Die Klimaschau von Sebastian Lüning: Strom immer teurer, Wasserstoffkraftwerk im Garten, Streit der Fischforscher

Die Klimaschau informiert über Neuigkeiten aus den Klimawissenschaften und von der Energiewende.

Themen der 46. Ausgabe vom 26. Juni 2021: 0:00 Begrüßung 0:22 Deutschlands Strompreis steigt immer weiter 2:44 Wasserstoffkraftwerk für den eigenen Garten 5:24 Streit der Fischforscher

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Die Klimaschau von Sebastian Lüning: Wer profitiert mehr von NordLink? Deutschland oder Norwegen?

Die Klimaschau informiert über Neuigkeiten aus den Klimawissenschaften und von der Energiewende. Themen der 45. Ausgabe vom 22. Juni 2021: 0:00 Begrüßung 0:20 Getreide-Rekordernte 1:15 Beginn der Hurrikan-Saison 2021 3:39 NordLink Seekabel

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Woher kommt der Strom? Aus dem Ausland!

von Rüdiger Stobbe

Natürlich nicht zu 100%. Die an jedem Tage der Woche entstehenden Stromlücken werden mit der Lieferung unserer europäischen Nachbarn geschlossen. Das ist so gewollt. (Abbildung)

Die konventionellen Stromerzeuger (Abbildung 1) denken ökonomisch. Deshalb denken sie nicht daran, die Lücken, um die Mittagszeit auch nur annähernd zu schließen. Das würde den Strompreis senken. Wer aber möchte schon weniger Ertrag für mehr erzeugten Strom? Der Stromkunde vielleicht? Der wird nicht gefragt. Der zahlt. Auch den Bonus, der anfällt, damit uns unsere Nachbarn zum Wochenende den zu viel erzeugten Strom durch Wind und Solar abnehmen. Das Preisniveau (Abbildung 2) liegt bis einschließlich Freitag über 60€/MWh. Das ist auskömmlich. Für die konventionellen Stromerzeuger, für die Stromimporteure (Abbildung 3). Samstag, Sonntag frischt der Wind auf, die Windstromerzeugung legt bei sinkendem Bedarf zu. Der Strom wird unter dem Strich verschenkt. Mit Bonus. Für gesamt 73,01 GWh verschenktem Strom gibt Deutschland noch schlappe 7,95 Millionen € mit.

Wenn wir uns die gesamte 23. Woche anschauen, kommen man, was die Preisbildung anbelangt, zu diesem Ergebnis: Deutschland importiert 122,5 GWh mehr als es exportiert. Diese Menge Strom kostet unter dem Strich 24,15 Millionen €. Das macht pro MWh exakt 197,10 €. Die Deutschland unter dem Strich pro MWh importiertem Strom bezahlen muss. Markus machte vergangene Woche den Einwand, dass je kleiner die importierte Strommenge und je größer der Preis sei, der Preis pro MWh ins „Unermeßliche steigen würde. Außerdem sei eine Division durch Null mathematisch unzulässig. Alles richtig. Die Realität ist diese: Wenn die Menge importierter und exportierter Strom gleich ist, der Saldo also Null ergibt, der Preis für diese Nullnummer zum Beispiel zehn Millionen € (Einnahme Exportstrom zehn Millionen, Ausgabe Importstrom 20 Millionen jeweils gleiche Menge) beträgt, dann zahlt Deutschland halt zehn Millionen € für null Strom. Da interessiert keine Mathematik. Das ist einfach so. Die „Gefahr“, dass solche Ergebnisse zustande kommen, ist umso größer, desto kleiner der betrachtete Zeitraum (siehe oben Wochenende 23. Woche) ist. Über Wochen, über Monate nivelliert sich das Preisniveau. Für das komplette bisherige Jahr 2021 (Stichtag 13.6.2021) sieht es so aus: Deutschland hat unter dem Strich 9,515 TWh Strom exportiert. Dafür erhielt man insgesamt 253,73 Millionen € gezahlt. Macht pro MWh 26,67 €, pro kWh 2,667 Cent.  Ist nicht wirklich viel, wenn man bedenkt, wieviel der Wind- und PV-Strom nach EEG-Subventionierung den Stromkunden kostet und sich das Hochfahren eines Kohlekraftwerkes erst ab 40€/MWh rechnet.

Die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts und die daraus generierte Tabelle liegen unter Abbildung 4 ab. Es handelt sich um Werte der Nettostromerzeugung, der „Strom, der aus der Steckdose“ kommt, wie auf der Webseite der Energy-Charts ganz unten ausführlich erläutert wird.

Die Charts mit dem Jahres- und Wochenexportzahlen liegen unter Abbildung 5 ab. Abbildung 6 ermöglicht, dass Sie ihr eigener Energiewender werden.

Abbildung 7 beinhaltet die Charts, welche eine angenommene Verdoppelung und Verdreifachung der Wind- und Solarstromversorgung visualisieren. Zu diesem Thema gibt es noch bemerkenswerte Ausführungen nach den Tagesanalysen.

Abbildung 8 enthält ein Video, in dem sich Joachim Weimann zu den Kosten der Energiewende äußert. Das Interview stammt aus dem Jahr 2015, ist dennoch hochaktuell. Ergänzt wird dieser Beitrag durch einen diesmal brandaktuellen Beitrag der HHL Leipzig Graduate School of Management mit Prof. Sinn und Prof. Althammer.

Demnächst wird stromdaten.info um ein CO2-Tool ergänzt werden. Das Tool erlaubt eine Sicht auf den CO2-Ausstoß, der Deutschland mit importiertem Strom zwar nicht angerechnet wird, der dennoch – im Ausland – in die Atmosphäre geblasen wird. Dies ist vor allem deshalb wichtig, weil Deutschland in den vergangenen Jahren immer mehr Strom importiert hat.

Beachten Sie bitte unbedingt den Stromdateninfo-Tagesvergleich ab 2016 in den Tagesanalysen. Dort finden Sie die Belege für die im Analyse-Text angegebenen Durchschnittswerte und viel mehr. Der Vergleich beinhaltet einen Schatz an Erkenntnismöglichkeiten. Überhaupt ist das Analysetool stromdaten.info mittlerweile ein sehr mächtiges Instrument der Stromdatenanalyse geworden.

Die Tagesanalysen

Montag, 7.6.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 38,25 Prozent, davon Windstrom 5,89 Prozent, Solarstrom 17,44 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 14,92 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Schönes Wetter, kaum Wind, etwas Sonne. Der Strompreis liegt zwischen 60 und 90€/MWh. Da sind die konventionellen Erzeuger zufrieden. Die Stromlücken stören sie kaum. Es ist genug Strom im Markt, der importiert werden kann. Der Stromkunde zahlt im Schnitt knapp 80€/MWh. Der Preisverlauf.

Dienstag, 8.6.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 37,42 Prozentdavon Windstrom 4,35 Prozent, Solarstrom 19,42 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,65 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Dienstag wie Montag. Die Stromlücken werden per Stromimport geschlossen. Die Konventionellen denken nicht an ein zusätzliches Hochfahren von Kraftwerken. Etwas „Zusatzertrag“ wird mit Pumpspeicherstrom verdient.  Der Preisverlauf ähnelt dem gestrigen. Nur die Ausschläge sind etwas kräftiger. Der Handelstag.

Mittwoch, 9.6.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 37,93 Prozentdavon Windstrom 2,62 Prozent, Solarstrom 21,66 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,65 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Mittwoch: Über Tag kommt die Windstromerzeugung komplett zu Erliegen. Der Stromimport ist doppelt so hoch wie der Export. Zum Glück nicht doppelt so teuer. Die konventionelle Stromerzeugung.

Donnerstag, 10.6.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 39,34 Prozentdavon Windstrom 3,43 Prozent, Solarstrom 22,53 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,37 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Das gleiche Bild wie an den Tagen zuvor. Die Konventionellen bewegen sich nicht. Nur da (Vormittag, Vorabend), wo etwas Ertrag abgegriffen werden kann, kommt Pumpspeicherstrom zum Einsatz. Der Preisverlauf und der Handelstag.

Freitag, 11.6.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 45,51 Prozent, davon Windstrom 7,95 Prozent, Solarstrom 23,85 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,72 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Die Ruhe vor dem Sturm.  Die konventionelle Stromerzeugung verfolgt ihr „Konzept der Ruhe“ auch an diesem Tag. Der Preisverlauf ist ein Abbild der Vortage. Der Handelstag im Großen und Ganzen ebenfalls

Samstag, 12.6.2021: Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 67,86 Prozent, davon Windstrom 35,20 Prozent, Solarstrom 18,31 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 14,35 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-ChartmatrixHier klicken.

In der Nacht und am Morgen ist noch alles ruhig. Dann, rumms, zieht der Wind, und damit die Windstromerzeugung an. Auf einmal ist zu viel Strom im Markt. Der Preis wird negativ. Unter dem Strich gibt Deutschland 13,66€/MWh verschenktem Strom mit. Die konventionellen Stromerzeuger fahren herunter, so weit es geht. Der Handelstag.

Sonntag, 13.6.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 65,51 Prozent, davon Windstrom 25,11 Prozent, Solarstrom 27,42 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 15,98 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Heute lässt der Wind bereits wieder nach. Doch zusammen mit dem Sonnenstrom muss der Windstrom nochmals mit Bonus verschenkt werden. Oder ist es der Strom-Mix? Egal, das Geld ist weg. Dafür darf der Stromkunde zum Nachmittag und Abend richtig Geld hinlegen. Die Konventionellen produzieren an der Netzstabilitätsunterkante. Weniger geht kaum. Der Handelstag. Welcher Nachbar verdient richtig Geld?

Volatiler Strom und Wasserstofferzeugung

Vor allem der Chart mit der angenommenen Verdreifachung der Wind- und Photovoltaikstromerzeugung (Abbildung 7) belegt sehr eindrucksvoll, wie volatil der überschüssige Strom ist. Die Idee ist es ja, diesen Strom dazu zu verwenden, um allfällige Stromlücken zu schließen. Dazu ist die Speicherung des überschüssigen Stroms mittels Wasserstoff per Elektrolyse in großem Umfang nötig. Stromlücken werden mit dem wieder per Brennstoffzellen in Strom rückverwandelten Wasserstoff geschlossen. Stromdaten.info beinhaltet ein feines Tool, mit dem dieser Prozess simuliert werden kann. Soweit die Theorie.

In der Praxis verursacht die Volatilität des anfallenden überschüssigen Stroms bei der Elektrolyse erhebliche Probleme. Elektrolyseure benötigen gleichmäßig fließenden Strom. Sonst verlieren sie ihre Funktionsfähigkeit. Diesen Schluss ziehe ich aus der Antwort einer Anfrage an die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe. Ich habe der Anstalt den Chart mit der Verdreifachung zur Verfügung gestellt. Auf die Frage, ob der volatile überschüssige Strom zur Wasserstofferzeugung per Elektrolyse genutzt werden kann, bekam ich diese Antwort:

 […] inwieweit das volatile Stromangebot zur Wasserstoffgewinnung genutzt werden kann, ist derzeit nicht abschließend zu beantworten. Das hängt u.a. von technischen Innovationen (Elektrolyseure, die mit schwankendem Angebot gut umgehen können und mgl. effektiv arbeiten) ebenso ab, wie dem Ausbau der Strominfrastruktur und damit der zunehmenden direkten Nutzung des Stromes. […].

Somit tut sich ein wenig beachtetes Problem der Wasserstoffwirtschaft auf. Eingedenk der ungeheuren Energiemengen, die zur Wasserstofferzeugung und Stromrückverwandlung benötigt werden, ist es meines Erachtens fragwürdig, weshalb Unsummen an Subventionen zwecks Erforschung und Einrichtung von Wasserstoffwirtschaftsinseln herausgehauen werden. Es wäre viel sinnvoller, zunächst ausschließlich Fördergelder für die Erforschung und Herstellung von Elektrolyseuren auszuloben, die in industriellem Maßstab mit stark schwankendem Strom Wasserstoff herstellen können. Das wäre im Sinn einer Energiewende. Alles andere ist zum Fenster hinausgeworfenes Geld und macht in aller Regel reiche Leute nur noch reicher.

Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.

Die bisherigen Artikel der Kolumne Woher kommt der Strom? mit jeweils einer kurzen Inhaltserläuterung finden Sie hier.

Rüdiger Stobbe betreibt seit über fünf Jahren den Politikblog www.mediagnose.de

 




Elektroautos gegen Klimawandel: Gibt die Massenpresse das Bekannte endlich zu?

von AR Göhring

EIKE- und Achse-Leser wissen es seit Jahren: Die E-Mobilität hat rein gar nichts mit Umweltschutz oder Kampf gegen Klimawandel zu tun; dafür ist sie viel zu schmutzig, und obendrein heftig unsozial. Zugegeben hat das in den Massenmedien bislang kaum jemand. Nun deutet sich aber ein Medienwandel an.

„Früher hat man uns gesagt, wir sollen Strom sparen, heute sagt man uns, wir sollen Elektro-PKW fahren“, lautet ein aktuelles Bonmot. Wegen der Wandlungs- und Leitungsverluste ist elektrischer Strom sozusagen die „edelste“ der wirtschaftlich genutzten Energieformen, weswegen man sie früher ungern fürs Heizen und für Traktion nutzte.

Allein deswegen ist die Propagierung von Elektroautos zum Einsparen von CO2-Emissionen Humbug, weil unterm Strich wegen der Speicherverluste tatsächlich mehr CO2 produziert wird, wenn der Strom für den Akku nicht grade überwiegend aus Wind- und PV-Kraft kommt, was aber sehr selten ist.

Hinzu kommt unter anderem, daß für die aufwändigere Produktion eines E-Autos viel mehr emitiert wird, was sich erst nach Jahren Betriebszeit amortisiert. Vorausgesetzt, daß der Akku eine Lebenszeit über zehn Jahren hat, was realiter auch nicht so ist.

Das sind nur einige der „Wenns“ und „Abers“, die das E-Auto klar als Umweltschweinerei charakterisieren. Da aber der Profiteurskomplex in den Medien und der Politik, aber auch der Aktivistenszene fest etabliert ist und Milliardenumsätze generiert (wenn nicht Gewinne), will so gut wie niemand darüber aufklären. Immerhin basiert die seit 2005 bestehende CO2-Zertifikatsbörse zum Gutteil auf E-Mobilität: Vor allem der popkulturell vergötterte Elon Musk macht seine Milliarden mit dem Zwangsverkauf von Zertifikaten.

Ausnahme unter den Klimatischen ist Harald Lesch, der via TV und Youtube klar Stellung gegen Lithiumakkus und für Wasserstoff bezieht. Spuren hat er damit allerdings in der Berichterstattung nur in puncto H2 hinterlassen, da die irrwitzige E-Mobilität von der Regierung wider besseres Wissen nun mit dem Verweis auf die Wundertechnik der Elektrolyse vorangetrieben wird.

Nun berichten Focus, die BILD und und die Stuttgarter Zeitung hinter Bezahlschranke, daß 171 Wissenschaftler die EU-Kommission aufgefordert hätten, den ökologischen Fußabdruck von E-Autos neu zu bilanzieren. Derzeit plant die Kommission, neue Flottengrenzwerte für Autohersteller herauszugeben.

Setzt sich in den Massenmedien nun die Erkenntnis durch, daß es bei Strom-Wagen nur um Umverteilung geht, und daß Teslas genau wie Windkraftanlagen die Natur eher schädigen, als etwas zu nützen?




Nachbetrachtung: Greenpeace-Motorschirm im Stadion – Aktivismus oder Anschlag?

von AR Göhring

Die NGO Greenpeace machte in den letzten Wochen durch zwei spektakuläre und wahrscheinlich kriminielle Aktionen (Gerichtsentscheid steht aus) auf sich aufmerksam: In Emden wurden von Einbrechern die E-Schlüssel von Hunderten VW gestohlen; und im Münchener Fußballstadion verletzte eine Motorschirmgleiter zwei Menschen.

Grund für beide PR-Aktionen: Prozest gegen die Herstellung von Verbrennermotoren durch Volkswagen. Was interessant ist, da gerade VW 2030 nur noch E-Autos bauen will. Das geht den Aktivisten aber noch nicht schnell genug.

Besonders die mißlungene Aktion während des Europameisterschaftspiels in München durch den Fallschirmspringer, der kurzzeitig die Kontrolle über sein Gefährt verlor, erzürnte die Gemüter. Hier statt allzu viel Meinung das nicht wenige Bekannte über Tat und Täter.

Der Pilot verwandte, statt wie von Rainer Wendt vermutet, kein Benzin-Aggregat, sondern tatsächlich eine Elektro-getriebene Propellermaschine, die seinen Gleitschirm steuerbar machte. Angeblich wollte er nur über dem Stadion hin- und herfliegen und einen Ball abwerfen, statt auf dem Rasen zu landen. Da herumfliegen und Bälle werfen noch keine politische Aktion ist, begründete Greenpeace den Vorfall damit, daß VW nicht schnell genug vom Fossilkraftstoff abrücke. Die Aktion ist wohl Teil einer größeren langfristig geplanten Kampagne gegen den größten Autohersteller Europas.

Die Aufschrift „Greenpeace“ auf dem Schirm verhinderte laut Angabe der Polizei den Abschuß des Piloten durch Scharfschützen, die bei solchen Großereignissen mittlerweile stets unsichtbar anwesend sind, da es in Europa schon zu oft islamische Terroranschläge gab (z.B. Manchester und B’ataclan in Paris). Folgeproblem: Was macht die Polizei, wenn in Zukunft ein Sprengstoffattentäter mit der Tarnaufschrift „Greenpeace“ oder ähnlich in ein Stadion schwebt, um möglichst viele Fans zu töten? Nebenbei: Bei Sportereignissen dieser Größe gilt ein Überflugverbot. Das wußten die Aktivisten wohl schon; aber wenn es ums Klimathema geht, ist alles erlaubt, und auch nicht mit Strafen zu rechnen. Das lehrten schon die Kühlturm-Bekletterungen in den 80ern.

Der Täter von München ist 38 Jahre alt, Chirurg, und soll dem Vernehmen nach selber einen VW-Verbrenner fahren. Nun ja, immerhin war der Propellermotor ein klimaneutrales E-Gerät. Der Mann ist schon polizeibekannt: 2012 flog er auf ein französisches KKW, und im März landete er auf dem Dach der EZB.

Aufgrund eines technischen Defektes, vielleicht auch wegen menschlichem Unvermögens, touchierte der fliegende Klimaarzt kurz vor Anpfiff eine weit übers Spielfeld ragende Kamera. bzw. deren Kabel, und kam deswegen zu nah an das Personal heran. An einem Scheinwerfer zerbrach der Rucksackmotor mitsamt Propeller. Zwei Techniker, ein Ukrainer und ein Franzose, wurden verletzt; einer wohl schwer wegen eines vermuteten Jochbeinbruchs im Gesicht. Nur wegen der Corona-Bestimmungen und der damit dünn besetzten Tribüne ist nicht noch mehr passiert.

Entschuldigen wollte der Aktivist sich nicht; das tat nur die Greenpeace-Pressestelle. Immerhin droht ihm nun eine Haftstrafe; er ist allerdings erst einmal auf freiem Fuß.

Der Schittsturm in den sozialen Medien war der Umweltorganisation damit gewiß. CDU-Grande Friedrich Merz stellte die Gemeinnützigkeit von Grünfrieden in Frage, was die steuerliche Absetzbarkeit von Spenden verhindern würde. Da die NGO als eine der wenigen offiziell auf direkte Steuergeldalimentierung verzichtet, wäre das ruinös. Allerdings auch nicht wirklich realistisch, da der ökopolitische Komplex in Deutschland derart viele Profiteure kennt, daß eine relevante Abstrafung des ältesten Aushängeschildes politisch nicht durchsetzbar wäre.

Ulf Poschardt von der Welt urteilte noch härter als Merz:

Menschen wurden verletzt, und es hätte sogar schlimmer kommen können. Das ist ein neuer Höhepunkt der Selbstgerechtigkeit, der endlich Konsequenzen haben muß.

Weder der Sitz des Parlaments, der Reichstag, noch Parteizentralen sind den „Aktivisten“
heilig, weil sie sich im Zweifel selbst dafür halten. Ihre Skandalrenditen sind wachsende
Mitglieder- und Spendenzahlen – und dabei müssen dann auch immer wieder andere
einen Preis bezahlen.

… Greenpeace, die befreundeten Grünen und der medial-kulturelle
Komplex, der diese Sonderrechtszone für Bürgerkinder feiert, sehen sich aber als Retter
der Welt. Deswegen stehen sie über den Dingen.