Interner Streit bei Klima-Alarmisten: Fundis gegen Realos – worum geht es wirklich?

Die beiden prominenten Klimaschützerinnen Luisa Neubauer und Carola Rackete schrieben gemeinsam beim Spiegel einen Artikel mit dem Titel Wer hat die Macht, Verträge zu brechen?, in dem sie forderten, das 1,5°-Begrenzungsziel einzuhalten, weil wir sonst

Gefahr laufen, uns Rückkopplungseffekten im Klimasystem auszusetzen, die nicht mehr aufzuhalten sind.

Die Autorinnen beziehen sich damit auf die unbewiesene Theorie der „Kipp-Punkte“, die besagt, daß nach x Jahren weiterer CO2-Emissionen alles zu spät sei und die Atmosphäre sich nun unweigerlich aufheizen werde. „x“ bedeutet aktuell nach Greta Thunbergs Einschätzung etwa elf oder zwölf Jahre ab 2019; 2007 meldete die BILD auf dem Titel, es seien noch 13 Jahre. Einen anderen Wert lieferte Luisa Neubauer selbst, als sie Anfang 2020 im Interview meinte, wir hätten nur noch dieses Jahr Zeit, das Klima zu retten. Nach heftigem Einspruch der anwesenden Greta nahm die Hamburgerin aus der Reemtsma-Familie ihre Einschätzung aber sofort zurück.

Im Interview mit der Berliner Tageszeitung taz widerspricht nun der Klima-Physiker Anders Levermann vom PIK der Notwendigkeit der Begrenzung auf 1,5° Klimaerwärmung. Levermann ist EIKE-Lesern bekannt, da wir bereits darüber berichteten, daß der Professor der Universität Potsdam im Bundestag ein ähnlich wie Wasser gewinkeltes CO2 postulierte und später die abschmelzende West-Antarktis mit Schneekanonen beschneien wollte.

Zur Kipp-Punkt-These meint er, daß nur einzelne Bereiche der Erdoberfläche kippen könnten, so die Arktis oder Korallenriffe. Eine selbstverstärkende Spirale der Erderwärmung auf dem gesamten Planeten verneint er. Auch meint er, daß eine Erhitzung der unteren Luftschichten um 2° unsere Gesellschaften wohl nicht fundamental bedrohen würden.

Ganz anders sähe es aus, wenn man, wie die jungen radikalen Bürgerkinder der Millennial-Generation es gern fordern, schlagartig alle Kraftwerke und Verbrennungsmaschinen verbieten würde. Die USA zum Beispiel müßten genau dies bis 2023 tun, um „klimaneutral“ zu werden. Angesichts von „70 Millionen Trump-Wählern, die man nicht mögen muß, die aber eine Realität sind“ warnt er davor. Als Alternative empfiehlt Levermann, die Treibhausgasemissionen bis 2050 ganz herunterzufahren. Und nicht „gegen die kämpfen, die 2 Grad fordern“.

Welche Taktik mag hinter diesen Worten stecken? Im Interview erwähnt der Physiker, daß Teile der Klimaretterszene (gemeint sind wohl Extinction Rebellion XR und FFF) sich auf die grünen Realos eingeschossen hätten. Das klingt so, als habe Levermann stellvertretend für viele andere „Alte“ Angst vor den Geistern, die er selbst rief. Die akademischen Klimamodellierer der Professorengeneration macht sich offenbar Sorgen, daß die bürgerlichen Millennials, die gerne fordern und fordern, aber wegen ihrer Verwöhntheit und mangels Verantwortungs- und Realitätssinn zu sehr auf die Tube drücken, eine sofort wirksame katastrophale Politik durchsetzen. Die dann wieder auf Levermann, Schellnhuber, Rahmstorf und Co. zurückfiele. Zumindest, wenn die Folgen unsinniger KKW-Abschaltung und Verbrennerverbot radikal bis 2035 durchgesetzt würden. Dann sind die drei genannten Profs nämlich nach aktueller Lebenserwartung alle noch am Leben, Levermann noch nicht einmal pensioniert. 2050, weitere 15 Jahre später, sähe es anders aus; die politischen Maßnahmen zur „Klimarettung“ bis dahin wären nur halb so schnell vom Zaun gebrochen, und Levermann könnte da seine üppige Rente unter südlicher Sonne genießen (während Solarzyklus-bedingt in Deutschland das nächste Temperaturminimum begonnen hat).

Man sieht, wie in Goethes Zauberlehrling neigen Leute, die es gern bequem haben, statt etwas zu leisten, dazu, zu riskanten Mitteln zu greifen, die eine aus dem Ruder laufende Entwicklung bewirken können. Unser großer Dichter beschrieb das Problem in seinem Gedicht über einen Jungzauberer, der die Abwesenheit seines weisen Lehrers nutzt und ohne ausreichende Fertigkeit einen verhexten Wischmop zum Wasserholen fürs Bad nutzt, aber nicht in der Lage ist, den seelenlosen Diener zu stoppen und nun zusehen muß, wie das Haus überschwemmt wird.

Hat der alte Hexenmeister 
Sich doch einmal wegbegeben! 
Und nun sollen seine Geister 
Auch nach meinem Willen leben. 
Seine Wort‘ und Werke 
Merkt ich und den Brauch, 
Und mit Geistesstärke 
Tu ich Wunder auch.

Walle! walle 
Manche Strecke, 
Daß, zum Zwecke, 
Wasser fließe 
Und mit reichem, vollem Schwalle 
Zu dem Bade sich ergieße.

Und nun komm, du alter Besen! 
Nimm die schlechten Lumpenhüllen; 
Bist schon lange Knecht gewesen: 
Nun erfülle meinen Willen! 
Auf zwei Beinen stehe, 
Oben sei ein Kopf, 
Eile nun und gehe 
Mit dem Wassertopf!

Walle! walle 
Manche Strecke, 
Daß, zum Zwecke, 
Wasser fließe 
Und mit reichem, vollem Schwalle 
Zu dem Bade sich ergieße.

Seht, er läuft zum Ufer nieder, 
Wahrlich! ist schon an dem Flusse, 
Und mit Blitzesschnelle wieder 
Ist er hier mit raschem Gusse. 
Schon zum zweiten Male! 
Wie das Becken schwillt! 
Wie sich jede Schale 
Voll mit Wasser füllt!

Stehe! stehe! 
Denn wir haben 
Deiner Gaben 
Vollgemessen! – 
Ach, ich merk es! Wehe! wehe! 
Hab ich doch das Wort vergessen!

Ach, das Wort, worauf am Ende 
Er das wird, was er gewesen. 
Ach, er läuft und bringt behende! 
Wärst du doch der alte Besen! 
Immer neue Güsse 
Bringt er schnell herein, 
Ach! und hundert Flüsse 
Stürzen auf mich ein.

Nein, nicht länger 
Kann ichs lassen; 
Will ihn fassen. 
Das ist Tücke! 
Ach! nun wird mir immer bänger! 
Welche Miene! welche Blicke!

O, du Ausgeburt der Hölle! 
Soll das ganze Haus ersaufen? 
Seh ich über jede Schwelle 
Doch schon Wasserströme laufen. 
Ein verruchter Besen, 
Der nicht hören will! 
Stock, der du gewesen, 
Steh doch wieder still!

Willsts am Ende 
Gar nicht lassen? 
Will dich fassen, 
Will dich halten 
Und das alte Holz behende 
Mit dem scharfen Beile spalten.

Seht, da kommt er schleppend wieder! 
Wie ich mich nur auf dich werfe, 
Gleich, o Kobold, liegst du nieder; 
Krachend trifft die glatte Schärfe. 
Wahrlich! brav getroffen! 
Seht, er ist entzwei! 
Und nun kann ich hoffen, 
Und ich atme frei!

Wehe! wehe! 
Beide Teile 
Stehn in Eile 
Schon als Knechte 
Völlig fertig in die Höhe! 
Helft mir, ach! ihr hohen Mächte!

Und sie laufen! Naß und nässer. 
Wirds im Saal und auf den Stufen. 
Welch entsetzliches Gewässer! 
Herr und Meister! hör mich rufen! – 
Ach, da kommt der Meister! 
Herr, die Not ist groß! 
Die ich rief, die Geister 
Werd ich nun nicht los.

»In die Ecke, 
Besen! Besen! 
Seids gewesen. 
Denn als Geister 
Ruft euch nur, zu seinem Zwecke, 
Erst hervor der alte Meister.«

Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832)




„Black Friday“: Greta sagt Bürgern, was sie zu tun haben

Selbsternannte Weltretter unterschiedlichster Couleur lieben es, den Bürgern zu sagen, wie diese zu leben haben. Seit sich das marxistische Argument der 68er in den westlichen Ländern als stumpf erwiesen hat, schalten Linke auf Wohlstandskritik um, weil man lieber „sein statt haben“ soll und Konsum irgendwie die Umwelt belaste, aktuell mit CO2.

Daß der Wohlstand der ökologischen Bürger dabei im Vergleich der höchste ist und sie selber den größten ökologischen Fußabdruck haben, wird gern verschwiegen. So auch die Familie Thunberg: Schon in Gretas Biografie steht, daß die Familie neben einer Stadtwohnung im teuren Stockholm ein Haus auf den Schären hat. Eine Fotografie der Wohnung, die einmal durchs Netz ging, zeigt ausgesuchte Designermöbel.

Aber andere sollen gefälligst keine preiswerten Waren am Black Friday kaufen:

https://twitter.com/GretaThunberg/status/1332222374083702785




Helden-Doku im Ersten: ein Jahr mit FFF-Aktivisten

Am 18. November, spät im Anschluß an den Film „Ökozid“ und die zugehörige ‚Maischberger‘-Rederunde mit nur einem  Alibi-Kritiker sendete das erste eine Fridays-for-future-FFF-Doku über Aktivisten vor allem aus der Hauptstadt. Luisa Neubauer war natürlich häufiger auch zu sehen, der Focus lag aber auf jüngeren Gesichtern wie Clara Meyer. Clara hatte, Sie erinnern sich vielleicht, mit einem Rundzopf auf dem Kopf 2019 eine feurige Rede auf einem Aktionärstreffen gehalten bzw. vorgelesen.

Die Abiturientin ist im Film mit einem Freund zu sehen, wie sie in einer öffentlichen Diskussion in Frankfurt (O) dem FDP-Chef Christian Lindner Vorwürfe – nun ja – vorliest und sich dann schnell aus dem Staub machen will. Der konsternierte Politiker wäscht den beiden Teens sogleich den Kopf und mahnt eine demokratische Diskussion an, woraufhin Clara ihm zugleich hilflos und herablassend bedeutet, er solle bei irgendeinem Demonstriertag von FFF vorbeischauen und sich rechtfertigen. Die Zuschauer im Saal quittieren das kindische Verhalten der beiden mit Buhrufen. Clara und ihr Mitstreiter versuchen indes draußen vor dem Saal ihre Blamage mit triumphalen Gesten zu überspielen. Die Pointe: Zuvor, auf der Hinfahrt nach Frankfurt (im Zug natürlich), machen sich die beiden darüber lustig, daß Politiker wie Lindner FFF-Kindern aufgrund ihres Alters und fehlender Bildung die Kompetenz absprechen, beim Klima mitreden zu können. Nun ja, offenbar nicht ganz zu Unrecht, wie die beiden bewiesen.

Diese Szene war in der ganzen Sendung eine der wenigen, die die wahren Motive der Fridays-for-no-future-Bewegung offenbart. Zumindest ausdrücklich. Unterschwellig bekommt man im Film durchaus noch mehr Wahrheit mit, wenn man genau hinsieht. Trotz daß Deutschland, wie ein aktueller Edeka—Weihnachtsspot gerade betont, eine bunte Gesellschaft besitzt, sieht man im Film mit der Ausnahme eines Asiaten nur deutsche Bürgerkinder bei FFF. Der Kleidungsstil der Frauen (z.B. C.M.) und die Attitüden der Protagonisten lassen fast durchweg auf das obere Viertel der Gesellschaft schließen. Ein junger Mann mit blonden Haaren, der als Fotograf für die FFF-Demos in Berlin fungiert, kündigt beispielsweise an, sich aus der Bewegung zurückzuziehen und nun eine Weltreise anzutreten. Im Hintergrund sieht man eine riesige Weltkarte an der Wand, die teilweise mit Fotos verziert ist. Die Position der Schnappschüsse auf den Kontinenten läßt darauf schließen, daß der junge Fotograf dort schon war und –ähnlich wie Luisa Neubauer auf Instagram – mit seiner Globetrotterei ein wenig angeben will. Typisch für das Milieu der Großbürgerkinder: Reisen kann jeder HartzIV-Empfänger; aber die Elite fliegt laufend und Langstrecke.

Am Ende der Dokumentation kommt wieder etwas expliziter schlechte Stimmung auf, als die Protagonisten von ihrer Corona-Depression (gerne denglisch Depreschen ausgesprochen – man ist schließlich Weltbürger*in) erzählen, die auch daher rührt, daß mit der Viruspanik seitens der Regierung und der Medien die Klimapanik deutlich zurückgefahren wurde und die kameraaffinen Aktivisten wie Luisa N., die sich auch deutlich verärgert zeigt, nicht mehr die gewohnte Aufmerksamkeit erhalten.

Ein Junge, der erst 15 Jahre ist, zeigt in einer Aussage eine erstaunliche Reife, als er meint, durch seinen Aktivismus habe er andere Menschen nur noch als Klimaschädlinge wahrgenommen, und nun, in der Depressionsphase, habe er gemerkt, daß er damit etwas tat, was er eigentlich ablehne.

Ein weiterer Lichtblick am Ende des Films: Aktivistin Clara macht im Krankenhaus ein Praktikum als Hilfsschwester in der Intensivstation. Wenn es lange genug geht, kann ihr das nur guttun, wenn sie die Realität des Lebens außerhalb ihres behüteten wohlhabenden Elternhauses kennenlernt. Wer weiß, vielleicht studiert sie ja Medizin, oder noch besser: Sie macht eine Ausbildung zur Krankenschwester.




Woher kommt der Strom? Durchschnittsrechnungen sind Schall und Rauch

 (Abbildung, bitte unbedingt anklicken. Es öffnen sich alle Abbildungen und Mehr)

Ist das nicht der Fall, fällt das Stromnetz ab. Um das böse Black-Wort nicht zu verwenden: Die Lichter gehen aus. Deshalb müssen in den ersten 4 Tagen der Woche die konventionellen Stromerzeuger wirklich Vollgas geben (Abbildung 1). Der Bedarf liegt teilweise bei 80 GW. Trotz einer konventionellen Produktion von über zum Teil über 60 GW muss an einigen Tagen Strom hinzugekauft werden (Abbildung 2). Meist am frühen Morgen zu dann moderaten Preisen. Den höchsten Preis erzielt allerdings Deutschland am 10.11.2020 um 17:00 Uhr. Fast 80€/MWh bekommt Deutschland per Saldo für 0,653 GW Exportstrom von diesen Nachbarn (Abbildung 3). Das ergibt immerhin eine Einnahme von gut 52.000 €. Leider ist das die Ausnahme. Ab Donnerstag steigt die Windkrafterzeugung wieder an, um zum Sonntag eine Dimension zu erreichen, die den Strompreis ins Bodenlose sinken lässt. Um 23:00 am Samstag werden bereits lediglich 21,56 €/MWh aufgerufen, der Tiefstpreis der 46. Woche. Dazu dann mehr in der nächsten Woche.

Die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts und vor allem der aus dieser Tabelle generierte Chart belegen sehr eindrücklich die geringe Wind- und- Sonnenstromerzeugung der 46. Woche (Abbildung 4). Montag, Dienstag und Mittwoch liegen Wind- und Sonnenstromerzeugung zusammen unter der Stromerzeugung mittels Biomasse und Wasserkraft. Das sind mit der am Sonntag ebenfalls schwachen Erzeugung insgesamt 102 Stunden, in denen Wind- und Sonnenstrom fast ausfällt. Bedenkt man, dass bis 2022 die Stromerzeugung per Kernkraft, bis 2030 die komplette Kohlestromerzeugung in Deutschland wegfallen soll und betrachtet Abbildung 1, dann weiß man, dass die Stromerzeugung Deutschland und die damit verbundene Versorgungssicherheit zukünftig auf kleinen, tönernen Füßchen stehen wird. Ich befürchte, dass den verantwortlichen Politikern dieser Sachverhalt gar nicht richtig bewusst ist. Fehlt es ihnen doch oft schon an den einfachsten Grundkenntnissen in Sachen Strom. Sonst wäre so ein Desaster der Ahnungslosigkeit, wie es Wirtschaftsminister Altmaier kürzlich im Bundestag offenbart hat, unmöglich (Abbildung 5).

Der Im-, Exportchart der 46. Woche (Abbildung 6) zeigt, dass vor allem Frankreich den Bedarf Deutschlands gedeckt hat, wenn die eigene Kraftwerksproduktion nicht ausreichte. Die Exporte sind um einiges höher als der Import und selbstverständlich sind auch die Einnahmen aus dem Export absolut gesehen höher. Heruntergerechnet auf €/MWh zeigt sich der ´wahre` Preis, den Deutschland für Exportstrom bekommt, für Importstrom zahlen muss. Sehen Sie sich bitte Abbildung 7 an.

Bei der geringen Wind-, Stromerzeugung der 46. Woche wundert es wenig, dass auch angenommene Verdoppelung des Wind-, Sonnenstroms bei weitem nicht ausgereicht hätte, den Strom-Bedarf Deutschland auch nur annähernd zu decken. Am Dienstag und Mittwoch wurden sogar jeweils über eine Terawattstunde (TWh) zusätzlicher Strom benötigt. Rufen Sie den Chart auf, den Sie unter Abbildung 8 herunterladen können.

Die Tagesanalysen

Sonntag, 8.11.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 32,14 Prozent, davon Windstrom 9,82 Prozent, Sonnenstrom 8,04 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 14,29 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Die Preise, die Deutschland heute für den Export erzielt, für den Import zahlen muss, liegen um die 30€/MWh. Erst ab 14:00 Uhr steigen sie an. Ab 15:00 Uhr bis 21:00 Uhr werden 40€ und mehr pro MWh gezahlt, eingenommen. Gäbe es die konventionelle Stromerzeugung mittels Kohle und Kernkraft nicht, sähe es finster aus in Deutschland. 

Montag, 9.11.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 23,40 Prozent, davon Windstrom 7,09 Prozent, Sonnenstrom 4,26 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,06 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Die Wind-, Sonnenstromerzeugung sinkt nochmals ab. Die Exportpreise, die Deutschland erzielt sind erklecklich. Die zu zahlenden Importpreise sind moderat. Um 17:00 muss Deutschland für gleichwohl sehr wenig (179 MW) Importstrom über 72€/MWh  bezahlen. Die konventionelle Stromerzeugung bullert kräftig. 

Dienstag, 10.11.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 20,00 Prozentdavon Windstrom 5,52 Prozent, Sonnenstrom 2,76 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,72 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Es geht weiter Abwärts mit der regenerativen Stromerzeugung. Die Stromerzeugung Deutschlands ist auf Kante genäht. Die Preise sind in Ordnung. Konventioneller Strom wird dringend gebraucht … und produziert.

Mittwoch, 11.11.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 19,15 Prozentdavon Windstrom 4,96 Prozent, Sonnenstrom 2,13 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,06 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Es geht noch weniger. Bei einem Bedarf von 78,567 GW um 11:00 Uhr werden insgesamt 13,73 GW Strom regenerativ erzeugt. Die Lücke von 64,887 GW werden durch die eigene Stromversorgung nicht geschlossen. 3,761 GW müssen noch importiert werden. Zu genau 50,43 €/MWh. Natürlich wissen die konventionellen Stromerzeuger, dass am Donnerstag die Flaute zu Ende sein wird. Deshalb fahren sie ihre Kraftwerke nicht noch höher, als das ohnehin schon der Fall ist

Donnerstag, 12.11.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 36,67 Prozent, davon Windstrom 23,33 Prozent, Sonnenstrom 2,67 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,67 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Die Windstromerzeugung zieht wie erwartet an. Stromstrom fließt weiter nur in geringem Ausmaß. Entstehender Stromüberschuss wird auskömmlich veräußert. Fehlender Strom wird günstig – weil am frühen Morgen – eingekauft. Von diesen Nachbarn. Konventionelle Stromerzeugung bleibt selbstverständlich notwendig. Nur die 60 GW-Grenze wird nicht mehr überschritten. 

Freitag, 13.11.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 35,53 Prozent, davon Windstrom 20,29 Prozent, Sonnenstrom 4,61 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,53 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Am Freitag, den 13.11.2020 dümpelt die Wind-, Sonnenstromerzeugung so vor sich hin. Konventioneller Strom wird sauber – in der Menge – hinzu erzeugt. Der Überschuss kann zu einem Großteil auskömmlich verkauft werden. Diese Nachbarn nehmen den Strom ab. 

Samstag, 17.11.2020: Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 45,24 Prozent, davon Windstrom 26,19 Prozent, Sonnenstrom 6,35 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,70 Prozent. Die Agora-ChartmatrixHier klicken.

Am Samstagnachmittag deutetet sich ein strammer Windstromanstieg an. Ab 18:00 Uhr (44,56 €/MWh) fallen die Strompreise zügig auf ein Niveau, das um 23:00 Uhr bei um die 21,- €/MWh liegt. Ein Ende des Absturzes ist auf Grund der stürmischen Wetterlage nicht in Sicht. Die konventionellen Stromerzeuger fahren die Kraftwerke herunter, aber eine Mindestleistung von 20 GW – konventionell erzeugt – ist immer! erforderlich, um die Stabilität des Stromnetzes zu gewährleisten. Große rotierende Massen sind dafür notwendig. Viele tausende und aber-tausende Mini-Stromerzeuger erzeugen sogenannten ´Flatterstrom`, da vor allem die „Natur“ keinerlei Kontinuität gewährleisten kann. Das können nur Kern-, Kohle- oder Gaskraftwerke. 

Womit der erste Teil der Frage eines Lesers dieser Kolumne beantwortet wäre. Der schreibt:

In Gesprächen mit Freunden und Bekannten ist es ziemlich schwierig die von Ihnen berichteten Fakten zu vermitteln. Solange der Strompreis in geringen Dosen erhöht wird und weiterhin Strom aus der Steckdose kommt, kümmern sich die Menschen vorrangig um eine Vielzahl anderer Probleme. Zu dem Thema Blackout und Stabilität der Netzfrequenz wurde behauptet, dass dafür mehrere Kraftwerke ständig am Laufen sind. Der Strom, der bei starker Wind- und Sonnenstromproduktion überschüssig ist, werde in die Erde abgeleitet. Meine Recherche im Internet ergab kein Ergebnis, das diese Aussage bestätigt oder widerlegt. Können Sie da helfen? 

Ja es müssen immer konventionelle Kraftwerke mit ihren gewaltigen Generatoren Strom erzeugen. Etwa 20 GW sind notwendig. Was jetzt im Winter knapp ein Viertel des Strombedarfs gesamt ausmacht. Mit den 20 GW immer notwendigen konventionellem Strom ergibt sich insbesondere im Sommer bei kräftiger Sonnenstromerzeugung das Problem, dass zur Mittagszeit, wenn der regenerativ erzeugte Strom an den 90% und mehr kratzt, ein Überschuss entsteht, der in aller Regel sehr günstig abgegeben, verschenkt oder sogar mit einen Bonusscheck versehen verschenkt werden muss. Das Problem verschärft sich, je mehr Solarkraftwerke gebaut werden. 

Überschüssiger Strom muss „verbraucht“, besser verkauft werden. Ableiten geht nicht. Es sei denn zu Stromverbrauchern. Das können Windradgeneratoren sein, das können alte Kraftwerks-Generatoren sein. Selbstverständlich erst dann, wenn alle vorhandenen Speicher aufgefüllt sind. Vor allem die heimischen, aber auch die in Österreich und der Schweiz. Eins muss allerdings bedacht werden: Alle Speicher zusammen reichen nicht aus, um die 4-Tagelücke Strom wie oben gesehen zu schließen. Deshalb sollten die Verantwortlichen sich ihre Abschaltfantasien noch mal genau überlegen. Der Kernkraftzug ist abgefahren. Aber bei der Kohle sollte zumindest solange gewartet werden, bis genügend Gaskraftwerke deren Stromerzeugung übernehmen können. Die allerdings müssen noch gebaut werden. Zumindest zu einem großen Teil.

Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de Aber bitte immer höflich. Ist klar, nicht wahr?

Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.

Die bisherigen Artikel der Kolumne Woher kommt der Strom? mit jeweils einer kurzen Inhaltserläuterung finden Sie hier.

Rüdiger Stobbe betreibt fast fünf Jahre den Politikblog  www.mediagnose.de




Klimaretten: 10 Tipps für den Kampf gegen das CO2 (Teil 2)

In Teil 2 geht es um:

4. Dämme Deine Fleischeslust ein

5. Pullover und Winterjacke statt Heizung

6. Schluss mit dem Sauberkeitswahn

7. Klickscham: Klimakiller Internet

Teil 1: https://www.youtube.com/watch?v=uUGY2…

Teil 3 folgt in Kürze

LINK: Die Universität von East Anglia forderte 2014 ihre Studierenden auf, möglichst beim Duschen zu urinieren, um Wasser zu sparen: https://www.bbc.com/news/uk-england-n…