Klima-Gaga: Neues Molekül für die Klimakühlung entdeckt?

Das Wundermolekül heißt Pyridin-Ion (oder auch Pyridinium) und ist dem Biowissenschaftler in ähnlicher Form als Bestandteil des Erbgutmaterials, DNS, bekannt. Bei der Verbrennung organischen Materials wird es in die Luft abgegeben und wirkt mit seiner positiven Ladung als Kondensationskeim für Wassertröpfchen und somit als Starter für Wolkenbildung. Die Ionen können wahrscheinlich den gebildeten Tropfen verlassen und einen neuen kondensieren, wie ein Katalysator, der in einer Reaktion selbst nicht verbraucht oder verändert wird. Wissenschaftlich ist das durchaus interessant, auch technologisch, weil man damit zum Beispiel in trockenen Gegenden Luftfeuchtigkeit „einfangen“ könnte. Aber in Zeiten des Klimawahns verkaufen die Wissenschaftler ihr Ergebnis natürlich als Mittel gegen die „Selbstverbrennung“; schon, um besser an Folgeförderung heranzukommen.

Wem die Strategie bekannt vorkommt: Richtig, der Doktor Strangelove (Dr. Seltsam) von der Harvard-Universität verfolgt das Ziel, die verbrennende Erde mit Schwefelverbindungen zu kühlen. Die Pointe: In den 70ern wurde gerade wegen anthropogener Moleküle wie SO2 die Eiszeitkatastrophe vorhergesagt. Weiß jemand, ob ein Dr. Seltsam in den 70ern mal die Idee publizierte, die nahende Eiszeit mit CO2 abzuwenden? Bei dem Unfug, den man sich als Klimajournalist so durchlesen muß, würde mich das auch nicht mehr überraschen.

Wenn unsere tapferen Pyridin-Forscher es schaffen sollten, ihr Produkt an den Mann zu bringen, stellte sich die Frage, wer die Megatonnen (?) Material in die Atmosphäre bringt. Und wer sie produziert. Nun gut, das Ion befindet sich durch Verkehr und Industrie sowieso in der Luft und bremst laut „Klimaforschung“ mit anderen Stoffen wie SO2 via Wolkenbildung die tödliche Aufheizung der Erde. Interessanter Aspekt, nebenbei bemerkt: Die heutigen Klimaschwindler beziehen die Spinnereien ihrer Kollegen aus den 70ern mit ein. Doppeldenk nannte das George Orwell, und erklärt, daß eine Interessengruppe damit nach Belieben alles mögliche und gleichzeitig dessen Gegenteil behaupten kann; wie es gerade passt. Mit diesem Trick wäre es denkbar, daß Schellnhubers Selbstverbrennung bald langsam ausgeschlichen, und dann die olle Kamelle Eiszeit wieder eingeschlichen wird.




Extinction Rebellion kostet London Millionen

Die grünen Oberschichtkinder Europas protestieren gerne zur Rettung der Welt, der Natur usw. und so fort. Bei den Blockaden deutscher KKW-Müll-Transporte wurde gezielt mit dem Argument immer höherer Kosten für die Sicherheitskräfte gearbeitet, um die Transporte beziehungsweise die Kernkraft untragbar teuer zu machen. Arbeitet Extinction Rebellion XR nun mit derselben Strategie? Das wäre nicht zu empfehlen, da, wie wir kürzlich berichteten, XR-Leute beim Blockieren einer Ubahn von wütenden Pendlern verdroschen wurden.

Die Blockaden der angeblichen Klimaretter im April mit über Tausend Verhaftungen verursachten der Londoner Polizei Zusatzkosten in Höhe von rund 18 Millionen Euro, und das in wenigen Tagen! Am 7.Oktober legten die Bürgerkinder nach und störten den Verkehr am Flughafen, am Fischmarkt, am Fleischmarkt und an diversen Straßen und Brücken. Wo haben die ihr Personal her? Aus Deutschland? Wundern würde es nicht. Die Polizei verhaftete 1.800 Personen und beschlagnahmte 80 Tonnen (!) Ausrüstung. Kosten diesmal: Über 24 Millionen Euro, davon sechs für Zuziehung auswärtiger Kräfte und dreieinhalb Millionen für Überstunden. Die Demonstranten wurden von ihrer Führung angewiesen, sich unkooperativ zu verhalten, was die Polizei dazu zwang, bis zu acht Beamte pro Demonstrant einzusetzen.

Ist die Polizei der Terror- und Kriminalitäts-geplagten Weltstadt solches Theater nicht gewöhnt und steckt solchen Zusatzstreß locker weg? Mitnichten – laut Daily Mail sind allein die horrenden Kosten des XR-Terrors eine spezielle Belastung. Das SEK „Gewaltverbrechen“ habe zum Beispiel nur einen Jahresetat von etwa 17 Millionen Euro. Die Betreuung der abenteuerlustigen Klimakinder ziehe daher Ressourcen aus anderen Täötigkeitsbereichen ab.

Was tun? sprach Zeus. Im Prinzip wäre es einfach: Blockaden sollten in Zukunft nicht mehr als Bagatelldelikt behandelt werden. Wer Millionen Kosten verursacht und das Wirtschaftsleben der Bürger unterbindet, ist schlimmer als ein Post- oder Bankräuber, der nur einem einzigen Marktteilnehmer viel geringere Verluste beschert. Der Räuber aber geht lange in Haft, wenn er vor Gericht landet, was den diversen Öko- und Klimademonstranten höherer Herkunft in der Regel nicht passiert. Blockierer sollten daher im Sinne des Rechtsstaates, der für alle Menschen eines Landes gilt, entsprechend zur Kasse gebeten oder in Haft genommen werden.  Da es viele treffen würde, wären Solidaritäts-Aktionen des unterstützenden radikalen Milieus kaum mehr möglich. Außerdem würden sich die empfindsamen Bürgerkinderdemonstranten dann sehr genau überlegen, was sie tun. Monatelange Haft oder Tausende von Euros für jede Abenteuerdemo, die die Eltern bezahlen müßten, sind inakzeptable Kosten für die „Weltrettung“.

 




Merkel in Indien: Eine Milliarde Euro für klimaneutrale Haltestellen?

Deutschland ist wirtschaftlich im Abschwung befindlich, was nicht zuletzt auf Merkels katastrophale Klima- und Energiepolitik zurückzuführen ist. Trotzdem verschenkt sie deutsche Steuermilliarden an die härtesten Konkurrenten der deutschen mittelständischen Industrie, unter anderem Indien und sogar China.

Charles Krüger analysiert.


 




Kann die Kernfusion das Klima retten?

Als „Klimaleugner“ staunt man, wie viele Artikel die Qualitätspresse in letzter Zeit zum Thema alternative Energien heraushaut. Wenn unsere verwirrten Eliten gleichzeitig Kernkraft- und Kohlekraftwerke dichtmachen und Wärmekraftmaschinen in Autos verbieten wollen, fragt sich mittlerweile wohl selbst der linke Klimajournalist in der Metropole, woher in Zukunft dann diese Elektronen-Dinger in der Steckdose kommen sollen und mit welchem Auto man zum Flughafen fahren kann (die Berliner Öffis meidet die Elite aus tabuisierten Gründen bekanntlich eher).

Zumindest fragen sich die Hauptschriftleiter der großen Zeitungen (und TV-Sender) wohl, was sich auch Otto Normalverbraucher fragen könnte. Da der Windradbau von Bürgern zunehmend via Klage blockiert wird und der Lithium-Akkumulator selbst vom Klima-Lesch verdammt wird, müssen unbedingt neue Visionen her, um Hoffnung zu stiften, denn die Hoffnung stirbt zuletzt. Da die Grünen und ihre Hofmedien in den 1980ern den Kernspaltungsreaktor trotz neuer Konzepte pauschal mit dem Etikett „Weltuntergangsmaschine“ versehen haben, muß nun die Kernfusion verstärkt promoviert werden, wenn auch nur medial. Die Fusion hat im grünen Lager erstaunlicherweise kaum Feinde, warum auch immer. Am technischen Verständnis kann es nicht liegen; eine hüpfende FFF-Demonstrantin, die den Begriff „Massendefekt“ erklären kann, ist kaum vorstellbar. Heise.de behauptet nun, daß „just zu dieser Zeit“, also in unserer Gretchen-Ära, bedeutende Fortschritte im Bereich der Fusionsforschung gemacht wurden. Diese vermögen angeblich, „den Traum, unbegrenzte saubere und sichere Energie aus der thermonuklearen Fusion von Atomkernen“ einzulösen.

Jede Technologie hat allerdings immer Nachteile. Wie soll die angeblich bald zur Verfügung stehende Fusionierung funktionieren? Grundsätzlich werden schwere Wasserstoff-Atome (Deuterium) mit überschweren Wasserstoff-Atomen (Tritium) gewaltsam miteinander verschmolzen. Dabei entsteht gigantisch viel Energie, die man gerne nutzen würde. Die Sache geht aber leider nur bei Drücken um 200 Millionen bar und etwa 15 Millionen Grad Celsius (hier) und (hier). Fertig gebracht hat man das bereits in sehr unschöner Form als „Wasserstoffbombe“, bei welcher die hier als etwas euphorisch bezeichneten „warmen, druckhaltigen“ Bedingungen von einer „Atombombe“ erzeugt werden, um welche das eigentliche Fusionsmaterial als Lithiumdeuterid-Hülle angebracht ist.

Diese unschöne Nutzung der Kernfusion friedlich zu zähmen bemüht sich seit vielen Jahrzehnten die Fusionsforschung. Glücklicherweise sind Grüne bekanntlich naturwissenschaftlich nicht gut gebildet (um den Ausdruck „total bekloppt“ zu vermeiden), sonst wäre ihre Begeisterung für die Kernfusion nämlich schnell dahin. Der überschwere Wasserstoff (Tritium) ist nämlich ein höchst gefährlicher radioaktiver Strahler. Seine Halbwertszeit beträgt so um die zwölf Jahre, und er ist deswegen gefährlich, weil die Körperchemie nicht zwischen normalem Wasserstoff-Atom ohne Neutron und einem überschweren mit zwei Neutronen (Tritium) unterscheiden kann. Verzeihung, liebe Grüne, das ist für Euch zu schwer, daher speziell für Annalena Baerbock: Wenn Tritium in größeren Mengen geschluckt oder eingeatmet wird, sollte man sein Testament besser schon mal gemacht haben. Tritium ist weit gefährlicher als das dank Annalena entdeckte, neue Element Kobold.

Die Kernfusion wird seit Jahrzehnten mit Milliardenaufwand öffentlich beforscht; zentrale Probleme konnten aber bislang nicht gelöst werden. Einem, nämlich der Erfüllung des Lawson-Kriteriums ist man schon sehr nahe gekommen. Wesentlich ferkeliger sind aber die folgenden Probleme:

– die bei der Fusion entstehenden Strahlungs- und Teilchenprodukte zerstören ihrerseits wieder das Fusionsplasma, das man mühsam in entsprechenden Anordnungen erzeugen muss.

– sie zerstören auch die Wände des Reaktors.

– und wie holt man die für Dampfturbinen brauchbare Wärme aus dem Fusionsreaktor heraus, ohne dabei den sensiblen Fusionsprozess zu zerstören? Es weiß bis heute niemand.

Diese geringfügigen Probleme haben dazu geführt, dass seit Beginn der Fusionsforschung vor vielen Jahrzehnten immer von einem Zeitraum von 50 Jahren die Rede ist, ab dem der Durchbruch erzielt sein wird. Dieser Zeitraum hat sich bis heute nie geändert – vermutlich wird er es auch nicht bis zum St.-Nimmerleinstag. Denn selbst dann, wenn alles technisch gelöst sein sollte, steht es in den Sternen, ob der Kostenaufwand solch einer Maschine mit den vergleichsweise simplen Spalt-Kernreaktoren der Generation IV mithalten kann. Immerhin laufen diese Dinger schon, als russische BN-Typen. Deutschland hat es dagegen vergeigt und vergurkt, bei den Generation IV – Brütern vorne mitzumachen. Den Generation IV-Reaktor in Kalkar hat die Politik punktgenau dicht gemacht, als er alle Genehmigungsverfahren absolviert hatte. „Wir schaffen das“, ans Ende der technologischen Wertschöpfungskette dieser Welt zu rutschen, auf dem besten Wege dahin sind wir bereits, oder nicht, liebe Grüne?

Laut Heise.de wollen nun neben den staatlichen Projekten wie ITER private Firmen kleinere, billigere Reaktoren entwickeln und dafür unterschiedlichste Ideen umsetzen. Besonders aussichtsreich seien Konzepte mit mittleren Dichten des Plasmas (Zahl der Ionen pro Volumeneinheit) und mittleren Einschlußzeiten (Zeit der Zusammenführung der Ionen durch das Magnetfeld). Die privaten Firmen seien durch den Druck der Geldgeber besser in der Lage, schnell funktionierende Parameter-Kombinationen zu finden.

Der geneigte Leser, der an dieser Stelle konkretere Informationen vermißt, denkt richtig. Im Heise-Artikel wird keine Firma genannt, kein neues Konzept genauer vorgestellt. Der Text ist ein im schlechten Sinne typisch journalistisches Erzeugnis; also eines, das ohne Grund eine Technologie bejubelt, und das auch noch im Sinne einer frei erfundenen Ideologie der Church of Global Warming. Pikant in dem Zusammenhang ist, daß der Heise-Autor typisch kapitalistisch handelnde Firmen als kompetenteste Akteure darstellt. Angesichts der um sich greifenden Antifa-isierung von Fridays for future einschließlich deutlich geäußertem Antikapitalismus fragt man sich, was die Klimaretter eigentlich wollen, außer unserem Besten natürlich, unserem Geld.

In den nächsten Jahrzehnten aber sind Kohle und Öl noch ausreichend vorhanden und billig genug. Ergänzend dazu könnte zur Bereitstellung elektrischer Energie die Kernspaltung wieder eingeführt oder weitergeführt werden, sofern nicht im Bund und den Ländern überall klimasozialistische Parteien unterschiedlicher Färbung von schwarz-weißblau bis grün an der Macht sind, die von ihren Ablaßhändlern in Redaktionen und Schulen propagandistisch unterstützt werden.

Mal sehen, welche Wunderwaffe gegen den Klimawandel die Ablaßhändler von Heise und den anderen Organen als nächstes bejubelt wird. Als V4 sozusagen, damit haben wir ja Erfahrung (wenn auch nichts daraus gelernt). Mit der Fusion wird das sicher die nächsten 50 Jahre nichts, zumindest nicht am Markt. Die Zappelstrom-Windräder werden in den kommenden Monaten und Jahren immer mehr Stromausfälle verursachen, so daß auch Stadtbewohner die Propeller-Monster immer mehr hassen werden. Welche klimafreundliche Energietechnologie wird als nächstes als DIE Lösung angepriesen werden? Wetten werden angenommen!




Trotz Netz-Chaos laufend Rekordmeldungen – die Erneuerbaren-Gaukelei

Doch je mehr Strom mittels Wind- und Sonnenkraft erzeugt werden wird, desto kritischer wird es werden mit der Versorgungssicherheit. Denn die von mir so genannte Netzausregelungsreserve, die nicht nur aus der im Vorfeld kalkulierten und eingekauften Regelenergie besteht, sondern auch aus Kohlekraftwerken, die dann, wenn erneuerbar erzeugter Strom wegbricht, aus einem Bereitschaftsmodus Strom erzeugen, der, wenn er für die Versorgung  Deutschlands benötigt wird, in das Netz eingespeist, oder – bei Nichtbedarf in Deutschland – ins benachbarte Ausland verkauft wird. Dahinter verbirgt sich auch ein spekulatives Moment. Wichtig: Das Kraftwerks- und Netzmanagement ist insgesamt ein höchst komplex-komplizierter Vorgang, der hier von mir nur ansatzweise und vor allem in seinen Auswirkungen abgehandelt werden kann.

Jetzt, zum Herbst, zum Winter, ist der tägliche Strombedarf hoch. Es kommt immer wieder – Paradebeispiel 42. Woche – zu erheblichen Einbrüchen der Wind- und Sonnenstromerzeugung. Nun müssen die auf „Reserve“ laufenden thermischen Kraftwerke einspringen. Manchmal reicht aber auch das nicht aus. Dann wird Strom aus dem benachbarten Ausland importiert. Bei entsprechenden Kosten. Wie wir unten sehen werden. Am 14., 15. und 17. Oktober 2019.

Die Detailzahlen der 42. Woche in der Tabelle und der daraus generierte Chart. Wie immer mit den Werten des Fraunhofer ISE.

Die Tagesanalysen

Sonntag, 13.10.2019: Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 59,68 Prozent

Der heutige Sonntag ist von einer durchgängig mehr als ausreichenden Stromübererzeugung gekennzeichnet. Mit der Folge, dass der Export-Strompreis bis auf zwei Ausnahmen (00:00 und 18:00 Uhr) die 30.000 Euro Marke pro GWh nicht erreichte. Weil nach Sonnenuntergang die über Tag angestiegene Windstromerzeugung die untergehende Sonne strommäßig ausgeglichen hat, fiel der Preis ab 19:00 Uhr noch mal stark. Um 23:00 Uhr wurden – wie bereits um 14:00 Uhr – lediglich unter 5.000 Euro pro GWh erzielt.

Montag, 14.10.2019: Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 43,71 Prozent

Zum Sonnenaufgang hin nahm die Windstromerzeugung stark ab. Es entstand von 6:00 bis 9:00 Uhr eine Versorgungslücke – Regelenergie hin, (auch spekulative) Kraftwerksreserve her – die durch Importstrom, vor allem aus Dänemark, aus Frankreich und der Schweiz, geschlossen werden musste. Die Länder lassen sich das gut bezahlen.

Dienstag, 15.10.2019: Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 34,93 Prozent

Zum Glück zog die Windstromerzeugung ab 18:00 Uhr wieder an. Sonst wäre es in der Nacht zum Mittwoch recht eng geworden. So tat sich nur zwischen 16:00 und 21:30 Uhr eine recht ordentliche Versorgungslücke auf. Etwa 20 GWh fehlender Strom musste zugekauft werden. Preis: Bis zu 67.000 € pro GWh um 19:00 Uhr für 4,569 GWh.

Mittwoch, 16.10.2019: Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 44,16 Prozent

Der „ruhigste“ Tag der Woche.  Es gibt sogar Zeiträume, in denen Strom zu auskömmlichen Preisen exportiert werden kann.

Donnerstag, 17.10.2019: Anteil Erneuerbare an Gesamtstromerzeugung 38,82 Prozent

Nach Sonnenuntergang tut sich eine Lücke bei der Bedarfsdeckung auf. Die Schweiz hilft aus. Sie verkauft Deutschland einen Teil der Strommenge zu Preisen von weit über 50.000 €, welchen sie genau diesem Deutschland in den Stunden zuvor um einiges günstiger abgenommen hat. So, wie die Schweiz es auch wieder ab 21:00 Uhr tut.

Freitag, 18.10.2019: Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 50,32 Prozent

Im Verlauf des Freitags – ab 8:00 Uhr – zieht die Windstromerzeugung an. Die Sonne scheint ziemlich schwach. Überschüssiger Strom muss dennoch zu recht günstigen Preisen abgegeben werden.

Samstag, 19.10.2019: Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 50,74 Prozent

Wochenende. Das bedeutet verhältnismäßig wenig Strombedarf in Deutschland. Nur am Sonntag ist er noch geringer. Im Herbst, im Winter aber immer über 1 TWh pro Tag. Auch am Wochenende. Die in Deutschland erzeugte Strommenge ist mehr als ausreichend. Es wird durchgängig Strom exportiert. Sogar an der kritischen Schnittstelle 17:00 Uhr. Etwas später, um 19:00 Uhr, werden sogar 47.900 Euro pro GWh erzielt. Für immerhin 4,519 GWh. Ansonsten liegt der Exportpreis nahezu durchgängig unter 40.000 Euro pro GWh.

Rekordmeldungen sind Gaukelei

Der BDEW meldet einen neuen Rekord in Sachen Stromerzeugung mittels erneuerbarer Energieträger, (Abbildung 1 bitte unbedingt anklicken. Sie öffnen gleichzeitig alle Abbildungen und Mehr.) In den ersten 3 Quartalen 2019 wurden 183 TWh Strom aus Wind, Sonne, Biomasse und Wasserkraft gewonnen. Wenn man 3/4 des Primärenergiebedarfs Deutschlands, das sind 2.688 TWh zugrunde legt, machen die 183 TWh Strom aus Erneuerbaren insgesamt 6,39 Prozent aus. Das hört sich ganz anders als die jubilierend „Rekord“ genannten 42,9 Prozent an. Der Korrektheit ist es geschuldet, wenn erwähnt wird, dass neben der Stromerzeugung durch Erneuerbare weitere Teile des Primärenergiebedarfs erneuerbar erzeugt werden. Biomasse wird in erheblichem Umfang auch zwecks Energieerzeugung zum Heizen, zum Fahren usw. verwendet. Insgesamt betrug der Anteil der Erneuerbaren an der Primärenergie 2018 in Deutschland gut 14 Prozent. Wobei der Anteil von Wind- und Sonnenenergie lediglich 4,45 Prozent betrug (Abbildung 2). Auch wenn dieser Anteil im Jahr 2019 und später insgesamt auf über 5 Prozent, vielleicht sogar an die 6 Prozent steigen sollte, ist und bleibt das Ergebnis ernüchternd. Vor allem auch im Hinblick auf den finanziellen Aufwand, der dafür nötig war, ist und sein wird.

Energiewendefreunde in Politik und Medien gaukeln dem angesichts der höchst komplexen Materie praktisch ahnungslosen Bürger immer wieder vor, die Energiewende sei mit „Rekorden“ auf einem guten Weg. Eine Energiewende, die ja kein Selbstzweck ist, sondern anderen Ländern Vorbild sein soll, damit diese auch endlich in die Rettung der Welt einsteigen. Was die anderen Staaten ganz sicher nicht tun werden. Dafür sind die Kosten zu hoch, ist das Ergebnis der bisherigen Energiewende in Deutschland einfach viel zu schwach.

Weit weg von der ganz großen Bühne „Primärenergie Deutschland“ möchte ich auf ein aktuelles Detailproblem der Stromversorgung in Deutschland hinweisen. Die Netzentgelte müssen zum Teil dort gezahlt werden, wo sie anfallen. Bundesländer, zum Beispiel Brandenburg oder Schleswig-Holstein, mit vielen Windkraftanlagen werden benachteiligt. Die vielen Windkraftwerke müssen selbstverständlich an das allgemeine Stromnetz angeschlossen werden. Die entstehenden Kosten werden nicht auf die Netzentgelte deutschlandweit umgelegt, sondern auf das Netz des/der Netzbetreiber(s) des jeweiligen Bundeslandes, das Netz, welches die Gemeinde versorgt, das Netz, wo die Windkraftanlagen gebaut und angeschlossen wurden. Mit der Folge, dass die Stromkunden in diesem Bereich nicht nur die Windräder vor der Haustür haben, sondern oft auch noch die dadurch entstandenen Mehrkosten tragen müssen.

Den Anbieter gegebenfalls wechseln

Beispiel (Abbildung 3): Ein Haushalt in Neuruppin (Brandenburg) zahlt für 3.500 KWh Haushaltsstrom gemäß Vergleichsportal bei den Stadtwerken Neuruppin 1.149,48 Euro. Die 3.500 KWh Haushaltsstrom kosten bei den Münchener Stadtwerken 1.091,21 Euro. Das sind 9,5 Prozent weniger als in Neuruppin. Hinzu kommt, dass die Menschen in Neuruppin wesentlich weniger verdienen als in der bayerischen Landeshauptstadt. Das verschärft die Ungerechtigkeit noch mal. Selbstverständlich ist jedem – egal, ob in Neuruppin, München oder sonst wo – zu empfehlen, jedes (!) Jahr einen Stromvergleich zu fahren und den Anbieter gegebenfalls zu wechseln. Damit kann eine Menge Geld gespart werden.

Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Menschen in den Ländern mit vielen Solar- und Windkraftanlagen in Sachen Energiewende durch Lärm, Flächenversiegelung und den höheren Preis doppelt belastet werden. Sie haben nicht nur die Windkraftanlagen mit allen Nachteilen vor der Haustür, sie bezahlen auch noch mehr für ihren Strom. Immerhin wird dieses Problem aktuell angegangen. Bis 2023 sollen die Netzentgelte schrittweise bundesweit vereinheitlicht worden sein (Abbildung 4).

Vergangene Woche habe ich über das klimapolitisch vollkommen unsinnige Abschalten des KKW Philippsburg 2 berichtet. In diesem Zusammenhang habe ich auch die geringe Ausbeute von Strom aus Wind- und Sonnenkraftanlagen in Baden-Württemberg erwähnt. Da bin ich einer statistischen Ungenauigkeit aufgesessen. In der Übersicht „Kraftwerke der allgemeinen Versorgung“ (Abbildung 5) sind unter dem Punkt „Sonstige erneuerbare Energieträger“ nicht Wind- und Sonnenkraftwerke, sondern nicht näher bezeichnete Energieträger wie vielleicht die Geothermie gemeint. Um die Angelegenheit wieder ins richtige Licht zu rücken, habe ich mir die Zahlen für Baden-Württemberg 2017 (Abbildung 6) angeschaut. Da macht die Windstromerzeugung 3,3  Prozent der Gesamtstromerzeugung Baden-Württembergs aus. Der Sonnenstromerzeugungsanteil liegt immerhin bei 8,2 Prozent. Macht mit 11,5 Prozent  insgesamt nur einen Bruchteil, konkret nicht mal die Hälfte des durchschnittlichen Anteils der bundesdeutschen Wind- und Sonnenstromerzeugung (Abbildung 7) aus.

Die Sache mit der „Windhöffigkeit“

Der geringe Ausbau insbesondere der Windkraftwerke hat Gründe. Zum einem ist es ganz sicher landschaftspolitisch nicht gewollt, die wenigen nahezu hundertprozent-windhöffigen (Windhöffigkeit meint die Eignung des Windes an einem Ort, ein Windrad anzutreiben) Gebiete wie zum Beispiel die Höhen des Schwarzwaldes oder der Schwäbischen Alb zu verunstalten, und damit Einbrüche im Tourismus zu riskieren. Zum anderen ist die Windhöffigkeit in Baden-Württemberg im Verhältnis zu den norddeutschen Bundesländern Niedersachsen, Brandenburg usw. insgesamt recht gering (Abbildung 8).

Hinzu kommt eine physikalische Besonderheit. In der Vergangenheit wurden Windkraftanlagen da gebaut, wo die Windhöffigkeit für Deutschland verhältnismäßig groß ist. Wenn denn nun aber zusätzliche Anlagen erstellt werden müssen, um z.B. den Wegfall des Stroms aus Kernkraftwerken – das sind bis Ende 2022 immerhin 76 TWh – auszugleichen, muss naturgemäß auch auf Standorte zurückgegriffen werden, wo der Wind nicht (so) ergiebig weht. Man könnte denken, dass z.B. 10 oder 20 Prozent weniger Wind auch nur 10, 20 Prozent weniger Stromerzeugung zur Folge hätten. Dem ist nicht so.

Die Windstromerzeugung steigt und sinkt mit der dritten Potenz der Windgeschwindigkeit. Was bedeutet, dass zum Beispiel 20 Prozent weniger Wind fast 50 Prozent weniger Strom erzeugen. Um den gleichen Stromertrag, wie am Referenzstandort (= 100 Prozent = beste Windhöffigkeit) zu erzielen, wäre dementsprechend eine Verdoppelung der installierten Leistung Windkraft notwendig. Wenn man die Windkarte Baden-Württembergs und die Brandenburgs (Abbildung 8) nebeneinander betrachtet, wird der Unterschied sichtbar. Um den gleichen Stromertrag zu erlangen, müsste – wenn man von den Höhen des Schwarzwaldes und der Schwäbischen Alb absieht – wesentlich mehr Windkraftleistung installiert werden, um den gleichen Ertrag wie in der Fläche Brandenburgs zu erzielen. Allein der Unterschied zwischen den hellgelben Bereichen = 3,4 m/s und den dunkelgelben Bereichen der Windkarte Brandenburg = 4 m/s beträgt 15 Prozent. Da braucht es dann bereits gut 60 Prozent mehr installierte Windkraftleistung, um mit 3,4 m/s die gleiche Strommenge zu generieren wie mit 4 m/s.

Die Windhöffigkeit spielt für die Stromausbeute und damit für die Wirtschaftlichkeit einer Windkraftanlage deshalb eine mehr als entscheidende Rolle. Deshalb werden in verhältnismäßig windschwachen Gebieten wie z.B. Baden-Württemberg und Bayern nur relativ wenige Windkraftwerke gebaut (werden). Im Zusammenhang mit der Windhöffigkeit möchte ich erwähnen, dass mich Gerald Pesch aus Raeren (Belgien) auf diesen wesentlichen Sachverhalt im Einzelnen aufmerksam gemacht hat. Von Gerald Pesch stammt auch das Berechnungsprogramm zur Windhöffigkeit und ihrer Auswirkung, welches Sie neben diversen Musterberechnungen unter Abbildung 8 ganz unten aufrufen können.

Im Übrigen bekomme ich viele, viele Zuschriften – sogar in Neuseeland wird die Kolumne gelesen – mit wertvollen Hinweisen und Fragen. Etliches fließt in meine Artikel ein. Vieles hilft, meine Kenntnisse zu erweitern. Vor allem aber beweist es, dass es noch eine große Anzahl Menschen gibt, die sich nicht ein X für ein U vormachen lassen. Vielen Dank dafür.

Ordnen Sie Deutschlands CO2-Ausstoß in den Weltmaßstab ein. Es wurden die Zahlen 2017 – bisher 2015 – hinterlegt. Es gibt tatsächlich Länder mit wirklich wenig CO2-Ausstoß. Schauen Sie mal in den Tschad oder nach Mali. Das wären doch so richtige Paradiese für unsere FFF- und XR-Zeitgenossen. Zum interaktiven CO2-Rechner: Hier klicken.

Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.

Die bisherigen Artikel der Kolumne Woher kommt der Strom? mit jeweils einer kurzen Inhaltserläuterung finden Sie hier.

Rüdiger Stobbe betreibt seit über 3 Jahren den Politikblog www.mediagnose.de.

Mit freundlicher Genehmigung des Autors. Zuerst erschienen bei der Achse des Guten.