Das Konzept für erneuerbare Energien sollte aufgegeben werden – Teil 2 v. 2

Das Konzept für erneuerbare Energien sollte aufgegeben werden – Teil 2 v. 2

Abandoning the concept of renewable energy
Energy Policy (127, pp.330-340)
Atte Harjanne und Janne Korhonen
April 2019

4.3 Die Ergebnisse der auf erneuerbaren Energien basierenden Maßnahmen sind uneinheitlich

Die Konzeption bestimmter Energieformen als erneuerbar könnte gerechtfertigt sein, wenn dies zu günstigen politischen Ergebnissen führt. Was „günstig“ genau bedeutet, hängt natürlich von den festgelegten Zielen der Politik ab. Das Pariser Abkommen (Vereinte Nationen 2016) schreibt im Allgemeinen vor, dass die Unterzeichnerländer ausreichende Emissionsminderungen anstreben sollten, um die globale Erwärmung auf weit unter 2 ° C von dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Gleichzeitig sind die Länder daran interessiert, eine sichere Energieversorgung aufrechtzuerhalten und ihre Wirtschaftsleistung und Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern.

Der Weltenergierat stuft die energiepolitische Leistung nach dem sogenannten „Energietrilemma“ ein: der Fähigkeit, Energie, optimiert nach den drei Eckpunkten von Energiesicherheit, Energiegerechtigkeit und ökologischer Nachhaltigkeit bereitzustellen (World Energy Council 2017). Die Wirksamkeit der Politik bei der Bewältigung des Energietrilemmas ist ein anschaulicher Weg, um die Energiepolitik systematisch zu bewerten und zu bewerten. Abbildung 3 zeigt die Rangfolge des Energietrilemmas und den Anteil erneuerbarer Energien an der gesamten Primärenergieversorgung für 120 Länder, für die Daten für das Jahr 2017 verfügbar waren. Wie wir sehen können, besteht nur eine geringe Korrelation zwischen einem hohen Anteil erneuerbarer Energien und einer „guten“ Energiepolitik – und tatsächlich ist die beobachtbare Korrelation meistens negativ.

Es gibt hochrangige Länder mit einem geringen Anteil an erneuerbaren Energien und es gibt niedrigrangige Länder mit einem sehr hohen Anteil an erneuerbaren Energien. Natürlich sind die fraglichen erneuerbaren Energien sehr unterschiedlich. In Ländern mit schlechterer Leistung werden häufig manuell gesammeltes Brennholz und Gülle als erneuerbare Energien „realisiert“. Auch hier sagt das Label „erneuerbar“ nur sehr wenig über die genaue Art der genutzen Energie aus.

Atte Harjanne und Janne Korhonen_Energy Trilemma

Abbildung 3: Rangliste des Energietrilemmas und Anteil erneuerbarer Energien an der gesamten Primärenergieversorgung im Jahr 2017 für 120 Länder (Daten: World Energy Council 2017)

Die vielleicht bekannteste nationale Energiepolitik auf der Basis erneuerbarer Energien ist die Energiewende in Deutschland, die bis 2050 60 Prozent des Endenergieverbrauchs aus erneuerbaren Energien liefern soll, zusammen mit Zusagen zur Emissionsreduzierung im Einklang mit der EU-Politik und einem vollständigen Atomausstieg bis 2022 (Agora Energiewende 2017). Die Prämisse von der Energiewende hat in Deutschland eine lange Geschichte, und die derzeit festgelegten Richtlinien wurden in den Jahren 2010 und 2011 festgelegt (Agora Energiewende 2017; Beveridge und Kern 2013). Bis 2017 waren die deutschen CO2-Emissionen gegenüber 2010 um 4 Prozent gesunken (Umweltbundesamt 2018), und 2018 kündigte die neu gewählte Bundesregierung an, dass das Land die für 2020 festgelegten Emissionsminderungsziele nicht erreichen werde (Oroschakoff 2018). Obwohl es schwierig ist zu sagen, wie hoch die Emissionen ohne die Energiewende gewesen wären, doch diese Herausforderungen wurden erwartet. Mehrere Studien haben darauf hingewiesen, dass diese Politik zu Herausforderungen beim Netzmanagement und bei der Reduzierung der CO2-Intensität führen kann (Bruninx et al. 2013; Schroeder et al. 2013; Knopf et al. 2015; Sopher 2015).

Die Strompreise für Haushalte waren [damals] die zweithöchsten unter allen EU-Mitgliedstaaten (Eurostat 2017). Gleichzeitig war das Wirtschaftswachstum in Deutschland im Durchschnitt höher als in der EU oder im Euroraum im Allgemeinen (Europäische Kommission 2018; Eurostat 2018b), wobei Matthes et al. (2015) argumentieren, dass die deutsche Energiepolitik eine wichtige Rolle bei der Senkung der Preise für [den Bau in] Wind- und Sonnenenergie weltweit gespielt hat und möglicherweise eine vorteilhafte Rolle bei der Reduzierung der Treibhausgasemissionen über die deutschen politischen Grenzen hinaus spielt. Je nachdem, was und wie bewertet wird, kann die Energiewende entweder als Erfolg oder als Misserfolg beurteilt werden. In Bezug auf die Reduzierung der inländischen Treibhausgasemissionen in Deutschland und die Gewährleistung der Erschwinglichkeit für deutsche Verbraucher war dies jedoch nicht effektiv.

Während Energiesicherheit und Gerechtigkeit wichtig sind, kann angeführt werden, dass die Eindämmung der CO2-Emissionen derzeit die globale Priorität der Energiepolitik ist. Wie haben wir uns in einer Welt, in der erneuerbare Energien häufig als Schlüssellösung für den Klimawandel angesehen werden, bei der Reduzierung der Emissionen geschlagen? Die Antwort ist ziemlich schlecht. Nach drei unveränderten Jahren (IEA 2017b) sind die globalen CO2-Emissionen 2017 voraussichtlich um 2 Prozent gestiegen (Global Carbon Project 2018).

Selbst ein stehenbleiben unterhalb der 2 ° C-Schwelle ohne hohe Wahrscheinlichkeit eines Überschreitens würde erhebliche jährliche Reduzierungen erfordern. Die für das Pariser Abkommen festgelegten nationalen Zusagen reichen bei weitem nicht aus (Sanderson, O´Neill und Tebaldi 2016), und es besteht immer noch eine große Lücke zwischen diesen Zusagen und der tatsächlichen Politik (Victor et al. 2017). Natürlich kann die derzeitige Konzeptualisierung von Energie als erneuerbar oder nicht erneuerbar nicht als Grund für eine gescheiterte Klimapolitik angesehen werden. Aber unsere Konzeptualisierungen haben mit diesem Misserfolg koexistiert, und wir vermuten, dass dies unsere politischen Entscheidungen eingeschränkt hat.

 

4.4 Erneuerbare Energien ermöglichen Lockvogel Taktiken

Trotz der oben beschriebenen Kontroversen ist das Konzept der erneuerbaren Energien in der klimapolitischen Logik verankert. Die Klimapolitik kann als komplexes, themenbezogenes Feld angesehen werden (Schüssler et al. 2014), in dem die Aktivitäten der vielen beteiligten Akteure nicht mehr mit den zentralen Institutionen oder ihren Zielen verbunden sind. Dies kann das Ergebnis der Zieltransplantation sein (Grodal und O´Mahony 2017), bei der ein gemeinsames Ziel besteht, während potenziell unterschiedliche zugrunde liegende Interessen – wie die Förderung bestimmter Formen der Energieerzeugung – erhalten bleiben. Eine solche Zieltransplantation ermöglicht es den am Feld teilnehmenden Akteuren, das gemeinsame große Ziel rhetorisch zu unterstützen, ohne ihre zugrunde liegenden Interessen tatsächlich aufzugeben (Grodal und O´Mahony 2017).

Im Kontext der Energiepolitik haben die lockere Definition von „erneuerbaren Energien“ aus den 1970er Jahren und ihre positiven Assoziationen es Politikern und Lobbyisten ermöglicht, mit Lockvogel- und Wechselprogrammen davonzukommen, die den Klimawandel anzugehen scheinen, aber in Wirklichkeit nur dazu dienen, das Image in der Öffentlichkeit zu verbessern oder ausgewählte Technologien oder Interessengruppen zu fördern – und dabei Emissionsminderungen zu behindern oder sogar zu erhöhen und andere unerwünschte Umweltauswirkungen zu verursachen.

Wie wir in Abschnitt 4.1 beschrieben haben, ist Bioenergie möglicherweise die problematischste aller Energiequellen, die dennoch allgemein als erneuerbar gelten. Trotz seiner Probleme besteht der größte Vorteil der Bioenergie aus innenpolitischer Sicht darin, dass sie Möglichkeiten für inländische Unternehmen bietet oder den ländlichen Gebieten Vorteile bringt (siehe z. B. BioPAD 2013; BioenNW 2015), die sich den Herausforderungen einer zunehmenden Verstädterung gegenüber sehen und einen Mangel an wirtschaftlichen Möglichkeiten haben.

Unter dem Dach der erneuerbaren Energien ist es möglich, diese potenzielle Probleme der Bioenergie herunterzuspielen und gleichzeitig verstärkt in Pläne oder Strategien einzubeziehen, die als klimafreundlich und fortschrittlich eingestuft werden. Ein aktuelles Beispiel ist das geplante nationale Kohleverbot in Finnland, das als entschlossene und beschleunigte Maßnahme zur Eindämmung des Klimawandels und zur Förderung erneuerbarer Energien (finnisches Ministerium für Wirtschaft und Beschäftigung 2018) kommuniziert wird. In Wirklichkeit wird auch in der EU offiziell projiziert, dass sich die Maßnahmen hauptsächlich auf Biomasse stützen, um Kohle zu ersetzen und auf europäischer Ebene nicht zu direkten Emissionsminderungen führen, da sie nur Emissionen betreffen, die bereits im Rahmen des EHS kontrolliert werden (Pöyry Management Consulting 2018).

Beispiele im Stadtmaßstab sind die Klimapläne von Kopenhagen (Stadt Kopenhagen 2012) und Stockholm (Stadt Stockholm 2016) sowie die Strategie für erneuerbare Energien in Vancouver (Stadt Vancouver 2015). Jeder dieser Pläne rühmt die betreffende Stadt als Vorreiter bei der Eindämmung des Klimawandels und betont die zunehmende Nutzung erneuerbarer Energien. Alle Pläne stützen sich jedoch stark auf Bioenergie, insbesondere beim Heizen und Transportieren.

Das Konzept der erneuerbaren Energien ermöglicht auch eine voreingenommene visuelle Kommunikation der Energiepolitik. Basierend auf unseren Erfahrungen zeigt die typische Abbildung einer Nachricht, Pressemitteilung oder Veröffentlichung über erneuerbare Energien Bilder von Windkraftanlagen oder Sonnenkollektoren, während Abbildungen der Verbrennung von Biomasse selten sind, selbst wenn in einem bestimmten Fall ein erheblicher Prozentsatz der erzeugten Energie aus Biomasse stammend vorhanden wäre (siehe z. B. WWF 2011; Stadt Kopenhagen 2012; Europäisches Parlament 2018; Stadt Stockholm 2016; Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus Österreichs 2018). Eine kurze Suche unter drei großen Fotodiensten spiegelt diese Tendenz ebenfalls wider: Von den 300 beliebtesten Fotos zu erneuerbaren Energien, die wir durchsucht haben, zeigten nur 15 Bioenergie, wobei die Fotos von Windkraftanlagen und Sonnenkollektoren dominieren.

Eine weitere besorgniserregende Entwicklung, ist das Interesse der Industrie für fossile Brennstoffe, das Konzept der erneuerbaren Energien zu nutzen, um den verstärkten Einsatz von Erdgas zu fördern. Beispiele hierfür sind das norwegische Energieunternehmen Statoil (Equinor seit 2018), das eine internationale Werbung mit Erdgas als Partner für erneuerbare Energien betreibt, die Interstate Natural Gas Association of America, die Erdgas als ideale Ressource zur Ergänzung erneuerbarer Energien und als Verbündeter erneuerbarer Energien auszeichnet Energie (INGAA 2016) und der finnische Gas- und Dieselgeneratorhersteller Wärtsilä. Sie fordern alle eine vollständig erneuerbare Zukunft – ohne Zeitplan (Wärtsilä 2018). Das Corporate Europe Observatory, eine gemeinnützige Organisation, die sich auf die Verfolgung von Lobbying-Aktivitäten innerhalb der EU konzentriert, hat über systematische Lobby Bemühungen der Industrie für fossile Brennstoffe berichtet, die positiven Ansichten zu erneuerbaren Energien zu nutzen, um Maßnahmen zur Unterstützung von Erdgas zu fördern (Blanyà und Sabido 2017). Dies zeigt erneut, wie das vage Konzept der erneuerbaren Energien solche Lockvogel -Taktiken ermöglicht, die die Politik immer weiter von der zugrunde liegenden Frage zu Treibhausgasemissionen entfernen.

Es scheint, dass die Anbieter von fossilem Gas und verwandten Technologien die Volatilität [~Unbestimmbarkeit] der meisten erneuerbaren Energiequellen als Geschäftsmöglichkeit betrachten, die die Relevanz ihres Produkts angesichts von Richtlinien beibehält, die theoretisch gegen ihr Produkt wirken sollen. Obwohl Gas in technischer Hinsicht in der Tat ein guter Partner für variable erneuerbare Energien ist, ist Gas immer noch eine bedeutende Quelle für Treibhausgasemissionen. nicht nur beim Verbrennen zu Kohlendioxid, sondern auch, wenn Methan unweigerlich aus Bohrlöchern und Rohrleitungen austritt (Howarth 2014; Schwietzke et al. 2016).

Es besteht Grund zur Befürchtung, dass die gemeinsame Promotion von Gas und erneuerbaren Energien zu einer Bindung an ein Energiesystem führen wird, das einen erheblichen Anteil erneuerbarer Energien umfasst, jedoch keine ehrgeizigeren Klimaziele erreichen wird, da billiges fossiles Gas in Nicht-Fossile Alternativen zu investieren weniger ansprechend ist.

Die Beurteilung der Wirksamkeit und der breiteren Wirkung dieser Lockvogel-Taktik würde detailliertere Untersuchungen erfordern. Es scheint jedoch klar zu sein, dass die Mehrdeutigkeit und die positiven Konnotationen des Konzepts der erneuerbaren Energien diese Taktik zumindest teilweise ermöglicht haben.

4.5 Es gibt keine erneuerbaren Energien

Schließlich ist erneuerbare Energie als Begriff eine Art Oxymoron.[Zusammenstellung zweier sich widersprechender Begriffe in einem Kompositum]  Die Erhaltung der Massenenergie garantiert, dass Energie niemals verschwindet, aber der zweite Hauptsatz der Thermodynamik schreibt vor, dass die Gesamtentropie in einem isolierten System niemals abnehmen kann. Energie kann in verschiedenen Prozessen umgewandelt werden, aber die gesamte Exergie – die verfügbare, nützliche Arbeit – nimmt irreversibel ab. Energie selbst, kann im engeren Sinne nicht erneuert werden.

Dies mag natürlich spitzfindig sein; Erneuerbare Energie bedeutet, dass die Produktion irgendeine Form von Energie- oder Materialfluss erntet, die durch planetare oder stellare Prozesse schneller erneuert wird, als sie durch ihre Nutzung erschöpft wird. Erneuerbarkeit ist jedoch ein Thema, das nicht als selbstverständlich angesehen werden sollte. Zumindest mit den gegenwärtigen Technologien beruhen alle Formen der Erzeugung erneuerbarer Energie auf Maschinen, die mit / aus nicht erneuerbaren Energien gebaut sind. Wenn die variable Energieerzeugung durch chemische Batterien ausgeglichen wird, wird dieses Problem noch stärker betont. Bioenergie ist auf erneuerte Biomasse angewiesen. Während das Biomassevolumen erneuert werden kann, ist der durch Landnutzungsänderungen verursachte Verlust der biologischen Vielfalt irreversibel. Wasserkraft hat ähnliche Kompromissprobleme.

Es ist auch erwähnenswert, dass die Nicht-Erneuerbarkeit nicht die hauptsächlichen Bedenken für jede Form von Energie ist, die derzeit weit verbreitet sind. Natürlich könnte die Erschöpfung auf lange Sicht zu einem Problem werden, aber als Hauptgrund für die drastische Reduzierung des Einsatzes fossiler Brennstoffe wird der Klimawandel genannt, den die Treibhausgasemissionen verursachen sollen.

… finden Sie die komplette Studie hier Harjanne & Korhonen_2019_PDF

https://stopthesethings.com/2020/10/03/why-wind-solar-are-pointless-renewables-will-power-us-myth-smashed-again/

Übersetzt durch Andreas Demmig




Das Konzept für erneuerbare Energien sollte aufgegeben werden – Teil 1 v. 2

Abgesehen von ihrer chaotischen Intermittenz, der erstaunlichen Menge an Ressourcen, die für den Bau von Windkraftanlagen und Sonnenkollektoren erforderlich sind, sind Wind und Solarenergie von Natur aus diffus. Die Landnutzung ist nur ein weiteres Thema, auf das die Profiteure der erneuerbaren Energien nur mit einem Achselzucken eingehen.

Atte Harjanne [Doktorand Aalto Universität, Abteilung für Managementstudien Helsinki, Finnland und Dr. Janne Korhonen [University of Technology LUT in Lappeenranta, Finnland] sehen das anders und analysieren detailliert, warum Wind und Sonne schlimmer als sinnlos sind.

 

Das Konzept für erneuerbare Energien sollte aufgegeben werden

Abandoning the concept of renewable energy
Energy Policy (127, pp.330-340)
Atte Harjanne und Janne Korhonen
April 2019

Zusammenfassung

Erneuerbare Energien sind ein weit verbreiteter Begriff, der bestimmte Arten der Energieerzeugung beschreibt. In Politik, Wirtschaft und Wissenschaft werden erneuerbare Energien häufig als Schlüssellösung für die globale Klimaherausforderung angesehen. Wir argumentieren jedoch, dass das Konzept der erneuerbaren Energien problematisch ist und zugunsten einer eindeutigeren Konzeptualisierung aufgegeben werden sollte.

Aufbauend auf der theoretischen Literatur zum Thema Framing und basierend auf Dokumentenanalyse, Fallbeispielen und statistischen Daten diskutieren wir, wie erneuerbare Energien gestaltet werden und zu einem zentralen energiepolitischen Konzept geworden sind. Wir analysieren, wie sich ihre Nutzung auf die Art und Weise ausgewirkt hat, wie die Energiepolitik diskutiert und geführt wird. Wir zeigen die Hauptprobleme auf, die das Konzept der erneuerbaren Energien in Bezug auf Nachhaltigkeit, Inkohärenz, politische Auswirkungen, Lockvogel-Taktiken (bait-and switch tactics) und allgemein irreführende Natur hat. Nach der Analyse dieser Probleme diskutieren wir alternative Konzepte und präsentieren unser Modell zur Kategorisierung der Energieerzeugung nach Kohlenstoffgehalt und Verbrennung.

Die Studie beabsichtigt nicht, eine bestimmte Form der Energieerzeugung zu kritisieren oder zu fördern, sondern erörtert stattdessen die Rolle der institutionellen Konzeptualisierung in der Energiepolitik.

4. Probleme mit dem Konzept
Wie oben beschrieben, ist erneuerbare Energie ein Konzept, das im gesamten Bereich der Energiepolitik weit verbreitet ist. Es stellte sich als Alternative zu fossilen und nuklearen Energiequellen heraus, wurde später bei der Konzeptualisierung einer geplanten harmonischen Gesellschaft verwendet und ist nun zu einem zentralen konzeptionellen Baustein der Theorie und Praxis der Energiepolitik geworden. Es ist ein klar definiertes Konzept in dem Sinne, dass weitgehend Einigkeit darüber herrscht, welche Energiequellen erneuerbar sind und welche nicht. Wie wir als nächstes zeigen, könnte das derzeitige Konzept sogar die Bemühungen zur Bekämpfung des Klimawandels oder die Förderung einer nachhaltigen Entwicklung beeinträchtigen.

4.1 Erneuerbare bedeuten nicht automatisch nachhaltig

Erneuerbare Energien werden oft stark mit Nachhaltigkeit verbunden. Um zu prüfen, ob erneuerbare Energien nachhaltig sind, müssen wir zunächst definieren, was wir als Nachhaltigkeit verstehen. Die ursprüngliche Definition des Brundtland-Berichts von 1987 definierte nachhaltige Entwicklung als Entwicklung, die den Bedürfnissen der Gegenwart entspricht, ohne die Fähigkeit künftiger Generationen zu beeinträchtigen, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen (Vereinte Nationen 1987). Seitdem sind weitere Definitionen gefolgt, die in der Regel eine Form des Triple-Bottom-Line-Denkens hervorheben (siehe z. B. Slaper und Hall 2011), bei der Nachhaltigkeit [die drei…]  soziale, ökologische und wirtschaftliche Bereiche umfasst. Da keine Energieerzeugung ohne gesellschaftliche und ökologische Auswirkungen auskommt, erweitern wir unsere Definition von Nachhaltigkeit pragmatisch. Nachhaltige Energie ermöglicht eine gesellschaftliche Entwicklung, die auf absehbare Zeit weitgehend, wenn auch nicht vollständig, von zunehmender Umweltzerstörung entkoppelt ist.

Biomasse

Unter den erneuerbaren Energien sind die Nachhaltigkeitsherausforderungen der Verbrennung von Biomasse vielleicht die am besten anerkannten. Dennoch spielt Biomasse eine unersetzliche Rolle in vielen ehrgeizigen Strategien und Szenarien für erneuerbare Energien, die von verschiedenen Organisationen veröffentlicht wurden (siehe z. B. Europäische Kommission 2011; Teske et al. 2012; Nordic Energy Research 2016; WWF 2011). Biomasse hat drei Haupt-Umweltprobleme und ein wichtiges gesellschaftliches Problem. Erstens kann die Produktion von Biokraftstoffen in großem Maßstab die biologische Vielfalt aufgrund der benötigten Landfläche und des benötigten Wassers gefährden (Gerbens-Leenes et al. 2009; Erb, Haberl und Plutzar 2012; Pedroli et al. 2013; Immerzee et al. 2014).

Ein effizienter Anbau und eine effiziente Ernte von Biomasse stellen einen schwierigen Kompromiss bei der Erhaltung verschiedener Ökosysteme in demselben Gebiet dar (Erb et al. 2012). Zweitens verursacht der Energieverbrauch von Biomasse kurzfristig erhebliche Nettoemissionen (Cherubini et al. 2011; Zanchi, Pena und Bird 2011; Stand 2018), was seine Nützlichkeit bei der Eindämmung der Kohlenstoffemissionen einschränkt. Drittens verursacht die Verbrennung von Biomasse eine Partikelverschmutzung, die sich nachteilig auf Gesundheit und Klima auswirkt (Sigsgaard et al. 2015; Chen et al. 2017). Was die gesellschaftlichen Auswirkungen betrifft, so konkurriert die auf Biomasse basierende Energieerzeugung weltweit mit der Nahrungsmittelproduktion für landwirtschaftliche Flächen und Wasser (Gerbens-Leenes et al. 2009; Dornburg et al. 2010), was zu erhöhten Lebensmittelpreisen führen und große Probleme für die ärmsten Menschen verursachen könnte und möglicherweise zu gesellschaftlichen Unruhen führen (Bellemare 2014). In der intensiven Landwirtschaft besteht im Allgemeinen das Risiko von Bodendegradation, Grundwasserverschmutzung und Verlust des Erholungswerts (Tilman et al. 2002).

Detaillierte Nachhaltigkeitskriterien können helfen, die oben genannten Probleme anzusprechen, aber solche Kriterien können die Skalierbarkeit von Biomasse erheblich einschränken. Skalierbarkeit ist möglicherweise kein Problem, wenn das Ziel darin besteht, lokale Probleme zu beheben. Für die Entwicklung und den Einfluss einer Politik mit nationalen und globalen Auswirkungen und Anwendungen müssen wir jedoch prüfen, ob eine Energiequelle skaliert werden kann, um einen wesentlichen Teil des gesamten Energieverbrauchs zu decken, und welche Auswirkungen diese Skalierung auf die Nachhaltigkeit hat.

Nutzung von Biomasselösung kann relativ nachhaltig sein, wenn sie lokal und in kleinem Maßstab eingesetzt wird – ist jedoch in Bezug auf Landnutzung, Verlust der biologischen Vielfalt und Kohlenstoffemissionen nicht nachhaltig, wenn sie zur Stromversorgung ganzer Städte verwendet wird. Schließlich kann die Nachhaltigkeit der Biomassenutzung durch Technologien wie Kohlenstoffabscheidung und -speicherung (CCS) in Kombination mit Bioenergie (BECCS) verändert werden. Vorgeschlagene BECCS-Anlagen wären emissionsfrei, jedoch mit dem Nachteil der verringerten Gesamtenergieeffizienz. Berücksichtigt man den Energieverbrauch für Anbau, Ernte, Raffination und Kraftstofflogistik, bleibt insbesondere der Energieertrag aus der investierten Energie (EROEI) für BECCS-Anlagen gering, möglicherweise sogar negativ (Fajardy und Mac Dowell 2018).

 

Wasserkraft

Die Nachhaltigkeitsthemen erneuerbarer Energien beschränken sich nicht nur auf Bioenergie. Wasserkraft kann schwerwiegende negative Auswirkungen auf die Umwelt haben, Insbesonders – aber nicht ausschließlich – auf Fischpopulationen und hat ähnliche Auswirkungen auf die Süßwasserhydrologie (Chen et al. 2015, Zarfl et al. 2015). Wasserkraftprojekte können auch große Mengen an Treibhausgasen freisetzen, da die ursprüngliche Biomasse unter den Stauseen verrottet, wenn die Schwankungen des Wasserstands zunehmen und sie zu großen Einzugsgebieten organischer Stoffe und Nährstoffe werden (Deemer et al. 2016). Wasserkraftprojekte führen häufig auch zu einer Verdrängung der lokalen Bevölkerung und sind daher unter dem Gesichtspunkt der gesellschaftlichen Nachhaltigkeit problematisch, insbesondere wenn die negativen Folgen arme indigene Bevölkerungsgruppen treffen, während die wirtschaftlichen Vorteile anderswo genutzt werden (Zarfl et al. 2015).

 

Geothermie

Geothermie hat nur wenige nachteilige Auswirkungen außer einer möglichen lokalen Beeinträchtigung und potenziell zunehmenden Erdbeben (Moriarty und Honnery 2012). Um jedoch die allgemeine Definition der Erneuerbarkeit zu erfüllen, darf sie nur in dem Maße genutzt werden, in dem sich der Energiefluss selbst wieder auffüllen kann, was nicht immer der Fall ist (Stefansson 2000; Rybach 2007). Die bewerteten Angaben für das globale technische Potenzial der Geothermie variieren um Größenordnungen (Moriarty und Honnery 2012), aber außerhalb vulkanischer Gebiete beschränken sich ihre Anwendungen im Allgemeinen auf die Bereitstellung von Niedertemperaturheizung.

 

Wind- und Sonne

Die Herausforderungen bezüglich Nachhaltigkeit von Wind- und Sonnenenergie, hängen mit der geringen Energiedichte der Energieflüsse, die sie ernten, und deren variabler Natur zusammen. Eine niedrige Energiedichte führt zu einem hohen Material- und Landflächenbedarf (Vidal, Goffe und Arndt 2013; Brook 2014) und der Notwendigkeit, große Mengen potenziell knapper Rohstoffe wie Tellur und Indium für die solare Photovoltaik abzubauen (Feltrin und Freundlich 2008; Tao et al. 2011; Grandell und Höök 2015) und Seltene Erden für Windkraftanlagen (Alonso et al. 2012; Habib und Wenzel 2014). Eine variable [Elektrizitäts-] Produktion mit diesen Quellen bedeutet, dass das System als Ganzes eine Kombination aus i) großen Energiespeichersystemen, ii) überdimensionierter Erzeugungs- und Übertragungskapazität oder iii) Akzeptanz eines verringerten „Angebotsniveaus“ –  benötigt.

Energiesicherheit ist ein Schlüsselfaktor zur Armutsbekämpfung (OECD / IEA 2010). Unter dem Gesichtspunkt der gesellschaftlichen Nachhaltigkeit scheint die Verteilung von Wind- und Sonnenenergie positiv zu sein. Theoretisch ermöglichen sie den lokalen Gemeinschaften, Energieversorger zu werden, die Stromversorgung zentraler großer Energieversorger zu kappen und eine lokale Einkommensquelle bereitzustellen. Empirische Erkenntnisse legen jedoch nahe, dass die Frage, ob die erneuerbare Energien diese Planziele erreichen, [ausschließlich] von bestimmten politischen Maßnahmen abhängt. In Deutschland beispielsweise haben die weniger Wohlhabenden die wirtschaftlichen Vorteile der Politik für erneuerbare Energien nicht gespürt, sondern diejenigen, die über ein beträchtliches verfügbares Einkommen und Möglichkeiten verfügen, in die [subventionierte] dezentrale Stromerzeugung zu investieren und diese zu betreiben (Stefes 2016).

Keines der oben genannten Argumente bedeutet, dass Technologien für erneuerbare Energien keine Anbieter nachhaltiger Energie sein können. Wie bei jeder Form der Energieerzeugung haben die als erneuerbar gekennzeichneten Energiequellen Vor- und Nachteile, die von ihrer Größe und ihrer Rolle im Energiesystem abhängen.

 

4.2 Erneuerbare Energien unterscheiden sich stark voneinander

Ein weiteres Problem des Konzepts der erneuerbaren Energien besteht darin, dass es sich um ein Dachkonstrukt handelt, das sehr unterschiedliche Arten von Energiequellen umfasst. Die Energiedichten, praktischen Standortanforderungen und physikalischen Prozesse verschiedener Formen erneuerbarer Energien variieren stark.

Tabelle 1 zeigt die Verschiedenartigkeit erneuerbarer Energiequellen. Die verschiedenen erneuerbaren Energien werden anhand ihrer Leistungsdichte, ihrer primären Energieform, ihrer Landnutzung, ihrer Kapazität und der Art der [Angebots-] Schwankungen verglichen. Die Leistungsdichte wird hier anhand der geschätzten Landnutzungsintensität gemessen. Diese Zahl hängt stark von den zugrunde liegenden Annahmen ab, was darin enthalten ist, aber die Verschiedenartigkeit der erneuerbaren Energien selbst, erschwert den direkten Vergleich.

Wie Tabelle 1 zeigt, unterscheiden sich die erneuerbaren Energieformen in fast allen Aspekten voneinander. Eines ist jedoch üblich; Alle diese Energiequellen weisen eine relativ geringe Leistungsdichte pro Fläche auf (zum Vergleich liegen diese bei etwa 0,2 bzw. 0,1 für Kohle und Kernenergie; Fritsche et al. 2017), obwohl auch in diesem Aspekt ein Größenordnungsunterschied besteht. Unterschiedliche erneuerbare Energien nutzen unterschiedliche Energieformen, was dann unterschiedliche Prozesse erfordert, um die Energie in nützlichen Strom oder Wärme umzuwandeln. Schließlich ist anzumerken, dass die meisten dieser erneuerbaren Energien nicht in der Lage sind, die für viele industrielle Prozesse erforderlichen hohen Temperaturen direkt zu erzeugen (Naegler et al. 2015).

Die Variabilität der Energieerzeugung ist eine bekannte Herausforderung vieler Formen erneuerbarer Energien. Alle diese Quellen mit Ausnahme von Biomasse hängen von den örtlichen Bedingungen ab, was zu einer gewissen Variabilität führt. Die Zeitskalen und die Vorhersagbarkeit dieser Variabilität unterscheiden sich jedoch stark voneinander. Wind- und Sonnenenergie sind direkt von den Wetterbedingungen abhängig, wodurch die Stromerzeugung innerhalb von Sekunden schwankt (Anvari et al. 2016). Die Verfügbarkeit von Wasserkraft hängt vom Wasserstand und den Zeitabläufen ab, die von stündlichen und täglichen Schwankungen der Laufwasserkraftwerke bis zu saisonalen und jährlichen Schwankungen der Speicherwasserkraft mit großen Stauseen reichen (Kumar et al. 2011; Gaudard und Romerio 2014). Es ist zu beachten, dass technologische Innovationen in Zukunft die Zahlen in Tabelle 1 verändern können. Die grundlegenden physikalischen Einschränkungen wie Sonneneinstrahlung, Windeinzugsgebiet oder biologische Primärproduktion pro Flächeneinheit bleiben jedoch bestehen und begrenzen wesentliche Verschiebungen der Leistungsdichte oder der Art der Variabilität.

 

Atte Harjanne und Janne Korhonen_Vergleich Energiearten, S. 12

Tabelle 1: Die unterschiedlichen Eigenschaften verschiedener Formen erneuerbarer Energien. Kohle und Kernenergie zum Vergleich aufgeführt.

Die Inkohärenz eines Konzepts ist nicht unbedingt ein Problem. Es gibt viele mehrdeutige Konzepte, die trotzdem immer noch eine signifikante/große Aussagekraft und praktischen Nutzen haben. Bei der Gestaltung und dem Diskurs der Energiepolitik kann eine solche Inkohärenz jedoch zu Verwirrung führen. Unternehmen, Städte, Bundesstaaten und Länder verpflichten sich, zu 100% mit erneuerbarer Energie oder Elektrizität zu arbeiten, und diese Zusagen werden miteinander verglichen. Sie beschreiben jedoch sehr unterschiedliche Energiesysteme in Bezug auf Infrastruktur, Materialflüsse sowie gesellschaftliche, ökologische und wirtschaftliche Auswirkungen. Die Tatsache, dass Island, Norwegen und Costa Rica über reichlich Wasserkraft oder geothermische Ressourcen verfügen und praktisch ihren gesamten Strom aus erneuerbaren Quellen erzeugen können, sagt wenig über die politischen Optionen in Ländern aus, die nicht so gut ausgestattet sind. Dennoch ist es üblich, diese Länder als Beispiele für eine erfolgreiche Politik für erneuerbare Energien zu betrachten, und selbst akademische Veröffentlichungen verwenden diese Beispiele häufig, um für 100% erneuerbare Energien einzutreten (z. B. Brown et al. 2018).

…. finden Sie die komplette Studie hier Harjanne & Korhonen_2019_PDF

Why Wind & Solar Are Pointless: ‘Renewables Will Power Us’ Myth, Smashed Again

Teil 2 dieses Beitrags kommt in Kürze.

Übersetzt durch Andreas Demmig




Die „tickende Klimabombe“ der Arktis: Steht eine kleine Eiszeit bevor?

Cap Allon

Das rekordverdächtige Wachstum des arktischen Meereises in dieser Saison mag zwar eine gute Nachricht sein, aber nicht aus den gleichen Gründen, wie die Horden stupider Klimaalarmisten glauben. Stellen Sie alles in Frage, was diese Warmisten jemals sagten –es wird nun angenommen, dass der Verlust von Eis an den Polen, der Auslöser für die globale Abkühlung und Eiszeiten war.

Seit zwei Jahrzehnten sagt uns die NASA , dass sich die Pole in den Perioden einer ansonsten „globalen“ Abkühlung tatsächlich erwärmen – dies ist wahrscheinlich auf einen GSM-induzierten meridionalen (welligen) Jetstream zurückzuführen, der die tropische Wärme anomal weit nach Norden umleitet, und / oder ein Abbau der Ozonschicht hoch über den Polen, der zusätzliche solare / kosmische Strahlung – einschließlich ultravioletter Strahlung – zulässt. Unabhängig vom genauen Mechanismus – ein noch wenig verstandenes Forschungsgebiet – ist das arktische Meereis in den letzten Jahrzehnten auf natürliche Weise zurückgegangen. Dieses Ereignis droht nun, eine echte und unvermeidliche Katastrophe in Gang zu setzen: eine Bedrohung, die häufig als „tickende Klimabombe“ bezeichnet wird.

Der Beaufort Gyre ist eine massive windgetriebene Strömung im Arktischen Ozean. Die Region reguliert seit Jahrtausenden das Klima und die Meereisbildung an der Weltspitze. In letzter Zeit ist jedoch etwas schiefgegangen.

Der Beaufort Gyre ist ein windgetriebenes Zirkulationssystem, das Süßwasser und Eis auffängt und um den Arktischen Ozean schiebt. Quelle: National Snow and Ice Data Center NSIDC / AMAP

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Der Gyre beeinflusst das Klima. Bildnachweis: Eric S. Taylor (Woods Hole Oceanographic Institution)

[Gyre – Wirbel, hier genutzt für Meereswirbel … ~strömung; Gyroskop – Kreisel]

Während der zweiten Hälfte des 20. ten Jahrhunderts behielt der Gyre seinen Zyklus, in dem er alle fünf bis sieben Jahre und vorübergehend seine Drehrichtung (Spin) gegen den Uhrzeigersinn verschob, was Eis und Süßwasser in den östlichen Teil des Arktischen Ozean und den Nordatlantik trieb. Aber seit mehr als 17 Jahren dreht sich dieses Karussell aus Eis und Süßwasser schneller im Uhrzeigersinn und sammelt immer mehr Süßwasser aus drei Quellen: schmelzendes Meereis, Abfluss in den Arktischen Ozean aus Russland und Nordamerikanischer Flüsse und das relativ frische Wasser, das aus dem Beringmeer (ein-)fließt.

e360.yale.edu berichtet : Heute enthält der Beaufort Gyre so viel Süßwasser wie alle Großen Seen zusammen, und sein anhaltender Wirbel im Uhrzeigersinn verhindert, dass dieses enorme Volumen an Eis und kaltem Süßwasser in den Nordatlantik fließt. Wissenschaftler sagen, dass der Gyre sich unvermeidlich abschwächen und die Richtung umkehren wird, und wenn dies der Fall ist , könnte er eine große Menge eisigen Süßwassers in den Nordatlantik ausstoßen .

Der polare Ozeanograph Andrey Proshutinsky von der Woods Hole Oceanographic Institution hat diesen erwarteten Wasserschwall als „ tickende Klimabombe“ bezeichnet und festgestellt, dass selbst ein teilweiser Abfluss dieses wachsenden Reservoirs – etwa nur 5 Prozent – das Klima Islands und Nordeuropas vorübergehend abkühlen könnte. Bei einem größeren Abfluss könnte es tatsächlich drohen, das der Golfstrom „abgeschaltet“ wird, ein Ereignis, bei dem die Eiszeiten fast über Nacht über Nord- und Westeuropa hinweg fegen würden.

gulf-stream

Grafik vom Autor übernommen (Originale Herkunft dieser sehr oft verwendeten Grafik habe ich leider nicht feststellen können – Google-Suchfunktion; der Übersetzer)

Der Golfstrom ist der Schlüssel zu einem milden, bewohnbaren Klima in Europa.

Wir wissen, dass dies geschieht, und haben detaillierte Aufzeichnungen über ein relativ neues Ereignis: In den 1960er und 1970er Jahren wurde ein Schwall frisches arktisches Wasser freigesetzt, der die obere halbe Meile von Teilen des Nordatlantiks abkühlte. Der britische Ozeanograph Robert R. Dickson, bekannt als Great Salinity Anomaly , sagte, das Ereignis sei eine der hartnäckigsten und extremsten Variationen des globalen Ozeanklimas, die im letzten Jahrhundert beobachtet wurden. Der Anstieg von Eis und Süßwasser kühlte Nordeuropa dramatisch ab und störte die Nahrungskette im Nordatlantik. Zwischen 1951 und 2010 ereigneten sich viele der außergewöhnlich kalten Winter in Europa während der Zeit der Anomalie des großen Salzgehalts.

Der diskutierte Mechanismus wird von vielen als Auslöser der Eiszeit angesehen, und eine neu veröffentlichte wissenschaftliche Studie stützt dieses. Die neue Studie trägt den Titel „“Evidence for extreme export of Arctic sea ice leading the abrupt onset of the Little Ice Age“, „Hinweise auf einen extremen Export von arktischem Meereis, der zum plötzlichen Einsetzen der Kleinen Eiszeit führt “ Die Studie kombiniert marine Sedimentkerne, die vom Arktischen Ozean bis zum Nordatlantik gebohrt wurden. Diese Aufzeichnungen zeigen, dass ein plötzlicher Anstieg des arktischen Meereises und des exportierten kalten Süßwassers bis zum Nordatlantik zu verzeichnen ist. Beginn um 1300, erreichte Mitte des Jahrhunderts seinen Höhepunkt und endete zum Schluss  des 13. Jahrhunderts abrupt. Entscheidend ist, dass die Studie zu dem Schluss kommt, dass ein externer Antrieb durch Vulkane oder eine andere Ursache möglicherweise nicht erforderlich ist, damit große Klimaschwankungen auftreten – [im Gegensatz zu] eine[r] bisher weit verbreitete[n] Annahme: „Diese Ergebnisse deuten stark darauf hin, dass diese Dinge aufgrund interner Variabilität aus heiterem Himmel im Klimasystem auftreten können“, sagte Dr. Martin Miles, Forscher am Institut für Arktis- und Alpenforschung der University of Colorado.

Das Klimapuzzle wird, wenn auch langsam, weiter zusammengesetzt.

Die nächste starke Abkühlung ist fällig – das Klima ist zyklisch, niemals linear – und die Freisetzung des Beaufort Gyre in Übereinstimmung mit einer schnell abnehmenden Magnetosphäre und einem sich verschärfenden Grand Solar Minimum enthält alle notwendigen Punkte.

Die kalten Zeiten kehren zurück, die mittleren Breiten gefrieren.

Die „tickende Klimabombe“ geht los.

https://electroverse.net/the-arctics-ticking-climate-bomb-little-ice-age-imminent/ 

Übersetzt durch Andreas Demmig

***

Der Betreiber dieses Blogs ergänzt seinen Beitrag:

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Fundstücke:

Prof. Scafetti, Vortrag in München:

Zuverlässigkeit von Klima-Modellierungen und Zyklen der Einflussgrößen auf das Klima

Siehe: Natürliche Klimazyklen (gegen Mitte des Beitrags)

 

https://www.mainpost.de/ueberregional/wissenschaft/Klimawandel-Warum-die-naechste-Eiszeit-sicher-kommt-und-wann;art105,10343383

Klimawandel: Warum die nächste Eiszeit sicher kommt – und wann

Jetzt von Eiszeit reden? Gerade die globale Erwärmung kann die „Warmwasserheizung Europas“, den Nordatlantikstrom, empfindlich treffen. Auswirkungen sind schon erkennbar. …

https://www.futurezone.de/science/article227655239/Das-Ende-der-Menschheit-Das-droht-uns-mit-der-naechsten-Eiszeit-auf-der-Erde.html

Ende der Zivilisation: Das erwartet uns bei der nächsten Eiszeit

… Unser Planet hat in den letzten 2,6 Millionen Jahren ganze 50 Eiszeiten durchlebt, diese wurden immer wieder von wärmeren Perioden unterbrochen. Könnte in naher Zukunft eine nächste Eiszeit anstehen?

https://www.focus.de/wissen/klima/klimaerwaermung/neue-eiszeit-neue-eiszeit_id_8487796.html

Trotz Klima-Erwärmung: Forscher sagen Mini-Eiszeit wie im Mittelalter voraus
… Es gibt Parallelen zur Kleinen Eiszeit vom 15. bis 19. Jahrhundert

http://eiszeit2030.de/

Das Klimageschehen auf der Erde wird maßgeblich von der Aktivität der Sonne beeinflusst
Alle 206 Jahre kommt es zu einem großen solaren Minimum (Grand Solar Minimum).




Reiner Unsinn: Es gibt kein wirtschaftliches Argument für die Umwandlung von Wind- oder Sonnenstrom in Wasserstoffgas

Der größte Teil des auf dem Markt verfügbaren Wasserstoffs (rund 95%) wird aus fossilen Brennstoffen durch Dampfreformierung oder partielle Oxidation der Methan- und Kohlevergasung hergestellt, wobei nur ein winziger Teil durch Biomassevergasung oder Elektrolyse von Wasser oder Solarthermochemie erzeugt wird.

Die Dampf-Methan-Reformierung, die derzeit führende Technologie zur Erzeugung von Wasserstoff in großen Mengen, extrahiert Wasserstoff aus Methan, letzteres üblicherweise in Form von Erdgas. Der Prozess setzt Kohlendioxid und Kohlenmonoxid in die Atmosphäre frei. Was natürlich nicht zum Klimakult passt.

Eine andere Methode zur Erzeugung von Wasserstoff ist die Elektrolyse, bei der enorme Mengen an Elektrizität zerkaut werden, die durch ein riesiges Wasservolumen geleitet wird, um die Wasserstoff- und Sauerstoffatome zu trennen. Das große Plus dieser Methode soll sein, dass [beim Gewinnen von Wasserstoffgas und auch dem späteren Verbrennen] kein Kohlendioxid freigesetzt wird.

Rendite Suchende für erneuerbare Energien, haben das Konzept der Erzeugung von Wasserstoffgas mithilfe von Wind und Sonne aufgegriffen, um nutzlosen, unvorhersehbaren und unzuverlässigen Strom in etwas umzuwandeln, das nach Bedarf genutzt werden kann. Anstatt vorher als etwas, das von den Launen der Mutter Natur abhängt.

Wenn die Erzeugung industrieller Wasserstoffmengen mit Elektrizität nur vage wirtschaftlich wäre, wäre [es schon längst gemacht worden …, wäre dann] Kohlekraft zu nutzen, der naheliegende Weg, als die billigste und zuverlässigste Stromquelle von allen, [auch deshalb, weil Australien über riesige Kohlenvorräte verfügt].

Aber das ist nicht der Sinn und Zweck des großen Wasserstoffschwindels. Hier geht es um Unternehmensgier und Rendite.

Die Regeln der Physik (nicht zuletzt die Thermodynamik) erzwingen, dass unabhängig von der Stromquelle mehr Energie verbraucht wird als jemals zuvor, wenn Elektrizität in Wasserstoffgas umgewandelt, gespeichert und wieder zu Wärme oder Strom gewandelt wird. Dies bedeutet, dass dies keinen Nettoenergievorteil zur Folge hat.

Die Speicherung und Verteilung von Wasserstoffgas ist nicht ohne Herausforderungen. Der Versuch, das Gas in großen Mengen einzudämmen, birgt die Gefahr von Explosionen im industriellen Maßstab, da es einen niedrigen Zündpunkt hat und leicht brennbar ist. [Aufgrund der kleinsten Moleküle,] neigt Wasserstoff dazu, selbst aus Stahltanks auszutreten [~ zu diffundieren]. Mehr als nur einige Anlagen und Wasserstoffspeicher  und Tankstellen  sind explodiert .

Viv Forbes weist auch darauf hin, dass der Wasserverbrauch dabei nicht unerheblich ist, insbesondere in Australien: dem trockensten Kontinent der Erde.

 

Nicht so grün
Saltbush Club
Viv Forbes
11. September 2020

Solarenergie ist sehr dünn, daher bedecken Solarkollektoren gewöhnlich große Freiflächen, stehlen Ackerland, lassen wilde Kräuter und Gräser nach Sonnenlicht hungern und schaffen „Sonnenwüsten“.

Windkraftanlagen beziehen Energie aus Winden, die häufig Feuchtigkeit aus dem Ozean bringen. Diese Wälle von Turbinen erzeugen dann Regenschatten, die mehr Regen in der Nähe der Turbinen und mehr Dürren nach dem Abwind erzeugen, damit erhöhen sie das Buschbrandrisiko. Am besten funktionieren die Windanlagen entlang der Gratlinien, wo auch Adler nach Thermik suchen.  Es ist kein Wunder, dass Vögel und Fledermäuse wie von wirbelnden Sensen zerhackt werden. WKA‘s nerven auch Mensch und Tier mit Lärm.

Offshore breiten sich Windanlagen wie eine Wand aus Türmen vor der Küste aus, so dass weniger Wind und Regen das Ufer erreichen. Das ist überhaupt nicht grün.

Dann haben wir auch noch die Biokraftstoffskandale. Dies ist eine von den Vereinten Nationen geförderte Dummheit, bei der Wälder in Amerika abgeholzt und über den Atlantik verschifft werden, um in einem britischen Kraftwerk zu verbrennen.  In Indonesien und Brasilien. werden einheimische Wälder gerodet, um Palmöl für Biodiesel anzubauen; und es werden Lebensmittelkörner destilliert, um Ethanolkraftstoff für Kraftfahrzeuge herzustellen. An nichts davon ist Grünes dran.

Jetzt wollen grüne Träumer unser kostbares Wasser nutzen, um Wasserstoff in einem Round-Robin-Elektrolyseprozess herzustellen, der weitaus mehr Energie verbraucht, als er jemals produzieren kann. [Ringversuch oder Ringvergleich bzw. Laborleistungstest  -englisch Round Robin Test / Proficiency Test]

Die Elektrolyse verbraucht neun Tonnen Wasser plus jede Menge Strom, um eine Tonne Wasserstoff zu gewinnen. Dieses aufbereitete Wasser wird erst zurückgewonnen, wenn der Wasserstoff verbrannt ist (im Gegensatz zu Wasser in Dampfturbinen, in denen das meiste Wasser wiederverwendet wird und ein Teil über Kühltürme in die Atmosphäre entweicht).

Wasserstoff ist ein niedrig-energie aber explosives Gas. [Hier ein Vergleich Heizwerte zu Benzin / Diesel].  Das Sammeln, Lagern und Exportieren wird ein gefährliches Geschäft sein und das Produzieren wird eine Unmenge australische Wasser- und Strommengen verbrauchen, um trendigen „grünen“ Kraftstoff für Asien zu erzeugen. Durch das Verbrennen dieses Kraftstoffs wird reines australisches Wasser in den diesigen asiatischen Himmel freigesetzt. Aber die australische Regierung finanziert Wasserstoffspekulationen mit 70 Millionen Dollar.

Grüne Energie ist nicht grün. Es hat enorme Kosten für seltene Metalle; es schafft Giftmüllprobleme; Sonnenkollektoren erzeugen Sonnenwüsten; Windflügel hacken Vögel und stehlen Wind und Regen aus dem Landesinneren; und jetzt wollen sie frisches Wasser und Energie stehlen, um energiesparenden explosiven Wasserstoff zu exportieren.

Im Gegensatz dazu ist Kohle fossiler Sonnenschein. Das Verbrennen setzt neue Energie für die Industrie frei und seine Verbrennungsprodukte bringen große Vorteile für die grüne Welt – Wasserdampf, Kohlendioxid-Pflanzennahrung und wertvolle pflanzliche Mikronährstoffe [und nicht zu vergessen Gips für die Bauindustrie].

Warum sollten wir unseren Sonnenschein, Wind und unser frisches Wasser über Wasserstoff exportieren und unseren reichlich vorhandenen fossilen Sonnenschein als „politisch gestrandetes Gut“ unter der Erde einsperren?

Alles das ist nicht grün – es ist grüne Dummheit.
Saltbush Club

https://stopthesethings.com/2020/10/01/pure-nonsense-no-economic-case-for-converting-wind-or-solar-power-to-hydrogen-gas/




Déjà vu: „Neue“ Energiepolitik der Regierungskoalition bedeutet, dass die australische Energiekrise unvermindert anhält

Der Premierminister Scott Morrison und sein Energieminister Angus Taylor kündigten eine Umgestaltung der Agenturen an, die die zinsgünstigen Kredite und Subventionen an Anleger in erneuerbare Energien vergeben, vor dem Hintergrund, dass die Lösung des aktuellen Debakels durch die Erschließung der reichlich vorhandenen Gasreserven Australiens gefunden werden soll.

Die Behauptung „Gas wird uns retten“ beinhaltet den Versuch, Australien mit Gaskraftwerken zu versorgen, die noch nicht gebaut sind, zur Nutzung von Gasvorräten, die es nicht hat.

Sicher, Australiens ungenutzte Gasreserven sind reichlich vorhanden, aber mehrere Staaten haben ihr Bestes getan, um sicherzustellen, dass diese Reserven für immer ungenutzt bleiben. Wie die Regierung dieses kleine Hindernis überwinden kann, bleibt abzuwarten.

Denken Sie daran, dies ist ein Land, in dem der Premierminister alles tun kann, was er zur Wiedereröffnung der Staatsgrenzen tun mag, aber die Ministerpräsidenten in Queensland, Victoria und Westaustralien planen, diese bis 2021 geschlossen zu halten, um ihre Bevölkerung vor dem Coronavirus zu schützen, und es gibt nichts, was der PM dagegen tun kann. [Anmerkung: Er könnte zum High Court gehen und Abschnitt 92 der Verfassung erwähnen, wenn er es ernst meint, die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen]

Die positive Seite des „neuen“ Energieplans ist, dass es keine Erweiterung des groß angelegten Ziels für erneuerbare Energien geben wird, eine Tatsache, bei der Anleger für erneuerbare Energien sowie die Fanatiker von Wind- und Sonne bereits rasend vor Wut sind.

Obwohl es nicht verlängert wird, wird das LRET bis 2031 jedes Jahr Subventionen im Wert von rund 3,5 Milliarden US-Dollar für Wind- und Großsolaranlagen bereitstellen. Die Kosten hierfür werden weiterhin zu den Stromrechnungen des Einzelhandels (die bereits zu den höchsten der Welt gehören) hinzugerechnet.
[LRET – Das Large-Scale Renewable Energy Target soll die Emissionen im Elektrizitätssektor senken, indem die Investitionen in erneuerbare Energien gesteigert werden. Finanzielle Anreize in Form von LGC (Large-Scale Generation Certificates) werden geschaffen und gehandelt.]

Es gibt auch viel Geschwaffel in der Politik der Koalition, überschüssigen Wind und Sonnenstrom zur Erzeugung von Wasserstoffgas zu verwenden. ungeachtet der astronomischen Kosten und der Tatsache, dass die billigste und effizienteste Methode zur Erzeugung von Wasserstoffgas mit Erdgas beginnt (was dummerweise Mangelware ist).

Und dann – dank ihrer kindlichen Angst, in der Öffentlichkeit mit dem N-Wort erwischt zu werden – fehlt auffällig die Erwähnung der Nuklearkraft.

In den nächsten Beiträgen wird STT einen weiteren Blick auf eine weitere verpasste Chance werfen, wenn die Regierung von Morrison an die Peripherie rast und sich auf die verrückte Pie-in-the-Sky-Technologie konzentriert, anstatt die Zukunft bestehender Kohlekraftwerke zu sichern und [außerdem] eine Zukunft für Kernkraftwerke zu schaffen.

Alan Moran hat ein paar aufschlussreiche Gedanken verfasst, warum Australiens selbstverschuldete Energiekrise einfach unvermindert weitergehen wird.

 

Die Regierung dreht und wendet sich, um ihre energiepolitischen Misserfolge zu verschleiern.

– „Die in dieser Woche angekündigte Energiepolitik der Regierung ist ein weiterer Meilenstein im Niedergang des einst kostengünstigsten Energiemarkts der Welt.“

Catallaxy- Notizen
Alan Moran
17. September 2020

Im Spectator  Coffee Club habe ich über eine Reihe neuer Maßnahmen berichtet, die die Regierung angekündigt hat, um die Strom- und Gasversorgungsindustrie zu stützen, die sie und ihre Vorgänger zerstört haben.

Eine langsame Zündschnur wurde 2001 gezündet, als Premierminister John Howard das obligatorische Ziel für erneuerbare Energien (MRET) verkündete und Stromhändler aufforderte, zwei Prozent der exotischen erneuerbaren Energien (Wind und Sonne) in ihre Stromversorgung einzubeziehen. Dies ergab eine 50-prozentige Subvention – bezahlt von Kunden – für diese erneuerbaren Energien. Es wurde nur noch schlimmer, so dass wir jetzt umgerechnet 13 Milliarden Dollar pro Jahr zahlen. Abgesehen von diesen Kosten führen diese Maßnahmen zu sehr volatilen Stromversorgungen und zerstören die Wirtschaftlichkeit von an sich kostengünstigen Kohlestromerzeugern.

Die am Dienstag angekündigte neue Energiepolitik ist eine Anerkennung des Problems, bietet jedoch schlechte Lösungen und weist weitere Entwicklungen auf, die tatsächlich zur Ursache dafür gehören.

Die Regierung hat erkannt, dass sie, nachdem sie sich in eine Energieversorgung verrannt hatte, die auf der Steigerung der teuren unzuverlässigen Komponente für erneuerbare Energien basiert, immer mehr Maßnahmen ergreifen muss, um eine dauerhafte Krise im kalifornischen Stil zu vermeiden.

Zuerst versuchte die Regierung die AGL zu zwingen, das Liddell-Kohlekraftwerk in Betrieb zu halten. [AGL Energy ist der größte australische Anbieter von Gas und Elektrizität.]

Nachdem dies fehlgeschlagen ist, droht sie (die Regierung) mit dem der Bau eines neuen Gaskraftwerkes, um das Kohlekraftwerk zu ersetzen, falls sich keiner findet, der das Geld dafür aufbringt.  Und die Regierung wirbt für eine neue subventionierte transkontinentale Pipeline zur Versorgung mit Gas, da die staatliche Regulierung die lokale Förderung / Lieferung von Gas verbietet.

Es wirkt lächerlich, wenn der Energieplan behauptet, dass „erneuerbare Energien wie Sonne und Wind keine Subventionen, sondern Integration benötigen“, und sieht 250 Millionen US-Dollar vor, „um drei kritische Projekte zu beschleunigen – die Verbindungsleitungen Marinus Link, Project Energy Connect und VNI West“. AEMO [Australian Energy Market Operator ~ Energieversorger]  schätzt jedoch, dass diese 8720 Millionen US-Dollar kosten werden. Und diese Ausgaben werden weitere betriebliche Probleme auslösen, deren Minderung kostspielig sein wird. Die Folgelasten aus 20 Jahren schlechter Politik sind nicht billig!

Unbeirrt durch diese Widersprüche, rühmt sich der Premierminister, dass Australien in den letzten drei Jahren 30 Milliarden US-Dollar in erneuerbare Energien investiert hat und 2019 und 2020 12,6 GW erneuerbare Kapazität hinzufügen wird – das ist das Achtfache der Kapazität des Hazelwood-Kraftwerks, das gezwungen wurde, außer Betrieb zu gehen.

Die erneuerbaren Energien werden jedoch alle weiter subventioniert und vergiften das gesamte System.

Die Wettbewerbsreformen und Privatisierungen von 1990 brachten Australien an die Weltspitze bei kostengünstiger Energie. Erst allmählich, dann schnell, hat das Flickschustern der Politiker dies untergraben.

Die Anmaßung und Verleugnung der Probleme durch unsere Minister bedeuten eine verstärkte Zentralisierung, politische Nachbesserungen und möglicherweise Renationalisierungen [~ wieder Privatisierung], was übermäßige Kosten und unnötige Unzuverlässigkeit verursacht.
Catallaxy Files

https://stopthesethings.com/2020/09/19/deja-vu-new-coalition-power-policy-means-australias-energy-crisis-continues-unabated/

Übersetzt durch Andreas Demmig