUWT werden sich an meinen kürzlichen Beitrag* erinnern über nicht erfolgreiche Versuche, etwas zu Fehlerfortpflanzung und Zuverlässigkeit der Klimamodelle zu veröffentlichen. Also dachte ich bei mir, „ein neues Journal, um es noch einmal zu versuchen“. Copernicus Publications veröffentlicht GMD unter der European Geosciences Union.

[Dieser Grundlagen-Beitrag steht auf deutsch beim EIKE hier. Der Beitrag wird im Folgenden noch ein paarmal verlinkt, dabei beschränke ich mich aber nur auf die Verlinkung zum Original. Anm. d. Übers.]

Das Journal wirbt für sich selbst so: „ein internationales wissenschaftliches Journal, welches sich Veröffentlichungen und öffentliche Diskussionen auf die Fahnen geschrieben hat, ebenso wie Beschreibung, Entwicklung und Evaluierung numerischer Modelle des Systems Erde und dessen Komponenten“. Es werden Studien willkommen geheißen, worunter auch solche über „neue Verfahren für die Bewertung von Modellen einschließlich Arbeiten zur Entwicklung neuer Metriken enthalten sind zur Bewertung der Güte der Modelle sowie neuer Wege des Vergleichs zwischen Modellergebnissen und beobachteten Daten“.

GMD ist das perfekte Journal für das neue Verfahren der Modell-Evaluierung durch Weitergabe von Kalibrierungsfehlern. Also versuchte ich es und reichte mein Manuskript ein. Es trug den Titel [übersetzt] Weitergabe von Fehlern und die Verlässlichkeit von Projektionen der globalen Lufttemperatur“ (hier als PDF mit 13,5 mb). Copernicus beauftragte einen „Themen-Editor“ mittels Bezug auf Schlüsselworte im Manuskript.

Mein Einreichen dauerte keine 24 Stunden. Das Manuskript wurde postwendend abgelehnt und von der Website des Journals entfernt. Der thematische Herausgeber war Dr. James Annan, ein Klimamodellierer. Folgendes schrieb er:

Topical Editor Initial Decision: Reject (07 Nov 2017) by James Annan

Kommentar an den Autor:

Dieses Manuskript ist dumm, und ich ärgere mich, dass ehrbare Wissenschaftler ihre Zeit verschwenden mit der Begutachtung desselben. Der triviale Fehler des Autors besteht in der Hypothese, dass der Fehler von 4 W/m² beim Wolken-Antrieb auf jährlicher Basis entsteht. Nirgendwo wird in dem Manuskript erklärt, warum der jährliche Zeitmaßstab herangezogen wird und nicht ein Zeitmaßstab von Stunden, Tagen und Jahrhunderten, was hinsichtlich der Ergebnisse einen gewaltigen Unterschied ausmachen würde. Der 4 W/m²-Fehler ist in Wirklichkeit unabhängig von der Zeit, und folglich ist der Zeitmaßstab tatsächlich unendlich, falls jemand versucht, dieses Verfahren anzuwenden. Natürlich ist es dies, was die Verwendung von Anomalien für die Abschätzung von Änderungen unterstreicht anstatt absolute Temperaturen zu verwenden. Ich bin sicher, dass der Autor dies bereits bei zahlreichen Gelegenheiten hat verlauten lassen, und die Wiederholung dieses Prozesses im GMD hat keinen nützlichen Zweck.

Bevor ich die inkompetente Herrlichkeit der Ansichten von Dr. Annan zerpflücke, will ich eine sehr relevante Exkursion in die ethischen Richtlinien von GMD hinsichtlich Interessenkonflikte durchführen.

Aber falls man meine Kompetenz-Abschätzung jetzt gleich lesen möchte, ziehe man die 12 Standardfehler der Begutachter heran (12 standard reviewer mistakes). Dr. Annan hat es fertig gebracht, viele ignorante Ausfälle in diesem einen kurzen Abschnitt unterzubringen.

Aber was die Ethik-Richtlinien für die Herausgeber betrifft, findet sich bei GMD unter Anderem:

Ein Herausgeber sollte alle zur Veröffentlichung eingereichten Manuskripte einer neutralen Bewertung unterziehen…

Die Herausgeber sollten Situationen realer oder wahrgenommener Interessenkonflikte vermeiden, durch welche die Beurteilung von Manuskripten verzerrt werden könnten“.

Copernicus Publications geht noch weiter und hat eine spezielle „Competing interests policy“ für Herausgeber:

Ein Interessenkonflikt liegt vor, wenn es irgendeine Interferenz gibt mit der objektiven Entscheidungsfindung seitens eines Herausgebers oder einer objektiven Begutachtung durch den Beurteiler. Derartige sekundäre Interessen können finanzieller oder persönlicher Art sein oder in Beziehung zu irgendeiner Organisation stehen. Falls Herausgeber oder Beurteiler ihren eigenen Interessenkonflikt bemerken, müssen sie dies offenlegen und – falls notwendig – sich aus der Begutachtung des jeweiligen Manuskriptes zurückziehen.

Es ist eine wunderbare Ironie, dass ich in meinem Begleitbrief an die Leitende Herausgeberin Dr. Julia Hargreaves genau diese Beobachtung gemacht habe, und forderte:

Unglücklicherweise ist es erforderlich, Ihre Aufmerksamkeit auf den sehr klaren professionellen Interessenkonflikt zu lenken, der sich für jedweden potentiellen Begutachter ergibt, welcher sich zu Forschungszwecken auf Klimamodelle stützt. Gleiches gilt für einen Begutachter, dessen Forschung sich auf den Konsens hinsichtlich des klimatologischen Einflusses von CO2 bezieht.

Daher wird gefordert, dass die Wahl des Begutachters nur unter Wissenschaftlern erfolgt, die nicht von derartigen Konflikten betroffen sind.

Ich verstehe, dass diese Studie einen ernsthaften Test der professionellen Integrität präsentiert. Nichtsdestotrotz habe ich Vertrauen in Ihre Überzeugung der vollen Präzision der Wissenschaft.

Es stellt sich heraus, dass Dr. Annan Ko-Chef von Blue Sky Research, Inc. Ltd. ist, einem profitorientierten Unternehmen, welches Klimamodellierung zum Mieten anbietet, und dass er mindestens einen körperschaftlichen Vertrag (hier) hat. Kann man daraus schließen, dass Dr. Annan einen finanziellen Interessenkonflikt mit einer entscheidend negativen Bewertung der Zuverlässigkeit von Klimamodellen hat?

Ist des Weiteren die Vermutung angebracht, dass er möglicherweise eine stark negative, sogar reflexive zurückweisende Einstellung bzgl. einer Studie hat, welche definitiv zu dem Ergebnis kommt, dass Klimamodelle keinen prognostischen Wert haben?

Im Lichte dieser nur zu offensichtlichen Interessenkonflikte – hat der Editor Dr. Annan sich selbst wegen Befangenheit angesichts der aktuellen ernsten und drohenden Untauglichkeit als Begutachter zurückgezogen? Nein!

Aber es kommt sogar noch besser.

Dr. Julia Hargreaves ist Leitende Herausgeberin und Direktorin von GMD. Ich habe ihr die E-Mail-Korrespondenz mit dem Journal per CC zukommen lassen. Es liegt in ihrer Verantwortlichkeit, darauf zu achten, dass die ethischen Richtlinien des Journals eingehalten werden.

Hat sie Dr. Annan aus der Begutachtung zurückgezogen? Nein!

Ich habe die finanziellen und professionellen Interessenkonflikte von Dr. Annan Copernicus Publications zukommen lassen. Der Verleger ist der ultimative Administrator der Ethik des Journals.

Hat der Verleger eingegriffen, um Dr. Annan zu entschuldigen? Nein!

Es stellt sich außerdem heraus, dass die Leitende Verlegerin von GMD Dr. Julia Hargreaves die andere Ko-Direktorin von Blue Sky Research, Inc. Ltd. ist. Sie unterliegt also dem gleichen Interessenkonflikt wie Dr. Annan.

Julia Hargreaves und James Annan sind außerdem ein zusammen lebendes Paar, vielleicht sogar verheiratet. Man kann nicht anders als sich zu fragen, ob es da vielleicht ein Gespräch am Mittagstisch gegeben hat.

Ist Julia in der Lage, mit dem offensichtlichen finanziellen Interessenkonflikt von James umzugehen? Offenbar nicht mehr als es James selbst ist. Ist Julia in der Lage, mit ihrem eigenen offensichtlichen Interessenkonflikt umzugehen? Kann James bei GMD schalten und walten wie er will? Es liegt auf der Hand, die Antworten lauten nein und ja.

Sollten die finanziell in Konflikten steckenden Julia und James überhaupt irgendwelche verlegerische Verantwortung haben bei einem seriösen Journal, welches sich angeblich der kritischen Bewertung von Klimamodellen verschrieben hat?

Sowohl Dr. Annan als auch Dr. Hargreaves legen auch einen Forschungsschwerpunkt auf Klimamodellierung. Jedwede Geldzuwendung hängt von der wahrgenommenen Qualität der Klimamodelle ab. Sie haben damit einen separaten professionellen Interessenkonflikt bei jeder kritischen Studie zu Klimamodellen, welche zu negativen Schlussfolgerungen kommt.

So viel zu Interessenkonflikten.

Kommen wir jetzt zu den technischen Bemerkungen von Dr. Annan. Das werde ich kurz machen. Wir können seinen äußerst unprofessionellen ersten Satz mitleidig übergehen.

Er schrieb: „… Fehler von ~4 W/m² beim Wolken-Antrieb…“ außer dass es ±4 W/m² heißen muss und nicht wie Dr. Annan es schreibt +4 W/m². Offensichtlich gilt für Dr. Annan, dass ± = + ist.

Und ±4 W/m² ist eine Kalibrierungs-Fehlerstatistik und nicht ein energetischer Antrieb. Dieser Satz allein macht die Fehler 2, 4 und 6.

Wie kann es sein, dass ein PhD in Mathematik nicht rms (root-mean-square) versteht und nicht unterscheiden kann zwischen einem ± und einem +? Wie kommt es, dass ein PhD-Mathematiker unfähig ist, eine physikalisch reale Energie von einer Statistik zu unterscheiden?

Weiter. „…die Hypothese, dass der Fehler auf jährlicher Basis errechnet wird“.

Jene „Hypothese“ ist stattdessen eine Demonstration. Ganze zehn Seiten im Manuskript sind der Tatsache gewidmet, dass der Fehler aus den Modellen entsteht, dass er ein systematischer Kalibrierungsfehler ist und notwendigerweise stufenweise voranschreitet.

Hier hat Dr. Annan die Ehre, die Fehler 4 und 5 zu machen.

Weiter. „Nirgendwo wird in dem Manuskript erklärt, warum der jährliche Zeitmaßstab herangezogen wird und nicht ein Zeitmaßstab von Stunden, Tagen und Jahrhunderten…“. Aber genau dieses warum wurde im Manuskript im Abschnitt 2.4.1 (Seiten 28 bis 30) begründet, und die gesamte Herleitung steht in der Unterstützenden Information im Abschnitt 6.2.

Dr. Annan verdient eine spezielle Auszeichnung für außerordentlich schlampiges Durchlesen.

Weiter zu „der 4 W/m²-Fehler ist tatsächlich zeitlich invariabel…“

Wie Mr. UndDannIstDaNochDiePhysik, Nick Stokes und Dr. Patrick Brown versteht Dr. Annan offensichtlich nicht, dass ein zeitliches Mittel eine statistische Förderung [conveying] ist, mittlere Magnitude pro Zeiteinheit“. Dieses Konzept wird im PhD offenbar nicht abgedeckt.

Und dann: „der korrekte Zeitmaßstab ist tatsächlich unendlich“

Außer dass er nicht unendlich ist (siehe oben), aber Dr. Annan hat eine eigennützige Interpretation gewählt. Dr. Annan schrieb tatsächlich, dass seine +4 W/m² „zeitlich invariant“ sind, was auch konsistent ist mit einem unendlich kurzen Zeitraum. Die sich fortpflanzende Unsicherheit ist dann ebenfalls unendlich. Gute Arbeit, Dr. Annan!

Vorletzter Punkt: „Dies ist es, was die Verwendung von Anomalien für die Abschätzung von Änderungen stützt…“. Hier geht Dr. Annan wieder davon aus, dass die ±4 W/m²-Statistik ein konstanter physikalischer +4 W/m²-Ausgleichs-Fehler ist, womit er erneut die Fehler 4, 6, 7 und 9 begeht.

Und es macht immer Spaß, mit einer Ironie zu enden: „Ich bin sicher, dass der Autor dies bereits bei zahlreichen Gelegenheiten hat verlauten lassen…“

Hier schließlich hat Dr. Annan nun recht (außer grammatisch, versorgt er doch ein Substantiv im Singular mit einem Pronomen im Plural).

Ich warte immer noch darauf, einem einzigen Klima-Modellierer zu begegnen, der versteht, dass:

● „±“ nicht gleich „+“ ist;

eine Fehlerstatistik physikalisch keine Energie ist;

die Verwendung von Anomalien nicht physikalische Unsicherheit beseitigt

dass Modelle überhaupt kalibriert werden können

oder dass sich ein systematischer Kalibrierungsfehler auch nachfolgende Berechnungen durchzieht.

Dr. Annan ist jetzt Mitglied in diesem Chor.

Die Vorherrschaft von Mathematikern wie Dr. Annan unter den Klimamodellierern erklärt, warum die Klimamodellierung derartig vor sich hin torkelt. Die Liste der Veröffentlichungen von Dr. Annan illustriert das Problem. Nicht eine einzige Studie betrifft die Einführung einer neuen physikalischen Theorie in ein Modell. Bei Klimamodellierung geht es ausschließlich um Statistik.

Man muss kaum erwähnen, dass Statistik keine Physik ist. Aber jene absolut entscheidende Differenzierung ist offensichtlich den Klimamodellierern verloren gegangen und sogar auch den Konsens-Wissenschaftlern.

Keiner dieser Herrschaften ist ein Wissenschaftler. Keiner von ihnen weiß, wie man wissenschaftlich denkt. Sie haben das gesamte Modellierungs-Unterfangen zu einem warmen kleinen Pool von platonischem Idealismus gemacht, unbeeinflusst von den kalten, unablässigen Strömungen der Wissenschaft und deren schrecklich unpersönlichen Tests mittels Experimenten, Messungen und physikalischer Fehler.

In ihren Händen wurden die Klimamodelle vervollkommnet, sind aber keineswegs genauer geworden. Tatsächlich scheinen sie unabhängig von der Theorie von Lindzen und Choi keinen irgendwie gearteten Fortschritt in der physikalischen Theorie des Klimas seit mindestens 1990 gebracht zu haben. Dies ist der unheilvolle Einfluss der Wissenschaft auf zwanglosen mathematischen Idealismus.

Die gesamte Antwort des Journals steckt voller Fake-Ethik und arroganter Inkompetenz. Meiner Ansicht nach hat sich die GMD-Ethik als ein Deckmäntelchen erwiesen für ein Haus, das der Korruption verfallen ist; ein Betrug. Ebenfalls meiner Ansicht nach steht diese eine Episode sinnbildlich für die gesamte Konsens-Klimawissenschaft.

In meinen Antworten an das Journal wies ich auf Dr. Annans Interessenkonflikte ebenso hin wie auf offensichtliche Fehler. Auf dieser Grundlage forderte ich, das Manuskript wieder zu akzeptieren.

Das Journal blieb bisher still, trotz der klaren Verletzungen seiner eigenen ethischen Verpflichtungen.

Link: https://wattsupwiththat.com/2017/11/12/consensus-climatology-in-a-nutshell-betrayal-of-integrity/
Übersetzt von Chris Frey EIKE