Meeres­spiegel-Trends, Anfangs­zeitpunkte und Daten-Verschie­bungen

Apra Harbor auf Guam

Die Aufzeichnung des Tidenmesspunktes Apra Harbor, Guam (hier) wurde jüngst analysiert von Parker & Ollier (2018). Dabei stellte sich heraus, dass der PSMSL nach den jüngsten Erdbeben nur einen von zwei Daten-Sprüngen erwähnt hat, und zwar den weniger bedeutenden in den Daten. Dieser Datensprung wurde dann von der NOAA herangezogen zur Berechnung der Anstiegsrate des Meeresspiegels seit den niedrigen ENSO-Gewässern [?]. Die Berechnung wird auch beeinträchtigt durch den nicht entdeckten Datensprung, welcher die Rate des Meeresspiegel-Anstiegs offensichtlich verstärkt.

Hier in Abbildung 1 ist die monatliche und mittlere jährliche Höhe des Meeresspiegels nach dem PSMSL gezeigt:


Abbildung 1: monatlicher (Quelle) und jährlicher (Quelle) mittlerer Meeresspiegel nach PSMSL.


Die NOAA schreibt hier:

Der Relative Meeresspiegel-Trend beträgt 5,04 Millimeter pro Jahr mit einem Vertrauensintervall von 95% von ±4,15 mm pro Jahr auf der Grundlage der monatlichen Daten des mittleren Meeresspiegels von 1993 bis 2017. Dies ist äquivalent mit einem Anstieg von ca. 50 cm innerhalb von 100 Jahren.

In Abbildung 2 wurde der saisonale Zyklus aus den Daten des mittleren Meeresspiegels entfernt.

Abbildung 2. Quelle: Meeressiegel-Trendanalyse der NOAA (hier)

Der Meeresspiegel bei Guam wurde jüngst analysiert von Parker & Ollier (2018). Das Ergebnis zeigt Abbildung 3 des monatliche mittleren Meeresspiegels:


Abbildung 3: Monatlicher mittlerer Meeresspiegel in Apra Harbor. (a) lineare Anassungen, (b) gleitendes Mittel über 12 Monate. Daten von www.psmsl.org, Bild von Parker & Ollier (2018)


Aus den Abbildungen 1, 2 und 3 geht hervor:

Während der Monate Januar und Februar 1993 zeigt sich eine 2 Monate lange Lücke vor dem Erdbeben vom August 1993, jedoch keine Lücke nach dem Erdbeben. Es gab keine Unterbrechung der Messungen nach dem Erdbeben vom August 1993. Der Verlauf vor und nach dem Erdbeben scheint nur gering unterschiedlich zu sein.

Es gibt eine breite Lücke von 14 Monaten von Dezember 1997 bis Februar 1999. Sie folgt auf das Erdbeben vom April 1997, beginnt jedoch erst 6 Monate später. Danach folgen noch zwei weitere Lücken, und zwar im Juni und Juli 1999 bzw. September bis November 1999. Im Grunde gab es von Dezember 1997 bis Dezember 1999 kaum oder überhaupt keine Messungen. Während der Verlauf vor sowie unmittelbar nach dem Erdbeben ähnlich zu sein scheint, scheint er sich sehr stark zu unterscheiden nach Wiederaufnahme der Messungen nach der 14 Monate langen Unterbrechung.

Der Relative Meeresspiegel ist kontinuierlich von Januar 1948 bis August 1993 gefallen, und zwar mit einer Rate von –1,08 mm pro Jahr.

Im August 1993 kam es wahrscheinlich zu einer Daten-Verschiebung um 20 bis 30 mm, und zwar nach dem Erdbeben 7.8 Mw Mag., IX MMI.

Im Februar 1999 bei Wiederaufnahme der Messungen nach der Pause von 14 Monaten nach dem Erdbeben 6.5 Mw Mag. VII MMI vom April 1997 ergibt sich der Eindruck einer sogar noch stärkeren Daten-Verschiebung von nicht weniger als 30 bis 40 mm.

Der PSMSL berichtet nun am 16. Oktober 2002:

Guam – geschätzte Landbewegung von 2 bis 3 cm im Jahre 1993 nach dem Erdbeben. Dann heißt es in einem PSMSL-Report vom 18. Juli 2011, dass die Stabilität der Tidenmessung ein Problem ist. „Die Betreiber des Tidenmesspunktes Guam, also das Centre for Operational Oceanographic Products and Services (CO-OPS), der NOAA angegliedert, merken an, dass es nach dem Erdbeben in Guam des Jahres 1993 zu einer Änderung des Meeresspiegel-Trends gekommen war. Die Stabilität der Tidenmessdaten nach dem Erdbeben ist daher bedenklich. CO-OPS überwacht den Messpunkt weiterhin“.

Überraschenderweise gibt es bei PSMSL keinerlei Erklärung, aus welchen Gründen die Messungen 14 Monate lang unterbrochen und warum diese Messungen nach dem Erdbeben vom April 1997 so erratisch waren.

Genauso überraschend wird seitens PSMSL nicht eine mögliche zweite Datenverschiebung erwähnt, zu welcher es den Daten zufolge sehr wahrscheinlich gekommen ist. Die Wahrscheinlichkeit hierfür ist deutlich höher als beim ersten Mal.

Seit Januar 1999 ist der Meeresspiegel kontinuierlich gesunken mit einer Rate von –1,15 mm pro Jahr.

Berücksichtigt man die beiden Daten-Verschiebungen um 30 mm vom September 1993 und weiterer 30 mm seit Februar 1999, sowie die Landabsenkungen, zeigt der absolute MSL bei vollständiger Trendbereinigung lediglich Oszillationen seit Januar 1948 (Parker & Ollier 2018).

Der Meeresspiegel ist sich über alle drei Perioden nahezu kontinuierlicher Messungen gesunken, separiert durch die beiden sehr wahrscheinlichen Datenverschiebungen (break points).

Jedes Verfahren des Alignments, in welchem break points zur Analyse von Zeitreihen herangezogen werden, wird die Größenordnung der beiden Datenverschiebungen belegen, sobald deren Existenz eingeräumt wird.

Eine Datenverschiebung gab es wahrscheinlich im August 1993, zur gleichen Zeit wie das Erdbeben, und dann nochmals vor Wiederaufnahme der Messungen im Februar 1999, also nach einer Lücke von 14 Monaten nach dem Erdbeben vom April 1997. Die beiden nicht berücksichtigten Datenverschiebungen machen 20 bis 30 mm aus und nicht weniger als 30 bis 40 mm.

Mit der Vernachlässigung der Daten vor 1993 wegen der „vermuteten Landbewegung von 2 bis 3 cm im Jahre 1993 nach dem Erdbeben“, wie es die NOAA praktiziert hat, und bei Vernachlässigung der Datenverschiebung vom Februar 1999, zeigt die Analyse der kurzen Reihe mit Beginn zum Zeitpunkt des niedrigen ENSO-Wasserniveaus aus Abbildung 2 eine erhebliche und offensichtliche Anstiegsrate über 5 mm pro Jahr.

Diese Anstiegsrate wird dann als Beweis verkauft für die im EPA-Pamphlet (hier) behauptete Beschleunigung des Meeresspiegel-Anstiegs, wo es heißt:

Der Meeresspiegel ist relativ zur Küstenlinie von Guam seit 1993 um etwa 4 Inches [ca. 10 cm] gestiegen. Falls sich Ozeane und Atmosphäre weiterhin erwärmen, wird der Meeresspiegel rund um Guam im nächsten Jahrhundert wahrscheinlich um ein bis drei Fuß [ca. 30 bis 90 cm] steigen. Dieser Anstieg lässt tief liegende Gebiete versinken, erodiert Strände und verschlimmert küstennahe Überschwemmungen durch Taifune und Tsunamis. Küstennahe Häuser und Infrastruktur werden immer öfter überschwemmt, weil auch Sturmfluten immer höher auflaufen. Häuser, Büros, Straßen und der Hafen von Guam sind verwundbar gegenüber den Auswirkungen von Stürmen und Meeresspiegel-Anstieg.

Es scheint ihnen nicht angemessen, eine klare Datenverschiebung im Jahre 1993 anzusprechen, während die offensichtlichere Datenverschiebung im Jahre 1998 vernachlässigt wird. Das soll den Standpunkt der NASA stützen, die Rate des Anstiegs in Guam nur unter Berücksichtigung der Daten seit 1993 zu berechnen, also bei niedrigen ENSO-Gewässern. Die Behauptung der EPA eines Anstiegs des Meeresspiegels um vier Inches seit 1993 scheint nicht gerade jene „solide“ Wissenschaft zu sein.

References
[1] Parker, A. & Ollier, C.D. (2017). Is the Sea Level Stable at Aden, Yemen?, Earth Systems and Environment, 1(2), p.18.
[2] Parker, A. & O’Sullivan, J., (2018), The Need of an Open, Fair Peer Review of Sea Levels Data, accepted paper, in press.
[3] Parker, A. & Ollier, C., (2018), The sea level of Guam, accepted paper, in press. Also www.preprints.org/manuscript/201803.0196/v1
Link: https://wattsupwiththat.com/2018/04/18/sea-level-trends-starting-points-and-datum-shifts/
Übersetzt von Chris Frey EIKE




Grüner Schock: Ganze Wälder werden vernichtet, nur um Biomasse in Gestalt von Holz-Pellets herzu­stellen

Behauptung des Senders Channel 4: Laubholzwälder abgeholzt, um das Drax-Kraftwerk zu beliefern

Brendan Montague, 16. April 2018

Ermittlungen haben Beweise erbracht, dass Laubwälder abgeholzt werden, um UK mit „grüner Energie“ zu versorgen. Experten zufolge handelt es sich dabei um ganze Habitate mit artenreichem Leben. Sie sind bedroht, weil die Kraftwerke in UK von der Kohle- zur Holzverbrennung übergehen.

Riesige Gebiete mit Laubwäldern im US-Bundesstaat Virginia fallen der Motorsäge zum Opfer, um „Biomasse“-Energie in UK zu erzeugen, und zwar im Zuge von Versuchen der Regierung, die Ziele bzgl. der Reduktion von Treibhausgasen zu erreichen. Dies geht aus Recherchen von Channel 4 hervor.

Eine Schlüsselrolle bei den Bemühungen der Regierung, ihre Ziele bzgl. grüner Energie zu erreichen, war der Übergang der Stromerzeugung von der Kohle- zur Holzverbrennung – oder zur so genannten Biomasse. Dies ist eine Politik, die den Steuerzahler mit über 700 Millionen Pfund pro Jahr zu stehen kommt, und zwar in Gestalt einer zusätzlichen Abgabe auf die Stromrechnungen.

Die Biomasse-Industrie und die Regierung machen geltend, dass weil Holz eine erneuerbare Energiequelle ist und Bäume neu angepflanzt werden können, diese Politik gut für die Umwelt ist.

Der Kraftwerks-Gigant behauptet, dass die Verbrennung von Holz anstatt Kohle Einsparungen bzgl. Kohlenstoff-Emissionen um über 80 Prozent bringt.

In diesem Zusammenhang führte Channel 4 ein einfaches Experiment durch an der University of Nottingham, um die emittierten Kohlendioxid-Mengen bei der Verbrennung von Holz bzw. Kohle zu vergleichen.

Dutzende Wissenschaftler

Dabei kam heraus, dass die Verbrennung einer bestimmten Menge Holz-Pellets zur Erzeugung der gleichen Strommenge wie bei der Verbrennung von Kohle tatsächlich etwa acht Prozent mehr Kohlenstoff emittiert wird.

Mehr: https://theecologist.org/2018/apr/16/hardwood-forests-cut-down-feed-drax-power-plant-channel-4-dispatches-claims

Wollen wir hoffen, dass die nächste entsprechende Untersuchung einem Spezial einer Windturbine gilt. Titel [übersetzt]: Wohin sind all unsere Vögel verschwunden?
Link: https://wattsupwiththat.com/2018/04/18/green-shock-entire-forests-being-murdered-to-produce-wood-pellet-biomass/
Übersetzt von Chris Frey EIKE




Bald wird Brüssel die Klimavor­gaben setzen und sanktio­nieren. Dann ist es vollkom­men egal, was Deutsch­land entschei­det

Der EU-Kommission werden direkte Eingriffsrechte in nationale Energie- und Klimastrategien gewährt

Die den Länderparlamenten entzogenen Brüsseler Autokraten sind (mit Unterstützung durch Deutschland) konsequent weiter dabei, Länderhoheiten auszuhebeln. Und so ist es bald nicht mehr eine nationale, sondern EU-Vorschrift, die Welt vor dem Klima zu retten.
Und wer es dann nicht EU-vorschriftsgemäß durchführt, bekommt Sanktionen. Es wird mindestens ein Land in der EU geben, welches auch diese Vorgaben der EU akribisch umsetzt und einhält. Damit die Statisten von Abgeordneten im Parlament nicht noch dagegen „Mauern“, wurde im Koalitionsvertrag wurde extra bekräftigt, dass die GroKo EU-Vorgaben 1:1 umsetzt und das nationale Parlament dann nichts mehr zu sagen hat.
Und es wird Länder geben, welche dadurch (ihre geforderten) Vorteile bekommen: Frankreich kann seine Atomkraft behalten, doch Deutschland muss auf Vorgabe der EU alle Kohlekraftwerke abschalten.
BMWi, Staatssekretär Rainer Baake: [1] … „Das vom Energierat beschlossene Paket „Saubere Energie für alle Europäer“ ist ein Meilenstein. Es gestaltet fast den gesamten europäischen Energierahmen neu … Neue Kohlekraftwerke dürfen an diesen Kapazitätsmärkten ab Ende 2025 und Bestandsanlagen ab Ende 2030 nicht mehr teilnehmen …
Kernelement sind integrierte nationale Energie- und Klimapläne aller 28 Mitgliedstaaten und darüber hinaus ein Mechanismus für den Fall, dass die freiwilligen Beiträge der Mitgliedstaaten nicht ausreichen, um die EU-Ziele zu erreichen …
Staatssekretär Baake: „Ich freue mich, dass wir jetzt klare Spielregeln verabredet haben, wie wir gemeinsam die beschlossenen EU-Ziele auch tatsächlich erreichen. Die Bedeutung der neuen Governance für die Energieunion geht aber über die Erfüllung der 2030-Energie-und Klimaziele hinaus. Erstmals gibt sich hier einer der größten Wirtschaftsräume der Welt einen gemeinsamen Plan, wie die Mitgliedstaaten zur langfristigen Dekarbonisierung und Versorgungssicherheit Europas beitragen wollen.

Ob das (bei dann weiter steigenden Preisen) und bis tief in persönliche Bereiche hinein greifenden Restriktionen dem Volk wirklich gefallen wird, weiß man noch nicht, doch unsere Umweltverbände werden jubeln.

EU Vorgabe: Die Zahl der von Energiearmut betroffenen Menschen ist zu erheben, deren Unterstützung hat aber in fünf Jahren auszulaufen

Dem Gewerkschaftsbund ist dabei etwas mulmig zumute. Aber Opposition traut er sich nicht, nach dem Motto: Am Besten hat es ein Märtyrer, der seine Taten überlebt und sich später in deren Glanz sonnen kann.
Dabei hat er Schwachstellen gut erkannt:
– Deutschland wird immer mehr von der EU am Parlament vorbei zwangsgesteuert,
– der Haushaltsstrom wird durch die neuen Tarifgestaltungen vor allem noch teurer,
– Deutschland muss künftig von seinem Geld Projekte im Ausland (zwangs-)finanzieren,
– national darf keine „Wettbewerbsverzerrung“ erfolgen, indem zum Beispiel Strom für ärmere Haushalte subventioniert wird,
– Frankreich profitiert mit seinen Kernkraftwerken überproportional.
DGB,
25.09.2017: [2] Europa Saubere Energie für alle Europäer-Innen Das Energiepaket der Europäischen Kommission
In beiden Fällen hatte sich die Mehrheit der Mitgliedstaaten gegen nationale verbindliche Ziele ausgesprochen. Stattdessen soll die Erreichung des EU-weiten Zieles durch eine „Governance-Verordnung“ abgesichert werden. Danach werden der EU-Kommission direkte Eingriffsrechte in nationale Energie- und Klimastrategien gewährt, ergänzt durch „delegierte Rechtsakte“, die keine Mitbestimmung des EU-Parlamentes vorsehen. Eine deutliche Stärkung der EU-Exekutive also.
Die Vorstellung der EU-Kommission, wonach private Haushalte quasi zu „Strombörse-Händler-Innen“ werden und ihren Verbrauch in 15-Minuten-Intervallen flexibel an das schwankende Stromangebot anpassen, spiegelt aber nicht die Realität und den Alltag der Menschen wider. Die überwiegende Mehrheit der Haushaltskund-Innen kann die Vorteile zeitabhängiger, flexibler Strompreise nicht nützen und müssen künftig höhere Strompreise bezahlen, wenn sie in Zeiten hoher Stromnachfrage, wie am Morgen oder in den frühen Abendstunden, den meisten Strom benötigen.
Die EU-Kommission möchte die nationaleren Fördersysteme für den Ausbau von erneuerbaren Energie-Erzeugungsanlagen auch für grenzüberschreitende Projekte öffnen. Damit
könnten Fördergelder, die von den Stromverbraucher-Innen in einem Mitgliedstaat aufgebracht werden, für den Bau von Photovoltaik- oder Windkraftanlagen in anderen EU-Ländern eingesetzt werden.
Positiv ist die Verpflichtung der Mitgliedstaaten, die Zahl der von Energiearmut betroffenen Menschen zu erheben. Eine zentrale Voraussetzung, um zielgerichtet Maßnahmen ergreifen zu können. Bedauerlich ist allerdings, dass immer noch klarere Vorgaben zu effektiven Maßnahmen gegen Energiearmut fehlen, und
dass der Einsatz von Instrumenten zu ihrer Bekämpfung, wie etwa regulierte Preise eingeschränkt wird. Für energiearme Haushalte müssen diese in fünf Jahren auslaufen.
Last but not least: Kritisch zu bewerten ist die Berücksichtigung von Atomenergie zur Erreichung der EU-Klima- und Energieziele.

Deutschlands Abgeordnete lassen sich widerspruchslos entmachten

Deutschland hat eine vergleichsweise überbordende „Abgeordnetendichte“:
China: 427.000 Einwohner/Volkskongressabgeornetem
USA: 610.000 Einwohner/Kongressabgeordneten, zzgl. Senatoren
Deutschland: 117.000 Einwohner/Bundestagsabgeordnetem

Trotzdem scheint es unseren Abgeordneten zu viel Arbeit geworden zu sein, das Volk zu vertreten. Und so wurde Entlastung ersonnen, indem man die Souveränität an Brüssel abgibt und sich von dort (ohne parlamentarische Einflussnahme) vorschreiben lässt, was Deutschland machen darf und zu machen hat. Damit nicht jemand anfängt, darüber Diskussionen anzuzetteln, haben die GroKo-Parteien es gleich vertraglich festgelegt:
[3] Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD, 19. Legislaturperiode:
Zeile 2549 … eine konsequente 1:1-Umsetzung von EUVorgaben.
Zeile 2910 … EU-Regelungen werden wir 1:1 umsetzen
Zeile 6455 … EU-Recht setzen wir 1:1 um

Wie ist das mit dem Grundgesetz, Artikel 20 (2) vereinbar?

Screenshot

Nachtrag

Soeben kam die Information einer Rede unseres neuen Wirtschaftsministers auf der internationalen Energiewende-Konferenz in Berlin:
WELT
17.04.2018: Altmaier akzeptiert den wahren Zustand der Energiewende
In dieser Rede soll die Nachsprechpuppe der Kanzlerin „Bewegendes“ über die Deutsche Energiewende gesagt haben, indem er so etwas wie einen Realitätssinn äußerte.
Was er aber auch gesagt hat:Die Energiewende wird nur überleben, wenn sie global wird“ … Sie sei „keine Lösung für einzelne Länder.“
Überspitzt heißt das: Die Deutsche Energiewende ist so bescheuert, dass sie nur überlebt werden kann, wenn die Länder drum herum diese „Bescheuerung“ mitmachen. Nur unter gleich Blinden kann der Einäugige besser überleben.
Wie man sieht, hilf nun die EU aus diesem Desaster.
Eine Frage stellt sich dabei sofort: Was hat Deutschland „der EU“ dafür hintenrum wieder versprochen?

Quellen
[1] BMWi: Staatssekretär Baake zu den Ergebnissen des gestrigen Energierats in Brüssel – 28 EU-Energieminister stellen Weichen auf europäische Energiewende
[2] DGB, 25.09.2017: Europa Saubere Energie für alle Europäer-Innen Das Energiepaket der Europäischen Kommission
[3] Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD, 19. Legislaturperiode: Ein neuer Aufbruch für Europa Eine neue Dynamik für Deutschland Ein neuer Zusammenhalt für unser Land




Neue Studie: Batterie-Speiche­rung „keine ökono­mische Perspek­tive“

Allerdings enthüllt eine neue, von der Global Warming Policy Foundation (GWPF) veröffentlichte Studie, dass die Verbraucher Gefahr laufen, geprellt zu werden. Der Autor der Studie, der Energie-Ingenieur Dr. Capell Aris, hat die Ökonomie der Batteriespeicherung untersucht und herausgefunden, dass deren hohe Kosten in UK bedeuten, dass sie sich niemals rentieren werden. Er erklärt:

„Der Preis für die Batterien ist relativ hoch, aber die möglichen Einsparungen, wenn man sie einer Solar-Installation auf dem Dach zuschaltet, sind ziemlich begrenzt, vor allem als Bestandteil der normalen Stromrechnung. Führt man eine Kosten-Nutzen-Analyse durch, wird schnell klar, dass diese Batterien reine Geldverschwendung sind“.

Dies könnte sich ändern, falls der Preis der Batterien dramatisch sinken würde, aber die Lücke zwischen Kosten und Nutzen ist derzeit so riesig, dass ein solcher Preisrückgang in naher Zukunft sehr unwahrscheinlich ist. Aris erklärt weiter:

„Es gibt keinen Zweifel, dass die Batteriepreise sinken werden, aber selbst bei optimistischsten Schätzungen müssten die Preise um mindestens 50% sinken, um die Batterien rentabel zu machen. Soll damit ein Gewinn erwirtschaftet werden, muss der Preis sogar noch stärker sinken.Dass es dazu demnächst kommen wird, ist nicht erkennbar. Batteriespeicher für Solaranlagen auf dem Dach sind einfach keine ökonomische Perspektive, und das wird höchstwahrscheinlich so bleiben.

[Bemerkung des Übersetzers: Dies erinnert mich stark an das sog. „Kosten-Energie-Äquivalentgesetz“ von Dr. Heinz Schütte, wenn ich dieses richtig verstanden habe. Das jedoch hat er schon vor einigen Jahren veröffentlicht.]

Die ganze Studie (PDF) steht hier.




Fracking, Brexit und eine Öl- und Gas-Goldgrube

Das britische Erkundungs- und Produktions-Unternehmen Cuadrilla und andere haben lange dafür gekämpft, ernsthaft mit dem Abbau von Schieferöl und -gas in UK beginnen zu können. Die britischen Schiefer-Reserven sind massiv, und in vielen Gebieten der Nation sind reiche Öl- und Gasvorkommen in Sedimenten gebunden, vor allem in Lancashire und Yorkshire. Das British Geological Survey schätzt, dass das Bowland-Becken 1300 Billionen Kubikfuß Gas enthält. Fast 70 Bohrungen haben bereits begonnen. Die Reserven sind riesig.

Selbst falls wir nur ein Zehntel extrahieren können – und Fracking-Unternehmen in den USA erzielen bessere Ergebnisse – würde der Bedarf an Gas in UK ein halbes Jahrhundert lang gedeckt werden können“, schreibt Ambrose Evans-Prithard im Telegraph. Im gleichen Artikel wird der geschäftsführende Direktor von Cuadrilla mit den Worten zitiert: „Wir haben gerade das Gestein durchbohrt, und tatsächlich geht das Ergebnis noch über unsere Erwartungen hinaus. Es ist eine gewaltige Ressource. Das könnte bis mindestens zum Jahr 2050 reichen“.

UK war einst ein Energie-Exporteur bis zum Jahr 2003. Danach wurde das Land zum Importeur, und zwar durch die Politik der Regierung von Tony Blair und gestützt durch die Opposition der Grünen.

Diese Unfähigkeit, mit der britischen Energieversorgung umzugehen, hat bis vor Kurzem zu einer kostspieligen und bedrohlichen Energie-Versorgungslage geführt, bis die UK-Regierung grünes Licht für den Beginn von Bohrungen gegeben hat. Die Energieindustrie hat Ende der achtziger Jahre noch 10% des BIP ausgemacht, heute sind es gerade noch 2%. In der Zwischenzeit ist UK zum Energie-Importeur geworden und musste die auf dem internationalen Markt üblichen Energiepreise bezahlen.


Seit diesem Rückgang befand sich die Energieversorgung in UK sowie der Handel im Ungleichgewicht. UK begann mit Energieimporten zu einer Zeit, als die Vorräte abnahmen und die Preise hoch waren. Detailliert wird dies alles in diesem Report [pdf] aus dem Jahr 2017 beschrieben.

Die Behinderungen der Energieversorgung waren aber auch eine Folge des politischen Diktats der EU. UK wurde bei der Erschließung seiner großen Fracking-Reserven behindert, und zwar durch die Politik der EU ebenso wie durch die der Grünen. Die EU-Politik hat inzwischen dazu geführt, dass die EU gefährlich abhängig ist von Lieferungen aus Russland. Die EU hat erst vor Kurzem begonnen, seine Versorgung zu diversifizieren. Im Zuge dieser Diversifizierung wurde die Errichtung von Import-Terminals in Litauen und anderswo genehmigt, um LNG [Flüssiggas] nach Europa zu importieren. Nicht enthalten sind jedoch Genehmigungen für Fracking.

Ein Vorteil des Austritts von UK aus der EU wird die Erschließung von Energie-Ressourcen durch Fracking sein, welche auf den Markt geworfen werden, sowie die immensen kollateralen Vorteile einer heimischen Energieversorgung zu bezahlbaren Preisen. Darin eingeschlossen ist die Schaffung von Arbeitsplätzen für Bohrungen, Transport und Speicherung von Öl und Gas ebenso wie die Erzeugung eines aufkeimenden Marktes für Stahl-Pipelines, Speichertanks, chemische Verarbeitung der Rohstoffe Öl und Gas sowie eine Export-Industrie in die EU – neben vielem Anderen.

Eine neue Generation von Tankschiffen muss gebaut werden, um das Flüssiggas zu verschiffen, zusammen mit Speicherkapazitäten, wenn die Schiffe Häfen in Europa und UK erreichen. Kohlekraftwerke können ihren Betrieb schrittweise einstellen und umgebaut werden zu Gasspeichern. Studien aus jüngerer Zeit haben gezeigt, dass der Umstieg von Kohle auf Gas die Emissionen um zwei Drittel senken kann.

Der Trend zum Gasverbrauch als Energiequelle hat bereits den europäischen Energiemarkt verändert; allerdings zum größten Teil durch importierte Energie.

[OECDMIX (IEA)]

In UK gibt es derzeit ein großes heimisches Pipeline-System, welches über 21.000 Meilen lang ist. Damit wäre es ein Leichtes, das durch Fracking gewonnene Gas im gesamten Land zu verteilen. Große internationale Pipelines gestatten den Transfer von Gas in die EU, ohne dass man zu Flüssiggas übergehen muss. Damit wäre man auch wettbewerbsfähig gegenüber Gas aus Russland und den USA.
Brexit und Fracking
In den USA hat sich gezeigt, dass der glückliche Zufall der Entdeckung von Fracking viele Arbeitsplätze in Geschäften und Einzelhandel vor Ort geschaffen hat. Große Investitionen in Fabriken und Raffinerien wurden dezentralisiert im Bereich der Energieerzeugung, und selbst die Verlegung von Glasfaserkabeln zusammen mit den neuen Pipelines haben ein umfangreiches Netzwerk ländlicher Internet-Verbindungen geschaffen.

Die UK-Regierung hat ein Programm entwickelt, um lokale Gemeinden zu belohnen, in denen Bohrungen erfolgen, sowie einen Entwurf für einen Shale Wealth Fund um sicherzustellen, dass lokale Gemeinden direkt durch das Fracking in ihrer Nachbarschaft profitieren können. Eine Fracking-Goldgrube kann zu erheblichem Nutzen für alle Bürger und lokalen Gemeinden in UK führen.

UK steht mittlerweile am Rande einer industriellen Entwicklung, welche das Schicksal des Landes außerhalb der EU dramatisch beleben kann. Zum Zeitpunkt des Austritts von UK aus der EU und der „Implementierungs“-Phase der Fracking-Industrie wird es bereits realen Nutzen für das Land geben. Die EU könnte zu der Erkenntnis kommen, dass die EU UK viel mehr braucht als UK die EU.

Im Zuge der Versuche, sich aus der Abhängigkeit von Öl und Gas aus Russland zu befreien, kann die Energieversorgung in UK einen großen politischen Faktor darstellen hinsichtlich der Verfügbarkeit einer zuverlässigen alternativen Energiequelle.

Der ganze Beitrag steht hier.

Link: https://www.thegwpf.com/fracking-brexit-and-an-oil-and-shale-gas-bonanza/
Übersetzt von Chris Frey EIKE