Großbritanniens Hitzerekord im Mai ist nicht so eindeutig, wie es den Anschein hat

Cap Allon

Diese Meldung habe ich heute schon als Aufmacher im Radio gehört. Es war zu erwarten, dass dieser „Rekord“ – bildich gesprochen – nicht so heiß gegessen wie er gekocht wurde. A. d. Übers.

Laut dem Met Office hat Großbritannien am Montag seinen Temperaturrekord für den Monat Mai gebrochen, wobei in Kew Gardens 34,8 °C gemessen wurden. Der bisherige Mai-Rekord lag bei 32,8 °C und wurde 1922 sowie erneut 1944 erreicht.

Kew Gardens ist nicht das ländliche Großbritannien. Es ist ein Londoner Bahnhof, der inmitten einer der größten städtischen Wärmeinseln Europas liegt. Es gibt dort zwar offene Grünflächen, aber genau das ist ein Grund dafür, dass die Temperaturen dort so stark steigen: Der Ort profitiert von der gespeicherten Hintergrundwärme des Großraums London, ohne in einer engen städtischen Schlucht begraben zu sein. Straßen, Gebäude, Bahnlinien, Mauern, Verkehr und harte Oberflächen erhöhen die lokale Grundtemperatur, während die offenen, geschützten Flächen bei klarem Himmel starke Sonneneinstrahlung ermöglichen.

Deshalb taucht Kew so oft ganz oben in den britischen Hitzetabellen auf. Es handelt sich zwar nicht um einen Flughafen, aber auch nicht um einen reinen ländlichen Referenzstandort. Es ist eine geschützte Londoner Messstation in einer stark veränderten Landschaft.

Der Meteorologe Ryan Maue schreibt: „Die heutige Stadtlandschaft um London hätte am 29. Mai 1944 leicht Temperaturen über 35 °C hervorgebracht. Man sollte unbedingt Äpfel mit Äpfeln vergleichen, insbesondere bei Wetterbeobachtungen im Abstand von 80 Jahren, bei denen sich die Landnutzung und die Urbanisierung verändert haben.“

Zudem resultierte der Rekordwert in Kew nicht aus einem gleichmäßigen, stetigen Anstieg. Er trat als Spitzenwert auf: 34,8 °C um 14:40 Uhr GMT, was 1,33 °C über dem Wert der vorherigen Stunde lag. An einem sauberen CIMO-Standort der Klasse 1 wird die Wahrscheinlichkeit eines so großen Sprungs auf weniger als 5 % geschätzt. Im Klartext: So verhält sich eine sauber und stabil gemessene Hintergrundtemperatur normalerweise nicht.

In Heathrow ist die Lage noch viel schlimmer. Um 14:23 Uhr GMT wurden dort 34,3 °C gemessen, nachdem die Temperatur innerhalb von nur drei Minuten um 1,3 °C gestiegen war. An einem ungestörten Standort der CIMO-Klasse 1 wird die Wahrscheinlichkeit für einen solchen Anstieg auf weniger als 0,01 % geschätzt.

Diese Messwerte werden dennoch in die nationale Rekordliste aufgenommen.

Heathrow ist eine der meistzitierten Wetterstationen Großbritanniens, liegt jedoch inmitten einer der verkehrsreichsten Flughafenumgebungen der Welt. Start- und Landebahnen, Rollwege, Gebäude, Zufahrtsstraßen, Fahrzeuge, Triebwerke, kurzes Gras, harte Oberflächen und weitläufige, ungeschützte Flächen sind keine neutrale Umgebung.

Die von NetWeather erstellte Liste der 20 höchsten Tagestemperaturen verdeutlicht diese Flughafen-Verzerrung:

NetWeather berücksichtigt die Messwerte aus Kew Gardens nicht. Kew wird vom Met Office betrieben und ist nicht Teil eines Live-Feeds für fortlaufende Messungen.

Die gesamte Top-20-Tabelle der Live-Höchsttemperaturen von NetWeather bezieht sich auf den Luftverkehr: Flughäfen, RAF-Stützpunkte, Flugplätze, ehemalige Flugplätze oder Messstationen in Flughafennähe. Das ist keine repräsentative nationale Hitzemessung. Flughäfen sind künstliche Hitzesammelstellen. Das gilt auch für Kew.

In Wirklichkeit war die Hitze selbst, obwohl für Mai ungewöhnlich intensiv, nicht unerklärlich.

Ein großes Höhenhoch und ein Hochdruckgebiet an der Oberfläche über Großbritannien und Westeuropa sorgten für klaren Himmel, unterdrückten die Bewölkung, begrenzten die Vermischung und ermöglichten es der Sonneneinstrahlung Ende Mai, Wärme aufzubauen:

Die geopotenzielle Höhe auf 500 hPa über London erreichte etwa 594 dm*, was auf der Karte dem Wert für Dubai entspricht:

*Im Klartext: Erst in einer Höhe von 5940 m über UK betrug der Luftdruck genau 500 hPa. Normalerweise ist das im Sommer im Mittel bei etwa 5500 m, im Winter bei Kälte bei etwa 5280 m der Fall. A. d. Übers.]:

Es ist fast sicher, dass es in Großbritannien im Mai schon einmal so heiß war. Hätte es Heathrow im Jahr 1922 schon gegeben, hätte man dort wahrscheinlich 35 °C gemessen. Aber es gab es noch nicht. Das Gebiet bestand aus Ackerland und kleinen Dörfern. Das moderne West-London hatte die Landschaft noch nicht verschlungen. Auch Düsentriebwerke gab es noch nicht. Zu den britischen Flugzeugen jener Zeit gehörten Doppeldecker wie die Fairey IIID. Start- und Landebahnen, Terminals, Zufahrtsstraßen, Parkplätze, Jet-Verkehr, Asphalt und Beton kamen erst Jahrzehnte später. Noch einmal: Äpfel mit Äpfeln vergleichen.

Die Fairey IIID

Auch in den kommenden Tagen wird die Hitze nur von kurzer Dauer sein.

Bis zum Ende der Woche schwächt sich das Hochdruckgebiet ab, das Geopotential sinkt, die Instabilität nimmt zu und der Einfluss des Atlantiks kehrt allmählich zurück. Die Temperaturen gehen zurück, Schauer und Gewitter werden wahrscheinlicher, und das Wetter kehrt zu normaleren Verhältnissen zurück.

Großbritannien erlebte einen heißen Maitag*.

*Interessanes Wortspiel. „MayDay“ ist ein internationaler Notruf von Flugzeugen in Schwierigkeiten. A. d. Übers.

Es wurden zwar Rekorde gebrochen, aber wie immer sind die üblichen Verdächtigen daran beteiligt: Hitzefallen.

Link: https://electroverse.substack.com/p/late-may-snow-returns-to-northern?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email ((Zahlschranke)

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Ein starker El Niño könnte ein La-Niña-Problem heraufbeschwören

Cap Allon

Die Medien spekulieren bereits über das nächste El-Niño-Ereignis.

Einige Prognosen deuten auf ein starkes Ereignis im Jahr 2026 hin, wobei bereits von „Godzilla“ die Rede ist. Alarmisten wissen, dass El Niño der größte Auslöser für kurzfristige globale Temperaturanstiege ist. Es gibt die im Pazifik gespeicherte Wärme an die Atmosphäre ab, lässt die globale Temperatur steigen und liefert der Presse neue Schlagzeilen über Krisen.

Doch die größere Geschichte ist das, was danach kommen könnte.

Eine Studie aus dem Jahr 2024 in „Climate Dynamics“ untersuchte „superlange“ La-Niña-Ereignisse – mehrjährige Kältephasen im zentralen und östlichen äquatorialen Pazifik. Seit 1950 identifizieren die Autoren fünf solcher Ereignisse: 1954–1957, 1973–1976, 1983–1986, 1998–2002 und 2020–2023.

Das Ereignis von 2020 bis 2023 war das jüngste dreifache La Niña-Ereignis. Es führte drei Jahre in Folge zu einer Abkühlung des äquatorialen Pazifiks und trug dazu bei, die globalen Temperaturen niedrig zu halten (bevor dann der Hunga Tonga ausbrach, wodurch eine beispiellose Menge Wasserdampf in die obere Atmosphäre gelangte, was die Temperaturen vorübergehend in die Höhe schnellen ließ).

Die globalen Temperaturen waren niedrig, dann brach der Hunga Tonga aus (roter Pfeil). [UAH]

Die Studie unterteilt diese langen La-Niña-Ereignisse in zwei Haupttypen.

Die Ereignisse von 1983–1986 und 1998–2002 folgten auf sehr starke El-Niño-Ereignisse und wurden durch eine Rückkopplung in der Thermokline angetrieben: Der Ozean gab während des El Niño Wärme ab, woraufhin die Struktur unter der Oberfläche dazu beitrug, anschließend einen kälteren La-Niña-Zustand aufrechtzuerhalten.

Die Ereignisse der Jahre 1954–1957, 1973–1976 und 2020–2023 waren stärker windgetrieben, begünstigt durch starke zonale Winde und einen negativen Hintergrund der Interdekadischen Pazifischen Oszillation.

Sollte es 2026 tatsächlich zu einem starken El Niño kommen, besteht das Folge-Risiko nicht einfach in einer Rückkehr zum neutralen Zustand. Der Pazifik könnte erneut Wärme abgeben, seine Struktur unter der Oberfläche zurücksetzen und ab 2027 in eine stärkere/längere La-Niña-Phase übergehen.

El Niño liefert den Medien ihren Temperaturanstieg. La Niña entzieht der Temperatur Wärme, verschiebt Niederschlagsgürtel, verändert Sturmverläufe und drückt oft die globale Temperatur nach unten. Ein mehrjähriges La Niña nach einem starken El Niño würde genau jene Narrative untergraben, auf die sich die von der kommenden Wärme profitierenden üblichen Verdächtigen derzeit vorbereiten.

Zudem würde sich ein La Niña-Ereignis in den Jahren 2027–2029 wahrscheinlich mit dem Eintritt in das Sonnenminimum des 25. Sonnenzyklus überschneiden. Der Abkühlungsdruck würde nicht nur von einer einzigen Quelle ausgehen. Er würde von einem kälteren äquatorialen Pazifik herrühren, der mit einer schwächeren Sonnenaktivität zusammenfällt, insbesondere wenn sich dieses Minimum als lang oder tief erweist. Gleichzeitig würde jede verbleibende Erwärmung durch den stratosphärischen Wasserdampfimpuls von Hunga Tonga weiter abklingen.

Eine dramatische globale Abkühlung ist durchaus möglich. Zumindest könnte das Szenario einer „ausufernden Erwärmung“ innerhalb weniger Jahre auf ganz andere physikalische Rahmenbedingungen treffen.

Die Erkenntnis daraus: Auf starke El-Niño-Ereignisse folgen oft starke/lange La-Niña-Ereignisse. Der letzte dreifache Einbruch endete erst kürzlich. Eine weitere starke Kaltphasenreaktion ist keine Fantasie. Sie ist bereits in den modernen Aufzeichnungen verzeichnet. Und diese nächste würde zeitlich mit einem (möglicherweise tiefen) Sonnenminimum zusammenfallen.

Link: https://electroverse.substack.com/p/late-may-cold-sweeps-north-america?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email (Zahlschranke)

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Der Klima-Mythos, der unsere Lebensweise zu ändern trachtete

Samuel Furfari und Roland Duchatelet

Seit mehr als drei Jahrzehnten basiert die Klimapolitik auf einer zentralen Prämisse: dass eine wachsende Bevölkerung und expandierende Volkswirtschaften unweigerlich einen immer größeren Druck auf den Planeten ausüben würden.

Am 5. Mai 2026 gab der Weltklimarat (IPCC) ohne großes Aufsehen eine bedeutende Erklärung ab: Sein düsterstes Klimaszenario, RCP 8.5, wird nun als „unwahrscheinlich“ eingestuft. Fast 15 Jahre lang war dieses Szenario Stoff für Zehntausende von Artikeln, ganze TV-Talkshows und die Öko-Angst einer ganzen Generation. Es war der Ausgangspunkt für die +5°C-Prognosen, die herangezogen wurden, um immer mehr Einschränkungen, Steuern und Verbote zu rechtfertigen. Heute räumt der IPCC stillschweigend ein, dass es nicht dazu kommen wird. Einige Kommentatoren begrüßen dies. Andere erklären, etwas zurückhaltender, dass es nie mehr als eine „intellektuelle Übung“ gewesen sei. Eine merkwürdige Übung, deren Schlussfolgerungen 30 Jahre der öffentlichen Politik geprägt haben.

13 Milliarden Menschen

Die Medien feiern diese Abkehr, verschweigen jedoch geflissentlich, dass RCP 8.5 auf der Annahme einer Weltbevölkerung von 13 Milliarden Menschen beruhte. Das Szenario war nicht erst in den letzten Jahren weit hergeholt, sondern von Anfang an. Demografen wussten das. Aufeinanderfolgende Berichte der Vereinten Nationen deuteten bereits auf einen ganz anderen Verlauf hin. Doch sobald sich die Angst festgesetzt hatte, wollte niemand mehr die Zahlen überprüfen.

Seit mehr als drei Jahrzehnten basiert die Klimapolitik – und nicht nur das Modell RCP 8.5 – auf einer zentralen Prämisse: dass wachsende Bevölkerungszahlen und expandierende Volkswirtschaften unweigerlich einen immer größeren Druck auf den Planeten ausüben würden. Diese Annahme, die seit der Klimakonferenz von Rio 1992 in globalen Rahmenwerken verankert ist, prägt die Politik bis heute.

Doch die Welt, die diese Annahme hervorgebracht hat, existiert nicht mehr.

Einer von uns, ein international tätiger Industrieller und Investor im Elektroniksektor, entschied sich vor zwei Jahrzehnten aus Überzeugung, in Wind- und Solarenergie zu investieren, um zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen beizutragen. Wie viele andere zu dieser Zeit glaubte er, dass eine tiefgreifende Transformation der Energiesysteme sowohl notwendig als auch dringend sei. Seitdem hat sich erneuerbare Energie einen Platz im europäischen Strommix gesichert.

Dieser Fortschritt ist real. Aber er ist nur ein Teil der Geschichte – und nicht der wichtigste.

Die entscheidende Veränderung unserer Zeit ist nicht technologischer Natur. Sie ist demographischer Natur.

Im Jahr 1990 gab es das Internet noch nicht. Heute hat der flächendeckende Zugang zu Informationen die Gesellschaften verändert und den Menschen – insbesondere Frauen – die Möglichkeit gegeben, fundierte Lebensentscheidungen zu treffen. Eine Folge davon wurde bislang weitgehend übersehen: ein rascher und weltweiter Rückgang der Geburtenrate pro Frau.

In den Industrieländern sind die Geburtenraten deutlich unter das Reproduktionsniveau gesunken. Der gleiche Trend ist nun auch in den Schwellenländern zu beobachten. Indien hat diese Schwelle bereits überschritten. Die Vereinigten Staaten folgen einem ähnlichen Weg. Selbst in Afrika, wo die Geburtenrate nach wie vor höher ist, hat der Abwärtstrend begonnen und dürfte sich mit fortschreitender wirtschaftlicher Entwicklung fortsetzen.

Die Auswirkungen sind tiefgreifend. Wenn sich die weltweite Geburtenrate bis Mitte des Jahrhunderts bei etwa 1,5 Kindern pro Frau stabilisiert, wird die Weltbevölkerung bei rund 8,5 Milliarden ihren Höchststand erreichen, bevor sie zurückgeht. Bei einer Rate von 1,3 könnte sie bis 2100 auf etwa vier Milliarden sinken – die Hälfte des einst erwarteten Niveaus. Dies steht in krassem Gegensatz zu früheren Prognosen, die von einem anhaltenden Wachstum auf 10 Milliarden oder 13 Milliarden (RCP 8.5-Modell) ausgingen.

Die Kaya-Gleichung

Um zu verstehen, warum dies für die Klimapolitik von Bedeutung ist, betrachten wir eine einfache Gleichung. Nach der sogenannten Kaya-Gleichung sind die CO₂-Emissionen das Produkt aus vier Faktoren: der Bevölkerungszahl, der Wirtschaftsleistung pro Kopf, der zur Erzeugung dieser Leistung benötigten Energiemenge und der CO₂-Intensität dieser Energie. Seit Jahrzehnten konzentriert sich die Politik auf die beiden letztgenannten Faktoren – die Verbesserung der Effizienz und die Verringerung der CO₂-Intensität.

Doch die Bevölkerungszahl ist der erste Term in dieser Gleichung – und der einzige, der derzeit einen strukturellen, globalen Umschwung durchläuft.

Wichtig ist, dass dieser Wandel nicht das Ergebnis einer Zwangspolitik ist, und das ist gut so. Er ist Ausdruck freiwilliger Entscheidungen, die durch Bildung, wirtschaftliche Chancen und den Zugang zu Informationen motiviert sind. Er verläuft friedlich und verstärkt sich selbst. Und er findet in einem Ausmaß statt, das groß genug ist, um die langfristigen Emissionsverläufe neu zu gestalten.

Um es klar zu sagen: Wir befürworten keinen Rückgang der Geburtenrate. Wir mögen diesen Rückgang der Fertilität persönlich bedauern – und der Rückgang der Geburtenrate stellt unsere Gesellschaften vor erhebliche Herausforderungen in Bezug auf Renten, die Weitergabe von Traditionen und die Vitalität unserer Zivilisation. Nichts davon bedeutet, dass Umweltprobleme ignoriert werden sollten. Technologischer Fortschritt und Regulierung haben die Luftqualität und die Lebensbedingungen in vielen Teilen der Welt bereits verbessert. Diese Fortschritte sollten fortgesetzt werden.

Verzerrt

Dies deutet jedoch darauf hin, dass die derzeitigen politischen Rahmenbedingungen verzerrt sind. Die Annahme eines ständig wachsenden menschlichen Drucks auf den Planeten trifft nicht mehr zu. Die Welt tritt nicht in eine Phase ungebremsten Wachstums ein, sondern in eine Phase allmählichen Bevölkerungsrückgangs.

Dies verändert die Ausgangslage.

Die Vorstellung, dass die Wirtschaftstätigkeit drastisch eingeschränkt werden muss, um Klimarisiken zu bewältigen, beruht auf veralteten Prämissen. Eine zutreffendere Sichtweise erkennt an, dass Wohlstand an sich – insbesondere Bildung und die Stärkung des Einzelnen – ein starker Motor sowohl für demografische Stabilisierung als auch für Umweltverbesserungen ist.

Die Klimapolitik sollte sich entsprechend anpassen.

Die Welt hat sich verändert. Es ist an der Zeit, dass unser Denken damit Schritt hält.

This article was published first on American Thinker on 15 May 2026.

Roland Duchatelet ist ein belgischer Unternehmer und Industrieller. Er gründete Melexis, einen weltweit führenden Anbieter von Mikrochips für die Automobilindustrie, und trug dazu bei, dessen dauerhafte Position in der Halbleiterbranche zu festigen. Im Laufe der Zeit hat er ein breiteres industrielles Ökosystem aufgebaut, insbesondere durch Elex, und unterstützt damit eine Reihe von Unternehmen in den Bereichen Elektronik, Technologie und Investitionen. Zuvor war er als belgischer Senator tätig.

Dr. Samuel Furfari ist Professor für Energiegeopolitik in Brüssel und London, ehemaliger leitender Beamter in der Generaldirektion Energie der Europäischen Kommission und Mitglied der CO2 Coalition. Er ist Autor des Artikels „Energy Addition, Not Transition“ sowie von 18 Büchern, darunter „The Truth About the COPs: 30 years of illusions“.

Link: https://clintel.org/the-climate-myth-that-sought-to-change-our-way-of-life/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE




Durchdrehen in einer sich erwärmenden Welt

Robert Vislocky, Ph.D.

Ein in „Nature Communications“ veröffentlichter Artikel („Rapid Flips Between Warm and Cold Extremes in a Warming World“) macht derzeit in mehreren Klimaforen in den sozialen Medien die Runde, obwohl er bereits vor einem Jahr erschienen ist (siehe Link unten). In dem Artikel behaupten die Autoren, dass Wechsel zwischen Wärme- und Kälteextremen in einer sich erwärmenden Welt immer häufiger und intensiver auftreten.

Den Autoren zufolge lassen schnelle extreme Temperaturwechsel „Menschen und Ökosystemen nur sehr wenig Zeit, sich darauf einzustellen und anzupassen“ und „können das Risiko schwerwiegender und sogar irreversibler Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit, die Infrastruktur, die Luftqualität und die Pflanzenphänologie erhöhen“.

Natürlich stürzten sich die Nachrichtenmedien wie die Fliegen auf den Artikel und schürten die Panik. Hier einige der alarmierenden Schlagzeilen:

„Vom Schwitzen bis zum Zittern: Studie zeigt, dass schnelle Temperaturschwankungen zugenommen haben“

https://www.nytimes.com/2025/04/22/climate/temperature-swings-climate-change.html

„Studie zeigt: Plötzliche Wetterumschwünge nehmen zu“

https://www.usu.edu/today/story/study-finds-sudden-weather-whiplash-events-on-the-rise

„Von glühender Hitze bis eisiger Kälte: Die Klimakrise löst plötzliche Temperaturschwankungen aus“

https://nation.africa/kenya/health/from-boiling-hot-to-freezing-cold-climate-crisis-sparks- sudden-temperature-changes-5051276

Nun ist es an der Zeit für eine Realitätsprüfung. Abbildung 1 unten aus dem Artikel zeigt die Trends hinsichtlich der Häufigkeit (a, b), der Intensität (c, d) und der Dauer des Übergangs (e, f) bei extremen Umschwüngen von warm zu kalt und von kalt zu warm für den Zeitraum von 1961 bis 2023. Der globale Trend wird in den kleineren eingebetteten Diagrammen dargestellt, während die regionalen Trends als schattierte Bereiche auf den Karten zu sehen sind. Extreme Umschwünge sind definiert als ein Wechsel von mindestens einer Standardabweichung über dem Normalwert zu mindestens einer Standardabweichung unter dem Normalwert (oder umgekehrt).

Abbildung 1: Trends bzgl. der Häufigkeit (a, b), Intensität (c, d) und Dauer des Übergangs (e, f) von extremen Umschwüngen von warm zu kalt und von kalt zu warm. Wu, S., Luo, M., Lau, G.NC. et al. Schnelle Umschwünge zwischen warmen und kalten Extremen in einer sich erwärmenden Welt. Nat Commun 16, 3543 (2025).

Machen Sie sich nun bereit: Laut ihren Diagrammen stieg die Anzahl der extremen Umschwünge von warm zu kalt von etwa 1,64 Umschwüngen pro Jahr im Jahr 1961 auf satte 1,82 Umschwünge pro Jahr zweiundsechzig Jahre später im Jahr 2023 (Abb. 1a). Das ist ein Anstieg um 0,29 zusätzliche Tage mit extremen Umschwüngen pro Jahrhundert! Die Anzahl der extremen Umschwünge von kalt zu warm stieg von etwa 1,43 Umschwüngen pro Jahr im Jahr 1961 auf kolossale 1,51 Umschwünge pro Jahr im Jahr 2023 (Abb. 1b). Das entspricht einem Anstieg von 0,12 extremen Umschwungstagen pro Jahrhundert. Bei solchen Veränderungen ist es natürlich extrem schwierig für das Leben, sich darauf einzustellen (ironischer Humor).

Auch wenn die Autoren möglicherweise die statistische Signifikanz dieser Häufigkeitstrends nachweisen können, sind diese in der Realität meteorologisch und physikalisch so unbedeutend, dass kein Mensch, kein Tier und keine Pflanze diese Veränderung überhaupt bemerken würde (selbst wenn eine solche Veränderung tatsächlich vorläge).

Neben der Häufigkeit der Umschwünge behaupten die Autoren, dass auch die Dauer des Übergangs abnimmt. Dabei handelt es sich um die Zeit in Tagen, die benötigt wird, um von einem Wärmeextrem zu einem Kälteextrem (oder umgekehrt) zu gelangen. Aus den Grafiken geht hervor, dass der durchschnittliche Wechsel zwischen den Extremen etwas mehr als vier Tage oder etwa 100 Stunden dauert. Nach einem ganzen Jahrhundert der Erwärmung würde der durchschnittliche Wechsel zwischen den Extremen auf der Grundlage ihrer Trendlinien etwa 2,5 Stunden weniger betragen (Abb. 1e, 1f). Auch diese Veränderung ist völlig bedeutungslos, ebenso wie der Intensitätsanstieg von 0,15 Standardabweichungen pro Jahrhundert (Abb. 1c, 1d).

Abgesehen von den wenig aussagekräftigen Trends bei den beobachteten extremen Temperaturumschwüngen gibt es mehrere fragwürdige Aspekte der Studie, die Anlass zur Sorge geben. Zunächst einmal: Warum haben die Autoren ihre Analysen erst im Jahr 1961 begonnen? Die Temperaturdatensätze, die sie in der Studie verwendeten, reichen alle weit über das Jahr 1961 hinaus (z. B. bis 1940 für den ECMWF-ERA5-Reanalyse-Datensatz, bis 1940 für den NCEP/NCAR-Reanalyse-Datensatz und bis 1850 für Berkeley Earth). Warum also nicht den Trend beispielsweise im Jahr 1940 beginnen lassen, entsprechend dem Beginn der Reanalyse-Datensätze? Vielleicht liegt es daran, dass die Trends verschwanden oder sich umkehrten, wenn längere Datensätze herangezogen wurden? Interessanterweise zeigen die Daten von 1961 bis 2023 zwar einen winzigen Anstieg der Umkehrhäufigkeit, doch die Daten seit 1980 weisen laut ihren Diagrammen in (Abb. 1a und 1b) absolut keinen Trend auf. Es ist also durchaus möglich, dass das Startdatum 1961 gezielt ausgewählt wurde, um einen positiven Trend bei der Umkehrhäufigkeit darzustellen.

Aber Moment, das ist noch nicht alles! Die Autoren stützen sich auf CMIP6-Klimamodellsimulationen unter Verwendung von vier verschiedenen Emissionsszenarien bis zum Jahr 2100 (siehe Abbildungen 2a bis 2f unten). Für die Szenarien SSP5-8.5 und SSP3-7.0 zeigen die Autoren bis zum Ende dieses Jahrhunderts einen Anstieg der Häufigkeit und Intensität von Schwankungen zwischen extrem hohen und extrem niedrigen Temperaturen (und umgekehrt) um etwa 7 %. Begleitet werden diese Ergebnisse von dem üblichen Appell an die Emotionen, dass diese Schwankungen ärmere Nationen unverhältnismäßig stark treffen werden. Dennoch wurden beide dieser Szenarien mit hohen Emissionen kürzlich vom IPCC als unrealistisch eingestuft. Unter realistischeren Emissionsszenarien, die von den Autoren getestet wurden, zeigen sich bis zum Jahr 2100 keine nennenswerten Trends bei extremen Temperaturschwankungen. Noch interessanter ist, dass die historische Klimamodellsimulation von 1961 bis 2023, die sie als Basis verwenden, tatsächlich eine leicht abnehmende Häufigkeit extremer Temperaturwechsel in diesem Zeitraum zeigt (Abb. 2a, 2b, graue Kurve), was im Widerspruch zu ihrer Beobachtungsstudie in Abbildung 1 steht, die einen winzigen Anstieg zeigte.

Abbildung 2: Zeitreihen zur Häufigkeit (a, b), Intensität (c, d) und Übergangsdauer (e, f) extremer Umschwünge von warm zu kalt und von kalt zu warm, basierend auf CMIP6-Simulationen unter verschiedenen Emissionsszenarien. Wu, S., Luo, M., Lau, G.NC. et al. Schnelle Umschwünge zwischen Wärme- und Kälteextremen in einer sich erwärmenden Welt. Nat Commun 16, 3543 (2025).

Unter dem Strich ist dies ein perfektes Beispiel für eine weitere Studie aus der Klimagemeinschaft, die sehr marginale Ergebnisse mit erheblichen Warnsignalen präsentiert, aber von den Nachrichten und sozialen Medien sensationell aufgebauscht wird, die sich weigern, die Studie kritisch zu betrachten, zusammen mit einem offenbar nachsichtigen Peer-Review-Verfahren.

Link: https://wattsupwiththat.com/2026/05/18/flipping-out-in-a-warming-world/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




SSP5-8.5: Müll hinein, Untergangs-Prophezeiungen heraus

Willis Eschenbach

Vielleicht haben Sie schon von RCP8.5 gelesen, das nun SSP5-8.5 heißt. Es ist das extremste Zukunftsszenario, das vom IPCC vorgeschlagen worden war. Vielleicht haben Sie auch gelesen, dass es in den Papierkorb geworfen wird.

Schließlich haben Sie vielleicht Behauptungen der üblichen Verdächtigen gesehen, dass der Tod von SSP5-8.5 darauf zurückzuführen ist, dass wir bei der Reduzierung der CO₂-Emissionen so verdammt erfolgreich waren. Gavin Schmidts RealClimate-Blog (wo ich nun schon seit ein paar Jahrzehnten gesperrt bin) erwähnt die Auswirkungen von „dem Montrealer Protokoll, den Clean Air Acts, dem Preisverfall bei erneuerbaren Energien, Fracking, dem Pariser Abkommen und der tatsächlichen Klimapolitik“.

Abbildung 1. Der unaufhaltsame Anstieg des atmosphärischen CO₂. Würden die Emissionen sinken, wie die üblichen Verdächtigen behaupten, würde sich der Anstieg verlangsamen.

Doch ein vermeintlicher Rückgang der Emissionen ist nicht der Grund, warum SSP5-8.5 verworfen wurde. Das ist nicht geschehen. Hier ein detaillierter Blick auf die Veränderungen im Verlauf des atmosphärischen CO₂.

Abbildung 2. Tatsächliche atmosphärische CO₂-Konzentration und die berechnete Beschleunigung der Konzentration.

Es hat keine Veränderung im Verlauf des atmosphärischen CO₂ gegeben. SSP5-8.5 wurde verworfen, weil es von Anfang an alarmistischer Unsinn war, und das IPCC räumt diese offensichtliche Tatsache nun endlich ein.

SSP5-8.5 ist ein wirtschaftliches Märchen, das um 2011 für den IPCC in Auftrag gegeben und von einer Gruppe von Modellierern zusammengestellt worden war, die sich vorstellen sollten, wie man die CO₂-Emissionen bis 2100 in die Stratosphäre treiben könnte. Die Aufgabe lautete nicht „Was ist wahrscheinlich?“, sondern „Was wäre nötig, um die höchstmöglichen Emissionen zu erreichen, die man dem System mathematisch abringen kann?“

Um dorthin zu gelangen, mussten sie die Geschichte rückwärts laufen lassen. Anstatt den beobachteten Trend weg von Kohle hin zu Öl, Gas und nicht-fossilen Energien fortzusetzen, gingen sie von einer massiven globalen Rückkehr zur Kohle aus, wobei sich der Kohleverbrauch um ein Vielfaches vergrößerte, sodass bis zum Ende des Jahrhunderts etwa die Hälfte der gesamten Energie auf der Erde allein aus Kohle stammen würde. Und das nicht nur für Strom – sondern auch für die Kohleverflüssigung für Autos und Flugzeuge, als hätte die Welt auf billigere, sauberere Alternativen geschaut und gesagt: „Nein danke, her mit mehr Ruß.“

[Hervorhebung im Original]

Selbst das reichte noch nicht aus. Also wird das Bevölkerungswachstum, das sich in der Realität verlangsamt hat, bis zum Jahr 2100 auf etwa 11 bis 12 Milliarden Menschen hochgedreht – und liegt damit ganz am oberen Ende spekulativer Prognosen.

Das reichte aber immer noch nicht aus. Also wird davon ausgegangen, dass der seit Jahrzehnten voranschreitende technologische Fortschritt bei der Energieeffizienz mehr oder weniger zum Stillstand kommt, so dass wir weiterhin Energie verschwenden, als gäbe es kein Morgen.

Und obendrein geht das Szenario einfach davon aus, dass eine sinnvolle Klimapolitik nirgendwo wirklich greift, wo es darauf ankommt – keine nachhaltigen globalen Anstrengungen, um die Emissionskurve für den Rest des Jahrhunderts abzuflachen.

Führt man all das zusammen, erhält man SSP5-85: ein Szenario der „durch fossile Brennstoffe angetriebenen Entwicklung“, in dem Kohle dominiert, die Bevölkerung explodiert, Innovationen ins Stocken geraten und die Politik untätig bleibt.

Als Stresstest für das Klimasystem unter extremen Antriebsbedingungen mag dies nützlich gewesen sein oder auch nicht. Als Darstellung dessen, wohin die reale Welt tatsächlich steuert, hing es jedoch davon ab, dass eine lange Liste von Dingen über einen sehr langen Zeitraum hinweg gleichzeitig schiefging – und genau deshalb war die gängige Praxis, dies als „Business as usual“ zu behandeln, alarmistisches Storytelling und keine Wissenschaft.

Und die Propaganda auf dieser Grundlage hat echten Schaden angerichtet. SSP5-8.5 war das Rückgrat für all die übertriebenen Behauptungen über den Anstieg des Meeresspiegels, extremes Wetter und das bevorstehende Thermageddon™. Es wurde als Hauptargument für die wahnwitzigen „Netto-Null“-Maßnahmen herangezogen, die die Nationen in den Ruin treiben, die töricht genug waren, sich darauf einzulassen. Es hat unendlich viel Ärger verursacht.

Glauben Sie also nicht den Unheilspropheten und den serienmäßigen, immer wieder scheiternden Schwarzmalern. SSP5-8.5 war von Anfang an Unsinn, und deshalb wurde es verworfen. Das hat nichts mit angeblichen Änderungen bei den Emissionen zu tun, sondern ausschließlich damit, dass es als Propagandainstrument konzipiert war.

Glauben Sie jedoch nicht, dass wir uns auf unseren Lorbeeren ausruhen können. Die üblichen Verdächtigen werden sich einfach an das nächstalarmistischere Szenario klammern, SSP3-7.0, das nur geringfügig besser ist …

Das Problem ist, dass die Mainstream-Klimaforscher in der Sinclair-Falle gefangen sind:

„Es ist schwer, einem Menschen etwas verständlich zu machen, wenn sein Gehalt davon abhängt, dass er es nicht versteht.“

Link: https://wattsupwiththat.com/2026/05/24/ssp5-8-5-garbage-in-doomcasting-out/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE