Suche nach einem Endlager für radioaktive Abfälle

Die Strahlung von behandeltem und verpacktem Abfall hat noch nirgends einen tödlichen Unfall verschuldet, weder beim Transport, noch bei der Zwischen- und Endlagerung. Kein Vergleich mit Fahrrädern!

Halt, einen Fall gibt es doch: In der folgenden, aus „Wikipedia“ entnommenen Tabelle ist es der zweite von unten. Ein schlampig gebautes Lager für mittel- und schwachaktiven Abfall, schlampige Behörden, drei leichtsinnige Metalldiebe, das hatte Folgen. Die drei Diebe wurden strahlenkrank, einer starb und auch sein Hund.

Leichtsinn und Unkenntnis können also Unfälle auslösen, daher ist es wirklich besser, man bringt die Abfälle tief unter die Erde. Das Lager Gorleben ist tief genug.

Aber was passiert in ferner Zukunft? Strahlt der Müll nicht Millionen Jahre lang? Im Prinzip ja. In abgebrannten Brennelementen ist unverbrauchtes Uran 238, ein reiner Naturstoff, der im Endlager der Natur zurückgegeben wird. Dessen Halbwertszeit ist so lang, wie es die Erde gibt. Das viele natürliche Uran in der Erde ist der Hauptgrund dafür, dass es im Erdinneren heiß ist und dass es Vulkane gibt.

Was im Reaktor an künstlichen radioaktiven Isotopen entsteht, ist dagegen nach einer Million Jahren verschwunden. Jedoch ist nach 100.000 Jahren noch einiges da. Essen sollte man die anfangs hochaktiven Abfälle noch nicht. Die tödliche Dosis wäre etwa 7,5 g bei Brennelementen und 4 kg bei Abfällen aus Wiederaufarbeitungsanlagen (W. Rüegg, Radioaktive Abfälle, lösbares oder unlösbares Problem? 2014). Aber wer dringt so tief in die Erde, um derartig unbekömmliches Zeug zu verspeisen?

Die Befürchtung ist aber, dass Radioaktivität an die Erdoberfläche kommt. Da müssen sich die Behälter aufgelöst haben. Die Radioaktivität ist dann auf einen halben Kubikkilometer verteilt, oder so ähnlich. Spätestens nach wenigen Jahrhunderten wäre die Aktivität pro kg Erde oder ein Liter Wasser so gering, dass es Heilwässern entspricht.

Geologen wissen, wie schnell oder langsam Stoffe durch viele 100 m Gestein dringen. Es kommt sehr wenig oder nichts. Sollte doch irgendwann ein wenig Radioaktivität an unsere sowieso von Natur aus radioaktive Erdoberfläche kommen, wäre das nur eine geringe zusätzliche Strahlenexposition zum natürlichen Wert von etwa zwei Millisievert (mSv) pro Jahr. Große Bevölkerungen in Brasilien, Indien und anderswo leben bei mehrfach höherer Umgebungsstrahlung, ohne dass sich zusätzliche Krankheitsfälle zeigen.

Was verlangt man vom Endlager? Folgende Grenzwerte dürfen niemals überschritten werden: 0,1 mSv für unwahrscheinliche und 0,01 mSv  für wahrscheinliche Entwicklungen. Das heißt: 1/20 bzw. 1/200 des Natürlichen!

Ärzte in Radonheilbädern sagen: Kleine Strahlendosen sind gut für die Gesundheit. Immer mehr wissenschaftliche Arbeiten zeigen das gleiche Ergebnis. Wird das einmal anerkannt, sind obige Grenzwerte sowieso erledigt.

Aber der Irrsinn der Endlagersuche nimmt seinen Lauf. Die FAZ schrieb schon 2008: „Suchen, um nicht zu finden.“ Ein Truppe von Politologen, Soziologen, Psychologen und regelrechten Taugenichtsen, dazu ein paar gefügige Geologen, wird durch die Lande ziehen, um an möglichst vielen Orten möglichst lange Angst und Schrecken zu verbreiten, und dabei Milliarden an Steuergeldern verbrauchen. Zieht die Gruppe weiter, dürfen die Bewohner nicht aufatmen, denn es bleibt die Drohung: Wir kommen vielleicht zurück!

Wir irgend kann, sollte dagegen angehen, mit Leserbriefen, im Internet, durch Vorträge. Allerdings, Berufstätige sollten vorsichtig sein, und wer noch Kinder in der Schule hat, muss es bleiben lassen.

Diese Aufklärungsarbeit bringt keinen Erfolg? Es ist schon als Erfolg anzusehen, wenn man den Anti-Menschen Sorgen macht und von diesen als ernstzunehmender Gegner angesehen wird. Mir ist eine Liste bekannt, in der vernünftige und kenntnisreiche Personen als „Atomlobbyisten“ aufgeführt sind. Ich bitte jeden, der noch andere Listen kennt, mir diese mitzuteilen.

Eingeteilt in die Kategorien Politik, Wirtschaft, Forschung und Lehre, Medien sind dort zwölf Ingenieure, zwölf Juristen, sechs Chemiker, fünf Physiker, fünf Wirtschaftswissenschaftler, drei Dipl.-Kaufleute, zwei Biologen, zwei Historiker, zwei Politologen und jeweils ein Mathematiker, Journalist, Handwerksmeister, Verwaltungsangestellte und ein Lehrer aufgeführt. Mich hatte man fälschlicherweise unter Wirtschaft eingeordnet. Auf meine Bitte wurde mein Name dann zu Forschung übertragen.

Diese Liste habe ich zum Anlaß genommen, selber eine Liste aufzustellen. Ich bitte, diese so weit wie möglich zu verbreiten und mir Namen von Leuten zu nennen, die auch auf diese Liste passen.

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Verantwortliche für Verbreitung von Strahlenangst,

Atomausstieg und Verhinderung eines Endlagers

(Die Strahlenhysteriker)

Bussche, Jutta Freifrau von dem  Gutsherrin

War an der Organisation des Widerstandscamps Gorleben beteiligt

Donat, Martin Qualifikationen und Beruf waren nicht zu ermitteln

kämpft weltweit gegen Atomanlagen, Kreistagsabgeordneter, Vorsitzender verschiedener Anti-Atom-Vereinigungen. Verfügt über Reisemittel, z. B. für eine größere Tour durch Japan

Edler, Mathias Politikwissenschaftler M.A.

Er ist Experte für Atomfragen bei Greenpeace. Weitere Berufstätigkeit war nicht zu ermitteln. Aktiv gegen das Endlager Gorleben

Göring-Eckardt, Katrin abgebrochenes Studium Theologie

MdB, zusammen mit Herrn Hofreiter Vorsitzende der Fraktion der „Grünen“

Behauptet, die Folgen von Fukushima besser beurteilen zu können als WHO und UNSCEAR, nach denen keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes der betroffenen Bevölkerung zu erkennen ist. Frau Göring – Eckard bezeichnet diese Untersuchungsergebnisse als zynische Verhöhnung der Opfer.

Habeck, Dr. phil Robert Schriftsteller nicht-wissenschaftlicher Themen, Promotion über Gedichte von Casimir Ulrich Boehlendorff

Vorsitzender der „Grünen“. Aussprüche: “Wir haben die Chance, die Geschichte der Atomenergie endgültig zu beenden.“ Auch ein Witz: (Die Endlagersuche) „geht nach den wissenschaftlich strengsten Kriterien und es ist keine politische Einflussnahme“

Heinen-Esser, Ursula Dipl. Volkswirtin

Umweltministerin Nordrhein- Westfalen. War maßgeblich beteiligt an dem Gesetz zur Rückholung der radioaktiven Abfälle aus dem Bergwerk Asse

Kanitz, Steffen Dipl. Kaufmann

Mitglied der Geschäftsführung der BGE

Hält die Endlagerfrage für dringlich, will sie trotzdem auf Jahrzehnte ausdehnen: “Wir sind froh, dass mit dem Datum 2031 die Dringlichkeit der Suche und des Themas gesetzlich festgehalten ist.“ (Interview mit der Frankfurter Rundschau)

König, Wolfram unterschiedliche Angaben zur Ausbildung, wahrscheinlich ist er Gartenbau-Ingenieur

Politiker der „Grünen“. Seit 2016 Präsident des Bundesamtes für nukleare Sicherheit. Von 1999 bis 2016 Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) und ab 2009 für die Asse zuständig. Galt als reiner „Politkommissar“. Personalrat und Mitarbeiter des Strahlenschutzamtes haben vor einer Übernahme der Asse gewarnt, weil durch die Personalpolitik des BfS – Chefs (König) das Amt fachlich am Ende sei (HAZ 12.03.2010). So stellt es auch der Wissenschaftsrat in seinem Evaluationsbericht 2006 dar: „Dabei werden teilweise die naturwissenschaftlichen Grundlagen der Nuklear – und Strahlenschutz-forschung zugunsten von gesellschaftspolitischen Vorstellungen in Frage gestellt.“

Kotting-Uhl, Sylvia  Studium der Kunstgeschichte und anderem

Ob irgendein Studium mit Diplom, Master oder dergl. abgeschlossen wurde, konnte nicht ermittelt werden.

Mitglied des Bundestages, Atompolitische Sprecherin der „Grünen“. Vorsitzende des Bundestagsausschusses Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit

„Der Atommüll ist unser aller Müll – ob wir seine Produktion wollten oder nicht. Er ist da und stellt für die heutige und zukünftige Gesellschaften eine existenzielle Bedrohung dar“ (Loccumer Protokoll 25/12)

Lies, Olaf Dipl. Ing Elektrotechnik

Niedersächsischer Umweltminister. “Er bedankte sich bei Bürgerinitiativen und anderen Protestierenden, die sich jahrzehntelang gegen den Standort (Gorleben) eingesetzt …. Die Bevölkerung solle das Suchverfahren nach einem Endlager nun entscheidend mitsteuern.“ (Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 07.10.2020)

Meister, Ralf  Theologe

Ev. Landesbischof Niedersachsen

„Allerdings können wir Aussagen machen zu einer hochgiftigen Strahlung, die noch über viele hunderttausend Jahre so giftig sein wird, dass sie das Menschenleben und das Leben auf dieser Erde in ihrer Existenz bedroht.“ (Loccumer Protokoll 25/12)

Oppen, Asta von  angegebener Beruf Regionalentwicklerin. Qualifikation wird nicht angegeben, nach einer Quelle war sie Lehrerin

Anti – Atom – Aktivistin

Roth, Claudia abgebrochenes Studium Theaterwissenschaften

MdB, „Grüne“, wurde 2013 zur Vizepräsidentin des Bundestages gewählt

2 Jahre nach dem Unfall in Fukushima (am 11.03.2013) erinnerte Frau Roth an die „verheerende Atom-Katastrophe von Fukushima, die nach Tschernobyl ein weiteres Mal eine ganze Region und die ganze Welt in den atomaren Abgrund blicken ließ. Insgesamt starben bei der Katastrophe in Japan 16 000 Menschen“.  (Anmerkung von mir: Genau so wurde es meiner Enkeltochter in der Schule erzählt)

Stay, Jochen keinerlei Ausbildung

Kann jedoch schreiben, z. B. für die „taz“ gegen Atomenergie. Führend bei verschiedenen

Anti – Atom – Aktionen

Studt, Stefan Jurist

SPD – Politiker, Vorsitzender der Geschäftsführung der BGE (Bundesgesellschaft für Endlagerung).

„frühestens in 10 Jahren fällt die Entscheidung für einen Endlagerstandort“ „Im Gegensatz zu den Diskussionen, die Gorleben vorausgingen, wird dies (die Endlagersuche) ein sehr transparenter kommunikativer und vor allem interaktiver Prozess sein.“ (Interview mit der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung am 10.06.2019).

Wenzel, Stefan Diplom – Agrarökonom

MdL Niedersachsen. Umweltminister Niedersachsen von 2013 – 2017 jetzt Sprecher der „Grünen“ für Haushalt und Finanzen.

„Die Ereignisse in Japan übersteigen die schlimmsten Befürchtungen von Atomkraftgegnern.“ (Wenzels Internetseite 28. 07. 2011)

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Noch einmal: Die geplante Endlagersuche ist eine ungeheuerliche Verschwendung von Geld. Gorleben genügt völlig. Noch schlimmer ist die Verbreitung von Angst. Dem muss man widersprechen.




WHO jetzt gegen Corona-Quarantäne – deutsche Medien verschweigen Kurswechsel

Nur Sciencefiles berichtet darüber – kein Wunder, Michael Klein ist als das Trüffelschwein der relevanten Informationen bekannt.

Konkrete Aussage der WHO:

„Corona: Lockdown nicht mehr ausgeschlossen“,

titelt das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Kein Wort wird in dem Beitrag über die Weltgesundheitsorganisation WHO verloren. Merkwürdig. Aber auch leicht zu erklären. Denn offizielle Vertreter der WHO warnen inzwischen genau vor so einem Lockdown. Auf Englisch. Und die bundesdeutschen Medien berichten nicht darüber. Vielleicht, weil es „die Bevölkerung verunsichern könnte“, was Dr. David Nabarro in einem Interview mit Spectator TV gesagt hat. Der Mann ist Arzt und einer von sechs Sonderberichterstattern der WHO, die anlässlich der SARS-CoV-2-Pandemie ernannt wurden. Und faktisch verkündet er einen Kurswechsel der WHO. Nabarro sagt in dem Interview:

„Wir müssen lernen, einen Weg zu finden, mit diesem Virus zu koexistieren! Und der nicht mit großem Maß an Leiden und Tod verbunden ist. Das heißt, wir brauchen einen Mittelweg: Das Virus in Schach halten und gleichzeitig die Wirtschaft und das soziale Leben am Laufen zu halten. Wir denken, das ist machbar.“

Weiter führt der Arzt aus:

„Wir bei der Weltgesundheitsorganisation befürworten Lockdowns nicht als Hauptmittel, um das Virus zu kontrollieren. In unseren Augen sind Lockdowns nur dafür gerechtfertigt, um Zeit zu gewinnen. Und zwar Zeit, um umzuorganisieren, um sich neu aufzustellen, um die eigenen Ressourcen neu auszutarieren, und um medizinisches Personal zu schützen, das erschöpft ist. Aber im großen und ganzen raten wir von Lockdowns ab.“




Woher kommt der Strom?-Albtraum für die Freunde der Energiewende

Der Wind ließ deutschlandweit nach, auch auf See herrschte weitgehend Flaute. Mit der Folge, dass Deutschland bis zum Ende des Monats September eine nahezu geschlossene Lücke in der Stromversorgung hatte. (Abbildung, bitte unbedingt aufrufen. Es öffnen sich alle Abbildungen & mehr) Dementsprechend hoch waren die Preise, die für den Importstrom, der die Lücke schließen musste, aufgerufen wurde. In der Spitze wurde 128,31€/MWh (29.9.2020, 19:00 Uhr) verlangt … und bezahlt (Abbildung 1). Der Chart mit den detaillierten Im-, Exportpreisen und den handelnden Ländern (Abbildung 2) ermöglicht einen weiteren bemerkenswerten Blick auf die 40. Woche.

Am gewinnbringenden Stromhandel beteiligen sich nahezu alle Nachbarn Deutschlands. Das Preisniveau ist insgesamt hoch. Vor allem dann, wenn Deutschland importiert. Nur zum preisintensiven Vorabend kann Deutschland auskömmliche Preise erzielen – wenn denn Strom zur Verfügung steht, der exportiert werden kann. Das aber ist höchst selten der Fall, weil die konventionellen Stromerzeuger (Abbildung 3) wegen der Tagesspitze in aller Regel ihre Produktion drosseln und zum Vorabend die Stromproduktion nicht schnell genug hochfahren können. So entstehen meisten, aber durchaus nicht immer die Versorgungslücken zum Vorabend. Abbildung 3 belegt sehr schön, dass die Konventionellen zum Wochenbeginn alles in die Waagschale werfen, um die Lücken zu schließen. Gleichwohl gelingt es nicht. Zum Ende der Woche hingegen wird die Stromproduktion so weit wie möglich heruntergefahren. Ziel: Vermeiden einer teuren Überproduktion. Auch dieses Unterfangen scheitert. Die Exportpreise sinken Richtung Null. Kurz sogar darunter.

Ausnahme: Die Vorabende 1. bis 3. 10.2020. Diese Woche belegt wieder mal, dass die Energiewende nicht funktionieren wird. Zu unberechenbar sind Schwankungen, denen die Wind- und Sonnenstromerzeugung unterliegt. Auch der geplante weitere Ausbau der Wind- und Sonnenstromproduktion wird die Lage eher verschlechtern. Je weniger konventionelle Kraftwerke – denn der Ausbau geht ja mit einer „Abschaltorgie“ einher – kontinuierlich fließenden, sicheren Strom – in Deutschland produziert – liefern können, desto größer wird die Abhängigkeit von unseren Nachbarn. Die freuen sich aktuell über die sagenhaften Gewinnmöglichkeiten, die die deutsche Energiewende mit ihren regelmäßigen Preisdifferenzen ermöglicht. Wenn´ s aber mal eng wird mit der eigenen Stromversorgung unserer Nachbarn, wenn der erzeugte Strom in Extremsituationen selber benötigt wird, dann wird es auch eng mit der Stromversorgung in Deutschland. Bleibt nur zu hoffen, dass die deutschen Energieversorger, die Bundesnetzagentur irgendwann mal ihr Veto einlegen eingedenk dieser selbstzerstörerischen, unsäglich teuren Vorgehensweise genannt Energiewende. Sonst wird es nicht nur teuer, sonst wird es auch mal dunkel. 

Abbildung 4 bringt die Tabelle und den daraus generierten Chart mit den Werten der Energy-Charts. Die Im-, Exportwerte liegen wieder vor. Deshalb die entsprechenden Charts unter Abbildung 5. Sehr ernüchternd ist die angenommene Verdoppelung der Stromerzeugung durch Wind- und Sonnenkraftwerke (Abbildung 6). 

Die Tagesanalysen

Sonntag, 27.9.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 47,12 Prozent, davon Windstrom 21,15 Prozent, Sonnenstrom 10,58 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 15,38 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Vermutete man zum Ende der 39. Woche noch, dass nun die Herbstsaison mit windigem, wenn nicht stürmischen Wetter anbrechen würde, wurden wir über den Sonntag eines Besseren belehrt. Der Wind flaute ab. Die Windstromerzeugung brach ein und erholte sich erst 4 Tage später. Ab 5:00 Uhr wurde Strom zwecks Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit importiert. Auch wenn die Konventionellen ´bullerten`, es reichte nicht. So erhöhte sich der Strompreis nahezu kontinuierlich. Von um die 14€/MWh um 5:00 Uhr bis hin zu knapp 52€/MWh um 19:00 Uhr. Wer machte die besten Preisdifferenzgeschäfte?

Montag, 28.9.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 28,80 Prozent, davon Windstrom 6,40 Prozent, Sonnenstrom 10,40 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,00 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Der Albtraum geht weiter. Auf See herrscht Flaute. An Land auch. Die Sonne gibt auch nur recht wenig her. So reicht die konventionelle Stromerzeugung gerade so, um zur Mittagsspitze einen kleinen Überschuss zu erzeugen. Da liegt der Exportpreis denn auch unter 50€/MWh; sonst kostet der Importstrom für den Rest des Tages immer mehr als 50€/MWh, wenn man von der frühen Morgenzeit absieht. Da ist Strom im Verhältnis immer recht günstig. Welche Länder profitieren?

Dienstag, 29.9.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 25,95 Prozent, davon Windstrom 6,11 Prozent, Sonnenstrom 7,63 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,21 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Der Höhepunkt des Albtraums. Deutschland importiert den ganzen Dienstag. Kaum Wind, kaum Sonne. Die konventionellen Stromerzeuger  produzieren auf Teufel komm´ raus. Es reicht nicht eine Stunde. Die Importpreise sind entsprechend hoch. Bereits um 6:00 Uhr werden die 50€/MWh überschritten und bis um 22:00 Uhr nicht mehr unterschritten. Der Spitzenpreis des Tages: Wann, ja wann? Selbstverständlich um 19:00 Uhr: Schlappe 128,31 € werden aufgerufen. Deutschland, der deutsche Stromkunde, zahlt. Welche Länder kassieren?

Mittwoch, 30.9.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 29,41 Prozent, davon Windstrom 8,09Prozent, Sonnenstrom 9,56 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,76 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Am heutigen Mittwoch wird die 70€/MWh-Marke zweimal gerissen. Um 8:00 Uhr und um … klar, um 19:00 Uhr. Zum Abend zieht die Windstromerzeugung an. Die landesweite Flaute geht zu Ende. Vorher allerdings kostet der Importstrom einen Haufen Geld. Dafür bringt der Export über die Mittagsspitze recht wenig ein. Zumindest im Verhältnis zu den Importkosten. Wer kauft günstig ein und verkauft teuer?

Donnerstag, 1.10.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 43,84 Prozent, davon Windstrom 23,29 Prozent, Sonnenstrom 8,90 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,64 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Der Albtraum ist zu Ende. Beginnt nun ein neuer? Dank massiver konventioneller Stromerzeugung und anhaltend befriedigender Wind- und Sonnenstromerzeugung benötigt Deutschland praktisch den kompletten Tag über netto keinen Strom. Die Preise, die Deutschland erzielt sind morgens und abends auskömmlich. Bemerkenswert: Schweden und Dänemark exportieren Strom nach Deutschland. 

Freitag, 2.10.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 51,08 Prozent, davon Windstrom 31,65 Prozent, Sonnenstrom 7,91 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,51 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken

In der Nacht zum Freitag und am Freitagmorgen gibt es nochmal eine Winddelle. Dann wird es stürmisch. Die Windstromerzeugung steigt massiv. Mit der Folge, dass ab 19:00 Uhr, als Deutschland noch mal knapp 45€/MWh mitnimmt, die Exportpreise ins Bodenlose fallen. Die konventionellen Stromerzeuger können ihre Stromerzeugung gar nicht so schnell herunterfahren, um ein Preisabsturz auch nur abzumildern. Wer kauft günstigen Strom?

Samstag, 3.10.2020: Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 66,93 Prozent, davon Windstrom 46,46 Prozent, Sonnenstrom 7,09  Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,39 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Viel Windstrom, wenig Sonnenstrom, wenig Bedarf: Einstieg ins Wochenende. Die Stromerzeugung Deutschlands reicht heute den ganzen Tag. Allerdings sind die Exportpreise insgesamt niedrig. Zwei Stunden sogar negativ. Nur am späten Nachmittag und zum Vorabend steigen sie an (16:00 bis 20:00 Uhr). Da hat Deutschland leider den geringsten Stromüberschuss des Tages.  Die konventionelle Stromerzeugung produziert auf niedrigem Niveau.  Unsere Nachbarn decken sich mit günstigem Strom ein. 

Ein Leser stellte diese Fragen:

Gibt es eine Art Bilanz, die jährlich neben der Gesamtmengen exportierten und importierten Stroms auch die dazugehörigen Zahlungsströme in Euro zeigt? Oder dazu alternativ: Wie hoch ist der Durchschnittserlös in Euro/MWh bei diesem Stromexport im Vergleich zu den durchschnittlichen Importkosten? Hintergrund ist, dass ich in einer Diskussion als Argument „pro Energiewende“ mir anhören musste, dass Deutschland im Jahr erheblich mehr Strommengen exportiert als importiert.

Meine Antwort:

Generell lässt sich sagen, dass der Strom, den Deutschland importiert in aller Regel teuer ist, als der Strom, den es exportiert. Gleichwohl exportiert Deutschland viel mehr Strom, als es importiert. Deshalb sind die Einnahmen absolut gesehen höher. Im Jahr 2019 gab es eine Unstimmigkeit, die hier

https://www.achgut.com/artikel/woher_kommt_der_strom_4_woche_

dokumentiert wurde. Das Jahr 2020 werde ich im Januar 2021 berechnen. Mal schauen, wie es da aussieht. Vielleicht bekommen die Niederlande auch fixe Preise für den Strom, den sie Deutschland liefern. … Lesen Sie weiter unter Abbildung 7

Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de Aber bitte immer höflich. Ist klar, nicht wahr?

Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.

Die bisherigen Artikel der Kolumne Woher kommt der Strom? mit jeweils einer kurzen Inhaltserläuterung finden Sie hier.

Rüdiger Stobbe betreibt seit vier Jahren den Politikblog  www.mediagnose.de




„I want you to think!“ Naomi Seibt erklärt den Corona-PCR-Test – und deckt die Fehler auf

Die Polymerase-Kettenreaktion PCR, für die der Biochemiker Kary Mullis den Nobelpreis erhielt, ermöglich die gezielte Vervielfältigung von Erbmaterial-Abschnitten (DNS). Das Verfahren ist gewissermaßen bionisch, weil dafür ein Enzym (Bio-Katalysator) namens DNS-Polymerase genutzt wird, das in jeder lebenden Zelle vorkommt.

Lebewesen verdoppeln damit ihr komplettes Erbgut vor der Zellteilung (auch wir Menschen); man kann das Enzym technisch aber auch dazu nutzen, kleine Stückchen DNS zielgenau extrem stark zu vermehren. So läßt sich – nicht nur theoretisch – ein einzelnes DNS-Stückchen, ein einziges Molekül (!), nachweisen. Haben Sie, geneigter Leser, einmal ein einziges Corona-SARS2-Virus eingeatmet, das eine einzige ihrer Zellen der Zunge infiziert hat, könnte ein Laborant dieses Virus nach Isolation der Zelle im PCR-Ergebnis sehen.

So sieht das zum Beispiel aus:

So sieht durch PCR vermehrte DNS aus. Die Fluoreszenz, das Leuchten, kommt von einem speziellen Farbstoff. Mehrere PCReaktionen nebeneinander. Eigenes Werk EIKE

Aber ist dieses Verfahren wirklich sinnvoll, um eine relevante (also systemische) Infektion oder gar Erkrankung nachzuweisen? Naomi Seibt hat so ihre Zweifel.




Falsch positiv, falsch negativ oder ganz falsch?

Amtsperson mit vier Beinen

Darf man sagen, dass es eine Rasse gibt, deren Angehörige hinsichtlich Anmut und Intelligenz dem Rest der Spezies überlegen sind? Wenn es so offensichtlich ist wie in diesem Fall, dann muss das erlaubt sein. Die Rede ist vom Beagle, dem sympathischen Vierbeiner mit den Schlappohren.

Man trifft ihn ja nicht nur beim Spaziergang im Park, sondern auch an Flughäfen, wo er in wichtiger Mission unterwegs ist: im Kampf gegen Drogen. Oft trägt er dann eine Uniformjacke, die deutlich macht, dass es sich hier nicht um einen streunenden Straßenhund handelt, sondern um eine Amtsperson.

Sein Job ist es, ankommende Gepäckstücke auf verbotene Substanzen zu überprüfen und seinen Befund dann einem Assistenten zu diktieren, den er an der Leine mit sich führt. Dabei ist er äußerst treffsicher, aber unfehlbar ist auch er nicht. Es kann vorkommen, dass er einen harmlosen Kinderrucksack massiv anbellt, eine Sporttasche voller Hasch aber „übersieht“.

Nicht unfehlbar

Den ersten Typ Fehler nennen wir „falsch positiv = FP“, also wenn ein sauberes Gepäckstück fälschlich als Drogenkoffer identifiziert wird. Der andere Fehler ist „falsch negativ = FN“, d.h. wenn er Gepäck mit Drogen als sauber durchwinkt.

Während seiner Ausbildung konnte unser Beagle, nennen wir ihn Bello, seine Fehlerquote drastisch reduzieren. Trotzdem passieren im Arbeitsalltag noch Patzer, und zwar durchschnittlich 20% vom Typ FN und 5% vom Typ FP. Welche Folgen hat das?

Nehmen wir an, die Zollbehörden wollen heute einfach mal Überblick über die statistische Häufigkeit von Drogenschmuggel gewinnen. Man will niemanden verhaften, aber eine Idee bekommen, wie ernst das Problem ist. Dazu lässt man Bello eine Ladung von 200 Koffern aus Gran Canaria untersuchen. Das Resultat: 15 mal schlägt er Alarm!

Was bedeutet das nun? Seine FN Quote ist ja 20%. Hat er bei 200 Koffern also 40 übersehen, die positiv sind? Und die 5% FP – hat er da 10 mal falsch gebellt, bei völlig harmlosen Taschen? Das muss man doch wissen, um eine seriöse Statistik aufstellen zu können.

Nichts einfacher als eine falsche Statistik

Bello hat bei den 200 Koffern also 15 mal gebellt. Ich habe für Sie ausgerechnet was das bedeutet: es sind vermutlich 6 Koffer mit Drogen dabei.

Mit seinen 20% FN hat er von den sechs Drogenkoffern einen übersehen; fünf mal aber hat er richtig gebellt. Und bei den verbleibenden 194 sauberen Koffern hat er versehentlich 10 mal gebellt, wegen seiner 5% FP.

Fünf mal richtig gebellt plus 10 mal falsch positiv gebellt ergibt insgesamt die erwähnten 15.

Das Ergebnis 6 ist aber dennoch äußerst unsicher, es ist keineswegs in Stein gemeißelt, es ist nur der wahrscheinlichste Wert. Auch 3 oder 10 wären durchaus möglich, wenn auch weniger wahrscheinlich als die 6.

Das ist natürlich furchtbar ungenau und Sie fordern vielleicht, Bello solle in Rente gehen, wenn seine Nase nichts taugt. Aber Halt! Ihr Urteil ist nur gerechtfertigt, wenn wir Bello für statistische Untersuchungen einsetzen. Für Einzelfälle ist sein Dienst Gold wert. Da würden jetzt nämlich die Besitzer der 5 positiven Koffer, die Bello richtig identifiziert hat, plus diejenigen der 10 sauberen Koffer, bei denen Bello sich irrte, zum Zoll gerufen, wo man deren Gepäck dann intensiver untersucht.

Die 10 sauberen Passagiere könnten ihre Reise nun unbehelligt fortsetzen, die fünf Ganoven aber würden die nächsten Tage und Nächte recht ungemütlich verbringen. Ja, und einer von ihnen, der wäre den Zöllnern durch die Lappen gegangen.

Für individuelle Untersuchungen also taugt Bello durchaus, nicht aber für statistische Aussagen. Die wären nur möglich, wenn der Prozentsatz der falsch positiven Befunde wesentlich kleiner wäre, als der Prozentsatz der Drogendealer unter den Passagieren. Das aber ist nicht der Fall.

Es könnte nun sein, dass die Zöllner die Drogensituation dramatisieren wollen, um mehr Geld von der Regierung zu bekommen. Dazu lassen sie durch Bello und seine Kollegen von Tag zu Tag mehr Koffer untersuchen, um dann alarmierende Botschaften zu verbreiten: „Trauriger Rekord: Drogenhunde identifizieren über tausend Gepäckstücke mit Rauschgift an einem Tag.“

Irrtum im Reagenzglas

Mit der Geschichte von Bello versuche ich Klarheit zur Interpretation der allgegenwärtigen Pandemie-Statistiken beizutragen, und zwar zu den rechnerisch – logischen Aspekten, nicht zu den klinischen.

Bei Corona gibt es ja ebenfalls das Problem der FP- und FN-Tests, welche die Untersuchungen verfälschen. Um das harmlos und unpolitisch darzustellen, habe ich die Problematik an einen anderen Schauplatz verlegt – die Mathematik bleibt die gleiche und lässt sich ohne medizinisches Fachwissen auf die Corona Welt übertragen. Wenn uns mitgeteilt wird, dass wieder Tausende positiv getestet wurden, dann darf diese Zahl nicht in die Welt gesetzt werden, ohne im gleichen Atemzug die Gesamtzahl der Tests zu nennen und die vermutete FP-Quote. Alles andere wäre Irreführung.

Gott sei Dank

Für den Einzelfall aber macht auch bei Corona ein unsicherer Test durchaus Sinn. Der falsch positive „Patient“ wird dann eben zum Arzt gehen und von diesem, nach eingehender Untersuchung, als gesund nach Hause geschickt. Der echt Positive wird vom Arzt entsprechend versorgt oder ins Krankenhaus überwiesen. Ja, und der falsch Negative wird ein paar Tage später auch zum Arzt gehen, wenn ihn die Symptome dahin treiben.

Eine statistische Aussage, oder gar ein Testen der gesamten Bevölkerung wäre jedoch nur sinnvoll, wenn der Prozentsatz der Infizierten deutlich über dem Prozentsatz der falsch positiven Tests läge. Und das ist nicht der Fall – Gott sei Dank.

Hier aber eine einfache Statistik, auf die man sich verlassen kann: die durchschnittliche Lebensdauer eines Menschen in unseren Breiten beträgt rund 80 Jahre, und das sind rund 1.000 Monate. Das ist eine gute Nachricht. Daraus folgt, dass jeden Monat durchschnittlich ein Tausendstel der Bevölkerung stirbt. Das ist die schlechte Nachricht.

Seit Anfang März, also seit rund 7,5 Monaten, sind in Deutschland demnach statistisch rund

7,5 x 83.000.000 / 1000 = 622.500 Personen verstorben.

Gemäß Wikipedia sind im gleichen Zeitraum 9.599 Menschen an Corona gestorben, rund ein Sechzigstel der oben erwähnten Zahl. Es war also über sechzig Mal so wahrscheinlich an etwas anderem zu sterben als an Corona.

Aktuell ist die Gefahr durch Corona das Leben zu verlieren noch niedriger, denn die meisten Corona-Toten waren im April und Mai zu beklagen. Wenn Sie gestern im Supermarkt also gerade mal Ihre Maske vergessen hatten, dann muss das nicht Ihr letzter Einkauf gewesen sein, zumindest nicht aus gesundheitlichen Gründen.

Dieser Artikel erschien zuerst im Blog des Autors Think-Again. Sein Bestseller „Grün und Dumm“ ist bei Amazon erhältlich.