Trumps Entschei­dung bzgl. Paris nach einem Jahr: sieht immer besser aus!

Der Klimawissenschaftler James Hansen nannte es einen „echten Betrug“. Präsident Trump nannte es eine „massive Umverteilung des Wohlstandes der USA hin zu anderen Ländern“. Und in einem Punkt stimmt dieses denkwürdige Paar aus einem alarmistischen Wissenschaftler und einem skeptischen Politiker überein: Bei dem von Obama geführten Pariser Klima-Abkommen ging es ausschließlich um Lobby-Arbeit und Image-Pflege, nicht um Klimawandel.

Trumps Entscheidung erscheint ein Jahr später als mutig, brillant und richtig. Und sie wird immer besser dastehen, wenn die übrige Welt mit dem Auseinanderdriften von dem, was ökonomische Koordination und Fortschritt einerseits erfordern und dem, was Betonkopf-Bürokraten wünschen andererseits.

Verbraucher wünschen sich die preiswerte, immer ausreichend zur Verfügung stehende und zuverlässige Energie. Steuerzahler favorisieren Neutralität und wollen nicht involviert werden. Und Regierungen auf der ganzen Welt müssen ihre limitierten Ressourcen mit den realen Problemen hier und jetzt verbinden, und nicht mit spekulativen, entfernten und unlösbaren Problemen. In dieser Hinsicht ist die Entscheidung zum Rückzug aus dem Abkommen pro Welt und lässt nur parasitäre Bürokraten im Regen stehen.

Das Abkommen

Was genau ist nun das Paris-Abkommen? Nach den Worten des Sponsors, also den UN:

Das Paris-Abkommen verpflichtet alle Beteiligten, ihre Bemühungen zu maximieren, um menschliche Treibhausgase zu reduzieren mittels national festgelegter Beiträge und diese Bemühungen während der kommenden Jahre noch zu verstärken. Darin enthalten ist die Erfordernis, dass alle Beteiligten regelmäßig Berichte bzgl. ihrer Emissionen und ihrer Bemühungen zur Umsetzung abliefern.

Das Ziel des Abkommens ist es, den Anstieg der globalen Temperaturen auf 2°C zu begrenzen – und sogar zu versuchen, diesen auf 1,5°C zu begrenzen – jeweils im Vergleich mit dem vorindustriellen Niveau. Die höchst fragwürdige Hypothese lautet, dass die Temperaturen anderenfalls dieses Niveau aufgrund menschlicher Aktivitäten übersteigen werden.

Das Abkommen ist notwendigerweise freiwillig und eine Absichtserklärung für jeden Unterzeichner. Aber es ist bindend für alle Bürger dahingehend, dass jede teilhabende Nation in seinen eigenen Energiemarkt intervenieren darf, um CO2-Emissionen zu reduzieren, ebenso wie Methan und andere anthropogene Treibhausgase – egal, was das kostet und welche Lasten darob anfallen.

In den USA spielte Präsident Barack Obama die interventionistischen Züge herunter und tat so, als ob dies zur Erfüllung des Paris-Abkommens nötig war. Es wurde zu seinen Bedingungen im November 2016 ratifiziert. Die USA stünden fest zu ihren Emissions-Reduktionen, während der Rest der Welt viel Freiheiten in dieser Hinsicht hatte. Und es waren auch die USA, welche die meisten Gelder an den im Abkommen genannten „Grünen Fonds“ zahlten, um ärmere Nationen bei ihren erzwungenen Bemühungen zu einer Energiewende zu helfen.

Trumps Begründung

Das Statement von Präsident Trump vor einem Jahr zum Rückzug aus dem Paris-Abkommen umfasste 2500 Wörter. Daraus hier einige Höhepunkte:

Die Erfüllung der Bestimmungen des Paris-Abkommen und die Einhaltung der drückenden Energie-Restriktionen würde in den USA 2,7 Millionen Arbeitsplätze vernichten bis zum Jahr 2025, jedenfalls nach den National Economic Research Associates.

China darf seine Emissionen noch atemberaubende weitere 13 Jahre lang steigen lassen – wir aber nicht. Indien macht seine Teilnahme von Milliarden über Milliarden über Milliarden Dollar abhängig im Rahmen von Entwicklungshilfe, zu zahlen von entwickelten Nationen.

China darf Hunderte weitere Kohlekraftwerke errichten. Wir jedoch dürfen diese Kraftwerke nicht bauen, wenn man diesem Abkommen folgt. Indien darf seine Kohleproduktion noch bis zum Jahr 2020 verdoppeln … sogar Europa darf noch weitere Kohlekraftwerke bauen.

Selbst wenn das Paris-Abkommen in vollem Umfang von allen Ländern umgesetzt werden würde, würde daraus lediglich eine Reduktion der globalen Temperatur um zwei Zehntelgrad Celsius – man lasse sich das auf der Zunge zergehen: zwei Zehntelgrad Celsius – Reduktion der globalen Temperatur bis zum Jahr 2100 resultieren … die Wahrheit ist, dass 14 Tage der Emissionen von China alle Fortschritte von den USA auslöschen würde – im Jahre 2030!

Der Grüne Fonds (des Paris-Abkommens) würde wahrscheinlich die USA verpflichten, potentiell Zehner Milliarden Dollar aufzubringen, wovon die USA bereits über 1 Milliarde gezahlt haben … Im Jahre 2015 hat der Direktor des Green Climate Fund dem Vernehmen nach festgestellt, dass sich der geschätzte Finanzbedarf nach dem Jahr 2020 auf 450 Milliarden Dollar pro Jahr steigern wird. Und niemand weiß bis auf den heutigen Tag, wohin das ganze Geld fließen wird.

Die Risiken des Paris-Abkommens steigen, weil bisher in der Historie diese Abkommen lediglich dazu neigen, mit der Zeit immer ambitionierter zu werden. Mit anderen Worten, das Pariser Rahmenwerk ist ein Anfangspunkt – so schlimm das auch ist – und nicht ein Endpunkt.

Der Ausstieg aus dem Abkommen schützt die USA vor zukünftigen Einmischungen in die Souveränität der USA von außen und vor massiven zukünftigen gesetzlichen Belastungen. Glauben Sie mir, wir hätten massive Belastungen, falls wir uns nicht zurückziehen würden.

Schlussfolgerungen

Der Widerstand gegen das Paris-Abkommen ist nur immer stärker geworden, richten sich doch dessen wertlose Wörter, wie Hansen sie nennt, gegen die Realität einer Business-As-Usual-Energiewelt. China und Indien steigen groß in Kohle ein. Die CO2-Emissionen der EU steigen. Und eine global verbundene Erdgas-Welt, welche aus dem Schiefergas-Boom hervorgeht, bedeutet noch Jahrzehnte lang eine Zukunft fossiler Treibstoffe.

„Der Präsident hat eine außerordentlich mutige Entscheidung getroffen, indem er sagte, dass wir uns aus dem Paris-Abkommen zurückziehen, Amerika an die erste Stelle setzen und sicherstellen, dass wir mit Taten vorangehen und nicht mit Worten“, sagte der Leiter der EPA Scott Pruitt. Trumps Statement geht in die Annalen der jüngeren Geschichte ein als einer der größten energiepolitischen Momente. Es steht damit in einer Linie mit der oil price-and-allocation decontrol-Anordnung von Präsident Reagan, welche die Energiekrise von Nixon bis Carter beendete.

Möge das Paris-Abkommen weiter abgewickelt werden und den gleichen Weg nehmen wie das vom Unglück verfolgte Kyoto-Protokoll aus dem Jahr 1997. Und mögen Energieverbraucher und Steuerzahler gewinnen und die Welt, nicht nur die USA, wieder groß machen.

Link: https://wattsupwiththat.com/2018/06/trumps-paris-decision-one-year-later-looking-better-and-better/
Übersetzt von Chris Frey EIKE
Anmerkung des Übersetzers: Wie immer bei WUWT gibt es zum Beitrag zahlreiche Kommentare. Diese sind zu diesem Beitrag vielfach sehr interessant. Offenbar hat der Autor bei vielen Amerikanern weit offen stehende Türen eingerannt!




Nun über­schwemmt der Klima­wandel bereits unsere Städte. Alter­nativ: Hat Deutsch­land kein Geld mehr, um sich gegen normale (Un-)Wetter zu schützen?

Wuppertal steht wegen des Klimawandels komplett unter Wasser

[1] WELT Panorama 30.05.2018: … „In Wuppertal steht die komplette Stadt unter Wasser“, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes am späten Nachmittag in Essen. Er schätzte, dass dort in kurzer Zeit mehr als 40 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen waren … Wassereinbrüche in Kellern gab es auch im Raum Monschau. In Duisburg lief Wasser in den Keller des Polizeipräsidiums, wie die Beamten via Twitter mitteilten … Auch in anderen Teilen Nordrhein-Westfalens war der Bahnverkehr beeinträchtigt. Verspätungen gab es etwa in den Regionen Duisburg, Oberhausen, Gelsenkirchen, Aachen sowie im Kreis Euskirchen. Auch im Raum Hilden warteten die Züge zeitweise an Bahnhöfen. Bei Nettersheim wurde die Autobahn 1 überschwemmt. Zeitweise musste die Fahrbahn in Richtung Blankenheim gesperrt werden.
Ergänzend dazu zwei Berichte. Einmal vom ZDF (welches unser Bundespräsident für seine Untertanen empfiehlt, da es ausschließlich seriös berichten würde):
ZDF Katja Horneffer, ZDF-Wetterteam 30.05.2018: [5] 2016 Braunsbach – 2018 Wuppertal – Wenn verrücktes Wetter normal wird
Einzelne Unwetter, sagen Klima-Experten häufig, haben nicht unbedingt was mit dem Klima zu tun. Die verheerenden Mai-Unwetter dieses Jahr haben das aber sehr wohl … Erinnert sich noch jemand: vor zwei Jahren, Ende Mai? Braunsbach in Baden-Württemberg oder Simbach am Inn? Schwere Gewitter lösten Flutwellen aus.
Ist das der Klimawandel?
Und wie immer kommt die Frage: Ist das noch normal? Die Antwort lautet schlicht und einfach: Nein, das ist nicht normal. Klar kommen Unwetter dieser Größenordnung schon mal vor. Aber in dieser Häufung eher selten. Und diese Häufung ist nun genau das, was wir im Zuge der immer wärmeren Atmosphäre erwarten können.

Und dann von der „Westdeutschen Zeitung“. Etwas differenzierend und vor allem mit einer Fachfrau vom DWD, welche sich nicht auf den „Klimawandelzirkus“ einlässt:
WESTDEUTSCHE ZEITUNG, 30. Mai 2018: Wuppertal Unwetter in NRW: Deshalb hat es Wuppertal so heftig erwischt
In Wuppertal fiel am Dienstag so viel Regen, wie sonst in ein oder zwei Monaten.
Das Unwetter von Dienstag wird weitreichende Folgen haben, Stadt und Bewohner lange beschäftigen. Aber wie ist es entstanden und wird so etwas in Zukunft öfter passieren wegen des Klimawandels? Darüber sprachen wir mit der Diplom-Meteorologin Ulrike Zenker vom Deutschen Wetterdienst in Essen.
Wie schätzen sie das Unwetter von Dienstag ein?
Zenker: Aus meteorologischer Sicht war das ein extrem heftiger Starkregen. Das sind Regenmengen von mehr als 40 Liter pro Quadratmeter in der Stunde oder mehr als 60 in sechs Stunden. Mit knapp 80 Litern in etwa eineinhalb Stunden war das in Wuppertal definitiv der Fall …
Woran liegt das? Klimawandel?
Zenker: Solche extrem heftigen Starkregen kommen schon öfter vor. Ganz ungewöhnlich ist so etwas nicht. Wobei sie mittlerweile öfter passieren. Da spielt der Klimawandel sicher eine Rolle. Aber es ist schwierig jedes Unwetter damit zu begründen …
Zenker: Wie gesagt: solche Ereignisse kommen öfter vor – in ganz Deutschland. Für Wuppertal und dass es genau Wuppertal trifft, ist ganz bestimmt ungewöhnlich. Aber es ist eben eine Frage, wo solche Wetterereignisse passieren und wie dicht die Gebiete besiedelt sind, wie sehr sie verbaut sind. In Regionen mit mehr Grünflächen, auf denen das Wasser sich verteilen kann, hätte es solche Schäden und solche Bilder eben nicht gegeben …

Dabei zeigt sich in NRW laut Bericht der Landesregierung gar kein Klimawandel …

Was danach aussieht, sind die enormen Wärmeinseleffekte der dortigen Urbanisationen. Man wüsste es nicht, wenn man es nicht selbst gelesen hätte:
[2] EIKE 03.05.2018: Klima, wir handeln! Leider weiter ohne Sinn und Verstand. Oder: Klimaschutz (nicht nur) in NRW gibt Rätsel auf
Daraus das Bild der Starkregenereignisse in NRW seit 1950: Es zeigt nirgends eine Verstärkung von Starkniederschlag.

Bild 1 [4] NRW, Anzahl der Tage mit Starkniederschlägen seit 1950. Grafik vom Autor ergänzt

Doch wie kommt der Wetterexperte des ZDF dann auf seine Aussagen:
ZDF: [5] … Die verheerenden Mai-Unwetter dieses Jahr haben das aber sehr wohl … Erinnert sich noch jemand: vor zwei Jahren, Ende Mai? Braunsbach in Baden-Württemberg oder Simbach am Inn? Schwere Gewitter lösten Flutwellen aus.
Ist das der Klimawandel? … Und wie immer kommt die Frage: Ist das noch normal? Die Antwort lautet schlicht und einfach: Nein, das ist nicht normal.

Wer zu wissen glaubt , wann ein Unwetter „nicht normal“ ist, weiß nichts

Ins Grübeln kommt man bei der ZDF-Fachinformation zu Braunsbach und Simbach. Weiß der ZDF-Fachmann immer noch nicht, dass beide verheerenden Flutwellen die Folgen menschlichen Versagens – und keinesfalls eines „Klimawandels“ – waren?
Zu Braunsbach: EIKE 31.01.2018: Endlosschleife Klimaangst
Zu Simbach: EIKE 24.01.2017: Jahrtausendhochwasser am 01.06.2016 in Simbach – so entstehen Menetekel des Klimawandels
Oder will er es gar nicht wissen, weil er dann etwas anderes, als die politisch genehme Darstellung vermitteln müsste?
Es wird jedenfalls interessant, nachzusehen, wie die Daten der von den letzten Unwettern betroffenen Gegenden in NRW aussehen und ob diese Belege für die Aussage des ZDF-Fachmannes liefern.

Verläufe der täglichen Niederschläge der betroffenen Gegenden in Nordrhein-Westfalen

Der Autor hat sich wieder die Mühe gemacht und aus der Datenbank des Deutschen Wetterdienstes langfristige Verlaufsdaten geladen und aufbereitet. Leider sind die Hinterlegungen für NRW ziemlich chaotisch und nur wenige bis aktuell reichende Langzeitreihen verfügbar. Von einigen der betroffenen Orte fanden sich auch keine direkt an den Orten liegenden.
Es sind die Momente, wo sich der Autor fragt: Wenn es selbst in Deutschland so wenig brauchbare Langzeitdaten gibt, um historische Vergleiche durchführen zu können (wobei hier ca. 1940 schon als langer Zeitraum gemeint ist), wie „schaffen“ es dann nur die „Klimaexperten“ der Entwicklungsländer beim IPCC, den Klimawandel für ihre Länder zu „belegen“, wenn dafür noch weniger (oft gar keine) Daten vorliegen. Drei Mal darf man raten.
Jedenfalls dürften die folgenden Grafiken die besonders stark betroffenen Gegenden ausreichend repräsentieren,
um sich ergänzend zur Grafik von Bild 1 ein detaillierteres Bild zu machen, reicht die „Ausbeute“ auf jeden Fall.
Bitte beachten, dass alle Grafiken den schlimmen, 30. Mai beinhalten.

Bild 2 NRW Wuppertal-Buchenhofen. Tagesniederschlag 1937 – 30.05.2018. Grafik vom Autor anhand der DWD-Daten erstellt.


Bild 3 NRW Wuppertal-Buchenhofen. Tage mit Niederschlag >30 mm. Gleitender Jahreswert der Anzahl solcher Tage im Zeitraum 1937 – 30.05.2018. Grafik vom Autor anhand der DWD-Daten erstellt.


Bild 4 NRW Gelsenkirchen-Buer. Tagesniederschlag 1941 – 30.05.2018. Grafik vom Autor anhand der DWD-Daten erstellt.


Bild 5 NRW Gelsenkirchen-Buer. Tage mit Niederschlag >30 mm. Gleitender Jahreswert der Anzahl solcher Tage im Zeitraum 1941 – 30.05.2018. Grafik vom Autor anhand der DWD-Daten erstellt


Bild 6 NRW Monschau-Kalterherberg. Tagesniederschlag 1941 – 30.05.2018. Grafik vom Autor anhand der DWD-Daten erstellt.


Bild 7 NRW Monscha-Kalterherberg. Tage mit Niederschlag >30 mm. Gleitender Jahreswert der Anzahl solcher Tage im Zeitraum 1941 – 30.05.2018. Grafik vom Autor anhand der DWD-Daten erstellt.


Bild 8 NRW Aachen. Tagesniederschlag 1891 – 30.05.2018. Grafik vom Autor anhand von zwei DWD-Datensätzen erstellt.


Bild 9 NRW Aachen. Tage mit Niederschlag >30 mm. Gleitender Jahreswert der Anzahl solcher Tage im Zeitraum 1891 – 30.05.2018. Grafik vom Autor anhand der DWD-Daten erstellt.


Bild 10 NRW Duisburg. Tage mit Niederschlag >30 mm. Gleitender Jahreswert der Anzahl solcher Tage im Zeitraum 1951 – 30.05.2018. Grafik vom Autor anhand von drei DWD-Datensätzen erstellt.


Bild 11 NRW Duisburg. Tage mit Niederschlag >30 mm. Gleitender Jahreswert der Anzahl solcher Tage im Zeitraum 1951 – 30.05.2018. Grafik vom Autor anhand der DWD-Daten erstellt.


Bild 12 NRW Salzuflen Bad. Tagesniederschlag 1935 – 30.05.2018. Grafik vom Autor anhand der DWD-Daten erstellt.


Bild 13 NRW Salzuflen Bad. Tage mit Niederschlag >30 mm. Gleitender Jahreswert der Anzahl solcher Tage im Zeitraum 1935 – 30.05.2018. Grafik vom Autor anhand der DWD-Daten erstellt.

Korrelieren höhere Temperaturen und Niederschlag wirklich?

Nun noch eine Korrelationsbetrachtung. Im folgenden Bild sind für den Frühling Temperaturverlauf und Niederschlag gezeigt. Wer genauer hinsieht, stellt fest: Wurde es kälter, stieg der Niederschlag, wurde es wärmer, wurde der Niederschlag geringer. Seit über 30 Jahren – also über einen meteorologischen Zeitraum (seit genau 1983) zeigt es sich ganz eklatant.
Wieder ein Beleg, dass die „wärmere Atmosphäre“ keinesfalls zwingend mehr Niederschlag zur Folge hat (wie es in [3] ausführlicher gezeigt ist). Etwas komplexer ist Klimaphysik schon, sonst wäre die Sahara die regenreichste Gegend.

Bild 14 NRW Frühling Niederschlag und Temperatur mit 12jährigen, gleitenden Mittelwerten seit 1881 – 2017. Grafik vom Autor anhand der DWD-Daten erstellt.


Bild 15 NRW Mai Niederschlag und Temperatur mit 12jährigen, gleitenden Mittelwerten seit 1881 – 2017. Grafik vom Autor anhand der DWD-Daten erstellt.


Fazit
Wem gelingt es, aus diesen Langzeitverläufen irgendwo eine stetige Verschlimmerung durch einen Klimawandel abzuleiten? Das können wohl nur Öffentlich-Rechtliche, welche streng nach den Vorgaben [6] unseres neuen Grüßonkels Bundespräsidenten handeln und sich ihre „wissenschaftlichen Fakten“ (er-)schaffen:
F.W.Steinmeier: [6] Wie sollen wir die realen Probleme, zum Beispiel den Klimawandel, angehen“, fragt der Bundespräsident, „wenn andere die wissenschaftlichen Fakten bestreiten?
Die Studie der NRW Landesregierung mit ihren wissenschaftlichen Aussagen wird damit jedenfalls bestätigt, das ZDF bestreitet sie.

Wenn nicht der Klimawandel, was könnte es dann sein?

Die Fachfrau des DWD hat es im Interview bereits angesprochen. Wenn die bebauten Flächen zunehmen, nehmen zwangsweise auch die von Starkregen betroffenen Flächen und Folgen zu. Das ist ganz einfache Statistik und kein Klimawandel.
Erkennen kann man es an den vorherigen Verlaufsbildern. Nur für Aachen zeigt sich das Unwetter vom 30. Mai in den Daten, alle anderen Messstationen – obwohl nahe an den Orten von Starkniederschlags-Ereignissen vom 30. Mai stehend – haben davon nichts „mitbekommen“.
Wie lokal begrenzt solche Starkregen wirken, wurde in [3] bereits detaillierter gezeigt.

Hat der Klimawandel auch in Schleswig-Holstein angeklopft?

Nun hat es kurz davor auch in Schleswig-Holstein Unwetter gegeben. Der Vizepräsident des (aufgrund seiner Personal-Überkapazitäten auf klimaapokalyptische-Bedrohungen angewiesenen) DWD wusste sofort Bescheid:
Lokalausgabe der nordbayerischen Nachrichten vom 29. Mai 2018: … „Starkregen gab es in Deutschland zwar schon immer, aber eben fast nur im äußersten Süden, wo Campinplatzbesucher am Chiemsee … Die Plage breitet sich aus … Die Starkregenereignisse suchen immer öfter auch nördliche Gefilde heim … doch am Himmelfahrtstag prasselten sogar in Oststeinbeck in Schleswig-Holstein innerhalb einer Stunde satte 90 Liter Regen pro Quadratmeter herunter. „So etwas gab es dort früher nie“, meint Becker …
Herr Becker weiß ganz bestimmt was er da sagt. Alles andere (was einem auf der Zunge liegt) wäre sonst bestimmt üble Nachrede.
Nur, auch hier ist es dem Autor ein Rätsel, wo sich die Daten zur Belegführung finden. Wahrscheinlich hat der DWD ein eigenes Wahrheitsarchiv, auf welches normale Bürger vorsichtshalber nicht zugreifen können.
Jedenfalls gibt es keine länger zurückreichenden Niederschlags-Stundenwerte. Länger zurückreichende von Tageswerten muss man bereits mit der Lupe suchen (siehe NRW, in anderen Bundesländern ist es selten besser).
Es ist damit vollkommen unmöglich, Niederschlags-Stundenwerte in einen historischen Kontext zu stellen.
Deshalb folgt das gleiche Spiel wie zu NRW (und zum Vogtland in [3]). Die Messdaten ansehen und sich ein eigenes Bild dazu machen.

Bild 16 Schleswig Holstein, List auf Sylt. Tagesniederschlag 1931 – 29.05.2018. Grafik vom Autor aus den DWD-Daten (Station 3032) erstellt.


Bild 17 Schleswig Holstein, Joldelund Tagesniederschlag 1931 – 29.05.2018. Grafik vom Autor aus den DWD-Daten (Station 2462) erstellt


Fazit
In Schleswig Holstein findet der Autor beim Starkregen die vom DWD Klimafachmann, Herrn Becker getätigte Aussage: So etwas gab es dort früher niedefinitiv nicht nur nicht bestätigt, er ist sogar überzeugt, dass man anhand der früheren, hohen Tageswerte ableiten kann, dass es solche Ereignisse früher eher mit höheren Pegeln gab. Auf keinen Fall findet sich eine Verstärkung durch einen Klimawandel.
Abrundend die globale Betrachtung zum Frühling in SH. Im Gegensatz zu vielen übrigen Bundesländern ist der Frühling in SH nicht wirklich wärmer. Und sicher interessant ist auch, dass der Frühlingsniederschlag seit 1897 horizontal trendet und seit Jahrzehnten eher abnimmt.

Bild 18 Schleswig-Holstein. Maitemperaturen 1880 – 2017. Datenquelle: DWD


Bild 19 Schleswig-Holstein. Niederschlag Frühling 1897 – 2017. Grafik vom Autor aus den DWD-Daten erstellt.

Mit Fachausbildung wird man Fachperson

Wie man aus solchen Daten für Schleswig-Holsteineinen einen stetig schlimmeren Einfluss eines AGW-Klimawandels durch Niederschlagsereignisse ableiten kann, hat der Autor nicht herausfinden können. Sein Ergebnis dazu ist eindeutig negativ. Doch ist er kein Klimafachmann.
Solche gibt es zum Glück aber auf den wichtigen Positionen. Und dort können diese dank besonderem Wissen Klimadaten richtig einschätzen, wie es das folgende Beispiel zeigt:
In Schleswig-Holstein ist ein Herr R. Habeck (GRÜNE), Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung.
Diese Ernennung erfolgte bestimmt aufgrund seiner fundierten Fachausbildung: Studium Philosophie, Germanistik und Philologie, Dissertation: Die Natur der Literatur: zur gattungstheoretischen Begründung literarischer Ästhetizität.
Und als dadurch prädestinierte Fachperson sagt er in der Schrift: [11] Anpassung an den Klimawandel Fahrplan für Schleswig-Holstein im Vorwort:
Dr. Habek: …Wir alle sind Zeugen einer dramatischen Veränderung in unserer Atmosphäre … Der Klimawandel ist Fakt, nicht Fake. Die Weltbank rechnet damit, dass bis 2030 allein wegen des Klimawandels 100 Millionen Menschen zusätzlich von Armut bedroht sind. Durst und Hunger werden durch Dürren und extreme Wetterlagen zunehmen …
Im Bericht selbst (der allerdings keiner ist, sondern eher eine Ansammlung von Allgemeinplätzen darstellt) steht dazu:
Extreme gehören zum Wetter und Klima. So wie sie zum Klima der Vergangenheit gehört haben, so werden sie
auch zum Klima der Zukunft gehören.
… Mit tiefen Temperaturen verbundene Extreme nehmen stark ab und mit Wärme verbundene Extreme nehmen stark zu …
… Angesichts der bestehenden Unsicherheiten der Klimamodelle können Aussagen für die mögliche zukünftige Entwicklung von Extremwerten des Niederschlags und davon abhängig der Hochwassersituationen bislang nur mit erheblichen Bandbreiten getroffen werden. Grund hierfür ist u. a. die große Variabilität und Komplexität des Niederschlags. Die Ergebnisbandbreite wird umso größer, je kleiner die betrachtete Region ist und je seltener das jeweils betrachtete Ereignis auftritt …

Daten lügen nicht. Was sie aussagen, hängt halt vom gewählten Zeitraum ab

Dass der Niederschlag im Sommer nicht zunimmt – obwohl doch die Sommer immer wärmer werden (sollen) und damit die Niederschläge eigentlich zunehmen müssten – ist vom DWD „offiziell“ mitgeteilt, nur vielen nicht bekannt.
Dafür nehmen sie laut dem DWD im Winter zu – weil diese ja auch wärmer, richtiger: nicht mehr so kalt, werden:
[7] Umweltbundesamt: Monitoringbericht 2015: Niederschlag
… ist es insbesondere im Winter signifikant feuchter geworden … Die stärksten Änderungen wurden bislang für den Winter beobachtet. Wie Abbildung 2 zeigt, hat das Flächenmittel der mittleren Niederschlagsmenge seit dem Winter 1881 / 1882 um 28,0 % zugenommen. Die räumliche Verteilung der Änderungen ähnelt dabei der der Temperatur zu dieser Jahreszeit

Bild 20 [8] Deutschland Winterniederschlag seit 1880

Zumindest sollte man es denken. Jedoch verschweigt der Monitoringbericht und der DWD (von dem die Daten darin stammen) etwas Wichtiges:
Seit dem Jahr 1965, also dem Beginn des wirklich signifikanten, anthropogenen CO2-Eintrages in die Atmosphäre, nimmt der Winterniederschlag wieder ab, wie es die folgende Grafik anhand dem gleichen DWD-Datensatz zeigt:

Bild 21 Deutschland Niederschlag Winter 1965 – 2018 und Regressionsgerade. Daten: DWD, Grafik vom Autor erstellt


Im Monitoringbericht kann man es „ahnen“, muss dazu allerdings eine andere Grafik darin betrachten.

Bild 22 [8] Deutschland, mittlerer Abfluss der Fließgewässer seit 1951

Die Klima-„Wissenschaft“ ist desaströs (geworden) und Verrücktheit regiert zunehmend die Welt in der EU

Die Redaktion „meiner“ Tagszeitung gab als Antwort auf massive Reklamationen zu ihren „Klimaberichten“ (zur Zeit des letzten Klimagipfels) die Antwort:
wir veröffentlichen Recherchen von Agenturen, Fachjournalisten und Einschätzungen von renommierten (!) Wissenschaftlern …
Das Ergebnis ist das wie in diesem Artikel geschilderte. Als „Renommiert“ gilt inzwischen jeder, der der offiziellen (Klimawandel-)Meinung vorbehaltlos, möglichst mit Übertreibung, zustimmt. Da es offiziell nur noch diese Meinung gibt, ist es auch ganz einfach geworden, die „nicht Renommierten“ zu erkennen.
Claudia Roth zeigte, wie das gemacht wird: C. Roth in einer Talkshow: „Wer den Klimawandel leugnet, kann nicht intelligent sein
Mit dieser „Intelligenz“ gesegnet, benötigt man wirklich kein Wissen mehr und kann trotzdem an höchster, politischer Stelle „intelligente“ Entscheidungen treffen. Deswegen wird diese Frau wohl wieder verstärkt in Talkrunden der Öffentlich-Rechtlichen eingeladen.
Der Nachwuchs ist schon in den Startlöchern. In einer Lokalausgabe der nordbayerischen Nachrichten vom 28. Mai wurde stolz ein Jung-Karikaturist vorgestellt, der genau die offizielle Meinung wiederspiegelt: Neben dem, dass Trump selbstverständlich vollkommen doof ist, weiß er auch zum Klimawandel das Richtige zu sagen: „selbst verschuldete Unmündigkeit“ (ist ein Zitat von Kant).
Warum das ganze Lamento? Weil nur dank solcher „Führungskräfte“ – und deren Unterstützer, wozu auf Geheiß unserer unfehlbaren Kanzlerin inzwischen alle Altparteien gehören [8] – es so weit kommen konnte, dass mittelalterlicher Religions-Wahnsinn dank der Ökokirche wieder Methode bekommt:
[9] EIKE 24.05.2018: Das „natürliche“ Wetter einzuklagen, wird weltweit immer beliebter
Kaltesonne hat dazu ebenfalls ein aktuelles Beispiel aufgegriffen:
kaltesonne
28. Mai 2018: Peinlich: Klimaklägerin aus Langeoog liegt beim Regen komplett daneben
Zehn Familien aus fünf EU-Staaten sowie Kenia und Fidschi haben bei der Europäischen Union eine Sammelklage eingereicht. Ihrer Meinung nach tut die Europäische Kommission zu wenig für die Einhaltung der Klimaziele bis 2030. Unterstützt werden sie von den Klimaaktivistengruppen Climate Action Network Europe, Protect the Planet und Germanwatch.
Die Zeit brachte am 24. Mai 2018 ein Interview mit einer der Klägerinnen, Maike Recktenwald, die auf der ostfriesischen Insel Langeoog ein Biohotel mit Restaurant führt. Wie gut kennt sich Frau Recktenwald mit der Materie eigentlich aus?
ZEIT ONLINE: Frau Recktenwald, warum beteiligen Sie sich an der Klage?
Maike Recktenwald: Wir nehmen den Klimawandel besonders wahr, weil wir hier mit der Natur leben. Wir wohnen hundert Meter vom Strand entfernt und der Meeresspiegel steigt. Auch wenn wir das noch nicht sehen können, so ist das doch eine langfristige Bedrohung für unser Dorf. Schon jetzt merken wir den Unterschied beim Wetter: Im vergangenen Winter hatten wir sehr viel Niederschlag und extrem viel Westwind. Normalerweise haben wir in den Wintermonaten Ostwind. Der Westwind drückte das Regenwasser in die deutsche Bucht hinein. Normalerweise leiten die Deichschleusen das Regenwasser über das Entwässerungssystem von der Insel ab. Dieses Mal aber war das System voll ausgelastet, beinahe ist das Regenwasser ungefiltert in die Süßwasserbrunnen gelaufen. Dann hätten wir auf der Insel keine Trinkwasserversorgung mehr gehabt. Das könnte man jetzt als Sonderfall abtun. Ich bin mir sicher: Es ist eine Folge des Klimawandels. Wenn der Meeresspiegel weiter steigt, ist die Entwässerung der ostfriesischen Inseln in hundert Jahren gar nicht mehr möglich. Dazu gibt es inzwischen Messungen …
Eine Zusammenfassung dazu kam auf EIKE: Roda Verheyen II: Familie auf Langeoog verklagt EU für mehr Klimaschutz
Wie diese sich zur Klimaklage „berechtigt“ fühlende „Fachperson“ mit ihren Aussagen zum Niederschlag im Winter daneben liegt, zeigt das folgende Bild zu ihrem Bundesland:

Bild 23 Winterniederschlag seit 1975 mit Regressionsgeraden. Datenquelle: DWD. Grafik vom Autor erstellt.


Auch in diesem Bundesland stieg der Winterniederschlag seit ca. Mitte des letzten Jahrhunderts nicht mehr an, seit einem Maximum um 1995 hat er sich sogar stetig verringert. Der laut Klage extrem niederschlagsreiche Winter – war geradezu vorbildlich mittelmäßig.
Gleiches gilt für ihre weiteren Aussagen zum Meerespegelanstieg:
Klimabericht für die Metropolregion Hamburg:
Eine systematische Beschleunigung des Meeresspiegelanstiegs lässt sich aus Pegelmessungen derzeit weder für die niederländische noch für die deutsche Nordseeküste ableiten. Wie stark sich Sturmfluthöhen an der deutschen Nordseeküste ändern, hängt in erster Linie vom Meeresspiegelanstieg und vom Windklima in der Deutschen Bucht ab. Da sich die
Windverhältnisse über der Nordsee in den letzten 100 Jahren nicht systematisch verändert haben, laufen Sturmfluten
bisher nur aufgrund des Meeresspiegelanstiegs höher auf. Die windstaubedingten Anteile am Wasserstand zeigen keine Veränderung.
Für Angaben zum Seegang liegen nur relativ kurze Messreihen vor. Diese zeigen, dass sich der Sturmseegang in den
letzten 45 Jahren um einige Dezimeter erhöht hat. Die Änderungen fallen jedoch mit entsprechenden Schwankungen
im Sturmklima zusammen. Langfristig lässt sich kein Trend zu einer Zunahme erkennen – weder im Sturmklima noch beim
Sturmseegang …
Zur Angabe über den Wind hat kaltesonne noch konkreter nachrecherchiert: Oberpeinlich: Frau Recktenwald liegt auch beim Westwind voll daneben
Trotzdem nahm die Zeitung die Aussage dieser durch Unkenntnis herausragenden Person wohlwollend zur Kenntnis. Und bestimmt werden die Kläger*innen auch bei der EU auf ebenso viel Verständnis treffen. Es ist im Kern ja vollkommen egal, was Klimadaten wirklich sagen. Inzwischen kann man die Meinung dazu einzuklagen. Schließlich ist das natürliche Klima nicht mehr in Messdaten, sondern in Gesetzestexten wie dem Welt-Klimavertrag hinterlegt.
Klima der Gerechtigkeit: … Das Besondere: Auf diese Grundrechte können sich auch Menschen außerhalb der EU berufen, wenn sie durch Rechtsakte der EU betroffen sind. Insbesondere geht es um die Grundrechte auf Leben und Gesundheit, auf das Wohl der Kinder sowie auf Eigentum und Berufsfreiheit.
Die Kläger/innen sind besonders bedroht von Klimawandelfolgen wie Wassermangel, Überschwemmungen, Rückzug von Eis und Schnee, Meeresspiegelanstieg sowie der Zunahme von Stürmen und Hitzewellen.

Interessenskonflikte sind vorprogrammiert: Dem Alpenverein und dem BND wird es kaum gefallen, wenn die alpine Tourismusindustrie bald in Brüssel CO2-MInderung einklagt, damit die Schifahrsaison wieder länger dauert und der Schitourismus weiter ausgebaut werden kann.
… Eine Familie aus den italienischen Alpen, deren Eigentum und berufliche Möglichkeiten (Landwirtschaft und touristische Dienstleistungen) durch den Mangel an Schnee und Eis sowie die Temperatur- und Niederschlagsentwicklung gefährdet sind.
Nicht nur die „üblichen“ NGOs, auch „Wissenschaftler“ unterstützen es.
Deutscher Naturschutzring 25.05.2018: … Zahlreiche Klima- und Umweltschutzorganisationen, darunter das Climate Action Network (CAN) Europe, Germanwatch und Protect the Planet, aber auch Wissenschaftler*innen und Bürger*innen unterstützen die Klage ...

Bild 24 Screenshot Protect the Planet Homepage. Info zur Klimaklage


Protect the Planet Pressemitteilung: „Wir übernehmen die Verantwortung, die eigentlich unsere gewählten Vertreter für uns übernehmen sollten, da wir uns um unsere Kinder und Enkel sorgen.“ – so Giorgio Elter, Bergbauer aus Italien, der Ernteausfälle seiner Nutzpflanzen durch den Klimawandel zu beklagen hat … Die Klage in dieser Form ist einzigartig: Sie wirft der EU vor, zu viele Emissionen bis 2030 zu gestatten und damit fundamentale Grundrechte zu verletzen.
Fazit
Was die Deutsche Umwelthilfe in Deutschland durchführt, ist gegenüber dem, was NGOs weltweit mit der EU (und damit im Wesentlichen Deutschland) vorführen und „auszubauen“ gedenken, nur ein Vorgeplänkel gewesen.
Nur ist bei uns kein Trump in Sicht, der diesem Anspruch – dass einzelne Personen rund um die Welt per Klage über EU und deutsche Politik (auf Kosten der Untertanen) bestimmen -Einhalt gebieten würde. Im Gegenteil: In Deutschland werden solche NGOs vom Staat mit-finanziert.
Und es geht konsequent so weiter. Auch, weil Deutschlands Politik es selbst so will:
Tichys Einblick 31. Mai 2018: Aktionismus in Hamburg und Forderung flächendeckender Fahrverbote in Deutschland

In jede Amtsstube wieder ein Kreuz … könnte das eine Lösung sein?

Wenn der Autor die bisher (über mehrere Artikel) recherchierten Daten richtig interpretiert, hat es solche Unwetterereignisse schon immer gegeben und vor allem, nehmen sie in Deutschland auf keinen Fall zu.
Trotzdem scheint unsere kommunale Infrastruktur mit solchen Wetterereignissen hoffnungslos überfordert zu sein, wie es die vielen erschütternden Bilder – wie man sie sonst nur aus Dritte-Welt-Länder kennt – zeigen.
Bei Hildesheim war es so [13], bei Braunsbach [14] und Simbach ist sicher das schlimmste, jüngere Beispiel:
EIKE 24.01.2017: [10] Jahrtausendhochwasser am 01.06.2016 in Simbach – so entstehen Menetekel des Klimawandels
Um solches in Zukunft zu verhindern, wird seitens der bayerischen Landespolitik wirklich viel und zielorientiert getan:
EIKE 06.07.2016 : Das Unwetter bei Simbach am Inn – Ein Nachtrag zur Debatte im Bayerischen Landtag
... Bisher war beispielsweise eine Vorhersage für Starkregenereignisse nicht möglich. Das Ministerium prüft nun mit dem Deutschen Wetterdienst, ob man solche Vorhersagen ermöglichen kann. Außerdem in der Überlegung: Eine Warnung der Bevölkerung mit Sirenen bei bevorstehenden Sturzfluten und schnell ansteigenden Pegelständen. Damit aber nicht genug: Grambow spricht auch von einer Fortschreibung der technischen Normen für Hochwasserschutzanlagen, von einer Überprüfung der Bemessungsgrundlagen für ein tausendjähriges Hochwasser, von einer Überprüfung des Kanalnetzes und von einer besseren Berücksichtigung der Brücken und Durchlässe in den Hochwasserrisikokarten … Brücken und Durchlässe spielen im Zusammenhang mit Hochwassern eine wichtige Rolle, weil hier Äste, Bäume oder sonstige mitgeschwemmte Materialien zu einer Verstopfung und dadurch zu einer Verschlimmerung der Hochwassersituation führen können.
Und nun hat unser neuer, bayerischer Ministerpräsident ein Allheilmittel gefunden. Er lässt in allen bayerischen Amtsstuben wieder ein Kruzifix aufhängen. Das hat in der Vergangenheit zwar kein Problem wirklich gelöst, aber mit Sicherheit hatte es dazu geführt, dass das Volk der von Gott eingesetzten Obrigkeit gegenüber mehr Demut zeigte und ihre Mühsal williger ertrug.
Bestimmt soll dies durch diese Kreuzesgeste neu aktiviert und demonstriert werden. Schließlich hat unsere Regierung beschlossen, die Welt vor wirklich allem zu retten. Und da muss jeder schon länger hier wohnende Untertan einsehen, dass für ihn schlichtweg kein Geld mehr übrig sein kann. Folgerichtig wurde in Bayern zum Beispiel gleich festgelegt, dass es für Flutschäden keine Gelder mehr vom Staat gibt. Wer sich nicht dagegen versichern will, schaut eben in die Röhre (oder die hohen Versicherungsgebühren in Risikogebieten).

Der Eine versucht es mit dem Kreuz, die Anderen hungern den Beelzebub aus

Die GRÜNEN haben und forcieren immer die universelle Lösung: Nicht vor Ort kleckern, sondern global klotzen.
… Ludwig Hartmann, Fraktionsvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, nannte die Überhitzung des Erdklimas ebenfalls als Ursache für die immer häufigeren, sintflutartigen Regenfälle und Überschwemmungen. Er kritisierte die Mitglieder der Großen Koalition in Berlin, die nicht bereit seien, politische Lehren aus den Folgen der Klima-Überhitzung zu ziehen. Statt dafür zu sorgen, dass weniger Klima-Gifte in die Atmosphäre gelangten, würden sie als „Schutzheilige der Braunkohle“ die erneuerbaren Energien ausbremsen und beim fortschreitenden Flächenfraß tatenlos zuzusehen …
Welchen absoluten Schwachsinn diese „Universallösung“ macht, hat der Autor anhand von Effizienzbetrachtungen vor Kurzem (wieder) etwas persifliert:
EIKE 08.05.2018: CO2-Zertifikatekosten: Wirkungsloser kann Klimak(r)ampf nicht betrieben werden, doch alle Altparteien plädieren dafür
Darauf kann sich nur eine Partei versteifen, welche sich auf ihren Pateitagen Herrn Schellhuber und Herrn Leschs abstrusen Klimaphantasien anhört:
EIKE 25.05.2018: Zu jedem Parteitag eine Freifahrt in der Klima-Geisterbahn
und seiner „Selbstverbrennung“, sowie den Klimageschichten immer mehr übersteigernder „Klimafachleute“ vertraut:
Buch: Der Tolhaus Effekt: Wie die Leugnung des Klimawandels unseren Planeten bedroht, unsere Politik zerstört und uns in den Wahnsinn treibt
Anmerkung: Herausgeber ist der Landesverband Franken der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS)

Bild 25 Buchcover. Screenshot


Leider stimmt das nicht. Unsere unfehlbare Einheits-Vorsitzende hat Deutschland den Einheits-GRÜN-Anstrich verordnet. Was die GRÜNEN fordern, fordern seitdem unisono auch alle Altparteien [8].

Wiederholung: Veraltete, kleingeistige Lösung und effektive, moderne

Dem Autor ist etwas haften geblieben: Nürnberg war über Jahrhunderte von regelmäßigen Überschwemmungen der durch die Stadt fließenden Pegnitz arg geplagt. Dann beschloss die Stadt kurz nach Anfang 1900 einen Flutüberlauf als Lösung, der so um 1950 fertig war. Seitdem gab es in Nürnberg trotz Klimawandel keine Überschwemmung mehr – wenn man von Unterführungen absieht, in denen sich regelmäßig das Wasser teils metertief staut (und man ebenso regelmäßig die darin versunkenen Autos herausziehen muss), weil die Stadt kein Geld mehr für solche Infrastruktur-Bereinigungsmaßnahmen hat (Hinweis: Das ist eine bewusste Übertreibung und stimmt mit der kommunalen Wirklichkeit nicht entfernt überein).
Man hält es wohl auch in Nürnberg nicht mehr für zeitgemäß, lokal für wenige Bürger etwas gegen „Wetter“ zu tun. Das wäre für die davon nicht direkt partizipierenden Bewohner diskriminierend.
Wenn man schon das (nicht vorhandene Geld, denn Nürnberg hat hohe Schulden) der Bürger ausgibt, muss man es richtig optimiert angehen und „das Klima machen“. Nur so nutzen die vom Munde abgesparten Ausgaben allen Menschen auf dem Globus gleich viel.
Nur so kann sich Nürnberg auch sicher sein, nicht irgendwann doch einmal wegen zu wenig Klimamaßnahmen verklagt zu werden. Denn für Klima-Strafzahlungen wäre ja überhaupt kein Budget mehr verfügbar. Dazu sind auch alle Menschenrechts-Konventionen eingehalten, denn kein schon länger dort lebender Bürger wird konventionswidrig bevorzugt.

Bild 26 Screenshot. Quelle: Homepage Stadt Nürnberg


Bild 27 Screenshot. Quelle: Homepage Stadt Nürnberg


Quellen
[1] WELT Panorama 30.05.2018: Heftiges Unwetter in NRW In Wuppertal steht die komplette Stadt unter Wasser
[2] EIKE 03.05.2018: Klima, wir handeln! Leider weiter ohne Sinn und Verstand. Oder: Klimaschutz (nicht nur) in NRW gibt Rätsel auf
[3] EIKE: Früher war es schlimmes Wetter, heute ist es mit Sicherheit der Klimawandel
[4] Klimawandel und Klimafolgen in Nordrhein-Westfalen Ergebnisse aus den Monitoringprogrammen 2016, LANUV-Fachbericht 74
[5] ZDF Katja Horneffer, ZDF-Wetterteam 30.05.2018: 2016 Braunsbach – 2018 Wuppertal – Wenn verrücktes Wetter normal wird
[6] Westfalenpost 21.03.2018: Steinmeier warnt: Lügen im Netz spalten die Gesellschaft
[7] Umweltbundesamt: Monitoringbericht 2015 zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel Bericht der Interministeriellen Arbeitsgruppe Anpassungsstrategie der Bundesregierung
[8] EIKE 31. März 2018: Weil alle voneinander abschreiben, merkt keiner mehr, wenn etwas daran falsch ist – zur Bundestagsdebatte Umwelt
[9] EIKE 24.05.2018: Das „natürliche“ Wetter einzuklagen, wird weltweit immer beliebter
[10] EIKE 24.01.2017: Jahrtausendhochwasser am 01.06.2016 in Simbach – so entstehen Menetekel des Klimawandels
[11] Schleswig-Holstein Umweltministerium: Anpassung an den Klimawandel Fahrplan für Schleswig-Holstein
[12] EIKE 25.05.2018: Zu jedem Parteitag eine Freifahrt in der Klima-Geisterbahn
[13] EIKE 14.06.2017: Fake News: Diesmal Pfingstunwetter um Hildesheim – neue Einschläge des Klimawandels?
[14] EIKE 31.01.2018: Endlosschleife Klimaangst




Früher war es schlimmes Wetter, heute macht das Gleiche mit Sicherheit der Klima­wandel

Wir erleben den Klimawandel …

Mit dieser Meldung setzte die deutsche Wahrheitsagentur dpa wieder ein schlimmes Ereignis des allgegenwärtigen Klimawandels in Szene, pflichtgemäß verbreitet durch unsere Medien wie msn und BERLINER KURIER [3] (sowie vielen anderen Zeitungen).
Dabei geht es um ein Starkregenereignis mit anschließenden Überschwemmungen am 24. Mai in Bad Elster im sächsischen Vogtland, welches von einem berühmten – zumindest wenn man seine Medienpräsenz betrachtet – Meteorologen kommentiert wurde.
msn wetter, Berliner Kurier: [3] Klimawandel-Schock: Rekord-Hitze und heftige Unwetter
… Südlich von Brandenburg haben die Menschen im sächsischen Vogtland … eine wahre Sintflut erlebt: Schier unglaubliche 152 Liter Regen pro Quadratmeter innerhalb von nur zwölf Stunden fielen beispielsweise in Bald Elster, berichtet Diplom-Meteorologe Dominik Jung (wetter.net). Das sind Mengen, die zum einen an die katastrophalen Regenfluten vom vergangenen Sommer in Berlin erinnern – dies war allerdings ein örtlich eingegrenztes …
Wir erleben den Klimawandel
Diplom-Meteorologe Dominik Jung sieht …
vor allem aber auch einen klaren Zusammenhang mit dem weltweiten Klimawandel: „In den vergangenen Jahren hat sich die Temperatur vor allen Dingen global erhöht. Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kühle Luft, ergo kann es auch mehr abregnen und zukünftig zu heftigeren Starkniederschlägen kommen. Genau das erleben wir in diesen Tagen wieder sehr eindrucksvoll.“

Starkregenereignisse taugen nicht als Klimawandelbeleg

Wer bisher die vielen Ausarbeitungen des Autors zu Starkregen in Deutschland verfolgt (wenigstens überflogen) hat, weiß, dass sich anhand von Unwetter und Starkregen in Deutschland kein Einfluss eines Klimawandels belegen lässt. Vor allem gibt es im Sommer keinen Anstieg durch die „stetig steigenden Temperaturen“, wie es überall berichtet (und simuliert) wird. Es zeigt sich bei jeder Analyse nur immer wieder die unglaubliche Variabilität unseres „schlechten Wetters“ und dass es zu den „natürlichen“ (kälteren), vorindustriellen Zeiten noch schlimmer war.
Das hat das Umweltbundesamt ermittelt:
Umweltbundesamt: [8] Monitoringbericht 2015
… Hinsichtlich der Anzahl der Tage mit einer Niederschlagsmenge von mehr als 20 mm im Sommer sind hingegen – in guter Übereinstimmung mit der Entwicklung der mittleren Niederschlagsmengen zu dieser Jahreszeit – über eine auch nur regional und sehr schwach ausgeprägte dekadische Variabilität hinaus bislang keine Änderungen auszumachen …
Und sogar der
IPCC gibt es zu und teilt dazu mit:
IPCC 2013, AR5, WGI, Technical Summery, Seite 112: ”There continues to be a lack of evidence and thus low confidence regarding the sign of trend in the magnitude and/or frequency of floods on a global scale over the instrumental record.”
Übersetzung: “Es besteht weiterhin ein Mangel an Beweisen und deshalb ein geringes Vertrauen in Bezug auf Trend-Anzeichen in Bezug auf Größe und / oder Häufigkeit von Überschwemmungen auf globaler Ebene der Instrumenten-Aufzeichnungen.“
Hagel und Gewitter
IPCC 2013, AR5, WGI, Kapitel 2, Seite 216: “In summary, there is low confidence in observed trends in small-scale severe weather phenomena such as hail and thunderstorms because of historical data inhomogeneities and inadequacies in monitoring systems.”
Übersetzung: „Zusammenfassend gibt es [nur] ein geringes Vertrauen in beobachtete Trends bei den Unwetter-Erscheinungen wie Hagel und Gewitter wegen historischen Daten-Inhomogenitäten und Unzulänglichkeiten bei der Systemüberwachung.“
IPCC Zusammenfassung
IPCC 2013, AR5, WGI, Kapitel 2, Seite 219: “There is limited evidence of changes in extremes associated with other climate variables since the mid-20th century.”
Übersetzung: “Es gibt [nur] begrenzte Anhaltspunkte zu Änderungen bei Extremereignissen, die mit anderen Klimavariablen seit der Mitte des 20. Jahrhunderts verbunden sind.“
Ausgewiesene „Fachpersonen“ stört das allerdings nicht. Der Klimawandel muss in Deutschland „angekommen“ sein. Und da es sich mit Messdaten nicht belegen lässt, müssen Zuweisungen von „Klimaexperten“ einfach reichen. Wer als „Experte“ auf öffentliche Gelder oder Medienpräsenz angewiesen ist [4], dem gelingt es problemlos, jedes Unwetter trotz fehlender Vergleichsdaten dem sich wandelnden Klima zuzuschreiben.
EIKE 24.01.2017: [5] Jahrtausendhochwasser am 01.06.2016 in Simbach – so entstehen Menetekel des Klimawandels
EIKE 18.04.2018: Beeinflussungen durch Starkregen nehmen in Deutschland nicht zu. Mit schlecht angewandter Statistik lässt sich aber das Gegenteil „zeigen“ (Teil 2)
In Deutschland bleibt das dann folgenlos. Denn niemand an wichtigen, gar exponierten Stellen unseres Staates oder einer Kommune würde es heute noch wagen, an solchen Aussagen (öffentlich) zu zweifeln, oder nach Belegen zu fragen.
EIKE 25.05.2018: Zu jedem Parteitag eine Freifahrt in der Klima-Geisterbahn

Der Starkregen am 25. Mai bei Bad Elster war ein Extremereignis

Nun war das Ereignis in Bad Elster unbestritten außergewöhnlich. Es ist also nicht uninteressant, nachzuspüren, ob sich darin nicht doch der Klimawandel zeigen könnte.
Das Bild des Tage-Niederschlagsverlaufs von Bad Elster beeindruckt (Bild 1). Seit 1951 bleiben die Maimalpegel in etwa gleich und seit ca. 1971 fallen die Tages-Maximalpegel sogar leicht. Und von einem Tag zum anderen – ohne die geringste Vorwarnung – gibt es am 24.Mai 2018 ein Niederschlags-Tagesextrem, wie noch nie in der bisherigen Aufzeichnungsgeschichte. Für den Meteorologen Herrn Jung, ein Zeichen, dass der Klimawandel zugeschlagen hat.

Bild 1 Bad Elster (DWD-Station 1207), Tagesniederschlag seit 1948. Grafik vom Autor aus den DWD-Daten erstellt


Man möchte es fast glauben – auch wenn die Verlaufsstatistik vollkommen dagegen spricht. Doch die Informationen vieler „Klimaexperten“ verkündeten den Klimawandel-Beleg durch zunehmenden Starkregen bereits vor diesem Tag. Und bis zu diesem einen Tag gab der Verlauf nicht entfernt dazu Anlass. Auch wäre die Frage zu klären, wer aus diesem Verlauf ein erhöhtes Wiederauftreten eines solchen Extremniederschlages vorhersagen könnte. Die Statistik könnte es nicht und die Simulationen ach nicht.
Besser kann man es an der Auswertung der Tage mit Starkregen im Folgebild erkennen. Es zeigt sich über die gesamte Aufzeichnungszeit keine Zunahme, nur die für Starkregenereignisse ganz typische, hohe Variabilität.

Bild 2 Bad Elster (DWD-Station 1207), Starkregentage (>30 mm) seit 1948. Ereignistage (Datum) und gleitender Jahreswert der Anzahl. Grafik vom Autor aus den DWD-Daten erstellt

Was war der Grund dafür? Zufällig stand unter der Wassersäule eine Messstation!

Googelt man zum Thema und Vogtland, wird schnell ersichtlich, dass Extremniederschlag und Überschwemmungen dort über die Jahrhunderte (wie im bayerischen Pedant Simbach) ein „tägliches Geschäft“ sind. Denn Expertisen, Studien und Maßnahmenpakete zu historischen und aktuellen Hochwassern und seinen Gefahren sprudeln von dieser Gegend aus google nur so heraus.
Unter anderem eine Karte, welche die maximierten Gebietsniederschläge (MGN) dazu zeigt [6]. Es wird erkennbar, dass das Vogtland – und der Einzugsbereich der bekannt „überschmemmungsreichen“ Flüsse Elster, Mulde und Elbe bis zur Neise – mehrere Zonen mit Extremniederschlag hat. Und die dort möglichen Niederschläge können wirklich extrem werden, wie die MGN-Werte von Bild 3 (aus einer Dissertation) zeigen.

Bild 3 Bad Elster und das betroffene Gebiet im Vogtland im Einzugsbereich der „weissen Elster“. Links eine Karte mit den maximierten Gebietsniederschlägen (MGN) [6]

Wer bei den 150 mm Tagesniederschlag von Bild 1 einen Schreck bekommt: Das Erzgebirge ist nicht zufällig die Quellregion einiger, durch regelmäßige Überschwemmungen gekennzeichneter Flusssysteme. Im Verlauf dieses Mittelgebirges, bis hin zur polnischen Grenze und vor allem im parallel verlaufenden Tschechien sind noch weit höhere Werte „üblich“.
[6] … Die statistisch gesehen extremsten Niederschlagssummen fielen in Sachsen im oberen Einzugsgebiet der Lausitzer Neiße mit Wiederkehrintervallen von >100 Jahren (Station Bertsdorf-Hörnitz: … 145,6 mm/24h) … Auch auf tschechischem Gebiet fielen die extremsten Niederschläge mit Wiederkehrintervallen von >100 Jahren im Einzugsgebiet der Lausitzer Neiße, vor allem im Bereich des Isergebirges im Kreis Liberec (Station Bedrˇichov – Olivetská hora: 289,6 mm/24h; Bedrˇichov – Tomšovka: 287,2 mm/24h)
Allerdings sind solche Extremereignisse lokal eng begrenzt. Während eine Stelle sprichwörtlich mit bis zu 274 mm/24 h absäuft, sind es wenige Kilometer daneben weniger als 5 mm, wie es das Bild 4 von einem solchen Ereignis zeigt.
So war es auch am 25. Mai. Nur eine Station zeigte den hohen Niederschlag (Bild 5), daneben war es wesentlich niedriger und am Unterlauf der Elster fiel nicht einmal mehr Regen, die Werte bei einzelnen Stationen zeigen null Niederschlag.
Es ist damit nicht erklärbar, wie Herr Jung in seiner Interpretation darauf kommt, dass das Starkregenereignis diesmal nicht örtlich eingegrenzt wäre.
Als Konsequenz führt es dazu, dass die Detektion eines solchen Extremereignisses vom Vorhandensein einer Messstation an der lokalen Ereignisstelle abhängt. Und das ist ein wesentlicher Grund, warum ein Vergleich mit historischen Daten nicht möglich ist. Denn es liegen vor dem Jahr 1951 dazu schlichtweg keine mit ausreichender Abdeckung vor. Wobei selbst die heutige Abdeckung zur flächendeckenden Detektion nicht ausreicht, weshalb der DWD beginnt, mit Radar zu messen.
Als Fazit ergibt sich daraus: Ein „Beleg“ des „angekommenen“ Klimawandels durch vermehrte Starkniederschlags-Ereignisse entsteht vorwiegend aufgrund neuerdings flächenabdeckenderer Messmethodik.
Bei Entscheidern kommt diese Kenntnis weiterhin nicht an:
dpa Artikel vom 25. Mai 2018: Die EU-Kommission will „grüne“ Investments stärken und damit den Klimawandel bekämpfen. Entsprechende Gesetzesvorschläge hat sie jetzt vorgestellt …
EU-Kommissar Valdis Dombrovkis: Außerdem nehmen die Kosten von durch die Erderwärmung verstärkten Naturkatastrophen – etwa Überflutungen und Dürren – nach Angaben der Brüsseler Behörde immer mehr zu …

Bild 4 [7] Räumliche Verteilung von Extremniederschlag


Bild 5 Niederschläge im oberen (links) und unteren (rechts) Flussgebiet der Elster im Zeitraum des 24. Mai. Quelle: Sachsen.de Wasser, Wasserwirtschaft Flussgebiete. Abfragezeitpunkt: 25.05., 22h


Man erkennt, dass die direkte, historische Messung solch extremer Starkregenereignisse vor allem davon abhängt, ob sich die eng begrenzte Wassersäule gerade über einer Messstation entlädt. Und dann muss diese für solche Mengen auch noch geeignet sein. Beim Starkregenereignis von Simbach am 01. Juni 2016 fiel als erstes die DWD-Messstation aus. Weshalb in deren Niederschlagsverlauf (und wegen der lokalen Begrenzung des Ereignisses in keiner der umliegenden Stationendas wichtige Ereignis nicht zu finden ist. Das mag früher nicht anders gewesen sen.

Niederschlagsverläufe

Wieder ist es interessant, weitere Niederschlagsverläufe und deren Aussagen zum Klimawandel zu sichten.

Bild 6 Umgebung von Bad Elster (Vogtland) mit Niederschlagsstationen


Bild 7 Hof, Tagesniederschlag 1947 – 25.05.2018. Quelle: DWD Daten Station 2261. Grafik vom Autor erstellt


Bild 8 Hof, 2-Tagesniederschlag 1947 – 25.05.2018. Quelle: DWD Daten Station 2261. Grafik vom Autor erstellt


Bild 9 Plauen, Tagesniederschlag 1882 – 25.05.2018. Quelle: DWD Daten Station 3946. Grafik vom Autor erstellt


Bild 10 Plauen 1882 – 25.05.2018. Datum Starkregentage >30 mm und gleitender Jahreswert der Anzahl. Grafik vom Autor aus den DWD-Daten (Station 1207) erstellt


Bild 11 Selb, Tagesniederschlag 1882 – 25.05.2018. Quelle: DWD Daten Station 4548. Grafik vom Autor erstellt


Bild 12 Selb 1931 – 25.05.2018. Datum Starkregentage >30 mm und gleitender Jahreswert der Anzahl. Grafik vom Autor aus den DWD-Daten (Station 4548) erstellt


Bild 13 Fichtelberg, Tagesniederschlag 1890 – 25.05.2018. Quelle: DWD Daten Station 1358. Grafik vom Autor erstellt


Bild 14 Fichtelberg 1931 – 25.05.2018. Datum Starkregentage >30 mm und gleitender Jahreswert der Anzahl. Grafik vom Autor aus den DWD-Daten (Station 4548) erstellt


Bild 15 Magdeburg, Tagesniederschlag 1881 – 25.05.2018. Quelle: DWD Daten Station 3126. Grafik vom Autor erstellt


Bild 16 Magdeburg 1881 – 25.05.2018. Datum Starkregentage >30 mm und gleitender Jahreswert der Anzahl. Grafik vom Autor aus den DWD-Daten (Station 3126) erstellt


Fazit
Nirgends lässt sich ein die Tagesniederschläge stetig verstärkender Einfluss eines Klimawandels finden. Einzelne – extreme – Tageswerte geschehen immer aus heiterem Himmel und teils mit vielen, vielen Jahrzehnten Abstand, ohne die geringste „Vorwarnung“ im Verlauf. Beim Sichten der (wenigen) Langzeitreihen erkennt man auch, dass alleine mit dem Betrachten der Zeit ab ca. 1950 (ab der dann mehr Messreihen vorliegen) keine Trendaussage möglich ist.
Dafür gibt es einen einfachen Grund: Starkregenereignisse hängen nicht von der globalen Temperatur, und damit auch nicht vom CO2-Eintrag in die Atmosphäre ab (Bild 17).
Womit nur wieder bestätigt wurde, was schon frühere Sichtungen zeigten:
[9] EIKE 18.04.2018: Beeinflussungen durch Starkregen nehmen in Deutschland nicht zu. Mit schlecht angewandter Statistik lässt sich aber das Gegenteil „zeigen“ (Teil 2)
[10] EIKE 12.08.2017: Die Starkregen vom Juli 2017 in Deutschland sind (keine) Menetekel eines Klimawandels
[11] EIKE 22.08.2017: Verschiebt der Klimawandel Europas Hochwässer dramatisch
Aussagen von „Fachpersonen“, welche in der Lage scheinen, Extremereignisse spontan einem Klimawandel zuordnen zu können, darf man als mindestens unseriös bezeichnen. Anhand der Daten ist es zumindest nicht möglich.
Allerdings bekommt eine seriöse Berichterstattung nicht die gewünschte Medienpräsenz. Dazu muss man schon etwas „powern“:
Stern 22. Juli 2011: [4] Kachelmann gegen Jung Der Zwist der Wetterfrösche
Anmerkung: Es „gelingt“ natürlich durch Rücksimulation des damaligen Wetters. Leider sind diese Simulationen mit den schlechten Daten kalibriert.

Historische Daten

Richtig interessant wird es immer, wenn sich zum betrachteten Gebiet auch historische Daten finden. Solche liegen zum Fluss Mulden, der im Vogtland der Elster gegenüber liegt und genau so hochwasserträchtig ist, vor [7]. Und daran ist gezeigt, dass die Hochwasser dieser Gegend nicht mit der Temperatur oder den Niederschlag, sondern mit Trendumkehrungen des Klimas korrelieren.
[7] Landesamt für Umwelt und Hydrologie, Uwe Büttner: Die größten Hochwasser im Gebiet der Mulden
… Im Zusammenhang mit den Untersuchungen von Glaser (2001) zur mitteleuropäischen Klimageschichte in den letzten 1000 Jahren wird deutlich, dass die Zeitpunkte des Eintretens großer Hochwasser am Beispield es Muldengebietes mit markanten Änderungen und mit Trendumkehrungen in den Temperatur- und Niederschlagsverläufen korrespondieren. Sie treten außerdem in Zeiten sowohl der Über- als auch der Unterschreitung der Temperatur- und Niederschlagsmittelwerte auf (Abb. 20 und 11) …

Bild 17 [7] Temperaturverlauf Mitteleuropa seit dem Jahr 1000 mit Hochwasserereignissen der Mulden (Vogtland)

Bild 18 [7] Niederschlagsverlauf Mitteleuropa seit dem Jahr 1000 mit Hochwasserereignissen der Mulden (Vogtland)

Quellen
[1] EIKE 27. Mai 2018: Roda Verheyen schlägt wieder zu: EUGH wird angerufen weil die EU Klimaziele nicht streng genug verfolgt werden!
[2] EIKE 24.05.2018: Das „natürliche“ Wetter einzuklagen, wird weltweit immer beliebter
[3] msn wetter, Berliner Kurier: Klimawandel-Schock: Rekord-Hitze und heftige Unwetter
[4] Stern 22. Juli 2011: Kachelmann gegen Jung Der Zwist der Wetterfrösche
[5] EIKE 24.01.2017: Jahrtausendhochwasser am 01.06.2016 in Simbach – so entstehen Menetekel des Klimawandels
[6] TU Dresden Institut für Hydrologie und Meteorologie 2012, Dissertation: Regionalisierung von Hochwasserscheiteln auf Basis einer gekoppelten Niederschlag-Abfluss-Statistik mit besonderer Beachtung von Extremereignissen
[7] Landesamt für Umwelt und Hydrologie, Uwe Büttner: Die größten Hochwasser im Gebiet der Mulden
[8] Umweltbundesamt: Monitoringbericht 2015 zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel Bericht der Interministeriellen Arbeitsgruppe Anpassungsstrategie der Bundesregierung
[9] EIKE 18.04.2018: Beeinflussungen durch Starkregen nehmen in Deutschland nicht zu. Mit schlecht angewandter Statistik lässt sich aber das Gegenteil „zeigen“ (Teil 2)
[10] EIKE 12.08.2017: Die Starkregen vom Juli 2017 in Deutschland sind (keine) Menetekel eines Klimawandels
[11] EIKE 22.08.2017: Verschiebt der Klimawandel Europas Hochwässer dramatisch




Experimen­telle Verifi­kation des Treibhaus­effektes

1. Einführung

In der ersten Mitteilung (1 hier ) wurde eine neuartige Apparatur vorgestellt, die im Gegensatz zu den bisher bekannten Untersuchungsmethoden nicht die austretende IR-Strahlung (Transmission), sondern die IR-Gegenstrahlung (Treibhauseffekt) von IR-aktiven Gasen untersucht. Die Apparatur enthält als wesentliche Bestandteile eine sogenannte Erd-Platte und in einem großen Abstand eine Aerosol-Platte, die stellvertretend für die Erdoberfläche und für eine Wolkenschicht stehen. Bei einem ersten Test mit Propan als Modell-Treibhausgas wurde gefunden, dass dieses Gas eine bereits vorhandene, konstruktionsbedingte Gegenstrahlung EG unter bestimmten Voraussetzungen erhöhen kann. Diese Untersuchung wurde nun mit Methan, CO2, Lachgas, Butan und Freon 134a wiederholt. Hierzu wurde die auf 16 °C temperierte Apparatur mit 1,3 Vol.-% des IR-Gases gefüllt und danach nur die Aerosol-Platte schrittweise bis auf – 18 °C abgekühlt. Bei jedem Abkühlungsschritt wurde die Heizleistung QE ermittelt, die für eine konstante Temperatur der Erd-Platte von 16,09 °C erforderlich ist (experimentelle Daten siehe Kap. 4).
Diese Art der Versuchsdurchführung wird „Abkühlungs-Modus“ genannt, da die Temperatur der Aerosol-Platte schrittweise gesenkt wird. Mit dieser Technik lässt sich die wechselseitige Beeinflussung von einer IR-Gas-Strahlung mit der Hintergrundstrahlung der Aerosol-Platte untersuchen. Bei der alternativen Versuchsdurchführung, dem „Konzentrations-Modus“, werden die Strahlungen der IR-Gase bei konstanten Temperaturen aber unterschiedlichen Konzentrationen der Gase analysiert. Hier ist von vornherein die Aerosol-Platte viel kälter als ihre Umgebung. Dieses Verfahren ist besser geeignet, die konzentrationsabhängigen Emissionsgrade der IR-Gase zu ermitteln, worüber in den folgenden Mitteilungen berichtet werden soll.
Die gefundenen Heizleistungen QE werden über die Temperatur der Aerosol-Platte TH (als T4/108, in Kelvin) in einem Excel-Diagramm aufgetragen (Abb. 1). Die zweite X-Achse TpH in °C dient der Orientierung. Der Übersicht halber werden die einzelnen Messpunkte von + 16 bis – 18 °C nur beim Freon angegeben.
In der ersten Mitteilung (1) wurde abgeleitet, dass die Heizung der Erd-Platte QE zahlenmäßig mit der Strahlungskühlung PE identisch ist. Die Strahlungskühlung PE ist die Energie, die die Erd-Platte als Differenz ihrer IR-Ausstrahlung ME und Empfang einer IR-Gegenstrahlung EG verlieren würde (Gleichung 1). ME ist in dieser Gleichung die IR-Ausstrahlung der Erd-Platte von 396,9 W/m2 (berechnet nach Stefan-Boltzmann, ε = 1).
Um ein Abkühlen der Erd-Platte durch Strahlungskühlung zu verhindern, muss ihr von außen Wärme zugeführt werden. Die Erd-Platte hat eine konstante Temperatur wenn QE = PE ist. Die Y-Achse zeigt somit auch die Strahlungskühlung PE an, die von den IR-Gasen beeinflusst wird.
Gleichung 1:

Man kann den Treibhauseffekt mit der Strahlungskühlung PE oder mit der Gegenstrahlung EG charakterisieren, da beide Größen, wie in Gleichung 1 angegeben, miteinander verknüpft sind. Aber ACHTUNG! Strahlungskühlung und Gegenstrahlung verhalten sich gegenläufig. Eine starke Gegenstrahlung hat eine geringe Strahlungskühlung zur Folge!
In der Literatur wird die Strahlungskühlung (Gleichung 1) als „effektive Ausstrahlung“ der Erde bezeichnet. Der alternative Begriff „Strahlungskühlung“ zeigt, dass es sich hier um eine Kühlung durch IR-Strahlung handelt. Damit soll deutlicher hervorgehoben werden, dass die Erde noch weitere Kühlungsmöglichkeiten, wie z.B. Wasserverdunstung oder Konvektion, hat.
Aus den experimentell ermittelten Messpunkten werden die linearen Excel-Trendlinien berechnet (Tab. 1). Die Trendlinien bestehen aus einem konstanten Teil PE(TH=0) (maximale Strahlungskühlung ohne Gegenstrahlung von der Aerosol-Platte) und einem variablen Teil dPE/dTH (Verlauf der Geraden).
Alle neu untersuchten IR-aktiven Gase zeigen ein ähnliches Strahlungsverhalten wie Propan, aber mit deutlich unterschiedlichen Strahlungskühlungen PE. Damit erweist sich die sehr einfache Versuchsapparatur als durchaus geeignet, den erdnahen Treibhauseffekt zu überprüfen. Die IR-Gase sind in Tab. 1 nach der Wirksamkeit ihres Treibhauseffektes (Abnahme der Strahlungskühlung PE) angeordnet. Eine erste Überraschung ist die Reihenfolge von Methan und CO2. Methan, angeblich ein wesentlich stärkeres Treibhausgas als CO2, erweist sich hier als der schwächere IR-Gegenstrahler. Da bei der aktuellen Versuchsserie der Einfluss der Hintergrundstrahlung im Mittelpunkt stand, soll das unerwartete Resultat der Methan-Strahlung hier nicht weiter kommentiert werden.
In einer weiteren Versuchsserie (dann jedoch im Konzentrations-Modus) wurden alle o.g. IR-Gase noch einmal hinsichtlich ihrer Strahlungsfähigkeit untersucht. Dabei wurde die geringere IR-Strahlung des Methans im Vergleich zum CO2 erneut festgestellt, worüber später berichtet werden soll.
Tabelle 1: Excel-Trendlinien für die Strahlungskühlung der Erdplatte: PE = dPE /dTH ∙ TH + PE(TH=0)

Die Messung im Abkühlungs-Modus macht es möglich, die gegenseitige Beeinflussung der IR-Gas-Strahlung und einer Hintergrundstrahlung in einem Diagramm darzustellen. Dabei wird die Aerosol-Platte als Hintergrundstrahler bezeichnet, da sie sich aus Sicht der Erd-Platte hinter den IR-Gasen befindet. Die Aerosol-Platte scheint für den Treibhauseffekt von geringer Bedeutung, da der größte Teil ihrer Strahlung von den IR-Gasen verdeckt wird und sie also nur im Hintergrund agiert. Das ist eine fundamental falsche Einschätzung, wie im Folgenden gezeigt werden soll.

Abb. 1: Beeinflussung der Strahlungskühlung der Erd-Platte PE durch IR-Gase und durch die Temperatur TH der Aerosol-Platte


Aus Abb. 1 ist ersichtlich, dass die Strahlungskühlung der Erd-Platte PE nicht nur von der Wirksamkeit eines IR-Gases, sondern auch von der Temperatur der Aerosol-Platte TH abhängig ist.
Je größer das Strahlungsvermögen eines IR-Gases, desto geringer die Energieabgabe der Erd-Platte durch IR-Strahlung (Strahlungskühlung PE). Andererseits wird die Strahlungskühlung PE aber auch von der Temperatur der Aerosol-Platte beeinflusst, wie an dem abschüssigen (negativen) Verlauf der Trendlinien zu sehen ist. Die Wirkung der IR-Gase kann sogar null werden, wenn Erd- und Aerosol-Platte die gleiche Temperatur haben. Diese Relativierung des Treibhauseffektes durch einen Hintergrundstrahler wurde in der 1. Mitteilung ausführlich abgeleitet.
Die Verringerung des Treibhauseffektes wird durch eine Art Gegenbewegung verursacht. Wenn sich die Strahlung eines Treibhausgases EVG (als Vordergrund-Strahler) erhöht (verringert), verringert (erhöht) sich auch zu einem gewissen Umfang der Teil der Hintergrundes EHG(TH), der die Erd-Platte tatsächlich erreicht (Gleichung 2). Letztendlich ist durch diese Gegenbewegung die Zunahme (Abnahme) der gemeinsamen Gegenstrahlung beider Strahlungsquellen (EG) stets kleiner als die Summe der theoretischen Strahlungen von Vor-und Hintergrund. Vordergrund- und Hintergrundstrahler können als Strahlungskonkurrenten bezeichnet werden, die sich gegenseitig bei der IR-Bestrahlung der Erdoberfläche EG behindern (1).
Gleichung 2:

Dieser Zusammenhang ist von grundsätzlicher Bedeutung und gilt auch für Wolken. Wolken können einerseits je nach Schichtdicke und Wolkenart bis zu 90 % der Sonneneinstrahlung reflektieren (Wolken-Albedo, (2)) und damit die Erde abkühlen. Andererseits verursachen Wolken als IR-Strahler aber auch eine Erwärmung der Erde, was ihre Bewertung bisher so schwierig machte. Die Konkurrenz mit Treibhausgasen verringert nur den Beitrag der Wolken bei der IR-Bestrahlung der Erde (ihre wärmende Seite) und nicht die wolkenbedingte Streuung und Reflektion des Sonnenlichtes. Wegen dieser einseitigen Einflussnahme der Treibhausgase sollte eine Neubewertung von Wolken erforderlich sein. Es ist zu vermuten, dass, im Gegensatz zur Lehrmeinung, jede Form von Wolken zur Erdkühlung beiträgt! Bisher galt, dass nur tiefe, optisch dichte Wolken die Erde kühlen, aber hohe, optisch dünne Wolken die Erde erwärmen (3).
Die gegenseitige Konkurrenz bedeutet, dass auch umgekehrt Wolken/Aerosole die Wirksamkeit der Treibhausgase verringern. Deswegen sind Zweifel an der IPCC-Formel für den CO2-Strahlungsantrieb angebracht (Gleichung 3), da hier nur die theoretische CO2-Strahlung ohne Hintergrundstrahlung berechnet wird. Eine ausführliche Auseinandersetzung mit dieser IPCC-Formel und Vorstellung einer eigenen CO2-Strahlungsformel soll in der nächsten Mitteilung erfolgen.
Gleichung 3:

Aus Abb. 1 ist auch ersichtlich, dass eine Messung der IR-Gas-Strahlung (mit dieser Apparatur) nur vor einem wesentlich kälteren Hintergrund möglich ist. Wenn Erd- und Aerosol-Platte die gleiche Temperatur haben ist die Strahlungskühlung PE null, unabhängig ob Treibhausgase vorhanden sind oder nicht.
Hinzukommt, dass Treibhausgase (bei bestimmten Wellenlängen) durchsichtig sind. Der IR-Sensor (die Erd-Platte) „sieht“ nicht nur die IR-Gase, sondern auch den Hintergrund (Aerosol-Platte). Beide Strahlungsquellen gehen also in die IR-Messung ein. Ideal wäre ein Hintergrund mit der Temperatur TH = 0, von dem keine IR-Strahlung ausgeht. Die hohe Linearität R2 (Pearson-Funktion > 0,998) der gefundenen Trendlinien PE (Tab. 1) bei der Abkühlung bis -18 °C macht es aber möglich, durch Extrapolation bis T= 0 rechnen zu können. So lässt sich die reine IR-Gas-Strahlung (ihr theoretisches Strahlungspotential), ohne Hintergrundstrahlung der Aerosol-Platte, ermitteln.
Zusätzlich zur Strahlung der Aerosol-Platte gibt es noch eine Strahlung der Aluminiumwand der Apparatur, die als eine Konstante die Messungen beeinflusst und bei der Messung „ohne IR-Gas“ mit 102 W/m2 ermittelt wurde (1).
Die vorgestellten Versuche sind nur Labor-Untersuchungen, die den Treibhauseffekt der erdnahen Atmosphäre modellieren. Aber wird die IR-Gegenstrahlung der realen Atmosphäre auch von Wolken beeinflusst? Das ist eine Frage, die sich schon die Pioniere der Klimaforschung stellten. Schon Anfang des 20. Jahrhunderts hat Knut Ångström ein Pyrgeometer entwickelt, das die „dunkle“ (IR) Strahlung der Atmosphäre ermitteln konnte (4). Wie auch bei der eigenen Apparatur wurde der elektrische Strom gemessen, der für eine gleichbleibende Temperatur eines geschwärzten, dem Himmel ausgesetzten Thermoelementes benötigt wird. So gesehen ist die vorgestellte, eigene Apparatur eine Anlehnung an das Pyrgeometer von Knut Ångström. Sein Sohn, Anders Ångström, und Sten Asklöf haben die nächtliche „Wärmeaustrahlung“ in verschiedenen Regionen der Erde untersucht und festgestellt, dass sie von der Lufttemperatur und der Luftfeuchtigkeit aber vor allem vom Bewölkungsgrad abhängt (5). Es wurde gefunden, dass die effektive Ausstrahlung (Strahlungskühlung) der Erde bei bewölktem Himmel nur rund 23 % im Vergleich zum klaren Himmel beträgt. Diese ersten, einfachen Messungen der effektiven IR-Ausstrahlung der Erde wurden durch spätere Messungen mit verbesserten Geräten überprüft. Dabei wurde festgestellt:Bei bedecktem Himmel betrug die Intensität der effektiven Ausstrahlung im Mittel 18,5% des Wertes bei wolkenlosem Himmel (6).
Dass Wolken als starke IR-Strahler die nächtliche Abkühlung (z.B. im Winter) erheblich mindern können, gehört mittlerweile zum Allgemeinwissen. Angesicht der vielen bekannten Untersuchungen wären eigene Messungen eigentlich nicht nötig gewesen. In der Zwischenzeit sind jedoch die Geräte zur Messung der IR-Strahlung dank Mikroelektronik nicht nur wesentlich handlicher, sondern vor allem auch erschwinglicher geworden. Um mit eigenen Augen die atmosphärische Gegenstrahlung kennenzulernen, wurde die IR-Strahlung des Himmels über Berlin von Juli 2016 bis Mai 2017 in unregelmäßigen Abständen mit einem Pyrometer PCE-891 (ein Infrarot-Thermometer) bei unterschiedlichen Bewölkungsgraden gemessen. Die Messungen des bewölkten Himmels zeigten erwartungsgemäß eine sehr starke, durch Wolken verursachte Gegenstrahlung. Unerwartet spannend wurden die Messungen des wolkenfreien Himmels. Nach Auffassung von F. Möller sind nur die IR-Gase Wasserdampf, CO2 und in kleinem Umfang Ozon, Methan und Lachgas die Ursache der atmosphärischen Gegenstrahlung bei klarem Himmel, die sich mit seinen Strahlungsdiagrammen berechnen lassen (7). Die IR-Strahlung von Wasserdampf und CO2 wird nicht bestritten. In den folgenden Kapiteln wird jedoch gezeigt, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit auch von den nicht sichtbaren Aerosolen eine erhebliche IR-Strahlung erzeugt wird und hier ein Umdenken erforderlich ist.

Der wolkenfreie Himmel – die Strahlung der nicht sichtbaren Aerosole?

Laut Wikipedia sind die IR-aktiven Gase die einzigen IR-Strahler, die bei klarem Himmel eine Gegenstrahlung zur Erde schicken. „Bei klarem Himmel besteht die Gegenstrahlung hauptsächlich aus der Wärmestrahlung der Atmosphärengase“ (8).
So wurde mit einem Pyrgeometer (im IR-Wellenlängenbereich von 5 bis 25 μm) von einer Wetterstation bei München am 6. Oktober 2005 der Verlauf der Gegenstrahlung während eines Tages gemessen. „Während des Vormittags herrschte Hochnebel. Die Nebeltröpfchen trugen als effiziente langwellige Strahler zu relativ hohen Strahlungswerten von ca. 370 W/m² bei. Gegen Mittag löste sich der Nebel auf und ließ einen klaren Himmel zurück. Die Atmosphärengase alleine sind weniger effiziente langwellige Strahler, die Strahlungswerte gingen daher merklich zurück, auf etwa 300 W/m². … Über das Jahr und den ganzen Globus gemittelt beträgt die Intensität der Gegenstrahlung etwa 300 W/m² “.
Die These einer exklusiven IR-Gas-Strahlung deckt sich mit der Aussage neuzeitlicher Meteorologen: „Der klare Himmel enthält nur wenige kleinste Partikel. Es liegt eine reine gasförmige Atmosphäre und kein Aerosol vor…“ (9).
Die Thesen provozieren allerdings Zweifel, denn dann hätten die großen Ballungsgebiete der Erde kein Feinstaubproblem, es gäbe keinen Sahara-Staub, die Pflanzen kämen ohne Pollen aus und es wäre fraglich wie sich Wolken überhaupt bilden können, denn: „Die Wassertröpfchen (der Wolken) bilden sich um Kondensationskerne (Aerosole, Anm. d Verf.) herum, wenn die relative Feuchtigkeit der Luft 100 % geringfügig (um höchstens 1 %) übersteigt“ (10).
Tatsächlich gibt es eine Reihe von Beobachtungen und Indizien, die alle darauf hinweisen, dass die atmosphärische Gegenstrahlung bei wolkenfreien Himmel gemeinsam von IR-aktiven Gasen (hauptsächlich Wasserdampf und CO2) und den nicht sichtbaren Aerosolen erzeugt wird. Aufgeführt werden drei völlig unterschiedliche Untersuchungen: Die eigenen Temperatur-Messungen des klaren Himmels über Berlin (Kap. 2.1), Messungen der Boden-Temperatur aus größerer Höhe (Kap. 2.2) und Berechnungen der Wasserdampf-Strahlung mit Formel von Ångström und anderen Forschern (Kap. 2.3). Jedes dieser Argumente mag für sich alleine fragwürdig sein, aber in ihrer Summe bilden sie ein schlüssiges Konzept einer Aerosol-Strahlung, die von der modernen Klimaforschung offensichtlich vernachlässigt wurde. Dabei waren sich die Vorväter der Meteorologie ursprünglich einig, dass sich: Millionen von Staubteilchen in der Luft befinden und sogar einen Beitrag zur sogenannten Rückkehr- oder Kältekonvektion während der nächtlichen Abkühlung leisten(11).
Temperatur-Messungen des wolkenfreien Himmels
Zum Erforschung der atmosphärischen Strahlung wurde der wolkenfreie Himmel über Berlin zu unterschiedlichen Tag- und Nachtzeiten mit einem Pyrometer PCE-891 (ein Infrarot-Thermometer) gescannt. Das verwendete Pyrometer besitzt einen eingebauten Filter, der nur IR-Strahlen der Wellenlängen 8 – 14 µm durchlässt und ist mit einer Optik 50:1 ausgestattet, die eine Fokussierung ermöglicht. Damit misst das Pyrometer in einem Wellenlängenbereich, der nur wenig von CO2 oder Wasserdampf beeinflusst wird (atmosphärisches Fenster). Protokolliert wurde die Temperatur des Himmels bei Höhenwinkeln von 0 bis 90 Grad (Winkel über dem Horizont). Dabei wurde die Messung bei 0 Grad mit der Lufttemperatur in einer Höhe von 1,8 m gleichgesetzt. Die gefundenen Messwerte sind extrem vom Höhenwinkel abhängig (Tab. 2). Im Durchschnitt wurde ein Unterschied von 22 K zwischen den Winkelmessungen von 20 und 90 Grad gefunden. Die starke Winkelabhängigkeit lässt sich durch schwache IR-Strahler erklären, die eine große Schichtdicke (mehrere Kilometer) für die Sättigung ihrer Strahlungen benötigen. Dabei ist bei der senkrechten Messung der Anteil der kalten atmosphärischen Schichten größer als beim flachen 20 Grad Winkel. Um eine Vorstellung zu bekommen, was die Temperatur-Messungen bedeuten, wurde in der Tabelle ein „Strahlungsäquivalent“ in W/m2 angegeben. Es ist die Strahlungsdichte, die ein „Schwarz-Körper“ bei den gemessenen Temperaturen emittieren würde.
Wer oder was verursacht aber diese IR-Strahlungen? Der Messbereich des Pyrometers von 8 – 14 µm ist zu groß, um Treibhausgase per se auszuschließen zu können. Da wäre zunächst das Ozon, das bei 9,6 µm, also ziemlich mittig, ein Emissions-Maximum hat. Bei den Ozon-Emissionen handelt es sich um sehr kleine, selbst im Zentrum nicht gesättigte Banden, die vernachlässigt werden können. Aus den Messungen des Wettersatelliten Tiros im Wellenlängenbereich 7,5 – 13,5 µm weiß man, dass auch in geringem Umfange CO2 und Wasserdampf IR-Emissionen in diesem Wellenbereich aussenden (siehe Kap. 2.2). Diese beiden Treibhausgase können also teilweise die Winkelabhängigkeit erklären. Allerdings sind die beobachten Unterschiede der Himmels-Strahlung von 90 W/m2 zwischen der 20 und 90 Grad Messung (Tab. 2, B – D) zu hoch, um sie allein durch H2O- und CO2-Strahlung erklären zu können. Schließlich haben diese Gase im Wellenbereich des Pyrometers keinen Haupt-Peak sondern nur Ausläufer, die die Messung beeinflussen. So bleibt als plausible Erklärung nur die Annahme einer gemeinsamen Strahlung von Treibhausgase und Aerosolen. Aerosole, als feste oder flüssige Partikel, erzeugen eine kontinuierliche Strahlung mit einem Maximum zwischen 11 und 12 µm (Wiensches Verschiebungsgesetz), das perfekt mit dem Messbereich des Pyrometers übereinstimmt.
Tabelle 2: Temperaturmessung bei klarem Himmel: Pyrometer PCE-891

Die Winkelabhängigkeit der IR-Gegenstrahlung bei klarem Himmel ist keineswegs eine neue Entdeckung. So wurde bereits 1933 in der Nacht vom 19. zum 20. Mai in Föhren bei Trier mit einem „Effektiv-Aktinometer“ eine Abhängigkeit der effektiven Ausstrahlung (Strahlungskühlung) vom Höhenwinkel festgestellt (Tab. 3) (12).
Tabelle 3: „Meridionale Intensitätsverteilung der effektiven Ausstrahlung in relativen Einheiten, Zenit = 100“ nach Kessler und Kaempfert
Temperaturmessung der Erdoberfläche aus größerer Höhe
Im Juli 1961 wurde von der NASA der Wettersatellit TIROS III in eine Erdumlaufbahn gebracht, der u.a. mit einen IR-Sensor (Tiros Channel 2, IR-Empfindlichkeitsbereich von 7,5 – 13,5 µm) ausgerüstet war. Dabei stellte sich heraus, dass die im Orbit gemessenen Strahlungstemperaturen der Erdoberfläche stets niedriger sind als die tatsächlichen Temperaturen vor Ort. Es wurde erkannt, dass die Temperatur-Messungen von der (kalten) Atmosphäre beeinflusst wurden. Das „atmosphärische Fenster“ im Bereich 7,5 – 13,5 µm war offensichtlich nicht so transparent wie erhofft. Dabei wurden vor allem die IR-Strahlungen von Wasserdampf, CO2 und Ozon als Ursache dieser Atmosphären-Strahlung ausgemacht. Die nicht sichtbaren Aerosole als weitere Strahlungsquelle wurden merkwürdigerweise nicht beachtet. Dabei gab es einen deutlichen Hinweis auf eine mögliche Aerosol-Strahlung. So betrug die Abweichung 13,3 K bei einer „extrem feuchten“ Atmosphäre über Panama (15.11.1961). Über der trockenen Sahara- Wüste (Colomb-Bechar, 15.07.1961) betrug trotz geringer Wasser-Konzentration die Abweichung immer noch 8,8 K (13). Das ist ein Wert, der ausreichend Raum für eine Aerosol-Strahlung bietet.
Ein weiterer Hinweis findet sich im Bericht über Temperatur-Messungen von Wasseroberflächen aus einer Höhe von bis zu 2400 m (vom Flugzeug oder Hubschrauber) mit einem PRT-Radiometer im Spektralbereich 8 – 13 µm. Wie schon bei den Messungen des Tiros-Satelliten wurde eine Abweichung zwischen Strahlungs-Temperatur und tatsächlicher Oberflächen-Temperatur festgestellt. Wegen der geringeren Höhe war die Abweichung mit 2 – 3 K entsprechend kleiner. Dabei erwies sich der Einfluss der Luftfeuchte geringer als erwartet: Die Erfahrung zeigt, dass die Luftfeuchtigkeit einen wesentlich geringeren Einfluss auf die Korrekturwerte für die Strahlungstemperatur hat als die Lufttemperatur“ (14). Auch wenn der Autor die Rolle der Aerosole nicht anspricht, können seine gefundenen Abweichungen als Aerosol-Strahlung interpretiert werden.
Die Wasserdampf-Strahlung bei wolkenfreiem Himmels
Die Messungen des wolkenfreien Himmels mit dem Ångström-Pyrgeometer zeigten, dass die atmosphärische Gegenstrahlung von Temperatur und Feuchtigkeit der Luft abhängig ist. Zur Berechnung dieser Strahlung ließ sich Ångström von der Überlegung leiten, dass die effektive IR-Ausstrahlung Ae der Erde durch die Differenz von ihrer Ausstrahlung (σ ∙ T4Erde) und der Gegenstrahlung der Atmosphäre (G) gebildet wird (Gleichung 4, siehe auch Gleichung 1) (5). Stellt man die Gleichung um, ist die Gegenstrahlung G die Differenz von Erd- und effektiver Ausstrahlung. Dabei wird nach Ångström die effektive Ausstrahlung Ae durch eine modifizierte Stefan-Boltzmann-Gleichung berechnet, deren Koeffizienten experimentell ermittelt wurden. Unter der Annahme, dass erdnahe Atmosphäre und Erdoberfläche die gleiche Temperatur haben lässt sich die Gegenstrahlung G nach Gleichung 4 berechnen.
Gleichung 4:

Umfangreiche Messungen in den nachfolgenden Jahren bestätigten, dass die Gegenstrahlung von Luft-Temperatur und -Feuchte abhängt. Dabei wurden die Koeffizienten von Bolz und Falkenberg korrigiert (15).
Gleichung 5:

In der Klimaforschung ist es heute üblich, Strahlungsdiagramme zur Berechnung der atmosphärischen Aus- und Gegenstrahlung auf Basis der Absorptionslinien der IR-aktiven Gase zu benutzen (7). Die Rechnungen benötigen Großrechner und sind für einen Außenstehenden schwer nachzuvollziehen und vor allem nicht überprüfbar. Da sie die Ergebnisse von Ångström aber im Grundsatz bestätigen, kann man weiterhin mit der einfachen bzw. korrigierten Ångström-Formel die Wasserdampf-Strahlung ermitteln. Vor allem sind die Rechnungen vertrauenswürdig, da sie von einer großen Zahl von Feldversuchen bestätigt wurden. Tab. 4 zeigt die atmosphärische Gegenstrahlung bei einer Lufttemperatur von 15 °C, berechnet nach der Formel von Bolz/Falkenberg für Luftfeuchten von 0 bis 100 % (Klammer-Werte wurden nach der Ångström-Formel berechnet). Der Anteil der Wasserdampf-Strahlung an der berechneten Gegenstrahlung wurde aus der Zunahme der IR-Strahlung zum Basiswert von 223 W/m2 (ohne Wasserdampf; rel. Feuchte = 0) ermittelt.
Die Rechnungen offenbaren zwei fundamentale Widersprüche: Die atmosphärische Gegenstrahlung wird bei klarem Himmel bei 15 °C nur zu einem kleinen Teil (30 % nach Bolz/Falkenberg) von Wasserdampf verursacht, und die H2O-Strahlung ist viel kleiner als nach den Absorptionsbanden des Wasserdampfes zu erwarten wäre.
Tabelle 4: Berechnungen der atmosphärischen Gegenstrahlung bei wolkenfreiem Himmel bei 15 °C nach Bolz/Falkenberg und Ångström (in Klammern)

Die o.g. These: „Bei klarem Himmel besteht die Gegenstrahlung hauptsächlich aus der Wärmestrahlung der Atmosphärengasewird durch diese Rechnungen nicht bestätigt. Addiert man zur Wasserdampf-Strahlung noch die CO2-Strahlung (angeblich rund die Hälfte der H2O-Strahlung) kommen die beiden wichtigsten Treibhausgase nur auf rund 45 % der atmosphärischen Gegenstrahlung. 55 % der atmosphärischen Gegenstrahlung werden also nicht von Treibhausgasen erzeugt! Es muss noch eine weitere Strahlungsquelle (die Strahlung der Aerosole?) geben, um die gemessene Gegenstrahlung des Himmels erklären zu können.
Aber auch die maximal erreichbare H2O-Strahlung von 95 W/m2 bei 100 % rel. Feuchte ist verwunderlich. Dieser Wert ist nur 50 % der theoretischen H2O-Strahlung von rund 190 W/m2. Letzteres ist ein Schätzwert, der sich aus dem Planck’schen Strahlungsgesetz und der Annahme der Sättigung aller H2O-typischen Absorptionsbanden zwischen 5 – 8 und 17 – 100 µm bei 15 °C ergibt.
Diese Widersprüche lassen sich durch eine gemeinsame Gegenstrahlung von Wasserdampf und Aerosolen auflösen, worauf in Kap. 3 ausführlicher eingegangen wird.
Anmerkung: Das Pyrgeometer von Ångström hat keinen Strahlungs-Filter. Es werden alle relevanten Wellenlängen der atmosphärischen Gegenstrahlung erfasst. Damit wird hier, anders als bei den eigenen Messungen (Kap. 2.1), die gesamte atmosphärische Gegenstrahlung gemessen.
Die IR-Gegenstrahlung unter Wolken
1. Temperatur-Messungen des bedeckten Himmels
Nach der gleichen Methode, wie im Kap. Der wolkenfreie Himmel – die Strahlung der nicht sichtbaren Aerosole?.1 beschrieben, wurde der wolkenbedeckte Himmel (tiefe Schichtwolken) über Berlin mit dem Pyrometer PCE-891 gescannt (Tab. 5).
Wie schon bei der Temperatur-Messung bei klarem Himmel dargelegt, erfassen die Messungen nur einen Teil der atmosphärischen Gegenstrahlung (Wellenlängen-Bereich von 8 – 14 µm). Die starke Zunahme der IR-Strahlung von 122 W/m2 (90 Grad Messungen), im Vergleich zum wolkenlosen Himmel (Tab. 2 und Tab. 5), zeigt eindeutig, dass hier hauptsächlich die Strahlung der Wolken gemessen wird.
Ansonsten zeichnet sich diese Messreihe unter Wolken durch eine geringere Winkelabhängigkeit der Messwerte von 3,3 K zwischen der 20 und 90 Grad Messung aus, die sich aus dem relativ kurzen Abstand von Boden und Wolken ergibt. Damit bestätigt sich die These, dass die Winkelabhängigkeit der Temperatur-Messungen von schwachen Strahlern der Atmosphäre verursacht wird, die mehrere Kilometer Atmosphäre für eine gesättigte Strahlung benötigen, die unter Wolken nur bedingt vorhanden ist.
Tabelle 5: Temperaturmessung des bedeckten Himmels: Pyrometer PCE-891
2. Die Wasserdampf-Strahlung bei bedecktem Himmel
Übereinstimmend fanden Ångström und Asklöf, dass die effektive Ausstrahlung AW der Erde in Gegenwart von Wolken je nach Wolkenbedeckungsgrad und ihrer Höhe erheblich verringert wird. Aw wird aus der effektiven Ausstrahlung A0 (klarer Himmel) durch Multiplikation mit den Koeffizienten k und w erhalten (5).
Gleichung 6:

Die Gegenstrahlung für den vollständig bedeckten Himmel (w = 10) und einer durchschnittlichen Wolkenhöhe (k = 0,765) ergibt sich nach Gleichung 7, wobei für A0 der Ausdruck Ae aus Gleichung 4 eingesetzt wird.
Gleichung 7:

Tab. 6 zeigt die atmosphärische Gegenstrahlung bei vollständiger Wolkenbedeckung und einer Lufttemperatur von 15 °C bei rel. Luftfeuchten von 0 bis 100 %. Der Anteil der Wasserdampf-Strahlung an der berechneten Gegenstrahlung wurde aus der Zunahme der IR-Strahlung zum Basiswert von 351 W/m2 (ohne Wasserdampf; rel. Feuchte = 0) ermittelt.
Tabelle 6: Berechnungen der atmosphärischen Gegenstrahlung bei vollständiger Wolkenbedeckung und 15 °C nach Ångström/Asklöf
Als erstes fällt die geringe Auswirkung der Luftfeuchte auf. Selbst bei 100 % rel. Luftfeuchtigkeit beträgt der Anteil der Wasserdampf-Strahlung nur 5 % (19 W/m2) der berechneten Gegenstrahlung von 370 W/m2.
Wegen der geringen Wirkung des Wasserdampfes wurden von anderen Forschern alternative Formeln vorgeschlagen, die den Wasserdampf ganz weglassen („da er in der Messgenauigkeit untergeht“) und nur die Wolkenbedeckung als Parameter berücksichtigen (15).
Zur Erinnerung, die Gegenstrahlung (erdnaher Treibhauseffekt) wirkt sich nach Gleichung 1 unmittelbar und direkt auf die Kühlung (Strahlungskühlung) der Erde aus. Die Erde kann bei 15 °C (100 % Feuchte) nur 21 W/m2 (391 – 370) durch IR-Strahlung loswerden. Kein Wunder, dass die Temperaturen bei einer nächtlichen Abkühlung unter einer geschlossenen Wolkendecke kaum zurückgehen. Aber der entscheidende Punkt ist, dass Wasserdampf an diesem starken Effekt nur zu 5 % beteiligt ist. Diese Erkenntnis ist angesichts der aktuellen Global-Warming-Diskussion von besonderer Tragweite. Wasserdampf ist kein x-beliebiges Treibhausgas, sondern das wirksamste IR-aktive Gas der Atmosphäre, das angeblich für 66 bis 85 % aller absorbierten IR-Strahlungen verantwortlich sein soll (16).
Die Naturbeobachtungen (Formeln) der frühen Forscher bestätigen im vollen Umfang die eigenen Laborversuche und daraus abgeleiteten Schlussfolgerungen. Danach verlieren die Treibhausgase in Gegenwart einer geschlossenen Wolkendecke fast vollständig ihre Wirksamkeit.
Selbst moderne IR-spektroskopische Messungen der atmosphärischen Gegenstrahlung in Barrow (Alaska) zeigen, dass der erdnahe Treibhauseffekt der IR-aktiven Gase unter Wolken völlig verschwinden kann (17).
Auch ein Vergleich der beiden Strahlungs-Rechnungen (Tab. 4 und Tab. 6) für den klaren und bewölkten Himmel bietet einige interessante Aspekte:
Ohne Wasserdampf (rel. Feuchte = 0) verursachen Wolken eine Zunahme der Gegenstrahlung von 128 W/m2 (351 vs. 223 W/m2). Ein vergleichbarer Wert von 122 W/m2 wurde bei den eigenen Temperatur-Messungen, allerdings im Messbereich 8 – 14 µm, gefunden (Kap. 3.1).
Aber in einer feuchten Atmosphäre (100 % rel. Feuchte) ist der wolkenbedingte Zuwachs nur noch 67 W/m2 (auf Basis der Ångström-Werte 370 vs. 303 W/m2) (Tab. 4 vs. Tab. 6).
Diese Betrachtungen sind ein weiterer Beweis, dass bei einer gemeinsamen Strahlung von Treibhausgasen und Wolken beide Strahlungsquellen ihre Wirksamkeit einbüßen. Die im Labor gefundenen Zusammenhänge sind also keinesfalls neu, sondern weisen nur experimentell nach, was ursprünglich Lehrmeinung und festes Wissen von Meteorologen und Klimaforschern war.
Die moderne Klimatologie hat die früheren Bestimmungen der erdnahen Gegenstrahlung durch spektroskopische Messungen der IR-Ausstrahlung (Transmission) am oberen Rand der Atmosphäre TOA (Top of the Atmosphere) aus Sicht von Wetter-Satelliten (z.B. Nimbus 4) ersetzt. Die TOA-Spektren zeigen auffällige Absorptions-Kegel für Ozon aber vor allem für CO2, die zu einer Verringerung der gesamten Transmission beitragen. Es wird geschlussfolgert, dass sich die Erde erwärmen muss, um mit den anderen Wellenlängen die fehlenden Transmissionen auszugleichen. Diese Interpretation setzt voraus, dass sich zwischen TOA und Erdoberfläche keine weiteren Strahler befinden. Akzeptiert man aber die Existenz der Aerosole und Wolken als weitere Strahler der Atmosphäre lässt sich schlussfolgern, dass nicht unmittelbar die Erdoberfläche, sondern die Aerosole und die Oberseiten der Wolken sich etwas erwärmen. Ein Vorgang, der indirekt auch die Temperatur der Erdoberfläche beeinflussen sollte, allerdings wesentlich abgeschwächter als die unmittelbar wirksame IR-Gegenstrahlung des erdnahen Treibhauseffektes.

Abb. 2: Berlin am 14.06.2017, 12:20 Uhr, Luft: 20,0 °C (1,8 m): Temperatur-Messungen unterschiedlich dichter Wolken und wolkenfreier Abschnitte.


Die IR-Strahlungen der Wolken und Aerosole sind ähnliche Strahlungskomponenten der Atmosphäre mit kontinuierlichen Übergängen. Aerosole und Wassertropfen zeichnen sich durch eine sehr große Oberfläche (bezüglich ihrer Masse) aus. Das ist eine wichtige Voraussetzung einer Oberflächen-Strahlung von festen und flüssigen Stoffen. In der Atmosphäre ist diese Partikel-Strahlung von ihrer Konzentration (Partikel pro m3 Luft) und der Temperatur ihrer Umgebung abhängig, wie in Abb. 2 deutlich zu sehen ist.
Anhang- Experimentelle Daten
QE ist die elektrische Heizung einer fiktiven Erd-Platte mit einer Fläche von 1 m2. Die tatsächlich gemessenen Werte der verwendeten Erd-Platte (219,04 cm2) sind um den Faktor 0,0219 kleiner. UH ist die Spannung von 5 in Reihe geschalteten Peltier-Elementen (TEC1-12706) auf der Aerosol-Platte, die mit dem Voltmeter (Voltacraft VC 250) gemessen wurden. Diese Elemente registrieren die IR-Ausstrahlung (Strahlungen der Erd-Platte, der Seitenwand und der IR-Gase) und die Wärmeleitung der unmittelbaren Umgebung. Da die Wärmeleitung beim Abkühlen der Aerosol-Platte ständig zunimmt, wird UH bei Experimenten im Abkühlungs-Modus nicht ausgewertet, sondern nur zur Information in den folgenden Tabellen angegeben.
Tabelle 7: ohne IR-Gase

Tabelle 8: Methan

Tabelle 9: CO2

Tabelle 10: Lachgas

Tabelle 11: Propan

Tabelle 12: Freon 134a

Literaturverzeichnis

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15. Schulze, Rudolf. Strahlenklima der Erde. Darmstadt : Dr. Dietrich Steinkopff, 1970. S. 103. Bd. 72.
16. Winter, Maiken. Welche Rolle hat der Wasserdampf beim Treibhauseffekt? [Online] 01. Januar 2008. [Zitat vom: 24. Mai 2018.] https://www.cleanenergy-project.de/gesellschaft/green-lifestyle/wasserdampf-treibende-kraft-beim-treibhauseffekt/.
17. Christopher J. Cox, Penny M. Rowe, Steven P. Neshyba, and Von P. Walden. A synthetic data set of high-spectral-resolution infrared spectra for the Arctic atmosphere. [Online] Earth Syst. Sci. Data, 8, 199–211, 2016, 18. 01 2016. [Zitat vom: 23. 01 2018.] https://www.earth-syst-sci-data.net/8/199/2016/essd-8-199-2016.pdf.
Hier die englische Version des Beitrages 2. Communication – Experimental verification of the greenhouse effect




Renaturierung – eine ökonomische, ökologische und landeskulturelle Fehlinvestition – Renaturierungsprojekt Große Rosin – ein Beispiel

Als „Zweck der Maßnahme“ (Pkt. 3.1) wird herausgestellt:

Der Polder „Große Rosin“ liegt im potenziell natürlichen Überflutungsbereich der Peene und wurde im Zuge der Intensivierung der Landwirtschaft eingedeicht und durch ein weitmaschiges Grabensystem über ein leistungsstarkes Schöpfwerk entwässert. Er besteht aus den Teilflächen Große Rosin, Kleine Rosin und dem Teilpolder Altbauhof, der mittels Durchlass eine Verbindung mit der Kleinen Rosin und damit zum Schöpfwerk Aalbude hat.

Infolge der jahrzehntelangen intensiven Nutzung der Polderflächen und der dadurch bedingten Degradierung des Moores kam es zu Moorsackungen, so dass die Polderflächen aktuell teilweise erheblich unter dem Mittelwasserstand der Peene liegen. Das Gebiet ist Teil der Kernzone des Naturschutzgroßprojektes „Peenetal/Peene-Haff-Moor“ mit gesamtstaatlicher repräsentativer Bedeutung.“

Allein diese treffende Kurzbeschreibung zeugt von der Durchdachtheit und Weitsicht des um 1970 mit hohem Aufwand durchgeführten Meliorationsgroßprojektes. Dieses erbrachte nicht nur enorme ökonomische Vorteile für die LPG sondern befreite die Anwohner von den Unannehmlichkeiten und gesundheitlichen Risiken des Moores. Es bescherte ihnen vor allem auch menschenfreundliches Wohnumfeld und neue Möglichkeiten und Anreize für Freizeitgestaltung, Naherholung und Sport. Die Menschen waren zufrieden und im Einklang mit ihrer Region, erfreuten sich an der Kulturlandschaft und an den sich durch Artenvielfalt gekennzeichneten Biotops einer fruchtbaren Niedermoorlandschaft mit intensiver Grünland- und Viehwirtschaft. Die Region hatte an Attraktivität gewonnen; es entwickelte sich eine touristische Infrastruktur für Urlauber im Sommerhalbjahr.

Der Pflege- und Entwicklungsplan für dieses Naturschutzgroßprojekt legt für den Polder „Große Rosin“ folgende Entwicklungsziele fest:

Aufgabe des Polderbetriebes und Schaffung naturnaher Grundwasserverhältnisse. Das

Grabensystem, insbesondere die Fanggräben, sind zu verschließen. Die dann von der

dauerhaften Überflutung betroffenen Flächen unterliegen der Naturentwicklung. Hier

wird zunächst die Entwicklung von Großseggenrieden und teilweise von Röhrichten

erwartet.

Die weiterhin bewirtschaftbaren Talrandbereiche sollen durch extensive Mahd oder

Beweiden zu artenreichen Feuchtwiesen entwickelt werden.

Die randlich im Niedermoorbereich stockenden Bruchwälder (Hohes Bruch und Wendisch Teichholz) werden in bisher nicht abschätzbarem Maße der Vernässung ausgesetzt. Besonders im Wendisch Teichholz muss mit einem partiellen Verlust der forstlichen Bewirtschaftbarkeit, z. T. auch mit dem Absterben einzelner Bäume gerechnet werden. Diese Waldbereiche sollen aus der Nutzung herausgelöst und künftig einer natürlichen Entwicklung überlassen werden.“

Gemäß diesen „Entwicklungszielen“ wurde auch verfahren. Im Planfeststellungsbeschluß sind dementsprechend nur Zerstörungen von allem Sinnvollen aufgeführt, so dass es im Hinblick auf die ökologischen Verhältnisse sich dem Wesen nach um eine „Rückentwicklung“ ins ökologische Mittelalter handelt.

Was ist nun die Realität, die die Menschen in Verachtung, Wut und Besorgnis bringt?

Von der „Herstellung eines weitgehenden natürlichen Wasserregimes“ oder der „Schaffung naturnaher Grundwasserverhältnisse“ oder „eines naturnahen hydrologischen Systems“ kann keine Rede sein. Im Gegenteil – die gesamten Wasserverhältnisse sind alles andere als naturnah, sind fern ab von „natürlichen“ Wasserverhältnissen und zudem noch völlig nutzlos; haben zum Totalverlust an Wertschöpfung und Zerstörung der teuer erschaffenen Infrastruktur geführt. Aber das ist noch nicht alles: Sie sind zudem – wie später noch darzulegen sein wird –im Hinblick auf den Kampf gegen den Klimawandel kontraproduktiv durch erhöhte Methanemission.

Was ist dem Wesen nach ausgeführt worden und was ist in der Realität entstanden?

Die Große Rosin ist ein Durchströmungstalmoor, das vom Grundwasser und dem Oberflächenwasser der angrenzenden Endmoräne gespeist wird. Durch die zweckentfremdete Nutzung der Deiche als landseitige Staumauern und durch die Verbauungen der Hauptvorfluter mit panzersperrenartigen unregulierbaren Barrieren läuft das Niedermoor wie eine große Badewanne voll. Die in den Deichen absichtlich hoch eingesetzten Rohrduchbrüche mit seeseitigen Verschlussklappen und die Höhe der Grabenverbauungen haben auf fast der ganzen Flachwasserseen mit all seinen negativen ökologischen Folgen entstehen lassen. Der Wasserspiegel wird dadurch in den Renaturierungsgebieten 40 – 60 cm über dem Wasserstand des Kummerower Sees gehalten. Dieses Wasserszenario hat absolut nichts mit einem „naturnahen hydrologischen System“ zu tun. Das würde bei einem sich über Seeniveau einstellenden Wasserstand den Abfluss und umgekehrt bei höherem Wasserstand des Kummerower Sees, d.h. der Peene, den Rückfluss des Hochwassers in die Wiesen gewährleisten und damit würde das Flusstalmoor seiner Bestimmung als natürlicher Ausdehnungs- und Überflutungsbereich, d.h. seiner Funktion als Hochwasserschutz, gerecht werden. Der gegenwärtige Zustand bietet keinen Hochwasserschutz, was in dem regenreichen Sommer 2011 mehr als deutlich an dem Hochwasserstand der Peene im Bereich Neukalen zu bemerken war.

                        Vorher 2002                                                         Nachher 2013
Zwei Bilder, vom gleichen Standort, vom Kützerhofer Damm aus aufgenommen im Jahre 2002 vor und im Jahre 2013 6 Jahre nach der der Renaturierungsmaßnahme, veranschaulichen das Unbeschreibbare am deutlichsten.

Diese aufgezwungenen „Hitchcock“-Landschaften und den Verlust von Lebensraum und Kommerzpotentialen wollen die Bürger und Mandatsträger nicht länger hinnehmen.

Die Große Rosin umfasst eine Fläche von 1074 ha. Das ist für die regenerative Energiegewinnung ein nicht unbedeutendes Potential, gilt es doch in Wahrnehmung der Verantwortung gegenüber dem Welthunger und der notwendigen Reduzierung des Verbrauches fossiler Brennstoffe die Sonnenenergie für produktive Zwecke einzufangen und effektiv zu verwerten. Deutschland hat nicht das Recht, zumindest nicht das moralische, solche Wertschöpfungspotentiale durch Wiedervernässung zu zerstören.

Naturwissenschaftliche Gesichtspunkte

Die Wiedervernässung der fundiert meliorierten „Großen Rosin“, ein Niedermoor mit großer Mächtigkeit (bis zu 10m Tiefe) wurde mit Moorschutz und damit im Zusammenhang stehend mit einer Reduzierung von CO2-Emissionen als ein Element im allseitigen Kampf gegen den Klimawandel begründet.
Im Internet werden, autorisiert vom Ministerium für Landwirtschaft, Umweltschutz und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommerns, unter der Internetadresse http://www.moorfutures.de/de/moorfutures/projektbeispiel die folgenden Daten und Fakten
sozusagen als Begründung der Wiedervernässungsmaßnahme und Ableitung der Moor Futures – aufgeführt: 

Daten und Fakten zu diesem Projekt:

Diese Angaben zu Treibhausgasemissionen vor der Vernässung sind wissenschaftlich nicht nachvollziehbar und schlichtweg falsch. Sowohl die Treibhausgasemissionen nach der Wiedervernässung von 10 t CO2-Äquivalente noch die 14 t CO2-Äquivalente „Einsparung pro ha sind wissenschaftlich fundiert und begründet. Nur eines ist sicher – es wird hier staatlicherseits ohne wissenschaftliche Begründung eine große Abzocke inszeniert:
11.760 t CO2-Äqu. x 30 Jahre x 30 € = 10.584.000 €. Das ist bei Aufwendungen für die Wiedervernässung von 1 Mill. ein großartiges Betrugsgeschäft mit dem Feigenblatt des Klimawandels.
Werfen Sie einen Blick zurück auf die Weide/Wiese vor der Renaturierung: Das war die „Große Rosin“. Nun wird behauptet, dass diese Weide/Wiese mit geschlossener Grasnarbe und einer Entwässerung auf einen Grundwasserstand von etwa 80 bis 40 cm unter Flur soll
24 t
CO2-Äquivalente/ha und Jahr emittieren. Dabei ist in Betracht zu ziehen, dass es sich hierbei nicht um kontinuierlich über das Jahr ablaufende Prozesse handelt, sondern dass diese Emissionen nur im Sommerhalbjahr bei Temperaturen über 3° C vonstatten gehen können. Somit würden 24 tCO2-Äquivalente/ ha und Jahr in der Realität 48 t CO2-Äquivalente/ha in den Sommermonaten bedeuten. Damit wird absurd noch absurder!

Um sich diese Größe vorstellen und einschätzen zu können, muss man Vergleiche heranziehen. Der Ertrag von 1 ha Weizen von 100 dt Korn und 40 dt Stroh entspricht entsprechend seines Kohlenstoffgehaltes 20 t CO2 Äquivalenten, das heißt ein ha Grünland müsste sinngemäß den Korn- und Strohertrag von 1,2 ha Weizen oxydieren und emittieren.

Die Absurdität dieser Emissionswerte ergibt sich auch aus der chemischen Betrachtung:

24 t CO2-Äquivalente = 6,55 t Kohlenstoff und 17,45 t Sauerstoff.

Es entstehen 12.729.124 l CO2 , wozu 12.223.071 l Sauerstoff = 58.344.015 l Luft bei totalem bzw. bei biologischem Entzug von absolut 2 % Sauerstoff 2.917.200.727 l bzw.
291 m3 /m2 Grünland benötigt würden. Das entspricht einer Luftsäule von 291 m Höhe, die in den Boden eindringen und das entstehende CO2, das spezifisch schwerere als Luft ist, heraus spülen müsste.

Bei Oxydation des Kohlenstoffs würden 54,6 GJ Aktivierungsenergie benötigt und 214 GJ Energie/ha freigesetzt. Das alles ist absurd!
Die Emissionswerte sind in der Moorschutzliteratur vermutlich mit Absicht nicht definiert, d.h. nach Herkunft und Entstehung oder Bestimmungsmethode nicht erklärt und differenziert. Man argumentiert mit undifferenzierten Pauschalwerten. Auch das ist unwissenschaftlich.

Klimarelevant wäre nur das CO2, das durch Oxydation von fossilem Moorkohlenstoff bzw. durch Decarboxylierung aus fossilem Moorsubstrat, d.h. aus noch weiter abbaubarem strukturiertem Moorsubstrat pflanzlicher Herkunft entsteht. Der postglazial vorwiegend durch Inkohlung entstandene amorphe, die Schwarzfärbung verursachende Moorkohlenstoff oxydiert nicht bei bloßer Gegenwart von Luftsauerstoff. Dieses Kohlenstofffraktion bedarf einer hohen Aktivierungsenergie (vergl. Kohlenanzünder!) und ist an der CO2-Emission nicht beteiligt.
Alles andere CO2 , das durch Atmung der Grünen Pflanzen oberirdisch und durch die Wurzeln unterirdisch oder durch mikrobiellen Abbau (Zersetzung) abgestorbener pflanzlicher und tierischer Biomasse entsteht, ist klimairrelevantes Kreislauf-CO2, denn dieses CO2 wurde zuvor aus der Atmosphäre entnommen und in Biomasse akkumuliert.
Unter den in der „Großen Rosin“ seinerzeit gegebenen hervorragenden hydrologischen Verhältnissen, die einen effektiven Moor- und Umweltschutz gewährleisteten (den Beweis lieferte der erstklassige Zustand des Grünlandes zur Wendezeit) , kann eine CO2-Emission aus Moorsubstrat 1-3 t CO2-Äquivalenten/ha und Jahr veranschlagt werden..
Maßgebend für die ökologische Bewertung eines Standortes sind nicht imaginäre undefinierte CO2-Emissionsangaben, sondern die ökologische Bilanz des Standortes in Abhängigkeit von seiner Nutzung. Die von den Moorschützern postulierten CO2-Emissionswete zeigen nicht nur keinerlei Differenzierung nach der Herkunft und Wirkung, sondern berücksichtigen auch keine Gegenbilanzierung der CO2 -Akkumulation in der erzeugten Biomasse. Das bedeutet, die Emissionswerte sind wissenschaftlich falsch, sind mit Absicht nach oben manipuliert; sind bewusste Irreführung der Gesellschaft und staatlichen Behörden!
Die ökologische Bilanz eines Standortes im Sinne des Klimaschutzes ergibt sich aus der Differenz zwischen CO2-Akkumulation (Festlegung) durch Assimilation und – speziell für Moorstandorte – der CO2-Emission durch Abbau von fossilem Torfmoorsubstrat.

In der Tabelle 1 und in dem Diagramm sind die auf der Grundlage von Literaturrecherchen kalkulierten Beziehungen für Niedermoorgrasland in Abhängigkeit vom Entwässerungsgrad (Wasserstand unter Flur) dargestellt.

Die ökologische Bilanz erreicht im Bereich der Unterflurentwässerung von – 80 bis – 40 cm ein Optimum, d.h. die klimairrelevante produktiv nutzbare CO2-Bindung (Festlegung) beträgt etwa 17 – 22 t CO2-Äquivalente/ha und Jahr, die jedoch sodann im vernässten und überstauten Bereich in eine klimaschädliche Methanemission umschlägt. Dabei nicht einbezogen ist die jährlich im unterirdischen Bereich gebildete Biomasse (Wurzelmasse), die umgerechnet mit ca. 10 t CO2-Äquvilaente/ ha und Jahr veranschlagt werden kann. Bildung und Verrottung von Wurzelmasse ist ein klimairrelevantes Nullsummenspiel; ist Kreislauf-CO2!

In Folgenden sind die Ergebnisse von auf Literaturrecherchen basierenden Modellrechnungen für Grasland- und Renaturierungsflächen auf Niedermoor aufgeführt.

Hierzulande sind „intakte Moore“ und wiedervernässte Renaturierungsflächen (Flachwasserseen) natürliche „Biogasreaktoren“ mit in relativ geringen Mengen anfallender nachwachsender Rohstoffe (Biomasse) und einer Ablagerung (Sedimentation) der unvergärbaren kieselsäure- und ligninhaltigen Zellwandbestandteile (Gärungsrückstände) als Morast. Das gebildete Methan (Biogas) entweicht als „Treibhausgas“ mit einer gegenüber CO2 23-fachen klimaschädigenden Wirkung kontraproduktiv in die Atmosphäre.

Wie sieht die ökologische Bewertung der Moorstandorte im Vergleich zum Kulturgrasbau (Grünlandnutzung) auf meliorierten und wasserstandsregulierten Niedermoorstandorten, wie die Große Rosin es einmal war, aus?

Eine Antwort geben die Ergebnisse von Modellrechnungen mit unterschiedlichen Erträgen bzw. unterschiedlichem Anfall an Biomasse auf den Moorstandorten in Tabelle 2.

Der Kulturgrasanbau auf meliorierten wasserstandsregulierten Niedermoorflächen bindet ertragsabhängig zwischen 12,4 bis 24,8 t CO2-Äquivalente/ha in der erzeugten Biomasse, die ein Biogaserzeugungspotential von 2100 bis 4250 m3 Methan/ha verkörpert, und emittiert als willkommene ökologisch bedeutsame Sekundärleistung der Assimilation 3.300 bis 6.500 m3 Sauerstoff/ha in die Atmosphäre. Als ökologische Kohlenstoffbilanz stehen je ha + 6.300 bis +12.650 m3produktiv nutzbare CO2-Äquivalente auf der Habenseite zu buche.

Die Renaturierungsflächen hingegen weisen laut Modellrechnung bei einem Anfall an Biomasse von 50 bis 300 dt/ha zunächst eine Kohlenstoffbindung von 1,5 bis 8,9 t CO2-Äquivalenten aus, die jedoch nicht produktiv genutzt werden kann. Die Biomasse fällt der

anaeroben Vergärung anheim. Laut „Richtwerte für die Gasausbeuten“ (2010) kann mit einer Methanemission von 320 Normlitern (0°C und 1013 mbar) je kg organischer (aschefreier) Trockensubstanz (oTS), d.h. im Modell mit 250 bis 1500 Nl Methan/ha, gerechnet werden. Das Methan entweicht mit einem Wirkungsfaktor von 23 l CO2-Äquivalenten/ l l Methan in die Atmosphäre und entspricht einer atmosphärischen Wirkung (Belastung) von 5.800 bis 35.000 m3 CO2-Äquivalenten. Dies führt ungeachtet der C-Bindung und Sauerstoffemission bei der Bildung der Biomasse zu einer negativen ökologischen C-Bilanz, im Modell linear zum Biomasseanfall ansteigend von -5000 bis – 30.500 m3 CO2-Äquivalenten/ha, = -101,46 m3CO2-Äquivalente/dt Biomasseertrag. Dadurch sind Moore keine Kohlenstoffsenken und die Renaturierung (Wiedervernässung) von meliorierten Niedermoorflächen ist gegenüber dem Kulturgrasanbau (Grünlandnutzung) sowohl ökologisch als auch ökonomisch, wie z.B. im Hinblick auf regenerative Energieerzeugung, ein Desaster.

Bezogen auf die „Große Rosin“ ergibt sich bei einem Grünmasseertrag (18 % Trockenmasse (TS)) von 800- 600dt/ha und Jahr ein Trockenmasseertrag von 14,4 – 10,8 t TS/ha und Jahr. Das entspricht einer CO2 –Akkumulation/-Bindung von 24 – 18,6 t CO2-Äquivalenten/Jahr. Die ökologische Bilanz beträgt netto ca. 23-21 bzw. 17,6 – 15,6 t CO2-Äquivalente/ha und Jahr.
Daraus ergibt sich für das Territorium der Großen Rosin von 1040 ha ein Wertschöpfungsverlust von

800 dt Grünmasse (18 % TS)

Trockenmasse: 14.976 t

Produktive CO2-Äquivalente 24.960 t
davon Netto-CO2-Bindung 21.840 – 23.920 t
Regenerative Energie (265,3/ha) 275.947 GJ <-> 10.753.600 l Benzin
Methanproduktionspotential 4.408.560 m3

600 dt Grünmasse (18 % TS)

Trockenmasse: 11.232 t

Produktive CO2-Äquivalente 19.344 t
davon Netto-CO2-Bindung 16.224 – 18.304 t
Regenerative Energie (265,3/ha) 206.960 GJ <-> 8.065.200 l Benzin
Methanproduktionspotential 3.306.368 m3

Verlust an Sauerstoffproduktion (-emission):

Sauerstoffemission 8oo dt/ha 6.857.760 m3
600 dt/ha 5.143.632 m3

Diese enormen Leistungspotentiale sind in den Wiesen der Großen Rosin im wahrsten Sinne des Wortes untergegangen. Können wir uns eine solche Vergeudung von wirtschaftlichen Potenzen angesichts der Energiewende leisten? Die Antwort ist ein klares NEIN!

Was wurde nun anstelle dieser Wertschöpfung durch die Renaturierung erreicht?

Bei der Renaturierung der Großen Rosin ist nahezu alles schief gegangen bzw. haben wir es im Gegensatz zu dem durchdachten Meliorationsprojekt mit einer schwerwiegenden Fehlplanung zu tun.

Im Zuge der Renaturierungsmaßnahmen wurden alle zuvor geschaffenen materiellen Werte der Infrastruktur und damit ihre regulierenden Funktionen zerstört. Die zweckentfremdete Nutzung der Deiche als landseitige Staumauern und die Grabenverbauungen bewirken, dass die Große Rosin wie eine Badewanne mit Oberflächen- und Quellwasser voll läuft. Dadurch ist das hydrologische System so missgestaltet worden, dass es nahezu flächendeckend zu einem Überstau von 10 – 30 cm über Flur geführt hat. Demzufolge werden die anfallenden Biomassen größtenteils anaerob zu Methan vergoren und die unvergärbaren kieselsäure- und ligninhaltigen Zellbestandteile am Boden als teilweise strukturierter Bioschlamm (Morast) abgesetzt. Diese Sedimentation ist kein Moorwachstum, für solche Umsetzungen, d.h. zur Reduktion von organisch gebundenem Kohlenstoff gibt es keine Redox-Potentiale; d.h. ein „Moorwachstum“ findet nicht statt.

Hierzu schreibt DRÖSLER et al. (2011):
Überstau während der Vegetationsperiode ist zu vermeiden bzw. auf möglichst kleine Flächen zu beschränken. Wenn sich bei Überstau in nährstoffreichen Niedermooren Mudden bilden oder leicht zersetzbare Grasvegetation fault, können extrem hohe Methanemissionen entstehen, die eine ähnliche oder höhere Klimawirkung wie die Ackernutzung haben können. .. Die Renaturierungspraxis mit großflächigem Überstau, z.B. nach Torfabbau, ist zu überdenken.
Die Ergebnisse und Folgen der Renaturierung der Großen Rosin (1040 ha) sind wie folgt zu beziffern:

Bei einem jährlichen Anfall von 100 bis 300 dt Biomasse/ ha ergibt sich aus Modellkalkulationen (Tabelle 2) folgendes Bild:

300 dt Biomasse/ha

Kohlenstoffbindung 9.266 t CO2-Äquivalente/ha und Jahr
Sauerstoffemission 2.361.840 m3/Jahr
Methanemission 1.581.840 m3/Jahr
Atmosphärische Wirkung 36.374.000 m3/Jahr
Ökologische Bilanz -31.655.520 m3 CO2-Äquivalente/Jahr

100 dt Biomasse (18 % TS)/ha

Kohlenstoffbindung 3.089 t CO2-Äquivalente/ha und Jahr
Sauerstoffemission 787.280 m3/Jahr
Methanemission 527.280 m3/Jahr
Atmosphärische Wirkung 12.124.320 m3/Jahr
Ökologische Bilanz -10.551.840 m3 CO2-Äquivalente/Jahr

Die Schlussfolgerung aus den alternativen Darstellungen einerseits der wirtschaftlichen Potentiale der Großen Rosin und andererseits des durch die forcierte Methanemission verursachten ökologischen Schadens ist, dass es ein grober wirtschaftlicher und politischer Fehler war, ein solch hervorragend melioriertes Gebiet, eine Kulturlandschaft mit großem wirtschaftlichem und touristischem Potentialen, zu zerstören und dabei noch ökologischen Schaden anzurichten.

Anstatt die Nutzung von 25.00 – 19.00 t CO2-Äquivalenten bzw. 275 – 205 GJ Energie oder über Biogas ein Methanproduktionspotential von 4.4 – 3.3 Mill m3 für produktive Zwecke zu gewinnen und Arbeitsplätze zu schaffen, wurde eine geringe CO2-Bindung von 3 – 9 t CO2-Äquivalenten– bedingt durch die Methangärung – der größte Teil des zuvor gebundenen Kohlenstoffs über Methan emittiert und durch die hohe Wirkung des Methans als Treibhausgas – total kompensiert und in einen ökologischer Schaden von – 32 bis -11 Mill. m3 CO2-Äquvivalente verkehrt. Der im Morast „versenkte“ Restkohlenstoff ist gering.

Die hier aufgeführte Schadensbilanz durch Renaturierung bezieht sin nur auf die Fläche der Großen Rosin. Hinzu kommen noch die Sekundärschäden: In erster Linie sind es mehr als
100 ha Wald, die der ganzjährigen Vernässung nicht widerstanden haben: Zuerst sind Birken und Eschen, dann aber auch die Schwarzerlen – insbesondere die Jahrzehnte alten Bäume- eingegangen. Die derzeit noch stehen gebliebenen „Strunke“ werden demnächst umfallen und verrotten. Einst aus gutem Grund angepflanzte Windschutzstreifen fallen der Sukzession anheim. Das Landschaftsbild verschlechtert sich zunehmend.

Absterbender Wald und Windschutzstreifen

Mit dem Verfall der Landschaft einhergehend ist eine zunehmende Verarmung der Flora und Fauna zu verzeichnen. Lediglich die Sumpfpflanzen (Binsen, Seggen, Röhricht usw.) haben sich ausgebreitet. Die sich auf den meliorierten Flächen herausgebildeten Ökosysteme und Biotope, durch Artenvielfalt und pulsierendem Leben ausgewiesene FFH-Gebiete, wurden verdrängt. Wo einst Lerchen in den Himmel stiegen, Kiebitze, Bachstelzen, Schnepfen, Weihe, Brachvögel und Kampfläufer, d.h. Bodenbrüter und Niederwild, Lebensraum hatten, wo es Wiesenvegetation und vereinzelt sogar Orchideen gab, ist jetzt alles weg, wie ausgestorben, Bodentiere (Maulwürfe) sind ersoffen, Wasservögel haben die Renaturierungsgebiete wenig angenommen. Insgesamt gesehen ist nichts da, was vorher nicht da war, aber vieles weg, was vorher da war: Insgesamt kein Gewinn als Flora-Fauna-Habitate!

Die ökologische Bilanz intakter Moore – gemessen in CO2-Äquivalenten ist bestenfalls klimaneutral bis stark negativ – und das gilt besonders auch für die „renaturierten“ Flächen. Der ökologische und ökonomische Vergleich zwischen Moorsaatgrasland und intakten Mooren (Ursprungsland) oder renaturierten Flächen weist schwerwiegende Vorteile für den Kulturgraslandbau auf Moorstandorten aus (siehe Tabelle2) und die relativ geringe Zersetzung von Moorsubstrat kann als kleiner Kollateralschaden in Kauf genommen werden:

Renaturierung (Wiedervernässung) führt zum

– Totalverlust an Wertschöpfung (LN), an produktiv nutzbarer Biomasse (Verfütterung,
Vergärung, Verbrennung und Rohstoffgewinnung),

– Verlust in der Sauerstoffproduktion zur Regeneration der Atmosphäre,

– Verlust in der aktiven Transpiration durch die Pflanzen(Wasserentzug und Erhöhung bzw.
Regulierung der Luftfeuchtigkeit in der Atmosphäre),

– Verlust des Nährstoffentzuges durch Erntegut (externer Mineralstoffkreislauf u.a.),
mit einhergehender Reduzierung der Eutrophierung der Randgewässer usw.,

– Belastung der Atmosphäre durch hohe Methanemission

– Zerstörung der Bodenstruktur -schwarze schmierige Flächen, wo nicht einmal Gras wächst!

– keine wirkliche/echte Moorbildung (Fehlen von Redoxpotentialen, um organisch
gebundenen C zu amorphem C zu reduzieren -> Akkumulation von Morast!
und nicht zuletzt zur

– Gefährdung der Gesundheit und Verminderung des Wohlbefindens (peinigende
Insekten) und zum

– Verlust des ästhetischen Landschaftsbildes (Gammelwiesen, tote Bäume und Morast),
Folge: eingeschränkter Lebensraum und geminderte Lebensqualität, Wertverfall von
Grundstücken und Immobilien.

Schlussfolgerung:

Die Renaturierung der Großen Rosin ist unter wissenschaftlich nicht nachvollziehbaren falschen Vorgaben, wie CO2-Emissionen von 24 t CO2-Äquivalenten und falschen Kostenkalkulationen, begründet und unter Zerstörung von großen Werten, der Infrastruktur, durchgeführt worden. Sie ist unter Anbetracht dessen ein einzigartiges Verlustgeschäft; sie war eine ökonomische und ökologische Fehlinvestition, eine Verschleuderung und zudem noch Schäden verursachende Verwendung von etwa 1 Mill. Euro Steuergeldern aus EU- und Landesmitteln!

Aus diesem objektiven Sachverhalten ergibt sich die Schlussfolgerung, dass es aus Gründen des Klimaschutzes keine Berechtigung gibt, auch nur einen ha meliorierten Grünlands wieder zu vernässen und damit in nutzloses Unland mit einer hohen klimaschädigenden Methanemission zu verwandeln.

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Literatur

(1) http://www.eike-klima-energie.eu/climategate-anzeige/renaturierung-von-mooren-eine-fiktion-mit-verheerenden-folgen/
(2) http://www.eike-klima-energie.eu/climategate-anzeige/die-oekologischen-leistungen-des-kulturpflanzenbaus-und-der-renaturierungsflaechen/
Dr. Arthur Chudy

Lebensraum Peenetal e.V.

achudy@aol.com