Energie-Effizienz, Smart Meter und Klimapolitik

Es ist ein Allgemeinplatz herkömmlicher Denkweise in der Klimapolitik, dass Verbesserungen der Konversions-Effizienz hinsichtlich von Prozessen und Geräten von industriellen Verfahren über Maschinen und heimische Boiler bis hin zu Waschmaschinen Reduktionen ihres Energieverbrauchs liefern werden. Die folgende Graphik der International Energy Agency IEA aus dem Vortrag von Dr. Birol Melchett im vorigen Jahr ist hierfür wohl der klassische Beleg:

Abbildung: Globale Reduktionen von CO2-Emissionen im zentralen und 2C-Szenario durch Technologie. Quelle: IEA 2017

Der die „Energieeffizienz“ repräsentierende hellblaue Keil (der Begriff ,Energieeffizienz‘ ist eigentlich ein falscher Ausdruck, da die IEA Energie-Einsparung meint, d. h. eine Reduktion des Energieverbrauchs) macht etwa 40% der Emissions-Reduktionen im Jahre 2040 aus. Aber wie anderswo auf diesem Blog diskutiert, sind die praktischen Erfahrungen in der realen Welt hinsichtlich Energieeffizienz-Politik sehr entmutigend. Diesbezügliche politische Maßnahmen funktionieren nicht so gut wie Vorhersagen, entweder weil sie nicht umgesetzt werden oder weil sich die behauptete Effizienz nicht materialisiert oder weil die erhoffte Energieeinsparung mehr als kompensiert wird durch zunehmenden Verbrauch oder die Verwendung der eingesparten Energie für andere Zwecke. Tatsächlich gibt es einen stetigen Fluss von Meldungen des Inhalts negativer praktischer Erfahrungen hinsichtlich vermeintlich effizienter, weniger Energie verbrauchender Geräte. In der Times erschienen während der letzten paar Wochen gleich zwei Beiträge hierzu (hier und hier).

Nichtsdestotrotz bestehen die IEA und viele andere Organisationen ohne jede vernünftige theoretische oder empirische Rechtfertigung darauf, vermeintlich Energie „eingespart“ zu haben, um die projizierten Emissionseinsparungen zu erreichen. Trotz dieses offensichtlichen Vertrauens wissen Analysten, dass die Zahl von 40% der IEA jeder Grundlage entbehrt und einfach das Residuum ist, nachdem alle anderen Optionen zu Emissions-Reduktionen auf das plausible Maximum angewendet worden waren. Angesichts der Grenzen selbst einer optimistischen Einschätzung des Potentials von Erneuerbaren sowie der negativen Aussichten für Kernkraft und Gas (welche in einem sonst unverzerrten Markt tatsächlich bezahlbare substantielle Energieeinsparungen bringen könnten), hat die IEA einfach die Quadratur des Kreises angeordnet, indem willkürlich die Welt-Nachfrage nach Energie im Modell gedrosselt wird, wobei die IEA diesen lässigen Dirigismus zynisch mit dem Terminus „Effizienz“ belegt.Man fragt sich, wie Mr. Birol, der Direktor der IEA, sich vor diese Folie stellen kann ohne rot zu werden.

Zu Verbesserungen bzgl. Energieeinsparung kommt es spontan in jedweder Ökonomie – die Verbraucher haben stets jeden Anreiz, bessere Maschinen und Apparate zu kaufen – und die Beschlagnahme dieses absolut wünschenswerten Prozesses durch Regierungen, die danach trachten, ihr Gesicht zu wahren, ist eine der deprimierenderen Aspekte einer zeitgemäßen Energie- und Klimapolitik. Etwas sehr Ähnliches ist der Fall, wenn es um „Smart Meters“ geht. Es gibt grundsätzlich nichts, was man gegen eine gute Informations-Technologie am Stromzähler haben kann, wenn es das Ziel ist, dem Verbraucher Zugang zu Strom zu billigeren Preisen zu verschaffen, falls dieser verfügbar ist. Aber es ist sehr zweifelhaft, ob der Vorteil für die Verbraucher ausreichend stark und verbreitet ist, um dieselben zu einem spontanen Einbau von Smart Meters in einer Größenordnung zu motivieren, welche die Regierung verlangt, um die Nachfrage der Haushalte zu bremsen und damit die Integration unkontrollierbarer Erzeugung von Strom durch Erneuerbare zu erleichtern. Einige Verbraucher mögen tatsächlich der Meinung sein, dass sich das für sie rechnet, aber es ist sehr unwahrscheinlich, dass 11 Millionen Haushalte, fast die Hälfte aller Haushalte in UK, dies tatsächlich getan hätten, wenn sie nicht durch die eifrigen Administratoren im Department of Business, Energy and Industrial Strategy (BEIS) dahingehend geistig manipuliert worden wären, haben diese doch Druck in Gestalt von Vorschriften auf die Versorger ausgeübt, ihren Kunden Smart Meters aufzudrücken.

Ist das wirklich etwas Gutes? Die Regierung scheint nervös zu sein ob der Reaktion der Öffentlichkeit, und am 12. 8. 2018 schickte die Regierung Mr. Dermot Nolan, Direktor der zuständigen Behörde für Gas- und Strommärkte Ofgem, in voraus eilendem Gehorsam zum Daily Telegraph, um diese Politik zu unterstützen. Mr. Nolan sagt uns, dass die „Auslieferung“ von Smart Meters eine der bedeutendsten „Aufwertungen“ bzgl. heimischer Energie seit Jahrzehnten ist, und dass Ofgem mit der Regierung „zusammen arbeitet“, um „sicherzustellen, dass alle Verbraucher heute und in den nächsten Jahren die Vorteile zu spüren bekommen“.

Einige dieser Vorteile sind kompliziert. „Zunehmend billigere“ Erneuerbare stehen nicht immer zur Verfügung, wenn sie gebraucht werden, und „in der Vergangenheit“, so bemerkt Mr. Nolan, hätte das bedeutet, dass die Verbraucher viel höhere Kosten für das System hätten aufbringen müssen, aber dank der Smart Meters können die Verbraucher jetzt Auf Wiedersehen sagen zu der Misere „teurer Backup-Kraftwerke“. Allein es ist nicht ,Auf Wiedersehen‘, wie sich zeigt. In einer von mehreren leichten Gewissensbissen, welche zwischen den Worten in dem Artikel durchschimmern, räumt Mr. Nolan ein, dass Smart Meters lediglich „nur einige der Kosten wieder einspielen“, aber nicht alle. Da er einige zahlen liefert, können wir die Größenordnung in etwa abschätzen. Er schreibt:

Nach Untersuchungen des Imperial College könnte ein flexibleres Energiesystem, das von intelligenten Zählern unterstützt wird, Großbritannien bis 2050 zwischen 17 und 40 Milliarden Pfund Sterling einsparen. Das bedeutet niedrigere Energierechnungen für alle Haushalte und Unternehmen.
2050 ist 32 Jahre voraus, so dass die Einsparungen im Durchschnitt zwischen £ 500 Millionen und £ 1,25 Milliarden pro Jahr liegen. Es gibt etwa 26 Millionen Haushalte und selbst unter der Annahme, dass alle Einsparungen direkt durch diese Haushalte wahrgenommen werden, würde der Nutzen zwischen 20 und 50 Pfund pro Haushalt und Jahr betragen.
Diese Einsparung ist zwar zu begrüßen, verursacht aber kaum mehr als eine Delle in den Kosten der Erneuerbare-Energien-Politik. Im Jahr 2014 veröffentlichte die Regierung das letzten Mal detaillierte Schätzungen der Auswirkungen von Preisen und Rechnungen (Estimated Impacts, 2014). Das damalige zuständige Ministerium, das Department of Energy and Climate Change (DECC), prognostizierte dass im zentralen Preisszenario für fossile Brennstoffe im Jahr 2030, die Subventionen für erneuerbare Energien, einschließlich der Kosten der Kapazitätsreserve, die erforderlich ist, um die Versorgung bei launigem Wind- und Sonnenstrom zu sichern und der Preis für CO2 Emissionen zusammen etwa 220 Pfund pro Jahr Aufschlag, auf die durchschnittliche Stromrechnung der Haushalte betragen würde. Im Low-Cost-Szenario für fossile Brennstoffe wurde diese Zahl [bereits] auf 272 Pfund pro Jahr geschätzt. Kein Wunder, dass Mr. Nolans Gewissen zuckte.“
Des Weiteren schätzte das DECC, dass Smart Meter den Verbrauchern etwa 19 £ pro Jahr sparen würde, was in etwa der niedrigeren Zahl entspricht, die der kürzlich von Herrn Nolan zitierten Studie des Imperial College entsprechen würde. Es ist jedoch sehr merkwürdig, dass das DECC schätzt, dass nur 5 £ pro Jahr durch „Preiseffekte“, dh. durch die Möglichkeit, niedrigere Preise zu Zeiten von Wind und solaren Überschüssen zu nutzen, erzielt werden. Herr Nolan präsentiert diese Ausweichmöglichkeit als den  der Tat als die Unique Selling Proposition [Einzigartiges Verkaufsargument] des Smart Meter. Der größte Teil der Einsparungen, £ 14 pro Jahr, soll den „Energieeffizienz“ -Effekten von Smart Meters zugeschrieben werden, was nichts anderes als eine geringere Nachfrage [oder gar Lastabwurf = abschalten] bedeutet. Die DECC-Analyse schätzt in den Auswirkungen, dass dies zu einer Reduzierung des Verbrauchs von etwa 100 kWh pro Jahr, also einer 2% ige Kürzung führen würde.

Alles in Allem zeigt sich bei genauem Hinsehen auf das Statement von Mr. Nolan in Verbindung mit der DECC-Analyse aus dem Jahr 2014 eindeutig, dass Smart Meters nur sehr geringe Vorteile bieten, wenn überhaupt welche. Vermutlich hätten nur sehr Wenige diese Geräte spontan übernommen auf der Grundlage vertrauenswürdiger Aussichten. Warum gibt es dann diesen administrativen Schub zur Verbreitung? Falls man mit dem Hintergrundwissen des legislativen Zusammenhangs liest, erklärt Mr. Nolans Statement im Telegraph die Lage. Er schreibt:

Ofgem, dessen einziges Ziel es ist, die Interessen der Energieverbraucher zu schützen, arbeitet mit der Regierung zusammen, um bei der Verbreitung der Smart Meter behilflich zu sein. Es ist unsere Aufgabe sicherzustellen, dass die Energieversorger ihren Verpflichtungen bzgl. Angebote und Installation gerecht werden.

Nun könnte man aber fragen, falls wirklich der Schutz der Verbraucher-Interessen das einzige Ziel von Ofgem ist, warum der Gesetzgeber die Verbraucher nicht warnt, dass die Vorteile von Smart Meters im besten Falle sehr gering sind und dass der Verbrauch variiert, und zwar tatsächlich bis zu einem Ausmaß, dass sich für viele individuelle Verbraucher überhaupt keine Vorteile ergeben. Kann es sein, dass Mr. Nolan arglistig redet? Natürlich nicht, aber sein Verständnis des Terminus‘ „Verbraucherinteresse“ in seinem Satz ist nicht das, was ein unvoreingenommener Leser darunter verstehen würde. Wie es seine Pflicht ist denkt Mr. Nolan, dass die Aufgabe von Ofgem der Definition im Energy of Act 2010 folgt (dazu mehr hier), wo der Terminus „Verbraucher“ sich sowohl auf heutige als auch auf zukünftige Verbraucher konzentriert, und „Interesse“ wird „als ganzes betrachtet“ und enthält auch „die Reduktion von Emissionen von Treibhausgasen bei der Gas- und Stromversorgung“.

Dies repräsentierte eine sehr bedeutende Revision der Aufgabe von Ofgem, wie sie zuvor im Utilities Act aus dem Jahr 2000 definiert worden war. Diese Revision machte den Regulator zu einem Teil der Durchführung der Klimapolitik. Smart Meters mögen den Verbrauchern keine wesentlichen finanziellen Einsparungen bringen, aber sie sind integraler Bestandteil der Politik bzgl. Erneuerbarer, welche wiederum ein Schlüsselelement in der Klimapolitik ist und definitionsgemäß im langfristigen Interesse heutige und zukünftiger Verbraucher liegt. Unter dieser Sachlage kann sich Ofgem nicht gegen Smart Meters aussprechen und muss tatsächlich „mit der Regierung zusammenarbeiten“, um diese Politik auszuführen.

Link: https://www.thegwpf.com/energy-efficiency-smart-meters-and-climate-policy/
Übersetzt von Chris Frey EIKE
Anmerkung des Übersetzers: In diesem Beitrag wird glasklar die Sinnlosigkeit der „Smart Meters“ aufgezeigt. Allerdings gibt es darin sehr kompliziert geschriebene Passagen, von denen ich nicht sicher bin, sie richtig übersetzt zu haben.
Dennoch, obwohl dieser Artikel für UK gilt, kann man wohl von einer gleich gearteten Problematik hierzulande ausgehen. – C. F.




Australiens Premierminister Turnbull stolpert über das Thema Paris-Abkommen

Turnbull trat vorige Woche zurück und kam damit einem drohenden Misstrauensvotum zuvor. Zu seinem Nachfolger wurde Scott Morrison gewählt, welcher maßgeblich an der Durchsetzung der strikten Einwanderungspolitik in Australien beteiligt war und der ein konservativeres Mitglied des Parlaments ist. Ursprünglich war erwartet worden, dass Innenminister Peter Dutton seine Nachfolge antreten werde, doch verlor er in der Abstimmung. Mit 45 zu 40 Stimmen wurde Morrison zum Nachfolger bestimmt.

„Es gab einen entschiedenen Aufstand von einer Anzahl Personen sowohl in der Partei als auch gestützt durch Stimmen, mächtige Stimmen, in den Medien“, sagte Turnbull am Freitag CNN zufolge.

Die Führung von Turnbull geriet in Schwierigkeiten, als seine konservative Koalition geteilter Meinung war über einen eingebrachten Gesetzentwurf zur Reduktion von Treibhausgasen, mit welchem man das Pariser Abkommen einzuhalten gedachte. Turnbulls so genannte Nationale Energie-Garantie hätte die Emissionen im Bereich Energie bis zum Jahr 2030 um 26% reduziert als Bestandteil der von Australien in Paris eingegangenen Verpflichtungen. Aber eine Gruppe konservativer Parlamentsabgeordneter um den ehemaligen Premierminister Tony Abbott versagte ihm die Gefolgschaft.

Die ganze Story steht hier im Daily Caller.
Link: https://wattsupwiththat.com/2018/08/24/australian-pm-turnbull-steps-down-over-paris-climate-accord-issue/




Elektroautos: Wird irgendein Auto-Unter­nehmen damit jemals Geld verdienen?

Start-Up-Automobilunternehmen sind mit vielen Merkwürdigkeiten konfrontiert. Während der letzten zehn Jahre gab Tesla kumulierte Verluste von über 3 Milliarden Dollar bekannt. Im zweiten Quartal begann Tesla, die Produktion seines neuen Modells 3 Sedan voranzutreiben und über 50.000 Autos zu bauen. Tesla verspricht außerdem, in naher Zukunft profitabel sein zu können. Aber die Firma sieht sich mit rasch zunehmender Konkurrenz beim Bau von Elektrofahrzeugen konfrontiert.

Die Autohersteller der Welt haben sich nicht nur Elektroautos zugewandt, sondern scheinen jetzt auch zu wetteifern, die meisten Elektromodelle auf den Markt zu werfen. Über 400 vollständig elektrische oder Hybrid-Fahrzeuge sind angekündigt. BMW plant bis zum Jahr 2025 die Einführung von 12 voll elektrischen und 13 Hybrid-Modellen. Ford verkündete Investitionen von 11 Milliarden Dollar, 16 voll elektrische und 24 Hybrid-Modelle bis 2022 zu bauen. Toyota, Volkswagen, General Motors und andere scheinen allesamt auf diesen Zug aufspringen zu wollen.

Hybrid-Elektrofahrzeuge wie der Toyota Prius enthalten einen herkömmlichen Verbrennungsmotor zusammen mit einem Elektromotor, um die Fahrstrecken zu verlängern. Hybrids können nicht an die Steckdose angeschlossen und aufgeladen werden. Nach zehn Jahren der Produktion war Toyota schließlich in der Lage, mit dem Hybrid-Prius Profite zu erwirtschaften. Der Verkauf von Hybrid-Elektrofahrzeugen, die längere Strecken zurücklegen können als voll elektrisch betriebene Fahrzeuge, stieg anteilmäßig beim globalen Verkauf von Fahrzeugen im Jahre 2017 um drei Prozent.

Steckdosen-Hybrid-Fahrzeuge wie der Chevrolet Volt können elektrisch aufgeladen und dann vollständig mit der Ladung der Batterien fahren, aber sie enthalten auch einen Benzinmotor für längere Strecken. Batteriebetriebene E-Fahrzeuge wie das Tesla-Modell S und der Nissan Leaf werden nur mit Batteriestrom betrieben. Weder Steckdosen-Hybrid-Fahrzeuge noch E-Fahrzeuge sind bereits profitabel.

US-Analysten schätzen, dass General Motors mit jedem seiner neuen BOLT-Batterie-E-Autos 7000 Dollar Verlust macht. Das Bolt-Batteriepaket kostet etwa 10.000 bis 12.000 Dollar oder bis zu einem Drittel des Bolt-Preises. Daimler, Peugeot, Honda und andere Autohersteller warnen vor drohenden Verlusten bzgl. E-Fahrzeugen.

Wo ist die Forderung, alle diese neuen E-Automodelle zu unterstützen? Unternehmer und neue Unternehmen haben traditionell Erfolg, indem sie das Marktbedürfnis erfüllen oder mittels Entwicklung einer neuen Technologie, um einen neuen Markt zu schaffen. Ein Beispiel für Ersteres war die Digital-Kamera, welches das Bedürfnis befriedigte mit einer Kamera endlos viele Photos zu machen und diese fast sofort danach anschauen zu können. Die inzwischen weit verbreitete Touch-Screen-Technologie ist ein Beispiel für einen Technologie-Schub. Der E-Auto-Wahn könnte weder Ersteres noch Letzteres sein, sondern wird ausschließlich getrieben durch regierungsamtliche Anreize und Verordnungen.

Während des vorigen Jahrzehnts haben die Nationen der Welt große finanzielle Anreize geschaffen, um die Übernahme von E-Fahrzeugen voranzutreiben. In Australien, China, Indien, Japan, den USA und über 20 Nationen in Europa bestehen diese Anreize aus Steuervorteilen, Abschreibungen und Subventionen für Verbraucher und Unternehmen. Aber die Zunahme von E-Autos war enttäuschend. Batterie-E-Autos machten nur 0,8% der 86 Millionen Fahrzeuge aus, die global im Jahre 2017 verkauft worden sind.

Und selbst diese geringe Verbraucher-Nachfrage nach E-Autos ist dünn. Sowie Steuervorteile beschnitten werden, stürzt die Nachfrage ab. Eine Reduktion der Steuernachlässe bei der Registrierung von E-Autos in Hong Kong und Dänemark sorgte jeweils für einen Einbruch bei der Nachfrage um über 80%.

Mit weitgehend ineffektiven Subventionen planen die Regierungen in Europa jetzt, im Namen des Umweltschutzes Verbrennungsmotoren zu verbieten. Das Verbot des Verkaufs von Benzin- und Diesel-Fahrzeugen ab den Jahren 2030 oder 2040 ist geplant in Frankreich, Deutschland, den Niederlanden und Norwegen. Auch in Kalifornien und anderen Nationen denkt man darüber nach.

Werden Verbraucher gezwungen, zu E-Autos zu wechseln? E-Autos weisen die Vorteile schneller Beschleunigung, niedriger Wartungskosten und geringerer Treibstoffpreise auf. Aber der Vorteil niedrigerer Treibstoffpreise wird kleiner, wenn Regierungen Fahrzeug- und Treibstoff-Steuern einführen, wenn der Anteil an E-Fahrzeugen zunimmt. Die Defizite von E-Autos sind gewaltig, darunter hohe Kaufpreise, kurze Strecken, geringe Belastungskapazität, fehlende Ladestationen, lange Ladezeiten und teure Batterie-Pakete, die während der Lebensdauer des Fahrzeugs immer wieder ausgetauscht werden müssen.

Die Autobauer sind in einer schwierigen Lage. Die Nachfrage nach E-Autos ist gering, aber die Regierungen beabsichtigen, Autofirmen zu zwingen, ihre Bänder auch für E-Autos zu öffnen. Hunderte neuer Automodelle, um gerade mal fünf Prozent des Marktes abzudecken ist ein Rezept für ein finanzielles Debakel.

Man erwarte große Verluste der Autounternehmen bzgl. E-Autos und einen wachsenden Gebrauchtwagen-Markt für traditionelle Benzin- und Dieselfahrzeuge.

Link: https://wattsupwiththat.com/2018/08/23/electric-cars-will-any-auto-company-make-money/
Übersetzt von Chris Frey EIKE




Der Kampf gegen Globale Ergrünung – Teil 4

Schlechtes hinsichtlich Globaler Ergrünung: (zitiert aus Zimmers Artikel):

1. Mehr Photosynthese bedeutet nicht mehr Nahrungsmittel.

2. Zusätzliches Kohlendioxid kann Pflanzen weniger nahrhaft machen.

3. Mehr Pflanzen verhindern nicht den Klimawandel.

4. Globale Ergrünung wird nicht ewig dauern

Im Teil 1 haben wir die Frage nach der Relation zwischen gesteigerter Photosynthese und Nahrungsmittel-Erzeugung beleuchtet (Nr. 1 bei Zimmer). Im 2. Teil ging es um die Behauptung, dass „mehr Kohlendioxid die Pflanzen weniger nährstoffreich machen kann“. Im 3. Teil wurde die Tatsache besprochen, dass die Globale Ergrünung allein nicht den Klimawandel verhindern würde. In diesem letzten und kürzeren Teil schreibe ich über die offensichtlich wahre Tatsache, dass Globale Ergrünung nicht ewig dauern wird.

Schauen wir also auf Nr. 4: „Globale Ergrünung wird nicht ewig dauern“

Zimmer und Campbell sagen:

Globale Ergrünung wird nicht ewig dauern

Es gibt immer noch Vieles, was Dr. Campbell und seine Kollegen hinsichtlich der globalen Ergrünung nicht verstehen. Am bedeutendsten ist, dass sie nicht wissen, wie lange sie dauern wird.

Mit steigenden Temperaturen und Veränderungen der Regenmengen könnten die Pflanzen aufhören, zusätzlich Kohlendioxid aufzunehmen.

Pflanzen nehmen in aller Stille den Anteil von Chinas Kohlenstoff-Emissionen auf. Was mich ängstigt ist, dass dies nicht immer so weitergehen kann“, sagte Dr. Campbell. „Falls die Atmung mit der Photosynthese mithält, könnte dieses gewaltige Kohlenstoff-Reservoir immer noch zurück in unsere Luft gelangen“.

Carl Zimmer im NYT-Artikel

Ich möchte mal versuchen, den Standpunkt von Zimmer (und Campbell) besser darzustellen als sie es tun.

Zimmer räumt ein, dass das Thema Globale Ergrünung ganz neu ist und noch voller Unbekannter steckt … die übliche Liste enthält u. A. bekannte Unbekannte, unbekannte Unbekannte usw. Es ist erfrischend, nichts weniger als Allmacht und ,settled‚ Wissenschaft zu sehen.

Am wichtigsten ist, dass sie nicht wissen wie lange sie dauern wird“, sagte Zimmer.

Nun, das weiß auch ich nicht noch sonst jemand. Es gibt jedoch relevante Forschungen zu diesem Thema – Betreiber von Treibhäusern haben Blumen und andere Pflanzen unter erhöhten CO2-Konzentrationen über viele Jahre wachsen lassen, und es scheint keine Obergrenze von CO2-Konzentrationen in dieser Hinsicht zu geben, welche sich in der Atmosphäre anreichern, zumindest nicht in diesem oder im nächsten Jahrhundert.

Obwohl also verschiedene Pflanzen ihre individuellen CO2-Sättigungspunkte haben (also der Punkt, an dem weiter zunehmende CO2-Konzentrationen nicht die Photosynthese weiter zunehmen lassen – hier orange dargestellt), ist die von vielen Experten allgemein angenommene Zahl für beste Bedingungen 1000 ppm. (Obige Graphik ist lediglich illustrativ). Wichtig ist, dass Pflanzen allgemein die Photosynthese mit zusätzlichem CO2 verstärken – bis zu einem Niveau von 1000 ppm.

Die mittlere jährliche Zunahme von atmosphärischem CO2 im 21. Jahrhundert beträgt etwa 2,5 ppm pro Jahr. Das gibt uns also 240 mehr Jahre möglicher Ergrünungseffekte durch CO2-Zunahme – falls die Emissionen mit der gleichen Rate weitergehen und niemand versucht, die Emissions-Reduktionsziele von Paris zu erreichen. Natürlich werden einige Pflanzen bereits bei 800 ppm damit aufhören, andere Pflanzen mögen nicht genug Wasser finden, und wieder anderen könnten die Nährstoffe ausgehen.

Nun haben Zimmer und Campbell Angst davor, dass die Horror-Story des Szenarios RCP 8.5 eintreten wird, dass nämlich die mittlere Temperatur des Planeten so stark steigen und Dürren so ausgeprägt werden (solange es nicht Überschwemmungen sind), dass Pflanzen nicht nur die Aufnahme des chinesischen Anteils an den Emissionen einstellen, sondern dass sie alle sterben und dass all der Kohlenstoff zurück in die Atmosphäre gelangt – alles auf einmal – als CO2 durch Verrottung der Pflanzen. Das meint Campbell mit seinen Worten „Falls die Atmung die Photosynthese einholt, kann dieses gewaltige Kohlenstoff-Reservoir zurück in die Atmosphäre gelangen“.

Es ist sicherlich richtig, dass wenn alle Pflanzen sterben würden – oder auch nur ein großer Anteil von ihnen – die Verrottung derselben aufgrund natürlicher Prozesse auf und unter der Erdoberfläche das aufgenommene CO2 wieder emittieren würden – das Prinzip der biologischen Atmung im Kohlenstoff-Kreislauf. Dieser sieht so aus:

Zimmers Katastrophen-Befürchtungen werden sich nicht materialisieren wegen der grauen Boxen im Kohlenstoffkreislauf-Diagramm – das sind Kohlenstoff-Senken. Sie sind nicht analog zu Campbells „Kohlenstoff-Reservoir“ – sie sind kein großer See voller Kohlendioxid, der nur darauf wartet, sich zurück in die Atmosphäre zu „ergießen“. Wir erkennen „Atmung“ genau über der schwarz-weißen Kuh im Diagramm. Genauer, der Fluss von CO2 in die Atmosphäre durch Zerfall und Teil des Austausches mit den Ozeanen kann auch als Atmung im Kohlenstoff-Kreislauf betrachtet werden. Die Kohlenstoff-Senken, erzeugt als Kohlendioxid, haben sich durch Photosynthese sowie durch das Tier- und Pflanzenleben in Vegetation transformiert (Blätter, Stämme etc.), es wurde zu Erde und organischem Material in der Erde; ein Teil ist in den Oberflächenschichten der Ozeane eingeschlossen, und ein großer Teil ist auf den Meeresboden gesunken. Von dort taucht es für Jahrhunderte und Jahrtausende nicht mehr auf; Sedimente am Ozeanboden sind kohlenstoffhaltig und werden vielleicht zu Sedimentgestein, Einiges davon ist zu Öl und Kohle und Gas geworden und wird es weiterhin; und Einiges ist eingeschlossen in den Körpern aller auf der Erde lebenden Tiere, einschließlich 8 Millionen Menschen.

Dr. Campbell muss ganz schön durcheinander sein, falls er wirklich glaubt, dass das „Ende der globalen Ergrünung“ in irgendeiner Form zur Bedrohung in Gestalt eines Rückflusses von Kohlenstoff zurück in die Atmosphäre wird.

In einem früheren Beitrag dieser Reihe habe ich es angesprochen – es ist die biologische Abscheidung von Kohlenstoff, und ist er erst einmal abgeschieden, wird der Kohlenstoff über verschiedene Zeiträume nicht wieder als Kohlendioxid in die Atmosphäre gelangen – Zeiträume im Maßstab von Tagen bis zu Jahrtausenden.

Aber Zimmer und Campbell fürchten einen anderen Aspekt der globalen Ergrünung: Was ist, falls die Menschen weiterhin 40, 50 oder 60 Milliarden Tonnen CO2 jährlich freisetzen und alles irgendwie unter Kontrolle bleibt durch die Tatsache, dass die Natur 10, 12, 15 Milliarden Tonnen CO2 jährlich aufnimmt – und die Natur mit CO2 gesättigt ist und die Photosynthese nicht mehr zunimmt, während die CO2-Emissionen steigen und steigen?

Nun, ich schätze mal, dass das im Bereich der Möglichkeiten liegt – aber wie viele alarmistischen Visionen der Zukunft beruht es auf der Annahme, dass alles so bleibt, wie es jetzt ist, oder dass alles immer schlimmer wird – und die viel wahrscheinlichere Möglichkeit, dass sich die Menschheit anpassen und Nutzen aus den positiven Auswirkungen einer sich ändernden Welt und eines sich ändernden Klimas zieht, wird gar nicht erst in Betracht gezogen.

Ich glaube nicht, dass es zu optimistisch ist zu erwarten, dass wir während der nächsten 150 Jahre Durchbrüche bzgl. Energie erleben werden, welche unsere Sorgen hinsichtlich der globalen Erwärmung obsolet macht, weil wir keine Kohlenwasserstoffe mehr verbrennen müssen, um Strom zu erzeugen – Öl, Gas, Kohle, Holz.

Während der letzten 150 Jahre sind wir von der Verbrennung von Torf, Holz und Holzkohle zum massive Kohle- und Petroleumzeitalter gekommen. Das Kernkraft-Zeitalter hat einen guten Anfang genommen, lediglich behindert durch Pseudo-Befürchtungen von Anti-Kernkraft-Aktivisten. Man darf hoffen, dass durch neueste Entwicklungen bzgl. Kernkraftwerken und Hoffnungen bzgl. Fusion das Kernkraft-Zeitalter immer mehr in Fahrt kommt.

Worüber wir uns keine Sorgen zu machen brauchen sind die grundlosen, von Dr. Campbell ausgestoßenen Befürchtungen, die von Zimmer in der NYT nachgeplappert werden – die Tatsache, dass globale Ergrünung nicht ewig dauern wird, ist eine simple biologische Tatsache und hat keine absehbaren Nachteile für die Menschheit.

Globale Ergrünung ist nicht schrecklich – GLOBALE ERGRÜNUNG ist WUNDERBAR!

Kommentar des Autors: Worum ich mir wirklich Sorgen mache ist, dass der normale NYT-Leser so wenig wissenschaftliches Hintergrundwissen hat, dass er Zimmers Artikel „Globale Ergrünung … ist schrecklich“ einfach liest und nicht die Unlogik und Pseudo-Wissenschaft dahinter durchschaut. Ich kann nur hoffen, dass einige davon auch auf diesem Blog lesen.

Quick Links:
The Fight Against Global Greening – Part 1
The Fight Against Global Greening – Part 2
The Fight Against Global Greening – Part 3
NY Times article “Global Greening….it’s Terrible
bio-sequestration of carbon
Link: https://wattsupwiththat.com/2018/08/19/the-fight-against-global-greening-part-4/
Übersetzt von Chris Frey EIKE




Temperatur-Manipulationen mildern Wutanfälle

Normalerweise habe ich den RSS-Datensatz als meine Hauptquelle herangezogen, weil es der erste war, der seine monatlichen Daten veröffentlichte. Im November 2015 jedoch, nachdem der Datensatz seit 18 Jahren und 9 Monaten keine Erwärmung gezeigt hatte, zeigte Senator Ted Cruz unsere Graphik der RSS-Daten bei einer Anhörung im US-Senat, um eben diesen Stillstand zu erklären. Die Demokraten waren darob sichtlich ungehalten und suchten nichts Geringeres als einen Admiral aus, der – erfolglos – versuchen sollte, die Graphik zu widerlegen. Ich habe bereits damals vorausgesagt, dass Carl Mears, der Betreiber jenes Datensatzes, zur rechten Zeit alle drei längsten terrestrischen Datensätze kopieren – GISS, NOAA und HadCRUT4 – und diese so überarbeiten würde, dass der lange Stillstand daraus verschwinden würde. Damit sollte eine erheblich größere globale Erwärmung suggeriert werden als die ursprünglich veröffentlichten Daten gezeigt hatten.

Der lineare Regressionstrend kleinster Quadrate im Satelliten-Datensatz RSS der globalen mittleren Temperatur-Anomalie zeigt vor der Revision seit 18 Jahren und 9 Monaten keine Erwärmung (von Februar 1997 bis Oktober 2015), obwohl ein Drittel aller anthropogenen Antriebe während genau dieses Zeitraumes angefallen war. Ted Cruz forderte im November 2015 mit dieser Graphik die „Demokraten“ im Senat heraus.

Wie könnte es anders sein – gleich im nächsten Monat unterwarf Dr. Mears (der die RSS-Website dazu missbraucht, Skeptiker der globalen Erwärmung als „Leugner“ zu verunglimpfen) seinen Datensatz dem Adjustozän, indem er den RSS-Datensatz gebührend bearbeitete, um den Stillstand zu eliminieren. Zweifellos ist er von seinen Klima-extremistischen Gesinnungsgenossen bedrängt worden, etwas zu tun, um die Skeptiker zum Schweigen zu bringen, damit diese nicht mehr auf das auffallende Fehlen jedweder globaler Erwärmung hinweisen während eines Zeitraumes, als ein Drittel des menschlichen Einflusses auf das Klima angefallen war. Und siehe da, auf einmal war der Stillstand weg:

Willkommen im Adjustozän: RSS fügt 1 K pro Jahrhundert dem hinzu, was einst der Stillstand war.

Wie sich herausstellte, hätte sich Dr. sMear* nicht die Mühe machen brauchen, den Stillstand zu beseitigen. Ein großes El Niño-Ereignis machte das sowieso. Allerdings zeigt eine interessante Analyse von Prof. Fritz Vahrenholt und Dr Sebastian Lüning hier, dass dieser Datensatz nicht länger als zuverlässig gelten kann, nachdem man ihn derartig manipuliert hatte. Die Analyse bringt ans Tageslicht, wie der RSS Datensatz bearbeitet worden war. Die zwei Wissenschaftler kommen zu dem Ergebnis, dass die Nachbearbeitung [ex-post-facto post-processing] der Satellitendaten seitens RSS unzureichend gerechtfertigt worden ist:

[*Wieder ein solches Wortspiel. Der Lord verschiebt das ,s‘ im Namen nach vorne, so dass sich ,smear‘ ergibt = Dr. Schmiere. Anm. d. Übers.]

Monatliche globale mittlere Temperaturanomalien von RSS vom Januar 1979 bis Juni 2018. Die nicht manipulierte Version ist in rot, die bearbeitete Version in blau dargestellt. Die dicken Kurven sind über 37 Monate geglättete Mittelwerte. Graphik von Prof. Ole Humlum von seiner guten Website www.climate4you.com.

RSS hob die zuvor gemessenen Temperaturen seit dem Jahr 2000 an, was die Erwärmungsrate insgesamt seit 1979 um 0,15 K, nämlich von 0,62 K auf jetzt 0,77 K hat zunehmen lassen:

Man hätte es nicht machen dürfen, aber Lüning und Vahrenholt haben entdeckt, dass RSS das getan hat.


Im Jahr bevor die RSS-Daten Mannipuliert [in Anspielung auf Prof. Mann, Anm. d. Übers.] worden waren, hatte RSS begonnen, sich ernsthaft für die Länge des Stillstands zu interessieren. Dr. Mears schrieb darüber auf seinem Blog hier. Seine damaligen Ergebnisse sind hier zusammengefasst:

Ergebnis von 33 IPCC-Modellen (türkis) im Vergleich zur gemessenen globalen Temperaturänderung seitens RSS (schwarz), 1979 bis 2014.


Darauf bekam Dr. Mears einen Temperatur-Wutanfall und schrieb:

„Die Leugner lieben es zu vermuten, dass die Ursache der Diskrepanz zwischen Modellen und Beobachtungen in irgendeinem Problem mit der zugrunde liegenden Modellphysik zu finden ist, und sie verwerfen jede andere Art der Erklärung. Dies verleitet sie zu der – sehr wahrscheinlich falschen – Schlussfolgerung, dass die langfristige Klima-Sensitivität viel geringer ist als gegenwärtig gedacht“.

Dr. Mears räumte die wachsende Diskrepanz zwischen RSS-Daten und Modellen ein, aber er unterstellte uns, dass wir den Startzeitpunkt der globalen Temperatur-Graphik cherry-picked hätten:

„Jüngst ging aus einer Anzahl von Artikeln in der Mainstream-Presse hervor, dass es während der letzten zwei Jahrzehnte kaum eine oder gar keine Änderung der globalen mittleren Temperatur gegeben hat. Deswegen hat man uns viele Fragen gestellt nach dem Motto ,Ich sah diese Graphik auf einer Leugner-Website. Sind das wirklich Ihre Daten?‘ Während die Endpunkte in einigen dieser Berichte cherry-picked worden sind, um den Beweis noch besser aussehen zu lassen, gibt es kaum Zweifel daran, dass die Erwärmungsrate seit Ende der neunziger Jahre geringer ist als die meisten IPCC AR5-Simulationen des historischen Klimas prophezeit hatten. Damit liegt das starke ENSO-Ereignis am Beginn ihrer Zeitreihe, was zu einer geringen linearen Anpassung mit der geringstmöglichen Steigung führte“.

Tatsächlich wurde die durch den El Nino ausgelöste Wärmespitze 1998 fast vollständig ausgeglichen durch zwei Faktoren: die nicht unähnliche Spitze des El Nino 2010 und der schieren Länge des Stillstands selbst.

Graphiken von Werner Brozek und Prof. Brown der RSS- und GISS-Temperaturen. Beide beginnen 1997 und 2000. In jedem Datensatz sind die Trendlinien nahezu identisch. Folglich ist die Aussage, dass der Stillstand dem El Nino 1998 geschuldet ist, falsch.

Obige Graphik demonstriert, dass die Trends der globalen Temperatur im RSS-Datensatz vor der Manipulation und im GISS-Datensatz genau gleich waren, und zwar vor und nach dem El Nino 1998. Dies zeigt, dass die Länge des Stillstands ausreichend war, um den imaginären Einfluss zu nullifizieren.

Es ist nützlich, die Erwärmung seit 1990, genommen als Mittel der vier Adjustozän-Datensätze (RSS, GISS, NCEI und HadCRUT4: erste Graphik unten) zu vergleichen mit dem UAH-Datensatz, den Lüning und Vahrenholt als zuverlässig einstufen (zweite Graphik unten):

Mittel der monatlichen mittleren Temperaturanomalien nach RSS, GISS, NCEI und HadCRUT4 von Januar 1990 bis Juni 2018 (dunkelblaue Zackenkurve) und des linearen Regressionstrends kleinster Quadrate (hellblaue Linie) im Vergleich mit dem geringeren der beiden IPCC-Mittelfrist-Prophezeiungen (Bereich in orange).


Anomalien der unteren Troposphäre nebst Trend von Januar 1990 bis Juni 2018 nach UAH.

Man sieht, dass der Erwärmungstrend in den Adjustozän-Datensätzen über den Zeitraum fast 50% größer ist als im UAH-Datensatz, welchen Lüning und Vahrenholt zuverlässiger finden.

Nach den Adjustierungen zeigt der RSS-Datensatz seit 1990 jetzt eine stärkere Erwärmung als jeder andere Datensatz, die sogar noch über den vielfach manipulierten GISS-Datensatz hinausgeht:

Auf ein Jahrhundert umgerechnete globale Erwärmungstrends von Januar 1990 bis Juni 2018. Die beiden mittelfristigen IPCC-Prophezeiungen für das Szenario ,Business as Usual‘ und unsere überarbeiteten Prognosen nach Korrektur des Fehlers in der Definition von Temperatur-Rückkopplung seitens der offiziellen Klimatologie (weiße Beschriftung) im Vergleich zu beobachteten Raten (blaue Beschriftung) aus den fünf am weitesten zurückreichenden Datensätzen.

Man beachte, dass die RSS-Erwärmungsrate seit 1990 nahezu doppelt so hoch ist wie bei UAH, wo man dessen globale Erwärmungsrate vor zwei oder drei Jahren nach unten korrigiert hatte. Und doch beruhen beide Datensätze auf genau den gleichen Satellitendaten. Die Differenz von fast 1 K pro Jahrhundert zeigt, wie stark Temperatur-Datensätze auf subjektive Adjustierungen reagieren anstatt objektive Messungen zu repräsentieren.

Sollen wir einmal zynisch annehmen, dass alle diese Adjustierungen – RSS, GISS, NCEI und HadCRUT4 zum Wärmeren, UAH leicht zum Kälteren – die politische Ausrichtung der jeweiligen Datensatz-Besitzer reflektieren? Lüning und Vahrenholt können keine rationale Rechtfertigung finden für die große und plötzliche Änderung des RSS-Datensatzes so bald, nachdem Ted Cruz unsere den Stillstand zeigende RSS-Graphik für eine Anhörung vor dem Senat herangezogen hatte. Allerdings konnten sie auch nicht feststellen, dass die UAH-Daten fälschlich adjustiert worden waren. Sie empfehlen UAH als in Ordnung.

Die MofB [= Monckton of Brenchley]-Nachhersage basiert auf zwei Fakten: Wir berechnen die Charney-Sensitivität auf lediglich 1,17 K pro CO2-Verdoppelung, und außerdem ist in vielen Modellen die prognostizierte Gleichgewichts-Erwärmung bei einer Verdoppelung der CO2-Konzentration die Charney-Sensitivität in etwa gleich der flüchtigen Erwärmung aus allen anthropogenen Quellen im 21. Jahrhundert. Dies ist daher eine provisorische Prognose, aber sie ist konsistenter mit dem UAH-Datensatz als mit den fragwürdigen Datensätzen des Adjustozäns.

Das Ausmaß der Manipulation in manchen Datensätzen ist enorm. Eine andere erhellende Graphik vom nimmermüden Professor Humlum folgt hier. Er publiziert eine große Vielfalt von Graphiken zur globalen Erwärmung in seinem öffentlich zugänglichen monatlichen Report bei climate4you.com:

Mann-gemachte globale Erwärmung: wie GISS die offensichtliche Erwärmung um über die Hälfte verstärkte

Das GISS, dessen Datensatz inzwischen derartig politisiert ist, dass er vollkommen wertlos ist, sMeared die Daten über einen Zeitraum von weniger als sieben Jahren, nämlich von März 2010 bis Dezember 2017, und zwar so erheblich, dass die zutage tretende Erwärmungsrate über das 20. Jahrhundert über ein halb mal so groß ist. Die größte Änderung erfolgte im März 2013, zu einem Zeitpunkt also, an dem der lang dauernde Stillstand bereits zu einer permanenten Peinlichkeit der offiziellen Klimatologie geworden war. Nur einen Monat zuvor hat war jetzt in Ungnade gefallene Chef des IPCC, der Eisenbahn-Ingenieur Pachauri, einer der ersten Sprecher der offiziellen Klimatologie, welcher die Existenz des Stillstandes einräumte. Das tat er auf einem Vortrag in Melbourne, worüber in der Folge nur in einer einzigen Zeitung berichtet worden war, nämlich The Australian. Diese Zeitung steht schon lange unter Verdacht, weil sie immer wieder beide Seiten der Klimadebatte hat zu Wort kommen lässt.

Faszinierend ist, dass selbst nach den erheblichen Datenmanipulationen zum Ende des Stillstandes in vier der fünf langzeitlichen Datensätze, und obwohl der Trend in allen Datensätzen aufgrund des starken El Nino vor ein paar Jahren ebenfalls gestiegen ist, die Original-Prophezeiungen des IPCC aus dem Jahr 1990, welche die Angst erzeugen sollten, ungeheuer exzessiv bleiben.

Inzwischen hat jedoch das IPCC selbst erkannt, wie absurd seine Original-Prophezeiungen waren. Im 5. Zustandsbericht 2013 wurde die Abhängigkeit von Modellen erstmals aufgegeben und ersetzt durch etwas, das als „Experten-Beurteilung“ ihrer überhitzten Resultate bezeichnet wird. Außerdem wurde die mittelfristige Prognose halbiert. Damit inkonsistent hat man jedoch sorgfältig dessen Gleichgewichts-Prophezeiung – 1,5 bis 4,5 K pro CO2-Verdoppelung – beschämend unverändert gelassen.

Die unzähligen Apologeten des IPCC in den Marxstream-Medien haben eine Parteilinie entwickelt, um das erbärmliche prognostische Scheitern der IPCC-Prophezeiungen aus dem Jahr 1990 hinweg zu erklären. Ja sie verstiegen sich absolut fälschlich sogar dazu zu versuchen, dass alles „noch viel, viel schlimmer sei als wir jemals gedacht haben“.

Eine seiner allgemeinsten Entschuldigungen, vorgebracht im Büßer-Tonfall, nämlich die monotone Darbietung und das Zombie-artige Auftreten der unglaublich Gehirngewaschenen ist, dass dank des UN Framework Convention on Global Government Climate Change die CO2-Reduktion so eindrucksvoll war, dass die Emissionen jetzt deutlich unter dem Business-as-Usual-Szenario im IPCC-Bericht 1990 liegen und viel näher dem weniger extremistischen Szenario B.

Mit Verlaub – nein! Obwohl die Aufzeichnung der CO2-Emissionen in das Adjustozän hineingezogen worden ist dergestalt, dass jetzt so getan wird, als ob – per impossibile – die globalen CO2-Emissionen während der letzten fünf Jahre unverändert geblieben waren, zeigt der jüngste Bericht zu diesen Emissionen diese als fast konsistent mit dem usiness-as-Usual-Szenario des IPCC (1990).

Globale CO2-Emissionen folgen dem Business-as-Usual-Szenario A des IPCC.

Als man mit dieser lügnerischen Ausrede gescheitert war, entwickelte die Partei eine interessante Rückzugslinie mit der Auswirkung, dass obwohl die Emissionen nicht dem IPCC-Szenario B folgten, die resultierenden Strahlungsantriebe viel geringer sind als vom IPCC 1990 prophezeit. Und das sind sie auch. Was jedoch die Parteilinie sorgfältig versteckt, ist der Grund für diesen Umstand.

Die Partei erkannte, dass deren Schätzungen des kumulativen anthropogenen Gesamt-Strahlungsantriebs aus allen Quellen hoch genug waren in Relation zur beobachteten Erwärmung, dass sich eine weit geringere Gleichgewichts-Sensitivität auf Strahlungsantriebe zeigte als ursprünglich verfügt. Dem zufolge reflektierte der 3. Zustandsbericht ordnungsgemäß die adjustierte Parteilinie, indem magische Windungen sowie künstliche und erhebliche Reduktion des gesamt-anthropogenen Antriebs damit verwoben wurden. Man führte nämlich etwas ein, was Prof. Lindzen unverblümt „den Aerosol-Frisier-Faktor“ nannte. Der Einfluss dieses schädlichen Frisier-Faktors wird im 5. Zustandsbericht deutlich:

Fudge, mudge, kludge [etwa: frisieren, schummeln, flickschustern]: Der Aerosol-Frisier-Faktor reduziert den menschengemachten Strahlungseinfluss erheblich und erhöht fälschlich die Klima-Sensitivität (IPCC 2013, Abb. SPM.5)

Die IPCC-Liste der Strahlungsantriebe im Vergleich mit der vorindustriellen Ära zeigt einen gesamt-anthropogenen Strahlungsantrieb von 2,29 W/m² relativ zum Jahr 1750. Allerdings wäre diese Gesamtzahl noch deutlich höher ohne die beiden Aerosol-Frisier-Faktoren, nämlich insgesamt 0,82 W/m². Falls zwei Drittel dieser Gesamtzahl zurück hinzugefügt werden, wie es sein sollte, weil anthropogene Aerosole sich in nichts von natürlichen Aerosolen in den Sahara-Winden unterscheiden, welche bis nach Schottland verfrachtet werden können, wird der gesamt-anthropogene Faktor zu 2,85 W/m². Der Unterschied zur offiziellen Klima-Sensitivität sieht so aus:

Wie der Aerosol-Frisier-Faktor künstlich den Systemerhaltungs-Faktor A erhöht.

Im linken Bild ist die Referenz-Sensitivität (also die anthropogene Temperaturänderung zwischen 1850 und 2010 vor Berücksichtigung von Rückkopplungen) das Produkt des Planck-Parameters 0,3 K pro W/m² und der mittelfristigen IPCC-Schätzung von 2,29 W/m² des gesamt-anthropogenen Strahlungsantriebs in der industriellen Ära 2011: d. h. 0,68 K.

Die Gleichgewichts-Sensitivität ist etwas komplexer, weil es die offizielle Klimatologie liebt sich vorzustellen (vermutlich ohne jede Rechtfertigung), dass bislang noch nicht die ganze anthropogene Erwärmung wirksam geworden ist. Daher haben wir für die Mittelfrist-Schätzung bei Smith (2015) des Gesamt-Strahlungs-Ungleichgewichtes von 0,6 W/m² zugelassen. Dies konvertiert die gemessene Erwärmung von 0,75 K von 1850 bis 2011 zu einer Gleichgewichts-Erwärmung von 1,02 K.

Der Systemerhaltungs-Faktor verwendet den Delta-Wert der Systemerhaltungs-Gleichung, welche derzeit universal bei der offiziellen Klimatologie ist. Der Faktor ist das Verhältnis der Gleichgewichts- zur Referenz-Sensitivität, d. h. 1,5. Da die Referenz-Sensitivität bei CO2-Verdoppelung, abgeleitet aus den CMIP5-Modellen bei Andrews (2012) 1,04 K beträgt, beläuft sich die Charney-Sensitivität auf 1,5 X 1,04 oder 1,55 K.

Im rechten Bild wurden etwas über zwei Drittel des Aerosol-Frisier-Faktors von 0,82 K dem gesamt-anthropogenen Antrieb zurück hinzugefügt, worauf sich 2,85 K ergaben. Warum zurück addiert? Nun, ohne zu viele Geheimnisse zu verraten, die offizielle Klimatologie hat angefangen zu begreifen, dass der Aerosol-Frisier-Faktor viel, viel zu hoch ist. Er ist so unrealistisch, dass er Zweifel weckt hinsichtlich der Glaubwürdigkeit der übrigen Tabelle mit den Antrieben in IPCC 1990 (Abb. SPM.5). Man erwarte signifikante Änderungen im nächsten IPCC-Zustandsbericht, welcher etwa 2020 geplant ist.

Verwendet man den korrigierten Wert des gesamt-anthropogenen Antriebs, fällt der Systemerhaltungs-Faktor auf 1,13. Das führt zu einer Charney-Sensitivität von 1,13 X 1,04 oder 1,17 K.

Wir wollen noch einen anderen Weg einschlagen, das zu testen, und zwar unter Verwendung der Absolutwert-Gleichung, welche durch die fälschlich restriktive Definition einer „Temperatur-Rückkopplung“ der offiziellen Klimatologie ausgeschlossen wird:

Der System-Erhaltungs-Faktor 2011: (Links) ohne und (rechts) mit Frisier-Faktor-Korrektur

Hier zeigt sich ein bedeutender Vorteil, wenn man die Systemerhaltungs-Gleichung mit Absolutwerten anwendet, welche von der offiziellen Klimatologie verworfen wird. Änderungen der Delta-Werte führen zu großen Änderungen des Systemerhaltungs-Faktors, aber nur sehr geringe Änderungen, wenn er mittels der Absolutwert-Gleichung abgeleitet wird. Tatsächlich sind die Systemerhaltungs-Faktoren der Jahre 1850 und 2011, wenn mit der Absolutwert-Gleichung abgeleitet, nahezu identisch mit 1,13. Dies zeigt, dass unter den heutigen Bedingungen Nicht-Linearitäten in Rückkopplungen nur sehr geringen Einfluss auf den Systemerhaltungs-Faktor haben.

Unter dem Strich: Kein noch so großer Wutanfall ob des Temperaturverlaufs kann die Tatsache verändern, dass der Systemerhaltungs-Faktor und damit auch die Gleichgewichts-Temperaturen gering sind – egal ob man die Delta-Wert-Gleichung heranzieht (Charney-Sensitivität 1,55 K) oder die Absolutwert-Gleichung (Charney-Sensitivität 1,17 K).


Link: https://wattsupwiththat.com/2018/08/21/temperature-tampering-temper-tantrums/
Übersetzt von Chris Frey EIKE