Droht uns jetzt das Extremwetter? Risiko-Analyse der Bundesregierung

Bild oben: Im Auge eines Hurrikans in Florida. Die Wall Cloud ist deutlich erkennbar, die Sturmschäden sind es auch. Screenshot aus diesem Video bei 1:14:00

von AR Göhring

Alle fünf Jahre legt die Bundesregierung eine Klimawirkungs- und Risikoanalyse vor. Die aktuelle kam gerade heraus und zeigt die Veränderungen gegenüber 2015. Das Ergebnis ist natürlich apokalyptisch: Deutschland drohen vermehrte Extremwetter-Ereignisse.

Die aktuelle Klimaanalyse wurde vom Dessauer Umweltbundesamt, von Dirk Maxeiner zärtlich bestausgestattete Versorgungsanstalt für ehemalige Funktionäre von Greenpeace & Co.“ genannt, NGOs wie Adelphi, und einigen Bundesbehörden aus neun Ressorts erstellt. Was den Steuerzahler das Mammutprojekt gekostet hat, ist uns nicht bekannt. In den Teilberichten, die insgesamt über 1.000 Seiten umfassen, geht es um die Bereiche Land, Wasser, Wirtschaft, Gesundheit und Infrastruktur.

Die Studie warnt vor Extremwetterereignissen, die angeblich häufiger werden würden. Was erstaunt, da selbst der Weltklimarat IPCC klar sagte, daß sich Naturkatastrophen nicht häufen:

In einigen Aspekten des Klimasystems, einschließlich Änderungen der Aktivität tropischer Wirbelstürme bei Dürren, Erwärmung der Antarktis, Ausdehnung des antarktischen Meereises und antarktische Massenbilanz, bleibt das Vertrauen in die Zuschreibung auf menschlichen Einfluß aufgrund von Modellunsicherheiten und geringer Übereinstimmung zwischen wissenschaftlichen Studien gering. (AR5, WG1, Technical summary, TS.6.3, S. 114. 10.3.1, 10.5.2, 10.6.1)

Wirbelstürme: In den letzten 100 Jahren wurden im Nordatlantikbecken keine robusten Trends bei der jährlichen Anzahl tropischer Stürme, Hurrikane und der Anzahl großer Hurrikane festgestellt. … Aktuelle Datensätze zeigen keine signifikanten beobachteten Trends bei der globalen Häufigkeit tropischer Wirbelstürme im letzten Jahrhundert und es bleibt ungewiss, ob die gemeldeten langfristigen Zunahmen der Häufigkeit tropischer Wirbelstürme robust sind, nachdem in der Vergangenheit Veränderungen in den Beobachtungskapazitäten berücksichtigt wurde. (IPCC 2013, AR5, WG1, Kapitel 2.6, Seite 216)

Dürren: Zusammenfassend kommt die aktuelle Bewertung zu dem Schluß, daß es aufgrund fehlender direkter Beobachtungen derzeit nicht genügend Beweise gibt, um auf ein mehr als geringes Vertrauen in einen weltweit beobachteten Trend der Dürre oder Trockenheit (Niederschlagsmangel) seit Mitte des 20. geografische Inkonsistenzen in den Trends und Abhängigkeiten der abgeleiteten Trends von der Indexauswahl. Basierend auf aktualisierten Studien wurden die Schlussfolgerungen des AR4 zu den weltweit zunehmenden Dürretrends seit den 1970er Jahren wahrscheinlich überbewertet. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass die Häufigkeit und Intensität von Dürren im Mittelmeerraum und Westafrika seit 1950 zugenommen und in Zentralnordamerika und Nordwestaustralien abgenommen hat. (ebenda, Seite 215)

Aber irgend etwas muß man ja sagen, damit Umweltministerin Svenja Schulze mahnen kann, es müsse rasch gehandelt werden. Heißt: mehr Steuergeld umleiten.

Axel Bojanowski von der Welt meint dazu:

Dabei haben Wissenschaftler den Szenarien längst widersprochen. Die Bundesregierung aber will ihre Politik offenbar an unrealistischen Extremprognosen ausrichten….Die Zukunftsszenarien, die es der Öffentlichkeit präsentiert hat, sind unrealistisch und irreführend, das hatten Wissenschaftler längst festgestellt.

Konkret soll Deutschland in Zukunft durch „tödliche Hitzebelastung besonders in Städten“, Wassermangel in Böden und Starkregen bedroht sein. Seltsam, Eisstürme fehlen; das waren ja die wichtigsten Extremwetterereignisse auf der Nordhalbkugel im letzten halben Jahr. Aber das würde ja auch nicht zum Narrativ passen.

Dürre und sommerliche Hitze sind ja neben den steigenden Meeresspiegeln in der letzten Zeit so etwas wie der Basistreibstoff der Klimahysterie geworden. Daß es dank Wärmeinseleffekt in Siedlungen hochsommers sehr heiß werden kann, ist eine Binse, wird aber nun aufs Klima geschoben. Wer weiß denn noch, daß es im Sommer 199x viel heißer war? Die Behauptung, Julihitze würde immer häufiger und tödlicher, kann kein Medienkonsument so leicht überprüfen. Außer, er stöbert stundenlang beim DWD; aber wer macht das schon? Und die Bodentrockenheit, vulgo Dürre, das wissen wir vor allem von unseren Lesern, ist hauptsächlich auf örtliche Bodenversiegelung und ähnlich unkonstruktive Baumaßnahmen zurückzuführen. Viele Bodentypen wirken wie ein Schwamm und saugen sich nach Regengüssen mit Wasser voll, und zwar langsam. Wird der Regen aber schnell durch Kanäle und Gräben abgeleitet, kann der natürliche Speicher sich nicht mehr richtig vollsaugen.

Daß bislang nur wenig vom Behaupteten zu spüren war, wird sogar zugegeben. Aber mit Hilfe von „Szenarien“ („Representative Concentration Pathway 8.5“, RCP 8.5), die von den berühmten Computermodellen des Potsdam-Instituts für Klimaforschungsfolgen kennen, habe man herausgefunden, daß vor allem der Westen und Süden sich am stärksten „verändern“ werde. Im Südwesten und Osten seien später „Extreme“ am deutlichsten zu spüren. Bojanowski schreibt:

Um „RCP 8.5“ zu erreichen, müsste sich die Konzentration von CO2 in der Luft auf knapp 1400 Teile pro Million Luftteile (ppm) erhöhen, sie müßte sich im Vergleich zu heute also mehr als verdreifachen….Um das „RCP 8.5“-Szenario zu erreichen, müßte die Menschheit die Verbrennung fossiler Energien also stark ausweiten. Die Kohleverfeuerung müßte verfünffacht werden, aber auf solch eine Steigerung deutet nichts hin. Ob es überhaupt so viel Kohle in der Erde gibt, ist zweifelhaft.

Zwei der renommiertesten Experten für Klimaszenarien meinten unlängst in „Nature“wer die Szenarien dennoch nutze, sollte sie „deutlich als unwahrscheinlicher schlimmster Fall“ deklarieren. Daher warnen die beiden vor der Verwendung von RCP 8.5.

Die angeblichen Veränderungen würden im Sinne eines „Dominoeffektes“ zu „Wirkungsketten“ führen, an deren Ende die menschliche Gesundheit stehe – Gruß an die Klimamediziner wie Karl Lauterbach, Eckart von Hirschhausen, die Kollegen von Klug und an den Chef der Urologen-Vereinigung, der durch kochende Männerhoden Probleme bei der Zeugungsfähigkeit auf uns zukommen sieht.

Neben dem pessimistischen Szenario RCP 8.5 gibt die Analyse auch optimistische Zukunftsaussichten als Alternative an. Bojanowski süffisant:

Die Anzahl der Dürretage in Deutschland würde demnach bis Ende des Jahrhunderts sogar kleiner, die jährliche Niederschlagsmenge bliebe in etwa gleich.

Sekundiert wird die apokalyptische Studie vom Vorstand „Klima und Umwelt“ des Deutschen Wetterdienstes, der meint, seit 1881 sei die Jahresdurchschnittstemperatur schon um 1,6° gestiegen. Und 2020 sei das zweitwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen gewesen. Das kann schon sein, da wir uns bekanntlich in einer natürlichen Warmphase befinden, die um 1850 einsetzte. Die weltweit wieder wachsenden Gletscher, vielleicht auch schon die Eisstürme von Dezember bis Februar, weisen dennoch auf einen allmählichen Wechsel Richtung Kühlphase hin.

Ein Blick nach Amerika zeigt übrigens dasselbe Bild: Wie unser Referent James Taylor von Heartland darlegte, sind Extremwetterereignisse wie Dürre und Tornados gar nicht häufiger geworden.




„Mensch, Erde!“ Eckart von Hirschhausen will die Welt retten

von AR Göhring

„Klima, Killerviren und Koalas – die Themen unserer Zeit in überraschenden Zusammenhängen“
Im Mai veröffentlichte der ARD-Fernsehdoktor Eckart von Hirschhausen sei neues Buch, in dem es um Öko, Klima und Gesundheit geht.

„Intersektionalismus“ nennen Sozialforscher öffentlicher Universitäten die Verquickung zweier nicht zusammenhängender Themen, um ein neues „Forschungsfeld“ zu schaffen. Dieser Kunstgriff wird zunehmend auch von politisch korrekten Publizisten angewandt, um neue Buchkonzepte zu entwickeln. Das neue Werk Mensch, Erde. Wir könnten es so schön haben. 3 Krisen zum Preis von 2! von Hirschhausen ist ein Musterbeispiel dafür. Wirklich Neues steht nicht drin; da hat der TV-Arzt sich einfach aus dem Fundus der der Öko- und Klimajournalisten deutschsprachiger Massenmedien bedient. Artensterben, Naturverschmutzung durch Plastik, Klima-Alarmismus, Virus-Pandemien, hier ist alles drin, was das grüne Herz umtreibt. Das alles launig und mit Humor erzählt, wie es Hirschhausen seit Jahrzehnten perfektioniert hat. Was fehlt, ist Kritik; auch nur der leiseste Zweifel an den elitären Erzählungen der Lobbyisten ist dem Autor fremd.

Typisch für Hirschhausens Vorgehen ist die Übernahme des Argumentes, die Zerstörung von Lebensräumen wilder Tiere führe zu mehr Zoonosen, also Übertritten der Krankheitserreger auf den Menschen. Damit deutet er unter anderem die Fledertier-Esser-Hypothese an, nach der das Corona-Sars2-Virus in Wuhan auf chinesische Ernährungsgewohnheiten zurückgehe. Erstens ist aber das Verspeisen von Flughunden oder Fledermäusen nur in wenigen Ecken des chinesischen Riesenreiches üblich; und zweitens liegt Wuhan nicht im tropischen Süden Chinas, wo Regenwälder abgeholzt werden. Außerdem legt die Diskussion in den USA gerade offen, daß das gewinnmutierte Sars2-Virus aus dem großen und bekannten Viren-Institut Wuhans stammt. Das Buch kam kurz vor dem Aufflammen der Debatte heraus; da konnte Hirschhausen nicht mehr reagieren.

Muß er aber auch nicht zwingend, da das Vordringen von Jägern und Holzfirmen in den tropischen Urwald tatsächlich für vermehrten Kontakt mit Wildkeimen sorgt. Daß dieser Kontakt aber in der Geschichte für eine der großen Seuchen verantwortlich zeichnete, ist fraglich. Die Beulenpest wird von Ratten und anderen Nagern übertragen, die als unerwünschte Kulturfolger unsere Nähe suchen, nicht andersherum. Die Spanische Grippe von 1918/19 stammte wohl aus einer Hühnerfarm in Kentucky/USA. Die saisonalen Wintergrippen stammen in der Regel zwar aus China, aber von Bauernhöfen, wo Mensch und Nutztier (zu) eng zusammenleben. Das HI-Virus, das Hirschhausen im Interview erwähnt, stammt vom Schimpansen, wurde aber wohl durch Zutun von verantwortungslosen Pharmawissenschaftlern verbreitet; außerdem ist AIDS keine große Seuche, weil kaum infektiös. Der belesene ARD-Arzt müßte eigentlich das Buch Arm und Reich – Die Schicksale menschlicher Gesellschaften von Jared Diamond kennen, das zeigt, wie die Indianer Amerikas durch europäische Nutztierkeime der Conquistadoren dezimiert wurden. Landwirtschaft und Viehhaltung sind die großen Infektionsrisiken der Menschheit, nicht der Wildtierkontakt.

Auch die anderen Argumente des Autors sind eher flach oder wirken konstruiert. Zum Beispiel meint der Reklametext:

„Gesundheit steckt nicht in Pillen und Apparaten, zuallererst brauchen wir etwas zu essen, zu trinken, zu atmen. Und erträgliche Außentemperaturen. Gesunde Menschen gibt es nur auf einer gesunden Erde.“

Der erste Satz ist richtig, solange er sich auf den Wohlstand schaffenden Industriekapitalismus bezieht, der die Gesundheit einer steigenden Weltbevölkerung überhaupt erst ermöglicht, und zwar mit CO2-Emissionen. Eine Desindustrialisierung würde die Gesundheit der unteren zwei Drittel der deutschen Bevölkerung deutlich senken; genau wie die Corona-Maßnahmen. Der Rest des Reklametextes ist Unfug, weil „je wärmer, desto besser“ gilt, wie zum Beispiel das römische Optimum beweist. Einige Hitzschlagtote im Sommer werden durch ungleich höhere Überlebensraten in milden Wintern und bessere Ernährung mehr als ausgeglichen.

Und die Behauptung, „die Erde ist krank“, „hat Fieber“ und ähnliches ist alarmistischer Unfug, der den Streßhormonspiegel der Leser ungesunderweise hebt. Der Planet Erde ist in den letzten Jahrzehnten um mehr als ein Drittel grüner geworden; und in der Erdgeschichte waren die Heißzeiten mit dichten Tropenwäldern und Lurchen auf Antarktika die „gesündesten“ Phasen.

Daß Hirschhausen solche Überlegungen nicht einbezieht oder einbeziehen will, wird durch die Auswahl seiner Interviewpartner bestätigt: Luisa Neubauer, Harald Lesch, ZDF-Köchin Sarah Wiener (?), Zoologin Jane Goodall, u.a. Also alles „Experten“, die seit Jahren oder Jahrzehnten genau wie der TV-Doktor von den massenmedialen Weltuntergangs-Narrativen leben.

Und so spart der Alarmist auch nicht mit schrägen Aussagen:

Unser aller Mutter liegt auf der Intensivstation.. Sie hat Multiorganversagen, das Schlimmste, was man auf Intensiv haben kann….Die Entgiftung ist blockiert durch Feinstaub und Mikroplastik in Luft und Wasser.

Das 21. Jahrhundert solle nicht

„unser letztes gutes Jahrhundert sein….

Den wirklichen Mehrwert des Buches für einen kritischen Leser wie unsere von EIKE sind die Dinge, die im Buch nicht drinstehen; beziehungsweise die Hintergrundinformationen. Hier ist eine Liste aller Bücher von Hirschhausen, die er  veröffentlicht hat:

Arzt-Deutsch, Deutsch-Arzt 2007

Die Leber wächst mit ihren Aufgaben 2008

Glück kommt selten allein 2009

Mein Glück kommt selten allein 2009

Wohin geht die Liebe, wenn sie durch den Magen durch ist? 2012

Wunder wirken Wunder: Wie Medizin und Magie uns heilen 2016

Die bessere Hälfte. Worauf wir uns mitten im Leben freuen können 2018

Fällt Ihnen etwas auf? Der Mann wird erst jetzt politisch. Aber immer korrekt – niemals weicht er vom Narrativ ab, das in ARD und ZDF, wo er seit Jahren einträgliche Shows moderiert, dominiert. Warum macht er das eigentlich; hat er es nötig? Nein, denn der Mann hat ein Talent als Wissensvermittler und gilt seit Anfang der Nuller Jahre als Nachfolger von Joachim Bublath und anderen, die den Informationsauftrag der Öffentlich-Rechtlichen mit Zustimmung (fast) aller politischen Lager erfüllen. Allein damit ist er eigentlich ausgelastet, da er zusätzlich noch private Bühnenprogramme absolviert.

Warum gibt er dann noch den grünen Herold, der mit Scientists for Future, dem erwachsenen Ableger von FFF, vorm Brandenburger Tor steht und Merkels Regierungspolitik bewirbt? Warum schreibt er solche schein- und halbwissenschaftlichen PR-Bücher für die Klimaprofiteure in Parteien, NGOs und Industrie?

Es ist wohl das alte Lied der Showbranche: Ist jemand erst einmal berühmt und reich, will er noch mehr, und das heißt politischen Einfluß. Dafür hängt man sich am besten streßfrei an etablierte Lobbygruppen und sonnt sich dann im Ruhm des Künstlers, der den Schritt vom Komiker zum ernsthaften Intellektuellen geschafft hat. Im Englischen nennt man das Virtue signalling – „Tugendsignalisierung“.

Mensch, Erde! Von Eckart von Hirschhausen, 528 Seiten, dtv, durchgehend vierfarbig, zahlreiche Illustrationen und Fotos (Hups, ist das nicht Verschwendung?) Verkaufsrang thalia 33, erschienen am 18.5., 1 kg schwer




„Extinction Rebellion“ und die Geschäfte – Rußland und Solarzellen

von AR Göhring

Vor kurzem berichteten wir von der Münchener Runde, in der neben der Frontalopposition von der AfD auch die Chefin des deutschen Extinction-Rebellion(XR)-Ablegers, Annemarie Botzki, sprach. Ein wenig Recherche zu Botzki offenbart Interessantes.

Die Aktionen von XR werden in den deutschsprachigen Massenmedien kaum berichtet, mit wenigen Ausnahmen wie eine Straßenblockade im April in Bremen. Noch weniger bekannt sind die Verantwortlichen auf Leitungsebene wie die 34jährige Annemarie Botzki aus Duisburg, Sprecherin der deutschen Sektion. Das erste Mal wahrgenommen wurde sie Mitte Mai in der Münchener Runde des Bayerischen Rundfunks, als sie zu Klimawandel und Energiewende sprach und dabei gleich zwei mal betonte, daß der öffentliche Rundfunk solche falschen Ansichten wie die des anwesenden Münchener AfD-Chefs gar nicht zulassen solle.

Bei solcher Selbstentlarvung wundert es nicht, daß die ARD-Macher wenig geneigt sind, die Dame in gewichtigere Gesprächs-Formate einzuladen. Immerhin tat es Thilo Jung, der kritischen Geistern durch Angriffe auf seinen Kollegen Boris Reitschuster bekannt ist. In einem etwa sechs Monate alten Video erzählt die XR-Chefin, daß sie ein paar Jahre in London für die russische Nachrichtenagentur Interfax gearbeitet hat. Interfax gilt als erste nicht-staatliche Agentur-Gründung der untergehenden Sowjetunion, obwohl der Chef, Mikhail Komissar, im Verteidigungsministerium arbeitete und später für Jelzin.

Eigentlich gelten russische Kontakte in der grünen Szene wegen Putins Regime als anrüchig. Durchaus zu Recht, da der russische Präsident bekanntlich wenig dem Zufall überläßt, vor allem nicht in Energie- und Medienfragen. Und mit Energiethemen kam Botzki gerade in London in Kontakt, wie selber erzählt. Dem geneigten EIKE-Leser, der die Zusammenhänge kennt, ist klar, daß die Energiewende der Angela Merkel ohne Kern- und Kohlekraftwerke auf Gas zur Deckung der Grundlast nicht verzichten kann. Und woher kommt das meiste Gas, das Deutschland einführt? Aus Rußland – daher hat die Moskauer Regierung ein gesteigertes Interesse an der Abschaffung von deutschen Kern- und Kohlemeilern, weil unser Energiebedarf dann durch Gas und ein bißchen Wind- und PV-Strom gedeckt wird.

Wäre es daher nicht folgerichtig, wenn eine ehemals (oder immer noch?) im Dienste russischer Mediendienste stehende Aktivistin die aktuelle Klimapolitik befürwortet oder gar forcieren will? Beweisen läßt sich das ohne unterschriebene Dokumente nicht; der Verdacht steht aber im Raum.

Interessanterweise schrieb Botzki gerade im linken Internetmagazin freitag von Spiegel-Erbe Jakob Augstein gegen das Erdgas an, ohne allerdings die russische Herkunft zu thematisieren. Sie betont im Artikel, daß Methan selber ein Treibhausgas sei und seine Förderung daher ein zusätzliches Klimaproblem darstelle. Das Argument kennt man von der Viehwirtschaft, da Rinder das von ihren Symbionten erzeugte Methan in rauhen Mengen ausstoßen (wobei es einigen Quellen zufolge nach sogleich von Bodenbakterien aufgenommen werde). Da Erdgas in den Medien, und vor allem bei Klimaschutzmaßnahmen, die stets auf CO2-Reduktion abzielen, fast keine Rolle spielt, kann man Botzkis Warnung als symbolisch auffassen – vielleicht als Beweis der neugewonnenen Unabhängigkeit vom alten Arbeitgeber.

Aber auch abseits der Arbeit für Interfax ist ein persönliches Interesse Botzkis an der Energiewende bekannt, auf das uns Leser Michael Krüger hinwies. Die XR-Chefin, Absolventin der Sozialwissenschaft, Europäischen Politik und des Umweltmanagements, war jahrelang Geschäftsführerin der Firma Rocsun in Berlin, die robuste Photovoltaik-Bauelemente verkaufte. Solche Platten sind den PV-Kritikern von den „energieproduzierenden Fahrradwegen“ bekannt, die in Erftstadt verlegt wurden, aber nicht funktionierten, weswegen der Fahrradweg gesperrt wurde. Die robusten Bauelemente sollten wohl die schmutz- und kratzempfindlichen Standard-Solarzellen ersetzen, die aufwändig gepflegt und nach einigen Jahren ersetzt werden müssen. Klappt aber wie gesehen auch nicht, weswegen Rocsun mittlerweile in Konkurs ging. Geschadet haben wird es ihr wohl trotzdem nicht, da heutzutage alle möglichen Startup-Firmen, die irgendeine EE-„Wunderwaffe“ anbieten, vom Staat für ein paar Jahre gefördert werden. Läuft die Subventionierung des unwirtschaftlichen Produkts aus, wird die Firma halt abgewickelt; wie wir es von den Windrädern kennen. Eine weitere Firma, für die Botzki arbeitet(e), ist SevenGen Investment UG, deren Aufgabe ist:

Das langfristige Halten und Verwalten von Unternehmensanteilen im eigenen Namen, auf eigene Rechnung und nicht als Dienstleistung für Dritte.

Eine Beteiligungsfirma, ganz kapitalistisch? Be-merkenswert.

Botzki bleibt dem klimapolitischen Komplex aber treu, da sie nun als „Senior-Kampagnenleiterin“ für „WirbewegenEuropa“ arbeitet. Die typische Akademiker-NGO macht irgendwie alles im Asyl-Klima-Umwelt-Komplex: Meere säubern, Plastikverbot, Agrardeal, Seenotrettung von Migranten, Impfstoff, Saatgut-Patente, Steuern für Tech-Giganten, Gentechnik in der Natur, Grundeinkommen, Luftverschmutzung……

Vielleicht winkt ja bald eine Karriere als Grünen-Abgeordnete?




Kochen ohne Strom? Trinken ohne Wasser? Michael Limburg über die Empfehlungen der Regierung

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Artikel KOCHEN OHNE STROM

Broschüre: „Blackout – Tipps für den Ernstfall




Die WELT warnt: „Dutzende Prozesse gegen Klimasünder sind in Vorbereitung.“

„Greenpeace, Nabu, Germanwatch: An organisierten Umwelt- und Klimaschützern herrscht in Deutschland keinMangel.

… meint Daniel Wetzel von der Welt. Man könnte auch sagen: Steuergeldumverteilungs-Vereine von Akademikern, die mit wechselnder Argumentation zu wechselnden Weltuntergängen Kasse machen. Mit dem Verbandsklagerecht hat die Bundesregierung Dutzenden dieser Vereine eine Art Lizenz zum Gelddrucken erteilt, da nun zum Beispiel die Umwelthilfe von Vielflieger Jürgen Resch sogar Strafgelder von Mobelhändlern eintreiben darf, weil auf irgendeinem ausgestellten Kühlschrank der Aufkleber mit der Energieklassifizierung fehlte.

Aber das sind nur Petitessen, jetzt geht es an die ganz großen Wirtschaftsunternehmen. In der Umweltretterszene herrscht Goldgräberstimmung, nachdem das Bundesverfassungsgericht und das Haager Gericht die Bundesregierung und Royal Dutch Shell verurteilt hatten. Um am Ende nahezu jedes größere Unternehmen verklagen und ggfls. ausnehmen zu können, das irgendwo CO2-Emissionen hat (unmöglich, gar keine zu haben), hat sich nun eine aktivistische Initiative gebildet, um die letzten Klagelücken schließen zu können. Der Verein Green Legal Impact Germany e.V. (GLI) wurde im Dezember 2019 in Berlin gegründet und „versteht sich als „katalytisch-strategischer Akteur“ im Bereich Umweltrecht in Deutschland. Der Verein will den Zugang zu Gerichten stärken, und in einer fortschreitend globalisierten Welt helfen, die Umweltauswirkungen deutscher Akteure im Ausland (staatliches und unternehmerisches Handeln) zu erkennen und globale Akteure in ihrem rechtlichen Vorgehen stärken.“

Heißt im Klartext, die Lobyyisten unterstützen Klagewütige aus südlichen Ländern, die behaupten, daß Orkane oder andere Naturkatastrophen Folge deutscher Industrietätigkeit seien. Das Schema hat die ARD mit dem Klima-Gerichtsfilm Ökozid bereits beschrieben.

Im Vorstand sitzen Anwälte wie die VerfG-Klägerin Roda Verheyen, die Geschäftstelle leiten alte Bekannte von der DUH & Co.:

Henrike Lindemann – Nach mehreren inspirierenden Jahren in der Change- und Transformations-Szene ist Henrike Lindemann seit Anfang 2021 als Geschäftsführerin von GLI zurück im Bereich Umweltrecht. Bereits von 2010 bis 2013 arbeitete sie als Juristin in der Anti-Kohle-Kampagne der Deutschen Umwelthilfe.

Tatjana Thiel ist diplomierte Ökonomin mit Schwerpunkt auf Nachhaltigkeits- und Gerechtigkeitsthemen. Sie war mehrere Jahre engagierte Umweltaktivistin bei Greenpeace und anderen NGOs.

Höchst interessant ist auch die Vita der Chefin Verheyen, laut Wikipedia:

Von 2001 bis 2006 war sie selbstständige Beraterin, u. a. für die Gesellschaft für technische Zusammenarbeit, das Bundesumweltministerium, Friends of the Earth, Foundation for International Environmental Law and Development (FIELD, London) und Germanwatch e.V. … 2002 gründete sie mit Peter Roderick das internationale Netzwerk Climate Justice Programme. 2005 wurde Verheyen mit ihrer Arbeit „Climate Change Damage in International Law“ zum Dr. jur. promoviert…. Seit 2006 ist Verheyen als Rechtsanwältin mit Schwerpunkt im Umweltrecht, Planungsrecht, Öffentlichen Baurecht und Völkerrecht sowie in der Politischen Beratung tätig. Am 5. Mai 2021 wurde Verheyen von der Hamburgischen Bürgerschaft für sechs Jahre zum Mitglied des Hamburgischen Verfassungsgerichts gewählt.

Laut Wetzel sei die im Haager Urteil betonte „ungeschriebene Sorgfaltspflicht“ der zentrale Aufhänger – in der DDR sagte man „Gummiparagraf“ – der sich GLI zufolge überall in den Verfassungen und Gesetzbüchern finden lasse.

Nun sind die Ökobewegten und Weltretter, wie man am Musterbeispiel Annalena Baerbock sieht, selten fleißige Studenten, die Volljuristen, Naturwissenschaftler oder Ingenieure werden wollen. Daher mangelte es den Klimaklägern bislang wohl an Fachpersonal, das man aber nun aggressiv anwirbt, um die die Gerichte vor allem der DACH-Staaten mit Klagen zu überschwemmen.

Geworben werden gezielt Referendare, junge Anwälte oder Verbandsvertreter oder Studenten mit prozeßrechtlichen Vorerfahrungen, wie es in einer Mail an die Mitglieder des Berliner Forums Umweltrecht heißt

.. fand die Welt heraus. Ob die meisten jungen Juristen alle klimabegeistert sind, ist fraglich; die Möglichkeiten, mit hoher Erfolgsaussicht viel Geld zu verdienen und Prozesse zu gewinnen, dürfte aber als Anreiz genügen.

Roda Verheyen plant, als nächstes vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu ziehen. Den Anwälten ist dabei wohl gleich, ob sie die Industrie ruinieren oder nach Rußland treiben; nach mir die Sintflut. Nicht-Profiteure sehen das anders und schlagen Alarm: so hält der Wirtschaftswissenschaftler Joachim Weimann aus Magdeburg bereits das Urteil des Bundesverfassungsgerichts für „eine Katastrophe“.

Bislang wurde von deutschen Unternehmen nur das RWE unmittelbar beklagt – von dem berühmten peruanischen Bauern, dessen Haus von einem anschwellenden Gletschersee bedroht werde. Daß ein Bauer aus den Anden weder an den menschgemachten Klimawandel glaubt, noch weiß, daß man in Alemania mit grünen Themen Geld erklagen kann, dürfte klar sein – deswegen erschließt sich, daß da eine deutsche NGO dahinter steht.

Jeder Ökonom weiß, daß mangelnde Rechtssicherheit in „shithole countries“ einer der wichtigsten Gründe ist, warum Investitionen in- und ausländischer Kapitalgeber ausbleiben – warum soll ich Millionen investieren, wenn mir irgendein Profiteur mit einer simplen Klage den Gewinn streitig machen kann?

Wetzel erinnert in diesem Zusammenhang an das neue Lieferketten-Gesetz, das deutsche Unternehmen dazu verpflichtet, Lieferanten im Ausland auf „moralische Einwandfreiheit“ abzuklopfen. Und „Moral“ heißt in der Umverteilungswirtschaft Deutschlands heute auch „Klima“. Es ist was faul im Staate Dänemark!