Befürworter der globalen Erwärmung üben Druck auf Medien aus, Skeptiker zum Schweigen zu bringen.

Jetzt haben Globale-Erwärmung-Oberschlaue die Medien öffentlich gewarnt: falls diese Skeptikern in Stories Raum geben, werden sie diese Medien boykottieren. In einem Offenen Brief an den Guardian heißt es:

Gleichgewicht impliziert gleiches Gewicht. Aber dies erzeugt dann ein falsches Gleichgewicht zwischen einem überwältigenden wissenschaftlichen Konsens und einer von Interessengruppen stark finanzierten Lobby, welche einfach nur existiert, um Zweifel zu säen. Ja, natürlich sollte der wissenschaftliche Konsens offen für Nachfragen sein – aber mit besserer Wissenschaft, und nicht mit Verdrehungen und Unsinn. Wir müssen dringend die Debatte darauf lenken, wie wir den Ursachen und Auswirkungen des gefährlichen Klimawandels begegnen – weil das genau das ist, was uns der gesunde Menschenverstand sagt und dem wir unsere Bemühungen widmen sollten.

Randstimmen werden bzgl. der „freien Rede“ protestieren. Niemand sollte sie davon abhalten, ihre Standpunkte kund zu tun, seien diese nun zynisch oder fehlgeleitet. Allerdings ist niemand verpflichtet, diesen eine Plattform zu geben, geschweige denn ihnen zuzuhören, um den falschen Eindruck zu vermeiden, dass es etwas Grundlegendes zu diskutieren gebe.

Diese Version von „Wir haben zu stark recht, um zu diskutieren“ ist ebenfalls ein Aberwitz. Druck auf die Medien auszuüben, damit diese nur die Sicht der Alarmisten verbreiten – was bereits fast die ganze Zeit der Fall ist – wird keine Gedankengänge verändern. Im Gegenteil, damit wird dem akuten Verdacht Vorschub geleistet, dass Abweichler nur deswegen ruhig gestellt werden, weil deren Hypothesen sehr stichhaltig sind und die Alarmisten nicht dagegen bestehen können.

Und es ist ja nicht so, dass die Stimmen der Abweichler nicht gehört werden können. Ihre Standpunkte werden über das Internet, soziale Medien und skeptische Veröffentlichungen bekannt.

Kommentare

Für die allermeisten Menschen hat die globale Erwärmung keine Priorität. Diese Art der Anmaßung und Arroganz wird deren Druck nicht vorantreiben. Engstirnigkeit leistet der alarmistischen Seite keine guten Dienste. Das Engagement mit allen Seiten wäre viel besser.

Es ist nicht an den „Experten“ zu entscheiden, wann die „Debatte vorbei“ ist. Das Volk entscheidet das!

Link: https://www.nationalreview.com/corner/global-warming-alarmists-pressure-media-to-end-debate/




Der Alptraum einer Besteuerung von Kohlendioxid

Aber es lohnt sich auch, etwas genauer hinzuschauen, wird doch damit exemplarisch, warum so genannte „Kohlenstoff-Steuern“ undurchführbar sind. Die Gesetzesinitiative ist ein regierungsamtlicher Alptraum. Und zwar weil fossile Treibstoffe die Grundlage für unser Leben sind und bleiben werden.

Der Entwurf ist über 70 Seiten stark mit vielen separaten Abschnitten. Jeder davon spricht ein grundlegendes Problem an mit der Idee, Kohlendioxid-Emissionen zu besteuern.

Zuerst: Das Gesetz besteuert nicht die Emissionen, obwohl das genau so immer gesagt wird. Das ist auch nicht möglich, weil Emissionen unzählig sind und überall auftreten. Die meisten Wohnungen und fast jedes Auto emittieren Kohlendioxid ebenso wie zahlreiche andere Quellen, von Flugzeugen bis zu Rasenmähern, von Heizungen in den Wohnungen bis zu einem Grillfest.

Stattdessen soll die Herstellung von Kohlenwasserstoffen besteuert werden. Wo genau das passieren soll im Zuge der Produktionsverfahren ist hoch variabel, was für sich schon eine Komplikation ist. Auch importierte Kohlenwasserstoffe sollen besteuert werden, manchmal schon am Punkt der Entladung, aber nicht immer. Öl und Erdgas strömen auf verschlungenen Wegen ins Land [= die USA]. Auch andere Dinge werden besteuert.

Folglich werden diese Steuern aus vielen Quellen auf vielfältige Weise eingetrieben. Zuständig dafür ist der IRS*, welcher mit derartigen Dingen überhaupt keine Erfahrung hat, Vielleicht wird man beim IRS eine neue Abteilung einrichten, um die Steuern einzutreiben. Zweifellos wird das viele Arbeitsplätze mit sich bringen.

[* IRS = Internal Revenue Service, die oberste amerikanische Finanzverwaltung und Steuerbehörde. Anm. d. Übers.]

Die Gesamtkosten des Gesetzes werden mit bis zu einer Billion Dollar geschätzt, was sehr viel Steuergeld ist. Schließlich ist sie speziell dazu gedacht, die Kosten für Energie auf Kohlenstoff-Basis in die Höhe zu treiben, und dies ist die meist genutzte Energiequelle in den USA.

Das gewaltige Problem hierbei ist, dass viele Kohlenwasserstoffe gar nicht verbrannt werden und also auch keine Emissionen zur Folge haben. Sie werden auf vielfältige Weise genutzt, einschließlich der Herstellung von Chemikalien, Plastik und Medikamente, für Schmierstoffe usw.

Das Gesetz reagiert darauf mit einem gewaltig aufwändigen System von Ausnahmen, welche auch vom IRS gemanagt werden solle, obwohl der davon keine Ahnung hat. Hier ein Auszug aus dem Entwurf (mit Secretary ist hier der Schatzminister gemeint, aber in Wirklichkeit besorgt der IRS den Job):

(A) REFUND FOR REDUCTION OR ELIMINATION OF EMISSIONS. Any manufacturer of a product that incorporates a fossil fuel that has been taxed under this section who can demonstrate to the Secretary that the fossil fuel has been transformed via the manufacture of the product so that the fossil fuel’s emissions will be reduced or eliminated over the product’s lifetime shall be entitled to a refund of the tax paid under this section on the proportion of the emissions reduced thereby, as determined by the Secretary.”

[Diese Passage wird absichtlich mal unübersetzt gelassen. Es ist ein einziger, unendlich verschachtelter Satz, dessen „Zauber“ bei einer Übersetzung verloren gehen würde. Inhaltlich geht es darum, dass wenn ein Hersteller nachweisen kann, dass der von ihm verwendete fossile Treibstoff keine Emissionen verursacht, er von der Steuer ausgenommen ist. Am.d. Übers.]

Also bekommt nicht der Produzent der fossilen Treibstoffe den Rabatt. Den bekommt der Hersteller des Produktes, der die Kohlenwasserstoffe auf die eine oder andere Art verarbeitet, ohne dass es zu Emissionen kommt. Die Zahl dieser Verarbeitungen ist legendär. Man beachte, dass der Hersteller wissen muss, wie viele Steuern der Produzent zahlen muss, aber die Steuerrate ändert sich per Gesetz in jedem Jahr. Das alles ist ein unglaublich komplexes Durcheinander.

Die anderen Abschnitte sind noch komplexer, so dass man sich darin nicht vertiefen sollte. Hier ist jedoch eine Schnell-Zusammenfassung:

Es gibt eine „Adjustierung“ der Einfuhrausgleichsabgabe, um „Entweichen“ [leakage] zu begegnen (ich habe mir das nicht ausgedacht). Mit „Entweichen“ ist hier die Verlagerung der Produktion ins Ausland wegen dieser Steuer gemeint. Diesen Herrschaften ist der Verlust von Arbeitsplätzen egal, nur damit die Emissionen nicht sinken.

Der IRS ist also dazu ausersehen, irgendwie festzulegen, wann immer die US-Kohlendioxid-Steuer dazu geführt hat, dass die Emissionen in einem anderen Land gestiegen sind, weil dort genau das hergestellt worden ist, das sonst wir hergestellt hätten, und man es uns verkauft. In jenem Fall wird das importierte Erzeugnis besteuert, als ob es hier hergestellt worden wäre (nicht dass unsere Hersteller die Steuer direkt zahlen). Falls wir ähnliche Erzeugnisse exportieren, bekommt der Hersteller einen Rabatt.

Falls jemandem das wie Blödsinn vorkommt, hier wieder der Originaltext im Gesetz: (2) BORDER TAX ADJUSTMENT. The term ‘border tax adjustment’ means the levying of a tax on imported covered goods equivalent to the amount of tax paid pursuant to part 1 of this subtitle in the manufacture of comparable domestic manufactured goods, and the rebating of the tax paid pursuant to part 1 of this subtitle that has been paid on covered goods exported from the United States.

[Siehe Bemerkung ach der ersten Textstelle! Anm. d. Übers.]

Es besteht kein Zweifel, dass diese Zeit- und Geldverschwendung augenblicklich einen Handelskrieg auf der Basis von Kohlenstoff auslösen wird, wobei jedes große Land das vermeintliche Entweichen aus den anderen Ländern besteuern wird.

Dann gibt es da noch das grüne Wählerstimmen-Potential [green pork barrel. Was das ist, kann man hier oder hier sehen. Gibt es eine passende deutsche Übersetzung? Anm. d. Übers.]. Schließlich haben wir viele Milliarden Dollar zur Verfügung, die wir ausgeben können. Einiges davon ersetzt die Benzinsteuer, welche abgeschafft wird, aber es ist kein neues Geld. Vieles des neuen Geldes wird in eine Vielfalt grüner Programme gelenkt. Etwa einem Drittel davon wird in dem Gesetz gar nicht Rechnung getragen, so dass vielleicht der Kongress darüber befinden muss es auszugeben. Das könnte das Gesetz auf dem Capitol Hill ziemlich populär machen. Kein Zweifel, der IRS wird eine Menge Geld bekommen für die neue Abteilung, in deren Bereich all diese idiotischen Transaktionen fallen.

Es gibt auch einige Versuche, das zu lindern, was man „Energiearmut“ nennt, zu welcher es durch Kohlendioxid-Steuern unvermeidlich kommt. Allgemein ist es so, dass je ärmer man ist, umso größer ist der Anteil des Einkommens, den man für Energie aufbringen muss. Wir können viele Dinge entbehren, aber Energie gehört nicht dazu. Erneut finden wir ein aufwändiges Rabatt-System, welches aber nur einem geringen Anteil derjenigen nutzt, die übermäßig betroffen sind.

Alles in allem führt dieses Gesetz zu einem gewaltig aufwändigen System – aus keinem ersichtlichem Grund außer dem, auf den Klima-Alarmismus zu reagieren. Kohlenwasserstoffe sind eine Grundlage unseres Lebens. Der Versuch, deren Verbrauch zu dirigieren, ist ein sehr schlechter Plan.

[Mal eine Warnung an Deutschland, wo man darüber ja auch schon mal gesprochen hat, und so, wie die deutsche „Energiewende“ eine Warnung an das Ausland ist. Anm. d. Übers.]

Link: http://www.cfact.org/2018/08/24/the-nightmare-of-taxing-carbon-dioxide/




@NYT lügt hinsichtlich Klima – indem die Vergangenheit verschwiegen wird

[*In diesem Beitrag tauchen noch öfter Zahlenangaben durchweg in den in den USA gebräuchlichen Einheiten auf. Des besseren Verständnisses halber werden diese Angaben hier aber gleich in europäische Einheiten umgerechnet. Anm. d. Übers.]

[**Vermutlich war das in Mitteleuropa anders, aber es geht hier auch darum aufzuzeigen, dass Deutschland eben nicht der Nabel der Welt ist und dass das Wetter auf der ganzen Welt nicht so ist (oder zu sein hat) wie in Deutschland. Anm. d. Übers.]

In irgendeinem Zusammenhang dazu sandte mir ein Leser einen Link zu einer interaktiven Website der New York Times, welche von sich behauptet, die Anzahl der Tage mit einer Temperatur über 32°C [in US-Einheiten ist das eine Art ,magische Schwelle‘ von 90°F. Anm. d. Übers.] pro Jahr für Städte im ganzen Land zu listen. Die Ergebnisse werden für die Times zusammengestellt von einer Institution (man könnte es auch eine Umwelt-Propagandagruppe nennen) mit der Bezeichnung Climate Impacts Lab.

https://www.nytimes.com/interactive/2018/08/30/climate/how-much-hotter-is-your-hometown.html?action=click&module=Most%20Popular&pgtype=Homepage

Da ich viele Datensätze dieser Art zusammengestellt habe, schaute ich mal darauf. Die Website fragt nach der Stadt und dem Geburtsjahr und präsentiert dann eine Zeitreihe, die vermeintlich die Anzahl der Tage mit einer Temperatur über 32°C pro Jahr zeigt seit Geburt und wie die Anzahl dieser Tage zugenommen hat.

Obwohl ich in Kalifornien geboren wurde, habe ich mehr Jahre in Huntsville gelebt als an irgendeinem anderen Ort. Also gab ich mein Geburtsdatum ein und Huntsville als meine Geburtsstadt. Sofort wurde dann aber mein Argwohn geweckt, als der erscheinende Datensatz erst im Jahre 1960 begann, also einige Jahre nach meiner Geburt! Offensichtlich wollen die Times und das Climate Impact Lab nichts mit Menschen zu tun haben, die älter sind als 58 Jahre.

Für Huntsville und Montgomery sind hier die entsprechenden Ergebnisse – irgendwie Angst erzeugend. Es scheint, dass die Anzahl der Tage mit über 32°C auf das höchste Niveau jemals gestiegen ist. Man macht mir weis, dass es im Jahre 1960 45 derartige Tage in Huntsville gegeben hat, in 2017 dagegen 57 Tage, Tendenz steigend.

Um das alles noch ängstigender zu machen, beziehen sie Klimamodell-Projektionen bis zum Jahr 2090 mit ein, um mir zu sagen, dass wenn ich im Jahre 2040 80 Jahre alt werde es 73 derartige heiße Tage in Huntsville geben wird, siehe Graphik. Hilfe!

Bevor man nun sein Haus verkauft und nach Kanada zieht, betrachte man die wahre Geschichte. Nachdem ich viele Klima-Datensätze für Alabama erstellt hatte, einige davon ab dem Jahr 1850, wusste ich, dass die Story in der Times darauf ausgelegt war, Alarm zu schreien und die Behauptung voranzutreiben, dass Menschen, welche auf Kohlenstoffbasis Energie verbrauchen, die ihnen zu einem besseren Leben verhilft, unsere Sommer sogar noch schlimmer macht. Vorsicht,liebe Leser, dieses Webtool ist nicht darauf angelegt, genaue Informationen zu verbreiten.

Erstens, Klimadaten für Alabama begannen im 19. Jahrhundert, nicht erst im Jahre 1960. Im Jahre 2016 veröffentlichten Dr. Richard McNider (mein Vorgänger) und ich selbst eine sorgfältig konstruierte Zeitreihe der Sommertemperaturen für den Staat ab 1883 unter Einbeziehung zahlreicher Stationsaufzeichnungen. Einige davon hatten noch nicht einmal Eingang in die Datensätze der [US-]Bundesregierung gefunden, also die Hauptquelle für Institutionen wie das Climate Impact Lab. Ich habe diese Arbeiten aktualisiert bis einschließlich Sommer 2018 – das Ergebnis zeigt die Graphik unten. Diese zeigt nicht nur, dass die Tagestemperaturen im Sommer im Verlauf der letzten 136 Jahre nicht nur nicht gestiegen, sondern sogar gesunken sind. Hmmm … wenn man sich diese Graphik so betrachtet – warum wohl hat Climate Impact Lab das Jahr 1960 als Startjahr seiner Graphik gewählt?

Wir gingen in jener Studie noch einen Schritt weiter und wiesen nach, dass Klimamodelle komplett falsch lagen bei der Replikation des Abwärtstrends der Temperatur in Alabama während der letzten 120 Jahre – 76 unterschiedliche Modelle mit einer Fehlerquote von 100%. Sollte man diesen gleichen Modellen trauen, dass sie uns so Auskunft über die Zukunft geben wie die Times es behauptet? Warum nur hat man die Modelle nicht auf deren Validität untersucht?

Was ist nun also mit den „heißen“ (oder, wie wir in Alabama sagen „typischen“) Tagen mit einer Temperatur über 32°C? Für Alabama und die gesamte Nation habe ich seit 1895 die mittlere Anzahl pro Station für jedes Jahr berechnet. Die Ergebnisse unten sprechen für sich (es gibt keine Zunahme der Anzahl von Tagen mit über 32°C) – und sie stellen die Falschinformation bloß, welche die Times hinaus posaunt.

Genaue Informationen hinsichtlich des Klimas in Alabama zu verbreiten ist genau das, was wir in unserem Büro machen. Tatsächlich kann ich bei Heranziehen der realen Daten nicht einmal ansatzweise die Bilder reproduzieren, mit denen das Climate Impact Lab aufwartet und welchen zufolge die Zehnerjahre dieses Jahrhunderts die meisten Tage mit 32°C verzeichnete – ich vermute mal, sie verwenden mehr theoretische Ergebnisse als sich an Beobachtungen zu orientieren. Man beachte, wie glatt ihre Graphik ist im Vergleich zu den realen Daten – das sieht mir sehr unecht aus.

Dies ist ein wunderbarer Staat, in dem wir leben, in dem Menschen das Leben genießen und Industrien sich entfalten können – und unsere Klimabedingungen sind einer der Gründe, warum wir so erfolgreich sind bzgl. des Zuzugs weiterer Menschen. Gelegentlich jedoch kommen Zeiten, in welchen ich Behauptungen von jenen entgegen treten muss, deren Absicht nicht die Information ist, sondern das Schüren falschen Alarms – dies ist normalerweise dann der Fall, wenn Umwelt-Interessengruppen eine Presseerklärung fabrizieren, deren dramatische Inhalte von willigen Medien verbreitet werden (ohne jede Fakten-Recherche). Jetzt ist eine solche Zeit, und ich bin sicher, dass es nicht das letzte Mal ist.

Striche

Citation:

Christy, J.R. and R.T. McNider, 2016: Time series construction of summer surface temperatures for Alabama, 1883-2014, and comparisons with tropospheric temperature and climate model simulations.  J. Applied Meteor. Climatology, DOI: 10.1175/JAMC-D-15-0287.1.

Data from the New York Times website accessed on 5 and 6 September 2018.

– John Christy
The Alabama State Climatologist

Link: https://wattsupwiththat.com/2018/09/12/nyt-lies-about-climate-by-omitting-the-past/




Ein Blick auf die Auswirkung der Stromer­zeugung durch Wind und Solar auf die Strom­preise

Mit Beginn des Gipfels in Rio [1] im Jahre 1992 haben regierungsamtliche Institutionen mit wilden Versprechungen begonnen, die Erde zu retten. Erneuerbare Energie wurde in den neuen Status als die Energiequelle gehoben, um den Planet zu retten helfen. Heutzutage sind regierungsamtliche Verpflichtungen, den Verbrauch auf Kohlenstoff basierender Treibstoffe zu eliminieren und 100% Erzeugung durch Erneuerbare zu erreichen fast langweilig in ihrer Vorhersagbarkeit. Schließlich müssen wir den Planeten retten. Es ist keine Zeit mehr für „vernünftige“ technologische Neuerungen. Seit Jahrzehnten haben sich diese Versprechungen zumeist als heiße Luft erwiesen, aber Politik basiert oftmals auf leeren Versprechungen.

Zur Zeit der „Klimarettungs“-Konferenz in Paris im Jahre 2015 hatte der Terminus ,den Planeten retten‘ so viele Bedeutungen, dass es schwierig war, darin irgendeinen Sinn zu erkennen – es sei denn, jemand glaubt daran, dass Unmassen politisch korrekter Plattitüden allein die Fähigkeit der Rettung haben. Sogar der oberste Planetenretter-Wissenschaftler James Hansen nannte die Pariser Gespräche „Betrug“.

Unglücklicherweise bedeutet „Rettung des Planeten“ auf extreme Weise während ultrakurzer Zeiträume vielfach auch extreme Konsequenzen. Die Europäer haben über eine vollständige „Dekarbonisierung“ Europas gesprochen (was die Eliminierung der meisten Industriebetriebe erfordert), aber mit der Zeit scheinen die Implikationen derartiger, den Planeten rettender Bemühungen die Rhetorik abgekühlt zu haben. Die Hawaiianer haben versprochen, bis zum Jahr 2045 eine „saubere“ Energie-Ökonomie zu haben. Was immer das auch bedeutet, wird sich während der nächsten Jahrzehnte erweisen. Kalifornien hat jetzt versprochen, bis 2045 zu 100% durch Erneuerbare Strom zu erzeugen. Wie leer werden diese Versprechungen sein? Der zeitliche Horizont liegt zu weit in der Zukunft, um darüber jetzt schon nachzudenken.

Hasten zu Änderungen

Glücklicherweise hat der Schub in Richtung erneuerbare Stromerzeugung zu bedeutenden Zunahmen des Anteils Erneuerbarer zu erzeugtem Strom geführt, ebenso wie zu bedeutenden Verbesserungen bzgl. Technologie und Einspeisung in das Netz. Aber inzwischen sind Bedenken aufgekommen, dass das Hasten zu Erneuerbaren zu weit (oder vielleicht zu schnell) gegangen ist, zumindest an einigen Orten. Abgaben und Steuern auf Energie zur Stützung der Implementierung weiterer Erneuerbarer haben zu erheblichen Preissprüngen für Strom geführt. In den USA hat die Zunahme der Stromerzeugung mittels Erneuerbarer an manchen Orten zwar nur geringe Auswirkungen auf die Preise, obwohl der rückläufige Verbrauch von Kohle schon merkliche Auswirkungen auf den Preis zeitigt.

In Deutschland wurden im Jahre 2016 16% des Stromes durch Wind und Solar erzeugt, und die daraus resultierenden Preissteigerungen waren nicht gerade populär. Dort haben sich aber rund 800 Bürgerinitiativen gebildet, um die Energiepläne und Ziele der Regierung zu bekämpfen. Im Juni 2018 schien sich der deutsche Energieminister bis zu einem gewissen Grad von den europäischen Zielen zu verabschieden, wie aus seinen Äußerungen bei einer Konferenz der Energieminister Europas hervorging. Die Subventionen für Windenergie in Deutschland werden bald auslaufen, und Tausende älterer Windturbinen dürften den Betrieb einstellen.

In Südaustralien scheinen wiederholte Unterbrechungen ihre Ursache in der massiven Zunahme der Einspeisung von durch Wind und Solar erzeugtem Strom in das Netz zu haben, und die Strompreise in Australien sind während des vorigen Jahrzehnts dramatisch gestiegen. Windenergie macht etwa 35% der Gesamt-Stromerzeugung in Südaustralien aus, mehr als das Doppelte von Deutschland. Die Australier scheinen scharf polarisiert zwischen jenen, welche hinter den den Planeten rettenden Bemühungen stehen (und die von den drastischen Strompreis-Steigerungen unbeeindruckt scheinen) und jenen, die den Eindruck haben, dass derartige Bemühungen im besten Falle in die Irre führen und im schlimmsten Falle ökonomischen Selbstmord bedeuten können. (Einige politische Selbstmorde könnten auch noch kommen).

Ein Beitrag in der MIT Technology Review veröffentlicht eine Schätzung, der zufolge die Bemühungen Kaliforniens in Richtung 100% Erneuerbarer Investitionen in Höhe von 2,5 Billionen Dollar erfordern werden (und die Zuverlässigkeit von Speicher-Technologien ins ungewiss). [2] Man muss sich fragen, ob die Bürger dort irgendwann anfangen, gegen diese zusätzlichen Investitionen in die Energie-Infrastruktur aufzubegehren. Vor allem, wenn sie anfangen müssen, dafür zu zahlen (vielleicht sogar mehrfach, falls die zuverlässige Lebensdauer von Speicher-Technologien zu kurz ist).

Derzeitige skeptische Studien hinsichtlich der Auswirkungen der Stromerzeugung durch Wind und Solar auf die Strompreise haben typischerweise die Relation betrachtet zwischen installierter Kapazität pro Kopf (kW/Kopf) und den Preisen [3]. Ein Beispiel dieser Präsentation zeigt die Abbildung unten auf der Grundlage von Daten aus dem Jahr 2014. Die Interpretation, wie sich eine Trendlinie des Energieverbrauchs (kWh) zu Energie (W) verhält, ist nicht einfach.

Bedenken hinsichtlich steigender Preise infolge Stromerzeugung durch Wind und Solar fangen an, einigen Widerstand gegen den weiteren Ausbau der Solar- und Windkapazität auszulösen. Bedenken hinsichtlich der potentiellen Unzulänglichkeit oder hoher Kosten von Energie-Speicherkapazitäten lassen ebenfalls Vorsicht aufkommen. Die Analyse von Preistrends ist begrenzt, und der regierungsamtliche Druck in Richtung 100% Erneuerbarer kann sich am Ende als zu teuer erweisen. Der Schub zur Rettung des Planeten steht auch im Widerspruch zu einer Unmenge wissenschaftlicher Daten, welche belegen, dass der Planet nicht kurzfristig „gerettet“ werden muss (oder überhaupt nicht gerettet werden muss). Die Überlegungen, ob es ein optimales Niveau der Wind- und Solarerzeugung gibt und welche Faktoren dieses Optimum beeinträchtigen, scheint in den Konflikten unterzugehen.

Besseres Verständnis wecken

Diese Studie vergleicht den Energiepreis mit dem Gesamt-Prozentanteil der Stromerzeugung durch Wind- und Solar-Technologien im Jahre 2016 in vielen europäischen Ländern und den 50 US-Staaten nebst dem District of Columbia [= Washington DC]. Trends auf der Grundlage dieser Faktoren werden direkt gezeigt und nicht verschleiert durch unterschiedliche Einheiten, obwohl es immer noch Unstimmigkeiten gibt im Zusammenhang mit Netzeinspeisung, Stromexport und -import und was ein „mittlerer“ Strompreis sein soll. Die Änderung der Einheiten zu Prozent erzeugtem Strom ist eine Möglichkeit, die Lage verständlicher zu beschreiben. Ein besseres Verständnis der Auswirkungen von Wind- und Solar-Stromerzeugung auf die Strompreise ist nötig, um potentielle Optimierungen eines Mix‘ aus verschiedenen Erzeugungs-Technologien zu analysieren; und vielleicht auch, um über vernünftige Zeitrahmen und Strategien nachzudenken, zu anderen Technologien zu wechseln.

Der Schub in Richtung Zunahme der Erneuerbaren-Stromerzeugung weist in den USA und in Europa Ähnlichkeiten auf, aber weil die USA ein so großes Land sind und weil die Stromleitungen über Staaten hinweg substantiell sind, könnte die Vergleichbarkeit der Lage in den USA und individuellen europäischen Ländern begrenzt sein. In Europa ist der Stromfluss über Staatsgrenzen hinweg offenbar begrenzter als zwischen den US-Staaten. Das Ausmaß dieser Unterschiede kann ganz nützlich sein für Überlegungen, wie man am besten zu neuen Technologien wechseln und Preisauswirkungen in Grenzen halten kann. Das wird hier aber nicht analysiert.

Dieser „Blick“ auf die gegenwärtige Lage zieht bestehende Daten heran, um die Vergleiche anzustellen, und es gibt Differenzen zwischen den Preisarten in Europa und in den USA. Die EIA der USA schätzt einen mittleren Preis direkt. Eurostat tut dies nicht und führt stattdessen Daten zu Preiskomponenten, so dass die Berechnung eines mittleren „Preises“ kompliziert ist. Folglich sind die hier gezeigten Ergebnisse bis zu einem bestimmten Grad wegen der verfügbaren Daten begrenzt, aber sie bieten doch Erkenntnisse um gegenwärtige wahrnehmbare Auswirkungen auf den Preis. Das muss noch weiter untersucht werden.

USA-Trends

[Hier folgt eine ausführliche Darstellung der Verhältnisse in den USA, auf deren Übersetzung hier verzichtet wird, weil in der Schlussdiskussion die Ergebnisse des Vergleichs zusammengefasst werden. Die Analyse der Verhältnisse in Europa wird aber hier wieder übersetzt. Anm. d. Übers.].

Europäische Trends

Die Energiedaten des Jahres 2016 für Europa stammen von Eurostat [6] (Version Mai 2018). Die Preisangaben von Eurostat sind schwierig zu erkennen ohne detaillierte Kenntnis darüber, wie Tarife, Steuern und Subventionen zusammenspielen. Daher stammen die herangezogenen Strompreis-Daten vom Strom-Report-Blog für einen „mittleren“ Haushalt im Jahre 2016 [7]. Haushalte sind offenbar die Haupt-Zahler für die Solar- und Windstromerzeugung, und die Preise für die Industrie liegen deutlich unter denen der Haushalte. Für das produzierende Gewerbe können Reduktionen von Steuern und Abgaben die politikinduzierte Komponente des Strompreises substantiell senken. Vereinfacht gesagt, der Industrie werden Mittel an die Hand gegeben, ihren Strompreis zu senken, während Haushalte mehr bezahlen, um die Erneuerbaren-Initiativen zu stützen. Der Widerstand in Deutschland gegen das Energieprogramm der Regierung scheint hauptsächlich von Haushalten zu kommen, obwohl viele dieser Haushalte reich an technischer Erfahrung sind.

Der Anteil an der Erzeugung ist der Gleiche wie in den USA. Der Wind- und Solar-Anteil ist ein Prozent des erzeugten Stromes innerhalb des Landes, einschließlich Exporte, aber ohne Importe. Die Länder, die in diesem Datensatz der Importe am meisten betroffen sind, sind Litauen und Luxemburg, wo der meiste verbrauchte Strom importiert wurde. Folglich ist der Anteil von Wind und Solar des erzeugten Stromes irreführend und würde viel geringer sein, falls berechnet als Prozentzahl des Gesamtverbrauchs. Der Preis ist für diese beiden Länder ebenfalls irreführend, da der Preis durch die Importpreise beeinflusst wird.

Der berechnete Anteil an der Erzeugung gilt für die Summe von Wind, Solar und Ozean-Gezeiten, aber Frankreich war das einzige Land mit irgendwelcher Gezeiten-Energie, und das auch nur zu einem sehr geringen Teil. Daher werden die Ergebnisse als die Summe von Wind und Solar dargestellt. Daten zu Energie und Preisen stehen aus 27 Ländern zur Verfügung und sind in der folgenden Graphik dargestellt:

Die Export-Import-Werte beeinflussen die hier gezeigten Daten, aber nicht so stark, dass sich der Trend der Preise vs. Prozentanteil Wind- und Solar-Erzeugung stark verändert. Eine OLS-Regression [OLS = Ordinary Least Squares] dieser Preisdaten für Wind+Solar zeigt einen ziemlich starken cross-sectional Trend F = 17,54; Modell-Pr = 0,0003; adj R² = 0,39). Die Ergebnisse zeigen, dass ein Land ganz ohne Wind- und Solarstrom im Mittel einen Preis pro „mittlerem“ Haushalt von 12,7 Cent pro kWh zahlen muss, und das erwartete Mittel steigt um 0,48 Cent pro kWh für jede Zunahme des Wind- und Solar-Anteils an der Stromerzeugung (wie in der Graphik gezeigt). Die Signifikanz des Abschnitts liegt über dem 99,99%-Niveau, und der Koeffizient der Preissteigerung liegt beim 99,97%-Niveau. (Der US-Datenpunkt für das ganze Land betrüge 6,5% und etwa 8 Cent).

[Die folgenden beiden Kapitel, ,Diskussion‘ und ,Schlussfolgerungen‘ sind teilweise sehr langatmig, so dass einzelne Absätze nicht mit übersetzt worden sind. Diese Lücken sind gekennzeichnet durch „…“. Anm. d. Übers.]

Diskussion

Dieser Blick auf potentielle Trends der Auswirkung von Stromerzeugung durch Wind und Solar auf die Strompreise hat in den USA bis dato keinen wahrnehmbaren Trend auf das Niveau der Strompreise gehabt. Anders in Europa, wo es zu einem starken Trend steigender Strompreise für die dortigen Haushalte gekommen war.

Subventionen für Wind und Solar waren in den USA über Jahrzehnte substantiell, und die Kosten dafür verteilten sich über das ganze Land [die USA] und weisen zumeist KEINEN Anstieg der Strompreise auf [8]. Die europäischen Länder fangen an, Auspreisung und Beschaffung von Strom relativ zu Wind und Solar zu verschieben einschließlich Auktionen, um die besten Deals für Wind und Solar zu erreichen. Gegenwärtige politische Trends zeigen, dass die Auswirkungen starker Preisanstiege aufgrund der gegenwärtigen Subventionen Schwierigkeiten mit sich bringen (in Gestalt von Widerstand seitens der Wähler) gegen amtierende Politiker, und die Maßnahmen zur Akquise von Wind- und Solar-Ressourcen können durch politische Trends beeinflusst werden. Subventionen in Europa für Wind- und Solarstrom scheinen sich hauptsächlich in den Preisen für die privaten Haushalte niederzuschlagen, so dass die Natur der Subventionen und woher man sie aufbringt die hier erkennbaren Ergebnisse beeinflussen. Subventionen für ältere Windturbinen in Deutschland beginnen im Jahre 2020 auszulaufen, und ob der Anteil von Wind und Solar an der Gesamt-Stromerzeugung nach 2020 erhalten bleibt, ist unbekannt.

Über die Vorzüge spezifischer Subventionen lässt sich streiten, aber Subventionen für Energie gibt es seit Jahrzehnten, und deren veränderliche Natur muss so weit verstanden werden, dass Auswirkungen auf die Entwicklung der Energie-Infrastruktur untersucht werden können. Die US-Subventionen ändern sich gerade, so dass die nächste Dekade der Stromerzeugung anders aussehen könnte als diese Dekade.

Schlussfolgerungen

Diese Untersuchung möglicher wahrnehmbarer Trends der Strompreise infolge zunehmender Anteile von Wind- und Solarstrom haben für Europa und die USA unterschiedliche Ergebnisse gezeitigt. Im numerischen analytischen Abschnitt der Untersuchung wurde der Bruchteil des erzeugten Stromes als unabhängiger und der Strompreis als abhängiger Parameter betrachtet. Die Preisangaben für die USA sind das Gesamtmittel des Preises in den USA als Ganzes, und zwar für alle Endverbraucher zusammen im Jahre 2016. Die Zahlen stammen von der EIA. Preise in Europa sind „mittlere Preise pro Haushalt“ für individuelle Länder, wie sie im Strom-Report-Blog für das Jahr 2016 gelistet sind auf der Grundlage länderspezifischer Tarife. Die US-Stromerzeugung durch Wind und Solar plus die Solartechnologie wurde für jeden US-Staat durch die Gesamt-Stromerzeugung dividiert, um den Anteil von Wind und Solar bei der Stromerzeugung zu berechnen. Sowohl für die USA als auch für Europa gilt, dass Importe nicht als Erzeugung Eingang in diese Untersuchung gefunden haben, anders als die Exporte von in den Staaten/Ländern erzeugten Strom.

In Europa scheinen die Kosten für die Implementierung von durch Wind und Solar erzeugten Strom bis 2016 zumeist über die Stromrechnungen der privaten Haushalte aufgebracht worden zu sein. In den USA tauchen die Subventionen großenteils nicht in den Stromrechnungen auf. Strompreis-Berechnungen für die USA zeigen 2016 keinen wahrnehmbaren Trend. Kohle war der einzige Treibstoff, der einen merklichen Trend aufwies dergestalt, dass je höher der Anteil des durch Kohle erzeugten Stromes war, desto mehr sanken die Strompreise.

Die Strompreise für die „mittleren Haushalte“ in Europa zeigten 2016 einen ziemlich starken Trend (auf der Grundlage von Daten aus 27 Ländern), wobei die Preise parallel mit dem Anteil des durch Wind und Solar erzeugten Stromes stiegen.

Die Ergebnisse dieser Studie ergeben zwei kontrastierende Bilder der Auswirkung der Stromerzeugung durch Wind und Solar auf die Strompreise – mit unterschiedlichen Auswirkungen auf die Strompreise in den USA und in Europa. Es sind hauptsächlich zwei Faktoren, die hierbei eine bedeutende Rolle spielen. Einmal ist das die Art und Weise der Subvention und zum Anderen die Verbindung mit dem Netz und die Übertragung. Ein gewisses Niveau des Weiterbetriebs von Kohlekraftwerken kann ebenfalls eine Rolle gespielt haben.

In dieser Studie ging es nicht um die umweltlichen Auswirkungen von Wind- und Solar-Erzeugungstechnologien, sondern um nicht triviale Auswirkungen. Der Widersinn, sich die Rettung des Planeten auf die Fahnen zuschreiben, in dessen Zuge man lokal verheerende Umweltschäden auslöst, ist reich an Ironie, aber zu kompliziert, um es zu beschreiben.

Es muss noch mehr untersucht werden, wie der brauchbarste Mix von Technologien zur Energieerzeugung aussieht angesichts der erheblichen Zunahme der Erzeugung mittels Wind und Solar während der letzten beiden Jahrzehnte – vor allem vorangetrieben durch neue Subventionen. Dies ist erforderlich, um gegen offensichtlich unerwünschte Auswirkungen vorzugehen, welche bis heute beobachtet werden und die sich während der nächsten Jahre anhäufen dürften. Die Kosten-Nutzen-Rechnung für verschiedene Technologien ist gegenwärtig verschleiert, und der Rauch muss sich verziehen. Davonlaufende Preise und nachlassende Zuverlässigkeit des Netzes sollten nicht akzeptabel sein, obwohl die Klima-Zeloten derartige Bedenken vom Tisch wischen. Es ist einfach besseres Verständnis bzgl. des Potentials einer Optimierung der Erzeugungs-Technologie vonnöten, aber nicht die Gesellschaft spaltende Änderungen.

Die Rettung des Planeten mag ein erhabenes Ziel sein und ist mit Sicherheit eines, dass nunmehr seit Jahrzehnten hinaus posaunt wird. Aber die Zeiten ändern sich, und die gegenwärtigen Untergangs-Szenarien sind alt, ermüdend und wahrscheinlich demnächst irrelevant. Vielmehr muss auf vernünftige Weise über eine zuverlässige Stromerzeugung mittels vergleichbarer Daten nachgedacht werden, um die Stromversorgung im 21. Jahrhundert nachhaltig zu sichern.

Die gegenwärtige Lage in den USA ist nicht gekennzeichnet durch große Themen, obwohl extreme Änderungen wie gesetzlich „100% Erneuerbare“ vorzuschreiben ein solches sein kann. Die gegenwärtigen Konflikte in Australien befeuern politische Verwerfungen, und man kann zusehen, was dort jetzt daraus wird. Die schwindende Zuverlässigkeit des Netzes in Südaustralien ist es aber nicht wert, irgendwo anders reproduziert zu werden. Die Lage in Europa befindet sich in einem starken Zustand der Änderung, und zusätzliche Lektionen aus den Erfahrungen in Europa während der nächsten Jahre können sehr wichtig werden.

Alles in allem haben sich seit mehreren Jahrzehnten bedeutende Änderungen der Stromerzeugung gezeigt, und viel Erfahrung wurde gesammelt und erreicht hinsichtlich der Zunahme der Stromerzeugung mittels Erneuerbarer. Der Schub pro Erneuerbare auf der Grundlage umweltlicher Leidenschaft steht jetzt vor Rückschlägen wegen einiger unerwünschter Nebenwirkungen. Diese Studie soll lediglich einen oberflächlichen Blick auf Änderungen und Trends werfen. Beides muss aber noch näher betrachtet werden.

Link: https://wattsupwiththat.com/2018/09/04/a-look-at-impacts-of-wind-and-solar-electric-generation-on-electricity-price/

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Hopfenertrag 2018

Es kann nur schlimmer werden …

wissen die Fachpersonen sofort, wenn etwas negativ von irgend einer „Norm“, oder einfach dem Gewohnten abweicht. Das ist oft der Fall, denn die Natur kennt keine „Stetigkeit“, sondern liebt es, teils extreme Schwankungen zu produzieren, so auch bei den Ernteerträgen.
Warum sollte der empfindliche – und in Deutschland meistens in sehr stark hagelgefährdeten Gebieten angebaute – Hopfen da eine Ausnahme machen. So war das Erntejahr 2015 schlechter als „üblich“ und in der Folge überschlugen sich Koryphäen des Klimawandel-Wissens mit schlimmen Zukunftsprojektionen:
[1] EIKE 22.08.2015: Grüne Abgeordnete Barbara Höhn durch Fakten widerlegt: Der Hopfenertrag steigt trotz Klimawandel
… „In der bayerischen Hallertau zum Beispiel, dem größten Hopfenanbaugebiet der Welt, gab es in den vergangenen fünf Jahren fünf schwere Hagelunwetter. Allein im Jahr 2009 wurden 15 Prozent der Ernte vernichtet, Künftig wird es nach Einschätzung von Klimaforschern deutlich mehr Hagelunwetter und damit verbundene Ernteausfälle geben, was die Bierpreise in die Höhe treiben dürfte. Hinzu kommen laut Studie höhere Versicherungsprämien, die in die Verkaufspreise einkalkuliert werden müssten …“
Anmerkung: Dabei war in der Hallertau das Jahr 1993 am hagelreichsten.
Und weil sich das bei KGE einmal im Hirn festgesetzt hat, wiederholt sie dieses „Wissen“ unbeirrt, wissend, dass in ihrer Partei so wie sie, auch sonst niemand die Fakten kennt:
[3] EIKE 01.07.2017: K. G. Eckardt versucht sich auf dem GRÜNEN Parteitag mit „Klimawandel“ und zeigt dabei:…
Video ab 13:28: Katrin Göring-Eckardt … Dass entlang von Rhein und Ruhr und Elbe die Unwettergefahr steigt und Köln und Dresden immer wieder überflutet werden, oder dass selbst der deutsche Hopfen krank wird, weil es zu warm wird – ich meine, das Bier ist sogar in Gefahr – das ist relevant, liebe Freundinnen und Freunde …

Wenn es um Klimakassandra geht, will ein Professor aus München nicht hintenanstehen. Also schlug auch er in diese Kerbe und übersah dabei, dass er eine Studie falsch interpretiert hatte:
[2] EIKE 24.08.2016: Wenn der Hopfen nicht stirbt, stirbt dann der Klimawandel?
Lesch-Video ab 7:44: youtube-Video Filmtext: … ein schönes Beispiel dafür ist der Hopfen. Am Anfang bei einer bestimmten Konzentration von Kohlendioxyd da freut er sich noch, da wächst er mehr. Wenn es allerdings mehr wird, dann wird der Hopfen weniger. Dann wird der Hopfenanbau … wird langfristig in Deutschland verschwinden. Das gehört zu den Folgen der globalen Erwärmung. Je mehr Kohlendioxyd in der Atmosphäre ist, umso mehr müssen wir in Deutschland drauf (Abbruch des Satzes), werden wir praktisch Hopfen importieren müssen – wer weiß woher.
Der Originalartikel dazu: [4] EIKE 09.07.2016, Michael Kalisch: Bei Harald Lesch sind Hopfen (und Malz) verloren

Seit damals sind schon wieder zwei, drei Jahre vergangen und eine aktuelle Hopfenernte in einem Extremjahr gerade vorbei. Nachdem bereits zu den Weizenerträgen in diesem Extremjahr eine kleine Darstellung gebracht wurde [6]:

Bild 1 [6] Vergleich von Weizenerträgen seit 1970 weltweit mit Deutschland (und Schleswig-Holstein (SH)). Daten von 2008 – 2018 [1], vor 1970: Scharrer – Linser: Dritter Band Handbuch der Pflanzenernährung und Düngung. Grafik vom Autor ergänzt

… wird es einige Leser bestimmt interessieren, wie es dieses Jahr um den vom Klimawandel so arg gebeutelten Hopfenertrag steht.

Extremsommer und Hopfenertrag

Inzwischen liegt die ziemlich genaue Hopfen-Ernteschätzung für 2018 vor. Eingetragen in die Verlaufsbilder der Hopfenernte-Daten für Deutschland ergeben sich die folgenden Grafiken:

Bild 2: Hopfen-Erntemengen gesamt. Ein „Aussterben“ des Hopfens in Deutschland, wie von H. Lesch prophezeit, lässt sich nicht einmal ahnen.

Bild 2 Verlauf der Erntemenge Deutschland von 1955 – 2018. Werte für 2017 – 2018 vom Autor ergänzt

– Daten bis 2016: LfL Jahresbericht 2016 Sonderkultur Hopfen,

– Daten 2017 und 2018: Verband Deutscher Hopfenpflanzer e.V. Pressemitteilung „Schätzung Hallertau 2018“

Im Bild 3 „Hopfen-Erträge Deutschland“ zeigt es sich nicht ganz so „positiv“, wie bei den Erntemengen, aber keinesfalls desaströs. Sofern man einen Ernteertrag, der trotz einem Wetter-Extremjahr fast dem langjährigen – steigenden – Mittelwert entspricht, nicht gar als sehr positiv bezeichnen müsste.

Bild 3 Hopfen, Ertragsmittel in Deutschland. Vom Autor um die Erntemenge 2017/2018 und Hilfslinien ergänzt.

Nun noch der „schlimme“ Einfluss des „klimatödlichen“ CO2 auf den Hopfenertrag. Man sieht vor allem, dass es seit 1950 – als der CO2-Eintrag signifikant zu steigen begann – keinerlei Korrelation zwischen CO2 und Ertrag gibt. Seit 1900 gibt es allerdings eine deutliche, positive Korrelation! Wie jemand dazu einen schlimmen Klimawandel-Einfluss postulieren kann, lässt sich wohl nur ideologisch erklären.

Bild 4 Hopfen- Ertragsverlauf und CO2 in der Atmosphäre seit 1900. Grafik vom Autor zusammengestellt. Quelle CO2-Verlauf: sealevel.info/co2_and_ch4

Wenn der Klimawandel so positiv wirkt, was schadet dann?

Die GRÜNE Ideologie! Nicht nur das (angeblich durch CO2 vom Menschen verschlimmerte) Wetter tut den Pflanzen weh, nein, auch das undenkbare: die „gute“ Natur:
BR 30.08.2018: Hopfenrundfahrt: Ernteausfall wegen Trockenheit und Schädlingen
Hopfenpflanzer fordern wirksame Pflanzenschutzmittel
… Vor allem die Schädlinge machen den Hopfenpflanzern zu schaffen: die Welke, die Blattläuse, der Echte Mehltau und die Rote Spinne. Der Verband Deutscher Hopfenpflanzer fordert deshalb mehr und wirksamere Pflanzenschutzmittel und beklagt, dass die Gesetz stattdessen strenger werden und in den kommenden Jahren immer mehr Wirkstoffe wegfallen werden. Die Pflanzenschutzzulassung zählt deshalb zu den brisanten Themen bei der Hopfenrundfahrt.

Ja, die Gesetze werden bewusst immer strenger. Den der unmündige Bürger muss schließlich von der um ihn besorgten Politik selbst vor noch gar nicht bekannter – aber vielleicht möglicher – Unbill geschützt werden. Verboten wird deshalb vorsichtshalber alles, was Aktivisten aus irgendwelchen Gründen als mögliche Gefahr – oder einfach auch als „unnatürlich“ und „nicht nachhaltig“ – deklarieren.

Weil etwas Nützliches auch Nebenwirkungen haben könnte, wird es vorsichtshalber schon vorab verboten

Dies bezieht sich sowohl auf die Entwicklung verbesserter Sorten, wie auf die „tödlichen“ Pflanzenschutzmittel. Was unsere Altvorderen seit Jahrtausenden machen – durch Züchtung die Pflanzenauswahl lenkend zu verbessern -, darf nicht modernisiert und damit beschleunigt werden, weil es dann angeblich unnatürlich und deshalb automatisch „des Teufels“ ist:
TICHYS EINBLICK, 30. Juli 2018: Ein Plädoyer für Gentechnik im SPIEGEL Fortschritt braucht bloß Vernunft
Was war das, wenn unsere Vorfahren über Jahrhunderte bestimmte Eigenschaften von Pflanzen und Tieren in der Zucht durch Auswahl verstärkten? Gentechnik, die lange dauert.
… In kaum einem anderen europäischen Land sei die Furcht vor Laborpflanzen größer, sagt Bredow: Nach einer aktuellen Umfrage seien an die 80 Prozent der Deutschen für das Verbot der Gentechnik auf den Feldern. Die »Gentechhasser« könnten nun zusammen mit denen Christsozialen und allen anderen Fortschrittsfeinden feiern, weil der EuGH entschied, »dass mit neuartigen Labormethoden erzeugte Obst- und Gemüsesorten ebenso streng reguliert werden müssen wie traditionell gentechnisch veränderte Organismen (GVO)«. Eine Gerichtsentscheidung gegen alle Vernunft. Gerichtspopulismus?
Novo Argumente für den Fortschritt, 27.11.2017: Peter Langelüddeke: Vorwärts in die Hysterie
… Die SPD fordert erneut ein Anbauverbot für Grüne Gentechnik. Der Landwirt und Sozialdemokrat Peter Langelüddeke dokumentiert, wie sich seine Partei dem fortschrittsfeindlichen Zeitgeist anbiedert.

Weitere (kritische) Darstellung zur Gentechnik findet sich bei:
Novo Argumente für den Fortschritt, 07.01.2013: Essay von Mark Lynas: Zum Wohl der Menschheit und des Planeten
Achgut 03.08.2018: EuGH-Gentechnik-Urteil: Lacht sie in Grund und Boden!

Wenn Bio wieder mal an der bösen Natur verzweifelt, soll „konventionell“ helfen dürfen

Über den ideologischen Wahnsinn, mit Bio die Welt retten zu wollen, wurde auf EIKE schon mehrmals berichtet:
EIKE 19.09.2016: Biobauern sind die größten Lebensmittel-Vernichter Ohne Klimawandel überlebt die Biolandwirtschaft ihre Ernteverluste nicht
Solche (Er)Kenntnis dringt inzwischen auch bis in höchste, politische Kreise. Und deren Lösungen dazu sind geradezu „genial“, oder besser: ernüchternd:
Mahlzeit, 02.03.2018: Pflanzenschutzmittel Konventionelle Pestizide auf dem Bioacker?
Die designierte Agrarministerin Julia Klöckner fordert, dass Biolandwirte künftig punktuell auch konventionelle Pflanzenschutzmittel einsetzen dürfen.
… Frau Julia Klöckner – Agrarministerin in spe – tat kürzlich in einem Interview kund: „Um ihre Ernte zu sichern, würden viele Ökolandwirte gerne punktuell auf konventionelle Pflanzenschutzmittel zurückgreifen. Dürfen sie aber nicht. Manchen Bauern kostet das die Existenz.“ Das stimmt absolut! Es ist die offizielle Bankrott-Erklärung der geplanten Agrarwende.
… Als Politikern und Winzertochter hat Frau Klöckner eine bauernschlaue Lösung im Sinn: „Wir müssen Ökolandwirten in schlechten Phasen den Gebrauch konventioneller Pflanzenschutzmittel erlauben können.“ Denn das Verbot, so Klöckner, hielte viele „davon ab, den Weg in den Ökolandbau zu wagen“. Natürlich bräuchte man auf dem Weg dorthin mehr Forschung.

Quellen

[1] EIKE 22.08.2015: Grüne Abgeordnete Barbara Höhn durch Fakten widerlegt: Der Hopfenertrag steigt trotz Klimawandel

[2] EIKE 24.08.2016: Wenn der Hopfen nicht stirbt, stirbt dann der Klimawandel?

[3] EIKE 01.07.2017: K. G. Eckardt versucht sich auf dem GRÜNEN Parteitag mit „Klimawandel“ und zeigt dabei:…

[4] EIKE 09.07.2016, Michael Kalisch: Bei Harald Lesch sind Hopfen (und Malz) verloren

[5] EIKE 04. September 2018: Sommerhalbjahres-Niederschlag 2018

[6] EIKE 09. September 2018: Deutschland in den Klauen des Klimawandels