Endlich ein wenig Realität von RealClimate – aber unglücklicherweise blieben sie bei Einigem irreal

Dieser Beitrag durch den Begründer von RealClimate Stefan Rahmstorf war eine Erwiderung auf den im Journal Nature veröffentlichten Kommentar „Climate policy: Ditch the 2 °C warming goal“ von Victor und Fennel (2014). Konfrontiert mit den Realitäten einer immer langsameren Zunahme der Temperatur brachten Victor und Fennel eine Anzahl anderer Komplexe ins Spiel einschließlich des ozeanischen Wärmegehaltes.
Ich bin mir nicht sicher, ob Rahmstorf wusste, was er da tat. Sein Beitrag auf RealClimate wird viele Jahre lang enthusiastisch von Skeptikern verwendet werden. Rahmstorfs Beitrag wird immer dann fröhliche Urständ‘ feiern, wenn Alarmisten wie die bei SkepticalScience versuchen, einen fortgesetzten Anstieg des ozeanischen Wärmegehaltes als Grund für die fortgesetzte Divergenz zwischen Klimamodellen und Temperatur anzuführen. Beispiel: Der Beitrag What has global warming done since 1998? bei SkepticalScience kann jetzt getrost verworfen werden.
Weil der Beitrag von Stefan Rahmstorf wichtig ist, habe ich ihn hier archiviert.
1.) Falls man einmal durch die Kommentare bei RealClimate geht, wird man einige wenige von Roger Pielke Jr. finden. Pielke Sr. hat seit Jahren argumentiert, dass der ozeanische Wärmegehalt der ideale Komplex zur Messung der globalen Erwärmung ist. Ich stimme dem zu… der ozeanische Wärmegehalt wäre die auszuwählende Größe, FALLS (großes falls) es die Absicht ist zu quantifizieren, wie viel Wärme tatsächlich in den Ozeanen gespeichert wird und dann diese Beobachtungen zu vergleichen mit der Theorie und den Ergebnissen der Klimamodelle. Aber hier handelt es sich nicht um eine Diskussion über die globale Erwärmung, damit die Wissenschaftler die Fehler in den Klimamodellen dingfest machen können. Hier geht es um eine Diskussion um Größen, die für politische Entscheidungen wertvoll sind und die natürlich die große Hypothese befeuern, die die Politik braucht, um die Erwärmung zu bekämpfen, was Viele in Frage stellen.
Wir leben auf der Oberfläche. Daher ist die Erwärmung der Oberfläche oder das Fehlen derselben die maßgebliche Größe. Lufttemperaturen auf dem Festland imitieren und übertreiben die Temperatur über den Ozeanen, nicht in den Tiefen der Ozeane. Die Verdunstung an der Ozean-Oberfläche ist die große Hauptquelle von Feuchtigkeit in der Atmosphäre, und die Verdunstung findet an der Wasseroberfläche statt und nicht in den Tiefen der Ozeane.
2.) Ja, der Wärmegehalt der Ozeane beeinflusst wirklich die Rate des Meeresspiegel-Anstiegs, aber selbst dieser Einfluss ist minimal. Levitus et al (2012) zufolge beläuft sich der Trend der thermisch bedingten Volumenänderung beim Anstieg des Meeresspiegels auf nur 0,54 mmpro Jahr für die Tiefen zwischen 0 und 2000 Metern im Zeitraum 1955 bis 2010. Und noch einmal, falls der Meeresspiegel auf das Niveau steigen sollte, dass er während der letzten Zwischeneiszeit eingenommen hat, läge der Meeresspiegel heute 6 bis 9 Meter über dem heutigen Niveau. Siehe dazu auch Kopp et al. (2013) Probabilistic assessment of sea level variations during the last interglacial stage, und Dutton & Lambeck (2012) Ice volume and sea level during the last interglacial.
Keine Politik bzgl. Kohlendioxid wird den Landeinwärts-Marsch [inland march, ?] der Ozeane aufhalten.
Eine Erwärmung der Ozeane um 250000000000000000000000 Joule „würde im Wesentlichen Null Einfluss“ auf die Oberfläche haben, auf der wir leben.
Wir haben in zahlreichen Beiträgen die vertikal zwischen 0 und 2000 m Tiefe gemittelten Temperaturdaten vom NODC präsentiert und diskutiert. Wir haben besprochen, wie die Daten des ozeanischen Wärmegehaltes mit einem sehr ausdrucksvollen Term (1022 Joule) beschrieben werden. Aber mit uns vertrauteren Termen zur Beschreibung der Temperatur wird die Erwärmung lediglich in Hundertstel Grad Celsius ausgedrückt. In dem Beitrag Rough Estimate of the Annual Changes in Ocean Temperatures from 700 to 2000 Meters Based on NODC Data haben wir sogar die Erwärmung an der Oberfläche gezeigt bis zu einer Tiefe von 700 Metern, zusammen mit einer groben Schätzung der Verhältnisse in den Tiefen zwischen 700 und 2000 Metern. Siehe Abbildung 1, also der Abbildung 3 aus dem o. g. Beitrag:

Abbildung 1
Unter der Überschrift „2. Der ozeanische Wärmegehalt hat keine direkte Beziehung zu irgendwelchen Auswirkungen“ schreibt Stefan Rahmstorf (Fettdruck von mir, Tisdale):
Der ozeanische Wärmegehalt hat um etwa 2,5 X 10↑23 Joule seit 1970 zugenommen (IPCC AR5). Welche Auswirkungen könnte dies haben? Die Antwort lautet: Das hängt davon ab. Falls diese Wärme völlig gleichmäßig im gesamten Ozean verteilt wäre, wäre die Wassertemperatur um weniger als 0,05°C gestiegen (globale Ozean-Masse 1,4 X 10↑21 kg; Wärmekapazität 4 J/gK). Diese geringe Erwärmung hätte im Wesentlichen Null Auswirkungen.
Das heißt, ist die hypothetische Wärme der vom Menschen verursachten globalen Erwärmung erst einmal von den Ozeanen absorbiert, ist sie für Landbewohner nicht mehr von Belang. Skeptiker sagen dies schon seit Jahren. Die Zufuhr „geringer Erwärmung“ in den Tiefen der Ozeane erzeugt eine geringe Hintergrund-Erwärmung, die im Wesentlichen „Null Auswirkung“ auf dem Festland hat.
Aber die Ozeanoberfläche erwärmt sich mit einer viel höheren Rate
Unter dieser Überschrift schreibt Stefan Rahmstorf (Fettdruck von mir, Tisdale):
Der einzige Grund, warum die Wärmeaufnahme der Ozeane einen Einfluss hat, ist die Tatsache, dass sich dies in hohem Maße an der Oberfläche konzentriert, wo die Erwärmung daher sichtbar ist (siehe Abbildung 1). Hinsichtlich Auswirkungen ist also das Problem die Erwärmung der Oberfläche – welche viel besser beschrieben wird durch Messungen der Wassertemperatur an der Oberfläche als mit dem ozeanischen Gesamt-Wärmeinhalt. Die Erwärmung der Oberfläche steht nicht in einfacher Beziehung zur Gesamt-Wärmeaufnahme, weil diese Verbindung durch Meeresströme und Änderungen der Durchmischung gestört wird. (Übrigens, dies gilt auch für den Meeresspiegel-Anstieg infolge thermischer Ausdehnung, weil der Koeffizient der thermischen Ausdehnung bei warmem Oberflächenwasser viele Male größer ist als bei den kalten Tiefenwassern – erneut ist es die Erwärmung an der Oberfläche, die zählt, während uns der ozeanische Gesamt-Wärmeinhalt wenig über die Stärke des Meeresspiegel-Anstiegs sagt).
(Hinweis an Stefan Rahmstorf: In Ihrer Abbildung 1 geht es nicht um die Oberflächen-Erwärmung!)
Aber was Stefan Rahmstorf nicht erwähnt, ist die Tatsache, dass die Ozean-Oberflächen nicht kooperieren mit den vom IPCC im 5. Zustandsbericht verwendeten Klimamodellen. Während der letzten über drei Jahrzehnte hat sich die Ozeanoberfläche mit einer Rate erwärmt, die nur etwa halb so groß ist wie die von den Klimamodellen simulierte. Siehe Abbildung 2:

Abbildung 2
Diese Abbildung war als Abbildung 3 enthalten in dem Beitrag On The Recent Record-High Global Sea Surface Temperatures – The Wheres and Whys.
Nicht rein zufällig… die gemessene Ozean-Erwärmung in der Tiefe ist nur etwas halb so groß wie von den Klimamodellen vorhergesagt. Das heißt, es gibt immer noch eine große Menge fehlender hypothetischer Wärme. Vielleicht sind die Rückkopplungen, die die zusätzliche hypothetische Wärme der Ozeane in den Klimamodellen treiben, doch nicht so positiv wie die Klimawissenschaftler glauben. Es wird jedoch noch Jahrzehnte dauern, bis die klimawissenschaftliche Gemeinde diesen Tatbestand einräumen wird.
Probleme bei der Messung des ozeanischen Wärmegehaltes … und die Wassertemperatur der Ozeane unterhalb der Oberfläche
Wir haben die Probleme mit den Daten des ozeanischen Wärmegehaltes und mit den Referenzmessungen der Temperatur unter der Wasseroberfläche in zahlreichen Beiträgen während der letzten Jahre aufgedeckt. Beispielhaft seien hier genannt:
Is Ocean Heat Content Data All It’s Stacked Up to Be?
AMAZING: The IPCC May Have Provided Realistic Presentations of Ocean Heat Content Source Data
Und es gibt zusätzliche Beiträge unter der Kategorie Ocean Heat Content Problems.
Unter der Überschrift „3.) Ozeanischer Wärmegehalt ist schwierig zu messen“ schreibt Stefan Rahmstorf weiter in seinem Beitrag:
Grund hierfür ist, dass man kleine Temperaturänderungen über ein riesiges Volumen messen muss, die viel kleiner sind als Änderungen an der Wasseroberfläche. Schätzungen des ozeanischen Wärmegehaltes haben eine Reihe von Begutachtungen durchlaufen, Instrumenten-Kalibrierungen usw. Falls wir um nur 0,05°C systematisch falsch liegen im gesamten Ozean infolge des Abdriftens von Instrumenten, wäre der Fehler größer als die gesamte Wärmeaufnahme der Ozeane seit 1970. Falls die Oberflächen-Messungen systematisch um 0,05°C abweichen würden, wäre dies eine vernachlässigbare Korrektur im Vergleich zu der seit 1950 beobachteten Erwärmung um 0,7°C.
Danke, Stefan!
Unter dem Strich
Wie wir schon seit Jahren sagen, die Daten des ozeanischen Wärmegehaltes (und die Temperaturmessungen bis in die Tiefe der Ozeane, auf denen sie basieren), sind ein problematischer Datensatz. Selbst während der ARGO-Ära. Siehe den Artikel von Paul Voosen vom Oktober 2011 mit dem Titel Provoked scientists try to explain lag in global warming. Er enthält Zitate von einer Handvoll sehr bekannter Klimawissenschaftler – einschließlich Kevin Trenberth. Voosen sagte zu Trenberths Meinung über ARGO Folgendes:
Trenberth stellt in Frage, ob die ARGO-Messungen ausgereift genug sind, um so deutliche Aussagen machen zu können, wie Hansen es tut. Er hat viele Diskrepanzen gesehen unter den Analysen der Daten, und immer noch gibt es „Probleme hinsichtlich fehlender und falscher Daten und Kalibrierung“, sagte er. Die ARGO-Bojen sind wertvoll, fügte er hinzu, aber „sie sind noch nicht da“.
Und sie stützen nach wie vor nicht die hypothetische, vom Menschen verursachte globale Erwärmung. In einem offenen Brief an Kevin Trenberth – NCAR (hier) habe ich eine aktualisierte Graphik der vertikalen mittleren Temperatur-Anomaliedaten von NODC für den Indischen, den Pazifischen, den Nord- und Südatlantischen Ozean präsentiert, und zwar in Tiefen zwischen 0 und 2000 Metern aufgrund der ARGO-Messungen (die 2003 begonnen haben). Siehe Abbildung 3 unten (= Abbildung 5 im verlinkten Beitrag). Der flache Verlauf des Trends im Pazifik zeigt, dass es keinen substantiellen Anstieg der Wassertemperatur unterhalb der Oberfläche des Pazifiks gegeben hat, und zwar bis zu einer Tiefe von 2000 Metern während der letzten 11 Jahre. Im Nordatlantik war es genauso. Anthropogene Treibhausgase können die Erwärmung im Südatlantik und dem Indischen Ozean nicht erklären, wenn sie offensichtlich keinerlei Einfluss auf die Erwärmung des Nordatlantiks und des Pazifiks bis zu 2000 Metern während der letzten 11 Jahre hatten.

Abbildung 3
Sind sie neu bei den Diskussionen zur Erwärmung der Ozeane?
Seit nunmehr fast 6 Jahren habe ich gezeigt, wie die Daten des ozeanischen Wärmegehaltes und die Daten aus der Satelliten-Ära belegen, dass natürlich auftretende gekoppelte Ozean-Atmosphäre-Prozesse verantwortlich waren für deren Erwärmung. Siehe den illustrierten Essay The Manmade Global Warming Challenge (42mb). Er ist gratis. Und lassen Sie sich nicht von den „ natürlich auftretenden gekoppelten Ozean-Atmosphäre-Prozessen“ ängstigen. Sie sind nicht schwer zu verstehen.
Link: http://wattsupwiththat.com/2014/10/23/finally-some-reality-from-realclimate-but-unfortunately-they-remained-unreal-about-some-things/
Übersetzt von Chris Frey EIKE




ARGO: Große Bandbreite von Erwärmungs- (und Abkühlungs-)Raten der Ozeane bis zu einer Tiefe von 2000 Metern

Bemerkung: KNMI hat ihrem Climate Explorer auch die Daten des ozeanischen Wärmegehaltes der Japanese Meteorological Agency (JMA) hinzugefügt für Tiefen von 0 bis 700 Metern. Wir werden sie in einem späteren Beitrag mit den NODC-Daten vergleichen.
In diesem Beitrag wollen wir einen kurzen Blick auf die vertikal gemittelte Temperaturanomalie von 0 bis 2000 Metern werfen. Das ist der Zeitraum, in dem Temperaturmessungen unter der Wasseroberfläche mit ARGO-Bojen durchgeführt worden sind, welche eine einigermaßen vollständige Übersicht der Ozeantemperatur von 0 bis 2000 Metern vermittelt. Die anderen Tiefenbereiche werden wir in späteren Beiträgen beleuchten.
Vorbemerkung
Das NODC präsentiert seine Daten auf vierteljährlicher Basis. KNMI hat diese in monatliche Daten konvertiert, indem die vierteljährlichen Werte jedem der jeweiligen Monate zugeordnet wurden. Als Folge zeigen die monatlichen Daten einen stufenartigen Verlauf mit vielen kleinen Plateaus. Wir könnten diese Daten mit 3-Monats-Filtern glätten, um diese kleinen Stufen zu eliminieren, aber in diesem Beitrag würde das kaum etwas bringen, weil wir vor allem Erwärmungs- (und Abkühlungs-)Raten betrachten.
Globale hemisphärische Erwärmungsraten
Abbildung 1 zeigt die vertikal gemittelten NODC-Temperaturanomalien für Tiefen zwischen 0 und 2000 Metern vom 1. Quartal 2005 bis zum 2. Quartal 2014. Seit dem 1. Quartal 2005 haben sich die Ozeane der südlichen Hemisphäre in Tiefen zwischen 0 und 2000 Metern mit einer Rate von etwa +0,05°C pro Dekade erwärmt, basierend auf dem linearen Trend. Andererseits ist der lineare Trend der nördlichen Hemisphäre bemerkenswert geringer, erfolgt doch die Erwärmung nur mit etwa 10% der Rate auf der Südhemisphäre. Dies ist ein ziemlicher Unterschied in einer Welt, wo anthropogene Treibhausgase vermeintlich für die Erwärmung verantwortlich sind und in der man sagt, dass anthropogene Treibhausgase gut durchmischt sind.

Abbildung 1
Vergleich der Ozeanbecken
Ich habe die Ozeanbecken in Teildatensätze aufgeteilt, und zwar mit den gleichen Koordinaten, die ich für die Aktualisierungen der Wasser-Oberflächentemperatur verwendet habe (hier):
● Arktischer Ozean (65N-90N)
● Nordatlantik (0-70N, 80W-0)
● Nordpazifik (0-65N, 100E-90W)
● Indischer Ozean (60S-30N, 20E-120E)
● Südatlantik (60S-0, 70W-20E)
● Südpazifik (60S-0, 120E-70W)
● Südlicher Ozean (um die Antarktis) (90S-60S)

Abbildung 2
Den Arktischen Ozean habe ich aus Abbildung 3 entfernt. Wie man sieht, gibt es eine große Bandbreite von Erwärmungsraten für alle anderen Ozeanbecken bis zu einer Tiefe von 2000 Metern. Im Indischen Ozean wurde die stärkste Erwärmung der ARGO-Ära verzeichnet, die mehr als doppelt so hoch liegt wie die Erwärmungsraten des Südatlantiks und des Südpazifiks und etwa dreimal so hoch wie die Rate im Nordatlantik. Und doch, in Tiefen zwischen 0 und 2000 Metern zeigen der Nordpazifik und der Südliche Ozean um die Antarktis praktisch keine Erwärmung im vorigen Jahrzehnt.

Abbildung 3
Welche Breiten haben sich erwärmt, welche haben sich abgekühlt?
Abbildung 4 zeigt die Erwärmungs- und Abkühlungsraten (°C pro Dekade) der globalen Ozeane auf der Basis zonaler Mittelwerte in verschiedenen Breiten. Die vertikale Y-Achse ist in °C skaliert. Die horizontale X-Achse ist nach Breitengraden skaliert, wobei der Südpol links (bei -90 oder 90 S) liegt, der Nordpol rechts bei +90 (oder 90 N) und der Äquator in der Mitte bei Null Grad Breite.

Abbildung 4
Während der ARGO-Ära zeigte sich die größte Erwärmung in Tiefen bis 2000 Metern in den niedrigen mittleren Breiten der Nordhemisphäre und den mittleren Breiten der Südhemisphäre. Die stärkste Abkühlung ereignete sich in den mittleren und hohen Breiten der Nordhemisphäre und im Südlichen Ozean. Man beachte auch, dass die Abkühlung auf der Nordhemisphäre mehr als nur den Arktischen Ozean umfasst.
Regionale Ozeanabkühlung bis zu Tiefen von 2000 Metern sind schwierig voneinander abzugrenzen in einer Welt, in der Treibhausgase vermeintlich das Klima dominieren. Falls natürliche Faktoren dafür sorgen können, dass der Ozean abkühlt, können sie auch zu dessen Erwärmung beitragen.
Abschließender Kommentar
Bereits seit einigen Jahren haben wir illustriert, wie entsetzlich schlecht die jüngsten und größten Klimamodelle die Wassertemperatur der globalen Ozeane simulieren. Siehe dazu die beiden jüngsten Beiträge:
●Vielleicht sollten die IPCC-Modellierer mal versuchen, die Ozeane der Erde zu simulieren (hier) oder
●Das IPCC macht sich immer noch Illusionen hinsichtlich des Kohlendioxids (hier).
Einige Leser könnten argwöhnen, dass falls die Modelle die Wassertemperatur der Ozeane nicht simulieren können, sie auch nicht besser sind, wenn sie versuchen, Erwärmung und Abkühlung bis zu einer Tiefe von 2000 Metern zu simulieren. Unglücklicherweise werden die Ergebnisse der Klimamodelle für Ozeantemperaturen unter der Wasseroberfläche nicht in Formaten präsentiert, die geeignet sind, sie einfach dem KNMI Climate Explorer hinzuzufügen. Und es ist unwahrscheinlich, dass die klimawissenschaftliche Gemeinschaft jenes Scheitern der Modelle präsentieren wird.
Link: http://wattsupwiththat.com/2014/10/17/with-argo-there-is-a-wide-range-warming-and-cooling-rates-of-the-oceans-to-depths-of-2000-meters/
Übersetzt von Chris Frey EIKE




Das offensichtliche Scheitern der Klimawissenschaft, das von den Mainstream-Medien ignoriert wird

Ich werde später etwas zu dieser Studie schreiben. In diesem Beitrag geht es aber um etwas anderes, nämlich:

Die Dürre in Kalifornien – wer ist verantwortlich für fehlende Vorbereitungen

Bei der Lektüre des exzellenten Beitrags von Anthony Watts über Swain et al. (2014) mit dem Titel „Behauptung: kalifornische Dürre hängt mit Klimawandel zusammen – nicht ein einziges Mal wurden ENSO oder El Nino erwähnt (hier)“ wurde wieder einmal eine Anzahl von Gedanken dazu wiederholt, die mir schon oft aufgestoßen sind, als sich die Dürre in den Westlichen Staaten im vorigen Jahr einstellte und sich in diesem Jahr intensivierte.
War Kalifornien auf eine Dürre vorbereitet?
Offensichtlich war Kalifornien auf eine derartig intensive Dürre nicht vorbereitet, und die Auswirkungen dieser fehlenden Vorbereitung auf die Bewohne Kaliforniens werden noch viel schlimmer werden, sollte sich die Dürre fortsetzen.
Warum war Kalifornien nicht auf eine kurzfristige (vieljährige) Dürre dieser Intensität vorbereitet?
Die realistische Schuldzuweisung sollte den Brennpunkt auf die Klimawissenschaft unter der Herrschaft des IPCC allgemein legen. Im Einführungsabsatz der Website über die Geschichte des IPCC wird festgestellt (Fettdruck von mir):
Die heutige Rolle des IPCC wird definiert in den Principles Governing IPCC Work: „…in umfassender Weise, objektiv, offen und transparent die wissenschaftlichen, technischen und sozioökonomischen Informationen einzuschätzen, die relevant sind für die wissenschaftliche Basis der Risiken einer VOM MENSCHEN VERURSACHTEN Klimaänderung, dessen potentielle Auswirkungen und Optionen für Anpassung und Abschwächung“.
Die Tatsache, dass das IPCC all seine Bemühungen darauf konzentrieren muss, „die wissenschaftliche Basis der Risiken einer vom Menschen verursachten Klimaänderung zu verstehen“, ist sehr wichtig. Das IPCC hat niemals ernsthaft versucht zu bestimmen, ob natürliche Faktoren nicht für den größten Teil der Erwärmung verantwortlich waren, die es auf der Erde im vorigen Jahrhundert gegeben hat. Jahrzehnte lang hat man beim IPCC Augenklappen getragen, die die Sichtweise auf alle anderen Dinge außer Kohlendioxid blockiert haben. Die Rolle des IPCC ist es immer gewesen, Berichte vorzubereiten, die die Reduktion von Treibhausgasen als Folge des Verbrennens fossiler Treibstoffe unterstützen sollen. Folgerichtig fließen auch sämtliche Forschungsgelder in diesen Bereich. Die Entscheidung, ausschließlich eine vom Menschen verursachte globale Erwärmung zu untersuchen, ist eine politische Entscheidung und nicht eine wissenschaftliche. In dem Bemühen, ihre Agenden zu rechtfertigen, sind die Politiker auf der ganzen Welt auf den Klimawandel-Zug aufgesprungen und finanzierten modellbasierte Studien einer anthropogenen globalen Erwärmung … und verbrannten dabei jedes Jahr viele Milliarden Dollar.
Wegen dieser politischen Agenda können die jüngsten und größten Klimamodelle immer noch nicht die zugrunde liegenden Prozesse simulieren, also die natürlich regelmäßig wiederkehrenden, gekoppelten Ozean-Atmosphäre-Prozesse wie ENSO (El Niños und La Niñas), wie die Pazifische Dekadische Oszillation… Prozesse, die starken Einfluss auf Temperatur und Niederschlag in den US-Staaten der US-Westküste haben. Es gibt also keine Möglichkeit für die Klimamodelle, so wie sie sich heute darbieten, vorherzusagen, wie die Niederschlagsverteilung in Zukunft dort aussieht. Und dieses grundlegende Problem wird bestehen, bis die Finanzierung der Klimaforschung auf andere Wege gelenkt wird. Ja, Finanzierung. Die Forschung folgt dem Gelde.
Welchen Wert bieten Studien auf der Grundlage von Klimamodellen?
Überhaupt keinen.
Die Studie von Pierce et al. (2013) mit dem Titel [übersetzt] „Die Schlüsselrolle von Starkniederschlägen bei nicht mit den Klimamodellen übereinstimmenden Änderungen der jährlichen Regenmenge in Kalifornien“ (hier) bietet eine Übersicht, warum die Klimamodelle wertlos sind, wenn es um Vorhersagen wie der kalifornischen Dürre geht. Im Abstract schreiben Pierce et al. (Hervorhebung und Großschreibung von mir):
Von den hier untersuchten herabgestuften 25 Modellprojektionen stimmen 21 überein, dass die Häufigkeit von Niederschlag ABNEHMEN wird bis zu den sechziger Jahren dieses Jahrhunderts, was einen Rückgang von 6 bis 14 Tagen pro Jahr bedeutet. Dies reduziert die mittlere jährliche Regenmenge in Kalifornien um 5,7%. Teilweise im Widerspruch hierzu stimmen 16 der 25 Projektionen überein, dass die tägliche Niederschlagsintensität ZUNEHMEN wird, was auf ein Modellmittel der Zunahme um 5,3% hinausläuft. Zwischen diesen kontrastierenden Tendenzen zeigen 12 Projektionen trockener als normale Bedingungen und 13 nasser als normale Bedingungen, jeweils bis zu den sechziger Jahren dieses Jahrhunderts.
Fazit: Einige Klimamodelle sagen, dass die tägliche Niederschlagsintensität zunehmen wird, während andere sagen, dass diese abnehmen wird. Mit anderen Worten, die klimawissenschaftliche Gemeinschaft ist völlig ahnungslos hinsichtlich der zukünftigen Niederschlagsmenge an der US-Westküste.
Nun könnten Einige sagen, dass Klimatologen des Staates Kalifornien und aus anderen Westküstenstaaten von der Klimawissenschaft behindert worden seien. Es ist schwierig, staatlichen und lokalen Behörden Vorschläge für die langfristige Planung zu unterbreiten, wenn die klimawissenschaftliche Gemeinde ihnen nichts zur Verfügung stellt, mit dem man arbeiten kann.
Ist Kalifornien auf eine Dürre vorbereitet, die viele Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte andauern kann?
Im Beitrag von Anthony Watts war auch eine Graphik einer paläoklimatologischen Studie der Dürre an der Westküste (hier) enthalten, die zeigte, dass Dürren in der Vergangenheit hunderte von Jahren gedauert haben. Zur Originalgraphik und Diskussion darüber siehe Abbildung 10 von Cook et al. (2007) aus der Studie „Dürre in Nordamerika: Rekonstruktionen, Gründe und Konsequenzen“ (hier). (Hinweis: Es handelt sich nicht um den John Cook von SkepticalScience).
Nun hasse ich es, schlechte Nachrichten zu verbreiten. Aber wenn es in der Vergangenheit vorgekommen ist, kann es wieder vorkommen?
Warum plappern die Mainstream-Medien Presseerklärungen einfach nur nach?
Nachrichten über den Klimawandel wurden zu Echoräumen der Presseerklärungen, die von Kollegen, Universitäten und Forschungsagenturen der Regierung ausgestreut wurden. Individuelle Reporter könnten einen tiefer gehenden Bericht erstellen, indem sie die Wissenschaftsautoren nach ein paar zusätzlichen Worten der Weisheit fragen.
Aber warum stellen die Medien keine bohrenden Fragen wie:
• Warum hat man die Bewohner der Westküste nicht schon vor 10 oder 15 Jahren gewarnt, dass eine schwere Dürre nur eine Wetteranomalie entfernt auftreten wird?
• Warum gibt es nicht genügend Entsalzungs-Werke, um Regendefizite auszugleichen?
• Warum demonstrieren die Menschen an der Westküste für mehr Wind- und Solarparks, wenn sie etwas viel Dringenderes für ihr Leben brauchen, nämlich Wasser? Und warum finanziert die Regierung diese Parks?
Es scheint mir, dass wir sehr bald eine Umkehr von Steinbecks The Grapes of Wrath [etwa: Die Trauben der Wut] erleben, wobei eine große Anzahl von Bewohnern Kaliforniens zurück in die Staaten des Mittleren Westens emigriert, wo ebenfalls periodisch Dürren auftreten.
Eine armselige Planung einiger Weniger – basierend auf politisch motivierter, unseriöser Wissenschaft – kann zu Notlagen für Millionen führen.
Link: http://wattsupwiththat.com/2014/09/30/the-obvious-failures-of-climate-science-that-mainstream-media-ignores/
Übersetzt von Chris Frey EIKE
An sich schreibt Tisdale hier nichts Neues – aber ich denke, man kann es nicht oft genug betonen. Darum habe ich das hier übersetzt.
C. F.




Offener Brief an Kevin Trenberth – NCAR

Nun könnte man denken, dass Sie Ihre Zeit besser damit zugebracht hätten, den Skeptikern der globalen Erwärmung zu erklären, warum wir uns über die globale Erwärmung Sorgen machen sollten … vor allem vor dem Hintergrund, dass Sie in ihren letzten Studien die natürliche Variabilität als eine bei der Erwärmung unseres Planeten wesentliche Rolle spielende Tatsache anerkannt haben. Daran denkend ist dies eine offene Einladung an Sie, einen Beitrag oder einer Serie von solchen für WattsUpWithThat zu schreiben (oder so etwas als Ko-Autor zusammen mit Skeptikern… wie ich zum Beispiel) auf die Beine stellen.  Es gibt eine ganze Reihe von Punkten, die Sie ansprechen wollen könnten, und sie werden über weite Teile dieses Beitrags diskutiert.

WattsUpWithThat hat eine sehr viel größere Internet-Leserschaft als SkeptikalScience. Schauen Sie die jüngste Statistik von Alexa hier. Wenn Ihnen die Rangfolgen bei Alexa nicht vertraut sind: je geringer der Rang, umso besser. Referenzpunkt: Google rangiert an erster Stelle. Beachten Sie auch die Verweildauer von Lesern auf beiden Websites. Deutlich mehr Menschen klicken nach WattsUpWithThat als nach SkepticalScience und verweilen dort viel länger, wenn sie erst einmal dort sind. Dies zeigt natürlich, wenn Sie einen Beitrag für WattsUpWithThat schreiben, werden wahrscheinlich sehr viel mehr Menschen diesen lesen.

Kommentar zu Ihrem Beitrag auf SkepticalScience

Gehen wir mal davon aus, dass Sie recht haben und sich anstelle der Erdoberfläche die Tiefen der Ozeane erwärmen. Dann jedoch ist Ihr Beitrag bei SkepticalScience für viele Leser nicht viel mehr als eine Ablenkung – weil es die Aufmerksamkeit von den Modellen abzieht, die Schwierigkeiten haben, die globalen Temperaturen an der Erdoberfläche zu simulieren. Weder die vorherige (CMIP3) noch die jetzige Generation von Klimamodellen (CMIP5) können den gegenwärtigen Stillstand der Erwärmung außerhalb der Arktis erklären. Ebenfalls unter der Annahme, dass Sie recht haben – die behauptete Zunahme der Temperatur im tieferen Ozean (während der Stillstand an der Oberfläche auftritt) ist so gering, so minimal, dass die zusätzliche Erwärmung der Ozeane nicht dazu taugt, irgendjemanden zu irgendeiner Zeit zu bedrücken.

Während die Themen Ozeanwärme und Energiegleichgewicht in technischen Diskussionen ihren Platz haben, sind sie völlig unwichtig für die Menschen und die Politiker, die wissen wollen, wie hoch die globalen Temperaturen an der Erdoberfläche steigen könnten und warum die Klimamodelle nicht in der Lage waren, den Stillstand der globalen Erwärmung vorherzusagen.

Frühere Kommentare

Bei WattsUpWithThat haben wir bereits viele Ihrer Argumente diskutiert … und zwar viele Male. Sehen Sie diese Beiträge auf meinem Blog Climate Observations (und die bei WUWT in Klammern):

Trenberth Still Searching for Missing Heat (WUWT cross post here)

More on Trenberth’s Missing Heat (WUWT cross post here)

A Different Perspective on Trenberth’s Missing Heat: The Warming of the Global Oceans (0 to 2000 Meters) in Deg C (WUWT cross post here)

Even More about Trenberth’s Missing Heat – An Eye Opening Comment by Roger Pielke Sr. (WUWT cross post here)

Open Letter to the Royal Meteorological Society Regarding Dr. Trenberth’s Article “Has Global Warming Stalled?” (WUWT cross post here)

A Couple of Comments about the Oppenheimer and Trenberth Op-Ed in the Washington Post (WUWT cross post here)

Meehl et al (2013) Are Also Looking for Trenberth’s Missing Heat (WUWT cross post here)

Trenberth and Fasullo Try to Keep the Fantasy Alive (WUWT cross post here)

More on Trenberth and Fasullo (2013) “An Apparent Hiatus in Global Warming?” (WUWT cross post here)

Comments on the Nature Article “Climate Change: The Case of the Missing Heat” (WUWT cross post here.)

Was bei Ihren Argumenten fehlt

Kern Ihrer Argumentation ist, dass es um die Jahrhundertwende eine Änderung des ENSO-Zustandes von einer Periode mit vorherrschendem El Niño in eine Periode gegeben hat, in der La Niña dominiert. Diese Phasenänderung um das Jahr 1999 hätte Ihren Argumenten zufolge dazu geführt, dass der Pazifik weniger Wärme in die Atmosphäre freigesetzt hätte als normal, und dass weniger warmes Wasser aus den tropischen Regionen des Pazifik in angrenzende Meeresgebiete gelangt ist. Sie haben auch gesagt, dass verstärkte Passatwinde in Verbindung mit La Niña dazu führen, dass sich mehr warmes Wasser im westlichen tropischen Pazifik ansammelt. Als Folge hätte sich eine substantielle Abnahme der Erwärmungsrate auf der Erdoberfläche ergeben (außerhalb der Arktis).

Dies zeigt doch aber, dass die ENSO auch verantwortlich war für einen großen Teil der Erwärmung zu Zeiten der Dominanz von El Niño-Ereignissen von Mitte der siebziger Jahre bis Ende der neunziger Jahre. Ich kann mich nicht erinnern, dass Sie dies mit so vielen Worten in irgendeiner Ihrer jüngsten Studien festgestellt hatten, und im Licht ihrer neuen Einsichten glaube ich nicht, dass Sie in letzter Zeit versucht haben, den Beitrag der ENSO zu der Erwärmungsperiode zum Ende des 20. Jahrhunderts zu quantifizieren.

Meinen Forschungen zufolge war die ENSO – agierend als ein chaotischer, natürlicherweise auftretender, vom Sonnenlicht gesteuerter Oszillator, der aufgeladen und entladen wird – tatsächlich verantwortlich für den weitaus größten Teil der Erwärmung der Wassertemperatur außerhalb des Nordatlantiks während der letzten 32 Jahre (die Zeit der Satellitenbeobachtungen) … Und die ENSO war auch verantwortlich für den weitaus größten Teil der Erwärmung des tropischen Pazifiks bis in größere Tiefen … und die ENSO war verantwortlich für den größten Teil der langzeitlichen Erwärmung des außertropischen Pazifiks bis zu einer Tiefe von 700 Metern – zusammen mit einer Verschiebung der Luftdruckverteilung (und der damit zusammenhängenden Winde; beschrieben durch den North Pacific Index, den Sie, Kevin, für diese Zwecke entwickelt haben). Dazu kommen noch die Ergebnisse von Lozier et al. (2008) The Spatial Pattern and Mechanisms of Heat-Content Change in the North Atlantic. Sie entdeckten, dass die gesamte Erwärmung des Nordatlantiks bis in die Tiefe mit natürlichen Faktoren erklärt werden konnte. Siehe dazu auch den Artikel vom Januar 2008 in ScienceDaily mit dem Titel North Atlantic Warming Tied to Natural Variability über Lozier et al. (2008). In diesem Artikel heißt es u. A.:

„Wir zeigen, dass die großräumigen dekadischen Änderungen … in Verbindung mit der NAO (= Nordatlantische Oszillation) primär für die Änderungen des ozeanischen Wärmegehaltes im Nordatlantik während der letzten 50 Jahre verantwortlich sind“.

All diese Punkte wurden auch in den o. g. Links angesprochen. Sie sollten darauf eingehen, wenn Sie sich entschließen, einen Beitrag dazu für WattsUpWithThat zu schreiben.

Daten, die Ihre Argumente bestätigen und widerlegen

Ihrer Argumentation zufolge sollte der ozeanische Wärmegehalt des westlichen tropischen Pazifiks während der Periode des Stillstandes zunehmen. In einer Ihrer jüngsten Studien schreiben Sie, dass der Stillstand im Jahre 1999 begonnen hatte, und zwar mit dem Übergang der Pazifischen Dekadischen Oszillation von der positiven in die negative Phase. Sie haben das als Proxy für die ENSO-Zustände verwendet. Abbildung 1 zeigt den NOCD-Wärmegehalt des Ozeans im westlichen tropischen Pazifik (24°S – 24°N; 120°E – 180°); Wassertiefe 0 bis 700 m, Zeitraum Januar 1999 bis Dezember 2013. Man erkennt, dass sich der westliche tropische Pazifik tatsächlich bis zu einer Tiefe von 700 m erwärmt hat.

Abbildung 1

Wie Sie sehr wohl wissen, haben die Bojen des TAO-Projektes im tropischen Pazifik seit Anfang der neunziger Jahre Wassertemperaturen unter der Oberfläche gemessen, so dass man die NODC-Daten von dort als zuverlässig ansehen kann. Während des vorigen Jahrzehnts haben die ARGO-Bojen die TAO-Bojen verstärkt. Und die Daten des ozeanischen Wärmegehaltes im tropischen Pazifik in Tiefen zwischen 0 und 700 m bzw. 0 bis 2000 m während des TAO-Projektes und der ARGO-Ära sind genau gleich, wie Abbildung 2 zeigt. Das zeigt, dass die gesamte Variabilität im Wärmegehalt des tropischen Pazifik in den oberen 700 m stattfindet.

Abbildung 2

Die NODC-Daten des ozeanischen Wärmegehaltes (0 bis 700m) des östlichen tropischen Pazifiks, einer viel größeren Region, zeigen von 1999 bis 2013 eine Abkühlung, siehe Abbildung 3.

Abbildung 3

Als Ergebnis zeigt sich alles in allem eine Abnahme des ozeanischen Wärmegehaltes im tropischen Pazifik seit 1999, siehe Abbildung 4, sowie eine substantielle Abnahme des ozeanischen Wärmegehaltes des tropischen Pazifiks insgesamt seit einem Höchstwert um das Jahr 2004.

Abbildung 4

Auf der Grundlage dieser Daten ergibt sich eine Umverteilung der Wärme innerhalb des tropischen Pazifiks und nicht das Hinzufügen neuer Wärme, wie Sie in Ihren Studien schreiben.

Auch habe ich in meinem letzten Beitrag If Manmade Greenhouse Gases Are Responsible for the Warming of the Global Oceans… die vertikalen mittleren NODC-Temperaturanomalien gezeigt für den Indischen, Pazifischen, Nord- und Südatlantischen Ozean für Tiefen zwischen 0 und 2000 m während der ARGO-Ära (Beginn 2003). Abbildung 5 ist eine Aktualisierung dieser Illustration, die auch die vor kurzem veröffentlichten Daten für 2013 enthält. Der flache Verlauf des pazifischen Trends zeigt, dass es dort nicht zu einer substantiellen Zunahme der Temperatur unterhalb der Oberfläche des Pazifiks bis zu einer Tiefe von 2000 m während der letzten 11 Jahre gekommen war… und das gilt auch für den Nordatlantik. Menschliche Treibhausgase können die Erwärmung im Südatlantik und dem Indischen Ozean nicht erklären, hat diese doch offensichtlich keinen Einfluss auf die Erwärmung im Nordatlantik und Pazifik bis 2000 m Tiefe während der letzten 11 Jahre.

Abbildung 5

Nun könnten Sie geltend machen, dass die jüngste Erwärmung des Indischen Ozeans der ENSO geschuldet ist. Da würde ich zustimmen. Ich habe eine Reihe von Punkten hierzu in meinem Beitrag Is Ocean Heat Content All It’s Stacked Up to Be? besprochen. Einer davon war der Einfluss der ENSO auf die Erwärmung des Indischen Ozeans bis zu einer Tiefe von 700 m. Das Folgende spiegelt diese Diskussion. Man beachte, dass ich die Animationen verlinkt und die Nummerierung der Abbildungen für diesen Beitrag überarbeitet habe.

Beginn des Auszugs aus „Is Ocean Heat Content All It’s Stacked Up to Be?”:

Warum hat sich der Indische Ozean während der ARGO-Ära erwärmt? In Abbildung 6 werden die Daten des ozeanischen Wärmegehaltes im Indischen Ozean (90S-90N, 20E-120E) mit den skalierten Wassertemperatur-Anomalien des NINO3.4-Gebietes im äquatorialen Pazifik verglichen. Beide Datensätze wurden mit einem 12-monatigen laufenden Filter geglättet. Die NINO3.4-Daten sind ein allgemein gebräuchlicher Index für Zeit, Stärke und Dauer von El Niño- und La Niña-Ereignissen. Der Wärmegehalt des indischen Ozeans nimmt als Folge von El Niño-Ereignissen zu, kühlt sich aber offenbar nicht in gleicher Weise ab bei La Niña-Ereignissen.

Warum?

Ganz einfach: wie ich schon seit Jahren sage, La Niñas sind nicht das Gegenteil von El Niños.

Abbildung 6

In den folgenden Animationen kann man beobachten, wie warmes Wasser, das nach El Niño-Ereignissen hinterlassen worden ist, während der folgenden La Niñas durch eine Strömung mit der Bezeichnung Indonesian Throughflow aus dem tropischen Pazifik in den Indischen Ozean strömt. Dieses Warmwasser kompensiert jede Abkühlung, die es sonst durch La Niñas geben würde, und zwar infolge Änderungen der atmosphärischen Zirkulation.

ANIMATION 1 zeigt Karten mit den NODC-Daten des ozeanischen Wärmegehaltes während der ARGO-Ära unter Verwendung von 12-Monats-Mittelwerten. Die ersten Zellen zeigen den mittleren Wärmegehalt von Januar bis Dezember 2003. Dem folgen Zellen für den Zeitraum Februar 2003 bis Januar 2004, dann März 2003 bis Februar 2004 und so weiter. Die letzte Zeitperiode in der letzten Zelle gilt für den Zeitraum Januar bis Dezember 2012. Die 12-Monats-Mittel reduzieren das sichtbare Rauschen und jedwede saisonale Komponente in den Daten. Das ist genauso wie die Glättung der Daten mit einem 12-Monats-Filter in einer Zeitreihe.

Wegen der Auflösung der Daten des ozeanischen Wärmegehaltes könnte es schwierig sein, die Prozesse zu erkennen, die dazu führen, dass das Restwarmwasser der El Niño-Ereignisse der Jahre 2006/07 und 2009/10 in den Indischen Ozean fließen. ANIMATION 2 ist eine gif-Animation der Meeresspiegel-Karten für den tropischen Pazifik von der AVISO altimetry website. Die Karten zeigen auch den östlichsten Teil des Indischen Ozeans. Ich habe die Animation im Januar 2003 beginnen lassen, übereinstimmend mit der Diskussion der Wärmegehalts-Daten in der ARGO-Ära. Es gab eine Reihe kleinerer El Niño-Ereignisse vor dem Ereignis 2006/07. Am Ende des El Niño von 2006/07 teilt eine (kühle) Kelvin-Welle [?] die (warmen) Anomalien des Meeresspiegels entlang des Äquators. Das restliche Warmwasser wurde durch Rossby-Wellen nach Indonesien verfrachtet, und die stärker als normal wehenden Passatwinde im Pazifik während des folgenden La Niña halfen, dieses Warmwasser über Indonesien hinaus in den Indischen Ozean strömen zu lassen. Zusätzlich zu dem Indonesian Throughflow gelangt warmes Wasser aus dem südlichen tropischen Pazifik in den östlichen Indischen Ozean durch die Torres-Straße zwischen Australien und Neuguinea. Das Gleiche geschah nach dem El Niño von 2009/10. (Ich entschuldige mich für die Verschiebung in der Animation im Jahre 2011. Aviso hat das Kartenformat geändert).

 (Ende des Auszugs aus „Is Ocean Heat Content All It’s Stacked Up to Be?”)

Einige kurze Kommentare zu Trenberth et al. (2014)

Danke für das Verlinken eines Vorabdrucks von Trenberth et al. (2014) “Earth’s Energy Imbalance” in ihrem Beitrag auf SkepticalScience. Leider hatte ich keine Gelegenheit, ihn im Detail zu studieren. Aber ich habe ihn überflogen. Danke auch für die Nennung einer Anzahl von Datensätzen des Wärmegehaltes zusätzlich zu den Daten von ECMWF ORA-S4. Wir haben die Probleme dieser Re-Analyse in vielen Beiträgen diskutiert, die am Beginn dieses Beitrags gelistet sind, so dass ich hier damit jetzt nicht fortfahre… obwohl ich bemerke, dass Sie immer noch versuchen, die Verwendung der ORA-S4-Reanalyse zu rechtfertigen, indem Sie zeigen, dass sie auf vulkanische Aerosole reagieren, während dies bei anderen Datensätzen nicht der Fall ist. (Das ist keine Überraschung, ist doch die ORA-S4-Reanalyse das Ergebnis eines Computermodells, das man so programmiert hatte, dass es eine Abkühlung durch vulkanische Aerosole erzeugen soll).

Auch weise ich darauf hin, dass in Ihrer Abbildung 11, die ich hier als meine Abbildung 7 zeige, ein La Niña-Ereignis fehlt.

Abbildung 7

Der Studie zufolge haben Sie die alte Version des ONI-Index’ (hier; Vergleichsperiode 1971 bis 2000) als Referenz für offizielle El Niño- und La Niña-Ereignisse verwendet. Dabei haben Sie eindeutig den starken El Niño von 2010/11 übersehen, der dem El Niño von 2009/10 folgte. Auch gab es mäßig starke la Niña-Bedingungen während der ENSO 2009/10-Saison, aber sie dauerten nicht lange genug, um als „offizielles“ La Niña-Ereignis basierend auf der alten ONI-Klimatologie betrachtet zu werden. Ich bin mir nicht sicher, ob Ihnen das für 2008/09 oder in 2010/11 hilft.

Auch hier hatte ich leider keine Gelegenheit, Ihre Studie detailliert zu betrachten.

Ihnen zufolge, Kevin, wird ENSO durch Sonnenlicht getrieben

In Ihrer viel zitierten Studie Trenberth et al. (2002) mit dem Titel The evolution of ENSO and global atmospheric surface temperatures haben Sie festgestellt:

Die negative Rückkopplung zwischen der SST [Wassertemperatur] und Flüssen an der Oberfläche können als die Bedeutung interpretiert werden, die der Wärmeabfluss während El Niño-Ereignissen und der Wärmezufluss bei La Niñas hat. Relativ klarer Himmel im zentralen und östlichen tropischen Pazifik erlauben es der Solarstrahlung, in den Ozean einzudringen, was die unternormalen SSTs kompensiert, aber die Wärme wird durch die Ekman-Strömung, ozeanische Ströme und Wechselwirkungen zwischen Kelvin- und Rossby-Wellen davon getragen. Sie wird im westlichen tropischen Pazifik gespeichert. Dies ist nicht einfach eine Umverteilung ozeanischer Wärme, sondern auch eine Restaurierung der Wärme im Ozean. Genauso sorgt während eines El Niño der Wärmeverlust in die Atmosphäre vor allem durch Verdunstung für eine Abschwächung des Wärmegehaltes, und beides trägt zum Lebenszyklus einer ENSO bei.

Folglich [gilt] meine frühere Beschreibung der ENSO als ein chaotischer, natürlich vorkommender, von Sonnenlicht getriebener Erwärmungs-/Abkühlungs-Oszillator … wobei El Niños als Aufwärm- und La Niñas als Abkühlungsphase agieren. Aber La Niñas helfen auch bei der Umverteilung warmen Wassers durch ein El Niño – was in den oben verlinkten Animationen eindeutig zum Ausdruck kommt.

Dieses Zitat aus dem Jahr 2002 wirft eine sehr grundlegende Frage auf: wie können Sie zeigen, dass die Dominanz von La Niña-Ereignissen während der letzten Jahre eine stärkere Erwärmung des Pazifiks bis in größere Tiefen durch Treibhausgase verursacht hat, wenn diese La Niña-Ereignisse durch Sonnenlicht angetrieben werden?

Vor diesem Hintergrund: Falls Sie sich dazu entschließen, einen Beitrag für WUWT vorzubereiten, dann dokumentieren Sie bitte die einfallende kurzwellige Strahlung  und die ausgehende langwellige Strahlung, beide an der Oberfläche des tropischen Pazifiks, und zwar aus der ECMFW ORA-S4-Reanalyse, auf die Sie sich in so vielen Ihrer Studien aus letzter Zeit verlassen.

Große Sprünge

Gelegentlich beschreiben Sie „große Sprünge” der globalen Temperaturen. Ihre großen Sprünge werden diskutiert in einem offenen Brief an die Royal Meteorological Society hinsichtlich des Artikels von Dr. Trenberth mit dem Titel „Has Global Warming Stalled?“ [hier]. Danach haben Sie noch mehr zu diesen großen Sprüngen gesagt. Zum Beispiel haben Sie sich auch darauf bezogen in ihrem Interview im August 2013 beim Sender NPR [hier] (Fettdruck von mir):

Zeitweise können die Ozeane sehr viel Wärme aufnehmen. Einiges davon geht in die Tiefe, wo es Jahrhunderte lang lagern kann. Aber Wärme, die näher an der Oberfläche absorbiert wird, kann leicht wieder an die Luft abgegeben werden. Das geschah 1998, was dieses Jahr zu einem der wärmsten Jahre jemals machte.

Seitdem sagt Trenberth, dass sich der Ozean zumeist wieder im Wärmeaufnahme-Stadium befindet.

Er sagt: „Das kann nicht mehr viel länger als höchstens 20 Jahre lang der Fall sein, und was nach dem Ende dieses Stillstands passiert, wird ein plötzlicher großer Sprung (der Temperatur) auf ein ganz neues Niveau sein, und niemals wieder wird das vorangegangene Niveau erreicht“.

Man kann sich das wie eine Treppe vorstellen. Der Temperaturverlauf ist flach, wenn ein natürlicher Kaltrhythmus den graduellen, vom Menschen verursachten Temperaturanstieg ausbremst. Aber wenn es wieder zu einem Erwärmungs-Rhythmus zusätzlich zu dem langzeitlichen Erwärmungstrend gibt, ist das dramatisch anders.

„Wenn die natürliche Variabilität oder das Wetter in die gleiche Richtung geht wie die globale Erwärmung, werden wir plötzlich Rekorde brechen, wir werden außerhalb der Bandbreite bisheriger Erfahrungen liegen, und dann findet die wirkliche Schädigung statt“, sagt Trenberth.

Zunächst einmal versuchen Sie wieder einmal zu zeigen, dass El Niño-Ereignisse einen Teil der Erwärmung zum Ende des 20. Jahrhunderts verursacht haben. Das muss ein sehr großer Teil gewesen sein, wenn der Übergang zu einem La Niña die Erwärmung anhalten konnte. Warum sagen Sie das nicht einfach? Liegt es daran, dass die Leute dann bemerken werden, dass die Erkenntnis, dass eine Reihe starker El Niños zur Erwärmung von den siebziger bis zu den neunziger Jahren beigetragen hatte, auch zu der Erkenntnis führt, dass die Modelle die zukünftige Erwärmung überschätzt haben? Wir verstehen das schon … nun, die meisten von uns jedenfalls. Oder kann es daran liegen, dass die Leute auch bemerken, dass Sie den Einfluss der Atlantischen Multidekadischen Oszillation, die ebenfalls zur Erwärmung zum Ende des 20. Jahrhunderts beigetragen hat, außen vor gelassen haben? Warum stellen Sie nicht einfach fest, dass die Modellvorhersagen zu hoch sind, und zwar mindestens um einen Faktor zwei?

In dem von mir angesprochenen Teil Ihres NPR-Interviews haben Sie gesagt, dass ein starker El Niño einen großen Sprung bei den Temperaturen auslösen kann. Das verstehen wir. Ich selbst habe diese „großen Sprünge“ der Wassertemperatur bereits vor über 5 Jahren angesprochen. Wir stimmen Ihnen auch zu, dass El Niños von Sonnenlicht getrieben werden … welches Bestandteil des „Lebenszyklus‘ der ENSO“ ist, wie vor über einem Jahrzehnt festgestellt hatten. Aber ich bin sehr begierig zu erfahren, warum Sie sich darüber Sorgen machen, dass wir „niemals wieder das vorangegangene Niveau erreichen werden“ nach einem solchen durch ein El Niño ausgelösten Sprung. Genau das würden wir erwarten in einer Welt, in der natürlicher Prozesse für den größten Teil der Erwärmung sorgen … eine Welt, in der die Ozeane nur geringe Auswirkungen der zunehmenden menschlichen Treibhausgase zeitigen.

Der La Niña von 1995/96 erzeugte das warme Wasser für den El Niño von 1997/98 mittels einer Reduktion der Wolkenbedeckung und vermehrter Sonneneinstrahlung im tropischen Pazifik. Der 1997/98-El Niño hat dieses warme Wasser von unter der Oberfläche des westlichen tropischen Pazifiks nach oben befördert… und in der Folge eine substantielle Wärmemenge an die Atmosphäre abgegeben. Eine unermessliche Menge warmen Wassers wurde dann in den globalen Ozeanen verteilt nach dem El Niño 1997/98. Dieses Warmwasser verhinderte die Abkühlung proportional zum nachfolgenden La Niña 1998-01. Dieser sorgte auch für die Ersetzung des Warmwassers im tropischen Pazifik, das vom El Niño 1997/98 freigesetzt und umverteilt worden war. Alles passt zu einer sich natürlich erwärmenden Welt … einer Welt, die längst nicht so sensitiv auf menschliche Treibhausgase reagiert wie von den Klimamodellen simuliert (von Klimamodellen, die immer noch nicht grundlegende ENSO-Prozesse simulieren können).

„Der Stillstand ist Fiktion; die Erwärmung der Ozeane Fakt“???

Ich habe den Verdacht, dass Ihre Mitautoren Dana Nuticelli und Rob Painting diese Überschrift für den Schlussteil des Beitrags auf SkepticalScience geschrieben haben, Kevin. Sie ist komisch und irreführend. Die Daten zeigen, dass sich die Ozeane bis in eine gewisse Tiefe erwärmen, aber diese Erwärmung findet nicht in allen Ozeanbecken statt. Außerdem würden Sie, Kevin, bestimmt nicht so viel Zeit damit aufgewendet haben während der letzten paar Jahre, die Abschwächung der globalen Erwärmung außerhalb der Arktis zu erklären, falls der Stillstand wirklich „Fiktion“ wäre.

Angesichts der Rate, mit der sich die globalen Ozeane bis in eine Tiefe von 2000 m während der ARGO-Ära erwärmt haben (Abbildung 8), sollte man sich wirklich nicht zu viele Sorgen machen über die Erwärmung dieser Ozeane, vor allem, wenn die Daten zeigen, dass diese Erwärmung natürlichen Prozessen geschuldet ist.

Abbildung 8

Und niemand sollte sich Sorgen machen über die beobachtete Erwärmung der Ozeane, wenn wir bedenken, dass sich die Erwärmung der globalen Ozeane der ORA-S4-Reanalyse zufolge, die Sie immer präsentieren, fast ein Jahrzehnt lang abschwächen kann. Siehe meine Abbildung 9, welche eine kommentierte Version der ersten Graphik ist, die Sie in Ihrem Blogbeitrag zeigen.

Abbildung 9

Der folgende Auszug stammt aus dem oben verlinkten NPR-Interview:

Werden die Ozeane uns also retten?

„Das ist eine gute Frage, und die Antwort lautet, teils ja, aber teils auch nein“, sagt er.

Zeitweise können die Ozeane sehr viel Wärme aufnehmen. Einiges davon geht in die Tiefe, wo es Jahrhunderte lang lagern kann. Aber Wärme, die näher an der Oberfläche absorbiert wird, kann leicht wieder an die Luft abgegeben werden. Das geschah 1998, was dieses Jahr zu einem der wärmsten Jahre jemals machte.

Aber, noch einmal, das warme Wasser des El Niño von 1997/98 wurde durch eine zeitweilige Zunahme der Sonneneinstrahlung im tropischen Pazifik ausgelöst als  Teil „des Lebenszyklus‘ einer ENSO“.

Schluss

Danke für die Überlegung, eventuell einen Beitrag oder mehrere für uns hier bei WUWT zu schreiben. Viele von uns applaudieren Ihnen wegen Ihrer Bemühungen, die Verlangsamung und den Stillstand der Erwärmung zu erklären, aber es bleiben noch viele offene Fragen.

Außerdem begrüßen wir es, wenn Autoren von Blogbeiträgen Fragen beantworten, und Sie sollten einen weiteren Austausch erwarten.

Und zuletzt: Wenn diese Aufforderung Sie interessiert, können Sie gerne einen Kommentar bei WUWT schreiben. Wenn Sie gerne die Ursprungsdiskussion entfernt haben möchten, schreiben Sie bitte einen Kommentar auf meinem eigenen Blog Climate Observations, wo ich immer noch Kommentare moderiere. Wir können dann via E-Mail weiter diskutieren.

Mit freundlichen Grüßen

Bob Tisdale

Link: http://wattsupwiththat.com/2014/01/31/open-letter-to-kevin-trenberth-ncar/




Kommentare zum Nature-Artikel ,,Climate Change: The Case of the Missing Heat”

Der Artikel in Nature Climate Change: The Case of the Missing Heat von Jeff Tollefson bekam bei WUWT und in der gesamten Blogosphäre sehr viel Aufmerksamkeit. Vieles in Tollefsons Artikel war eine vereinfachte Erklärung der Ergebnisse von Trenberth und Fasullo (2013) An apparent hiatus in global warming? Darüber haben wir bereits gesprochen. Siehe die Beiträge Trenberth and Fasullo Try to Keep the Fantasy Alive und More on Trenberth and Fasullo (2013) “An Apparent Hiatus in Global Warming?”

Anthony hatte völlig recht, als er die Aufmerksamkeit auf Tollefsons Artikel lenkte, zeigt dieser doch Argumente und Illustrationen, die schon vor Jahren von Skeptikern präsentiert worden waren; Argumente und Illustrationen, die von den Enthusiasten der globalen Erwärmung verworfen worden waren. Und Tollefson verlinkt ihn mit Trenberth und Fasullo.

Einen Punkt möchte ich von vornherein klarstellen. So weit ich das sagen kann hat niemand der von Nature interviewten Personen den Stillstand hinsichtlich der Erwärmung bestritten. Dieser Artikel ist ein Versuch, die zunehmenden Diskrepanzen zwischen den Modellsimulationen und den gemessenen globalen Temperaturen zu erklären. Und je mehr ich mich damit befasse, umso stärker gewinne ich den Eindruck, dass Tollefson manchmal ein wenig skeptisch ist.

Ein Problem bei Tollefsons Artikel: es geht darin nur um den Stillstand der Erwärmung. Er spricht nicht das Fehlen der Erwärmung im Pazifik und Nordatlantik bis zu Tiefen um 2000 m an, und zwar im Zeitraum 2003 bis 2012. Siehe Abbildung 1. Nur der Südatlantik und der Indische Ozean zeigen Erwärmung bis in die Tiefe. Abbildung 1 stammt aus diesem Beitrag:

Abbildung 1: Vom Menschen verursachte Treibhausgase können sich nicht entscheiden, welches Ozeanbecken sie erwärmen sollen. Und Tollefson vermittelt in seinem Artikel leider genauso viel Fehlinformationen wie Informationen.

Wie eben schon erwähnt, bestand das erste Problem des Artikels darin, dass er nicht die „fehlende Wärme“ in den Tiefen des Pazifiks während des letzten Jahrzehnts angesprochen hat. Genau dorthin sollte sich nämlich Trenberth und Fasullo (2013) zufolge die Wärme hin verzogen haben.

Das zweite Problem hat mit den PDO-Daten zu tun als Maßstab für die Stärke, Häufigkeit und Dauer von El Niño und La Niña-Ereignissen. Es ist der falsche Datensatz.

El Niño and La Niña-Ereignisse stehen im Brennpunkt des Artikels. Tollefson räumt das auch ein mit seinem Statement:

Und hier steht der äquatoriale Pazifik im Scheinwerferlicht.

Aber dann präsentiert er die PDO-Daten als das Maß aller Dinge für El Niño and La Niñas. Wahrscheinlich hat er das von Trenberth und Fasullo (2013) übernommen.

Zu El Niño und La Niña-Ereignissen kommt es im tropischen Pazifik, aber der PDO-Datensatz ist ein Abstraktum der Wassertemperaturdaten, abgeleitet aus dem außertropischen Nordpazifik und nicht aus dem tropischen Pazifik. Siehe Abbildung 2:

Abbildung 2

Die PDO-Daten repräsentieren im Grunde, wie eng die räumliche Verteilung der Wassertemperatur-Anomalien im Nordpazifik (nördlich von 20°N) die Verteilung während ENSO-Ereignissen durchmischt (wobei die räumliche Verteilung so aussieht, dass es während eines El Niño im Osten wärmer und in den zentralen und westlichen Gebieten kälter ist, während es bei einem La Niña genau umgekehrt ist). Weil diese räumliche Verteilung der Wassertemperatur im Nordpazifik auch noch auf den Luftdruck (und die damit zusammenhängende Verteilung der Windvektoren) reagiert, sind die PDO-Daten keine wahre Repräsentation der Häufigkeit, Größenordnung und Dauer von El Niño und La Niña-Ereignissen.

Weitere Informationen zur PDO, was sie repräsentiert und – noch wichtiger – nicht repräsentiert, gibt es in den Beiträgen hier, hier und hier.

Abbildung 3

Die große Überraschung des Nature-Artikels war die Abbildung, in der die PDO-Daten mit der globalen Temperatur verglichen worden waren. Dieser hatte man die Bezeichnung „The Pacific’s Global Reach” [etwa: Die globale Reichweite des Pazifiks] gegeben. Diese Abbildung zeige ich hier als Abbildung 3. Darin werden die JISAO PDO-Daten mit den globalen Temperaturanomalien verglichen. Im Text der Abbildung heißt es eindeutig:

Während der Perioden, in denen der PDO-Index positiv und der östliche Pazifik warm ist, sind die globalen Temperaturen rasch gestiegen. Während negativer Indexwerte hat die Erwärmung stagniert.

Außerdem heißt es in dem Artikel unter Verweis auf diese Abbildung:

Eine Analyse historischer Daten stützt diese Ergebnisse, zeigt doch eine solche, dass die Kaltphase der PDO zusammengefallen war mit einigen Jahrzehnten kühlerer Temperatur nach dem Zweiten Weltkrieg (siehe ‚The Pacific’s global reach’) und dass die Warmphase auf einer Linie mit einer starken Temperaturspitze der globalen Temperaturen zwischen 1976 und 1998 liegt.

Dies zeigt natürlich eindeutig, dass die Warmphase der PDO teilweise für die Erwärmung von 1976 bis 1998 verantwortlich ist. Wenn die PDO die Erwärmung anhalten kann, muss die PDO zur Erwärmung beigetragen haben. Das war jahrelang ein skeptisches Argument. Ich kann mich an ähnliche Graphiken schon vor 5 Jahren erinnern. Tatsächlich war diese Ansicht so populär, dass es bereits im Jahre 2008 bei SkepticalScience einen Artikel dazu gab.

Unglücklicherweise sind keine Mechanismen bekannt, mittels derer die PDO (wie sie durch den JISAO-Datensatz definiert wird) die globalen Temperaturen variieren kann. Die Wassertemperaturen des Nordpazifiks nördlich von 20°N sind umgekehrt proportional im Vergleich mit den PDO-Daten.

Jene Mechanismen existieren im tropischen Pazifik und zeigen sich in Gestalt von El Niños und La Niñas. Es gibt Indizes auf der Grundlage der Wassertemperatur hinsichtlich Stärke, Dauer und Häufigkeit von El Niños und La Niñas. Tatsächlich fordern Trenberth und Stepaniak (2001) in ihrem Artikel Indices of El Niño Evolution (online Ausgabe hier) die Verwendung der Wassertemperatur-Anomalien der NINO 3.4-Region des äquatorialen Pazifiks (in der Studie bezeichnet als N3.4). Siehe diese Abbildung für die genaue Örtlichkeit der N3.4-Region. Trenberth und Stepaniak (2001) haben den HadISST-Datensatz verwendet mit einem Anomalie-Vergleichszeitraum von 1950 bis 1979. Unglücklicherweise haben Trenberths und Stepaniak niemals eine Rechtfertigung für diese Basisperiode geliefert. Also wird es wohl besser sein, die gesamte Zeitspanne der Daten (1923 bis 2013) als Vergleichsbasis für die Temperaturanomalien in der N3.4-Region heranzuziehen.

Die Wassertemperaturdaten aus dem Gebiet NINO3.4 sind ein realistischer Index für Stärke, Häufigkeit und Dauer von El Niño und La Niña-Ereignissen. Daher wollen wir die mittleren Anomalien der Wassertemperatur in diesem Gebiet betrachten, und zwar für die zwei Erwärmungs- und die zwei Stillstandsperioden. Siehe Abbildung 4! Wir wollen die von Trenberth und Stepaniak (2013) festgelegten Zeiträume heranziehen:

Die monatliche Zeitreihe zeigt deutlich die multidekadische Struktur der PDO (dargestellt durch die schwarze Linie) mit positiven Phasen von 1923 bis 1942 und 1976 bis 1998 sowie negative Phasen von 1943 bis 1976 und nach 1999.

Komischerweise stimmen die von Trenberth und Fasullo (2013) festgelegten Perioden nicht mit jenen von Tollefson überein in seiner Abbildung ‚The Pacific’s Global Reach‘. Unabhängig davon zeigt meine Abbildung 4, dass die mittleren Anomalien der Wassertemperatur im NINO3.4-Gebiet während der beiden o. g. Warmphasen deutlich über Null lagen. Das bedeutet, dass El Niño-Ereignisse während dieses Zeitraumes dominiert haben. Die globalen Temperaturen sollten sich während solcher Zeiträume erwärmen, weil der tropische Pazifik mehr Wärme als „normal“ freisetzt und mehr Wasser, das wärmer als „normal“ ist, in die benachbarten Ozeanregionen gelangen lässt. Und während der beiden Stillstandsperioden von 1943 bis 1976 sowie nach 1999 liegen die mittleren Wassertemperatur-Anomalien im NINO3.4-Gebiet unter Null. Das bedeutet natürlich, dass der tropische Pazifik weniger Wärme als „normal“ freisetzt und auch weniger warmes Wasser in benachbarte Ozeanbecken gelangt. Und während dieser Zeiträume ist die globale Temperatur flach verlaufen oder hat sich leicht abgekühlt.

Abbildung 4

Nun könnte man sich fragen, warum hat Tisdale das alles gesagt, wenn es doch im Grunde die gleichen Ergebnisse zeitigt wie der PDO-Graph von Tollefson?

Der NINO3.4-Datensatz ist der richtige und PDO der Falsche. Die PDO repräsentiert nicht das Auftreten sowie Stärke und Dauer von El Niño und La Niña-Ereignissen. Die PDO ist lediglich eine El Niño und La Niña-Ereignissen folgende Erscheinung, zusammen mit dem Einfluss des Bodenluftdrucks im Nordpazifik.

Aber jetzt müssen wir betrachten, dass die NINO3.4-Daten nur die ENSO-Auswirkungen in einem kleinen Gebiet des äquatorialen Pazifik überdecken. Sie repräsentieren nicht die Prozesse von ENSO oder deren Folgeerscheinungen. Und auf keinen Fall können die NINO3.4-Anomalien der Wassertemperatur das warme Wasser zeigen, das nach starken El Niño-Ereignissen übrig bleibt. Dieses wird nach solchen Ereignissen in den benachbarten Ozeanbecken verteilt.

Weitere Fehlinformationen

Im Artikel heißt es (Fettdruck von mir):

Unmittelbar vor Eintritt des Stillstands war es in diesem Gebiet ungewöhnlich warm während des El Niño-Ereignisses von 1997/1998. Dieses sorgte auf der ganzen Welt für Wetterextreme, von Überschwemmungen in Chile und Kalifornien bis zu Dürren und Buschbränden in Mexiko und Indonesien. Aber es endete genauso schnell wie es begonnen hatte, und Ende 1998 hat sich im östlichen äquatorialen Pazifik wieder kälteres Wasser ausgebreitet – ein Anzeichen für die Schwester eines El Niño, nämlich La Niña. Noch wichtiger, der gesamte östliche Pazifik ist danach in eine Kaltphase gegangen, die mehr oder weniger bis heute anhält.

Der gesamte östliche Pazifik? Die PDO-Daten repräsentieren nicht den „gesamten östlichen Pazifik“. Wenn er an die Anomalien der Wassertemperatur denkt, liegt er ebenfalls falsch. Seit 1999 gab es eine ganze Reihe von El Niño-Ereignissen, und zwar 2002/2003 … 2004/05 … 2006/07 … und 2009/10. Folge: die mittlere Anomalie der Wassertemperatur (des Ostpazifiks) von Januar 1999 bis Dezember 2013 betrug +0,06°C im Vergleich zur Standard-Bezugsperiode der NOAA von 1971 bis 2000 für deren ReynoldsOI.v2-Daten. Und das ist weit entfernt von „einer Kaltphase, die mehr oder weniger bis heute anhält“. Siehe Abbildung 5!

Abbildung 5

Unsinn der Modelle

Weiter aus dem Artikel:

Zweitens, viele Forscher haben in den Simulationen der Klimamodelle eine entgegen gesetzte Verteilung gefunden. Sie spiegeln die gesamte Palette der Wechselwirkungen zwischen Ozean und Atmosphäre über den äquatorialen Pazifik hinaus. Sie tendieren dazu, einen Trend hin zu mehr El Niño-Ereignissen zu zeigen al seine Folge der globalen Erwärmung.

Klimamodelle können ENSO nicht angemessen simulieren, sind also irrelevant. Siehe die Beiträge von Guilyardi et al. (2009) Understanding El Niño in Ocean-Atmosphere General Circulation Models: Progress and Challenges sowie Bellenger et al. (2013) ENSO Representation in Climate Models: From CMIP3 to CMIP5. Einen Vorabdruck gibt es hier.

Dinge, die man übersehen hat

Das Folgende ist geschrieben worden für den Beitrag Comments on Stefan Rahmstorf’s Post at RealClimate “What ocean heating reveals about global warming. Die Diskussion dazu gilt auch für hier. Ich habe die Nummerierung der Abbildungen verändert und kleinere Überarbeitungen für diesen Beitrag vorgenommen.

Der Graph auf der linken Seite der Abbildung 6 zeigt, dass sich die Wassertemperaturen des Ostapzifiks kaum erwärmt haben, wenn überhaupt, und zwar während fast der gesamten letzten 32 Jahre … seit Beginn des ReynoldsOI.v2-Datensatzes der Wassertemperatur im November 1981. Der Ostpazifik (90°S bis 90°N; 180°W bis 80°W) macht etwa 33% der globalen Ozeanoberfläche aus. Die von Jeff Tollefson vorgelegten Studien gehen nicht auf dieses Fehlen der Erwärmung ein, und die Klimamodelle simulieren das nicht.

Abbildung 6

Das Gleiche gilt auch für das, was der Graph zur Rechten zeigt, nämlich die Anomalien der Wassertemperatur im Südatlantik sowie des Indischen und Westpazifischen Ozeans. Die Koordinaten stehen in der Bildüberschrift. Sie machen über 50% der globalen Ozeanoberfläche aus. Aus dieser Graphik sind einige Dinge erkennbar: (1) deren langzeitliche Erwärmung hängt ab von den El Niño-Ereignissen von 1986/87/88 sowie 1997/98 (und möglicherweise vom El Niño 2009/10); (2) sie kühlen sich nicht proportional ab während der Übergangsphasen zu den La Niñas von 1988/89 und 1998/01; aber (3) sie kühlen sich leicht ab über Jahrzehnte lange Perioden zwischen den El Niño-Ereignissen von 1986/87/88 und 1997/98 sowie zwischen 1997/98 und 2009/10.

Für eine Einführung in die Prozesse der natürlichen Erwärmung der globalen Ozeane gibt es den bebilderten Beitrag The Manmade Global Warming Challenge (42 MB).

Die Wassertemperaturen im Nordatlantik werden von einer anderen natürlichen Variabilität dirigiert, nämlich der Atlantischen Multidekadischen Oszillation AMO, die von Jeff Tollefson vollkommen übersehen worden ist. Wegen der AMO hat sich die Wassertemperatur dort mit einer viel größeren Rate erwärmt als die übrigen globalen Ozeane von Mitte der siebziger Jahre bis zu Beginn dieses Jahrhunderts. Aber die Wassertemperaturen des Nordatlantik deuten darauf hin, dass die AMO ihren Höhepunkt bereits überschritten hat. Siehe Abbildung 7! Falls sich die Geschichte wiederholt – und es gibt keinen Grund anzunehmen, dass sie das nicht tut – werden die Wassertemperaturen im Nordatlantik keine Erwärmung zeigen und sich tatsächlich noch ein paar Jahrzehnte lang abkühlen.

Abbildung 7

Anmerkung: Für weitere Informationen zur AMO siehe hier und meinen Blogbeitrag hier. Außerdem gibt es von mir hier eine Einführung zur AMO.

Schlussbemerkungen

Der Artikel von Jeff Tollefson zeigt, dass sich die klimawissenschaftliche Gemeinschaft in die richtige Richtung bewegen könnte – KÖNNTE!

Aber sie muss zu den Grundlagen zurückkehren: ENSO wird durch Sonnenlicht angetrieben. Und dafür gibt es, wie ich schon etliche Male zuvor erwähnt habe, die Arbeit von Trenberth et al. (2002) Evolution of El Niño–Southern Oscillation and global atmospheric surface temperatures. Darin heißt es:

Die negative Rückkopplung zwischen der Wassertemperatur und Flüssen an der Oberfläche kann so interpretiert werden: Sie zeigt die Bedeutung der Wärmefreisetzung während El Niño-Ereignissen und die Wärmeanreicherung während der La Niña-Ereignisse. Relativ klarer Himmel im zentralen und östlichen tropischen Pazifik erlaubt es der Sonnenstrahlung, in den Ozean einzutreten, was offensichtlich die unternormalen Wassertemperaturen beseitigt, aber die Wärme wird abtransportiert durch die Ekman-Spirale, Meeresströme und Wechselwirkungen zwischen Rossby- und Kelvin-Wellen, und die Wärme wird im tropischen Westpazifik gespeichert. Das ist nicht einfach nur eine Umverteilung der Wärme in den Ozeanen, sondern eine Widerherstellung der Wärme dort.

Mit anderen Worten, stärkere Passatwinde reduzieren die Wolkenbedeckung, was wiederum das Eindringen mehr Sonnenlichtes ermöglicht und zur Erwärmung des tropischen Pazifiks führt. Wenn also die stärkeren Passatwinde vermehrt zur Ansammlung warmen Wassers im westlichen tropischen Pazifik führen, bildet eine Zunahme der Sonneneinstrahlung den Treibstoff dafür. Noch viel detaillierter wurde dies behandelt unter der Überschrift abwärts gerichtete kurzwellige Strahlung im Gegensatz zu abwärts gerichteter langwelliger Strahlung während La Niña-Ereignissen in dem Beitrag Open Letter to the Royal Meteorological Society Regarding Dr. Trenberth’s Article “Has Global Warming Stalled?”

Link: http://wattsupwiththat.com/2014/01/18/comments-on-the-nature-article-climate-change-the-case-of-the-missing-heat/

Übersetzt von Chris Frey EIKE