Kurzmeldungen aus Klima und Energie – Ausgabe 25 /2026

Eine Meldung vom 2. September 2026:

Hurrikane: Zwei Jahre in Folge ohne Übertritt auf das Festland

Auf dem amerikanischen Festland gab es im gesamten Jahr 2025 keinen einzigen Hurrikan, der auf Land traf – die erste Saison dieser Art seit 2015 –, und auch das Jahr 2026 bleibt, wie gestern berichtet, (bislang) frei von Hurrikanen.

Bis zum 1. September hatte der Atlantik fünf benannte Stürme, aber keinen einzigen Hurrikan hervorgebracht, wobei der ACE-Wert um 90 % unter dem Normalwert lag. Der Tropensturm Edouard erreichte am 1. September die Golfküste, blieb jedoch deutlich unter Hurrikanstärke.

Der klimatologische Höhepunkt der Hurrikansaison liegt um den 10. September, so dass ein Hurrikan in den USA gegen Ende der Saison sicherlich nicht ausgeschlossen werden kann.

Sollte das Jahr 2026 jedoch ohne einen einzigen Hurrikan zu Ende gehen, wäre dies das erste Mal seit 2009–10, dass in zwei aufeinanderfolgenden Jahren kein Hurrikan auf dem Festland der USA auf Land trifft.

Seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1851 gab es bisher nur sieben Mal zwei aufeinanderfolgende Jahre ohne Hurrikane – eine Wiederholung in den Jahren 2025–26 wäre erst das achte Mal.

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Eine Meldung vom 4. September 2026:

RCP8.5 ist tot — Lernen Sie den beeindruckenden Ersatz kennen

Klimamodellierer haben endlich eingesehen, dass die extremen Emissionsszenarien hinter RCP8.5 und SSP5-8.5 nicht mehr plausibel sind. Doch auch ihre Nachfolger basieren nach wie vor auf extremen Annahmen.

An der Spitze von CMIP7 – der neuesten Klimamodellsammlung, auf welcher der nächste IPCC-Sachstandsbericht basiert – steht ein neues HIGH-Szenario.

Die Emissionen liegen unter denen von SSP5-8.5, doch die sozioökonomischen Annahmen sind nach wie vor ähnlich drastisch und unrealistisch.

Das Szenario basiert auf SSP3, das von einer schwachen internationalen Zusammenarbeit, regionalen Konflikten, Handelsbarrieren, einer langsamen Entwicklung, einer stockenden Klimapolitik und einer geringen Anpassungsfähigkeit ausgeht.

Zudem wird davon ausgegangen, dass die Weltbevölkerung bis 2100 etwa 14,5 Milliarden Menschen erreichen wird. Die zentrale Prognose der UNO selbst erreicht einen Höchststand bei knapp 10,3 Milliarden, bevor die Zahl bis zum Ende des Jahrhunderts auf 10,2 Milliarden sinkt – und selbst diese Zahl liegt noch deutlich über anderen wichtigen Prognosen (das IHME geht von 8,8 Milliarden im Jahr 2100 aus). SSP3 rechnet also mindestens weitere 4,3 Milliarden Menschen zusätzlich zu den Prognosen hinzu, um seine Zukunftsszenario mit starken Auswirkungen zu konstruieren.

Die Entwickler von CMIP7 testeten Varianten mit hohen Emissionen, die sowohl auf SSP3 als auch auf SSP5 basierten. Die Emissionsergebnisse waren im Großen und Ganzen ähnlich.

Sie entschieden sich für SSP3, weil es „hohe Anforderungen für die Anpassung“ mit sich bringt und, wie sie es formulierten, „aus Sicht der Auswirkungen“ nützlicher ist. Wenn also zwei Entwicklungspfade zu ähnlichen Emissionen führten, wurde das HIGH-Szenario auf die Region ausgerichtet, die am wenigsten in der Lage ist, damit umzugehen.

Das mag für Stresstests nützlich sein.

Es ist jedoch keine wahrscheinliche Zukunft.

Dennoch werden in den kommenden zehn Jahren Tausende von Studien darüber berichten, wie sich dieses Szenario auf Ernten, Überschwemmungen, Sterblichkeit, Migration, Ökosysteme und die Wirtschaftsleistung auswirkt – und die Medien werden diese extremen Prognosen erneut an die Öffentlichkeit weitergeben, zweifellos ohne die fragwürdigen Annahmen zu erwähnen, auf denen sie beruhen.

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Meldungen vom 9. September 2026:

El Niño-Vorhersage rund ~1°C zu warm

Das CFSv2-Modell der NOAA hat die Stärke des sich entwickelnden El Niño 2026 erheblich überschätzt, während seine bias-korrigierte Version nun einen deutlich niedrigeren Spitzenwert prognostiziert.

Im Juli sah die unverarbeitete relative Niño-3.4-Prognose des CFSv2-Modells noch vor, dass der Index bis Anfang September auf etwa +2,8 °C steigen würde, bevor er später im Herbst einen Spitzenwert von knapp +3,4 °C erreichen werden würde:

Das ist nicht eingetreten.

Die jüngste relative Niño-3.4-Analyse liegt stattdessen bei etwa +1,8 °C – rund 1 °C unter dem Wert, den die Modelllauf vom Juli für diesen Zeitpunkt prognostiziert hatte.

Die NOAA veröffentlicht außerdem ein PDF- und korrigiertes CFSv2-Produkt, das anhand historischer Modellfehler kalibriert worden ist.

Diese korrigierte Vorhersage zeichnet nun ein deutlich schwächeres Bild: Der relative Niño-3.4-Wert erreicht in diesem Herbst einen Höchststand von etwa +2,1 °C bis +2,2 °C, bevor er bis Anfang 2027 rapide abfällt (immer noch ein starkes Ereignis, aber weit entfernt vom „Godzilla“-Szenario des Rohmodells):

Der Meteorologe Joe Bastardi hat auf diese Diskrepanz hingewiesen und angemerkt, dass das CFSv2-Modell dazu neigt, sowohl warme als auch kalte ENSO-Ereignisse zu stark einzuschätzen. Sein Argument: Frühere Prognosen darüber, wie extrem das Ereignis ausfallen würde, waren zu hoch.

Der offizielle August-Ausblick des CPC bleibt weiterhin hoch und schätzt die Wahrscheinlichkeit, dass der RONI im Zeitraum Oktober bis Dezember mindestens +2,5 °C erreicht, auf 69 %.

Die nächste offizielle ENSO-Aktualisierung des CPC ist für Donnerstag, den 10. September, vorgesehen.

Mal sehen, ob diese Prognose nun dem korrigierten CFSv2 folgt.

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Die Welt brennt 40% weniger

Acht Monate nach Beginn des Jahres 2026 stehen die weltweiten Branddaten weiterhin im Widerspruch zu Behauptungen, der Planet stehe „in Flammen“.

Laut einer Analyse des Global Wildfire Information System (GWIS) der EU lag die weltweit verbrannte Fläche am 2. September etwa 40 % unter dem Durchschnitt der Jahre 2012–2025:

Auf allen Kontinenten lagen die Werte unter dem Durchschnitt: Afrika, Nordamerika und Südamerika verzeichneten eine Rekordtiefstand bei der Brandfläche, Asien lag auf dem zweitniedrigsten Stand, während Europa etwa 22 % unter dem Durchschnitt lag und Ozeanien etwa 18 % darunter.

Die Copernicus-Daten bestätigen dies.

Die weltweiten Emissionen aus der Verbrennung von Biomasse waren in der ersten Hälfte des Jahres 2026 die niedrigsten seit Beginn der 24-jährigen Satellitenaufzeichnungen:

Zudem haben Satellitenstudien einen erheblichen langfristigen Rückgang der weltweiten Brandflächen dokumentiert – darunter einen Rückgang um 24 % im Zeitraum 1998–2015 und um rund 27 % im Zeitraum 2001–2019.

Regionale Brände können verheerende Auswirkungen haben, doch die Behauptung, „die Welt brennt mehr“, wird durch die globalen Daten nicht gestützt.

Im Jahr 2026 zeigen sie fast genau das Gegenteil – so wie sie es bereits in den letzten 125 Jahren getan haben:

Link: https://electroverse.substack.com/p/antarctica-below-100f-for-four-straight?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Meldung vom 10. September 2026:

Wolken decken weitere Mängel in Klimamodellen auf

Direkte Beobachtungen über dem Südlichen Ozean zeigen, dass Klimamodelle zwar das Vorhandensein von Wolken erfassen können, dabei jedoch deren Art, Temperatur und Strahlungseffekt falsch darstellen.

Forscher an Bord des japanischen Forschungsschiffs „R/V Shirase“ verglichen Messungen von der Antarktisreise mit den Daten der ERA5-, MERRA-2- und CAM-ATRAS-Klimamodelle.

ERA5 und MERRA-2 ergaben zwar eine stärkere Bewölkung in den unteren Schichten als beobachtet worden ist, dennoch unterschätzten alle drei Modelle die Menge an Infrarotenergie, welche die Meeresoberfläche erreichte.

Die Studie verweist auf die Eigenschaften der Wolken.

Die Modelle wiesen Abweichungen bei der Wolkentemperatur und -phase auf, darunter zu viel Eis und zu wenig unterkühltes flüssiges Wasser – also Flüssigkeitströpfchen, die bei Temperaturen unter 0 °C nicht gefrieren*.

*Die Gefrier-Temperatur kleiner Tröpfchen in der freien Atmosphäre liegt bei egtwa -7 bis -10°C. Das kann jeder selbst überprüfen, wenn aus winterlichem Hochnebel geringer Sprühregen fällt, obwohl die Temperatur durchweg unter dem Gefrierpunkt liegt. A. d. Übers.

Wolken aus flüssigem Wasser strahlen bei gleicher Temperatur im Allgemeinen mehr Infrarotstrahlung nach unten ab als Eiswolken.

Daher kann ein Modell die Wolkendecke überschätzen und dennoch unterschätzen, wie viel Infrarotenergie von den Wolken an die Oberfläche zurückgestrahlt wird.

In MERRA-2 lagen die Hauptspitzen der abwärtsgerichteten langwelligen Strahlung etwa 10–20 W/m² unter den Beobachtungswerten.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die Wolkenbedeckung allein nicht ausreicht. Ein Modell muss auch die Temperatur, die Höhe, den Flüssigwassergehalt und den Eisanteil der Wolken korrekt abbilden, um zu berechnen, wie sich Wolken auf die Energiebilanz der Erdoberfläche auswirken.

Wolken über dem Südlichen Ozean haben einen ungewöhnlich großen Einfluss auf die Strahlungsbilanz der Erde und lassen sich nach wie vor nur schwer genau nachbilden. Die Forscher bezeichnen die Strahlungseffekte der Wolken über dem Südlichen Ozean als „eine wesentliche Quelle der Unsicherheit in Klimaprognosen“.

Die Arbeit wurde am 31. Juli in „Geophysical Research Letters“ veröffentlicht.

Link: https://electroverse.substack.com/p/tandil-breaks-september-cold-record?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Abnahme des arktischen Meereises kam schon vor etwa 20 Jahren zum Stillstand

Der Rückgang des arktischen Meereises endete vor fast zwei Jahrzehnten – das NSIDC selbst stellt seit 2007 keinen statistisch signifikanten Trend bei den September-Minima fest.

Das arktische Meereis ging in den 1990er Jahren und zu Beginn der 2000er Jahre zurück. Doch von 2007 bis 2025 zeigte das jährliche Sommerminimum laut dem National Snow and Ice Data Center keinen statistisch signifikanten Rückgang.

Im Jahr 2025 betrug das Minimum 4,60 Millionen km² (1,78 Millionen mi²) – und lag damit im Wesentlichen auf dem Niveau der Jahre 2008 und 2010.

[Tony Heller]

Und 2026 dürfte diese Stagnation noch länger anhalten.

Die Schmelzsaison nähert sich nun ihrem jährlichen Tiefpunkt (Mitte September); das NSIDC berichtete, dass „relativ kühle“ Bedingungen in der inneren Arktis den Rückgang im August verlangsamten (mit „relativ kühl“ ist eine Rekordkälte gemeint – siehe dazu die jüngsten Kältereports).

Der Rückgang kam etwa 2007 zum Stillstand.

Fast 20 Jahre später bleibt der unaufhaltsame Vormarsch in Richtung einer eisfreien Arktis weiterhin auf Eis gelegt.

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Korallen offenbaren rapide natürliche Temperaturschwankungen

Fossile Korallen aus dem Südchinesischen Meer belegen starke natürliche Schwankungen der Meerestemperatur, die bereits Tausende von Jahren vor dem Industriezeitalter aufgetreten waren.

Eine neue Studie, die in der Fachzeitschrift „Geo-Marine Letters“ veröffentlicht wurde, analysierte fossile Porites-Korallen von der Insel Hainan, die auf ein Alter von etwa 5.200 Jahren datiert wurden.

Korallen fungieren als natürliche Thermometer. Die chemische Zusammensetzung ihrer Skelette ändert sich mit der Wassertemperatur.

Den Wissenschaftlern gelang es, eine monatliche Temperaturaufzeichnung über einen Zeitraum von 67 Jahren sowie eine separate jährliche Aufzeichnung über einen Zeitraum von etwa 180 Jahren zu rekonstruieren, die sich von etwa 5.257 bis 5.076 Jahren vor heute erstreckt.

Die Rekonstruktion zeigt ausgeprägte Erwärmungen und Abkühlungen auf dekadischen Zeitskalen mit Schwankungen in der Größenordnung von etwa 1–1,5 °C über relativ kurze Zeitabschnitte der Aufzeichnung. Es zeigte sich, dass schnelle Erwärmungen und Abkühlungen auf dekadischer Skala – zusammen mit ENSO- und PDO-ähnlichen Schwankungen – in dieser Region bereits vor mehr als 5.000 Jahren auf natürliche Weise aufgetreten waren.

Dies wird dadurch untermauert, dass die Korallen starke 2- bis 7-Jahres-Zyklen aufweisen, die dem Verhalten des El-Niño-Southern-Oscillation-Phänomens entsprechen, sowie einen etwa 20-jährigen Zyklus, welcher der Pazifischen Dekadischen Oszillation ähnelt. El-Niño-Ereignisse traten während positiver PDO-ähnlicher Phasen häufiger auf, während La-Niña-Ereignisse in negativen Phasen vorherrschten.

Die wichtigsten natürlichen Klimaschwankungen im Pazifik scheinen bereits vor mehr als fünf Jahrtausenden ähnlich wie heute abgelaufen zu sein.

Link: https://electroverse.substack.com/p/arctic-sea-ice-decline-stalled-nearly?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

Zusammengestellt und übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Neuer Report: Klimaklagen und die Kampagne zur Beeinflussung der Justiz

Michael Toth

Tausende Richter im ganzen Land haben an Schulungen zur Klimawissenschaft teilgenommen und Informationsmaterial von vertrauenswürdigen Bundesbehörden und wissenschaftlichen Instituten erhalten. Diese Richter konnten sicher davon ausgehen, dass die Informationen, die sie erhielten, neutral, objektiv und wissenschaftlich fundiert waren. Sie haben sich getäuscht.

Meine neueste Forschungsarbeit präsentiert die erste vollständige Klassifizierung einer koordinierten, mehrjährigen Kampagne, die darauf abzielte, das Verständnis der amerikanischen Justiz in Bezug auf Klima-Rechtsstreitigkeiten zu beeinflussen. Sie dokumentiert, wie das Environmental Law Institute (ELI) einen umfangreichen Bildungsapparat aufbaute, um Richter in Klimafragen zu schulen – mit den Worten eines Teilnehmers an einer dieser Veranstaltungen – „aus einer Perspektive, die praktisch der des Klägers entspricht“.

ELI präsentiert sich regelmäßig als neutraler Vermittler, der sich einer „aufschlussreichen und unparteiischen Analyse verschrieben hat. Im Jahr 2018 startete die Organisation das „Climate Judiciary Project“ (CJP), um Richtern „fundierte, objektive und vertrauenswürdige Informationen zur Klimawissenschaft“ zu vermitteln. Doch wie mein Bericht ausführlich darlegt, hat das CJP zahlreiche gemeinsame Geldgeber und Berater mit Sher Edling LLP, der in San Francisco ansässigen Anwaltskanzlei, die hinter mehr als zwei Dutzend Klimaklagen gegen Energieunternehmen steht.

Die vom CJP angewandte Schulungsmethodik ist bemerkenswert. Das Ziel bestand nicht lediglich darin, Richter über komplexe Bereiche des Rechts und der Wissenschaft aufzuklären, sondern sie dazu anzuregen, eigene Aktionspläne zum Klimaschutz zu entwickeln und umzusetzen. Aus Folienpräsentationen und E-Mails, die zwischen ELI-Mitarbeitern und Teilnehmern ausgetauscht wurden, geht hervor, dass Richter darin geschult wurden, wie sie diesen Einfluss auf ihre Kollegen in der Richterschaft ausweiten können. Anwesenheitslisten zeigen, dass Richter aus Kalifornien, Delaware, Illinois, Hawaii, Maryland, New York, Oregon, Rhode Island, Vermont, Washington und sogar Puerto Rico an den CJP-Schulungen teilnahmen – allesamt Gerichtsbarkeiten, in denen aktive Klimaklagen anhängig sind.

Der Einflussbereich des CJP erstreckte sich auch auf etablierte Vertreter der Justiz und der Wissenschaft. In einem Entwurf des CJP-Lehrplans aus dem Jahr 2020 wurden das „Reference Manual on Scientific Evidence“ des Federal Judicial Center (FJC) und der „Extreme Weather Attribution Report“ der National Academy of Sciences (NAS) als Publikationen genannt, auf die sich Richter stützen könnten. Beide sollten später die Handschrift des Projekts tragen.

Die 2025 erschienene vierte Auflage des Referenzhandbuches enthielt erstmals ein Kapitel zum Klimawandel. Später stellte sich heraus, dass dieser Abschnitt zu großen Teilen aus früheren Schriften eines Anwalts übernommen worden war, der Klimakläger vertritt: Michael Burger von der Kanzlei Sher Edling. Die als Autoren des Kapitels aufgeführten Personen waren zudem Referenten des CJP, und das Handbuch hatte teilweise die gleichen Geldgeber wie die Stiftungen, welche die Klagen wegen öffentlicher Belästigung gegen den Energiesektor finanzierten. Nach dem öffentlichen Aufschrei über diese Interessenkonflikte unternahmen die FJC und die NAS den beispiellosen Schritt, das Kapitel zum Klimawandel vollständig zu entfernen.

Diese Kontroverse hinderte die NAS, die sich zunächst gegen die Kritik am Handbuch gewehrt hatte, jedoch nicht daran, den „Extreme Weather Attribution Report“ zu veröffentlichen. Der Ausschuss hinter dem Bericht war ebenfalls einseitig zugunsten der Klimakläger ausgerichtet, was möglicherweise erklärt, warum das 253-seitige Dokument Theorien darlegt, mit denen die Auswirkungen des Klimawandels bestimmten Energieerzeugern zugeschrieben werden, ohne sich ernsthaft mit der unbequemen Tatsache auseinanderzusetzen, dass die Treibhausgas-Emissionen weitgehend durch den globalen Energiebedarf getrieben werden.

Wenn private Interessengruppen den kontradiktorischen Prozess umgehen, um bei umstrittenen Themen den Ausschlag zu geben, wird die Rechtsstaatlichkeit untergraben. Die Ergebnisse meines Berichts zeigen, dass es dringend notwendig ist, die Offenlegungspflichten im Zusammenhang mit Fortbildungsprogrammen für Richter zu aktualisieren. Vertrauenswürdige institutionelle Kontrollinstanzen wie das Federal Judicial Center müssen strenge Überprüfungsverfahren einführen, um ihre Glaubwürdigkeit wiederherzustellen. Letztendlich sollten Bundes- und Landesbeamte untersuchen, wie ELI und CJP einen derart ungehinderten Zugang zur Richterschaft erlangt haben, und strenge Schutzmaßnahmen einführen, um sicherzustellen, dass sich dies nicht wiederholen kann.

Michael Toth is director of research at the Civitas Institute at the University of Texas.

This article was originally published by RealClearEnergy and made available via RealClearWire.

Link: https://wattsupwiththat.com/2026/09/12/new-ut-report-climate-litigation-and-the-campaign-to-influence-the-judiciary/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Neue Studie: Die antarktische Eiskappe hat von 2020 bis 2024 aufgrund einer enormen Schnee- und Eisakkumulation an Masse zugenommen!

Kenneth Richard

Die Antarktis als Ganzes hat seit 2003 nur 0,35 cm zum Anstieg des Meeresspiegels beigetragen.

Laut einer neuen Studie, veröffentlicht in einer Ausgabe der Fachzeitschrift „Nature“, hat der antarktische Eisschild (AIS) von 2020 bis 2024 mit einer Rate von +67,5 Gt/Jahr an Masse zugenommen, wodurch sich der moderate Trend des Massenverlusts von 2003 bis 2019 (-100,6 Gt/Jahr) umgekehrt hat.

Dieser jüngste 5-jährige Trend zum Massenzuwachs wurde durch einen massiven Anstieg der Schnee- und Eisakkumulation (SMB) angetrieben.

Betrachtet man die Trends des Massenverlusts (2003–2019) und des Massenzuwachses (2020–2024) zusammen, so trug die Antarktis insgesamt in diesem Zeitraum von 21 Jahren lediglich 0,35 cm zum Anstieg des Meeresspiegels bei.

Eine Google-Suche in den Daten des „Arctic Report Card“ der NOAA seit 2020 zeigt, dass sich die Massenverlustrate des grönländischen Eisschildes (GIS) in diesem fünfjährigen Zeitraum (2020–2024) auf –147 Gt/Jahr verlangsamt hat. Diese Verlangsamung ist erheblich im Vergleich zum Trend des Massenverlustes von –267 Gt/Jahr im Zeitraum 2002–2019.

Quelle: Google-Suche Zeitraum 2020-2024 NOAA Arctic Report Card

Zusammen mit dem Massenzuwachstrend des AIS von +67,5 Gt/Jahr und dem Massenverlusttrend des GIS von -147 Gt/Jahr für den Zeitraum 2020–2024 ergibt sich, dass der GIS und der AIS zusammen in diesem Fünfjahreszeitraum -79 Gt/Jahr an Masse verloren haben.

Eine Gesamtmasseverlustrate von -79 Gt/Jahr für AIS und GIS entspricht einem durch Schmelzwasser verursachten Anstieg des Meeresspiegels von lediglich +0,22 mm/Jahr im Zeitraum von 2020 bis 2024.

Dies würde Behauptungen über eine jüngste Beschleunigung des Meeresspiegelanstiegs entkräften.

Link: https://notrickszone.com/2026/09/07/new-study-the-antarctic-ice-sheet-gained-mass-from-2020-2024-due-to-staggering-snow-and-ice-accumulation/

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Die gleiche Studie findet auch Eingang auf dem Bezahlblog von Cap Allon. Er schreibt dazu:

Studie: Seit 2020 nimmt die Eismasse in der Antarktis zu

Cap Allon

Zwischen 2020 und 2024 wuchs die antarktische Eiskappe mit einer durchschnittlichen Rate von 67,5 Milliarden Tonnen pro Jahr.

Diese Erkenntnis stammt aus einer Studie* aus dem Jahr 2026, die in der Fachzeitschrift „Communications Earth & Environment“ veröffentlicht wurde und auf Satellitenmessungen von GRACE und GRACE-FO basiert. Von den frühen 2000er Jahren bis 2020 hatte der Kontinent jährlich etwa 90–142 Gigatonnen (Gt) an Eis verloren. Für den Zeitraum 2020–2024 stellten die Forscher jedoch einen statistisch signifikanten Trend zum Massenzuwachs von +67,53 ±31,4 Gt pro Jahr fest.

*Es handelt sich um die gleiche Studie wie oben bei Kenneth Richard verlinkt. Sie ist offenbar in mehreren Fachzeitschriften veröffentlicht worden. A. d. Übers.

Was die üblichen Abflussverluste bei weitem überstieg, war ein starker Anstieg der Schneeansammlung an der Oberfläche.

Die Oberflächen-Massenbilanz der Antarktis – oder SMB, im Wesentlichen die an der Oberfläche hinzugekommene Schneemenge abzüglich der Verluste durch Verdunstung, Sublimation und Abfluss – ist laut drei separaten, in der Studie verwendeten Datensätzen seit 2020 um etwa 200 Gt pro Jahr gestiegen.

Die ungewöhnlich kalten Bedingungen, die in diesem Zeitraum in weiten Teilen der Antarktis herrschten, könnten ebenfalls zur Massenerhaltung beigetragen haben, insbesondere durch die Einschränkung von Schmelze und Abfluss. Die Studie identifiziert jedoch verstärkte Schneefälle – und nicht eine verringerte Schmelze – als Hauptursache für den Massenzuwachs.

Die Forscher führen diesen Anstieg der Schneefälle in erster Linie auf stärkere Westwinde und häufigere bestimmte atmosphärische Strömungen zurück, die riesige Mengen an Feuchtigkeit auf den Kontinent transportieren. Die Aktivität dieser Strömungen nahm insbesondere rund um die Antarktische Halbinsel und an der Küste der Ostantarktis zu, was mit vielen der Regionen übereinstimmt, in denen der stärkste Eiszuwachs zu verzeichnen war.

Interessanterweise spielte auch das schwindende antarktische Meereis eine Rolle. Mehr freiliegende Meeresoberfläche bedeutet mehr Verdunstung und somit mehr Feuchtigkeit, die für Schneefall zur Verfügung steht. Die Forscher schätzen jedoch, dass dies nur etwa 11 % des jüngsten Anstiegs der SMB im Winter und 3 % des Anstiegs im Sommer erklärt; die großräumige atmosphärische Zirkulation war der dominierende Treiber.

Die Autoren weisen darauf hin, dass fünf Jahre zu kurz sind, um eine dauerhafte Umkehr festzustellen. Doch der Zuwachs hielt über den Untersuchungszeitraum hinaus an.

GRACE/GRACE-FO-Daten zeigen, dass der antarktische Eisschild zwischen Januar und November 2025 – also nach Ablauf des Untersuchungszeitraums – weitere 153 Gt an Masse zugenommen hat; dies ist der viertgrößte jährliche Zuwachs seit Beginn der Satellitenmessungen im Jahr 2002.

Der für den Zeitraum 2020–2024 dokumentierte Zuwachs setzte sich auch im sechsten Jahr fort.

Link: https://electroverse.substack.com/p/south-america-suffers-record-cold?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email (Zahlschranke)

Beides übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Lügner, verdammte Lügner – und das Office for National Statistics ONS

John Ridgway

Bereits im Januar 2022 stellte das britische Amt für nationale Statistik (ONS) in einer Studie mit dem Titel „Klimabedingte Sterblichkeit und Krankenhauseinweisungen, England und Wales: 2001 bis 2020“ Folgendes fest:

Über einen Zeitraum von 20 Jahren betrug die geschätzte Veränderung der Todesfälle im Zusammenhang mit hohen oder niedrigen Temperaturen einen Netto-Rückgang von 555.094, was einem Durchschnitt von 27.755 Todesfällen pro Jahr entspricht (Tabelle 1). Der Rückgang der Todesfälle aufgrund von Folgen niedriger Temperaturen übertrifft den Rückgang der Todesfälle aufgrund hoher Temperaturen bei weitem.

Dies war natürlich eine ziemlich unbequeme Wahrheit für diejenigen, die die These vertreten wollten, der Klimawandel habe das Risiko temperaturbedingter Todesfälle im Vereinigten Königreich erhöht. Was die Sache noch heikler machte, war die Tatsache, dass eine unabhängige Umfrage des National Centre for Social Research (NatCen) ergab, dass über 80 % der britischen Bevölkerung dem ONS vertraut und allgemein davon ausgeht, dass die Behörde frei von politischer Manipulation und staatlicher Einmischung ist. Es handelte sich hier nicht um einen zwielichtigen, den Klimawandel leugnenden Blog, der die Klimadiskussion untergrub, sondern um eine hoch angesehene und vertrauenswürdige Organisation.

Es musste also etwas unternommen werden, und es dauerte nicht lange, bis eine Lösung gefunden wurde. Im Jahr 2023 konnte die gleiche Organisation eine aktualisierte Studie veröffentlichen, die ein ganz anderes Bild zeichnete. Anstelle einer zusammenfassenden Aussage, die auf eine stetig sinkende Gesamtsterblichkeitsrate hindeutete, lautete die Aussage nun wie folgt:

Es gab Anzeichen dafür, dass die Zahl der hitzebedingten Todesfälle in den letzten Jahren gestiegen ist; im Jahr 2022 standen schätzungsweise 4.507 Todesfälle (95-%-Konfidenzintervall: 3.363 bis 5.587) im Zusammenhang mit den heißesten Tagen in England.

Ja, die Kernaussage war nun die Möglichkeit eines Anstiegs der Zahl hitzebedingter Todesfälle.

Doch diese Verschiebung des Schwerpunkts in einer Zusammenfassung ist noch das Geringste, was bei Ihnen die Alarmglocken läuten lassen sollte. Die eigentliche Lösung des Problems lag nicht in einer sorgfältig formulierten Zusammenfassung; die eigentliche Lösung lag in einer neuen Art, die Todesfälle zu zählen.

Das ONS wird kreativ

Im Jahr 2022 startete das ONS ein groß angelegtes neues Projekt zur Analyse von Gesundheitsstatistiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel, das als „Standards for Official Statistics on Climate-Health Interactions“ (SOSCHI) bezeichnet wird.

SOSCHI wird von der globalen gemeinnützigen Stiftung Wellcome finanziert und verfolgt das in einem ONS-Bulletin aus dem Jahr 2026 beschriebene Ziel. In diesem Bulletin wird darauf hingewiesen, dass das ONS in Zusammenarbeit mit „globalen Partnern“ ein Konzept entwickelt habe, das „einen transparenten und weltweit nutzbaren Rahmen sowie eine Plattform für amtliche Statistiken zu Klima und Gesundheit“ verspreche. Darüber hinaus umfassen die „Endergebnisse des Projekts“ die „Ressourcen und Instrumente, die den Akteuren helfen sollen, qualitativ hochwertige Daten und Statistiken zu erstellen und mit einer Vielzahl von Zielgruppen zu kommunizieren“. Das klingt alles großartig, doch in der Praxis liegt die eigentliche Bedeutung darin, dass SOSCHI dem ONS die Möglichkeit gab, die Situation neu zu analysieren. Das ONS erklärte in einer Aktualisierung der Sterblichkeitsstatistiken vom August 2026:

Dieser Bericht enthält Verbesserungen hinsichtlich der Methodik, des Analysecodes und der Datenquellen, was bedeutet, dass diese Schätzungen diejenigen ersetzen, die in unserem früheren Artikel „Klimabedingte Sterblichkeit, England und Wales: 1988 bis 2022“ veröffentlicht worden waren.

„Ersetzt“ wäre noch eine gewisse Untertreibung. Was diese „Verbesserungen“ bewirkten, war eine Verringerung des Verhältnisses zwischen kälte- und hitzebedingten Todesfällen von einem als enorm geltenden Verhältnis von 20:1 (Quelle) auf ein relativ bescheidenes Verhältnis von 3,5:1 – zugegebenermaßen immer noch ein Übergewicht der Kältetodesfälle gegenüber den Hitzetodesfällen, das nun jedoch deutlich anfälliger für steigende Temperaturen erscheint. Und diese absolut kolossale Anpassung der Schätzungen wurde relativ einfach erreicht, indem man einfach nicht mehr alle Todesfälle innerhalb einer Jahreszeit berücksichtigte, sondern stattdessen nur noch jene Todesfälle zählte, die mit den obersten 2,5 % der heißesten und den obersten 2,5 % der kältesten Tage in Verbindung standen. All dies kommt den Befürwortern der These von den hitzebedingten Todesfällen sehr gelegen, da praktisch alle hitzebedingten Todesfälle innerhalb dieser 2,5-Prozent-Grenze auftreten und somit gezählt werden, während die überwiegende Mehrheit der kältebedingten Todesfälle außerhalb dieser 2,5-Prozent-Grenze liegt und daher nicht berücksichtigt wird. Um zu verstehen, warum das so ist, muss man die Unterschiede in der sogenannten Expositions-Risiko-Kurve verstehen, wie Epidemiologen sie bezeichnen.

Es ist eine Frage der Darstellung

In der Epidemiologie wird die temperaturbedingte Sterblichkeit in der Regel anhand einer U- oder J-förmigen Kurve dargestellt, die zeigt, wie sich die Sterblichkeit mit der Temperatur verändert. Die beiden Seiten der Kurve verhalten sich jedoch bei den beiden Gefahren völlig unterschiedlich. Die Risikokurve für Hitze weist einen steilen, dramatischen Anstieg auf (eine J-Form). Menschen vertragen einen gewissen Bereich hoher Temperaturen gut, doch sobald eine bestimmte Extremschwelle überschritten wird (in UK bei etwa 29 °C), steigt das Sterberisiko aufgrund von Hitzschlag, Dehydrierung und schneller kardiovaskulärer Belastung plötzlich sprunghaft. Im Gegensatz dazu verläuft die Expositions-Risiko-Kurve für Kälte sanft und langgestreckt (eine weniger dramatische umgekehrte J-Form). Entscheidend ist, dass das Sterberisiko nicht erst deutlich unter dem Gefrierpunkt (-5 °C) sprunghaft steigt, sondern bereits bei Temperaturen, die die meisten Menschen als mild oder mäßig kalt empfinden würden – etwa 8 °C bis 12 °C – stetig zu steigen beginnt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das großartige neue ONS-Verfahren Hitze und Kälte so behandelt, als seien ihre mathematischen Risikoverteilungen identische Spiegelbilder – was sie ganz und gar nicht sind. Die Gefahr durch Hitze tritt episodisch und akut auf, während die Gefahr durch Kälte chronisch ist und sich über einen breiteren Temperaturbereich sowie über einen viel längeren Zeitraum erstreckt. Tatsache ist, dass es im Laufe eines Jahres weitaus mehr Tage mit mäßiger Kälte als mit Frost gibt, und die kumulativen Auswirkungen anhaltender, milder Kälte auf Blutdruck, Atemwegsinfektionen und Schlaganfälle in der gesamten Bevölkerung sind enorm. Bis zu einem gewissen Grad berücksichtigt das ONS dies durch die Anwendung eines nichtlinearen Modells mit verteilter Verzögerung (DLNM), das einen Teil der Todesfälle, die innerhalb der folgenden 21 Tage auftreten, dem kältesten Tag zuschreibt. Dennoch wird durch die Betrachtung der kältebedingten Sterblichkeit als etwas, das im Zusammenhang mit den kältesten 2,5 % der Tage auftritt, der Großteil der saisonalen Sterblichkeit übersehen. Dies scheint ein offensichtlicher Fehler zu sein – warum also verfährt das ONS so? Nun, es hat seine Gründe, aber sind diese stichhaltig?

Die Dinge auf die Spitze treiben

Zunächst einmal muss man sich bewusst machen, dass diese Schätzungen auf Modellen basieren und es immer Einschränkungen hinsichtlich dessen geben wird, was sich leicht modellieren lässt und was nicht. Versucht man, die gesamte Bandbreite der mit kaltem Wetter verbundenen Faktoren zu erfassen, ergibt sich ein sehr unübersichtliches Bild mit vielen Mediatoren und Störfaktoren. Das gefiel dem ONS nicht. Insbesondere gefiel dort die Vorstellung nicht, dass in UK die Zahl der Todesfälle im Winter stark von Viruswellen (wie der Grippe) und saisonalen Verhaltensänderungen beeinflusst wird. Das ONS argumentierte, dass eine Ausweitung der Definition von „kalten Tagen“ auf relativ milde Tage es statistisch unmöglich mache, einen durch einen kühlen Raum verursachten Tod (vermutlich einen Tod aufgrund akuter Unterkühlung) von einem Tod zu unterscheiden, der durch die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel während einer Grippewelle verursacht wurde. Nach Ansicht des ONS wurden die kältebedingten Statistiken stets massiv überschätzt, da sie Todesfälle einbezogen, die nicht wirklich kältebedingt sind (zumindest nicht in demselben Sinne wie Todesfälle im Zusammenhang mit extremer Hitze). Aus Sicht des ONS korrigieren die überarbeiteten Verfahren einen seit langem bestehenden Fehler.

Nur – es gab gar keinen Fehler, den es zu korrigieren galt. Man muss nicht an akuter Hyperthermie sterben, damit der Tod mit Kälte in Verbindung gebracht wird (man erinnere sich daran, dass „in Verbindung mit“ der Ausdruck war, den das ONS bereits in seiner Veröffentlichung aus dem Jahr 2022 verwendet hatte). Das ONS mag zwar glauben, das Richtige zu tun, indem es Störfaktoren entfernt, doch indem es Winterviren als einen unabhängigen Störfaktor behandelt, der aus der Gleichung gestrichen werden muss, verzerrt die Methodik des ONS grundlegend das biologische Bild der menschlichen Kälteexposition. Das ONS-Modell versucht, den Tod durch Unterkühlung vom Tod durch Viren zu trennen, doch in der Medizin lassen sich diese beiden Dinge nicht voneinander trennen. Nur weil auf der Sterbeurkunde das Virus als Ursache angegeben wird, bedeutet das nicht, dass die Kälte kein wesentlicher zugrunde liegender Faktor für den Tod war.

Erstens kühlt das Einatmen kalter Luft die Nasengänge ab. Dies beeinträchtigt direkt die lokale Immunantwort des Körpers und verlangsamt die Fähigkeit des Nasengewebes, Atemwegsviren abzuwehren. Zweitens sind viele Atemwegsviren strukturell stabiler und können in kalter, trockener Luft deutlich länger überleben, was die Viruslast in der Umgebung erhöht. Drittens: Wenn die Temperaturen auch nur moderat auf 8 °C oder 10 °C sinken, ziehen sich die Menschen in Innenräume zurück und schließen die Fenster. Diese mangelnde Belüftung erhöht die Übertragungsraten in Innenräumen drastisch. Schließlich führt das Leben in einer mäßig kalten Wohnung in der Regel nicht zu einer sofortigen Unterkühlung. Stattdessen belastet es das Herz-Kreislauf-System und die Lunge chronisch, wodurch die Bewohner besonders anfällig für den nächsten grassierenden Atemwegsvirus werden.

All dies scheint das ONS nicht zu interessieren. Vor dem aktuellen politischen Hintergrund stehen der Klimawandel und seine Auswirkungen auf extreme Wetterereignisse im Mittelpunkt. Hitzewellen fordern aufgrund akuter Hitzebelastung Todesopfer, und daher wäre aus Sicht des ONS der einzige aussagekräftige Vergleich ein Kälteeinbruch, der zu Todesfällen aufgrund akuter Kältelast führt. Das ist zwar ein schöner, übersichtlicher Vergleich, geht aber völlig am Kern der Sache vorbei. Indem das ONS nach einem Indikator ohne Störfaktoren sucht, der sich dann sauber mit dem hitzebedingten Szenario vergleichen lässt, hat es einen klassischen statistischen Fehler begangen: Es hat die Modellintegrität über die Genauigkeit in der realen Welt gestellt. Es scheint weitaus mehr daran interessiert zu sein, eine Grundlage für die Sterblichkeit in extremen Wetterereignissen zu finden, als an einem genauen Indikator für die öffentliche Gesundheit. Ich weiß nicht genau, was das ONS zu zählen glaubt, aber es ist nicht mehr die tatsächliche Zahl der kältebedingten Todesfälle in der britischen Bevölkerung.

Kann man also dem ONS noch vertrauen?

Man muss zumindest sagen, dass der neue Ansatz des ONS zur Modellierung von kälte- und hitzebedingten Todesfällen äußerst mangelhaft und höchst irreführend ist. Hätte eine klimaskeptische Organisation eine solche Irreführung betrieben, wäre die riesige Faktenprüfungsindustrie mit voller Wucht darüber hergefallen. Doch diese spezielle Irreführung dient nun einmal der orthodoxen Erzählung. Daher kann oder wird sie per Definition nicht als Falschinformation gebrandmarkt werden.

Es war fast unvermeidlich, dass der „Guardian“, anstatt sich auf die erstaunlich zweifelhafte Methodik zu stürzen, welche die ONS-Analyse untergräbt, stattdessen über die neuesten ONS-Zahlen berichtete und diese dabei voll und ganz für bare Münze nahm. Für den „Guardian“ gab es zwar einen „nationalen Skandal“ zu berichten, doch aus seiner Sicht war nicht die völlig inakzeptable Vorgehensweise des ONS skandalös, sondern das, was die neuen (wenn auch völlig irreführenden) Zahlen angeblich über „die steigende Zahl der Opfer der Klimakrise“ aussagten. Und was noch entscheidender ist: Der „Guardian“ berichtete nur allzu gerne über die eigene Interpretation des ONS:

James Tucker vom ONS sagte: „Unsere Ergebnisse zeigen, dass sich die Kluft zwischen hitzebedingten und kältebedingten Todesfällen in den letzten Jahren verringert hat, weil der Anteil der hitzebedingten Todesfälle gestiegen ist.“

Vielleicht hätte er stattdessen sagen sollen, dass im Laufe der Jahre eine gewisse Verringerung der Kluft zwischen hitze- und kältebedingten Todesfällen zu erwarten ist, aber die einzige Möglichkeit, diese besonders dramatische Verringerung zu erklären, besteht darin, auf die „kreative Buchführung“ des ONS und eine fast schon wissenschaftlich betrügerische Neudefinition des ONS hinsichtlich der Frage zu blicken, was es bedeutet, eine bestimmte Todesursachenkategorie zu verursachen.

Nein, ich glaube nicht, dass man ihnen noch vertrauen kann, und ich halte es für ratsam, die NatCen-Umfrage noch einmal zu überprüfen, die den Eindruck vermittelt, das ONS sei frei von politischer Manipulation.

Link: https://cliscep.com/2026/09/02/bring-out-your-dead-no-not-those/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Kältereport Nr. 37 /2026

Die Schlagzeilen der Woche

Antarktis: immer noch unter –73°C (–100F)

Innere Arktis: Kältester Sommer seit Messbeginn

Südamerika: Weiterhin kaltes Winterwetter

Grönland: Winterbeginn mit 17,1 Gt

Südamerika: Erneut Rekord-Kälte

UK: „Dürre“ macht Platz für Kälte und Regen

Antarktis: Vier aufeinander folgende Tage unter -100°F

Argentinien: September-Kälterekord gebrochen

USA: Kälterekorde in Kalifornien und Oregon

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Meldungen vom 7. September 2026:

Antarktis: immer noch unter –73°C (–100F)

Das außergewöhnlich kalte Jahr 2026 in der Antarktis hält auch im September an, wobei die Temperaturen erneut unter -73°C fallen (die -100°F-Schwelle).

Am 5. September verzeichnete die Concordia-Station am Dome C laut dem italienischen antarktischen meteorologisch-klimatologischen Observatorium einen ungewöhnlich niedrigen Wert von -76,6 °C, was etwa 12,5 °C unter dem typischen Tages-Tiefstwert für September liegt.

Laut NOAA war der Juni der kälteste in der Antarktis seit 2021.

In Concordia sank die Temperatur am 5. Juni auf -80,3 °C, während am Südpol im Monatsdurchschnitt -60,6 °C gemessen wurden.

Im Juli verschärfte sich die Kälte noch weiter. Am 18. sank die Temperatur in Concordia auf –84,1 °C – die niedrigste gemessene Lufttemperatur weltweit seit 2012 und die drittniedrigste in der Geschichte der Station. In Wostok lag die Durchschnittstemperatur für den Monat bei -71,6 °C – der kälteste Juli seit einem Jahrzehnt –, während am Südpol ein Durchschnitt von -64,3 °C gemessen worden ist, was etwa 4,1 °C unter dem Normalwert lag.

Die Kälte hielt bis in den August hinein an, wobei am Südpol ein Durchschnittstemperaturwert von -63 °C gemessen wurde – einer der kältesten Augustmonate seit Beginn der Aufzeichnungen.

Auch jetzt, im meteorologischen Frühling, sinken die Temperaturen in Concordia weiterhin unter die -100 °F-Schwelle.

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Innere Arktis: Kältester Sommer seit Messbeginn

Die Hocharktis hat gerade den kältesten Sommer seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen im Jahr 1958 hinter sich gebracht.

Daten des Dänischen Meteorologischen Instituts zeigen, dass die durchschnittliche Temperatur in 2 m Höhe nördlich von 80° N im Juni, Juli und August 2026 bei etwa -0,91 °C lag.

Der Juni lag im Durchschnitt bei -2,2°C, der Juli im Wesentlichen bei 0 °C und der August bei -0,5°C.

Der Rekord wurde nun unabhängig vom „Arctic Monitoring and Assessment Programme“ (AMAP) bestätigt, einer Arbeitsgruppe des Arktischen Rates, die das gesamte Archiv des DMI heruntergeladen und den Vergleich wiederholt hat.

Das Ergebnis: Der Juni war der kälteste Juni in der Messreihe, der Juli der kälteste Juli mit einem Unterschied von etwa einem halben Grad und der Sommer insgesamt der kälteste seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1958.

In fast sieben Jahrzehnten DMI-Daten gab es nördlich von 80° N noch keinen kälteren Sommer.

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Südamerika: Weiterhin kaltes Winterwetter

Der hartnäckige Winter im Süden Südamerikas hat sich bis in den meteorologischen Frühling hinein ausgeweitet, wobei in Chile Kälterekorde gebrochen wurden und in ganz Argentinien in ungewöhnlich niedrigen Höhenlagen Neuschnee fiel.

In Balmaceda im Süden Chiles sanken die Temperaturen am 5. September auf -9,4 °C und brachen damit den bisherigen Tagesrekord von -9 °C aus dem Jahr 1976. Am folgenden Morgen sank die Temperatur auf -9 °C und brach damit den am 6. September 1994 aufgestellten Rekord von -7,2 °C.

Jenseits der Anden brachte ein neuer Polarvorstoß im September Schnee in die Tiefebene von Mendoza in Argentinien. In San Carlos, Luján de Cuyo und den Ausläufern fiel Schnee, bevor der Regen am späten Abend des 5. September im Großraum Mendoza in anhaltenden Schneefall überging.

Weiter östlich bedeckte Schnee die Altas Cumbres in Córdoba. Die Schneemengen zwangen am 6. September zur Sperrung der Route E-34, weil bei -3 °C die Sicht eingeschränkt und die Fahrbahn mit Schnee bedeckt war.

Dieser winterliche Frühlingsbeginn folgt auf einen auffallend kühlen August in Buenos Aires. Die zentrale Wetterstation verzeichnete eine durchschnittliche Tageshöchsttemperatur von nur 15,8 °C – den niedrigsten August-Höchstwert seit 2011. Nur an drei Tagen wurden 20 °C erreicht, ebenfalls die geringste Anzahl seit 2011.

Und in den Anden insgesamt gibt es bis in den Frühling hinein eine enorme Schneedecke.

In Portillo in Chile sind seit Mitte Juli mehr als 8 m Schnee gefallen, was das Skigebiet als die schneereichste Saison seit rund 50 Jahren bezeichnet. Die Schneelage ist so gut, dass Portillo die Skisaison bis zum 11. Oktober verlängert hat (zwei Wochen über das geplante Saisonende hinaus).

Im nahegelegenen Valle Nevado haben sich mehr als 5,15 m Schnee angesammelt, und auch dort wurde die Saison bis zum 18. Oktober verlängert – damit rechnet das Skigebiet mit voraussichtlich 121 Skitagen.

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Grönland: Winterbeginn mit 17,1 Gt

Die Saison 2026–27 zur Erfassung der Oberflächen-Massenbilanz in Grönland hat mit einem starken Anstieg des Zuwachses begonnen: In den ersten sechs Tagen kamen 17,1 Milliarden Tonnen Eis und Schnee hinzu – der Großteil davon in den letzten beiden Tagen.

Daten des DMI zeigen, dass die Eiskappe am 5. September um 5,628 Gigatonnen (Gt) zugenommen hat, gefolgt von einem noch größeren Zuwachs von 7,482 Gt am 6. September. Insgesamt verzeichnete Grönland in nur 48 Stunden einen Zuwachs von 13,11 Gt, womit sich die Gesamtmenge seit Saisonbeginn auf 17,1 Gt beläuft.

Im operativen, bis ins Jahr 2017 zurückreichenden Archiv des DMI liegt das Jahr 2026 für die ersten sechs Tage im September derzeit an zweiter Stelle hinter 2023. Es gibt zwar längere Datensätze, darunter auch solche, die von GEUS gepflegt werden, doch lassen sie sich nicht eins zu eins mit dem heutigen operativen HARMONIE-Produkt vergleichen. Eine Erweiterung der Rangliste erfordert daher eine vergleichbare Datenextraktion – womit ich mich gerade beschäftige.

(Ein Datensatz liefert tägliche modellierte SMB-Schätzungen bis zurück ins Jahr 1986, während ein anderer jährliche Schätzungen bis ins Jahr 1840 rekonstruiert.)

Vorerst ist die Schlussfolgerung klar: Nach den 525,2 Gt, die während der SMB-Saison 2025–26 akkumuliert worden waren und den sechsthöchsten Wert in der Reihe seit 1981 darstellten, ist Grönland außergewöhnlich stark in die neue Akkumulationssaison gestartet – 17,1 Gt in sechs Tagen, wobei mehr als 13 Gt in den letzten 48 Stunden hinzukamen.

Link: https://electroverse.substack.com/p/antarctica-still-below-100f-high?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

Anmerkung des Übersetzers zu dieser Meldung: Auch hier geht es wieder um die Oberflächen-Masssenbilanz. Auf den Unterschied zur Gesamt-Massenbilanz einzugehen ist müßig: Wer lesen kann, kennt die vielen Beiträge auf diesem Blog dazu. Ganz aktuell steht dazu etwas in diesem Beitrag.

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Meldungen vom 8. September 2026:

Südamerika: Erneut Rekord-Kälte

Ein heftiger Kälteeinbruch aus der Antarktis hat in weiten Teilen des südlichen Südamerikas die Temperaturen weit unter den Gefrierpunkt sinken lassen, dabei Kälterekorde gebrochen, im Süden Brasiliens erneut Schnee gebracht und winterliche Luft bis über den 20. südlichen Breitengrad hinaus getrieben.

In Argentinien sank die Temperatur in Tandil auf -7,8 °C und stellte damit einen neuen Tages-Kälterekord auf, der die bisherige Bestmarke von -4 °C aus dem Jahr 1973 deutlich unterbot.

In General Pico sank die Temperatur am 6. September auf -4,9 °C und brach damit den bisherigen Tagesrekord von -4 °C aus dem Jahr 1975. In Buenos Aires fiel die Temperatur am gleichen Tag auf 2,4 °C und stellte damit ebenfalls einen neuen Tagesrekord auf.

Am 7. September erreichte Concordia -1,6 °C und brach damit den alten Rekord von -0,4 °C aus dem Jahr 2008, während die Temperatur in Monte Caseros auf 1,9 °C sank und damit den Wert von 2,3 °C unterbot – ebenfalls aus dem Jahr 2008. Und im gesamten Norden der Provinz Buenos Aires sanken die Temperaturen bis auf -6,1 °C.

In Berdier, in der Nähe von Salto, wurde mit -4,5 °C die niedrigste Septembertemperatur seit mindestens 60 Jahren erreicht, womit der Wert aus dem Jahr 2019 egalisiert wurde. In Junín sank die Temperatur auf -4,9 °C, in Rojas auf -4,5 °C und in Chacabuco auf -4 °C.

Weiter westlich war es in Mendoza noch kälter. In Monte Comán sank die Temperatur auf -8,3 °C, in Villa Atuel auf -8 °C und in Palermo Chico auf -7,7 °C, wobei in den Obstbaugebieten, in denen die Blüte bereits eingesetzt hatte, Frostschäden auftraten.

In Mendoza selbst sank die Temperatur an der offiziellen Messstation am 7. September auf 0 °C und erreichte damit den 1973 aufgestellten Tagesrekord.

Die Kälte brach auch jenseits der Anden in Chile Rekorde. In Balmaceda sank die Temperatur am 5. September auf -9,4 °C und übertraf damit den bisherigen Tagesrekord von -9 °C aus dem Jahr 1976. Einen Tag später sank die Temperatur auf –9 ° und brach damit den am 6. September 1994 aufgestellten Rekord von –7,2 °C.

Die Kältewelle griff auf Uruguay über, wo INUMET in Lavalleja -4,2 °C und in Florida -3 °C verzeichnete. In weiten Teilen des Zentrums, des Südens und des Ostens des Landes wurden Temperaturen unter dem Gefrierpunkt gemessen, wobei der Frost sogar Teile des Nordens und Nordostens erreichte.

Die Polarluft drang daraufhin in den Süden Brasiliens vor. In São Joaquim, Santa Catarina, sank die Temperatur an der historischen Epagri/INMET-Messstation am 7. September auf -4 °C – der kälteste 7. September in der 72-jährigen Messgeschichte, womit der bisherige Rekord von -3 °C aus dem Jahr 1973 gebrochen wurde. Im nahegelegenen Caminhos da Neve wurden -5,9 °C gemessen.

In Bom Jardim da Serra sank die Temperatur auf -6,1 °C, in Urupema auf -5,4 °C. Im Hochland von Santa Catarina und Rio Grande do Sul wurde Schnee beobachtet, unter anderem in der Umgebung von Urubici, Bom Jardim da Serra, Cambará do Sul und São José dos Ausentes.

Die Kälte drang ungewöhnlich weit nach Norden vor.

In São Paulo erreichte die Höchsttemperatur am Montag lediglich 13,6 °C – der kälteste Septembertag seit 2000. In Rio de Janeiro wurden nur 19 °C gemessen, der kälteste Septembertag seit 2015.

Der polare Kälteeinbruch erreichte Mato Grosso do Sul, etwa 20° südlicher Breite, und setzte sich in abgeschwächter Form bis in den südlichen Amazonasraum fort, einschließlich Teilen von Acre und Rondônia – eine für diese Jahreszeit ungewöhnlich späte „Friagem“, die winterliche Bedingungen tief in den Kontinent hinein ausdehnte.

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UK: „Dürre“ macht Platz für Kälte und Regen

Die vielbeschriebene Sommerdürre in Großbritannien ist bereits vorbei, und mit einem tief greifenden Wetterumschwung in Europa kehren die atlantischen Regenfälle zurück.

Der Sommer 2026 war in London zweifellos trocken. Doch er war bei weitem nicht der historische Ausreißer, den die Schlagzeilen suggerieren. Am Flughafen Heathrow fielen von Juni bis August 93,6 mm Niederschlag, womit das Jahr 2026 dort auf Platz 17 der 79 trockensten Sommer rangiert.

Und nun regnet es wieder. Und zwar heftig. Der Omega-Block hat sich verschoben, der Atlantik hat sich wieder geöffnet, und wieder einmal ziehen wiederholt Tiefdruckgebiete nach Osten in Richtung Großbritannien.

Link: https://electroverse.substack.com/p/south-america-suffers-record-cold?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Eine Meldung vom 9. September 2026:

Antarktis: Vier aufeinander folgende Tage unter -100°F

Das kalte Jahr 2026 in der Antarktis hält auch im September an, wobei die Temperaturen in Concordia vier Tage in Folge unter -100 °F lagen.

Nach Angaben des italienischen antarktischen meteorologisch-klimatologischen Observatoriums wurde in Concordia am 5. September eine Tiefsttemperatur von -76,6 °C gemessen. Darauf folgten am 6. September -75,7 °C, am 7. September -76,4 °C und am 8. September -75,5 °.

Damit lagen die Temperaturen vier Tage in Folge unter -100 °F – eine selbst für die Verhältnisse auf dem antarktischen Plateau extreme Kältewelle, die etwa 10–12 °C unter dem Normalwert lag.

Es war ein eisiges Jahr für den Kontinent.

Link: https://electroverse.substack.com/p/antarctica-below-100f-for-four-straight?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Meldungen vom 10. September 2026:

Argentinien: September-Kälterekord gebrochen

Ein Kälteeinbruch aus der Polarregion im Vorfrühling hat in Tandil in Argentinien zur niedrigsten jemals im September gemessenen Temperatur geführt.

Am Flugplatz von Tandil sank die Temperatur diese Woche auf -7,8 °C und unterbot damit den bisherigen September-Tiefstwert von -7,1 °C, der am 14. September 2003 gemessen worden war. Die Aufzeichnungen reichen hier bis ins Jahr 1960 zurück.The cold was widespread across Buenos Aires Province.

Den SMN-Beobachtungen zufolge lagen die Temperaturen in Coronel Suárez bei -3,2 °C, in Azul bei -2,8 °C und in Junín bei -2 °C.

In General Pico sank die Temperatur am 6. September auf -4,9 °C – ein neuer Tagesrekord; Buenos Aires selbst erreichte am gleichen Morgen 2,4 °C – ebenfalls ein Rekord für den 6. September; und in Monte Caseros fiel die Temperatur am 7. September auf 1,9 °C – der niedrigste jemals für dieses Datum gemessene Wert.

Die Polarluft überquerte auch den Río de la Plata.

In Uruguay wurden –5 °C gemessen, die niedrigste Septembertemperatur des Landes seit Beginn der modernen Aufzeichnungen des INUMET (seit 1981), womit der am 2. September 1990 in Durazno, und lag nur 0,6 °C unter dem älteren nationalen September-Rekord von -5,6 °C.

Der Winter mag kalendarisch zwar vorbei sein, doch im südlichen Südamerika will er nur ungern weichen.

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USA: Kälterekorde in Kalifornien und Oregon

Ein Kälteeinbruch zu Beginn der Saison hat in ganz Kalifornien und Oregon eine Reihe von Temperaturrekorden gebrochen oder eingestellt.

Die Kälte erreichte am 4. September zunächst Nordkalifornien und Südoregon. In Mt. Shasta City sank die Temperatur auf 0,6 °C und brach damit den bisherigen Tages-Tiefstwert von 3,3 °C aus dem Jahr 1990. In Montague sank die Temperatur auf 1,7 °C und unterbot damit den Wert von 4,4 °C aus dem Jahr 1964, während in Klamath Falls 0 °C gemessen wurden, was dem Rekordwert vom 4. September 1912 entspricht.

Die Kaltfront zog dann weiter nach Süden.

Am 6. September erreichte Barstow-Daggett eine Höchsttemperatur von nur 25 °C und unterbot damit den bisherigen Rekord für die niedrigste Höchsttemperatur von 28,3 °C aus dem Jahr 1985. San Jacinto erreichte nur 26,1 °C und brach damit seinen alten Rekord für die niedrigste Höchsttemperatur von 27,8 °C ebenfalls aus dem Jahr 1985, während Anaheim bei 26,1°C seinen Höchstwert erreichte und damit den Wert aus dem Jahr 2001 einstellte.

Klamath Falls stellte dann am 7. September mit -0,6 °C einen weiteren Tagesrekord auf – genau wie 1999.

Es wird angenommen, dass dies die kälteste erste Septemberwoche seit Beginn der Aufzeichnungen in Nordkalifornien und Südoregon war.

Und es ist noch nicht vorbei.

Die neuesten ECMWF-Modelle simulieren, dass sich bis zum Wochenende erneut ein ausgedehnter Kaältluftkörper über den Westen ausbreiten wird, wobei die Temperaturanomalien in Teilen des Nordwestens und des inneren Westens lokal 5 bis 6°C unter dem saisonalen Durchschnitt liegen werden.

Link: https://electroverse.substack.com/p/tandil-breaks-september-cold-record?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

Wird fortgesetzt mit Kältereport Nr. 38 / 2026

Redaktionsschluss für diesen Report: 11. September 2026

Zusammengestellt und übersetzt von Christian Freuer für das EIKE