Woher kommt der Strom? Windstromerzeugung unter zehn Prozent von gesamt

32. Woche (Abbildung, bitte unbedingt anklicken. Es öffnen sich alle Abbildungen und mehr)

Das Handicap der Sonnenstromerzeugung liegt nun mal darin, dass die Sonne nur tagsüber scheint. Im Durchschnitt nur den halben Tag. Was dann allerdings bedeutet, dass mit noch mehr Solarstrom zur Mittagsspitze noch mehr Strom im Markt wäre und die Preise noch mehr fallen würden. Nur wegen der Mittagsspitze können die konventionellen Stromerzeuger nicht heruntergefahren werden. Jedenfalls nicht so weit, dass kein Überangebot mehr vorhanden wäre.
So bleibt es in der 32. Woche bei einem Anteil von 42,4 Prozent der erneuerbaren Energieträger an der gesamten Stromerzeugung. 11,8 Prozentpunkte weniger als der Durchschnitt (Abbildung 1). Trotz der Abfederung durch Pumpspeicherstrom (Abbildung) in den Spitzenbedarfszeiten hat Deutschland sehr viel Importbedarf. Der teuer bezahlt werden muss. Nur in den frühen Morgenstunden ist der Importpreis auch für Deutschland moderat. Ansonsten gilt das Muster: Deutschlands Nachbarn bekommen günstigen deutschen Exportstrom und erhalten gute Preise, wenn Deutschland mittels Importstrom seinen Restbedarf deckt (Abbildung 3). Wobei innerhalb weniger Stunden am Tag sehr gewinnträchtige Preisdifferenzgeschäfte gefahren werden können (Abbildung 4). Von unseren Nachbarn. Mehr dazu in den Tagesanalysen.
Die Tabelle der Energie-Charts und der daraus generierte Chart (Abbildung 5) verdeutlichen die mangelnde Windstromerzeugung, die daraus resultierende recht geringe Menge Strom, die mittel erneuerbarer Energieträger hergestellt wurde. Die konventionelle Stromerzeugung bullert (Abbildung 2), reicht am Ende doch nicht aus, wie die Zahlen Im-/Exporttabelle (Abbildung 6) der 32. Woche belegen. Abbildung 7 bringt als Ergänzung die aufgelaufenen Im-/Exportzahlen des Jahres 2020. Darin sind die z.T. exorbitanten Stromexporte des 1. Quartals 2020 (Abbildung 8) enthalten.
Zum Schluss noch ein Blick auf die in die Tabelle angenommene „Verdoppelung der installierten Leistung Wind- und Sonnenkraft“ (Abbildung 9). Schon ein flüchtiger Blick über den Tabellenausschnitt lässt erkennen, dass auch eine angenommene Verdoppelung im Sommer nicht viel helfen würde. Nur an sechs von 36 Tagen hätte der regenerativ erzeugte Strom ausgereicht, um den Bedarf zu decken.

Die Tagesanalysen

Sonntag, 2.8.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 40,59 Prozent, davon Windstrom 12,87 Prozent, Sonnenstrom 12,87 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 14,85 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.
Der Sonntag ist – wie immer – bedarfsarm. So fällt die geringe regenerative Stromerzeugung nicht ins Gewicht. Die Strompreise bleiben moderat. Zwar zahlt Deutschland für Stromimporte mehr, als es für Exporte erhält. Von negativen Preisen ist man aber immer mindesten 23,86 €/MWh entfernt.
Montag, 3.8.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 35,96 Prozent, davon Windstrom 7,89 Prozent, Sonnenstrom 14,04 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 14,04 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.
Heute sieht es ganz anders aus. Der Bedarf steigt, Wind- und Sonnenstromerzeugung halten nicht mit: Deutschland importiert den ganzen Tag Strom zu hohen Preisen. Ausnahme: Der frühe Morgen.
Dienstag, 4.8.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 35,59 Prozentdavon Windstrom 7,63 Prozent, Sonnenstrom 14,41 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,56 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.
Der Dienstag ähnelt dem Montag. Heute allerdings werden die Höchstpreise am Vormittag aufgerufen.
Mittwoch, 5.8.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 44,08 Prozent, davon Windstrom 15,13 Prozent, Sonnenstrom 18,42 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,53 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.
Die Windstromerzeugung zieht an. Vor allem auch auf See. Hinzu kommt starke Sonnenstromerzeugung. Beides zusammen führt über Tag zu einem Stromüberangebot, welches zu sinkenden Preisen führt. Eine gute Gelegenheit für Preisdifferenzgeschäfte. Österreich und die Schweiz nutzen die Gelegenheit: Hier klicken.
Donnerstag, 6.8.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 44,36 Prozent, davon Windstrom 9,77 Prozent, Sonnenstrom 21,80 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,78 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.
Am Vormittag lässt die Windstromerzeugung – auch auf See – nach. Trotzdem kommt es über Tag – starke Sonnenstromerzeugung – zu einem Überangebot, welches wiederum zu sinkenden Preisen und Preisdifferenzgeschäften führt.
Freitag, 7.8.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 41,09 Prozent, davon Windstrom 6,20 Prozent, Sonnenstrom 21,71 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,18 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.
Heute ein ähnliches Bild wie gestern. Etwas andere Preise, doch das Bild ist das gleiche. Nun stelle man sich eine Verdoppelung der installierten Leistung Sonnenkraft vor. Noch mehr Strom über Tag. Die Preise fielen ins Bodenlose.
Samstag, 8.8.2020: Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 41,32 Prozent, davon Windstrom 4,96 Prozent, Sonnenstrom 22,31 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 14,05 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken
Der Einstieg ins Wochenende: Nochmals eine feine Gelegenheit, Preisdifferenzgeschäfte zu realisieren. Die Windstromerzeugung liegt unter 5%. Doch die starke Sonnenstromerzeugung „reißt es raus“. Zugunsten unserer Nachbarn. Die machen gute Geschäfte mit in Deutschland erzeugtem Strom.
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Die bisherigen Artikel der Kolumne Woher kommt der Strom? mit jeweils einer kurzen Inhaltserläuterung finden Sie hier.
Zuerst erschienen bei der Achse des Guten; mit freundlicher Genehmigung.
Rüdiger Stobbe betreibt seit vier Jahren den Politikblog  www.mediagnose.de




„Cancel culture“ für Verbrennungsmotoren in ganz Europa?

Im politischen Bereich macht gerade das Wort der cancel culture die Runde; es geht darum, „Klimaleugnern“ und anderen „Rechten“ wie Dieter Nuhr oder Lisa Eckhart (EIKE sowieso) jede Möglichkeit zu nehmen, sich kritisch zu äußern.

Übertragen auf die Klimawandelpolitik bekommen wir Bürger in Europa offenbar auch eine Abschaffungskultur für preiswerte und massentaugliche Individual-Fahrzeuge, die durch teure und langstreckenuntaugliche Elitengefährte mit den umweltverschmutzenden Cobalt-Lithium-Akkumulatoren. Das Königreich Norwegen will schon in fünf Jahren Verbrenner verbieten; die Stadt Mailand 2027. Das 17. deutsche Bundesland, die Balearen-Inseln mit Mallorca, will 2025 alle Diesel-Aggregate verbannen (Gruß von der Taxifahrer-Vereinigung).

Im Autoland Deutschland ist das trotz der weltweit stärksten Greta-Bewegung noch nicht so schnell möglich. Aber die Fridays-for-no-future-Lobbygruppen arbeiten schon daran: Das Bündnis #aussteigen forderte anläßlich der weitgehend ins Wasser gefallenen Internationalen Auto-Ausstellung IAA 2019 in Frankfurt allen Ernstes den sofortigen Ausstieg aus dem Wärmekraft-Verkehr und bis 2035 die totale Klimaneutralität auf den Straßen.

Die schwarzrote Bundesregierung Merkel IV tut, was sie kann, um die Forderungen der Abschaffungs-Extremisten zu erfüllen. So ist im Corona-Konjunkturpaket vom Juni keine Förderung beim Kauf von Kolbenmotor-Autos enthalten. Stattdessen werden wohlhabende Käufer aus der klimarettenden Klasse beim Erwerb von Elektro-Zweit(?)-Autos großzügig unterstützt. Auch die regierungstreuen Medien wie Heise.de trommeln fleißig und ahnungslos für die Abschaffung der sauberen hochgezüchteten Verbrennungsmotoren, dem Spitzenprodukt made in Germany:

Die Mär vom sauberen Verbrenner glaubt niemand mehr.

Zumindest in der Blase der Redaktionsaktivisten. Und die Automobil-Lobbyisten scheinen mittlerweile völlig aufgegeben zu haben – sie haben es nicht geschafft, eine Kauf-Förderung für ihre echten Autos im Corona-Paket durchzusetzen und wurschteln sich mit ihren Spielzeugautos auf Elektrobasis nur durch, um den heftigen EU-Strafzahlungen zu entgehen.

Einige haben aber Rückgrat und sagen der Fachpresse,

„Auf vielen Märkten werden hocheffiziente Verbrenner noch lange einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten.“ Bernhard Mattes VDA, zur autozeitung

Das Klima kann und wird man zwar nie schützen; aber für eine saubere Atemluft mit wenig Feinstaub ist ein deutscher Diesel das Beste, was man kaufen kann, wie unsere Nachbarn in den angrenzenden östlichen Ländern nur zu gut wissen.

Die deutschen Käufer, die nur ein Auto haben (wollen) und kein moralisches Statussymbol brauchen, wissen es auch und weigern sich, den „fahrenden Elektroschrott“ (Zitat EIKE-Leser) zu kaufen. Im März gab es nur rund 137.000 Stromer auf deutschen Straßen; gegenüber >>40 Millionen Wärmekraft-getriebenen. Die Zahl soll selbst bei „optimistischer“ Entwicklung für die Lithium-Wagen in zehn Jahren noch aktuell sein. Pointe: Im Januar 2020 gab es fast 48 Millionen PKW in Deutschland, mehr als je zuvor.

Deutsche Hersteller werden an der Elektrifizierung des Verkehrs auf unseren Straßen gar nichts groß beitragen können, da die ausländischen Hersteller mit ihren relativ billigen Lithium-Kleinwagen den Markt beherrschen; dann kommt noch der „coole“ Tesla im Luxus-Segment hinzu, der mit seiner Giga-Fabrik bei Berlin von der Regierung zusätzlich gepäppelt wird. Heißt, die vom Euro-medienpolitischen Komplex um Merkel und UvdL gewollte große Transformation des deutschen Straßenverkehrs geht gleich doppelt zu Lasten unserer wichtigsten Industrie, die unseren Wohlstand schafft: Erstens werden Weiterentwicklung und Bau von Wunderwerken des Otto- und Dieselmotorbaus unterbunden; zweitens werden ausländische Konkurrenten mit ihren schlechteren Produkten künstlich auf unseren Märkten installiert.

Trotz daß die Manager und Lobbyisten unserer deutschen Autoindustrie derart zahnlos geworden sind, werden sie von Haltungsjournalisten als mächtige und gewiefte Trickser dargestellt, die mit „fragwürdigen Zahlen“ arbeiteten,

wie wir das von der Kohle- und Tabakindustrie gewohnt sind. (Heise)

Das kennen wir doch von der Hatz auf Heartland oder uns. Ein geschickter Schachzug von Ökoaktivisten, die lebensnotwendige Energie- und Fahrzeugindustrie mit der entbehrlichen Luxusindustrie der Tabakhersteller, deren Produkte tatsächlich gefährlich sind, zu vergleichen.

Dabei weist zum Beispiel der Sprecher des Vereins der Deutschen Ingenieure VDI nur auf reale Probleme hin:

Bei unserem Strom-Mix in Deutschland heute und in den folgenden Jahren [werden] die Elektrofahrzeuge zumindest die nächsten zehn Jahre hinsichtlich ihrer CO2-Emissionen mehr Schaden anrichten als die Vebrennungsmotoren.

Wenn Kohlen-zwei-Sauerstoff Schaden denn anrichten würde; aber entscheidend ist ja, was die Aktivisten und Aktivistinnen glauben. So meint die DIW-Energieexpertin Claudia Kemfert, daß

Elektroautos mit gezielten Kampagnen und PR schlecht geredet werden sollen – wie immer, wenn das fossile Kapital die Vergangenheit möglichst lange konservieren will.

Nein, Frau Prof.‘in, Harald Lesch und das ZDF arbeiten garantiert nicht für das „fossile Kapital“. Außerdem ist der Ausdruck „fossiles Kapital“ ein Echo von SED-Sprech, das wir im DIW nicht erwarten würden. Ähnlich äußert sich eine Sozialökonomin der Universität Hamburg, die erstaunlich offen davon spricht,

Verkehr generell zu reduzieren und das private Auto als hegemoniales Mobilitätsmedium [zu überwinden].

Klingt, als stünde hier jemand auf dem Gehaltszettel der chinesischen Regierung. Oder doch eher in Diensten der Grünen und anderer elitärer Kreise, die den plebejischen Massenverkehr durch einen patrizischen ersetzen wollen? Ein gleichlautendes Manifest für eine solche umfassende „Mobilitätswende“ will weg

… vom Auto und hin zu einer Mobilität, bei der der Mensch [sic! Wer ist das? Das „wir“ von Merkel?], Fußwege, das Fahrrad und öffentliche Verkehrsmittel im Zentrum stehen.

Oder, wie Charles Krüger es neulich so pittoresk und treffend ausdrückte,

IHR sollt weniger fliegen, nicht WIR.

Leider wird das Elektro-Auto heuer nicht nur mehr in Kreisen, dessen Mitglieder etwas mit „sozial“ im Namen studiert haben, propagiert, sondern sogar von früher eindeutig marktwirtschaftlich orientierten Autoren wie bei Capital:

„Keine E-Raketen mit utopischen Preisen prägen das Bild das Tabellen-Bild, sondern bodenständige, leistbare Vernunftmodelle.“ (Capital zu E-SUV und Standardmodellen)

Bodenständige und vernünftige Elektro-Autos? Kann die Capital-Autorin nicht rechnen, oder ist es ihr gleich? Gerade die kleineren E-Autos haben lächerliche Reichweiten von nur etwa 200 km, bevor sie stundenlang ans Netz müssen. Hinzu kommen die saftigen Preise, die nur bezahlt werden, wenn die Regierung Steuergeld von kleinen Arbeitnehmer zum klimarettenden E-Auto-Käufer umverteilt.

Wer sich unter den geneigten EIKE-Lesern jetzt noch nicht genug geärgert respektive amüsiert hat, wird sich über die Pläne freuen, eine „zweite Elektrifizierung“ ohne Sinn und Verstand durchzuführen. Damit sind die kommerziellen Verkehrsmittel gemeint, die Laster der Logistiker und die Taxis, und die Öffis mitsamt ihren Bussen und Diesel-Loks. Wir berichteten bereits über die zum Scheitern verurteilten Pilotprojekte mit Liefer-LKW auf der Autobahn mit Oberleitung oder den kaum sinnvollen E-Bussen in Berlin, die nur halbtags fahren und nach Mittag dann von Dieselmaschinen ersetzt werden. Manchmal hat man den Eindruck, die Aktivisten in den Redaktionen und den NGOs formulieren erst ihre (für sie einträglichen) Narrative und sammeln dann scheinrationale Argumente und Forderungen. Technisch-sachliche Gegenargumente, die so manche Forderung sofort einstürzen lassen, werden ignoriert oder gar nicht erst wahrgenommen. Es geht schließlich um die eigenen Pfründen, nach mir die Sintflut. Leider haben diese Stimmen die kulturelle und damit politische Hegemonie und damit praktisch die alleinige Entscheidungsgewalt.

Man kann nur hoffen, daß die wirtschaftliche und physikalische Realität auf dem E-Auto- und anderen Märkten beim Bürger möglichst schnell die Erkenntnis reifen läßt, daß Klimarettung nichts mit dem Klima zu tun hat, sondern nur eine Ressourcenstrategie von Elitären ist, die „die Arbeit die anderen tun lassen“ will (Schelsky).




„Dürre-Doppelschläge“ und „dramatisches Szenario“: Fahren die Medien die Klima-Erzählung wieder hoch?

Vielleicht stimmt es sogar: Wie unser Referent Stefan Kröpelin, der László Almásy unserer Tage, betonte, wurde die Ost-Sahara so trocken wie heute, weil das Klima abkühlte. Deswegen mußten die Künstler, die vor Jahrtausenden die „Höhle der schwimmenden Menschen“ in der Wüste bemalten, ins Nildelta ausweichen. Und da die Zyklen der Erdsonne in Richtung Temperatur-Verminderung weisen, könnte Deutschland trockener werden.

Die Sommer 2018 und 19 seien zwei der trockensten seit 250 Jahren gewesen, behaupten Forscher vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig. Das mag stimmen, ist aber nicht von Belang, da fast jedes Wetterphänomen irgendwie die menschgemachte Hitzekatastrophe beweise; sogar Kälteeinbrüche, wie wir schon häufiger thematisierten. Ein interviewter Wissenschaftler zeige mit seinen Modellrechnungen (sic), daß solche „verheerenden“ Dürre-„Doppelschläge“ in den nächsten achtzig Jahren deutlich häufiger werden könnten.

Was solche Computermodelle taugen, muß man dem geneigten EIKE-Leser nicht mehr auseinandersetzen; das hat er dem Medien-Laien der ARD-Zuschauer und Spektrum-Leser voraus. Und in der Tat: Die Häufigkeit der Dürren hingen laut UFZ-Studie stark davon ab, „wie stark die Menschheit ihren Kohlendioxidausstoß verringere“. Da weiß man sofort, daß das Modell monokausal programmiert und wie die Arbeit der Forscher finanziert wurde.

Mehr muß man über den Spektrum-Artikel denn gar nicht schreiben, da er weder Neues noch Wissenschaft enthält. Interessanter ist da schon ein Text im Spiegel, der behauptet, ein besonders drastisches worst case-Szenario des IPCC würde nun Realität. Im RCP8,5-Szenario von 2005 geht es allerdings primär nicht um die Folgen der Erderwärmung, sondern um den weltweiten Ausstoß von Kohlendioxid, der höher sei, als in moderaten Studien angenommen und laut einer amerikanischen Studie in PNAS daher dem extremeren RCP8,5 folge. „8,5“ bezieht sich auf den zusätzlichen angeblichen Strahlungsantrieb von 8,5 Watt pro Quadratmeter bis 2100. Den gibt es natürlich nicht; gleich wie hoch die Emissionen sind oder sein werden, da der Industrie-CO2-abhängige Treibhauseffekt nicht existiert oder nur marginale Auswirkungen hat.

Der Artikel in PNAS erfährt nicht nur von uns Kritik, sondern auch von anderen Klimaforschern, die die Prognose einer Erderwärmung um 5°C im RCP8,5 für übertrieben halten und nur von 3°C ausgehen. Das hat ganz praktische Folgen:

Die Politik habe noch die Möglichkeit, in positivem oder negativem Sinne darauf einzuwirken.

Also Milliarden Euro von unten nach oben umzuverteilen und Klimaforschern ihre Computer-Spielereien großzügig zu finanzieren….




Woher kommt der Strom? Zusammenhang von starker Stromerzeugung durch erneuerbare Energieträger und niedrigen Exportpreisen

(Abbildung 2)
Zum Wochenende sinkt die regenerative Stromerzeugung. Deutschland muss zeitweise Strom importieren (Abbildung 4) und zahlt dementsprechend hohe Preise. Das ist das Muster, das Muster, welches nahezu wöchentlich belegt, dass die Aussage, regenerativ erzeugter Strom sei günstig, nur für unsere Nachbarn gilt, die den Strom abnehmen. Der Stromkunde in Deutschland zahlt hingegen doppelt, über die EEG-Umlage und demnächst Steuern, die garantierten Vergütungen der Wind- und Sonnen„müller“.
Zusätzlich fallen noch die Kosten an, die zum Aufbau und Betrieb des Backup-Gaskraftwerksparks bereitgestellt werden müssen. Denn an Tagen wie dem Freitag der 31. Woche reicht auch doppelt, dreimal oder fünfmal so viel Strom aus Windkraftanlagen nicht aus, um Deutschland z.B. von 0:00 bis 5:00 Uhr bedarfsgerecht zu versorgen. Und nur mal angenommen, es gäbe zwei-, drei- oder fünfmal so viel Strom aus Windkraftanlagen: Über Tag käme es an vielen anderen Tagen zu einer gewaltigen Überproduktion, die den Strompreis in die Keller rauschen lassen würde.
Höre ich da „Wasserstoff“? Wasserstoff als Speicher? Da auch Elektrolyse-Anlagen kontinuierlich fließenden Strom benötigen, wird dieser Überschuss nicht zu 100 Prozent verarbeitet werden können, sondern muss zu einem großen Teil verschenkt werden. Darin liegt das Dilemma des immer weiteren Ausbaus der Stromerzeugungsanlagen, die mit volatiler regenerativer Energie, mit Wind- und Sonnenkraft arbeiten. Der praktisch nie kontinuierlich fließende Strom ist nicht kalkulierbar und für kontinuierlich vorhandenen Bedarf denkbar ungeeignet. Für solch eine Erkenntnis ist m.E. durchaus kein MMINT-Studium notwendig.
Die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts und der daraus generierte Chart (Abbildung 5) verdeutlichen das Dilemma der Volatilität der erneuerbaren Energieträger. Unter Abbildung 6 die Charts mit den Jahres- und Wochenzahlen Im- und Export. Nachdem nunmehr sieben Monate des Jahres 2020 vergangen sind, zeige ich unter Abbildung 7 die Tabelle, welche die Annahme auswertet, Wind- und Sonnenkraft hätten die doppelte Menge Strom erzeugt, als dies tatsächlich der Fall war. Das Ergebnis ist ernüchternd.

Tagesanalysen

Sonntag, 26.7.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 59,13 Prozent, davon Windstrom 29,57 Prozent, Sonnenstrom 16,52 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,04 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.
Der bedarfsarme Sonntag, die kräftige Wind- und Sonnenstromerzeugung führten nach einigen Wochen wieder mal zu negativen Strompreisen. Schauen Sie hier, wer am meisten profitierte.
Montag, 27.7.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 47,54 Prozent, davon Windstrom 16,39 Prozent, Sonnenstrom 18,03 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,11 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.
Der Bedarf stieg an, die Windstromerzeugung ließ nach. Deutschland importierte die meiste Zeit des Tages Strom. Nur über Mittag entstand ein geringer Überschuss, der zu einem Preissturz führte. Die Im- und Exportzahlen en Detail: Hier klicken.
Dienstag, 28.7.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 64,14 Prozentdavon Windstrom 37,93 Prozent, Sonnenstrom 15,17 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,03 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.
Heute richtig fette Stromerzeugung mittels erneuerbarer Energieträger. Heute richtig billiger Strom für unsere Nachbarn. Vor allem Österreich kauft günstig ein.
Mittwoch, 29.7.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 60,99 Prozent, davon Windstrom 30,50 Prozent, Sonnenstrom 19,15 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,35 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.
Ein Strom-Tag ähnlich wie gestern. Und wieder nimmt vor allem Österreich den von 12:00 bis 15:00 Uhr geschenkten Strom mit. Gegen Abend benötigt Deutschland etwas Importstrom. Da werden die höchsten Preise des Tages aufgerufen.
Donnerstag, 30.7.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 46,88 Prozent, davon Windstrom 11,72 Prozent, Sonnenstrom 22,66 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,5 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.
Der Wind lässt nach. Die Sonne auch (etwas). Fast ist man geneigt, „Erneuerbarer Gott sei Dank!“ zu sagen. So wird wenigstens etwas Geld eingenommen für den Strom, der über Mittag zu viel vorhanden ist. Dass am Abend Höchstpreise bezahlt werden: Schauen Sie hier.
Freitag, 31.7.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 43,90 Prozent, davon Windstrom 7,32 Prozent, Sonnenstrom 23,58 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,1 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.
Die Windstromerzeugung geht heute bis zum Abend gegen Null. Über Tag wird der Strom günstig abgegeben. Jedenfalls viel günstiger, als er zum Abend eingekauft werden muss. Weshalb ist der Stromimport Deutschland in den frühen Morgenstunden recht günstig? Die Nachfrage ist in dieser Zeit recht gering. Die konventionellen Stromerzeuger des benachbarten Auslands stellen genügend Strom her, den sie günstig – im Gegensatz zum Abend mit hoher Nachfrage – auch an Deutschland abgeben.
Samstag, 1.8.2020: Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 52,07 Prozent, davon Windstrom 19,01 Prozent, Sonnenstrom 19,83Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,22 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.
Zum Wochenende sinkt der Bedarf. Über Tag sinkt auch die Windstromerzeugung, was für Deutschland noch moderate Exportpreise zur Folge hat. Erst zum Abend, als der in Deutschland erzeugte Strom nicht ausreicht, um den Bedarf zu decken, steigt der Strompreis.

In diesen Tagen der angeblichen Dürre

Philipp Blom zitiert in seinem herausragenden Werk „Der taumelnde Kontinent – Europa 1900–1914“ eine Passage aus Robert Musils „Mann ohne Eigenschaften“. Eine Passage, welche wir uns in diesen Tagen auf der Zunge zergehen lassen sollten. In diesen Tagen der angeblichen Dürre (Abbildung, bitte unbedingt anklicken. Es öffnen sich alle Abbildungen und mehr), des „spürbaren“ Klimawandels:

Über dem Atlantik befand sich ein barometrisches Minimum; es wanderte Ostwärts, einem über Rußland lagernden Maximum zu, und verriet noch nicht die Neigung, diesem nördlich auszuweichen. Die Isothermen und Isotheren taten ihre Schuldigkeit. Die Lufttemperatur stand in einem ordnungsgemäßen Verhältnis zur mittleren Jahrestemperatur, zur Temperatur des kältesten wie des wärmsten Monats und zur aperiodischen monatlichen Temperaturschwankung. Der Auf- und Untergang der Sonne, des Mondes, der Lichtwechsel des Mondes, der Venus, des Saturnringes und viele andere bedeutsame Erscheinungen entsprachen ihrer Voraussage in den astronomischen Jahrbüchern. Der Wasserdampf in der Luft hatte seine höchste Spannkraft, und die Feuchtigkeit in der Luft war gering. Mit einem Wort, das das Tatsächliche recht gut bezeichnet, wenn es auch etwas altmodisch ist: Es war ein schöner Augusttag des Jahres 1913. (Abbildung 1)

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Bill Gates: „Klimawandel könnte tödlicher als Covid-19 werden“

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Multimilliardär Bill Gates, der mit seiner nach seiner Frau benannten Stiftung weltweit Impfprojekte anstößt, hat in den letzten Wochen durch sein Engagement in der Corona-Sars2-Politik gleichzeitig große Verehrung und harsche Kritik erhalten. Linke und libertäre Unterstützer schätzen die Initiative von Unternehmern, die in der Vergangenheit den Fortschritt der westlichen Staaten beflügelt haben (wie zum Beispiel Moritz Cohn, der Eisenbahnen finanzierte).

Rechte Kritiker hingegen halten Gates für einen Opportunisten, der seinen Reichtum in politische Macht ummünzen wolle und dafür Krisen wie die angebliche Corona-Pandemie ausnutze; ähnlich politischen Wissenschaftlern wie Christian Drosten oder Lothar Wieler.

Daher ist pikant, daß Gates Anfang August auf das Thema Klimakollaps wechselt und ähnlich wie Schellnhuber & Co. vor einer Katastrophe warnt. Auf Twitter zwitschert er am 4.8:

Die aktuelle Pandemie ist schrecklich. Der Klimawandel könnte aber sogar noch schrecklicher werden…

Wenn wir die Lektion von Covid-19 lernen, werden wir einen informierteren Zugang zum Klimawandel und den Folgen unserer Inaktivität erlangen. Wir können uns besser vorbereiten, um Leben zu retten und die schlimmsten Folgen zu verhindern.

Mir ist klar, daß es schwer ist im Moment an Probleme wie den Klimawandel zu denken. Wenn eine Katastrophe zuschlägt, liegt es in der menschlichen Natur, sich zunächst um unsere unmittelbaren Bedürfnisse zu kümmern, besonders bei so einer schlimmen Katastrophe wie Covid-19…

Wenn man verstehen will, welchen Schaden der Klimawandel anrichten wird, kann man sich Covid-19 ansehen und sich vorstellen, daß der entstehende Schaden sich auf einen längeren Zeitraum verteilt. Der Verlust von Menschenleben und die ökonomische Misere, die von der Pandemie verursacht werden, entspricht in etwa dem, was in Zukunft der Normazustand sein wird, wenn wir nicht den weltweiten Kohlendioxidausstoß eliminieren [sic!]. Im Jahr 2060 könnte der Klimawandel bereits so tödlich sein wie Covid-19, und bis 2100 könnte er fünf mal so tödlich sein.

Fünf mal? Hat er das mit einem Computermodell auf einem Windows-Rechner herausbekommen? Wenn das Modell die Qualität von IPCC-Szenarien hat, können wir beruhigt sein. Denn es hieße ja, daß nichts passieren wird, weil die Sars2-Infektion bekanntlich schwächer als die jährliche Grippewelle im Winter ist. Die „Pandemie“ hingegen findet wie der Klimakollaps hauptsächlich in der Fantasie von Redakteuren, Politikern und Leuten wie Bill Gates statt. Die massiven Schäden und Verluste einschließlich von „Millionen Lebensjahren“ hingegen werden nicht von einem Virus, sondern von Redakteuren, Politikern und Leuten wie Bill Gates verursacht.

Denn was fordert der reiche Amerikaner? Er will Treibhausgasemissionen reduzieren, indem die gesamte Menschheit lernen müsse, „Strom, Nahrungsmittel, Wärme oder Kälte emissionsneutral zu produzieren, und Güter zu produzieren, ohne daß dabei große Mengen von Treibhausgasen in die Atmosphäre“ entwichen. Das geht nicht, wie der geneigte EIKE-Leser weiß, da „alternative“ Energien wie Windkraft und E-Autos sogar noch mehr CO2 in der Luft bedeuten.

Man könnte nun sagen, daß hier nur wieder ein Promi Sprüche des PIK nachgeplappert hätte, um sich wichtig zu machen, was im Englischen als virtue signalling bezeichnet wird, Tugend-Signalisierung. Allerdings ist Gates nicht irgendein Schau-Sternchen, sondern einer der politisch mächtigsten Kapitalisten, der wie George Soros Millionen und Milliarden Dolares in NGOs* pumpen kann, denen es nicht um das Gemeinwohl geht.

*Nicht-Regierungsorganisationen