Das Sommer­halbjahr 2018 machte seinem Namen alle Ehre Teil II – Ein Nachruf

Die Region um Erfurt entspricht hinsichtlich ihres Temperaturniveaus recht gut dem DWD-Deutschlandmittel und steht damit grob für die Verhältnisse in Deutschland; hinsichtlich des Niederschlages ist sie allerdings trockener. Als in den ersten Apriltagen der Schnee in Mecklenburg-Vorpommern bis zu 30cm hoch lag und das Osterfest auch im übrigen Deutschland sehr wechselhaft und kühl mit Schnee im Thüringer Wald begann, ahnte man noch nichts von der wohl längsten Schönwetterperiode der jüngsten Klimageschichte. Doch schon am Ostermontag setzte eine Erwärmung ein; und bereits am 4. April wurde in Erfurt-Bindersleben erstmalig die 20-Grad-Marke überschritten. Bis zur Monatsmitte dominierte danach wechselhaftes Wetter mit apriltypischen Tagesmaxima zwischen 12 und 22 Grad und gelegentlichen Regenfällen; zu diesem Zeitpunkt waren die Startbedingungen für die Vegetation noch günstig. Eine erste, hochsommerliche, sonnenscheinreiche Periode begann am 18.04. und währte bis zum 23.04. Schon trieben Eichen, Robinien und Walnüsse aus – ein untrügliches Zeichen für einen viel zu warmen Frühling, und die Frühblüher welkten in den Wäldern. Dabei zog am 19.04. mit den ersten Apfelblüten der Vollfrühling fast termingerecht in Weimar ein:

Abbildung 1: Kaum verfrühte Apfelblüte 2018 – Schuld war der kalte Spätwinter. Auch langfristig (seit 1990) verfrühte sich die Apfelblüte nur um etwa 3 Tage.

2018 geht als „Jahr ohne Frühling“ in die Klimageschichte ein, denn die Baumblüte fand bei hochsommerlichen 24 bis 28 Grad statt, weshalb die meisten Gehölze nur 2 bis 4 Tage blühten:

Abbildung 2: Baumblüte am 20. April bei 28 Grad – nach wenigen Tagen war alles verblüht und ergrünt. Foto: Stefan Kämpfe

Bis zum Monatswechsel blieb es dann wechselhaft und vorübergehend auch kühl; einzelne Schauer linderten den bereits akuten Wassermangel kaum. Im letzten Monatsdrittel blühten schon erste Rosskastanien und Weißdorne sowie der Raps; der Flieder erreichte zum Monatswechsel bereits die sehr reiche Vollblüte. Der Mai starte mit viel Wind sowie letzten Bodenfrösten, ehe es ab dem 5. Mai immer sonniger und zunächst tagsüber wärmer wurde; starke Nordostwinde trockneten die Böden weiter aus. Trotz der Dürre konnte man eine reiche Orchideenblüte in Nordthüringen erleben:

Abbildung 3: Reiche Blüte des Kleinen Knabenkrauts Anfang Mai 2018 auf einem Steppenrasen etwa 50 Km nördlich von Erfurt. Foto: Stefan Kämpfe

Am 7. Mai begann der Frühsommer mit den ersten blühenden Holunderdolden vorzeitig, aber nicht extrem früh:

Abbildung 4: Leichte Verfrühung der Holunderblüte seit 1990 um 5 Tage; 2018 begann sie mittelfrüh.

Der Laubaustrieb war um den 10. Mai fast überall abgeschlossen; trotz gelegentlicher Regenschauer blieben Sonne, Ostwinde und Dürre ein Markenzeichen des Mai 2018.Auch nach einmonatiger Dürre blühten die Orchideen, darunter auch die Frauenschuhe, meist sehr reich:

Abbildung 5: Blühender Trupp Frauenschuhe südlich von Weimar am 11. Mai 2018. Foto: Stefan Kämpfe

Es gab einzelne, kühlere Tage in diesem Mai, doch sie waren – ebenso wie Regenschauer, selten. Trotz der immer akuteren Dürre blühten viele Halbtrockenrasen sehr reich; auch die Margeriten ließen sich von der Dürre kaum beirren:

Abbildung 6: Trockener Glatthafer – Wiese bei Weimar-Schöndorf mit Margeriten am 21. Mai 2018. Foto: Stefan Kämpfe

Die anhaltende Wärme begünstigte das Spargelwachstum; insgesamt verlief die Ernte nach relativ spätem Beginn gut, und außerdem die Entwicklung einer besonders reichen Insektenwelt, darunter auch die der Gespinstmotte; mancherorts wurden Sträucher und ganze Obstbäume kahl gefressen und eingewickelt:

Abbildung 7: Völlig entlaubter und eingesponnener Strauch bei Kölleda. Foto: Stefan Kämpfe

Im letzten Monatsdrittel reiften erste Süßkirschen; und die Blüte der Sommerlinde startete; zum Monatswechsel gilbte bereits die Wintergerste. Während in Weimar erste Kurzgrasrasen bereits ausbrannten, sorgten um Erfurt ein paar Gewitterschauer für üppiges Grün:

Abbildung 8: Sehr reicher Blühaspekt des Aufrechten Ziest auf einem Gipshügel bei Erfurt am 31. Mai 2018. Foto: Stefan Kämpfe

Im Juni startete mit den ersten Winterlindenblüten der phänologische Hochsommer merklich verfrüht, und bei leicht wechselhaftem, mäßig warmem Nordwetter konnte man sich über eine gute Kirschernte freuen:

Abbildung 9: Geringe Verfrühung der Winterlinden-Blüte (Beobachtungsdaten leider erst seit 1998 vorliegend). Zusammen mit 2011, war 2018 der zeitigste Blühbeginn.

Abbildung 10: Gute Kirschernte 2018, aber die Früchte reiften sehr schnell. Foto: Stefan Kämpfe

Immer mehr dominierten wegen der anhaltenden Trockenheit die Farben Gelb und Braun in der Landschaft; nur einige Moorwiesen zeigten sich noch frisch-grün:

Abbildung 11: Fruchtendes Wollgras in einem Quellmoor südlich von Weimar am 7. Juni 2018. Seit 1990 sind dort viele geschützte Pflanzenarten deutlich häufiger geworden – Dank sachgerechter Pflege, doch könnten auch mehr Wärme und mehr CO2 positiv gewirkt haben. Foto: Stefan Kämpfe

Mitte Juni begann die Wintergerstenmahd um etwa 3 Wochen verfrüht. Stellenweise lohnte sich die Getreideernte nicht; manche Bauern häckselten das Korn zu Futter oder pflügten es gleich unter. Zur Monatsmitte reifte schon die Stein-Weichsel. In den Wäldern verwelkten selbst so robuste Stauden wie der Zaun-Giersch oder das Wald-Bingelkraut; und die normalerweise auf die zweite Julihälfte fallende Blüte der Krim-Linden in den Städten fand bereits jetzt statt; zum Monatswechsel Juni/Juli waren bereits die meisten Sauerkirschen und erste Ebereschenfrüchte reif. Anfang Juli kühlten sich zwar die Nächte unter dem Einfluss eines Skandinavien-Hochs teilweise unter 10 Grad, in Bodennähe gar bis Null Grad, ab, aber die Dürre verschärfte sich weiter. Viele Kurzgrasrasen verwelkten völlig:

Abbildung 12: Ausgebrannter Kurzgrasrasen am Weimarplatz – sieht schlimm aus, aber nach ein paar Regentagen war das alles wieder grün. Foto: Stefan Kämpfe

Trotzdem blühten noch einige Wiesenblumen, und man konnte, wie schon in den Vorjahren, sehr viele Schmetterlinge beobachten:

Abbildung 13: Bläuling auf einer viel zu früh erblühten Wiesen-Flockenblume. Foto: Stefan Kämpfe

Ungewöhnlich früh und reich erblühten Anfang Juli auch die Japanischen Schnurbäume; ihre normale Blütezeit fällt auf Mitte August bis Anfang September. Am 5. Juli zog ein Unwetter über den Nordosten Weimars, aber das linderte die Dürre, ebenso wie einige stärkere Schauer und Gewitter um den 10. Juli, nur vorübergehend. Am 13.07. begann mit den ersten reifen Holunderdolden bereits der phänologische Frühherbst:

Abbildung 14: Die Holunderreife verfrühte sich langfristig um etwa eine Woche. Aber ihr bislang zeitigster Beginn war nicht 2018, sondern 2007.

Mitte Juli konnte man schon erste Kornäpfel und Pflaumen ernten, und am 19.07. wurden die ersten reifen Wildrosen- und Weißdornfrüchte gesichtet. Um den Jakobitag (25. Juli) hatte man bereits das gesamte Getreide (inklusive Raps) gemäht; normalerweise ist das erst so um den 25. August der Fall. Die Winterweizen-Ernte fiel nach den bisher vorliegenden Ergebnissen mit 64,4 dt/ha im Thüringenmittel deutlich schlechter als in den Vorjahren aus; trotzdem muss man sie als ausreichend einstufen, denn sie unterschritt den Mittelwert der Jahre 1991 bis 2017 (69,9 dt/ha) nur um 5,5 Dezitonnen je Hektar. Von einer totalen Missernte, wie in vielen Medien kolportiert, kann also keine Rede sein:

Abbildung 15: Keine gute Winterweizenernte 2018 in Thüringen – doch eine Missernte wäre viel geringer ausgefallen. Langfristig werden die Erträge weiter steigen – Dank besserer Anbaumethoden und Sorten, aber auch, weil der Grundnährstoff CO2 reichhaltiger verfügbar ist.

Freilich gab es regional große Unterschiede, so auch um Erfurt/Weimar, wo alle Gebiete nordöstlich von Erfurt stärkere Ertragsausfälle zu verzeichnen hatten, als die Gebiete westlich und südlich der Stadt. Besonders dürftig fiel die Rapsernte aus; aber der Winterraps gehört ohnehin nicht zu den geeignetsten Kulturen im Thüringer Becken – vielleicht bewegt das schlechte Ergebnis den ein oder anderen Landwirt zum Nachdenken über den viel zu umfangreichen Anbau von Pflanzen für die „Energiewende“. Noch ist die Kartoffelernte nicht abgeschlossen, aber auch sie wird weit unter den Ergebnissen der Vorjahre bleiben. Auch mit Beginn des letzten Hochsommer-Monats August hielt die meist sonnenscheinreiche, trocken-heiße Witterung an; einzelne Gewitter, teils mit Unwettercharakter, so am 2. und 17.08., linderten die Dürre nur wenig. Nun setzte auch ein verstärkter Hitzelaubfall bei Hybrid-Pappeln und Bergahornen ein; zum Monatsanfang reiften schon die Kornelkirschen und im Monatsverlauf überreich alle Arten von Pflaumen. Außerdem stellte sich eine Mäuse- und Wespenplage ein:

Abbildung 16: Viel wurde 2018 über die oft lästigen Wespen geschimpft. Doch sie gehören zur Natur und sind wichtige Bio-Indikatoren – wo es sie gibt, geht es der Umwelt gut. Foto: Stefan Kämpfe

Um den 20. August setzte bei manchen Linden-Arten, sicher auch trockenheitsbedingt, schon die Laubfärbung ein. Manche Obstbäume hingen derart voll, dass ganze Äste abbrachen. Nach einigen Gewitterschauern sanken die Temperaturen ab dem 25. August auf frühherbstliche Werte; und erste Rosskastanien reiften. In den ersten Septembertagen linderten stärkere Regenfälle die Dürre merklich; die Wiesen ergrünten wieder, doch ab dem 4. September kehrte der Hochsommer zurück und hielt sich mit kurzen Pausen noch bis zum 21. September mit Spitzenwerten von nochmals nahe 30 Grad. Zum Monatsanfang reiften schon erste Walnüsse; etwas Laubfärbung war bei Birnen, Süßkirschen und Linden zu beobachten. Vereinzelt konnten nun sogar ein paar Rotkappen, Steinpilze und Hallimasche gefunden werden; doch bislang erwies sich 2018 als sehr schlechtes Pilzjahr. Kernobsternte und Weinlese wurden hingegen mit sehr guten Ergebnissen eingefahren. Und überall fiel der überreiche Fruchtbehang der Obstbäume, Eichen, Buchen, Bergahorne und Eschen auf – ein regelrechtes Mastjahr, freilich reiften alle diese Früchte um 3 bis 5 Wochen verfrüht:

Abbildungen 17 und 18: Massenhaft Fallobst, massenhaft Eicheln, so sah es vielerorts im September 2018 aus. Fotos: Stefan Kämpfe

Mit einem markanten Temperatursturz von 27 auf 13 Grad endete die Hitze am Nachmittag des 21. September. Ein schönes Abendrot konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die schöne Jahreszeit nun größtenteils vorbei war:

Abbildung 19: Abendrot hinter der abziehenden Kaltfront am 21.09., welche die Septemberwärme abrupt beendet hatte. Foto: Stefan Kämpfe

Und am kalendarischen Herbstanfang beendete starker Regen mit Sturm und Kälte die monatelange Dürre endgültig – Pilzfreunde dürfen also noch hoffen. Auf den Mittelgebirgsgipfeln fiel kurzzeitig nasser Schnee. In den letzten Septembertagen besserte sich das Wetter wieder merklich; zeitweise schien nach bitterkalten Nächten mit Bodenfrösten die Sonne; und vorübergehend wurde es nochmals um die 20 Grad warm. Aber das „Schönwetter-Sommerhalbjahr 2018“ war bloß noch Geschichte.

Zusammenfassung: Dieses Sommerhalbjahr 2018 hatte seine guten und schlechten Seiten – auch in der Natur. Liebhaber des Englischen Rasens hatten ebenso zu leiden wie viele Getreidebauern; dafür freuten sich die Obstbauern und die Winzer. Die Wälder und Wiesen werden sich von der Trockenheit rasch erholen; für viele Wildpflanzen und Insekten schien die anhaltende Wärme eher vorteilhaft gewesen zu sein.

Stefan Kämpfe, Diplomagraringenieur, unabhängiger Natur- und Klimaforscher




Das Sommer­halbjahr 2018 machte seinem Namen alle Ehre – Ein Nachruf

Das Sommerhalbjahr 2018 – eine klimatologische Einordnung

Mit etwa 16,9°C (DWD-Deutschlandmittel, vorläufige Schätzung) erlebten wir 2018 das mit Abstand wärmste Sommerhalbjahr seit Beginn der DWD-Messreihe im Jahre 1881; die Folgeplätze bleiben für 1947 mit 16,1°C und 2003 mit 15,9°C. Den deutlichen Temperaturanstieg des Sommerhalbjahres seit 1856 und eine mögliche Ursache dafür, die AMO, (AMO = Atlantische Mehrzehnjährige Oszillation, ein Index für die gemittelten Meeresoberflächentemperaturen im zentralen Nordatlantik), zeigt folgende Grafik:

Abbildung 1: Deutliche Erwärmung des Sommerhalbjahres in Deutschland. Die Reihe beginnt mit dem Jahr 1856, weil ab da die AMO-Werte vorliegen. In den AMO-Warmphasen, speziell an deren Ende, traten warme Sommerhalbjahre gehäuft auf, so auch gegenwärtig. Die 2018er Werte sind geschätzt.

Erste, halbwegs verlässliche, durchgängige Temperaturmessungen wurden in Zentralengland durchgeführt. Auch wenn die dortigen atlantischeren Klimaverhältnisse nicht bedingungslos mit denen in Deutschland vergleichbar sind, lohnt sich ein Blick dorthin; denn er offenbart, dass es erstens längere Erwärmungsphasen schon immer gab, und dass zweitens die Erwärmung des Sommerhalbjahres insgesamt seit dem Maunder- Minimum, dem Höhepunkt der „Kleinen Eiszeit“, recht bescheiden ausgefallen ist. Und es gibt noch eine Überraschung: Dort war 2006 das bislang wärmste Sommerhalbjahr – voraussichtlich ganz knapp vor 2018:

Abbildung 2: Temperaturentwicklung des Sommerhalbjahres in Zentralengland (CET). Im Gegensatz zu Deutschland erwärmte sich dort das Sommerhalbjahr nur wenig; zumal, wenn man bedenkt, dass die Reihe mit den sehr kühlen Bedingungen der „Kleinen Eiszeit“ startet.

2018 – Das längste Sommerhalbjahr aller Zeiten?

Abgesehen vom kalendarischen Sommerhalbjahr (1. April bis 30. September) gibt es keine exakte Definition für die Dauer eines Sommerhalbjahres. Im meteorologischen Sinne ist es praktikabel, darunter einen einigermaßen zusammenhängenden Zeitraum warmer Tage (solche mit einem Tagesmaximum von mindestens 20,0°C) zu verstehen. Um das zu gewährleisten, sollte aber nur dann der erste und der letzte warme Tag registriert werden, wenn zwischen diesen höchstens eine Zeitspanne von 4 Wochen (28 Tage) ohne warme Tage liegt, denn einzelne „Ausreißer“ schon im März und noch Ende Oktober/Anfang November eröffnen oder schließen keine warme Jahreshälfte, wenn ihnen eine zu lange, kühle Periode folgt beziehungsweise vorausgeht. Was 2018 am Beispiel der Flugwetterwarte Erfurt/Weimar betrifft, so startete das zusammenhängende Sommerhalbjahr am 4. April sehr zeitig und dauerte (vorerst) bis zum 21. September – sollte es bis spätestens Mitte Oktober weitere warme Tage geben, was gar nicht so selten ist, wäre eine Verlängerung möglich. Die gab es 1989. Damals begann das Sommerhalbjahr bereits am 27. März und endete erst am 28. Oktober – das Sommerhalbjahr 2018 war also das wärmste, aber nicht unbedingt das längste. Die folgenden zwei Grafiken zeigen zur besseren Veranschaulichung zuerst ein sehr kurzes Sommerhalbjahr (1996), dann das sehr lange von 1989:

Abbildungen 3a und 3b: Sehr kurzes Sommerhalbjahr 1996 (oben); zwar wurde es damals schon um den 22. April über 20 Grad warm, doch dann folgten mehr als 28 Tage Kälte; und schon nach dem 4. September gab es keine warmen Tage mehr; auch keine späten „Ausreißer“ im Oktober. 1989 (unten) startete das Sommerhalbjahr am 27. März und währte bis zum 28. Oktober. Der bisherige Verlauf für 2018 fehlt noch, er wird aber aller Voraussicht nach die enorme Länge des Sommerhalbjahres von 1989 nicht erreichen; Bildquelle wetteronline.de; leicht ergänzt.

Die Niederschlagsverhältnisse – mehr Dürren im Sommerhalbjahr?

Exakte Definitionen des Begriffs „Dürre“ fehlen – es hängt viel von den subjektiven Betrachtungsweisen, der Betroffenheit einzelner Menschen oder Berufsgruppen, den örtlichen Gegebenheiten (Geografie, Infrastruktur) und den gesellschaftlichen Verhältnissen ab, was darunter verstanden wird. Indizien für Dürren sind geringe Monats-, Jahreszeiten- und Jahresniederschläge oder die Anzahl von Tagen, Wochen und Monaten ohne Niederschlag. Schon ein Blick auf die Entwicklung der Sommerhalbjahresniederschläge in Deutschland seit 1881 zeigt jedoch: Sehr trockene Sommerhalbjahre gab es schon immer, der Negativrekord von 2011 wurde knapp verfehlt, und ein Trend zu mehr Trockenheit ist nicht erkennbar:

Abbildung 4: Gebietsmittel der Niederschlagssummen für Deutschland im Zeitraum April bis September seit 1881. Ein merklicher Trend zu trockeneren Sommerhalbjahren fehlt bislang; auch die Streuung der Werte, welche ein Maß für ein extremeres Klima sein könnte (mehr Streuung bedeutet mehr nasse und dürre Sommerhalbjahre im Wechsel) wurde augenscheinlich nicht größer. Sehr trocken waren neben 1911 auch 1893, 1904, 1929, 1947, 1959, 1976 und 2003; 2018 wird den Negativrekord von 1911 aller Voraussicht nach verfehlen.

Einen gewissen Hinweis, ob sich Dürren häufen, liefert die Anzahl der niederschlagsarmen Monate je Dekade, hier am Beispiel Potsdams gezeigt, für das im Sommerhalbjahr alle Monate mit weniger als 30mm als wesentlich zu trocken gelten können. Es zeigt sich bislang keine signifikante Häufigkeitszunahme:

Abbildung 5: Von den 60 Sommerhalbjahres-Monaten einer Dekade in Potsdam seit 1893 war – mit leichten Schwankungen, meist etwas weniger als ein Viertel (15) zu trocken. Eine merkliche Zunahme ist nicht erkennbar, obwohl die 2013 begonnene Dekade noch nicht vollendet ist.

Wie immer in besonders trocken-heißen Sommerhalbjahren, gab es 2018 neben anhaltender, vorherrschender Dürre auch einzelne, schwere Unwetter, was die Diskussionen über den Klimawandel zusätzlich befeuerte. Doch ein einzelnes Sommerhalbjahr ist ein Wetter- oder Witterungsereignis; Klima ist erst eine Mittelbildung über ausreichend viele Sommerhalbjahre. Und Unwetter gehören (leider) seit Jahrtausenden zur unschönen Begleitmusik sehr warmer Sommerhalbjahre, außerdem treten sie zufällig auf; für eine eindeutige Häufung fehlen bislang eindeutige Anzeichen.

Mehr Sonnenstunden – mehr Wärme im Sommerhalbjahr

Deutschland liegt leider etwas näher zum Nordpol als zum Äquator. Nur im Sommerhalbjahr vermag hier die Sonne ausreichend Wärme und Licht zu spenden, und es ist folglich nur von April bis September mit zunehmender Sonnenscheindauer auch fast immer zunehmend wärmer. Hingegen ist der Einfluss der immer schneller steigenden CO2-Konzentration (Werte seit 1959 verfügbar) fraglich. Den recht engen Zusammenhang zwischen Sonnenscheindauer und Lufttemperaturen in Deutschland zeigt folgende Grafik:

Abbildung 6: Enge „Verzahnung“ zwischen den Sonnenstunden und den Lufttemperaturen im Sommerhalbjahr. Fast 60% der Variabilität der Temperatur in Deutschland im Sommerhalbjahr lässt sich mit der Sonnenscheindauer erklären; unsere Sommerhalbjahre erwärmten sich hauptsächlich, weil sie sonnenscheinreicher wurden. Als extrem sonnig können, bezogen auf das DWD-Mittel, alle Sommerhalbjahre mit mindestens 1400 Sonnenstunden gelten; diese sind in der Grafik ausgewiesen; denn wegen der sehr unterschiedlichen Größen der Lufttemperatur und der Sonnenscheindauer musste in Indexwerte umgerechnet werden. Das Rekord-Sommerhalbjahr 2018 war zugleich das sonnigste. Hingegen ist der Zusammenhang von CO2-Konzentration und Lufttemperaturen fraglich; denn in den 1970er Jahren sanken die Temperaturen trotz steigender CO2-Konzentrationen, und seit etwa 20 Jahren verlangsamte sich der Temperaturanstieg trotz beschleunigt steigender CO2-Werte.

Als besonders sonnenscheinreich erwiesen sich die Monate Mai und Juli 2018. Um den Zusammenhang zwischen Sonnenscheindauer und den Temperaturen des Sommerhalbjahres noch länger zurück zu verfolgen, muss man die Daten der Station Potsdam betrachten; denn für Deutschland insgesamt liegen nur bis 1951Werte vor:

Abbildung 7: Auch langfristig gilt: Kein Sommerhalbjahr war so sonnig wie 2018 – zumindest in Potsdam. Dort landete das Sommerhalbjahr von 1947 sowohl bei der Sonnenscheindauer als auch bei der Lufttemperatur auf Platz 2.

Über die Gründe der zunehmenden Besonnung lässt sich nur spekulieren. Neben geänderten Großwetterlagenhäufigkeiten, auf welche gleich noch eingegangen wird, kommen die Luftreinhaltemaßnahmen, die Sonnenaktivität selbst und die Austrocknung Deutschlands durch geänderte Landnutzung (Melioration), Bebauung und Versiegelung, in Betracht. Durch Letzteres fehlen intakte Böden und eine dichte Vegetation, was die Verdunstung und damit die Bildung von Wolken, Dunst oder Nebel erschwert.

Geänderte Großwetterlagenhäufigkeiten als Erwärmungsursache im Sommerhalbjahr?

Immer entscheidet die gerade herrschende Großwetterlage, welche Luftmasse nach Mitteleuropa gelangt. Wolkenarme Warmluft aus südlicheren Breiten ist eine wesentliche Voraussetzung für Hitze in Deutschland; doch auch bei Ost- und Zentralhochlagen kann es wegen der meist hohen Sonnenscheindauer sehr warm werden; Südwestlagen sind meist schwül und gewitterträchtig. Die im Winter zumindest im Flachland fast stets sehr milden West- und Nordwestlagen sowie die meist temperaturnormalen Nordlagen bringen hingegen wegen der vielen Wolken zu kühles, oftmals windiges und wechselhaftes Sommerwetter. Die nächste Grafik zeigt, wie sich die Häufigkeit dieser beiden gegensätzlichen Großwettertypen-Cluster in Relation zur Sommerhalbjahrestemperatur (Deutschland-Mittel) langfristig entwickelt hat:

Abbildung 8: Merkliche Häufigkeitsabnahme der im Sommerhalbjahr fast stets zu kühlen West-, Nordwest- und Nordlagen (dunkelblau); dafür häufigere Süd-, Südwest-, Südost- und Zentralhochlagen (rotbraun), welche meist zu warm ausfallen. Die Bestimmtheitsmaße beziehen auf das DWD-Deutschland-Temperaturmittel des Sommerhalbjahres, welches zur besseren Veranschaulichung ebenfalls in Indexwerte umgerechnet werden musste. Man beachte, dass der Zusammenhang zwischen den West-, Nordwest- und Nordlagenhäufigkeiten und der Temperatur stark negativ ist! Mit den geänderten Häufigkeitsverhältnissen der Großwetterlagen wurden unsere Sommerhalbjahre wärmer. Großwetterlagen-Klassifikation nach HESS/BREZOWSKY; die Daten für 2018 lagen noch nicht vollständig vor; so dass diese Grafik mit dem Sommerhalbjahr 2017 endet.

Das Sommerhalbjahr 2018 wies bis Ende Juli ungewöhnlich viele Ostwetterlagen auf; speziell im Mai, als mir 25 Tagen des Großwettertyps Ost ein neuer Häufigkeitsrekord seit 1881 aufgestellt wurde. Im Mai wirken diese – ganz anders als im Winter, meist deutlich erwärmend. Im August/September dominierten hingegen Zentralhoch- und Südwestlagen, welche gerade im Spätsommer stark erwärmend wirken. Diese besondere zeitliche Häufigkeitsabfolge der Großwetterlagen begünstigte auch eine hohe Sonnenscheindauer und trug ganz maßgeblich zu der enormen Wärme bei. Seit 1980 wird beim DWD außerdem die Objektive Wetterlagenklassifikation angewendet; diese erfolgt numerisch und liegt deshalb größtenteils schon vor. Am stärksten erwärmend wirken hier in der mittleren Troposphäre (500hPa) antizyklonale Lagen bei feuchter Atmosphäre; auch deren Häufigkeit erhöhte sich tendenziell merklich:

Abbildung 9: Mehr in der Höhe antizyklonale Großwetterlagen bei insgesamt feuchter Atmosphäre seit 1980 in Deutschland im Sommerhalbjahr. Diese wirken signifikant erwärmend. 2018 gab es mit mehr als 80 Tagen dieses Großwetterlagentyps einen neuen Häufigkeitsrekord.

Auf die Ursachen der geänderten Zirkulationsverhältnisse und Großwetterlagenhäufigkeiten kann im Rahmen dieses Beitrages nicht eingegangen werden. Interessierte Leser finden Näheres dazu in dem unlängst erschienenen Beitrag zu den Zirkulationsanomalien 2018 hier.

Der Wärmeinseleffekt heizt unseren Sommerhalbjahren ebenfalls ein

Über verschiedenste Wärmeinseleffekte (WI) wurde hier bei EIKE schon oft berichtet. Diese entstehen, wenn sich durch intensivere Landnutzung und/oder Bebauung die Vegetations- und Bodenverhältnisse ändern. Meliorationen und die landwirtschaftliche Intensivierung führen zu weniger Bodenfeuchte und damit ebenso zu weniger kühlender Verdunstung mit verminderter Wolken- und Nebelbildung wie Versiegelungen oder Bebauung. Letztere vermindern meistens auch die Albedo (Reflexionsvermögen, es wird mehr von dem einfallenden Sonnenlicht in Wärme umgewandelt; besonders bei dunklem Asphalt oder bei Solarpaneelen) und bremsen den kühlenden Wind. Wer in diesem Hitze-Sommerhalbjahr das Pech hatte, in einer Großstadt zu wohnen, war von diesen WI-Effekten besonders betroffen. WI-Effekte sind leider nicht mehr auf Großstädte beschränkt; dort aber am intensivsten und besonders in den Nächten spürbar. Während sich das Freiland in den Sommernächten angenehm abkühlt, geben die Gebäude und Straßenoberflächen mit ihrer gegenüber lockerem Mutterboden viel höheren Wärmekapazität nun die gespeicherte Wärme ab; gleichzeitig ist die kühlende Belüftung durch den Nachtwind eingeschränkt. Auch deshalb erwärmten sich Stationen, welche in solchen Wärmeinseln stehen, viel stärker als solche in kleineren Städten. Als Extrembeispiel sei hier der Vergleich mit den Original-Daten des DWD von Frankfurt/Main Flughafen und dem ländlicheren Gießen gezeigt:

Abbildung 10: In den letzten 50 Jahren erwärmte sich das boomende Frankfurt mit seinem ausufernden Flughafen im Sommerhalbjahr viel stärker als das ländlichere Gießen. War Frankfurt anfangs nur um gut 0,5 Grad wärmer, sind es heuer fast 2 Grad.

Zusammenfassung: Dieses Sommerhalbjahr 2018 brach viele, doch nicht alle Rekorde. Es war das wärmste, aber keinesfalls das längste und auch nicht das trockenste seit Aufzeichnungsbeginn im Jahre 1881. In den letzten Jahrzehnten häuften sich sonnige, heiße Sommerhalbjahre in Deutschland. Bislang fehlen jedoch eindeutige Anzeichen für eine Häufung sommerlicher Unwetter oder Dürren in Deutschland. Neben einer längeren Sonnenscheindauer trugen geänderte Großwetterlagenhäufigkeiten und verschiedenste Wärmeinseleffekte ganz wesentlich zur Erwärmung des Sommerhalbjahres bei. Über den zeitlichen Verlauf dieses denkwürdigen Sommerhalbjahres und dessen Auswirkungen auf Natur und Landwirtschaft wird im Teil 2 dieses Beitrages berichtet werden.

Stefan Kämpfe, Diplomagraringenieur, unabhängiger Natur- und Klimaforscher




Der Öffentlichkeit globale Erwärmung zu erklären ist unmöglich, weil wir nicht die gleiche Sprache sprechen

Er sagte:

Die ultimative Folge davon, die Menschheit vor den Auswirkungen von Dummheit zu schützen ist, die Welt mit Dummköpfen anzufüllen“.

,Nicht informiert‘ ist ein besseres Wort als Dummköpfe, aber das Problem ist das Gleiche. Es ist kein neues Problem, aber es scheint im heutigen, so genannten Informationszeitalter schlimmer denn je zu sein. Michael Crichton hatte recht, wenn er es das Zeitalter der Falschinformation nennt. Bertrand Russel sagte:

Das ganze Problem mit der Welt besteht darin, dass Dummköpfe und Fanatiker sich ihrer Sache immer so sicher und klügere Menschen so voller Zweifel sind“.

Voltaire schlug einen Beginn für Diskussionen vor:

Falls du dich mit mir unterhalten willst, definiere deine Anliegen“.

Ich würde hinzufügen, falls du dich mit mir unterhalten willst, sorge dafür, wenigstens minimal die Fakten zu verstehen. Während eines Interviews wurde ich kürzlich von einem Interviewer genervt, der unentwegt sagte, ich hätte unrecht und sei ein Lügner. Also forderte ich ihn schließlich heraus, der Zuhörerschaft den Treibhauseffekt zu erklären. Er konnte es nicht! Er wusste nicht einmal, dass die Treibhaus-Theorie auch zu einer kälteren Welt führen kann. Dieses fehlende Verständnis ist eine Folge der verwendeten Wörter. Die Öffentlichkeit assoziiert mit dem Terminus ein Treibhaus und folglich auch höhere Temperaturen. Dieses Konzept suggeriert automatisch Erwärmung. Das ist auch der Grund, warum diese Analogie für die politische Agenda und den Betrug der anthropogenen Erwärmung gewählt wurde. Viele andere Analogien, hauptsächlich ein Energie-Gleichgewicht implizierend, wie etwa Füllen und Ablassen einer Badewanne, wurden über die Jahre ins Spiel gebracht, konnten sich aber bisher nicht durchsetzen. Gleiches gilt für die Phrase „Löcher im Ozon“. Da sind keine Löcher, nur ein Gebiet mit einer Ausdünnung, aber die Phrase impliziert, dass etwas leckt oder zerbrochen ist.

Wegen dieser absichtlichen, in die Irre führenden Wortwahl ist es unglaublich, wie viele Menschen hartnäckig Standpunkte bzgl. globaler Erwärmung hegen, ohne auch nur die Grundlagen zu verstehen. Das führt zu dem unlösbaren Dilemma, logische Diskussionen über unlogische Dinge zu führen.

Dann gibt es da noch das zusätzliche Problem des technischen Jargons. Man schätzt, dass eine durchschnittliche englisch sprechende Person* einen Wortschatz von etwa 9000 Wörtern hat und dass etwa 100 dieser Wörter immer wieder verwendet werden. Die meisten glauben diese Zahlen nicht, was durch die Tatsache belegt wird, dass sie glauben, jedes Wort einer Fremdsprache lernen zu müssen, um sich in jener Sprache unterhalten zu können. Ich weiß, dass Shakespeare in seinen Dramen und Sonetten 24.000 Wörter verwendet und 1700 neue Wörter der Sprache hinzugefügt hat. Ich sagte meinen Studenten witzelnd, dass ich richtig lag mit 9000 zu 24.000 Wörtern, weil die Menschen nur etwa ein Drittel von Shakespeare verstehen. Das Oxford English Dictionary (OED) listet 171.476 Wörter, räumt aber ein, dass darunter viele Bereiche nicht abgedeckt werden, wie etwa der Jargon von Wissenschaftlern und Akademikern. Dennoch kommt es zu der Folgerung:

[*Weil ich nicht weiß, wie das bei Deutschen ist, bleibe ich hier und im Folgenden bei der direkten Übersetzung. Anm. d. Übers.]

Dies zeigt, dass es mindestens eine Viertel Million verschiedene englische Wörter gibt, ohne Beugung, und Wörter aus dem technischen oder auch regionalem Bereich nicht abgedeckt werden; oder dass Wörter noch nicht dem OED hinzugefügt worden sind, von denen 20% nicht länger gebräuchlich sind. Falls unterschiedliche Bedeutungen gezählt werden würden, würde sich die Gesamtzahl der Wörter vermutlich auf eine Dreiviertel Million belaufen“.

Ein Universitätsprofessor verfügt in der Regel über einen Wortschatz von 40.000 Wörtern, aber die Mehrzahl davon sind Fachwörter. Das Erste, was ein Student im ersten Semester gleich welchen Fachbereiches lernt, ist die ,Sprache‘ der jeweiligen Disziplin. Manchmal erfordert das Studiengebiet eindeutige Wörter, aber oftmals hat ein allgemein verwendetes Wort eine andere Bedeutung, was zu Konfusion führt. Das beste Beispiel hierfür ist ein Terminus, der zu Beginn der Debatte um die anthropogene globale Erwärmung AGW auftauchte, als all jene Wissenschaftler, welche richtigerweise die Theorie mittels des normalen wissenschaftlichen Verfahrens in Frage stellten, Skeptiker genannt wurden. Michael Shermer erklärt:

Wissenschaftler sind Skeptiker. Es ist unglücklich, dass das Wort ,Skeptiker‘ andere Bedeutungen in der Kultur angenommen hat, darunter Nihilismus und Zynismus. In Wirklichkeit ist es in seiner Reinheit und der ursprünglichen Bedeutung einfach nur nachdenkliches Hinterfragen“.

All dies rückte in dieser Woche wieder in den Mittelpunkt, weil ich in Diskussionen einbezogen wurde mit einer Gruppe, die eine Debatte arrangieren wollte. Ich bin immer grundsätzlich für Debatten und den freien Austausch von Gedanken und Meinungen, aber hier liegt das Problem. Falls zwei Wissenschaftler über ein Thema diskutieren, würde der größte Teil der Öffentlichkeit nicht folgen können, weil sie den Jargon nicht kennt und verschiedenen Wörtern eine unterschiedliche Bedeutung beimisst. Falls ein Wissenschaftler und ein Umweltaktivist oder auch nur ein durchschnittlicher Bürger diskutieren, gerät die Diskussion rasch zu einem emotionalen, faktenfreien Streit.

Die beschämende Wahrheit ist, dass Gerichte keinen wissenschaftlichen Fall behandeln, weil sie den Jargon nicht einmal auf der grundlegendsten Ebene verstehen. Es war für mich eine Herausforderung, einen Verteidiger zu finden, welcher wissenschaftlichen Grundlagen folgen konnte. Dazu nutzte ich das Wissen anderer Studenten, die sich Jura zugewandt hatten. Sie sagten mir, dass die meisten Anwälte Kunststudenten sind und die prozentual größte Fehlquote in einem Kurs über Steuerpolitik aufgetreten war, gewöhnlich im zweiten Jahr. Ich erhielt eine Liste mit Anwälten spezialisiert auf Diffamierung und fragte diese, wie sie sich bzgl. Steuerrecht machten. Derjenige, der sagte, dass er der Beste des Kurses und sehr stolz auf seine 84% war, wurde mein Anwalt. Bisher funktioniert das.

Das Problem fehlender Bildung bzgl. Zahlen erstreckt sich auf die Öffentlichkeit insgesamt. Abbildung 1 zeigt die Anzahl der 15-jährigen Schüler mit wissenschaftlichem Hintergrundwissen:

Abbildung 1

Das höchste Niveau weist Finnland auf mit etwa 18%, was bedeutet, dass 82% wissenschaftliche Erfahrung fehlt. Der Mittelwert über alle untersuchten Länder beträgt 10%. Man kann getrost annehmen, dass dies den Prozentanteil in der Gesellschaft reflektiert, so dass 90% nicht in der Lage sind, die Summary for Policymakers zu verstehen, welche explizit für die allgemeine Öffentlichkeit gedacht ist, geschweige denn die Wissenschafts-Berichte der Arbeitsgruppe 1 des IPCC.

Trotz dieser Unfähigkeit sind sie durchdrungen von dem Absolutismus, der Perfektion und der Unveränderbarkeit von Zahlen. Dies entwickelte sich aus einer Bewegung der 1920-ger Jahre mit der Bezeichnung logischer Positivismus und ist definiert als:

ist charakterisiert von der Ansicht, dass wissenschaftliche Kenntnisse die einzige Art tatsächlichen Wissens ist und dass jede traditionelle metaphysische Doktrin als bedeutungslos zurückgewiesen werden muss.

Hierauf entgegnete der Mathematiker und Philosoph A. N. Whitehead (1861-1947):

Es gibt keinen größeren Irrtum als zu vermuten, dass weil längere und genaue mathematische Berechnungen durchgeführt worden waren, die Anwendung des Ergebnisses auf einige Fakten der Natur absolut sicher ist.

Die Menschen sind derartig durchdrungen von logischem Positivismus, dass sie einfach nicht glauben können, dass es unterschiedliche Arten von Zahlen und also auch Daten gibt. Schon früh in meiner Laufbahn habe ich erfahren, dass Zahlen bei der Untersuchung von Energie-Input bei der Bildung eines Strandes diskret oder kontinuierlich sind. In vielen statistischen Anwendungen ist dieser Unterschied entscheidend für die Validität der Ergebnisse. Die meisten Menschen wissen noch nicht einmal, dass in einigen Bereichen der Mathematik imaginäre Zahlen verwendet werden.

Gleichzeitig mit dem Aufkommen des logischen Positivismus wurden Statistiken angewendet auf die Gesellschaft und vor allem auf Menschen und menschliches Verhalten. Hierzu habe ich in meinem vorigen Beitrag mit dem Titel [übersetzt] „Standardabweichung – die übersehene, aber essentielle Klima-Statistik“(hier) etwas geschrieben. Klima, das Mittel von Wetter, wurde schon von den Griechen studiert und verstanden, tauchte aber in der Historie erst während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf. Um auf Wünsche von Piloten im 1. Weltkrieg einzugehen, wurde Meteorologie das, was jeder in Relation zu Wetter wusste. Das gilt heute immer noch, aber nur wenige Menschen wissen, dass Meteorologie begrenzt ist auf das Studium der Physik der Atmosphäre. Klima tauchte in nationalen Wetterdiensten nur deswegen auf, weil jemand – zumeist eine Person, die des Vorhersagens überdrüssig war – tägliche, wöchentliche und monatliche Mittelwerte erstellen musste. Darum war und ist das in der World Meteorological Organization (WMO) verblieben. Nach 1947 waren die Aufgaben immer noch diktiert von dem Bedarf nach Vorhersagen für die Luftfahrt, weshalb Wetterstationen zumeist an Flughäfen eingerichtet worden waren, und die einzige Referenz von Verpflichtungen für alle Agenturen unter dem Schirm der WMO „Klimatologische Statistik“ war.

Alles begann, als Reid Bryson (1920-2008) und Hubert Lamb (1913-1997) damit anfingen, sich ernsthaft mit Klimatologie zu befassen. Bryson gründete im Jahre 1948 die Abteilung Meteorologie an der University of Wisconsin-Madison und dem Center for Climatic Research. Lamb gründete die Climatic Research Unit CRU im Jahre 1972, um Klimadaten und langzeitliche Aufzeichnungen aus der Vergangenheit zu rekonstruieren, die schon lange zuvor aufgekeimt waren. Der Independent erklärt in seinem Nachruf auf Lamb:

Etwa zur gleichen Zeit (1950), hatten Lamb – und Klimatologie – großes Glück. Er wurde in die dahin siechende Abteilung Klimatologie im Met.-Office versetzt, wo er ohne wesentliche Unterbrechung seiner Faszination nachgehen konnte für etwas, was möglicherweise das vollständigste und nie untersuchte meteorologische Archiv der Welt war. Er erstellte Rekonstruktionen der monatlichen atmosphärischen Zirkulation über dem Nordatlantik und Europa bis zurück zum Jahr 1750, was ihn immer mehr von der Realität des Klimawandels überzeugte in zeitlichen Größenordnungen, die für die moderne Menschheit von Bedeutung waren. Er begann auch, erstmals Verbindungen herzustellen zwischen der Wassertemperatur in den Ozeanen und der atmosphärischen Zirkulation.

Es ist eine Ironie, dass es heutzutage große Bemühungen gibt, derartige Verbindungen zu verstehen, und zwar wegen der Bedeutung von Verbindungen zwischen ozeanischer Zirkulation und der darüber liegenden Atmosphäre. Lambs Verfahren wurde völlig unkritisch übernommen bis zum Ende seines Lebens.

Lamb hatte recht bzgl. des Gebrauchs von Computern und deren Anwendung, aber er hatte auch recht bzgl. der Probleme, die inhärent in der Forschung über ein allgemeines Thema vorhanden sind, in welchem es so viele Unter-Themen gibt. Darum ist Klimatologie traditionellerweise in der originalen integrativen Disziplin Physikalische Geographie gelehrt worden.

Dieser neue Studienbereich wird als ein Zweig der atmosphärischen Wissenschaften angesehen und als Unterbereich von physikalischer Geographie, welche eine der Geowissenschaften ist“.

Viele versuchen mich niederzumachen, weil ich meinen Ph.D. in Geographie habe. Das war eines der Dinge, auf denen der Interviewer immer wieder herumtrat, der mich einen Lügner genannt hatte. Die einzigen Klimatologie-Optionen außerhalb Physikalischer Geographie waren zu jener Zeit die Verfahren von Bryson oder Lamb. Ich kontaktierte Wisconsin, konnte es mir aber nicht leisten, persönlich dorthin zu kommen. Stattdessen erreichte ich meinen Grad am Queen Mary College an der University of London,, wo sich mein Doktorvater, Dr. Bruce Atkinson, auf das Studium städtischer Wärmeinseln spezialisiert hatte. Er arrangierte viele Treffen von Prof. Lamb von East Anglia mit mir. Schon damals wurde ich Zeuge der schändlichen Art und Weise, mit der man – kontrolliert und angestiftet von Tom Wigley und Phil Jones, die später die CRU und das IPCC kontrollierten – ihn behandelt und über ihn gesprochen hat. Glücklicherweise sind deren Aktivitäten und Verhalten in den Klimagate-E-Mails vom November 2009 bekannt geworden.

In einigen wenigen Disziplinen wie etwa dem Studium von System-Analysen versteht man das fundamentale Problem im Zentrum der AGW-Problematik. Abbildung 2 ist ein einfaches Systemdiagramm der Atmosphäre, erstellt von Kellogg und Schneider im Jahre 1974. Die so genannten Klimawissenschaftler verstehen nicht. Die Arroganteren unter ihnen glauben, weil sie Grade in Mathematik oder Physik haben, dass sie darüber stehen und es verstehen, während wir Anderen dumm sind, weil wir versuchen, selbst die größeren Teile des Systems richtig zu verstehen. Es ist die unvermeidliche Ausweitung von logischem Positivismus.

Abbildung 2

Die arroganten Wenigen, welche den Rest von uns schikanieren, erkennen noch nicht einmal den Unterschied zwischen Verallgemeinerung und Spezialisierung. Sie wissen nicht, dass es für jeden Teilbereich in dem Diagramm unterschiedliche Spezialisten gibt, wobei jeder einen anderen Jargon verwendet. Man frage sie einfach mal, ob sie die Bedeutung des Wortes yazoo kennen, welches von Experten in den Mund genommen wird, die den Boden-Durchfluss [overland flow] von „Niederschlag“ in dem Diagramm untersuchen.

Jetzt weiß man, warum es zu jedem IPCC-Report ein Glossar gibt, einschließlich der Summary for Policymakers (SPM). Daraus die Definition von Abscheidung [Sequestrierung]:

Die Aufnahme (d. h. die Hinzufügung einer bedenklichen Substanz zu einem Reservoir) von Kohlenstoff enthaltenden Substanzen, vor allem Kohlendioxid, in terrestrische oder maritime Reservoire. Biologische Abscheidung schließt das direkte Entfernen von CO2 aus der Atmosphäre ein mittels Veränderungen des Landverbrauchs LUC, Aufforstung, Wiederbegrünung, Kohlenstoff-Speicherung auf Deponien und Verfahren, welche den Kohlenstoffgehalt des Bodens in der Landwirtschaft verbessern. In Teilen der Literatur, aber nicht in diesem Report, wird die Kohlenstoff-Abscheidung diskutiert.

Also ist der größte Teil der Bevölkerung nicht besser informiert, und ein Teil derselben, die Rechtsanwälte, verstehen darunter etwas ganz anderes.

Die Aufgabe, einige wenige Punkte als Hinterfragung von AGW aufzustellen, ist es, diese im meist verbreiteten und weithin verständlichem Englisch zu formulieren. Natürlich muss man etwas Klassisches überwinden: nämlich die numerisch und linguistisch ungenaue Behauptung, dass 97% aller Wissenschaftler übereinstimmen. Viel Glück!

Link: https://wattsupwiththat.com/2018/09/23/explaining-global-warming-to-the-public-is-impossible-because-we-are-not-talking-the-same-language/

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Wir müssen alle Opfer für die Umwelt bringen (aber ich meinte Sie – nicht mich!)

In Hamlets berühmtester Rede prophezeite er, dass ein Möchtegern-Attentäter „am Ende von seinen eigenen Missetaten eingeholt werden könnte“. Mit „Missetaten“ ist hier eine Bombe gemeint, folglich bedeutet dieser Satz einfach, dass der Bombenbauer von seiner eigenen Bombe hinweg gepustet werden könnte. Heute ist die Shakespear’sche Phrase ein allgemeines Sprichwort, eine andere Art zu sagen „in die eigene Grube gefallen“ oder „was man gibt, kommt tausendfach zurück“.

Die Beamten von San Francisco lernen wieder einmal die Bedeutung des Wortes „Sünden“ kennen, kämpfen sie doch mit Wasserknappheit. Viele Male hat das Thema gefährdete Spezies auf einige der unnachgiebigsten Umwelt-Campaigner sowie deren gewählte Vertreter zurückgeschlagen (San Francisco ist Gründungsort und Hauptquartier des Sierra Clubs). Und doch hat die Stadt niemals ihrem „heiliger-als-man-selbst“-Umweltaktivismus gehuldigt. Als beispielsweise Präsident Trump den Rückzug aus dem Paris-Abkommen verkündete, verkündete San Francisco, auf jeden Fall weiter dem Ziel zu folgen, den lokalen Verbrauch fossiler Treibstoffe zu limitieren. Die Stadt verbannte Plastik-Trinkhalme, Einkaufstüten und Styropor und forderte sogar die Installation von Solarpaneelen auf Privathäusern. Falls das auf der industriellen Wunschliste steht, weist San Francisco den Weg.

Genauso: Wenn Aktivisten dort darauf bestehen, mehr Wasser in den Flüssen zu lassen, um den Lachs zu schützen, meinen sie das Wasser der Farmer im Central Valley – und nicht ihr eigenes Wasser. Staatliche Behörden machten Vorschriften, und Restriktionen bzgl. Wasserverbrauch wurden den Farmern im Süden 25 Jahre lang aufgezwungen. Hunderte Milliarden Gallonen Wasser, welches eigentlich für die Bewässerung vorgesehen war, flossen jedes Jahr in den Ozean, anstatt durch das Kalifornien-Aquädukt in das Central Valley zu strömen. Der Lachs ist trotzdem gefährdet. Und die zuständige Behörde, das California Water Resources Control Board, hat nichts Eiligeres zu tun, als weitere Restriktionen bzgl. Wasser auf den Weg zu bringen, dieses Mal einschließlich des Wassers, das für die Versorgung der Stadt San Francisco vorgesehen ist.

In öffentlichen Anhörungen dazu hagelt es wütende Proteste. Der Plan würde die Durchflussmenge in den Flüssen Tuolumne, Stanislaus und Merced verdoppeln, was für die Lachse mehr Wasser übrig lässt, aber weniger für die Stadt – viel weniger. Es könnte eine Reduktion von 300.000 bis 675.000 Kubikfuß Wasser für die Bay Area bedeuten.

Die Wasserversorgung von San Francisco war über ein Jahrhundert kontrovers, aber heute ist es mit das sauberste Wasser in den USA. Ursache hierfür ist der Ursprung des Wassers im Hetch Hetchy-Reservoir im Yosemite National Park. Die verlorene Schlacht gegen den Bau jenes Dammes war ein Schlachtruf vom Gründer des Sierra Clubs John Muir. Der Damm wurde trotzdem gebaut und hat seit den zwanziger Jahren Wasser aus dem Tuolomne River nach San Francisco geliefert sowie zu Farmen nahe Modesto. Aber die Wasserrechte von San Francisco sind den landwirtschaftlichen Rechten untergeordnet, so dass tatsächlich die Stadt selbst Schauplatz der stärksten Reduktionen sein könnte.

Die Führer der Golden Gate-Stadt sind empört. Sie hatten niemals daran gedacht, dass die von ihnen auf den weg gebrachten Wasser-Reduktionen irgendwelche Auswirkungen auf sie selbst haben würden. Eine lokale Gruppe, die sich „Restore Hetch Hethcy“ nennt [restore = erhalten, wiederherstellen] kämpft dafür, den Damm abzureißen, und stellte dieses Vorhaben in einer lokalen Wahl zur Diskussion. Aber die Wähler in San Francisco stimmten dagegen – sie unterstützen nur den Abriss von Reservoiren anderer Menschen, aber nicht ihre eigenen. Die Gegner zogen dann vor Gericht, und da sind sie immer noch. Ironischerweise bekämpfen sie die Stadt selbst, welche argumentiert, dass die Legalität von Hetch Hetchy „settled“ und dass die Wasserversorgung aus dieser Quelle unverzichtbar ist. Das Reservoir erzeugt bedeutende Mengen Strom aus Wasserkraft und liefert Wasser für 2,7 Millionen Anwohner und Industrien in über einem Dutzend Städte in der Bay Area. Der Lachs scheint den Führern der Stadt irgendwie weniger wichtig zu sein.

Ihre Alternative: Der Staat muss viel mehr für die Wiederherstellung des Flusses aufwenden, einschließlich den Schutz der Fische. Aber selbst wenn das dem Lachs hilft, würde es die Umwelt-Industrie nicht befriedigen, welche immer neue Wasser-Restriktionen haben möchte.

Vielleicht kann man den Wasser-Gewaltigen im gesamten Westen ihre Denkweise „Willkommen in unserer Welt“ vergeben, falls San Francisco sich an seinen eigenen Vorgaben verschluckt. Es ist eine Welt, die zu erschaffen die Stadt half.

[Originally Published at Greg Walcher’s Website]

Link: https://www.heartland.org/news-opinion/news/we-must-all-sacrifice-for-the-environment-but-i-meant-you–not-me

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Verlogener „Klimagipfel“ von Gov. Brown kaschiert den global stark zunehmen­den Verbrauch fossiler Treibstoffe …

Gouverneur Browns Klima-Plauderei führte zu nichts weiter als einem gewaltigen Hype, zu Schall und Rauch ohne jeden Anschein nachvollziehbarer Daten, ohne irgendeinen festen Plan von Maßnahmen, um messbare Ziele zu erreichen. Die Klima-Plauderei ignorierte einfach die überwältigend feste Wahrheit, dass die Welt sich einem steigenden Verbrauch fossiler Treibstoffe zugewandt hat, darunter Kohle, Erdgas und Öl. Dies geht eindeutig aus den globalen Energie-Daten hervor.

Ebenso ignoriert wurde die Tatsache, dass die Welt immer mehr kostspielige und unzuverlässige Vorschriften bzgl. erneuerbarer Energie aufhebt und ignoriert, ebenso wie Subventionen sowie bedeutungslose Emissionsziele, welche ohnehin keinen messbaren Einfluss auf die globalen Temperaturen haben.

Die Teilnehmer an dem Geplauder taten außerdem einfach so, als ob die globalen Klimamodelle das zukünftige globale Klima zutreffend simulieren können, obwohl das IPCC höchstselbst eingeräumt hatte, dass diese Modelle das globale Klima eben nicht projizieren können und daher komplett unzulänglich sind, um eine globale Klimapolitik zu verfolgen.

Die plumpen und nur vage umrissenen Programme, welche auf dem „Gipfel“ angesprochen worden waren, werden lediglich die Energiekosten dramatisch weiter in die Höhe treiben und die Kalifornier mit niedrigem Einkommen bestrafen – durch etwas, das absolut gar nichts global bzgl. Klima und Energie zur Folge hat.

Medien wie die L. A. Times [L. A. = Los Angeles] brachten zahlreiche kriecherische Artikel, welche die Propaganda und den Hype reflektierten, der auf dem „Gipfel“ zutage trat, wobei diese Artikel weitere Beweise dafür waren, wie weit die Medien sich von der Realität entfernt haben, wenn es um das globale Klima und Energie geht.

Gouverneur Brown plusterte sich gewaltig auf, dass sein Geplauder „global“ war, und die Zeitung schrieb: „Gov. Brown betonte, dass die Konferenz in San Francisco ein globaler Gipfelsein sollte, wobei unter seiner Leitung auch auswärtige Repräsentanten wie der chinesische Klima-Chefunterhändler Xie Zhenhua und Anand Mahindra, ein prominenter indischer Industrie-Kapitän, anwesend waren“.

Auf dem Geplauder ging es jedoch niemals um Daten aus China und Indien bzgl. deren steigenden Energieverbrauchs während der letzten 15 Jahre oder deren zukünftiger projizierter Energieverbrauch. Vielmehr haben sich diese Länder einem steigenden Verbrauch fossiler Treibstoffe im Allgemeinen und Kohle im besonderen zugewandt, wie die Energiedaten eindeutig zeigen:

Auch die gewaltige Zunahme des Kohleverbrauchs zur Stromerzeugung in den Asien-Pazifik-Ländern während des vorigen Jahrzehnts wurde ignoriert und auf dem Klima-Geplauder von Gov. Brown verschleiert.

Und noch etwas wurde auf diesem „Gipfel“-Zirkus ignoriert, nämlich die Tatsache, dass die stärkste zukünftige Zunahme des Energieverbrauchs im Gebiet Asien-Pazifik stattfinden wird und dass fossile Treibstoffe, und nicht Erneuerbare, den großen Löwenanteil bei der Deckung dieser Energienachfrage decken werden.

Dass auf dem Brown-Geplauder in keiner Weise die gut dokumentierten Daten zum globalen Energieverbrauch ein Thema waren, zeigt ganz eindeutig, dass es sich hier um eine rein politische Propaganda handelte, die überhaupt keine Relevanz oder Intention spiegelte, bedeutsame Schritte oder Pläne umzusetzen, welche irgendwelche globalen Konsequenzen haben würde. Dieser Mangel wurde übertüncht mit einem grotesken und lächerlichen Medien-Hype in Artikeln über das Geplauder. Darunter waren auch so erhellende Feststellungen wie:

„Wir stehen hier vor einer sehr ungewöhnlichen Herausforderung“, sagte Brown in einem Interview in seinem Büro. „Sie erreicht uns von überall her auf diesem Planeten. Jeder trägt dazu bei, und jeder muss etwas tun, sie zu bekämpfen. Es ist eine total einzigartige weltweite Herausforderung, die es noch nie gab. Es gibt nichts Vergleichbares. Es ist, als ob man einen gewaltigen Felsen den Mount Everest hinauf rollt. Und wir stehen ganz unten“.

Und weiter: „Falls man irgendeine Art Treffen abhält, welches groß genug ist, um einen sozialen und politischen Schub auszulösen, endet man bei der Frage, ob dieser Schub ausgereicht hat, etwas zu erreichen“, sagte Jonathan Pershing, während der Obama-Regierung Klima-Sonderbotschafter. Die Myriaden und weiter zunehmenden Maßgaben auf dem Tisch in San Francisco werden sich summieren. Anzeichen für Klima-Maßnahmen zeichnen sich auch auf Gemeindeebene ab. Über 70 Städte, darunter Atlanta, Denver und Orlando, haben sich dem Ziel verschrieben, genügend erneuerbaren Energie einzurichten (hier), um den gesamten Strombedarf zu decken, obwohl viele Bürgermeister sich jetzt am Kopf kratzen, wie sie das bewerkstelligen sollen“.

Ebenfalls kein Wort wert waren jüngste Entscheidungen in China, die Subventionen für Wind und Solar zu kürzen, welche ein Chaos erzeugt haben bei dem Versuch, eine zuverlässige Planung für diese Ressourcen auf den Weg zu bringen. Dies spiegelte sich auch in einem kürzlich erschienenen Artikel:

„Diese neue Politik führt die Industrie an einen Scheideweg. Während der 12. Fünf-Jahre-Plan-Periode (2011 bis 2015) wurden Subventionen spät ausgezahlt, und es gab eine erhebliche Verschwendung von Wind und Solarenergie. Das hätte man bis jetzt lernen können“, sagt Meng Xiangan, stellvertretender Direktor der Erneuerbare-Energie-Gesellschaft. „Um eine Wiederholung zu vermeiden, kann die Lobby entweder für eine Verlängerung der Subventionen kämpfen und die rapide und nicht nachhaltige Ausweitung fortsetzen, oder sie kann akzeptieren, dass neue Kapazitäten eine immer größere Herausforderung bzgl. der Kosten darstellen.

Ohne Subventionen gibt es keinerlei Profit aus Investitionen über ein Jahrzehnt lang. Darum sind Landbesitzer und Investoren nicht an einer Ausbreitung von Solar interessiert. Chinas Gesellschaft der Photovoltaik-Industrie erwartet 30 bis 35 Gigawatt neuer Solar-Kapazität im Jahre 2018, das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um 43%.

Dieser Rückzug von regierungsamtlichen Vorschriften für Erneuerbare erfolgt zur gleichen Zeit, in der in China erneut der Verbrauch von auf Kohle basierendem Treibstoff zunimmt, wie es in einem anderen Artikel heißt:

„Das Ergebnis der in Paris ansässigen International Energy Agency (IEA) enthält die Aussage einer internationalen Gruppe von Klimawissenschaftlern, welche die Zunahme des Kohleverbrauchs in China für den starken Anstieg globaler Treibhausgas-Emissionen seit dem Jahr 2013 verantwortlich machen.

Die Warnung des Global Carbon Project vor einem 2%-Sprung der Emissionen im Jahre 2017 fiel zusammen mit der Veröffentlichung der langfristigen Energie-Vorhersage der IEA und seiner ersten tiefer gehenden Analyse in China der letzten 10 Jahre.

In seinem globalen Kohlenstoff-Budget aus dem Jahr 2017 führte die Wissenschaftlergruppe einen Anstieg des Kohleverbrauchs in China um projizierte 3% an sowie eine Zunahme der Emissionen um 3,5% als Gründe für den Klima-Rückschlag nach drei Jahren relativer Stabilität.

Diese Umstände zeigen ganz klar, wie idiotisch Browns Behauptungen sind, vor allem in Bezug auf seine oft gehypte Behauptung, dass sein globaler Partner China die Welt anführt beim „Kampf gegen den Klimawandel“.

Oft war auf der Versammlung davon die Rede, warum Elektrofahrzeuge (EVs) so bedeutsam sind für den Transportsektor zur Erreichung zukünftiger Emissions-Reduktionen. Aber wieder wurden keinerlei Daten präsentiert hinsichtlich dieses Luftschlosses. Der globale Energieverbrauch im Transportsektor zeigt, wie unbedeutend EVs sind hinsichtlich des Energiebedarfs im globalen Transportwesen. Dies zeigt sich in den folgenden beiden Graphiken:

Erneut hob Brown bei dem Treffen sein neues Gesetz hervor, dem zufolge bis zum Jahr 2045 in Kalifornien ein global bedeutungsloses und vollkommen unerreichbares Luftschloss von 100% sauberer Energie erreicht werden soll, und verbreitete weiteren Unsinn hinsichtlich riesiger unrealistischer Zahlen von EVs für jenen [US-]Staat. In einem Artikel der L. A. Times liest man:

„Am Montag unterzeichnete Gouverneur Brown ein Gesetz, welchem zufolge die kalifornischen Versorger bis zum Jahr 2045 100% ihres Stromes aus Null-Kohlenstoff-Quellen beziehen müssen. Er setzte auch das Ziel fest, bis 2030 5 Millionen Elektrofahrzeuge auf die Straße zu bringen, während er 2,5 Milliarden Dollar bereitstellt an Rabatten für die Fahrzeuge und den Aufbau der Strom-Infrastruktur.

5% aller verkauften Autos in Kalifornien waren EVs, in den gesamten USA war es 1%“.

Aber der Verkauf in Amerika ist noch viel schwieriger, auch in Kalifornien. Eine Initiative des Gesetzgebers in diesem Jahr, den Verkauf neuer Benzinfahrzeuge ab dem Jahr 2040 zu verbieten, verlief im Sande.

„Wollen Sie, dass ich eine Presserklärung abgebe des Inhalts ,Keine Verbrennungsmotoren mehr‘?“ sagte Brown in einem Interview. „Es gibt 32 Millionen davon in Kalifornien. So geht es nicht. Wir müssen eine Alternative anbieten … Wir müssen das schaffen“.

Ein Artikel in der New York Times stellte bloß, wie unbedeutend im globalen Maßstab Browns Klima-alarmistische Zuhörerschaft wirklich ist, wenn es darin heißt:

„Nur 16 [US-]Staaten und Puerto Rico haben tatsächlich versprochen, sich an das Paris-Abkommen zu halten. In den meisten dieser Staaten regieren die Demokraten, und deren Bemühungen, von Republikanern regierte Staaten wie Ohio oder Texas davon zu überzeugen mitzumachen, waren fast durchweg erfolglos“.

Gouverneur Brown beendete seine kleine Klima-Soiree mit der Ankündigung, dass der Staat einen eigenen Satelliten starten werde, um den Klimawandel zu untersuchen. Aber wie alles andere auch auf diesem „Gipfel“ war dieses Programm zumeist nur ein Hype ohne jede konkreten Inhalt, wie in einem Artikel der Times beschrieben:

„Der Staat will den Satelliten bauen zusammen mit der in San Francisco ansässigen Firma Planet Labs, einem Unternehmen, das im Jahre 2010 von ex-NASA-Wissenschaftlern gegründet worden war. Kalifornien kann ultimativ viele Satelliten ins Weltall bringen, wie aus dem Büro des Gouverneurs verlautete. Das California Air Resources Board entwickelt gerade die Überwachungs-Technologie des Satelliten. Für den Start wurde kein Datum genannt, aber er wird sich vermutlich noch viele Jahre hinziehen“.

Der Brown-„Gipfel“ war nichts weiter als ein Bündel Klima-Alarmismus und Erneuerbare-Energie-Propaganda ohne jede praktische globale Bedeutung. Er diente nur dazu aufzuzeigen, wie viele Nachrichten in den Printmedien für so einen Haufen vollständigen Blödsinn verschwendet werden können. Jedwede Vortäuschung einer Relation zwischen diesem „Gipfel“ und der globalen Klima- und Energie-Realität zeigte eindeutig, dass eine solche Relation nicht existent ist.

Link: https://wattsupwiththat.com/2018/09/20/gov-browns-phony-climate-summit-conceals-global-wide-increased-use-of-fossil-fuels-and-rejection-of-climate-alarmism-energy-policy/

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Das Treffen fand auch mit deutscher Beteiligung statt, und zwar in Gestalt von Ministerpräsident Kretschmann und anderen hochrangigen Deutschen. Daher wurde dieser Beitrag hier übersetzt.

Interessanterweise findet sich auch im jüngsten Rundbrief des Heartland Institutes eine Zusammenfassung der Berichterstattung in anderen Medien. Sie wird hier noch angefügt. Der Übersetzer möchte damit unterstreichen, wie einmal mehr Steuergelder für unsinnigste Projekte zum Fenster hinaus geworfen werden.

Das Heartland Institute weist die falschen Behauptungen des Globalen Klimamaßnahmen-Gipfels zurück

H. Sterling Burnett

Das Heartland Institute präsentierte eine kraftvolle wissenschaftliche Widerlegung der auf dem Global Climate Action Summit (GCAS) am 13. und 14. September in San Francisco aufgestellten Behauptungen. Der kalifornische Gouverneur Jerry Brown (Demokraten) hat ihn organisiert. Mit der Planung desselben begann Brown bereits kurz nachdem Präsident Trump die USA aus dem Paris-Abkommen zurückgezogen hatte. Für den CGAS mobilisierte Brown eine Unmenge hochrangiger Referenten, darunter Al Gore, Nancy Pelosi, John Kerry, Michael Bloomberg, Van Jones, Tom Steyer, Alec Baldwin, Harrison Ford sowie Dutzende Regierungsbeamten aus der ganzen Welt [auch aus Deutschland, s. o. Anm. d. Übers.]

Während der Kaffeepausen auf dem CGAS brachte Heartland zwei 90 Minuten lange Widerlegungen mittels Livestream von Wissenschaftlern und Klimapolitik-Experten, darunter Jay Lehr, Ph.D., Wissenschaftsleiter am Heartland Institute sowie Terry L. Gannon, Ph.D., einen Physiker am Independent Institute; Richard Keen Ph.D., meteorologischer Berater (emeritiert) an der University of Colorado in Boulder; Stanley Goldenberg, Hurrikan-Spezialist bei der NOAA sowie Tom Harris, Präsident der International Climate Science Coalition.

James Taylor, führendes Mitglied am Heartland Institute, bezeichnete die Widerlegung als notwendig, denn „als wir sahen, dass der CGAS im Gange war, hatten wir große Bedenken, ob dort tatsächlich eine die Wirklichkeit reflektierende Wissenschaft präsentiert werden würde“.

Und als ob Mutter Natur zeigen wollte, wie recht Taylor hatte, erreichte der Hurrikan Florence die Carolina-Staaten. Viele CGAS-Referenten politisierten diesen Sturm augenblicklich und machten für Naturkatastrophen wie Hurrikane und Buschfeuer die globale Erwärmung verantwortlich. Noch schlimmer, diese so genannten Experten zeigten mit Fingern auf die Republikaner und besonders auf Präsident Trump, ohne auch nur einen einzigen wissenschaftlichen Beweis vorzulegen, welcher ihre Hypothese stützen würde. Sprecher des Heartland Institutes präsentierten verifizierbare Daten, welche jene Behauptungen widerlegten.

Goldenberg merkte an, dass es keine langfristige Änderung der globalen Hurrikan-Aktivität gebe. Tatsächlich nahm während der letzten 80 Jahre die Anzahl starker Hurrikane (Kategorie 3 oder höher), welche auf das US-amerikanische Festland übergegriffen hatten, um 50% ab.

„Wir haben nichts gesehen, was auch nur ansatzweise eine beispiellose Zeit mit mehr Hurrikanen, stärkeren Hurrikanen belegt, falls man versteht, wie man historische Aufzeichnungen lesen muss“, sagte Goldenberg.

Viele Faktoren jenseits von Wasser- und Lufttemperaturen steuern die Bildung, Stärke und Lebensdauer von Hurrikanen, betonte Goldenberg. „Es gibt Wechselwirkungen mit dem Festland. Alle möglichen Faktoren spielen dabei eine Rolle. Es gab Jahre, in denen das Wasser des Atlantiks außerordentlich warm war, aber dennoch nur sehr geringe Hurrikan-Aktivität zu verzeichnen war, weil die atmosphärischen Bedingungen einfach nicht günstig waren für die Entwicklung dieser Stürme“.

Außerdem sprachen die Experten des Heartland Institutes Folgendes an: die Politisierung der Klimawissenschaft, damit die Regierung immer mehr die Wirtschaft kontrollieren kann; die Gefahren für die Armen, wenn sie keine fossilen Treibstoffe mehr verbrauchen dürfen; und die Tatsache, dass die heutigen Temperaturen im Gegensatz zu Behauptungen auf dem CGAS keineswegs die höchsten seit dem Ende der letzten Eiszeit waren.

Das Gremium zur wissenschaftlichen Widerlegung wurde von James Taylor und anderen Mitarbeitern am Heartland Institute in Zusammenarbeit mit dem Oakland Independent Institute innerhalb von weniger als drei Wochen organisiert. Trotz dieses kurzen Zeitrahmens erreichte dieses Gremium über 3000 Zuschauer auf dem Livestream. In der Washington Times und anderen Medien wurde darüber berichtet. Die Zuschauerzahl der Heartland-Widerlegung war um über 10% höher als dieselbe des CGAS. Und das, obwohl Brown ein ganzes Jahr der Planung gewidmet hatte, viele Millionen Dollar ausgab, eine massive PR-Kampagne lostrat und die Teilnahme vieler prominenter Politiker und Berühmtheiten auf die Beine gestellt hatte.

Quellen: The Heartland Institute; Global Climate Action Summit; The Washington Times

Übersetzt von Chris Frey EIKE