Audi will das deutsche Tesla werden und stellt als erster Hersteller den Verbrennerbau ein

von AR Göhring

Volkswagen plant, ab 2030 keine Diesel- und Benzinmotoren mehr anzubieten. Nun ist Konzernschwester Audi vorgeprescht und meldet, den Verbrennerbau schon ab 2026 einzustellen. Was bedeutet das für den Konzern?

Auch Hybridmodelle sollen in fünf Jahren nicht mehr neu auf den Markt kommen. Die letzten Modelle mit richtigem Motor sollen 2026 die der Q-Reihe sein, die bis 2030 vertrieben werden. Was bewog die Audi-Manager? Grünes Bewußtsein sicher nicht; bei den Ingenieuren und kühl rechnenden Managern sind Weltrettungsattitüden nicht verbreitet. Auslöser sind vielmehr die grünen Gesetze aus Berlin und Brüssel, die Audi zum Handeln zwingen.

Fünf Jahre sind eine lange Zeit angesichts der Modellpolitik heutiger Hersteller. In der Zeit muß ein neues Auto herauskommen; wenn nicht, hat die weltweite Konkurrenz, die nachlegt, die Nase vorn. Wegen der EU-Zwangs- und Knebelgesetze für die Autoindustrie sind vor allem europäische Hersteller genötigt, doppelt zu konstruieren: 2026 müßte Audi etwa gleichzeitig ein E- und ein Verbrennermodell präsentieren. Da es Konkurrenten wie Tesla gibt, die nur E-Motoren anbieten, ist man im Nachteil.

Hinzu kommen die EU-Strafen für die „Flottenemissionen“: Produziert zum Beispiel Audi zu viele Verbrenner, und gleichzeitig zu wenige – rein rechnerisch – emissionsfreie E-Autos, müssen Milliarden an Brüssel gezahlt werden. Hinzu kommen die CO2-Zertifikate, die deutsche Autohersteller von Elon Musk und anderen kaufen müssen, deren Produkte per definitionem kein CO2 ausstoßen. Musk verkauft zwar nicht viele E-Boliden weltweit, ist aber trotzdem Multi-Multi-Multi-Milliardär. Seinen Aktionären dürfte es ähnlich gut gehen.

Der Plan des Audi-Managements liegt also auf der Hand: Sie wollen das deutsche Tesla werden. Sie zahlen in ein paar Jahren also nicht mehr für Strafen und Zertifikate, sondern können wohl selber welche ausgeben und Milliarden kassieren (vielleicht sogar von Volkswagen, was pikant wäre).

Die Entscheidung ist natürlich mit den Volkswagen-Managern abgesprochen. Was mag die Gesamtstrategie sein? Vermutlich will man sich schnellstmöglich vom EU-Wahnsinn retten; hält mit VW aber noch Expertise für saubere und moderne Verbrenner vor, um im Falle eines Umschwungs wieder einsteigen zu können. Das Plattformprinzip bei VW und Audi erlaubt ja den schnellen Austausch von Modulen.

Ist ein Umschwung denn in nächster Zeit zu erwarten? Wenn immer mehr europäische Hersteller ihre Verbrennerproduktion einstellen und zum x-ten Tesla werden; und dann auch noch billige Konkurrenz aus China hinzustößt, ist das Finanzierungsmodell Musk nicht zu halten. Denn wer zahlt dann noch die Milliarden für die eigenen Zertifikate?

Man kann sich auch eine Zukunft ohne Zertifikate-Gewinne vorstellen. Dann müßten aber alle Interessenten in Europa E-Autos kaufen wollen. Das wiederum ist kaum vorstellbar, da die komplizierten Lithium-Akku-Modelle mit ihren besonderen Rohstoffen in der Produktion immer deutlich teurer sein werden als die Verbrenner. Ohne staatliche Subvention mit erheblichen Summen werden nur noch wenige Verbraucher einen E-Wagen nachfragen; die anderen gehen wohl auf gebrauchte deutsche Modelle, die ja jetzt schon in Osteuropa gehandelt werden wie geschnitten Brot. Weiterer Vorteil der gebrauchten Diesel und Benziner: keine „Reichweitenangst“, da man mit vollem Tank teils 1000 km weit kommt. Die Fahrer der neuen und schicken Stromer hingegen sind entweder sehr wohlhabend und fahren einen Dreitonner mit Riesenakku; oder sie beschränken sich auf Fahrten um die 200km. Das Schnell-Laden dazwischen dürfte auch in ferner Zukunft nur sehr eingeschränkt möglich sein, da das deutsche Stromnetz ohne grundlastfähige Kohle-Kernkraftwerke kaum ein Angebot machen kann. Minister Altmaier hatte ja schon angekündigt, daß es Stromsperren für Autos geben könnte, um das Netz stabil zu halten.

Und „angebotsorientiertes“ Laden, wie es eine Grünenpolitikerin im Bundestag schon propagierte, dürften wohl gerade die Wähler der Grünen, die erfahrungsgemäß SUV schätzen, nicht tolerieren. Autofahren nur wenn die Sonne scheint oder der Wind weht, das würden gerade die verwöhnten Oberschichtler, die gewohnt sind, daß andere für sie „die Arbeit tun“ (s. Schelsky), zu umgehen versuchen. Lösung wären Dieselgeneratoren, die in Australien angesichts der dortigen Energiewende Verkaufsschlager sind, und die dann wahrscheinlich zur Standardausrüstung deutscher Villen werden würden.

Und unsere Autohersteller? Schrumpfen oder verlagern ihre Produktion ins Ausland weit entfernt von der Europäischen Union. Man sieht, die Zukunft deutscher beziehungsweise europäischer Industriehersteller ist eigentlich recht klar umrissen. Noch machen sich deutsche Autokäufer offenbar keinen Kopf um ihr liebstes Kind. In neun Jahren aber, wenn nach Audi auch VW nur noch Elektro-Spielzeugautos anbietet, kommt das große Erschrecken. Hoffentlich nicht zu spät. Aber es sind ja bald Bundestagswahlen – sie werden zeigen, wie viele Deutsche noch zu sehr in der Gegenwart leben und die nahe Zukunft nicht sehen können oder wollen.




Flaute über Deutschland: Windkraft ohne Wind, Photovoltaik ohne Sonne

von Holger Douglas

Nur am 5. Mai hätten wir richtig Glück und ausreichend Strom gehabt. In der Mittagszeit zwischen 12 und 14 Uhr hätten wir gut Kochen und Braten können. Da fielen 65,4 GWh »vom Himmel«.

Ohne Kohle- und Kernkraftwerke wäre es im ersten Quartal dieses Jahres kaum etwas mit Industrieproduktion, fahrenden Zügen und Kochen geworden. Es gab viel zu wenig Strom. Der Wind wehte kaum, die Sonne lieferte nur wenig. Das Statistische Bundesamt meldete demzufolge eine gegenüber dem Vorjahreszeitraum um satte 23 Prozent gesunkene Menge an sogenanntem »Ökostrom«.

Die gute Nachricht vorweg, es wurde besser im 2. Quartal: Nur am 5. Mai hätten wir richtig Glück und ausreichend Strom gehabt. In der Mittagszeit zwischen 12 und 14 Uhr hätten wir gut Kochen und Braten können. Da fielen in der Mittagsstunde 65,4 GWh »vom Himmel«. Aber immer noch zu wenig, weil Deutschland insgesamt 68,2 GW Leistung benötigte. Das war der Tag der höchsten Erzeugung aus erneuerbaren Energien, wie auf Smard.de zu lesen ist.

Doch gleichzeitig ein Verlustgeschäft, denn plötzlich war zu viel Strom vorhanden, der Strompreis sank ins Minus von 36,71 Euro pro Megawattstunde. Bedeutet: Die Erzeuger müssen drauflegen, damit den Strom jemand abnimmt. Viel Energie aus Wind- und Sonnenanlagen in den Netzen lassen eben die Preise dramatisch sinken. Die gleicht der Stromverbraucher über seine teure EEG-Umlage unter anderem dem Windanlagenbesitzer wieder aus.

Allerdings gab es relativ viel Wind und Sonne nur um die Mittagszeit, bereits am Nachmittag senkte sich die Sonne und ließ die Photovoltaik einbrechen. Derzeit »schläft« der Wind seit gut zwei Wochen. Nach der Statistik des BDEW lieferten von Januar bis März die Kernenergie 2,4 Prozent mehr, Strom aus Braunkohlekraftwerken um 29,9 Prozent mehr, aus Steinkohle 18,3 Prozent mehr und 15,1 Prozent mehr kamen vom Erdgas. Ohne Kohle- oder Kernkraftwerke wäre nichts gegangen.

Dagegen: Windräder an Land und auf dem Wasser lieferten satte 31 Prozent weniger, also etwa ein Drittel weniger als im ersten Quartal des Vorjahres!
Überdies sind all diese Zahlen nicht viel wert, denn auch abends und nachts sowie bei Flaute – so zumindest bisher die Erwartung – soll Strom zur Verfügung stehen. Speichern, das hat sich mittlerweile herumgesprochen, geht nicht in den notwendigen Mengen.

Den unsinnigen Gedanken, ein Industrieland dann mit Strom aus Wind und Sonne versorgen zu können, wenn der benötigt wird, zeigen die extremen Schwankungen bei den Stromeinspeisungen. Mal ist Strom da, ein paar Stunden später nichts mehr. So schwankte in den ersten fünf Monaten des Jahres 2021 die Produktion von Strom aus Wind und Sonne extrem: von fast null bis hin zu 41,0 GW bei den Windrädern, bei den offshore Windanlagen von 0-7,1 GW. Die Fotozellen auf Dächern und Feldern lieferten aus dem Nichts plötzlich 36,2 GW, dann wieder null, wenn die Sonne untergeht oder sich Wolken dazwischenschieben.

Zum Vergleich: Der gesamte Stromverbrauch schwankt von 45 GW in Spitzenzeiten bis zu 80 GW. Das bedeutet: Fast die Hälfte des deutschen Stromverbrauches verschwindet mal eben, um dann wieder in die Netze gepumpt zu werden. Welche Belastungen solche Schwankungen auch für Übertragungstechnik bedeuten, kann man sich gut vorstellen. Das bedeutet weiterhin: Hinter jedem Windrad und jeder Solarzelle muss ein konventionelles Kraftwerk stehen, das angeheizt bereitsteht und liefern kann. Das kostet horrende Summen.

Wind- und Sonnenanlagen sind eben nicht grundlastfähig, und es ist mehr als eine entsetzliche Dummheit, einem Industrieland die Energieerzeugung abzuwürgen. Ein Hermann Albers hat die Stirn, die Windenergie als starken »Stabilitätsanker« zu bezeichnen. Der ist Präsident des Bundesverbandes Windenergie BWE und will an möglichst vielen Windrädern im Land prächtig verdienen. Ob die Energieversorgung dieses Landes klappt, interessiert ihn eher weniger. Genauso wenig wie die mittlerweile intergenerationell gerecht gewordene Ökonomin Claudia Kemfert, die zuletzt bei ZDF-Lanz einen schnelleren Ausbau der »erneuerbaren Energien« fordert.

Sie ist auch Mitglied des Sachverständigenrats für Umweltfragen, auf dessen Aussagen sich das Bundesverfassungsgericht bei seinem Skandalbeschluss vom 24. März 2021 ausdrücklich bezieht. Kemfert fordert bei Lanz sogar eine Versechsfachung des Ausbautempos der »regenerativen« Energien. Wie sich dann all die vielen Windrädles drehen sollen, wenn Flaute herrscht, erklärt sie nicht. Es fragte sie auch niemand.

Zuerst erschienen auf TICHYS EINBLICK.

 




Die Klimaschau von Sebastian Lüning: EU verbietet Windkraft-Dauersubventionen

Die Klimaschau informiert über Neuigkeiten aus den Klimawissenschaften und von der Energiewende. Themen der 44. Ausgabe vom 18. Juni 2021:
0:00 Begrüßung
0:21 Frostiger Frühling 2021
3:41 CO2-hungriges Südpolarmeer
6:42 EU stoppt Windkraft-Dauersubventionen

Thematisch sortiertes Beitrags-Verzeichnis aller Klimaschau-Ausgaben: http://klimaschau.tv




Woher kommt der Strom? Sommeranfang mit viel Solarstrom

von Rüdiger Stobbe

Der meteorologische Sommeranfang brachte mit der 22. Analysewoche zum Wochenbeginn viel Solarstrom. Die Windstromerzeugung hingegen war insgesamt wenig befriedigend. So kam es wieder zu einer typischen Sommer-Strom-Importwoche. Lediglich am Donnerstag wurde per Saldo mehr Strom exportiert als importiert.

Abbildung
Die Strompreise absolut pro MWh bewegten sich zwischen 50,- und 86,- €. Es wurden an den sieben Tagen unter dem Strich 197,3 GWh Strom von Deutschland importiert. Dafür mussten 82,85€/MWh gezahlt werden. Die kompletten Zahlen der Woche im Sechsjahresvergleich.

Jeweils zum Morgen und zum Abend steuerten die Konventionellen (Abbildung 1) mit erhöhter Pumpspeicherstromerzeugung zum Absenken der regelmäßigen Stromlücken bei. Per Saldo wurde dennoch außer am Donnerstag immer Strom importiert, der wie oben bereits belegt, hochpreisig erworben wurde. Die Preiskurve (Abbildung 2) veranschaulicht nochmals, dass Deutschland über Mittag, wenn wegen der starken Solarstromerzeugung viel Strom im Markt ist, diesen recht günstig verkauft. Günstig jedenfalls zu den Preisen, die gezahlt werden müssen, wenn Strom importiert werden muss, um die Stromversorgung sicherzustellen. Mit dem für viele Bundesländer mit Fronleichnam beginnenden langen Wochenende sinkt der Strombedarf ab. Ab Freitag sank glücklicherweise auch die regenerative Stromerzeugung, vor allen die Stromerzeugung per Photovoltaik, so dass negative Export-Strompreise zur Mittagszeit für Deutschland vermieden wurden (Abbildung 3).

Die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts und die daraus generierte Tabelle liegen unter Abbildung 4 ab. Es handelt sich um Werte der Nettostromerzeugung, der „Strom, der aus der Steckdose“ kommt, wie auf der Webseite der Energie-Charts ganz unten ausführlich erläutert wird.

Die Charts mit dem Jahres- und Wochenexportzahlen liegen unter Abbildung 5 ab. Abbildung 6 ermöglicht, dass Sie ihr eigener Energiewender werden. Abbildung 7 beinhaltet die Charts, welche eine angenommene Verdoppelung und Verdreifachung der Wind- und Solarstromversorgung visualisieren.

Abbildung 8 enthält ein Video, in dem sich Joachim Weimann zu den Kosten der Energiewende äußert. Das Interview stammt aus dem Jahr 2015, ist dennoch hochaktuell. Ergänzt wird dieser Beitrag durch einen diesmal brandaktuellen Beitrag der HHL Leipzig Graduate School of Management mit Prof. Sinn und Prof. Althammer.

Demnächst wird stromdaten.info um ein CO2-Tool ergänzt werden. Das Tool erlaubt eine Sicht auf den CO2-Ausstoß, der Deutschland mit importiertem Strom zwar nicht angerechnet wird, der dennoch – im Ausland – in die Atmosphäre geblasen wird. Dies ist vor allem deshalb wichtig, weil Deutschland in den vergangenen Jahren immer mehr Strom importiert hat.

Beachten Sie bitte unbedingt den Stromdateninfo-Tagesvergleich ab 2016 in den Tagesanalysen. Dort finden Sie die Belege für die im Analyse-Text angegebenen Durchschnittswerte und viel mehr. Der Vergleich beinhaltet einen Schatz an Erkenntnismöglichkeiten. Überhaupt ist das Analysetool stromdaten.info mittlerweile ein sehr mächtiges Instrument der Stromdatenanalyse geworden.

Die Tagesanalysen

Montag, 31.5.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 50,65 Prozent, davon Windstrom 7,77 Prozent, Solarstrom 28,82 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 114,07 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.
Ein ruhiger Tag mit zwei großen Stromlücken. Unter dem Strich zahlt Deutschland, zahlt der deutsche Stromkunde 106,98€/MWh, um diese Lücken zu schließen. Die konventionelle Stromerzeugung bemüht sich nicht wirklich, um den Bedarf Deutschlands zu decken. Sie könnte es, sie will es nicht. Die Preise, die aufgerufen werden, sind diese. Der Handelstag.

Dienstag, 1.6.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 51,18 Prozentdavon Windstrom 10,35 Prozent, Solarstrom 26,86 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,97 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-ChartmatrixHier klicken.
Der Dienstag ähnelt dem Montag. Ein leichter Windstromanstieg ist über Tag zu verzeichnen. Die Konventionellen leisten nur das Nötigste und leeren die Pumpspeicher teilweise, um die Preise nicht zu stark ansteigen zu lassen. Außerdem bringt es Ertrag. Selbstverständlich sieht die Preiskurve wie die gestrige aus. Der Handelstag.

Mittwoch, 2.6.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 58,56 Prozentdavon Windstrom 20,09 Prozent, Solarstrom 25,10 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,37 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.
Der letzte PV-Strom ergiebige Tag der Woche. Die Windstromerzeugung zieht weiter an. Dennoch reicht die regenerative Stromerzeugung plus Konventionelle auch heute nicht aus, um die beiden üblichen Stromlücken auszugleichen. Die Preise und der Handelstag: Die Schweiz, Österreich, Frankreich und Polen machen gute Preisdifferenzgeschäfte. Deutschland hingegen zahlt für 22,01 GWh Importstrom unter dem Strich 93,86€/MWh.

Donnerstag, 3.6.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 57,61 Prozentdavon Windstrom 21,22 Prozent, Solarstrom 22,31 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 14,09 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Heute exportiert Deutschland mehr Strom als es importiert. Die morgendliche Stromlücke fällt gering aus. Warum? Es ist in den meisten Bundesländern Feiertag. Der Strombedarf ist geringer als an einem Werk-Donnerstag. Für den Rest der Woche ebenfalls. Stichwort ´Verlängertes Wochenende`. Braunkohle- und Gasstromerzeugung ziehen über Tag etwas an. Dennoch muss der Importstrom der Vorabendlücke wieder hoch bezahlt werden. Der Handelstag.

Freitag, 4.6.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 44,25 Prozent, davon Windstrom 8,12 Prozent, Solarstrom 20,89 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 15,24 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.
Fast den ganzen Tag kauft Deutschland Strom zu. Der wenige Strom, der exportiert wird, bringt nicht viel ein. Die Konventionellen verhalten sich wie die Tage vorher. Sie nehmen gute Preise mit. Der Handelstag.

Samstag, 5.6.2021: Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 47,55 Prozent, davon Windstrom 10,32 Prozent, Solarstrom 20,02 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 17,20 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-ChartmatrixHier klicken.

Wochenende, wenig Bedarf, wenig regenerativer Strom. Zur Windstrom- kommt noch ein PV-Strom-Schwäche. Konventionell wird nicht genug getan, um die Lücken zu schließen. Das Ausland liefert ja. Die Preiskurve sieht so aus.

Sonntag, 6.6.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 46,22 Prozent, davon Windstrom 12,66 Prozent, Solarstrom 14,70 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 18,86 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.
Ein komplette Importtag. Per Saldo natürlich. Die Konventionellen nehmen die Preise auch mit, die unseren Nachbarn für den Strom gezahlt werden. So sieht die Preiskurve aus.

Die monatlichen Informationen zu den PKW-Neuzulassungen aufbereitet von Peter Hager aus Lauf an der Pegnitz.

Die Bäume wachsen nicht in den Himmel

Die Neuzulassungen lagen im Mai bei 230.635 PKW, was einem Plus von 37,2% gegenüber dem Mai 2020 entspricht und mit +0,4% nur geringfügig über dem April 2021 liegt. Mit einem Minus von fast 31% gegenüber Mai 2019 sind die PKW-Neuzulassungen nach wie vor weit von dem Niveau vor Corona entfernt.

Gesamt: 230.635 (ggü. 05/2020: +37,2% / ggü. 05/2019: -30,7%)

Bei den alternativen Antrieben gab es wie zu erwarten sehr hohe Zuwachsraten gegenüber dem Vorjahresmonat, dennoch bleibt der Anteil an den Gesamtzulassungszahlen nahezu unverändert:

Hybrid (incl. Plug-in): 64.367 (ggü. 05/2020: +181,8% / Zulassungsanteil: 27,9%)

Plug-in-Hybrid: 27.222 (ggü. 05/2020: +303 % / Zulassungsanteil: 11,8%)

Elektro (BEV= Battery Electric Vehicle): 26.786 (ggü. 05/2020: +380,2% / Zulassungsanteil: 11,6%)

Der höhere Zulassungsanteil bei den BEV (April 2021: 10,4%) ist hauptsächlich durch den „Tesla-Effekt“ bedingt (bei Tesla sind im ersten Monat eines Quartals die Zulassungen sehr niedrig).

Top 5 nach Herstellern:

Hybrid-PKW (ohne Plug-in): 175.577 (01-05/2021)

Audi (mit 10 Modellen): 22,8%
BMW (mit 11 Modellen): 16,8%
Toyota (mit 8 Modellen): 9,4%
Hyundai (mit 6 Modellen): 8,0%
Ford (mit 8 Modellen): 7,0%

Hybrid-PKW (mit Plug-in): 132.257 (01-05/2021)

Mercedes (mit 10 Modellen): 20,0%
VW (mit 5 Modellen): 14,1%
BMW (mit 9 Modellen): 14,0%
Audi (mit 8 Modellen): 11,0%
Seat (mit 3 Modellen): 6,3%

Elektro-PKW: 115.296 (01-05/2021)

VW (mit 5 Modellen): 25,1%
Smart (mit 2 Modellen): 9,1%
Tesla (mit 3 Modellen): 8,1%
Hyundai (mit 3 Modellen): 8,0%
Renault (mit 2 Modellen): 7,6%

Die beliebtesten zehn E-Modelle 05/2021 (Gesamt: 26.786) waren:

VW up: 2.819 (Minis)
Tesla Model 3: 2.744 (Mittelklasse)
VW ID3: 2.252 (Kompaktklasse)
Smart FourTwo: 1.671 (Minis)
Skoda Enyaq: 1.646 (SUV)
Renault ZOE: 1.521 (Kleinwagen)
VW ID4: 1.277 (SUV)
Opel Corsa: 1.156 (Kleinwagen)
BMW i3: 979 (Kleinwagen)
Fiat 500: 941 (Minis)

Der elektrische Version des Fiat 500 schaffte es erstmals in die Top-ten. Der Skoda Enyaq – im April neu auf den Markt und auf Platz 10 – kommt jetzt auf Platz 5.

Chip-Mangel in der Automobilindustrie

Auch wenn hierzu keine exakten Zahlen zu finden sind – Schätzungen gehen von weltweit 2 bis 4 Millionen weniger Autos für das erste Halbjahr 2021 aus – gibt es zwei gute Nachrichten, die den Chip-Mangel zumindest mittelfristig abmildern könnten:

Bosch hat seine Chip-Fabrik in Dresden offiziell eröffnet (hergestellt werden Halbleiter für Automobilsysteme sowie Elektrowerkzeuge von Bosch)

Infineon zieht den Produktionsstart seines neuen Werkes in Villach auf Sommer 2021 vor (dort werden Leistungshalbleiter u.a. für die Elektromobilität produziert)

Etwas zum Kopfschütteln

Im grünen Baden-Württemberg wollen im Herbst das
Fraunhofer ISE mit Partnern in einem Projekt auf der A81 die Überdachung von Autobahnen mit PV-Modulen erproben.

Man braucht kein Prophet sein: Bei den hohen Sicherheitsanforderungen (u.a. Aufprallschutz, Einsturzschutz) wird das sicher sehr teuer. Das hat sogar schon das Bundesverkehrsministerium erkannt.

Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr. 

Die bisherigen Artikel der Kolumne Woher kommt der Strom? mit jeweils einer kurzen Inhaltserläuterung finden Sie hier.

Rüdiger Stobbe betreibt seit über fünf Jahren den Politikblog www.mediagnose.de




Droht uns jetzt das Extremwetter? Risiko-Analyse der Bundesregierung

Bild oben: Im Auge eines Hurrikans in Florida. Die Wall Cloud ist deutlich erkennbar, die Sturmschäden sind es auch. Screenshot aus diesem Video bei 1:14:00

von AR Göhring

Alle fünf Jahre legt die Bundesregierung eine Klimawirkungs- und Risikoanalyse vor. Die aktuelle kam gerade heraus und zeigt die Veränderungen gegenüber 2015. Das Ergebnis ist natürlich apokalyptisch: Deutschland drohen vermehrte Extremwetter-Ereignisse.

Die aktuelle Klimaanalyse wurde vom Dessauer Umweltbundesamt, von Dirk Maxeiner zärtlich bestausgestattete Versorgungsanstalt für ehemalige Funktionäre von Greenpeace & Co.“ genannt, NGOs wie Adelphi, und einigen Bundesbehörden aus neun Ressorts erstellt. Was den Steuerzahler das Mammutprojekt gekostet hat, ist uns nicht bekannt. In den Teilberichten, die insgesamt über 1.000 Seiten umfassen, geht es um die Bereiche Land, Wasser, Wirtschaft, Gesundheit und Infrastruktur.

Die Studie warnt vor Extremwetterereignissen, die angeblich häufiger werden würden. Was erstaunt, da selbst der Weltklimarat IPCC klar sagte, daß sich Naturkatastrophen nicht häufen:

In einigen Aspekten des Klimasystems, einschließlich Änderungen der Aktivität tropischer Wirbelstürme bei Dürren, Erwärmung der Antarktis, Ausdehnung des antarktischen Meereises und antarktische Massenbilanz, bleibt das Vertrauen in die Zuschreibung auf menschlichen Einfluß aufgrund von Modellunsicherheiten und geringer Übereinstimmung zwischen wissenschaftlichen Studien gering. (AR5, WG1, Technical summary, TS.6.3, S. 114. 10.3.1, 10.5.2, 10.6.1)

Wirbelstürme: In den letzten 100 Jahren wurden im Nordatlantikbecken keine robusten Trends bei der jährlichen Anzahl tropischer Stürme, Hurrikane und der Anzahl großer Hurrikane festgestellt. … Aktuelle Datensätze zeigen keine signifikanten beobachteten Trends bei der globalen Häufigkeit tropischer Wirbelstürme im letzten Jahrhundert und es bleibt ungewiss, ob die gemeldeten langfristigen Zunahmen der Häufigkeit tropischer Wirbelstürme robust sind, nachdem in der Vergangenheit Veränderungen in den Beobachtungskapazitäten berücksichtigt wurde. (IPCC 2013, AR5, WG1, Kapitel 2.6, Seite 216)

Dürren: Zusammenfassend kommt die aktuelle Bewertung zu dem Schluß, daß es aufgrund fehlender direkter Beobachtungen derzeit nicht genügend Beweise gibt, um auf ein mehr als geringes Vertrauen in einen weltweit beobachteten Trend der Dürre oder Trockenheit (Niederschlagsmangel) seit Mitte des 20. geografische Inkonsistenzen in den Trends und Abhängigkeiten der abgeleiteten Trends von der Indexauswahl. Basierend auf aktualisierten Studien wurden die Schlussfolgerungen des AR4 zu den weltweit zunehmenden Dürretrends seit den 1970er Jahren wahrscheinlich überbewertet. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass die Häufigkeit und Intensität von Dürren im Mittelmeerraum und Westafrika seit 1950 zugenommen und in Zentralnordamerika und Nordwestaustralien abgenommen hat. (ebenda, Seite 215)

Aber irgend etwas muß man ja sagen, damit Umweltministerin Svenja Schulze mahnen kann, es müsse rasch gehandelt werden. Heißt: mehr Steuergeld umleiten.

Axel Bojanowski von der Welt meint dazu:

Dabei haben Wissenschaftler den Szenarien längst widersprochen. Die Bundesregierung aber will ihre Politik offenbar an unrealistischen Extremprognosen ausrichten….Die Zukunftsszenarien, die es der Öffentlichkeit präsentiert hat, sind unrealistisch und irreführend, das hatten Wissenschaftler längst festgestellt.

Konkret soll Deutschland in Zukunft durch „tödliche Hitzebelastung besonders in Städten“, Wassermangel in Böden und Starkregen bedroht sein. Seltsam, Eisstürme fehlen; das waren ja die wichtigsten Extremwetterereignisse auf der Nordhalbkugel im letzten halben Jahr. Aber das würde ja auch nicht zum Narrativ passen.

Dürre und sommerliche Hitze sind ja neben den steigenden Meeresspiegeln in der letzten Zeit so etwas wie der Basistreibstoff der Klimahysterie geworden. Daß es dank Wärmeinseleffekt in Siedlungen hochsommers sehr heiß werden kann, ist eine Binse, wird aber nun aufs Klima geschoben. Wer weiß denn noch, daß es im Sommer 199x viel heißer war? Die Behauptung, Julihitze würde immer häufiger und tödlicher, kann kein Medienkonsument so leicht überprüfen. Außer, er stöbert stundenlang beim DWD; aber wer macht das schon? Und die Bodentrockenheit, vulgo Dürre, das wissen wir vor allem von unseren Lesern, ist hauptsächlich auf örtliche Bodenversiegelung und ähnlich unkonstruktive Baumaßnahmen zurückzuführen. Viele Bodentypen wirken wie ein Schwamm und saugen sich nach Regengüssen mit Wasser voll, und zwar langsam. Wird der Regen aber schnell durch Kanäle und Gräben abgeleitet, kann der natürliche Speicher sich nicht mehr richtig vollsaugen.

Daß bislang nur wenig vom Behaupteten zu spüren war, wird sogar zugegeben. Aber mit Hilfe von „Szenarien“ („Representative Concentration Pathway 8.5“, RCP 8.5), die von den berühmten Computermodellen des Potsdam-Instituts für Klimaforschungsfolgen kennen, habe man herausgefunden, daß vor allem der Westen und Süden sich am stärksten „verändern“ werde. Im Südwesten und Osten seien später „Extreme“ am deutlichsten zu spüren. Bojanowski schreibt:

Um „RCP 8.5“ zu erreichen, müsste sich die Konzentration von CO2 in der Luft auf knapp 1400 Teile pro Million Luftteile (ppm) erhöhen, sie müßte sich im Vergleich zu heute also mehr als verdreifachen….Um das „RCP 8.5“-Szenario zu erreichen, müßte die Menschheit die Verbrennung fossiler Energien also stark ausweiten. Die Kohleverfeuerung müßte verfünffacht werden, aber auf solch eine Steigerung deutet nichts hin. Ob es überhaupt so viel Kohle in der Erde gibt, ist zweifelhaft.

Zwei der renommiertesten Experten für Klimaszenarien meinten unlängst in „Nature“wer die Szenarien dennoch nutze, sollte sie „deutlich als unwahrscheinlicher schlimmster Fall“ deklarieren. Daher warnen die beiden vor der Verwendung von RCP 8.5.

Die angeblichen Veränderungen würden im Sinne eines „Dominoeffektes“ zu „Wirkungsketten“ führen, an deren Ende die menschliche Gesundheit stehe – Gruß an die Klimamediziner wie Karl Lauterbach, Eckart von Hirschhausen, die Kollegen von Klug und an den Chef der Urologen-Vereinigung, der durch kochende Männerhoden Probleme bei der Zeugungsfähigkeit auf uns zukommen sieht.

Neben dem pessimistischen Szenario RCP 8.5 gibt die Analyse auch optimistische Zukunftsaussichten als Alternative an. Bojanowski süffisant:

Die Anzahl der Dürretage in Deutschland würde demnach bis Ende des Jahrhunderts sogar kleiner, die jährliche Niederschlagsmenge bliebe in etwa gleich.

Sekundiert wird die apokalyptische Studie vom Vorstand „Klima und Umwelt“ des Deutschen Wetterdienstes, der meint, seit 1881 sei die Jahresdurchschnittstemperatur schon um 1,6° gestiegen. Und 2020 sei das zweitwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen gewesen. Das kann schon sein, da wir uns bekanntlich in einer natürlichen Warmphase befinden, die um 1850 einsetzte. Die weltweit wieder wachsenden Gletscher, vielleicht auch schon die Eisstürme von Dezember bis Februar, weisen dennoch auf einen allmählichen Wechsel Richtung Kühlphase hin.

Ein Blick nach Amerika zeigt übrigens dasselbe Bild: Wie unser Referent James Taylor von Heartland darlegte, sind Extremwetterereignisse wie Dürre und Tornados gar nicht häufiger geworden.