Der Volks-Elektro-Wagen: Schießt VW sich damit selber ab?

Der bis 1991 in Zwickau-Mosel gefertigte Trabant war ein selbst von DDR-Bürgern verlachtes (aber dennoch geliebtes) Auto. Die Konstruktion war in den 1950ern einmal zeitgemäß; wurde dann aber immer weiter verlängert, weil die sozialistischen Betonköpfe der SED keine Ahnung von technischen Fortschritt hatten. Interessanterweise sieht eine Konstruktion der Sachsenring-Werke aus dem Jahr 1967 dem VW-Erfolgsmodell Golf verblüffend ähnlich. Da es den VW Golf noch nicht gab, reißen die Gerüchte nicht ab, daß ostdeutsche Ingenieure hier ein wegweisendes Auto konstruiert haben, dessen Pläne aber von ideologisch verbohrten Politikern für Devisen ins kapitalistische „Ausland“ verkauft wurden („brauchen wir nicht“).

Wiederholt sich nun die Geschichte, oder reimt sie sich, wie Markt Twain sagte? Produziert das Werk Zwickau wieder eine ideologische Totgeburt?

Die Umorientierung auf Elektro wird wohl auf Kosten der Mitarbeiter gehen, da E-Motoren im Vergleich zu Verbrennern sehr einfach konstruiert sind. Da VW zudem das Werk modernisiert, also digitalisiert und mehr Roboter einsetzt, wird weniger Personal gebraucht.

Immerhin wird in Mosel nicht wie zu DDR-Zeiten nur ein Modell produziert, sondern derer vier: Neben dem ID.3 werden der Seat el-Born, der SUV ID Crozz und der Audi Q4 E-Tron im Werk gebaut, alles Elektro-Autos. Ab Juni 2020 sollen zumindest aus einer Werkhalle nur noch Stromer kommen; über 800 Autos am Tag.

Der Konzern muß mit dem Volks-Elektrowagen unbedingt Erfolg haben: Die EU-Auflagen zur Reduktion der CO2-Emissionen zwingen zum umfangreichen Angebot von E-Autos. Außerdem hat die Umrüstung des Werkes einschließlich Umschulung der Mitarbeiter rund eine Milliarde und 200 Millionen Euro gekostet; zudem soll der Standort einschließlich Zulieferer CO2-neutral werden.

Ist das alles realistisch, was die grünen Manager da planen? Kaum, da dem geneigten Leser und der EIKE-Redaktion die Daten ja bekannt sind. Die E-Autos haben sehr schwere Lithium-Akkumulatoren mit relativ geringer Energiedichte an Bord, die sich zudem nur über Stunden volladen lassen. Dafür stehen längst nicht genügend E-Tankstellen im Lande zur Verfügung. Dasselbe gilt für den elektrischen Strom, der zunehmend aus unzuverlässigen erneuerbaren Quellen kommt, und jetzt schon die Netzstabilität gefährdet. Was wird wohl passieren, wenn da einige Tausend Elektro-VWs am Tag zusätzlich Starkstrom wollen?

Und dann die Preise: E-Autos sind deutlich teurer als vergleichbare Verbrenner. Wer soll die alle kaufen? Der bodenständige Werktätige schaut ganz sachlich auf die Daten, bevor er den Kaufvertrag unterschreibt. So viele Ökobürger, die unbedingt „grün“ fahren wollen, gibt es realiter nicht. Der Staat müßte ordentlich subventionieren, um den Unsinn am Leben zu halten.

Und dann ist da noch die von uns berichtete Sache mit dem Lithium-Abbau, weswegen selbst Klimaprofessoren wie Harald Lesch die Stromer ablehnen. Was haben die VW-Planer ihrem Konzern und den Mitarbeitern da aufgebürdet? DDR2.0, in Elektro-Version.




CO2-Flottenemissionen: Die Europäische Union will die E-Mobilität planwirtschaftlich durchdrücken

In den westeuropäischen EU-Ländern haben Elektroautos (nur E-Motor und Plugin-Hybrid) einen Anteil von bis zu 2,5% am Gesamtmarkt, in Deutschland rund 2%. Zum Glück, muß der Fachmann sagen, da unser volatiles Stromnetz schon jetzt Ausfälle hat. Dem Vernehmen nach verbot ein französischer Stromanbieter einer von ihm mitversorgten deutschen Gemeinde, Stromtankstellen zu errichten, weil sonst extra dafür das Kraftwerk höher gefahren werden müßte. Würden bei uns noch mehr klimabewegte Bessermenschen ihren Tesla, der mit Atom- und Kohlestrom geladen wurde, durch die Innenstadt steuern, würden drumherum bald die Lichter ausgehen. Gut, für den Teslafahrer wäre es eine Lernerfahrung, aber viele andere müßten auch bluten, auch solche klimaleugnenden Fahrradfahrer wie ich.

Die EU will aber unbedingt. 2020 und 21 gelten nach Brüsseler Regeln sogenannte Flottenemissions-Grenzen; heißt, die Wagen eines Herstellers dürfen insgesamt, rein rechnerisch, nicht mehr als einen bestimmten CO2-Wert erreichen. Kommen sie darüber, hagelt es Strafen in Milliardenhöhe. Schon aus diesem Grund machen Konzerne wie Volkswagen bei der Klima-Propaganda mit und wollen ihren Käufern unbedingt Vollelektroautos und E-Hybride andrehen. Das Zwickauer Werk, vor 30 Jahren noch Standort der realsozialistischen Trabi-Produktion, wird zu diesem Zweck komplett auf ökosozialistische ID.3-Fertigung umgestellt. Der ID.3 ist sozusagen die elektrifizierte Version des Trabant 601: Keiner will das Ding wirklich, aber der Staat, beziehungsweise dessen Einheits- und Blockparteien, machen Alternativen weitgehend unmöglich.

Nach einer fachlichen Einschätzung könnten auf die europäische Automobilindustrie bei kompletter Überschreitung der CO2-Grenzen rund 36 Milliarden Euro (!) Strafzahlungen zukommen. Das wäre das Doppelte des zu erwartenden Gewinns und würde die Hersteller zwingen, die Preise um bis zu 10% anzuheben.

Die Kunden interessieren sich, wie die Zahlen oben zeigen, für die Elektroautos kaum. Im Gegenteil, die Nachfrage nach den riesigen Edel-Geländewagen SUV steigt und steigt. Werden die etwa von grünen Ökobürger*innen gekauft? Ehrlich gesagt wundert mich der Faible von Stadtbürgern für die spritfressenden Riesenautos, die man schlecht parken kann. Als sparsamer Schwabe würde ich einen schlanken Golf I bevorzugen, sofern der alte Motor nicht mit horrenden Steuern bestraft würde (Oldtimer-Bonus?). Bei dem Modell macht auch das Schalten noch Spaß.

Die Automobilindustrie will sich daher nicht auf die Zugkraft der Klimarettermobile verlassen. Gerade D/A/CH-Käufer neigen nach aller Erfahrung zum kalten Rechnen beim Autokauf. Das zeigten die Absatzzahlen des neuen VW Käfers Beetle, der sich in den USA wegen seiner knuffigen Form und seines Hippie-Image bestens verkaufte; im Heimatland jedoch nicht, da die Kosten im Vergleich zu ähnlich leistungsfähigen Autos viel höher waren.

Die Konzernbosse fordern daher Hilfe vom Staat. Der Chef des Autohersteller-Verbandes ACEA, Eric-Mark Huitema, meint:

„Mobilität muß für alle Schichten der Gesellschaft zugänglich sein. Daher fordern wir die Regierungen auf, bessere und nachhaltigere Anreize zu setzen, um die Verkäufe EU-weit zu stimulieren.“

Heißt, Steuergeld ausgeben, damit die steuerzahlenden Bürger die wirtschaftlich wie klimapolitisch sinnlosen Elektro-Trabis kaufen. Nicht, daß das nicht schon geschähe: In Deutschland und Großbritannien erhält der E-Kunde etwa 4000 Euro Bonus, in Frankreich sogar 8000 Euro, und auch in Trumps USA gibt es Steuererleichterungen in Höhe von 7000 Euro.

Durch den großen Druck der Planwirtschaftler in Berlin und Brüssel will Volkswagen bis 2025 weltweit den Anteil seiner E-Motoren auf 25% steigern. Illusorisch; Marktforscher wie IHS Markit sagen nur rund 10% vorher; und bis 2030 nur knapp 15%. Heißt, die Autobauer werden 2021 wahrscheinlich Milliardenrechnungen aus Brüssel erhalten und dann die Preise ordentlich erhöhen müssen.

Schlechte Zeiten für Autokäufer also. Wenn sich Kobold-Baerbock und ihre Träumerpartei durchsetzen, wird es schon in zehn Jahren keine Verbrenner mehr neu zu kaufen geben; und die vorhandenen Diesel-Benzin-Super-Fahrer werden vom Finanzamt gejagt werden. Wobei das noch die günstige Variante des ökosozialistischen Wahnsinns ist. Steigt nämlich der Absatz von E-Autos durch die Erpressung der Brüsseler DDR-Fans, werden sich Schlangen vor den zu wenigen E-Tankstellen bilden. Und die Ingenieure der Netzagentur werden verzweifeln, weil sie nicht wissen, wie sie den massiv erhöhten Strombedarf in der Region mit dem Flatterstrom der Windspargel und Sonnenkollektoren decken sollen. „Jetzt gehen in Europa die Lichter aus“, sagte der britische Außenminister Lord Grey am Beginn des Ersten Weltkrieges, den er selber mit verantwortet hatte. Ähnlich dürfte es den Schlafwandlern in Berlin und Brüssel gehen. Merkel ist Physikern und wurde schon vor fast zehn Jahren auf die Folgen ihrer plötzlichen Energiewende hingewiesen. Sie heißt nicht Baerbock und hat verstanden, was man ihr sagte. Egal, es wird immer mehr von dem gemacht, was jetzt schon Probleme bereitet. Brennt die Hütte, ordentlich Benzin reinschütten. Das scheint das Motto der Politiker und Manager unserer Tage zu sein. Die Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich, wie der weise Mark Twain sagte.




Annalena Baerbock fordert, „Klimaleugner“ aus den Medien zu verbannen

Das Ergebnis ist ein Jahr später deutlich zu erkennen: Zwar ist die BBC noch ein ganzes Stück vom öffentlich-rechtlichen Indoktrinationslevel in Deutschland entfernt, doch schaffen es kritische Stimmen zum Postulat des menschengemachten Klimawandels heute dort nicht mehr ins Programm. In Einspielern und Reportagen wird dafür umso kräftiger für die gängige Theorie getrommelt. Nun ist die radikale Doktrin auch bei uns angekommen: Schon im Mai hatte die Co-Vorsitzende der Grünen, Annalena Baerbock, dazu aufgerufen, dem Vorbild des britischen öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu folgen und „Klimaskeptiker“ aus den Programmen von ARD und ZDF zu verbannen.

Erstaunlicherweise verpuffte ihre Forderung damals, was auch daran gelegen haben mag, dass sie sich mit kuriosen Wortmeldungen immer wieder selbst disqualifiziert. Legendär ist ihre Aussage, man könne Strom im Netz speichern, die eine erschütternde Unkenntnis einfachster physikalischer Grundlagen offenbarte. Und auch im „Sommerinterview“ der ARD machte Baerbock eine eher unglückliche Figur, als sie den Batterierohstoff Kobalt mit „Kobold“ verwechselte.

Nun hat die ehemalige Trampolinturnerin nachgelegt und sprang dabei offenbar noch ein wenig höher als im Mai: Beim Kongress des Verbandes der deutschen Zeitschriftenverleger in Berlin machte sie sich Teilnehmern zufolge dafür stark, dass die Redaktionen „Klimaskeptiker“ konsequent ins Abseits stellen. Wer wissenschaftliche Fakten leugne, solle in den Medien nicht mehr stattfinden dürfen, so ihr Wunsch. Damit überschreitet Baerbock eine weitere Hemmschwelle. Einmal mehr wird deutlich, dass es den Grünen zur Durchsetzung ihrer Ideologie darum geht, den Meinungspluralismus abzuschaffen.

Ein Coup wird zum PR-Desaster

Baerbocks radikale Order stieß nicht nur Christian Schmidt-Hamkens, dem Sprecher des Deutschen Landwirtschaftsverlags, sauer auf. Er stellte öffentlich die Frage, wer dann entscheide, über was Medien überhaupt noch berichten dürften. Natürlich weiß sich die Ober-Grüne mit ihrer Maulkorbforderung auf sicherem Terrain, hat die deutsche Berufspolitik doch längst den gesetzlichen Rahmen für den Kampf gegen Meinungsabweichler geschaffen. Da ist der Weg zu einem „Wahrheitsministerium“ nicht mehr weit, das „ungeeignete“ Wortbeiträge aus dem öffentlichen Diskurs entfernt.

Mit der Wahrheit über das Klima ist das allerdings so eine Sache: Immer und immer wieder wird auf den Stand der Wissenschaft verwiesen, doch es reicht ein Blick auf die Vorhersagen der vergangenen Jahrzehnte, um festzustellen, dass die Trefferquote sogar schlechter ist, als es nach dem Zufallsprinzip zu erwarten wäre. Alle Endzeitprognosen waren falsch, angekündigte „Eiszeiten“ blieben ebenso aus, wie das Versiegen von Ölvorkommen oder der Untergang von Inseln.

Unterdessen haben 11.000 „Wissenschaftler“ in einem dramatischen Appell vor dem „Klimanotstand“ gewarnt. Bei genauem Hinsehen entpuppen sich diese allerdings als eine Ansammlung auch von Vertretern prominenter Umweltverbände und Unterstützern, die ohne Berufsbezeichnung unterschrieben haben oder nicht in der Klimaforschung tätig sind. Neben ein paar Hundert tatsächlichen Wissenschaftlern hat ein Spaßvogel die Katastrophenwarnung gar als „Mickey Mouse“ mitgezeichnet. Der als Coup zur nächsten Weltklimakonferenz geplante Aufruf wurde damit zum PR-Desaster, das die Glaubwürdigkeit der Klimawissenschaft schwer beschädigt hat.

Schlimmer noch ist, dass die in anderen Fällen auf akribische Recherche bestehenden Journalisten auf die Fake News von angeblich 11.000 Wissenschaftlern hereinfielen und diese ungeprüft wiedergaben, von den inhaltlichen Mängeln der unwissenschaftlichen Postille ganz zu schweigen. Denn statt darum, ihre Aussagen mit Fakten zu untermauern, scheint es den Urhebern des Manifests vielmehr darum zu gehen, extreme Forderungen zu erheben. Wer angesichts der Vielzahl von Angriffspunkten behauptet, hier habe eine überwältigend große Wissenschaftlergruppe einen Weckruf verfasst, agiert unseriös und macht sich zum Komplizen radikaler Ideologen.

Doch wen kümmern schon Fakten, wenn ein neues Gesellschaftsmodell etabliert werden soll? Da stören offenbar nicht einmal die eklatanten Wissenslücken der grünen Vorturner, bei denen sich der Eindruck aufdrängt, dass sie gerade von jenen Technologien am wenigsten verstehen, die sie so gerne verbieten wollen. Kritik am „grünen Expertentum“ gilt als Blasphemie und soll also am liebsten aus den Medien verbannt werden. Zu groß scheint die Angst, als Gaukler entlarvt zu werden.

Mit freundlicher Genehmigung des Autors.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Ramin Peymanis Liberale Warte und der Achse des Guten.

Ramin Peymani ist Wirtschaftsiunformatiker und hat für die Citibank, Goldman Sachs und für den Deutschen Fußballbund gearbeitet. Er veröffentlicht Artikel bei der Achse des Guten, TheEuropean, dem Online-Magazin Novo und eigentümlich frei. Ramin Peymani ist FDP-Mitglied. Er hat mehrere Parteifunktionen inne und ist Kreistagsabgeordneter im Main-Taunus-Kreis. Er ist Mitglied der Friedrich August von Hayek-Gesellschaft

Seine Thesen hat der Autor in seinem Buch Chronik des Untergangs- Ist es für uns wirklich erst 5 vor 12? ausführlich dargelegt.




Wunder-Akku für Elektro-Autos: 2.400 Kilometer Reichweite?

Nach unserer Kritik zur Siliziumkarbid-Elektronik diskutierten einige Leser die Aluminium-Luft-Technologie für Batterien. Man sieht, EIKE-Leser sind Bürger am Puls der Zeit. Die Alu-Luft-Batterie des britischen Erfinders Trevor Jackson soll von der Firma Austin Electric in England nun zur Serienreife entwickelt werden. Das – mal wieder – nicht neue Konzept hatte schwerwiegende Kinderkrankheiten, die mittlerweile ausgemerzt seien. Der bislang stark ätzende Elektrolyt, das Medium zwischen Plus- und Minuspol, habe Jackson durch eine milde, angeblich sogar trinkbare Lösung ersetzen können. Kochsalz? Eher nicht. Genaues wird nicht verraten, Geschäftsgeheimnis. Zur Vertrauensbildung beim klimakritischen Bürger trägt das allerdings nicht bei. Dafür wird mit der enormen Speicherleistung der Alu-Luft-Batterien geprotzt, die eine sehr viel höhere Energiedichte im Vergleich zur Lithiumtechnologie habe. Ein Tesla S soll mit einem der neuen Speicher in üblicher Größe satte 2.400 Kilometer fahren können. Die herkömmliche Reichweite beträgt realiter nur einige Hundert Kilometer. Glauben wir daher die Angabe von Jackson? Warum nicht; heutige Mobiltelefone haben mit einer Ladung auch erheblich mehr Strom als die Modelle aus den Neunzigern.

Hinzu kommt, daß die Aluminium-Luft-Batterie einen gewaltigen Nachteil hat: Sie ist kein Akkumulator und muß daher nach den 2.400 Kilometern ausgebaut und rezyklisiert werden. Da die Lithium-Akkus nach früheren Plänen ja auch einmal an speziellen Tankstellen gewechselt werden sollten, um die Ladezeit zu sparen, erscheint die Idee nicht allzu versponnen. Nur: Gibt es in Deutschland heute überhaupt Akku-Wechsel-Stationen in nennenswerter Zahl? In EIKEs Umgebung gibt es nur Stromtankstellen für ein paar einsame Auto-Stromer. Und selbst die E-Scooter-Flotten, die wir heuer in unseren Großstädten, in Berlin sogar beim Reichstag, bewundern dürfen, werden nachts eingesammelt und geladen, statt nur den Akku zu tauschen.

Hinzu kommt das ökologische Problem der Aluluft-Batterie. Wie der geneigte Leser weiß, sind die grünen Weltrettungs-Technologien meist ausgesprochen umweltfeindlich und schädigen Wald, Flora und Fauna erheblich. Das die Aluminiumsalze (?) und anderen Bestandteile des neuen Speicherkonzeptes entsorgt und/oder wiederverwertet werden müssen, ist fraglich, wie viel gefährlicher Müll dabei entsteht, und wie viel Energie dafür benötigt wird. Ich würde wetten, daß die Herstellung einer Alu-Luft-Batterie in benötigter Größe für einen Tesla richtig viel CO2 produziert. Und die einmalige Ladung eines solchen Speichers würde bei der gewaltigen Energiedichte das sowieso schon gebeutelte deutsche Stromnetz weiter gefährden. Und was man auch nicht vergessen darf: Wo kommt das ganze Bauxit, das Alu-Erz, für die neuen Batterien her? Wie wären die Abbaubedingungen in Ländern mit geringen Umwelt-Standards? Wo käme die ganze Energie für die stromfressenden Aluhütten her? Der Erfinder schränkt seine Technologie in weiser Voraussicht denn schon deutlich ein: Er spricht zunächst nur von zu elektrifizierenden Tuk-Tuks, typischen Kleintransportern in Südasien, oder Hybridfahrzeugen in Europa. Auch Elektrofahrräder sollen mit Alu-Luft-Aggregaten verbessert werden.

Fazit: Wahrscheinlich ist die Alu-Luft-Technologie wieder nur eine der üblichen Beruhigungspillen für den Bürger, um die derzeit technisch unmögliche Verkehrs- und Energiewende der grünen Regierung schönzuschreiben. Das Ganze wird Theorie bleiben oder zu einer unpraktikablen Edeltechnik für besserverdienende Teslafahrer umgesetzt werden.

Anodenhalbreaktion: Al + 3OH→ Al(OH)3 + 3e    +2.31 V

Kathodenr. O2 + 2H2O + 4e → 4OH−    +0.40 V

Total: 4Al + 3O2 + 6H2O → 4Al(OH)3      + 2.71 V

 

 




Trockene Sommer als Weltuntergangsszenario – sind sie wirklich etwas Neues?

Im Frühjahr konnte man den Spitzen-Physiker Harald Lesch bei Markus Lanz im ZDF sagen hören, daß der Klimawandel im Sommer ganz schlimm zuschlagen würde – die Trockenheit des „Rekordsommers“ 2019 würde heftige Auswirkungen haben – besonders auf den Heiligen Deutschen Wald („Waldsterben, ick hör dir trapsen…“). Warum hob Klimalesch derart auf die Trockenheit und die Bäume ab? Wahrscheinlich hatte er die (echten) Prognosen zu den Temperaturen des Sommers 2019 abgefragt und ahnte schon, daß die Hitzephase dieses Jahr kurz ausfallen würde. Der Mai war kühl, und die zweite Augusthälfte ließ den Thüringer abends auch schon wieder frösteln. Da musste natürlich ein anderes Katastrophenszenario her, damit der Bürger nicht wie in den 1980ern anfängt, die Weltuntergangs-Predigten des politmedialen Komplexes mit den eigenen Sinnen zu überprüfen. Den Deutschen Wald killende Trockenheit, das zieht natürlich erst einmal. Den Grimmschen Märchenwald bei Frankfurt/M für Windräder abzuholzen, das interessiert Klimalesch & Komplex natürlich nicht.

Die verkappten Sozialisten schwingen ihre Öko-Klimakeulen mit dem üblichen Trick der hochselektiven Präsentation. Man zeigt einen Eisbären (immer denselben) über Jahre einsam auf seiner Eisscholle. Daß die Scholle fünf Meter neben dem Ufer schwimmt, zeigt der geschickt gewählte Ausschnitt nicht. Wenn einen Sommer die Arktis kräftig taut, wird das gerne gezeigt; wenn sie ein, zwei Winter darauf rekordverdächtig zufriert, wird das vertuscht.

Wie steht es mit der Trockenheit im Heiligen Deutschen Wald 2019? Ist sie echt, oder „interpretiert“? Nun, sie ist wohl echt. Aber warum auch nicht? Im Sommer ist es eben auch in der gemäßigten Klimazone Europas einmal heiß und trocken. Klimalesch & Co. zeigen dann eben mal eine Hitzespitze und behaupten, das sei jetzt der menschgemachte Klimawandel. Kommt ein Kältetal, ist das nur Wetter oder auch Beweis für den Klimawandel, die Extreme werden irgendwie mehr, Sie wissen schon. Die häufigen Normal-Wetterlagen dazwischen nimmt man nicht wahr.

Der Biologe Martin Wilmking und sein Team von der Universität Greifswald in Vorpommern weisen nun nach, daß trockene Sommer vor Tausend Jahren in Norddeutschland nicht selten waren, da wir damals, genau wie heute, ein Warmzeit-Optimum hatten. Übrigens ein deutlich wärmeres als heute, und das ganz ohne Wärmekraftmaschinen, Industrie und Kraftverkehr. Prof. Wilmking und seine Biologen haben sogenannte Proxy-Daten ausgewertet, also nachweisbare Auswirkungen des Klimas in der belebten oder unbelebten Natur. Konkret hat sich das Team Jahresringe in lebenden Buchen und Tausend Jahre alten archäologischen Bauhölzern; das lange etablierte Fachgebiet dazu heißt Dendro-Klimatologie (griech. Dendron – der Baum).

Die Autoren weisen zum wiederholten Male nach, daß in der heutigen Zeit unsere Wälder deutlich schneller wachsen als früher, da ihnen die Landwirtschaft (außerdem Verkehr & Industrie) viel fixierten Stickstoff (Ammonium-Salze) liefert. Der leicht erhöhte CO2-Gehalt der heutigen Luft ermöglicht den Bäumen zusätzlich, die Spaltöffnungen der Blätter für kürzere Zeit zu öffnen und so Wasserverluste einzudämmen. Mit anderen Worten: Unsere Industriezivilisation NÜTZT dem Wald erheblich, indem sie ihm Baustoffe und indirekt sogar Wasser liefert. Für eifrige EIKE-Leser ist das nichts Neues, da wir mehr als einmal darauf hinwiesen, daß der Planet in den letzten Jahrzehnten deutlich grüner geworden ist. Ein paar übersäuerte oder verbrannte Wälder ändern daran gar nichts.

Bezieht man das schnellere Wachstum heutiger Bäume ein, kann man im Vergleich mit den Jahresringkurven der historischen Hölzer darauf schließen, daß es im Hochmittelalter sommers häufig trocken war. Nebenbei: Auch der Rhein, der größte Strom Europas, fiel schon auf Höhe Köln damals durchaus einmal trocken. Nichts Neues unter der Sonne. Und trotzdem war das Hoch- und Spätmittelalter keine Phase des Niedergangs wie das Frühmittelalter. Im Gegenteil, in West- und Mitteleuropa blühte die höfische Ritterkultur. Es gibt in Deutschland, der Schweiz, Böhmen und Österreich mehrere Zehntausend Höhenburgen aus Stein – allein im Saaletal rund um EIKES Heimstatt Jena mehrere. Und fahren Sie einmal mit dem Schiff auf dem Rhein oder der Mosel – überall Ruinen von Steinburgen. Die stammen allesamt aus der Zeit nach 1.000 – vorher gab es fast nur Talburgen aus Holz, die längst verwest sind. Die Steinburgen sind Zeugnis einer deutlich gesteigerten wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit Europas, die auf das Wärme-Optimum zurückgeht. Die Blüte dauerte bis ins Spätmittelalter, als es wieder deutlich kälter wurde. Politisch korrekte Theorien gehen davon aus, daß die boomende Wirtschaft die Natur überfordert und sich somit selbst abgeschossen habe. Sicherlich nicht falsch; aber ohne die Kälte hätte sich die Natur vom Raubbau schneller erholen können.

Grabfunde, zum Beispiel aus der Nähe von Berlin, beweisen, daß Brandenburger aus der Renaissance-Zeit deutlich kränker waren als ihre Vorfahren im Hoch- und Spätmittelalter. Heißt, Michael Limburgs Bonmot stimmt: „Kalt ist schlecht, warm ist gut.“