Öko-Aktivismus oder Öko-Terrorismus? Unfälle und Pinguinkostüme im Dannenröder Forst

Wir berichteten bereits über Brandanschlagsdrohungen von Klimaschützern gegen Autofahrer in Gießen. In den vergangenen Wochen hat die Szene im Dannenröder Forst zwischen Kassel und Gießen Baumhäuser gebaut, um nach dem Muster des „Protestes“ im Hambacher Forst die Abholzung der Bäume zu verhindern.

Wobei es „gute“ und „schlechte“ Bäume gibt – „schlechte“ Bäume können dem Tesla-Werk bei Berlin oder Windkraftanlagen in Hessen (Märchenwald) ruhig weichen – kein Protest. „Gute“ Bäume hingegen stehen da, wo RWE oder der Staat Kohle fördern oder Autobahnen ausbauen will – die müssen unbedingt gerettet werden.

Mitte Oktober seilten sich akademische Aktivisten von einer A3-Autobahnbrücke ab und verursachten so einen Stau, an dessen Ende ein Mann mit seinem Auto in einen Laster krachte. Daran sind natürlich nicht die Weltretter schuld – eine Sprecherin

wehre sich allerdings gegen den Versuch, diesen tragischen Vorfall zu instrumentalisieren und damit den Protest gegen den Weiterbau der A49 durch den Dannenröder Forst zu diskreditieren. (FAZ)

Wie trotzige Kinder, die an nichts schuld sein können – das sind immer die anderen. Als kürzlich eine Aktivistin mehrere Meter tief von einem Baum stürzte, war natürlich die Polizei verantwortlich. Infantilität zeigte auch die Extinction-Rebellion-Aktivistin und Schiffsschlepperin Carola Rackete, die in einem Pinguinkostüm (!) auf einem Baum saß und von der Polizei vorsichtig mit einer Hebebühne heruntergeholt wurde. Eigentlich „sterben“ ja sonst die Eisbären am Nordpol und nicht die Pinguine am gegenüberliegenden Weltende, oder baut Rackete ein neues Tierschutz-Narrativ auf? Immerhin war sie friedlich – männliche Kollegen beschossen die Beamten mit Pyrotechnik und bewarfen sie mit Rauchbomben.

Nebenbei: Der Ausbau der A49 war mit den Stimmen der Grünen in der Landesregierung mitbeschlossen worden. Die Grüne Partei ist nur im Bundestag moralistisch und weltfremd – in den Ländern oder auf lokaler Ebene sieht es ganz anders aus. Ob es auch daran liegt, daß die grünen Großkopferten in Berlin ganz andere Persönlichkeiten sind als die Kollegen in den Ländern? Boris Palmer wäre ein gutes Beispiel dafür.




„Ökozid“ – ARD-Aktivismus in Spielfilmform zur besten Sendezeit

Daß die gebührenfinanzierten Anstalten ARD/ZDF mit all ihren Sendern statt wie früher bunte Vielfalt, mittlerweile eine zeitgeistige Regierungs-PR liefern, ist unter kritischen Geistern Legion. Daß Drittwelt – und Schwellenländer gern auf die ökologische Tränendrüse drücken, um an Transferzahlungen aus den Industiestaaten zu kommen, ebenfalls.

Daher verunderte uns nicht der mit großem Brimborium angekündigte Spielfilm Ökozid, in dem 2034 eine Gerichtsverhandlung von 31 Ländern gegen Deutschland gezeigt wird. Zwei junge Anwältinnen klagen darin im Auftrag von armen Ländern gegen den deutschen Steuerzahler, da Umwelt- und Wetterschäden im globalen Süden dem von Deutschland emittierten CO2 zugeschrieben werden. Den Advocatus diaboli spielt Ulrich Tukur, dessen Darstellung hier verdächtig an den bösen Oberstleutnant der Stasi in Das Leben der anderen erinnert. Zum Schluß tritt noch eine Angela-Merkel-Imitatorin auf, die im Gericht – da ist der Film erstaunlich realistisch – ohne jede Berechtigung einfach ein Plädoyer für die Verurteilung ihres Landes hält und damit widerspruchslos Erfolg hat.

Regisseur und Drehbuchautor ist Andres Veiel, der „als einer der profiliertesten Vertreter einer politisch engagierten Kunst“ gilt, wie Wikipedia weiß. Im Klartext: Der Mann hält sich ans Zeitgeist-Drehbuch und liefert die Erzählung zur Interessenspolitik der tonangebenden Milieus. Als Berater für das Drehbuch fungierte unter anderem ausgerechnet Jürgen Resch, der Chef der Deutschen Umwelthilfe. Das ist der Abmahnverein, der unrealistisch niedrige Grenzwerte für den Dieselmotor half durchzusetzen und so den Betrug mit der VW-Software mitverursachte. Resch ist den Leitmedien schon lange als bestverdienender Vielflieger bekannt, der ähnlich wie Frank Asbeck die Ökopanik nutzte,  um reich zu werden.

Die Kollegen Lüning und Vahrenholt ergänzen, daß der Film daher den BRD-Gerichtsvertreter Tukur noch ganz andere Fragen hätte stellen lassen können. Zum Beispiel, wer die immense Geldverschwendung für eine Energiewende zu verantworten hat, die weder Sicherheit, noch bezahlbare Preise und am Ende nicht einmal Einsparungen von CO2 gebracht hat, weil die Energiequellen, auf die man gesetzt hat, immer auf die Laune der Natur angewiesen waren. Sie brauchten stets Backups, weil Speicher unbezahlbar waren. Aber im Film wird nicht einmal angedeutet, daß Deutschland Energiearmut und flächendeckenden Stromausfällen leidet; stattdessen sieht man nur Einspieler von angeblich häufiger werdenden Naturkatastrophen etc.

Ein weiterer möglicher Vorwurf könnte die Zerstörung von Landschaft und Wald sein, um immer mehr Windräder aufzustellen, die aber keinen Effekt auf das Einsparen von CO2 hatten weil sie immer volatil waren. Im Film sieht man übrigens keine zugespargelten Landschaften.

Man darf gespannt sein auf die Einschaltquoten, sodenn sie noch vertrauenswürdig sind. Der Streifen zeigte nur wenig „menschelnde“ Sequenzen, sondern überwiegend dröge Gerichtsaalszenen, in denen über Zertifikatspreise debattiert wird. Einzig Ulrich Tukurs cholerischer Rechtsanwalt, der vom „neutralen“ Richter häufiger pampig angegangen wird, liefert etwas Würze.

Nach dem Film lud Sandra Maischberger zur Diskussionsrunde, in der aber nur ein einsamer Interessensvertreter der Industrie ein klein wenig Symptomkritik an der ansonsten vorgegebenen apokalyptischen Weltsicht äußern darf. Dazu Luisa Neubauer, die, herablassend aber redegewandt wie immer, ÖR-Dauergast Peter Altmaier angeht.

Eigentlich interessant ist aber ein Interview Maischbergers mit dem ehemaligen Präsidenten der islamischen Republik der Malediven, der aus dem Jammern fast gar nicht mehr herauskommt, weswegen Maischberger Schwierigkeiten hat, mit ihren Fragen zu Wort zu kommen. Man fragt sich danach, was die Malediver eigentlich wollen, da sie ja auch von wohlhabenden Westlern leben. Müssen europäische Steuerzahler immer mehr Transferzahlungen an Klima-Akademiker und angeblich unter CO2 leidende Süd-Staaten zahlen, sinkt der Wohlstand und die Gäste bleiben aus. Aber der Ex-Präsident favorisiert wohl schnelle Milliardenbeträge ohne Gegenleistung statt freiwillige Zahlungen gegen Dienstleistungen. Insofern unterscheidet sich der maledivische Politiker nicht von Nutznießern der Klima-Erzählung in ARD und ZDF.

Nebenbei: Förderung des Films

Fördersumme 300.000 Euro Medienboard

Filmstiftung NRW 100.000 Euro

Kommentar der Kalten Sonne:

Ökozid: Aktivisten-TV, bezahlt von allen Rundfunkgebührenzahlern

Das Klimamanifest Heiligenroth hat einen Fragenkatalog an Tom Buhrow von WDR zusammengestellt, da Maischberger von diesem ARD-Sender in Auftrag gegeben wird.

 

 

 

 

 

 




Woher kommt der Strom? Ist es ein Zeichen? 

In Kombination aber mit dem europaweit geringem Strombedarf führt diese Menge Strom zum negativen Strompreis vom 10,48/MWh (Abbildung, bitte unbedingt anklicken, es öffnen sich alle Abbildungen und Mehr). Es werden in dieser Stunde nicht nur 6,017 GW Strom verschenkt, es wird an das Geschenk auch noch ein Scheck in Höhe von 63.058 € drangeheftet. Welche unserer Nachbarn Anteile des Bonus erhält und die Werte finden Sie im entsprechenden Chart der Tagesanalyse 2.11.2020. Ist es ein Zeichen? Nein, es ist nur Zufall, dass der negative Strompreis mit dem Beginn des zweiten Lockdowns zeitlich zusammenfällt.

Dennoch: Der zweite Corona-Lockdown wird sehr negative wirtschaftliche, gesellschaftliche, kulturelle und individuelle Konsequenzen nach sich ziehen. Obwohl die Maßnahmen ´gut` gemeint sind.  Der Schaden, der durch die Corona-Maßnahmen angerichtet wird, ist um ein Vielfaches größer, als eine Verbesserung der Coronalage je sein wird. Bei der Energiewende ist es ähnlich. Regenerative Energieträger, vor allem Wind- und Sonnenkraft, sollen die Welt retten. Die Windstromerzeugung ist im Herbst und Winter oft kräftig, also ganz im Sinne unserer Freunde der Energiewende. Der Effekt ist gleichwohl negativ. Zumindest wirtschaftlich. Ohne massive Subventionierung wird sich weder die Wind- noch die Sonnenstromerzeugung rechnen. Sie hängen immer am Tropf des Staates. Kein wirtschaftlich vernünftig denkender Mensch wird ohne staatliche Unterstützung in solche Anlagen investieren.

Weil Deutschland mit einer Teilersparnis seines im Weltmaßstab geringen CO2-Ausstoßes die Erde ohnehin nicht retten kann, ist das komplette Projekt „Energiewende in Deutschland“ wirtschaftlich und ökologisch kompletter Unfug. Das wurde am 2.11.2020 um 3:00 Uhr noch mal schön verdeutlicht.

Corona-Maßnahmen und Energiewende sind gut gemeint, ziehen aber faktisch nur negative Konsequenzen nach sich. Nur? Nein, selbstverständlich gibt es Energiewende- und Coronagewinnler. Das aber sind im Vergleich zu dem Gesamtkostenträger und Corona-Maßnahmen-Erdulder ´Bevölkerung` nur wenige Menschen und Firmen. Die sahnen allerdings richtig kräftig ab. 

Die 45. Woche beginnt mit starker Windstromerzeugung, die im Verlauf der Woche wellenartig (Abbildung 1) abnimmt. Die Sonne scheint mehr, die Sonnenstromerzeugung nimmt zu. Das Wetter wird schöner, so der Volksmund. Am Samstag kommt die Offshore-Windstromerzeugung fast zum Erliegen. Wie volatil, wie schwankend die regenerative Stromerzeugung ist, belegt die konventionelle Ergänzungsstromerzeugung (Abbildung 2), die unabdingbar ist, damit der Bedarf Deutschlands gedeckt wird. Der Im-, Exportchart der 45. Woche (Abbildung 3) zeigt. welche unserer europäischen Nachbarn überschüssigen, in Deutschland produzierten Strom zu welchem Preis importieren, wieviel Strom sie nach Deutschland liefern, weil er dort fehlt. 

Die Tabelle mit den Werten der Energie-Charts und der daraus generierte Chart belegen die Wetter-Umschwung (Abbildung 4). Wird zum Wochenbeginn noch viel Windstrom erzeugt, scheint Richtung Wochenende die Sonne für die Jahreszeit immer kräftiger. Stromexporte werden geringer, am Freitag und Samstag muss Deutschland sogar per Saldo Strom importieren. Abbildung 5 bringt die Im-, Exportzahlen für das bisherige Jahr 2020 und die 45. Woche. Deutschland wird 2020 wieder Strom in der Größenordnung zweier Kernkraftwerke importieren. Der Export ist mengenmäßig größer, doch unter dem Strich für die importierende Länder günstig. Kurz gesagt gilt für Deutschland: Importstrom ist unter dem Strich teurer, als Exportstrom. 

Wie jede die Stromentwicklung und die Bedarfsdeckung bei einer angenommenen Verdoppelung der Wind- und Solarstromerzeugung für das Jahr 2020 (Abbildung 6). Die letzten vier Tage der 45. Woche reicht der regenerativ erzeugte Strom trotz besagter Verdoppelung bei weitem nicht aus. 

Noch ein Hinweis in Sachen Framing. Ein Leser hat mich darauf hingewiesen, dass den CO2-Ausstoß betreffend gerne Bilder mit Wasserdampf zur ´Veranschaulichung` herangezogen werden. Wasserdampf, den der unbedarfte Leser womöglich als „CO2„, ein unsichtbares und geruchloses Spurengas (0,04% des Gasgemischs der Luft) identifiziert. Abbildung 7 zeigt solch ein Bild. Es ist Bestandteil des informativen CO2-Weltrechners der KfW, den ich jede Woche am Ende des Artikels empfehle. Wasserdampf hat eine 10x größere Treibhauswirkung als CO2. Der Effekt ist im Sommer gut spürbar. Ist zum Abend der Himmel bedeckt ist es wärmer, als bei klarem, wolkenlosen Himmel. Da kühlt es schnell ab und die Strickjacke muss her. 

Sonntag, 1.11.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 68.38 Prozent, davon Windstrom 52,14 Prozent, Sonnenstrom 2,56 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,68 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Herrscht bis Mittag noch eine Stromunterdeckung, die verhältnismäßig günstig geschlossen werden kann, kommt es über Tag zu stärkerem Stromüberschuss. Grund: Die Windstromerzeugung zieht massiv an. Dieser Strom muss ebenfalls günstig abgegeben werden. Warum fahren die konventionellen Stromerzeuger ihre Produktion nicht herunter? 20 GW müssen konventionell erzeugt werden, damit die Netzstabilität gesichert bleibt. Diese Nachbarn beziehen Strom aus, liefern Strom nach Deutschland.

Montag, 2.11.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 68,99 Prozent, davon Windstrom 55,70 Prozent, Sonnenstrom 3,16 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,13 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Am ersten Werktag der Woche schwillt in der Nacht die Windstromerzeugung so stark an, dass der Strom zum Teil mit Bonus abgegeben werden muss. An diese Nachbarn zu diesem Preis. Die konventionelle Stromerzeugung verharrt bis 4:00 Uhr auf dem niedrigsten möglichen Niveau. Dann wird die Erzeugung der regenerativen nachgeführt. Ab 5:00 Uhr wird auch der negative Preisbereich verlassen. Ab 6:00 werden dann Preise um die 30€/MWh erzielt. Nicht auskömmlich, aber besser als zuzahlen. 

Dienstag, 3.11.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 47,65 Prozent, davon Windstrom 32,89 Prozent, Sonnenstrom 4,03 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,74 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Über Tag kommt es zu einer Windstromdelle, die durch Sonnenstrom ausgeglichen wird. Als dieser zum Abend weniger wird, kommt es zur dem regelmäßigen Leser hinlänglich bekannten Versorgungslücke, die heute mit Preisen um die 40€/MWh € geschlossen werden kann. Und: Etwas später erzielt Deutschland den höchsten Preis des Tages. Um 18:00 werden 47,53 €/MWh kassiert. Immerhin. Danach fällt der Preis auf 29,35€/MWh um 23:00 Uhr. Diese Nachbarn zahlen, kassieren.

Mittwoch, 4.11.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 39,87 Prozent, davon Windstrom 24,68 Prozent, Sonnenstrom 4,43 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,76 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Der Mittwoch steht im Zeichen des Rückgangs des beginnenden Rückgangs der Windstromerzeugung. Die Sonnenstromerzeugung ist noch recht schwach. Deutschland exportiert den ganzen Tag. Die Preise schwanken stark (26 -60€/MWh). Die konventionelle Stromerzeugung kommt gut hinterher. Dieser Tag beweist neben vielen anderen, dass sie unabdingbar sein wird, wenn Deutschland Industrieland bleiben will/soll. Das zahlen unsere Nachbarn.

Donnerstag, 5.11.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 38,46 Prozent, davon Windstrom 21,79 Prozent, Sonnenstrom 6,41 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,26 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Auch heute exportiert Deutschland den ganzen Tag Strom. Die Preise bewegen sich zwischen30 und 52€/MWh. Die konventionelle Stromerzeugung wird gut nachgeführt. Österreich macht um 18.00 und 19:00 Uhr zwei Mini-Preisdifferenzgeschäfte

Freitag, 6.11.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 30,94 Prozent, davon Windstrom 12,23 Prozent, Sonnenstrom 6,47 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,23 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Der Freitag bringt um 14:00 Uhr den ersten Windstromerzeugung-Tiefpunkt der Woche. Von 15:00 bis 20:00 Uhr muss Deutschland Strom zukaufen. Die untergehende Sonne kann den fehlenden Windstrom nicht ausgleichen, obwohl sie für die Jahreszeit recht gut scheint. Und die Windstromerzeugung bleibt schwach. Die konventionelle Stromerzeugung bullert kräftig. Diese Nachbarn liefern Strom, nehmen Strom ab. Frankreich machte einige feine Preisdifferenzgeschäfte.

Samstag, 7.11.2020: Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 35,29 Prozent, davon Windstrom 11,76 Prozent, Sonnenstrom 9,24 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 14,29 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Das Stromerzeugungsbild gleicht dem gestrigen. Mit 1,3 GW Windstrom liegt der Wert noch tiefer als gestern. Am Vormittag erzielt Deutschland niedrigere Preise als am Freitag, muss aber für den Mini-Import von 3:00 bis 5:00 wenig zahlen. Die konventionelle Stromerzeugung führt recht gut noch, kann oder will die Lücke zum Vorabend nicht verhindern. Diese Nachbarn zahlen und bezahlen.  

Unabhängig von der realen Stromerzeugung wie sie in dieser Kolumne nach- und aufgezeichnet wird, werden von und für die Freunde der Energiewende regelmäßig diverse Studien gefertigt, die Wege aufzeigen (sollen), wie Energiewende gelingen kann. Unter Abbildung 8 finden Sie den Link zu einer kritischen Würdigung solcher Konvolute.

Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de Aber bitte immer höflich. Ist klar, nicht wahr?

Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.

Die bisherigen Artikel der Kolumne Woher kommt der Strom? mit jeweils einer kurzen Inhaltserläuterung finden Sie hier.

Rüdiger Stobbe betreibt fast fünf Jahre den Politikblog  www.mediagnose.de




Klimaretten: 10 Tipps für den Kampf gegen das CO2

In Teil 1 geht es um: 1. Das Auto muss weg 2. Flugscham: Verzichte auf Reisen in ferne Länder 3. Klimasünde Kleidung

Teile 2 und 3 folgen in Kürze




Globale Mitteltemperatur steigt an? Nicht im Oktober 2020

Der 25. Solarzyklus ist im Oktober mit einer starken Entwicklung der Sonnenflecken in Erscheinung getreten. Lag die Sonnenfleckenzahl im September noch bei 0,7, belief sie sich im Oktober schon bei 14,4. Es wird nun spannend, zu verfolgen, ob der Zyklus so schwach wird, wie prognostiziert.

Die Energiewende wird an der Windenergie scheitern

Die Ziele der deutschen Energiewende sind energiepolitisch schlicht: Nach dem Ausstieg aus der Kernenergie bis 2022 folgt der Ausstieg aus der Kohle bis 2035, parallel und vollständig bis 2050 erfolgt der Verzicht auf Öl und Gas. Die Energie für Strom, Wärme, Mobilität und Industrielle Prozesse des klimaneutralen Deutschland sollen geliefert werden durch Windenergie, Solarenergie und wenige Prozente an Wasserkraft und Biomasse, so jedenfalls die Pläne der Bundesregierung, die von allen wesentlichen gesellschaftlichen Akteuren unterstützt werden.

Ist das realistisch?

Heute liefern Wind und Photovoltaik etwas weniger als 30 % der 600 Terawattstunden an Strom (1 Terawattstunde Twh sind 1 Milliarde Kilowattstunden Kwh). 126 Twh liefert die Windenergie und 46 Twh die Photovoltaik.

Für 600 TWh werden bei gleichem Mix 439 Twh Wind und 161 Twh Solar benötigt. Wir nehmen der Einfachheit halber an, dass diese Menge an Strom mit den größten Anlagen, nämlich 5 Megawatt-Anlagen erzeugt werden solle, die in einem Abstand von 1000 m platziert werden. Bei einem Jahresnutzungsgrad von 25 % produziert eine Anlage durchschnittlich 5 MW x 0,25 x 8760(Stunden) = 10950 Mwh =0,01095 Twh. Für 439 Twh benötigt man also 40 000 Anlagen. Dafür benötigt man eine Fläche von 200 km x 200 km.

Aber wir sind noch nicht am Ende.

Die Windenergie wird produziert, wenn der Wind bläst, nicht wenn der Verbraucher ihn benötigt. Bei einer Stromversorgung in Deutschland, die sich allein auf volatile Quellen stützt, können 36 % des jährlich erzeugten Stroms direkt verbraucht werden (Quelle: Dr. Ahlborn). Der Rest ist Überschusstrom, der gespeichert werden muss. Hier bietet sich aus wirtschaftlichen Gründen allein die Speicherung in Wasserstoff an. Dazu müssen eine gigantische Zahl an Elekrolyseuren errichtet werden. Es ist aber völlig unwirtschaftlich, die Kapazität nach den extremen Spitzen der Starkwindereignisse zu dimensionieren, daher müssen etwa 12 % der Windenergie abgeregelt werden. So verbleiben 52 % des erzeugten Stromes, der in Wasserstoff gespeichert werden kann. Durch Elektrolyse von Wasserstoff, Speicherung/Methanisierung und Rückverstromung bleiben von den 52 % nur 15,6 % übrig. Die Kette erzeugt einen Verlust von 2/3 der eingesetzten Strommenge.

36 % plus 15,6 % ergeben rd. 50 % des erzeugten Windstroms, die nutzbar sind. Wir brauchen also doppelt so viele Anlagen. Die Fläche für die 80 000 Windkraftanlagen beträgt 80 000 km², das entspricht einer Fläche von sind 283 km x 283 km.

Aber wir sind noch nicht am Ende.

Bislang haben wir mit 2 x 439 Twh nur den Strombedarf, aber nicht Verkehr und Wärmeversorgung abgedeckt.

Auch beim Verkehr (heute 600 Twh) und Wärme(heute 1200 Twh) gibt es Speicher- und Umwandlungsverluste, wenn der dafür notwendige Strom durch Wind und Solar erzeugt wird.

Wir betrachten hierfür nur noch den Wind, denn bei der Photovoltaik ist der Jahresnutzungsgrad mit 10 % Jahresvolllaststunden deutlich kleiner und der Flächenverbrauch um ein Vielfaches höher.

Wir nehmen zugunsten der Energiewendeplaner an, dass der Verkehr tatsächlich durch Batterieautos erfolgen kann, woran füglich gezweifelt werden kann. Schwerlastverkehr, Schiffsverkehr oder den Flugverkehr auf Strom umzustellen, ist schon abenteuerlich. Eher werden hier synthetische Kraftstoffe eingesetzt werden müssen. Aber auch hier ist die Strombilanz vernichtend. Wie Detlef Ahlborn zeigen konnte, verbraucht allein der Frankfurter Flughafen vor Corona 14,7 Millionen Liter Kerosin am Tag, das sind umgerechnet 4,3 Millionen Tonnen im Jahr. 4,3 Millionen Tonnen Kerosin entsprechen einem Energiewert von 47 Twh. Wollte man Kerosin aus Strom mit Hilfe von Wasserstoff synthetisieren (angenommener Wirkungsgrad 50 %) , werden also 100 Twh Strom benötigt. Allein für den Frankfurter Flughafen also fast so viel, wie die deutsche Windenergie heute erzeugt (126 Twh).

Wir nehmen zugunsten der Energiewende-Vertreter an, dass sich sämtlicher Verkehr mit Strom durchführen lässt und somit nur ein Viertel der heute von 600 Twh verbrauchten Energiemenge benötigt wird (da Stromautos um diesen Faktor effizienter sind) So werden aus 600 Twh 150 Twh. Wir wollen allerdings auch Auto fahren, wenn kein Wind weht. Daher muss auch dieser Strom, wie oben gezeigt, größtenteils über die Kette Wasserstoff, Speicherung, Wiederverstromung geführt werden, so dass sich der Strombedarf verdoppelt: 300 Twh.

Wir nehmen weiter an, dass sich der heutige Wärmebedarf von 1.200 Twh durch Elektrifizierung (Wärmepumpe) auch auf ein Viertel reduzieren lässt, so dass auch hier wegen der notwendigen Zwischenspeicherung des Windstroms über Wasserstoff die notwendige Verdoppelung der Windenergie zu 600 Twh führt. Nützt man synthetisches Gas aus Windstrom/Wasserstoff/Gas direkt, kommt man zu einer noch schlechteren Ausbeute, da hier die Effizienz der Wärmepumpe wegfällt.

Verkehr und Wärme führen also im günstigsten Fall zu einem Windstrombedarf von 900 Twh. Das ergibt einen Flächenbedarf von weiteren 80 000 km², so dass wir bei 160 000 km² angekommen sind.

Aber wir sind noch nicht am Ende, denn der schwierigste Teil ist noch ungelöst.

Die Prozessemissionen aus Stahl-, Chemie- und Zementindustrie (10 % des CO2-Ausstoßes) erfordern nach Schätzungen der Industrie 600 Twh. Das ist leicht nachvollziehbar, wenn man sich an das obige Beispiel des Frankfurter Flughafens erinnert. Und Kunststoffe, Pharmaka, Dämmstoffe, Farben, Lacke, Klebstoffe, Wasch-und Reinigungsmittel sind dann nur noch auf dem Wege CO2 plus Wasserstoff herstellbar.

Der Ersatz der industriellen CO2-Emissionen führt somit noch einmal zu 55 000 km² Windkraftanlagen, so dass wir bei 215.000 km² angekommen sind. 2/3 von Deutschland sind nun in einem Abstand von 1000m mit 200 Meter hohen Windkraftanlagen bestückt, egal ob da eine Stadt steht, eine Fluss oder eine Autobahn verläuft, ob es dort einen Wald, einen See oder ein Naturschutzgebiet gibt.

Können wir uns, kann die Politik sich ein solches Deutschland vorstellen?

Wer wissen will, welche Auswirkungen Windkraftwerke in großer Zahl auf das Aussterben von Greifvögeln, Fledermäusen, dem Rückgang von Insekten schon heute haben, kann dies in unserem Buch „Unerwünschte Wahrheiten“ nachlesen. Dort findet er auch die verschwiegene Tatsache, dass Windparks zu einer erheblichen Erwärmung in ihrem Einwirkungsgebiet führen von etwa 0,5° Celsius, da die rotierenden Flügel der Windkraftanlagen das starke Temperaturgefälle in der Nacht ausgleichen und wärmere Luft zurück zum Erdboden schaufeln. Zahlreiche Studien belegen eine erhebliche Austrocknung der Böden in den Windfeldern.

Doch die Politik verweigert die Diskussion über die Umweltverträglichkeit eines massiven Ausbaus der Windkraftanlagen. Kürzlich hat der Deutsche Bundestag beschlossen, dass bei Klagen gegen Anlagen, die höher als 50 Meter sind, die sogenannte aufschiebende Wirkung von Widerspruch und Anfechtungsklage entfällt. So kann Deutschland ohne lästigen Widerspruch zu einem einzigen großen Windfeld gemacht werden.

Es ist fast überflüssig darauf hinzuweisen, daß wir über astronomische Kosten sprechen. Elekrolyseure und Power-to-gas-Anlagen sind ja nicht kostenlos zu betreiben. Aus heutiger Sicht muss mit einem zehnfach höheren Strompreis gerechnet werden.

Die Folgen für Arbeitsplätze und Wohlstand kann sich jeder selbst ausmalen.