Wieder einmal: Über­schwemmung in Paris

Wie unser Einführungsbild [siehe Original!] zeigt, wird Paris nicht einfach mal so überschwemmt, sondern wieder – und wieder – und wieder – und wieder.

Warum tritt die für ihre Brücken berühmte Seine überhaupt über die Ufer?

Als einer der wichtigsten kommerziellen Wasserwege in Frankreich wird der Fluss eng überwacht, so dass eine dichte Folge von Frachtschiffsverkehr sichergestellt werden kann. Der Fluss entspringt in Burgund in Ostfrankreich und mäandriert 780 km lang westwärts, bis er bei der Hafenstadt Le Havre im Meer mündet.

Stromaufwärts vor Paris kontrollieren vier große Dämme den Durchfluss der Seine sowie drei seiner größten Nebenflüsse: Aube, Marne und Yonne. Charles Perrin zufolge, einem Hydrologen am National Research Institute of Science and Technology for Environment and Agriculture, beginnen die Dämme zum Ende des Frühjahrs damit, große Wasserreserven aufzustauen, welche in den trockeneren Sommermonaten wieder freigesetzt werden können.

Dämme und Schleusen halten den Wasserstand normalerweise konstant, vor allem im Großraum Paris, wo der Schiffsverkehr auf der Seine besonders stark ist, teilweise auch wegen vieler zusätzlicher Ausflugsschiffe. Falls der Wasserspiegel zu stark sinkt, könnten die Schiffe auf Grund laufen und beschädigt werden. Ist der Wasserstand zu hoch, können die Schiffe nicht mehr unter den niedrigsten Brücken hindurchfahren“.

Im Frühjahr des Jahres 2016 hatten die Dämme bereits 95% ihrer Kapazität erreicht, als Ende Mai starke Regenfälle einsetzten. Sie konnten daher nur noch in begrenzter Menge überschüssiges Wasser aufnehmen“. Also wurde Paris überschwemmt – wieder einmal.

Behörden erwarten den Scheitelpunkt der Flutwelle am Sonntag [28.1.] mit sechs Metern. Bei der Überschwemmung im Juni 2016 wurden 6,1 Meter erreicht.

Obwohl es einigen Experten zufolge schwierig ist festzustellen, ob die globale Erwärmung hinter der jüngsten Überschwemmung steckt, warnten andere vor einer besorglichen Entwicklung.

Wegen des Klimawandels kann erwartet werden, dass Überschwemmungen im Seine-Becken genauso oft auftreten wie derzeit“, sagte Florence Habets, leitende Forscherin am C.N.R.S., dem nationalen Zentrum Frankreichs für wissenschaftliche Forschung. „Egal was wir sagen, je mehr wir unsere Treibhausgas-Emissionen reduzieren, umso mehr reduzieren wir unsere Auswirkungen auf Dürren und Überschwemmungen“.

Die französische Wissenschaftlerin sagt uns, dass „wegen des Klimawandels die Häufigkeit von Überschwemmungen gleich bleibt. Brillant!

Was ist Häufigkeit von Überschwemmungen? Jede nachfolgende Überschwemmung wird verglichen mit der Großen Flut im Jahre 1910. Damals verwandelte eine Sintflut im Januar Paris eine Woche lang in ein Venedig – die Flusspegel stiegen um fast 9 Meter über den Normalstand – was etwa (nach heutigem Wert) Schäden von etwa 1,5 Milliarden Dollar anrichtete. … Topographisch liegt Paris in einem Becken mit dem Montmartre im Norden und dem Montparnasse im Süden. Wenn es zu Hochwasser kommt, bedeutet das erhebliche Schwierigkeiten für jeden, der im Stadtzentrum wohnt, was sich im Jahre 1910 gar nicht so sehr von heute unterscheidet (Quelle). Ein sehr schweres Hochwasser im Januar 1910 führte zu extensiven Überschwemmungen in der gesamten Stadt. Danach stieg die Seine immer wieder auf bedrohliche Wasserstände, so während der Jahre 1924, 1955, 1982, 1999–2000, Juni 2016 und Januar 2018“ (Quelle).

Die New York Times schrieb über das Pariser Hochwasser 1910 – der ganze Original-Report steht auf der Titelseite vom 27. Januar 1920.

Diese „besorgliche Entwicklung“ begann tatsächlich schon im 17. Jahrhundert, wurden doch große Überschwemmungen in Paris während der Jahre 1649, 1651, 1658, 1690, 1711, 1732, 1740, 1779, 1795, 1802, 1830, 1836, 1879-80, 1882-83, 1886 verzeichnet … Der Gedanke dahinter ist hier klar.

Und worum geht es hier? Genau – wie bei Bangladesch: GEOGRAPHIE.

Da haben wir es! Vier Flüsse fließen ineinander und vereinigen sich unmittelbar vor Paris: die Seine selbst, die Aube, die Yonne und die Marne.

Google Earth enthüllt, dass die Seine kein Fluss mehr ist, sondern ein eingezwängter und eng kontrollierter Kanal, mit Kontroll-Mechanismen und Schleusen für den Schiffsverkehr:

[An dieser Stelle steht im Original ein aktuelles Bild von Google Map. Aber auch hier verhindern unklare Urheberrechts-Vorschriften die Darstellung. Anm. d. Übers.]

Wieder einmal zeigt sich, dass die Bemühungen zur Regulierung von Flüssen und sie ausschließlich für unsere Zwecke tauglich zu machen zu unvorhergesehenen oder zumindest uneingestandenen Problemen führen. Weil die Dämme flussaufwärts, üblicherweise zum Zwecke der Wasserspeicherung für trockene Sommermonate und die Flusspegel schifffahrtsgerecht zu halten erbaut, in diesem Jahr fast schon voll sind – und falls es zum Ende des Sommers wieder stark regnet, gibt es keine Möglichkeit, das überschüssige Wasser zu speichern. Die Überschwemmungen fangen flussaufwärts von Paris an und setzen sich bis Paris fort. Wir erleben Gleiches immer wieder auch an den großen Flüssen des Mittleren Westens der USA – Mississippi und Missouri.

Natürlich war diese Lage den Europäern seit vielen Jahren bekannt, und immer wieder wurden Berichte und Empfehlungen veröffentlicht wie OECD Reviews of Risk Management “Policies Seine Basin, Île-de-France: Resilience to Major Floods”.

Immer noch werden die Ursachen der Hochwässer in Paris auf alles und jedes geschoben, aber nicht auf die wirkliche Ursache – unangemessene Maßnahmen, um den bekannten Problemen der Seine zu begegnen.

Man erinnere sich an die Experten-Meinung unserer Klimawissenschaftlerin: „Wegen des Klimawandels kann erwartet werden, dass Überschwemmungen im Seine-Becken genauso oft auftreten wie derzeit“.

Link: https://wattsupwiththat.com/2018/01/26/paris-flooding-again/

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Deutschland hat in Europa einen neuen Spitzen­platz erklommen – beim Strom­preis

Stromvergleich.com: [1] Strompreise in Europa
Die deutschen Strompreise liegen im Vergleich schon lange weit über dem europäischen Durchschnitt. 2017 hat Deutschland nun auch den ersten Platz des Eurostat Rankings erreicht. Mit einem durchschnittlichen Strompreis von 30,5 Cent pro Kilowattstunde [Cent|kWh] zahlen deutsche Verbraucher nun genau so viel wie der langjährige Spitzenreiter Dänemark. Nur der Anteil „Steuern und Abgaben“ ist im Nachbarland mit 67% etwas höher als hierzulande [55%].
Der europäischen Statistik zufolge müssen Stromkunden in Deutschland mehr als doppelt so viel bezahlen wie ihre Nachbarn in Tschechien [14,4 Cent] und in Polen [14,6 Cent]. Aber auch Frankreich ist mit 16,9 Cent|kWh im Vergleich sehr günstig gefolgt von Österreich mit 19,9 Cent.

Aus dem tagesspiegel vom 9.1.18:

Wer erinnert sich noch an die Zeiten, als die folgenden Gerüchte mit ihren ganz bestimmt eintreffenden Zukunftsvisionen kursierten:
Damaliger Umweltminister Trittin (GRÜNE): … „Es bleibt dabei, dass die Förderung erneuerbarer Energien einen durchschnittlichen Haushalt nur rund 1 Euro im Monat kostet – so viel wie eine Kugel Eis.“ – Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Pressemitteilung 231/04, Berlin, 30.07.2004, www.bmu.de
Franz Alt: Die Sonne schickt uns keine Rechnung: Neue Energie, neue Arbeit, neue Mobilität Taschenbuch – 1. Oktober 2009

KLIMARETTER.INFO, 06. Juni 2013: Strompreis auf Vier-Jahres-Tief Der Strompreis an der Strombörse ist weiterhin auf Talfahrt.

Dass diese nicht eintreffen würden, stimmt natürlich nicht: Versprochen ist versprochen. Ein Ziel kann man nur erreichen, wenn man es verfolgt, ohne sich ablenken zu lassen. Unsere (bald wieder) herrschenden Parteien verfolgen diesen Weg zum versprochenen Ziel deshalb unbeirrt und zielorientiert weiter.
[3] Aus dem Berliner Tagesspiegel vom 09.01.2018

Leider hat es Begleiterscheinungen, wie in noch bestehenden, aber auch schon aufgelösten Staaten auf dem Weg ins sichere Arbeiterparadies
Frankfurter Allgemeine 22.10.2017: Rechnung nicht gezahlt: 330.000 Haushalten wurde der Strom abgestellt
Die Stromrechnung nicht bezahlt, die Mahnung ignoriert: Stromsperren bleiben im reichen Deutschland ein Massenphänomen.
Doch in der bisherigen Geschichte hat noch keine deutsche Regierung bei einer ihrer „Weltrettungsmaßnahmen“ Rücksicht auf die schon länger im Land lebenden Untertanen genommen.

Bild Strompreise in Europa [1]

Quellen

[1] Stromvergleich.com: Strompreise in Europa

[2] vernunftkraft.de: Strompreis-Europameister

[3] vernunftkraft.de: FAKE – News prägen “GroKo” – Sondierungen




Mehr E-Autos sind kein Problem, denn wir forschen bereits am Lastab­wurf-Manage­ment

Mit „flächendeckenden Stromausfällen“ ist zu rechnen

AZ München 23.01.2018: [1] Schwaches Stromnetz: Blackout durch Elektroautos?
Boom auf Strom-Autos
Doch ist das Netz auf den zu erwartenden Boom bei den Strom-Autos vorbereitet? Keinesfalls. Sollten keine Maßnahmen ergriffen werden, sei ab einer E-Wagen-Quote von 30 Prozent auf Deutschlands Straßen mit „flächendeckenden Stromausfällen“ zu rechnen, wie das „Handelsblatt“ nun berichtet. Die Zeitung beruft sich auf eine Untersuchung der TU München mit der Unternehmensberatung Oliver Wyman. In Gebieten rund um München könnten „schon in den kommenden fünf bis zehn Jahren Versorgungsengpässe entstehen“, heißt es.
… Problematisch wird bei Millionen neuer E-Autos nicht der zusätzliche Bedarf an Strom, sondern die höheren Spitzenlasten im Niederspannungsnetz – der Teil bis zum Anschluss der Kunden.

Die Münchner werden sich freuen. Nicht die von einem Bürgerentscheid geforderte Abschaltung ihres Kohlekraftwerkes wird der (alleinige) Grund für künftige Blackouts werden, sondern auch die Infrastruktur. Und gegen die haben sie ja nicht entschieden.

So langsam werden die Bürger auf die Kosten vorbereitet

Inzwischen meint man wirklich, Deutschlands Westen wäre eine bisher „unentdeckte“, ehemalige Kolonie der untergegangenen DDR“. Auf einmal soll unser Stromnetz so verrottet sein, wie das damalige „Drüben“.

AZ München: [1] Kabeltausch wichtig und notwendig
… Ohne Milliarden-Investitionen in die stellenweise völlig veraltete elektrische Infrastruktur wird es laut der Netzbetreiber Innogy oder Eon zum Blackout kommen. Teils liegen Kabel 80 Jahre unter der Erde und müssen ausgetauscht werden. Oliver Wyman rechnet mit Kosten von bis zu elf Milliarden Euro, um das Stromnetz fit für das E-Auto-Zeitalter zu machen.
Der sündhaft teure Netzausbau ließe sich mit flexiblem Laden verhindern. Die E-Autos dürften nicht dann mit Strom versorgt werden, wenn der Nutzer sie an die Steckdose anschließt, sondern erst zu einem späteren Zeitpunkt. Die Probleme dabei: Noch fehlt’s an einer intelligenten Software-Lösung und Netzbetreiber sind nicht ermächtigt, auf E-Ladesäulen zuzugreifen.

Dabei ist der „sündhaft teure“ Netzausbau nur erforderlich, weil man für die (früher nicht vorkommenden) Spitzenlasten, Strommängel und unvorhersehbaren EEG-Einspeisespitzen keine Lösung kennt, beziehungsweise die richtige (den EEG-Wahn reduzieren) ideologisch verbaut ist.
Umschrieben wird es deshalb mit „Intelligenz“, welche das Netz nun zusätzlich benötigen würde. Dabei besteht die „Intelligenz“ nur darin, bei Dunkelflauten und nun auch noch erhöhtem Strombedarf durch Elektroautos den übrigen Verbrauchern flächendeckend den Strom abzuschalten [2]:
[3] EIKE 10.09.2016: Radio Eriwan: Ist die Versorgung mit EEG-Strom möglich? Im Prinzip ja, sofern sie auf den Strom verzichten

Ich finde das total sexy

zinvest.eu: Strom ist sexy Darum sollten Anleger bei Eon, Uniper und RWE einsteigen
… Stromausfälle sind für uns mittlerweile gefährlicher als Naturkatastrophen, Vorkehrungen zur Sicherheit dieser Infrastruktur sind entscheidend wichtig. Und der Verbrauch steigt trotz aller Einsparbemühungen, da immer mehr Leistungen erbracht werden sollen. Das alleine würde genügen um die Versorger zumindest auf lange Sicht als attraktives Investment zu sehen.
Dazu kommt aber auch, dass jetzt noch der gesamte Bereich der Mobilität auf Strom umgestellt werden soll, kann, wird, muss… Angesichts des immensen Energiebedarfs dieses Bereichs ist davon auszugehen, dass die Bedeutung und damit auch die Umsätze mit Strom in den kommenden Jahren enorm steigen werden. Und das spielt jedem in die Karten, der Strom herstellt. Eon, Uniper und RWE haben also die Möglichkeit, zum ersten Mal seit Jahren nicht nur mitzuhalten an der Börse sondern den Dax outzuperformen. Eine gute Einstiegschance also

Kein Wunder, dass E.on Chef Teyssen das befürwortet „ … Aber wir entwickeln für unsere Netze immer neue Lösungen, etwa um noch mehr Ökostrom transportieren zu können. Ich finde das total sexy …“ [4] und sexy findet.
Ist es nicht auch ein herrliches Geschäftsmodell? Man lässt sich die konventionelle – weltweit stabilste und dazu noch billige Stromversorgung – praktisch widerstandslos von der Politik kaputt machen, schwenkt den Betrieb auf unstabile EEG-Versorgung um und kann sein Geschäftsgebiet gleich verdoppeln, indem man zusätzlich Lösungen zur Lösung der eigenen, unstabilen Einspeisung anbietet. Natürlich vollkommen risikolos, denn wenn es nicht funktioniert, darf man es problemlos die Kunden ausbaden lassen:
EIKE 02.11.2016: Verwundert, weil ihr Stadtteil dank EEG zeitweise keinen Strom bekommt? Auf unserer Homepage wurde doch darüber informiert!
Wobei mit dem „Ausbaden“ natürlich gemeint ist, dass das Liefern immer teureren, dafür instabilen Stromes mit kommenden Abschaltungen – neudeutsch: intelligent-flexibel lastoptimiert – mindestens einem immer Geld bringt, nur niemals dem konventionellen Stromkunden.

Interview: Es gibt keinen Grund schwarzzusehen

Die Lokalzeitung des Autors hat sich ebenfalls dem Thema angenommen und den stellvertretenden Geschäftsführer des lokalen Versorgers befragt. Seine Antwort: „In der Studie steht, diese Gefahr könne bei einer E-Auto-Quote von 30 Prozent bestehen. Auch wenn der Elektromobilität ganz gewiss die Zukunft gehört, sind wir davon noch weit entfernt. Bis dahin bleibt also noch viel Zeit, um weiterhin in die Sicherheit der Stromnetzte zu investieren, damit sie diesen Herausforderungen gewappnet sind. Natürlich benötigt man bei mehr E-autos auch ein modernes Lastmanagement, aber auch daran forschen wir bereits. Es gibt also keinen Grund, schwarzzusehen.
Man merkt, dass unsere „Elite“ inzwischen im Ausdruck geschult wird. So herrlich den Sachverhalt umschreiben, will geübt sein. Einem von Kenntnis unbelastetem Lokalredakteur muss man das erst übersetzten.

Das nicht gehaltene, „vollständige“ Interview

Der Autor hat die Antwort des stellvertretenden Geschäftsführers anbei „übersetzt“ und um Weglassungen, welche der Geschäftsführer in dem sehr kurzen Interview nicht gesagt hat, bei einem längeren jedoch vielleicht gesagt haben könnte, ergänzt (diese sind natürlich nicht autorisiert und auch keinesfalls bestätigt):
„Vollständiges“ Interview: … Ich weiß, dass die Studie recht hat. Zum Glück merken es unsere Kunden nicht sofort, da flächendeckend auftretende Probleme noch eine Zeit lang dauern werden. Erwarte aber niemand, dass wir dagegen opponieren (unser Bürgermeister, der mit im Aufsichtsrat sitzt, ginge mir „an die Gurgel“, wenn ich meine technischen Einwände öffentlich publik machen würde). Im Gegenteil, auf Anordnung (Wunsch des Bürgermeisters: Ich stelle mir vor, dass in der gesamten Stadt nur noch elektrisch gefahren wird) müssen wir als Stadtwerke überall teure Ladesäulen – und die Zuleitungen dazu – setzen. Wenn später bidirektionale Ladung erforderlich wird [2], können wird diese dann alle wegschmeißen. Die Kosten der Lade-Infrastruktur sind durch die Gebühren nie mehr hereinzubringen, aber man kann es ja auf alle Kunden umlegen. Ein Glück, dass solche Quersubventionierungen nur der Privatwirtschaft verboten sind.
Inzwischen kratzen wir alles restliche Geld zusammen, um unser Netz wenigstens so weit hochzurüsten, dass Schlimmstes (bei uns) so lange abgewendet werden kann, bis es überall im Netzt kracht und damit „zum Standard“ erklärt ist. Den Strompreis können wir derzeit leider (noch) nicht adäquat erhöhen, denn wir sind sowieso schon einer der teuersten Anbieter. Würden unsere Kunden wechseln, wie es ihnen überall vorgeschlagen wird, müssten wir aufgeben. Noch kann man es aber dank unwissender (und darüber ausschließlich positiv berichtender lokaler) Medien als „innovativ“ verkaufen.
Den Stadtbürgern ist noch gar nicht klar, dass ihre normalen Parkplätze wegen dem E-Auto-Vorrang bald rigoros verschwinden. Die Städte werden dann ja aussehen, wie auf die Straßen ausgelagerte Rotkreuz-Blutspendestationen für Blechbürger – übrigens eine gute Analogie für den dann eingetretenen Stand unserer Energieversorgung. Fast schon ein Glücksfall, dass NGOs Fahrverbote einklagen. Damit fällt nicht auf, dass es die Politik auch machen wollte und zudem „kann“ die Stadt sich bei den notwendigen Verboten für alle nicht-E-Autos auf von „besorgten Bürgern und Verbänden“ initiierte Gerichtsentscheide berufen.
Das für jeden Haushalt künftig zwingend erforderliche Lastmanagement – um die privaten Verbraucher bei den kommenden Stromengpässen schnell genug vom Netz werfen zu können – rüsten wir (Dank an die Politik, welche den gesetzlichen Zwang dafür schon geschaffen hat) laufend ein. Dauert aber seine Zeit und ließe sich auch noch nicht nutzten, da uns die IT-Infrastruktur und vor allem geeignete Applikationen fehlen. Wie bekannt, gibt es dazu auch noch viele Probleme zu lösen (Sie sollten einfach mal danach googeln, dann würden Sie einen Schreck bekommen). Aber es besteht ja der Zwang dazu und irgendwann wird schon etwas Brauchbares herauskommen. Dass IT zu Unstabilitäten neigt und ständig upgedatet werden muss, kennen die meisten Menschen, von ihrem PC und Internet. Wenn ein Teil der künftigen Netzzusammenbrüche dann damit erklärt werden kann, hat es zumindest dafür etwas Gutes.
Ich würde mir jedoch sowieso keine Gedanken machen: Einmal hat es keinen Sinn, denn es ist politisch gewollt und so beschlossen. Wer Geld hat oder stabilen Strom benötigt, kauft sich eben eine Notstromversorgung (zum Beispiel in unserem Zweigbetrieb). Kann teuer werden, wenn mehrere Tage überbrückt werden müssen, aber so ist es eben. Wer kein Geld hat, sollte genügend Kerzen und mindestens einen kleinen Propanofen besorgen, sonst kann es schon mal bitter werden – die Heizungen funktionieren ohne Strom ja auch nicht.

Denken Sie positiv: Wie viele Menschen auf der Erde haben noch schlimmere Probleme. Wer meinte, nur weil wir ca. 50 Jahre keine solchen hatten, müsste dies ewig so bleiben, war einfach ein Illusionist.

Gebremst

Parallel kam in der SZ vom 20.21. Januar eine kleine Information „am Rande“: Günther Schuh (Anmerkung E-Auto-Forscher an der RWTH Aachen): … hält nicht viel von der Euphorie um E-Autos. Sie seien zu teuer und leisten zu wenig: „Ich werde niemals mit rein batteriegetriebenen Elektroautos wirtschaftlich weit und schnell fahren können – weder in fünf noch in zehn Jahren“, sagte er der Zeitschrift Auto, Motor und Sport … „2015 sind 70 % der Modelle Hybride“.

Herr Schuh wird wahrscheinlich recht behalten. Die Hybride benötigt der „normale Bürger“, weil bis dahin die Gerichte auf Anweisung unserer Weltverbesserungs-NGOs die Städte gezwungen haben (werden), Fahrverbote für Diesel und Benziner zu erlassen. Da unsere Politiker ihre selbst gemachten Gesetze den Untertanen als „gottgegeben“ hinstellen (außer eine Änderung bringt ihnen einen Vorteil, dann geht es heimlich und sofort), werden sicher nicht diese angepasst, sondern die Autos.

Quellen

[1] AZ München 23.01.2018: Schwaches Stromnetz: Blackout durch Elektroautos?

[2] EIKE 2. Januar 2018: Das Elektroauto erzeugt nur Gewinner – und man verdient sogar Geld damit

[3] EIKE 10.09.2016: Radio Eriwan: Ist die Versorgung mit EEG-Strom möglich? Im Prinzip ja, sofern sie auf den Strom verzichten

[4] DERWESTEN 09.07.2016: Eon-Chef Teyssen: Ökostrombranche muss „raus aus dem Streichelzoo“




Hansens ,Stillstand‘ und die Falsifi­zierung des Klima-Alarmis­mus‘

Der große Unterschied zwischen uns liegt in der Frage, in wessen Temperaturreihe dieser Stillstand auftritt. Hansen sieht es als eine Pause in der langfristigen, vom Menschen verursachten Erwärmung. Ich hingegen sehe es als die Fortsetzung von fast keiner Erwärmung, und das bisschen davon, was es gibt, ist natürlichen Ursprungs. Das ist etwas kompliziert, aber machen wir mal weiter.

Hansen erzeugte eines der führenden statistischen Modelle, welches vermeintlich die globale Temperatur abschätzt. Er tat dies in seiner Funktion als Direktor des NASA-Instituts Goddard Institute of Space Studies (GISS), weshalb sein Modell die Bezeichnung GISS Surface Temperature Analysis oder GISTEMP trägt. (Seiner Ausbildung nach ist Hansen Astronom).

Dieses Computermodell zeigt eine mehr oder weniger stetige Erwärmung während der letzten 40 Jahre oder so. Diese vermeintliche Erwärmung ist die hauptsächliche Grundlage für den Klimawandel-Alarmismus.

GISTEMP weist einige altbekannte Probleme auf, wobei besonders die Tatsache hervorsticht, dass das Modell wiederholt dergestalt adjustiert worden ist, dass es die langzeitliche Erwärmung zunehmen lässt. Dies allein ist schon ein Wissenschafts-Skandal, aber ich denke, dass die Probleme mit diesen statistischen Modellen noch viel tiefer reichen.

In meinem Beitrag „Fake Temperatures“ argumentiere ich, dass alle diese statistischen Modelle der Erdoberfläche wertlos sind. Deren angebliche globale Erwärmung ist in Wirklichkeit nur etwas, das man ein Artefakt des Modells nennen kann, aber nicht etwas Reales.

Der Grund dafür, dass ich diese Modelle verwerfe ist, dass die Satelliten, welche Temperaturen messen, keine solche globale Erwärmung zeigen. In echter Wissenschaft stehen die Beobachtungen und Messungen immer über den Computermodellen.

Was die Satelliten zeigen, erkläre ich in meinem Beitrag „No CO2 warming for 40 years?”. Einfach gesagt sehen die Satellitenaufzeichnungen so aus: Erstens, es zeigt sich keine Erwärmung von 1978 bis 1997, also etwa 20 Jahre lang. Zweitens gibt es da etwas, das man einen Super El Nino-Zyklus nennt und der sich über mehrere Jahre erstreckt. Nachfolgend gibt es erneut eine lange Periode ohne Erwärmung. Und zuletzt gab es den jüngsten Super El Nino, dessen Zyklus noch nicht abgeschlossen ist.

Allerdings ist die zweite lange Periode mit Erwärmung wärmer als die erste Periode. Folglich zeigt sich tatsächlich eine gewisse globale Erwärmung in der Aufzeichnung, aber es sieht ganz so aus, als sei diese dem Super El Nino-Zyklus geschuldet. Es gibt keinerlei Beweise einer menschlichen Ursache dieser geringen Erwärmung, und es ist die einzige Erwärmung, die in der Reihe auftritt.

Dies führt zu der Frage: Was wird geschehen, wenn der gegenwärtige Super El Nino-Zyklus beendet ist? Das Wahrscheinlichste ist eine weitere lange Periode ohne Erwärmung. Diese Periode kann auch wärmer sein als die vorige Periode, genau wie jene Periode wieder etwas wärmer war als deren Vorgänger.

In dieser einen Hinsicht stimme ich Hansen also zu, was ich nie gedacht hätte! Aber wenn er den kommenden Stillstand lediglich als kleinen Ausrutscher bzgl. Klima-Alarmismus ansieht, sehe ich ihn als einen weiteren großen Nagel im Sarg.

Es gibt einfach in der gesamten Satelliten-Aufzeichnung keinerlei Belege für eine vom Menschen verursachte globale Erwärmung. Die geringe vorhandene Erwärmung ist offenbar gänzlich natürlichen Ursprungs, ein wenig übrig gebliebene Wärme eines Super El Nino-Zyklus‘.

Falls sich dies weitere zehn Jahre lang fortsetzt, bedeutet das mit Sicherheit, dass die Hypothese einer vom Menschen verursachten globalen Erwärmung endgültig durch Messungen und Beobachtungen in der realen Welt falsifiziert ist.

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Über den Autor: David Wojick, Ph.D., is a journalist and policy analyst. He holds a doctorate in epistemology, specializing in the field of Mathematical Logic and Conceptual Analysis.

Link: http://www.cfact.org/2018/01/23/hansens-hiatus-and-the-falsification-of-climate-alarmism/




Europe’s Energy Crack-Up

Nirgendwo erscheint diese Diskrepanz stärker als bei der Klima- und Energiepolitik. Die EU hat sich aufgeschwungen, der Welt zu zeigen, wie sie vor dem Klimawandel gerettet werden kann. Kein Land der Welt stach hier mehr hervor als Deutschland. Auf dem Rio-Erdgipfel im Jahre 1992 hat Deutschland sein Wort gebrochen zu einem Deal mit Präsident Bush, indem es Ziele und Zeitpläne propagierte, die nicht in der Klimawandel-Konvention der UN auftauchen zu lassen es zugestimmt hatte. Deutschland versprach, seine eigenen Treibhausgas-Emissionen bis 2005 um 25 bis 30 Prozent zu reduzieren, und es setzte ein weiteres Ziel von 40 Prozent bis zum Jahr 2020.

Dank der Wiedervereinigung Deutschlands wurden die ersten 20 Prozent erreicht, indem Schwerindustrie-Betriebe in Ostdeutschland sowie deren schmutzigste Kraftwerke geschlossen wurden. Mit geplanten Emissions-Reduktionen um nur 30 Prozent bis 2020 war Kanzlerin Merkel vor drei Monaten gezwungen zu erklären, dass schon immer klar war, dass es nicht einfach sein würde, 20 weitere Prozent einzusparen „in einer Zeit mit relativ starkem wirtschaftlichen Wachstum“. Je mehr man wächst, umso mehr Kohlendioxid erzeugt man. Logisch daher, dass Dekarbonisierungs-Politik geringeres Wachstum bedeutet. Das Elixier eines Kohlenstoff-freien Wachstums stellt sich schließlich als ein Quacksalberprodukt heraus.

Dann plötzlich haben die größten Parteien Deutschlands im Zuge ihrer langwierigen Koalitionsverhandlungen das 2020-Ziel aufgegeben. In einem internen Rundschreiben an die Funktionäre im Umweltministerium wurde eingeräumt, dass das Verfehlen des 2020-Zieles eine „Katastrophe für Deutschlands Ruf als ein Klima-Führer“ wäre. Tatsächlich war es das Jahr 2017, in welchem Deutschlands viel gerühmte Energiewende – eine Steilvorlage für Amerikas Energie-Zukunft, falls Hillary Clinton die Wahl 2016 gewonnen hätte – demonstrativ scheiterte [was die ach so seriösen Medien bei uns wohl immer noch nicht mitbekommen haben! Anm. d. Übers.]. Trotz einer furchterregenden Politik der Energie-Einsparung stieg der Energieverbrauch (wofür wirtschaftliches Wachstum, Einwanderung und kaltes Wetter verantwortlich gemacht worden sind), die Treibhausgas-Emissionen blieben unverändert, und man projizierte, dass die Strompreise insgesamt zum ersten Mal über 30 Cent steigen würden.

Die perversen Auswirkungen von Wind und Solar war augenscheinlich [aber nicht für unsere Main Stream-Presse! Anm. d. Übers.] eine gestiegene Volatilität der Strompreise, wobei eine rekordlange Zeit, nämlich 146 Stunden, die Preise negativ waren – was zeigt, dass Strom während dieser Zeit noch weniger als nichts wert war, gab es doch eine unzureichende Nachfrage, um unerwünschten Strom loszuwerden. Das Ausmaß, bis zu welchem die Deutschen durch unablässige Propaganda pro Erneuerbare eingeschüchtert sind, geht aus einer Umfrage hervor mit dem Ergebnis, dass 75 Prozent der Ansicht zustimmten, dass die Energiewende eine kollektive Verantwortung war, die zum Erfolg zu führen jedermann helfen sollte. Aber die gleiche Umfrage erbrachte auch das Ergebnis, dass 68 Prozent der Befragten „sehr unzufrieden“ oder „irgendwie unzufrieden“ waren bzgl. der Art und Weise, mit der die Energiewende umgesetzt worden war. Nur 15 Prozent waren „halbwegs zufrieden“ und nur 1 Prozent „sehr zufrieden“ damit.

Die europäische Energiepolitik ist noch dümmer als dumm. Ende vorigen Jahres hat Sir John Beddington, ein ehemaliger leitender wissenschaftlicher Berater der UK-Regierung, den Skandal im Zentrum der Energiepolitik der EU aufgedeckt. Sir John zufolge hat die Zunahme von Bioenergie – zum größten Teil aus nordamerikanischen Wäldern stammend – rund die Hälfte des Zuwachses der erneuerbaren Energie ausgemacht. Um auch nur ein Drittel der zusätzlichen erneuerbaren Energie bereitzustellen, welche Europa braucht, um sein neues 2030-Ziel zu erreichen, ist eine Holzmenge erforderlich, die – grob geschätzt – der gesamten Holzernte in den USA und Kanada zusammen entspricht. Die gegenwärtige Fiktion, mit der Europa hausieren geht lautet, dass Europa lediglich Holzabfälle verbrennt – das übrig Gebliebene von der anderweitigen Nutzung des Holzes –, aber neue EU-Vorschriften, denen das Europaparlament vorige Woche zugestimmt hatte, werden die Definition, was Bioenergie ist, ausweiten, um auch Bäume zu erfassen, die speziell gefällt werden, um in Kraftwerken verbrannt zu werden.

Dies wird Sir John zufolge zu höheren Emissionen führen als der Verbrauch von Erdgas oder Kohle. Das Verbrennen von Holz setzt vier mal so viel Kohlendioxid pro MWh Strom frei als Erdgas und über 50% mehr als Kohle. Gleichzeitig werden Kohlenstoff-Senken durch das Fällen der Bäume kleiner. Selbst so genannte nachhaltige Forstwirtschaft nimmt „Kohlenstoff-Schulden“ auf sich, wobei die Kohlenstoff-Amortisation Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte in Anspruch nimmt. Sir John argumentiert, dass die EU-Politik jenen Entwicklungsländern grünes Licht für erheblich größere Waldrodungen gibt, was potentiell „die unglaublich wertvollen tropischen Wälder aufs Spiel setzt, welche wertvolle Quellen von Biodiversität sind“.

Der vollständige Beitrag steht hier.

Link: https://www.thegwpf.com/europes-energy-crack-up/

Übersetzt von Chris Frey EIKE