Nein zur Rückkehr zur Normalität! Robert de Niro, Madonna, Juliette Binoche und rund 200 weitere Promis und Wissenschaftler appellieren

Die bekannte Schauspielerin Juliette Binoche (Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins) und der unbekannte Physiker Aurélien Barrau fordern in einem Appell in Le Monde, daß es nach Corona-Sars2 bei der neuen Normalität bleiben müsse. Was soll das heißen? Die neue Normalität ist ja das alte Bekloppt.
Im Text wird das hier gesagt (Übersetzung von mir und Google):

Die „Anpassungen“ reichen nicht mehr aus, das Problem ist systemisch.
Die aktuelle ökologische Katastrophe ist Teil einer „Meta-Krise“: Das massive Aussterben des Lebens auf der Erde ist nicht mehr zweifelhaft und alle Indikatoren deuten auf eine direkte existenzielle Bedrohung hin. Im Gegensatz zu einer Pandemie, so schwerwiegend sie auch sein mag, handelt es sich um einen globalen Zusammenbruch, dessen Folgen unermeßlich sein werden.

Wir fordern daher die Staats- und Regierungschefs und die Bürger feierlich auf, aus der noch unhaltbaren Logik herauszukommen und endlich an einer umfassenden Überarbeitung der Ziele, Werte und Volkswirtschaften zu arbeiten.
Der Konsumismus hat uns dazu gebracht, das Leben an sich zu leugnen: das der Pflanzen, das der Tiere und das einer großen Anzahl von Menschen. Umweltverschmutzung, globale Erwärmung und die Zerstörung natürlicher Räume bringen die Welt an einen Kippunkt.
Aus diesen Gründen, zusammen mit den immer größer werdenden sozialen Ungleichheiten, erscheint es uns undenkbar, „zur Normalität zurückzukehren“.
Die radikale Transformation, die auf allen Ebenen erforderlich ist, erfordert Kühnheit und Mut. Es wird nicht ohne ein massives und entschlossenes Engagement geschehen. Wann wird gehandelt werden? Es ist eine Frage des Überlebens, ebenso wie der Würde und der Beständigkeit.

Versteht der geneigte Leser, was die wollen? Die Unterzeichner selber wohl nicht so genau. Das Geschwurbel liest sich wie ein Erguß von Roger Hallam, dem Gründer von Extinction Rebellion XR, der verschärften Form von Fridays for future. Passend dazu wurde Hallam letztes Jahr nach einer Holocaust-Leugnung intern kaltgestellt.
Offiziell nimmt der Appell Bezug auf die nicht existierende Sars2-Pandemie, will aber in Wirklichkeit irgend etwas zur nicht existierenden Klimakrise aussagen. Das paßt überhaupt nicht zusammen; und so tut es nicht Wunder, daß der aktuelle Appell ein Aufguß einer Aktion von 2018 ist, die einen ähnlichen Text in Le Monde publizierte, die teilweise von denselben Leuten unterzeichnet wurde, von denen 2020 aber einige fehlten (Alain Delon etc).
Man wollte offensichtlich das Medien-Tamtam um Sars2 ausnutzen, um den erkalteten Brei wieder aufzuwärmen. Lesen Sie sich einmal die Unterzeichnerliste durch (Auszug unten). Hätten Sie gedacht, daß unsere geliebten Promis und Stars sich für diese seltsame Aktion hergeben? Daß Prominente, in der Öffentlichkeit gefragt, sich gegen Krieg und Hunger und für Frieden und Naturschutz aussprechen, ist so bekannt wie belanglos. Was sollten sie auch anderes sagen, ohne zu einer fünfminütigen Rede anzusetzen?
Daß der Wahnsinn einer planetaren Volksquarantäne wegen einer Infektionskrankheit, die weniger schlimm als die alljährliche Grippe ist, einschließlich wirtschaftlichen Selbst-Boykotts, nun zur Rettung der Erde vor dem Klimakollaps und anderer ausgedachter ökologischer Katastrophen genutzt werden soll, das kann man nur noch als brutal bezeichnen. Ging es den millionenschweren Promis in ihren Villen nicht schlecht während der Quarantäne? Vermutlich nicht; Superschauspieler wie Robert de N. können sowieso kaum vor die Tür in New York und müssen in Limousinen von Paparazzi unerkannt umhergekarrt werden.
Hollywood-Größen wie de Niro und Javier Bardem sind überdies schon bekannt für ihre grüne Gesinnung (aber nicht für ihr grünes Verhalten). De Niro lästerte 2016 über „Klimakiller“ Donald Trump; und Bardem war Sprecher auf einer Gretademo bei der COP25 in Madrid. Stars haben sich immer schon auf Benefizgalen u.ä. engagiert; aber die heutige penetrante Propaganda für die politischen Ansichten extremer Lobbygruppen ist etwas Neues. Im Englischen spricht man schon von „Virtue signalling“, Tugend-Signalisierung. Oppositionspolitiker wie Petr Bystron (AfD, MdB) drücken es noch etwas deutlicher aus: „Hofnarren des Systems“.
Hier die Namen der Unterzeichner (Auswahl):
Isabelle Adjani, Schauspielerin ;
Pedro Almodovar, Regisseur ;
Javier Bardem, Hollywood ;
Emmanuelle Béart, Schauspielerin ;
Monica Bellucci, Schauspielerin ; Matrix
Juliette Binoche, Schauspielerin
Cate Blanchett, Schauspielerin ;
Marion Cotillard, Schauspielerin ;
Penélope Cruz, Schauspielerin ;
Willem Dafoe, Hollywood ;
Cécile de France, Schauspielerin ;
Robert De Niro, Hollywood ;
Lars Eidinger, Hollywood ;
Olafur Eliasson, Künstler
Marianne Faithfull, Sängerin ;
Abel Ferrara, Regisseur ;
Ralph Fiennes, Hollywood ;
Jane Fonda, Schauspielerin ;
Eva Green, Schauspielerin ;
Jim Jarmusch, Regisseur ;
Naomi Klein, antikapitalistische Globalisierungskritikerin
Mélanie Laurent, Schauspielerin ; Inglorious Basterds
Madonna, Sängerin ;
Rooney Mara, Hollywood ;
Julianne Moore, Schauspielerin ;
Michaël Ondaatje, Der englische Patient
Thomas Ostermeier, Theaterregisseur

Vanessa Paradis, Sängerin, Schauspielerin
Joaquin Phoenix, Hollywood ; Der Joker
Iggy Pop, Sänger
Radu Mihaileanu, Regisseur ; Zug des Lebens
Charlotte Rampling, Schauspielerin ;
Isabella Rossellini, Schauspielerin ;
Sting, Sänger ; Inschallah
Barbra Streisand, Sängerin, Schauspielerin,
Jean-Louis Trintignant Schauspieler

Rufus Wainwright, Sänger ;
Wim Wenders, Regisseur ;
Olivia Wilde, Schauspielerin ;
Muhammad Yunus, Nobelpreis für Mikrokredite an Frauen
Aktualisierung: Ein Leser wies darauf hin, daß der skandalöse Kommentar von Rainald Becker am 6.5. in den Tagesthemen („Es wird keine Normalität mehr geben, Ihr Spinner und Wirrköpfe!“) auf die Aktion der 200 Promis referiert. Interessant: Schon 2016 wurde Becker für seine Hofberichterstattung kritisiert:

„Der ARD-Chefredakteur Rainald Becker bejubelt das Regierungshandeln regelmäßig auf eine Weise, die sogar Regierungssprecher Steffen Seibert peinlich wäre.“

 




Woher kommt der Strom? viel zu viel Strom mittels erneuerbarer Energieträger

Grund: Hier klicken……..
Diese Woche macht Deutschland den besonders billigen Jakob in Sachen Strom.
….

Auch sollte nicht vergessen werden, dass die Stromerzeugung gesamt mittels erneuerbarer Energieträger diese Woche in der Spitze pro Tag (Dienstag) lediglich knapp 80 Prozent des deutschen Gesamtbedarfs ausmachte. Es muss also immer, wie bisher immer seit Beginn der Energiewende, Strom konventionell hinzu erzeugt werden. Selbstverständlich muss auch diese Woche, viel Strom aus erneuerbaren Energieträgern hin oder her, Strom importiert werden.
Ab Donnerstag, als die große Windflaute einsetzt – der Windbuckel Freitag/Samstag ist tatsächlich nur ein Buckel – wird aus Deutschland ein Stromimportland. Mehr dazu in der nächsten Woche. Die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts und der daraus generierte Chart veranschaulichen die 17. Woche noch mal aus einem anderen, dem zahlenmäßigen Blickwinkel. Ebenso wie die Charts mit dem Im- und Export der 17. Woche sowie dem Im- und Export des bisherigen Jahres 2020. Zum Schluss noch der Chart mit dem Verlauf der Stromerzeugung vom 15.3.2020 bis zum Ende der 17. Analysewoche.

Tagesanalysen

Sonntag, 19.4.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 69,75 Prozent, davon Windstrom 36,13 Prozent, Sonnenstrom 20,17 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,45 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.
Heute, am Sonntag um 14:00 Uhr erreicht der mittels erneuerbarer Energieträger gesamt erzeugte Strom 52,555 von 58,766 GW benötigten Stroms. Macht fast 90 Prozent.  Über den Tag gerechnet, sind es knapp 70 Prozent. Sonntags wird wenig Strom benötigt. Also ist viel zu viel Strom im Markt. Wind und Sonne kümmern sich nicht um Angebot und Nachfrage. Also muss der zu viel vorhandene Strom verschenkt werden. Über Mittag zum Teil mit erheblichem Bonus. Zu besagten 14:00 Uhr beträgt dieser 18,50 €/MWh. Macht für 14,18 GW exportiertem Strom 255.240 €. Zusätzlich zum verschenkten Strom. Dafür muss eine alte Frau lange stricken. Oder ist es ein alter weißer Mann? Egal! Es ist richtig teuer für den Stromkunden. Denn er bezahlt wie selbstverständlich den erneuerbar erzeugten Strom über die EEG-Umlage und einiges mehr auch noch. Welche Nachbarn profitieren richtig? Die Schweiz und Frankreich: Es sei ihnen gegönnt.
Montag, 20.4.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 75,86 Prozent, davon Windstrom 44,83 Prozent, Sonnenstrom 19,31 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,72 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.
Heute wird es noch teurer. Heute sind es um 14:00 Uhr erneuerbar erzeugte 67,52 von 71,172 benötigten GW. Macht fast 95 Prozent. Über den ganzen Tag sind es 75,86 Prozent. Der Bonus 14:00 Uhr wird diesmal noch knackiger: 44,25 €/MWh  für 15,326 GW. Das macht lockere 678.176 €. Zusätzlich zum Strom, der nur dem deutschen Stromkunden Geld kostet. Diesmal ist vor allem Frankreich der Hauptgewinner.
Dienstag, 21.4.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 78,43 Prozentdavon Windstrom 49,02 Prozent, Sonnenstrom 18,30 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,11 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.
Noch eine Steigerung gefällig? Heute liegt der Bonus um 14:00 Uhr bei 83,94 €/MWh. Für 12,234 GW. Gesamtbonus: 1.026.922 €. Macht irgendwie richtig Spaß, oder?
Mittwoch, 22.4.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 75,54 Prozent, davon Windstrom 41,72 Prozent, Sonnenstrom 20,86 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,95 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.
Heute werden um 14:00 Uhr „nur“ 424.996 € mitgegeben. Dafür muss zum Abend gleichwohl Strom per Saldo importiert werden. Der Preis pro MWh beträgt um 20:00 Uhr 25,54 €. Klingt günstig. Relativiert sich aber, wenn man bedenkt, dass Frankreich noch um 14:00 Uhr 29,98 €/MWh mitgegeben wurde. Um 20:00 Uhr bekommt Frankreich nun die 25,54 €/MWh für den Strom, den es nach Deutschland exportiert. Ein feines Differenzgeschäft.
Donnerstag, 23.4.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 54.46 Prozent, davon Windstrom 14,29 Prozent, Sonnenstrom 25,00 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 15,18 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.
Heute ist Schluss mit Windstrom. Ab 8:00 Uhr herrscht den ganzen Tag bei schönstem Sonnenschein Flaute. Deshalb wird fast den ganzen Tag per Saldo Strom importiert. Fallen negative Strompreise an? Natürlich nicht. Deutschland zahlt. Vielleicht weniger, als wenn es die eigene konventionelle Stromerzeugung hochfahren würde? Man weiß es nicht. Zum Abend jedenfalls werden um 20:00 Uhr mal lockere 69,68 €/MWh aufgerufen.
Freitag, den 24.4.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 63,25 Prozent, davon Windstrom 28,21 Prozent, Sonnenstrom 20,51 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 14,53 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken. & Samstag, 18.4.2020: Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 62,75 Prozent, davon Windstrom 21,57 ProzentSonnenstrom 23,53 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 17,65 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.
Heute baut sich über Tag ein Windbuckel auf, der in der Nacht zum Samstag wieder abflaut. Die Windstromerzeugung liegt danach tagelang darnieder. Erst ab Mitte der 18. Analysewoche wird sie sich erholen. An der Preisentwicklung dieser beiden Tage kann man sehr schön nachvollziehen, dass Deutschland Strom billig verkauft, exportiert und teuer einkauft, importiert.

Robert Habeck mit einem echten Knaller

Vor kurzem „feierte“ das Erneuerbare Energiegesetz (EEG) (Abbildung, bitte unbedingt anklicken, es öffnen sich alle Abbildungen & Mehr) den 20. Jahrestag seines Bestehens. Da kommen Annalena Baerbock und Robert Habeck mit einem echten Knaller daher:

Berlin – Die Grünen wollen Strom bald deutlich billiger machen, um die Wirtschaft nach der Coronakrise wieder anzukurbeln. „Zur Unterstützung von Selbstständigen, mittelständischen Unternehmen sowie Bürgerinnen und Bürgern sollte die EEG-Umlage um fünf Cent je Kilowattstunde gesenkt werden, also um rund 75 Prozent“, schrieben die Parteichefs Annalena Baerbock und Robert Habeck in einem Beitrag für die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“. Der Strompreis würde dadurch um etwa ein Sechstel sinken. Die beiden Grünen-Vorsitzenden verwiesen darauf, dass dann auch Elektroautos, Wärmepumpen oder Wasserstoff-Anwendungen wirtschaftlicher würden. Das bringe auch einen „Innovationsschub“ […]. (Abbildung 1)

Da haben sich die beiden Obergrünen wohl mal was gedacht. Etwas ganz Sinnvolles. Denn mit der EEG-Umlage wird ja vor allem der mittels erneuerbarer Energieträger hergestellte Strom bezahlt, der hochsubventioniert oft billig verkauft, verschenkt oder gar mit Bonus abgegeben werden muss. Wie oben wieder mal sehr eindrucksvoll gezeigt wurde. Weshalb aber wird der Vorschlag nicht breit diskutiert? Weil die Grünen damit indirekt zugeben würden, dass das EEG wenig sinnvoll war/ist.
Zumindest nicht für den Stromkunden. Der merkt, daß er jahrelang verschaukelt wurde, wenn das nun so einfach geht mit dem Senken des Strompreises. Für Investoren allerdings, die ohne Risiko drei bis fünf Prozent Rendite einfahren, ist die Umlage sehr sinnvoll. So wie die DDR sinnvoll für Honecker & Konsorten war. Aber für die Partei Bündnis90/Die Grünen wenig sinnvoll. Ein weiterer Absturz in den Umfragen wäre wahrscheinlich vorprogrammiert. Dann wäre man bald wieder da, wo man mit der Bundestagswahl 2017 angefangen hat: Unter zehn Prozent (Abbildung 2). Da legt man doch besser den Mantel des Schweigens über den Vorschlag, kommuniziert dies den grün-freundlichen Medien und gut isses. Das Schlimmste wurde so verhindert. Eine für die Grünen höchst schädliche Debatte zu Strompreisen in Deutschland und deren Zustandekommen.
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Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr. Die bisherigen Artikel der Kolumne Woher kommt der Strom? mit jeweils einer kurzen Inhaltserläuterung finden Sie hier.
Zuerst erschienen bei der Achse des Guten; mit freundlicher Genehmigung.
Rüdiger Stobbe betreibt seit vier Jahren den Politikblog  www.mediagnose.de

 
 
 




Windkraft-Versorgungsschiff rammt Windkraftanlage vor Borkum

Chris Frey hatte es vorausgesehen: Die Windräder in der Nordsee (Offshore-Windparks) stellen für die Schiffahrt ein Hindernis dar. Nun knallte ausgerechnet ein Windpark-Versorgungsschiff, sogar beim Anlegen, auf eine Anlage namens Borkum Riffgrund 1.  Die Njord Forseti ist ein erst 2016 gebauter kleiner Tender und brachte Technikpersonal und Material zu den Windrädern. Drei Leute wurden verletzt; ein Mann schwer. Grund für die Karambolage war vermutlich der Wellengang oder ein Defekt.
In der Deutschen Bucht gibt es über 400 Offshore-WKA. Was, wenn ein Großschiff wie ein Öltanker ein Windrad rammen würde? Eine Ölpest, verursacht durch eine „umweltfreundliche“ WKA wäre nicht im Sinne des politischen Entscheiders. Man könnte denken, die Frachter halten doch Abstand zu den möglichen Hindernissen. Das stimmt schon, gilt aber nur im Falle der einwandfreien Manöverierbarkeit. Ein im Sturm am Ruder beschädigtes schweres Frachtschiff wäre aber eine schwer beherrschbare Gefahr.
Breit berichtet wird das Ereignis nicht. Die Achse ist der wichtigste Verteiler; und natürlich einige örtliche Blätter.




Woher kommt der Strom? Schönes Frühlingswetter, zuviel Saft im Netz.

16. Woche
Exportkosten
Frankreich, Dänemark, die Schweiz sowie die Niederlande machten gute Geschäft. Nur der deutsche Stromkunde nicht. Der zahlt den höchsten Strompreis Europas. Die konventionellen Stromerzeuger ließen praktisch die letzten 5 Tage der 16. Woche die Stromunterdeckung bestehen, die sich durch schwache Windstromerzeugung ergab. Es wurde darauf spekuliert, dass der Strom günstiger eingekauft werden kann, als wenn man ihn selbst herstellt. Die Importpreise schwankten zwischen etwa 20 Euro und knapp 50 Euro/MWh. Die Exportpreise zwischen etwa 8 und -78 Euro/MWh.
Die Tabelle mit den aus den Energy-Charts entnommen Werten sowie der daraus generierte Chart zeigen die physikalischen Stromflüsse nach. Agora weist die kommerziellen Handelsflüsse auf. Daher kommt es zu den unterschiedlichen Werten bei den Import-/Exportzahlen.
Die Corona-Krise ließ den Strombedarf auch in der Woche nach Ostern sinken. Allerdings nicht in dem Ausmaß, wie man vermuten könnte. Der Strombedarf verlagert sich offensichtlich in die Haushalte.

Tagesanalysen

Sonntag, 12.4.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 61,70%, davon Windstrom 19,15%, Sonnenstrom 24,47%, Strom Biomasse/Wasserkraft 18,09%. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.
Der Ostersonntag ist bedarfsarm. Die konventionelle Stromerzeugung wurde stark heruntergefahren. Zum Ende des Tages reicht auch eine verstärkte Pumpspeicherstromerzeugung nicht, um den Bedarf zu decken. Stromimporte werden nötig. Vor allem Frankreich profitiert.
Montag, 13.4.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 76,27%, davon Windstrom 46,61%, Sonnenstrom 15,25%, Strom Biomasse/Wasserkraft 14,41%. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.
Der immer wieder rekordverdächtige Ostermontag: Tatsächlich spielen Sonne und Wind mit. Die mittels erneuerbarer Energieträger erzeugte Strommenge erreicht fast 77%. Nicht ganz der Rekord (78,88). Aber immerhin. Der Wermutstropfen. Zum großen Teil (7:00 bis 19:00 Uhr) muss der Strom verschenkt werden. Zum größten Teil sogar mit Bonus (10:00 bis 18:00 Uhr).
Dienstag, 14.4.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 64,04%, davon Windstrom 31,58%, Sonnenstrom 18,42%, Strom Biomasse/Wasserkraft 14,04%. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.
Ich weiß nicht, ob auch das ein Rekord ist. Aber heute ab 12:00 Uhr beginnt eine sehr lange Stromunterdeckungsphase. Europa, übernehmen Sie. Decken Sie die Versorgungslücken des größten Industrielandes des Kontinents. Hört sich gut an, stimmt aber nicht ganz. Morgen, am 15.4.2020 gibt es einen Unterbruch von 10:00 bis 15:00 Uhr. Aber dann …
Mittwoch, 15.4.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 64,41%, davon Windstrom 27,97%, Sonnenstrom 22,03%, Strom Biomasse/Wasserkraft 14,41%. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.
Heute Mittag – die Sonne scheint kräftig – wird tatsächlich noch mal etwas Strom exportiert, zum Teil praktisch verschenkt. Ansonsten wird Strom importiert. Heute ist auch Österreich dabei.
Donnerstag, 16.4.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 54,63%, davon Windstrom 15,74%, Sonnenstrom 24,07%, Strom Biomasse/Wasserkraft 14,81%. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.
Wenig Wind, viel Sonne, den ganzen Tag belässt es die deutsche Stromversorgungsindustrie bei einer kompletten Stromunterdeckung. Man will offensichtlich nicht. Zwar wird Pumpspeicherstrom erzeugt. Doch der langt bei weitem nicht aus. Der Im-/Exportchart zeigt,  dass heute mal Tschechien ein gutes Geschäft mit den Preisdifferenzen macht. Aber auch Österreich.
Freitag, den 17.4.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 54,96%, davon Windstrom 9,62%, Sonnenstrom 25,00%, Strom Biomasse/Wasserkraft 16,35%. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.
War die Windstromerzeugung bereits gestern sehr schwach, so liegt sie heute nahezu komplett darnieder. Über den Tag: Still ruht die See. Tschechien und Österreich sind auf den Geschmack gekommen. Preisdifferenzen werden genutzt. Gewinn eingefahren. Die Niederlande und Dänemark liefern viel Strom. Selbstverständlich ist das alles geplant von der deutschen Stromwirtschaft. Vielleicht profitiert sie sogar das ein oder andere Mal mit den Spekulationen. Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass der deutsche Stromkunde …
Samstag, 18.4.2020: Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 60,78%, davon Windstrom 22,55% Sonnenstrom 21,57%, Strom Biomasse/Wasserkraft 16,67%. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.
Die lange Phase der Stromunterdeckung endet am Mittag. Es droht gleichwohl Ungemach. Denn, statt dass die Windstromerzeugung relativ gemächlich zulegt, macht sie praktisch jeden Tag der nächsten Woche einen Sprung nach oben. Heute aber ist alles im relativ grünen Bereich. Deutschland importiert – bis auf die Mittagsspitze – Strom zu moderaten Preisen. Die konventionellen Stromerzeuger bewegten sich die gesamte Woche in einem relativ engen Fenster. Wenn man von der regelmäßigen Erzeugung von Pumpspeicherstrom absieht.

Aktuelles Lebensumfeld nicht weiter verschandeln lassen

Frau Hermine Mut fragte im Kommentarbereich des Artikels 14. Woche: Jeden Dienstag lesen wir aufs Neue, dass Strom von Frankreich, der Schweiz und Österreich nach Deutschland importiert werden musste – Pumpspeicherkraftwerke machen es möglich.  Frage hier: wäre es nicht möglich, auch in D eine größere Anzahl/Kapazität an diesen Pumpspeicherkraftwerken zu bauen – Gebirge vom Harz bis zum großen Arber und Berchtesgaden sind doch vorhanden?? Was steht dem entgegen? 
Die Pläne  von Trianel (Abbildung, bitte unbedingt anklicken. Es öffnen sich alle Abbildungen). Jeweils ein Pumpspeicherkraftwerk in Nethe (NRW) und Schmalwasser (Thüringen) (Abbildung 1) und zuvor in der Eifel (Abbildung 2) wurden aufgegeben. Nicht zuletzt der Widerstand betroffener Bürger trug zu diesem Ergebnis bei. Die Menschen wollen nicht ob einer sehr ungewissen Klimazukunft in 30 bis 80 Jahren ihr aktuelles Lebensumfeld noch weiter verschandeln lassen (Abbildung 3). Allein die Windkraftanlagen in der Eifel lassen von der ursprünglich-natürlichen Landschaft kaum noch etwas übrig. Aber auch ein Pumpspeicherkraftwerk allein hat schon gigantische Ausmaße. Bilder des größten Pumpspeicherkraftwerks Goldisthal (Thüringen) in Deutschland belegen dies (Abbildung 4).
Deutschland importiert in der Tat aus Frankreich und der Schweiz Strom, wenn dieser benötigt wird. Doch nur ganz selten Strom aus Österreich. Dieses Land ist regelmäßig auf Strom aus Deutschland angewiesen. Es deckt damit vor allem den eigenen Bedarf. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass Deutschland auch Strom aus Dänemark, den Niederlanden und Schweden importiert. Länder nördlich/westlich von Norddeutschland gelegen. Ein Beleg, dass auch -zigtausende installierte Windräder in Norddeutschland kaum Windstrom erzeugen, wenn kaum Wind weht. Und deshalb Strom aus Nordländern importiert werden muss. (Abbildung 5).
Ordnen Sie Deutschlands CO2-Ausstoß in den Weltmaßstab ein. Zum interaktiven CO2-Rechner: Hier klicken. Noch Fragen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr. Die bisherigen Artikel der Kolumne Woher kommt der Strom? mit jeweils einer kurzen Inhaltserläuterung finden Sie hier.
Zuerst erschienen bei der Achse des Guten; mit freundlicher Genehmigung.
Rüdiger Stobbe betreibt seit vier Jahren den Politikblog  www.mediagnose.de
 




Endlich: Merkel fängt wieder mit dem Klima an

Exkurs: Reproduktionszahl R – Wie wird sie berechnet? Anders als die meisten denken! von Michael Klein, Sciencefiles.

Sie begrüße Vorschläge der EU-Kommission, eine Treibhausgasminderung von 50 bis 55 Prozent anzustreben im Vergleich zu 1990„.

Aktuell liegt die Forderung bei „nur“ 40 % – was schon nicht zu schaffen ist.

„Europa müsse bis 2050 der erste klimaneutrale Kontinent werden“,

zitiert die Welt die Kanzlerin. Und noch einer:

„Bis 2030 soll der Anteil erneuerbarer Energien 65 Prozent betragen. Wir müssen weg von fossilen Brennstoffen.“ (…)
„Wir stellen in diesem Jahr vier Milliarden Euro für die internationale Klimafinanzierung bereit“

Es stellt sich für den kühlen Rechner aber die Frage, wie Merkel die Dekarbonisierung EU-ropas bezahlen will (die anderen werden es bestimmt nicht tun), nachdem sie mit ihrem Starrsinn (Zitat Julian Reichelt, Bild) unserer Wirtschaft heftigen Schaden zugefügt hat, den sie jetzt schon mit umverteilten Steuermilliarden mindern muß.
Noch ein Exkurs: Obwohl die „Coronaseuche“ und die resultierende Volksquarantäne von lechts und rinks nicht eindeutig konträr beurteilt werden, fehlt im Wikipedia-Artikel zu Christian Maria Drosten jegliche Kritik, die in Personenartikeln z.B. von EIKE-Würdenträgern den Hauptteil ausmacht. Im Gegenteil, man liest Jubelarien der Regierungspostille Stern:

„Das Coronavirus hat den Virologen Christian Drosten zum gefragtesten Mann der Republik gemacht. Und zum Star“, und „[…] seit Corona grassiert, ist Drosten der Mann, der die Krise steuert, der uns durch die Krise navigiert. Der nichts beschönigt und nichts dramatisiert. Der abwägt und korrigiert, der sagt, wenn er etwas nicht weiß oder am Vortag zu kurz gedacht hat.“

Wie ist das zu erklären? Es scheint, als wenn sich unsere politisches Kultur mitsamt Journalismus weg von einer eindeutig politischen Ausrichtung zu einer allgemein konformistischen und regierungstreuen Form entwickelt; unabhängig vom Inhalt, der in Zeiten von Merkel und Drosten ja täglich wechseln kann. Dazu sei der Hörblog In dubio mit dem Finanzwissenschaftler Stefan Homburg auf der Achse des Guten empfohlen, der beschreibt, wie er, trotz seiner politisch neutralen Wortmeldungen, von den Internetzgiganten geblockt wurde.