Die Klimaschau von Sebastian Lüning: Ist wirklich der Klimawandel an Dürre und Hungersnot in Madagaskar schuld?

Die Klimaschau informiert über Neuigkeiten aus den Klimawissenschaften und von der Energiewende. Themen der 61. Ausgabe vom 25. August 2021:

0:00 Begrüßung 0:24 Neue Mittelfristprognosen vom Deutschen Wetterdienst 4:26 Dürre in Madagaskar 12:51 100 Milliarden Klima-Euro verpuffen wirkungslos

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Woher kommt der Strom? Polen macht gute Geschäfte mit Kohlestrom

Woche 32

von Rüdiger Stobbe

Seit einigen Wochen macht Polen am Geschäftsmodell „Strom aus Deutschland: Billig einkaufen – Teuer verkaufen“ mit. Das Pikante ist die Tatsache, dass Polen regenerativ geschwängerten (erneuerbarer Anteil diese Woche knapp 50%) Strom aus Deutschland billig einkauft bzw. umsonst abnimmt, um dann bei passender Gelegenheit (Abbildung) den eigenen Strom, der zu 3/4 mittels Kohleverbrennung hergestellt wird, teuer an Deutschland zu verkaufen.

Das ist einer der Treppenwitze der Energiewende, von der nicht wenige behaupten, sie werde ohnehin scheitern (Abbildung 1). Ich kann dem nur zustimmen. Wenn Deutschland halbwegs grünen Strom exportiert und dann annähernd die doppelte Menge Kohlestrom aus Polen importiert, dafür auch noch viel mehr Geld bezahlt, als es für den exportierten Strom eingenommen hat, dann ist das nicht nur ökonomisch wenig sinnvoll. Auch ökologisch ist das mehr als ein Eigentor. Es konterkariert sämtliche Ideen von der klimaneutralen, CO2-freien Welt. Genauso wie die anstehende Abschaltung der letzten Kernkraftblöcke in Deutschland. Die liefern bis Ende des Jahres 2021 noch um die 60 TWh sicher und zuverlässig nahezu CO2-freien Strom. Bis Endes des Jahres 2022 werden es noch 30 TWh Strom sein. Dann ist Schluss, dann muss der Strom entweder fossil hergestellt oder aber importiert werden. Auch aus Polen. Kohlestrom. Oder aus Frankreich. Strom aus Kernkraft. Diesen Strom importiert Deutschland bereits heute (Abbildung 7) in erheblichem Umfang.  Ende Jahr wird es mehr Strom sein als ein Kernkraftwerk erzeugen kann. Wir aber sind so hirni (sorry!), die eigenen Kernkraftwerke abzuschalten. Wenn man nun noch bedenkt, dass Deutschland pro MWh Strom aus Frankreich diese Woche über 75€ hingelegt hat, dann wird neben dem schein-ökologischen Aspekt (Raus aus der gefährlichen Kernkraft!) der ökonomische Unfug sichtbar. Der in Deutschland erzeugte Strom aus Kernkraft ist in der Herstellung um etliches billiger als der importierte aus Frankreich.

Zum Wochenbeginn (Abbildung 2) flaute die regenerative Stromerzeugung ab, um zu Wochenende wieder anzuziehen. Darin liegt eine gewisse Tragik. Gerade in bedarfsarmen Zeiten ist viel regenerativer Strom im Markt. Der wird auch diese Woche billig verschleudert oder gar verschenkt (Abbildung 3). Die konventionellen Stromerzeuger (Abbildung 4) steuern zwar zumindest am Samstag dagegen. Aus Netzstabilitätsgründen können sie die 20 GW aber nicht zu sehr unterschreiten.

Die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts und der daraus generierte Chart liegen unter Abbildung 5 ab. Es handelt sich um Werte der Nettostromerzeugung, dem „Strom, der aus der Steckdose“ kommt, wie auf der Webseite der Energy-Charts ganz unten ausführlich erläutert wird. Der höchst empfehlenswerte virtuelle Energiewende-Rechner (Wie viele Windkraft- und PV-Anlagen braucht es, um Kohle- und/oder Kernkraftstrom zu ersetzen? Zumindest im Jahresdurchschnitt.) ist unter Abbildung 6 zu finden. Ebenso wie der bewährte Energierechner.

Die Charts mit den Jahres- und Wochenexportzahlen liegen unter Abbildung 7 ab. Abbildung 8 beinhaltet die Charts, welche eine angenommene Verdoppelung und Verdreifachung der Wind- und Solarstromversorgung visualisieren. Abbildung 9 weist auf einen Artikel hin, der sich mit dem Klimaschutz-Sofortprogramm der Grünen befaßt. Lesen Sie, was die „Ahnungslosen“ planen.

Beachten Sie bitte unbedingt die Stromdateninfo-Tagesvergleiche ab 2016 in den Tagesanalysen. Dort finden Sie die Belege für die im Analyse-Text angegebenen Durchschnittswerte und vieles mehr. Der Vergleich beinhaltet einen Schatz an Erkenntnismöglichkeiten. Überhaupt ist das Analysetool stromdaten.info mittlerweile ein sehr mächtiges Instrument der Stromdatenanalyse geworden.

Tagesanalysen

Montag, 9.8.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 60,93 Prozent, davon Windstrom 28,53 Prozent, Solarstrom 19,62 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,78 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Die regenerative Stromerzeugung war heute noch kräftig. Dennoch kam es am Morgen und am Abend zu den bereits bekannten Stromlücken. Die konventionellen Stromerzeuger könnten diese schließen. Sie wollen es nicht. Die Preise sind entsprechend hoch. Nur über Mittag sinken sie ab. Der Handelstag.

Dienstag, 10.8.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 48,96 Prozentdavon Windstrom 15,71 Prozent, Solarstrom 19,59 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,65 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Am Dienstag sinkt die regenerative Stromerzeugung weiter ab. Die Windstromerzeugung strebt Richtung Null. Die beiden gewollten Stromlücken lassen den Importstrompreis kräftig steigen. Die konventionelle Stromerzeugung und der Handelstag.

Mittwoch, 11.8.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 42,13 Prozentdavon Windstrom 5,24 Prozent, Solarstrom 23,03 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,86 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Windstromerzeugung im Keller (für 3 Tage), PV-Stromerzeugung geht so. Der Stromimport ist teuer, das bisschen Exportstrom wird nicht verschenkt, liegt sogar im grünen Bereich. Das „Verschenken“ aber wird noch kommen.  Konventionelle Erzeugung und Handelstag.

Donnerstag, 12.8.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 41,48 Prozentdavon Windstrom 4,5 Prozent, Solarstrom 23,55 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,43 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Auch dieser Tag gestaltet sich arm an Windstrom. Das gleiche Bild wie gestern. Importstrom teuer. Exportstrom geht so. Nur am Morgen, da muss der Strom nicht zu Höchstpreisen importiert werden. Ursache: Die geringe Gesamtnachfrage. Konventionelle Stromerzeugung und der Handelstag.

Freitag, 13.8.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 49,66 Prozent, davon Windstrom 16,71 Prozent, Solarstrom 20,37 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,58 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Am Freitag, den 13. steigt die Windstromerzeugung wieder an. ´Unpassend` zu Wochenende. Wieder ein feiner Tag für Preisdifferenzgeschäfte. Morgens und abends importiert Deutschland teuren Strom. Über Mittag gibt er ihn günstig ab.  Die konventionelle Erzeugung und der Handelstag.

Samstag, 14.8.2021: Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 61,43 Prozent, davon Windstrom 24,37 Prozent, Solarstrom 23,83Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,23 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Heute wird Strom verschenkt und später wieder hochpreisig eingekauft. Der Wind weht kräftig, die Stromerzeugung brummt. Die Konventionellen fahren die Erzeugung runter. Es nutzt nichts. Um 14:00 wird der Strom verschenkt. Wer profitiert? Schweden, Tschechin, Polen, die Schweiz und Österreich.

Sonntag, 15.8.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 55,80 Prozent, davon Windstrom 16,99 Prozent, Solarstrom 23,84 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 14,97 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Auch am heutigen Sonntag rutschen die Preise in den Keller. Der Bedarf ist so gering, es zu viel Strom im Markt. Regenerativer Strom, der billig abgegeben und teuer zurückgekauft wird. Die konventionelle Stromerzeugung und der Handelstag.

Zum Schluss noch ein Schmankerl, welches die Professionalität und Sachkenntnis unseres Bundeswirtschaftsministers, Herrn Peter Altmaier, im Bereich „Strom“ eindrucksvoll dokumentiert. Es ist ein Auszug aus einer Rede, die der Mann am 30.10.2020 im Deutschen Bundestag gehalten hat. Wenn Sie den kompletten Tagesordnungspunkt zum EEG mit allen Reden und Dokumenten aufrufen wollen. Hier ist er.

Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.

Die bisherigen Artikel der Kolumne Woher kommt der Strom? mit jeweils einer kurzen Inhaltserläuterung finden Sie hier.

Rüdiger Stobbe betreibt seit über fünf Jahren den Politikblog www.mediagnose.de

 




„Klimakrise“ als Ausrede für Inkompetenz bei Hochwasser – und sogar den Taliban

Die Hochwasserkatastrophe in Westdeutschland wurde von Fridays for future, aber auch von Merkel und Laschet mit der Klimakrise erklärt, um die zunehmende Inkompetenz der staatlichen Stellen zu vertuschen, da die Regierengen in Bund und Ländern nicht mehr in der Lage sind, echte Probleme, die nicht nur in den Medien stattfinden, zu lösen.

Nun deutet sich auch international an, daß die Schwäche der westlichen Regierungen mit dem erfundenen Klimawandel überdeckt werden soll. Der renommierte amerikanische Sender CBS veröffentlichte kürzlich einen Artikel mit dem Titel

Wie der Klimawandel die Taliban stärkte

Zentrales Argument: In Afghanistan gäbe es seit dreißig Jahren Fluten und Dürre, die die Ernten zerstörten und die Leute hungern ließen. Da 80% der nationalen Konflikte von Konkurrenz um natürliche Ressourcen herrührten, sei der Bürgerkrieg also mit dem Klima erklärbar.

Woher weiß man, daß das Wetter in Afghanistan menschgemacht ist? Von der Bonner NGO Germanwatch, die wir schon einmal analysiert hatten. Germanwatch kümmert sich um den Komplex Klima -Dritte Welt und publiziert jährlich einen Globalen Klimarisiko-Komplex, in dem das Land 2019 auf Platz 6 der gefährdetsten Länder erscheint. Realistisch? Nein, denn Deutschland landet 2021 auf Platz 14 – man merkt, hier wurden Versicherungsdaten und ähnlich Verzerrendes als Quelle genutzt.

Afghanistan ist dank seiner korrupten Regierung, Kultur und Rückständigkeit einfach nur arm und kriegerisch – da wirkt sich eine Mißernte oder Naturkatastrophe nun einmal stärker aus. Hinzu kommt, daß es heute ca. 34 Millionen Afghanen gibt, 2000 aber nur etwa halb so viele. Eine Verdoppelung in nur 20 Jahren!! Eine Bevölkerungsexplosion ohne kulturelle und vor allem wirtschaftliche Anpassung führt dann logischerweise zu Migration und Verteilungskämpfen.

Und ging es dem Land vor dem Abzug der Sowjets besser? Gab es weniger Überschwemmungen und Dürren? Wahrscheinlich nicht, da Naturkatastrophen weltweit ohne Trend um einen Mittelwert oszilieren. Das sagte der Sachstandsbericht des Weltklimarats auch noch 2013. Der neueste von 2020/21 behauptet natürlich das Gegenteil, aber das darf angezweifelt werden, da den Profiteuren wegen der Kälte die Felle davonschwimmen und sie daher verzweifelt Beweise für die Katastrophe suchen.

Der Spiegel schrieb analog schon 2020, daß Mädchen in Afghanistan klimabedingt diskriminiert würden. Titel:

Wo Mädchen wegen des Klimawandels nicht mehr zur Schule gehen dürfen

Warum sind Mädchen in nichtislamischen Ländern dann nicht von Diskriminierung betroffen, obwohl der Klimawandel ja überall in armen Ländern wütet? Man sieht – Klimawandel als Ausrede für alles und jedes – vor allem für Versagen, auch geistig und moralisch. Man wartet förmlich darauf, daß Frauenunterdrückung, zum Beispiel durch Verschleierungszwang, in Zuwandererbezirken wie Berlin-Neukölln auch noch durchs Klima erklärt wird.

Noch ein Bonbon, diesmal aus Österreich:

Impfpflichten sind der richtige Test für eine klimaneutrale Zukunft

titelt der Kurier.

Wir alle werden uns einschränken müssen. Die Mehrheit muß begreifen, daß die Generation Greta recht hat.

Der Text ist derart überzogen, daß man vermuten muß, hier sei ein Agent provocateur am Werk.

Eine Kommentierung lohnt daher fast nicht, das Original ist nicht zu übertreffen.

Wer jetzt glaubt, mit Impfpflichten werde ausgelotet, welche Einschränkungen sich die Bevölkerung gefallen lässt: Mit Blick auf die Klimakatastrophe wäre so ein Test nur sinnvoll. Das Virus ist genauso real wie der Tornado im brennenden Vorgarten, oder das brusthohe Wasser im Wohnzimmer.

Tornado, brennender Vorgärten UND Hochwasser – was denn nun? Nicht vergessen – schon in den 1970ern wurden mit der erfundenen emissionsbedingten Eiszeit-Katastrophe genauso Hochwasser, Dürren, Wirbestürme und Fluchtströme angekündigt. Ob heiß, ob warm, alles kann mit allem erklärt werden, solange die Münze im Kasten klingt.




Klimaspaß mit EIKE: Grüne wollen eine Milliarde Euro Steuergeld für Lastenfahrräder

von AR Göhring

Henryk Broder spießte es gerade auf: Im Wahlkampf fordern die Grünen aktuell, Lastenfahrräder (mit Akku) mit einer Milliarde Euro zu fördern.

Das Bild aus den grünen und monokulturellen Vierteln ist ja bekannt: Ökologisch bewegte Bürger fahren mit einem Dreirad ihre Kinder oder ihre Einkäufe zur Kita oder nach Hause. In der Elektro-Version kosten diese Velozipeds über 3.000 Euro! Kein Wunder: Die Dreiräder werden wenig hergestellt, und sind wegen des erheblichen Mehrgewichts schwieriger zu konstruieren.

Der grünkritische Videoblogger Oli meint dazu, daß hier wieder eine bestimmte Klientel gefördert werde, die sowieso schon viel Geld hat: 1.000 Euro Zuschuß will ACAB gewähren.

Und Broder ergänzt, daß die ikonografischen Bilder aus dem China der 60er und 70er mit den vielen Fahrrädern gerade im Fernen Osten als Ausweis der Rückständigkeit gelten; heute protzt das Regime gerne mit Stahlbeton-Glastürmen und vielen Autos.

Aber in einigen älteren Grünen scheint die Idee vom Fahrrad romantische Erinnerungen aus der Jugendzeit zu wecken, als Mao Zedong noch als Vorbild westlicher Linker galt..

Triggerwarnung: Broder benutzt im Video ein politisch unkorrektes Wort für „Chinesen“!




Klimawissen – kurz&bündig: Was bringen die 30.000 deutschen Windkraftanlagen?

2. Klimawissen – kurz&bündig. 2022 werden alle verbliebenen grundlastfähigen Kernkraftwerke abgeschaltet. Ab 2030 wollen die Grünen bereits 100% „erneuerbare Energiequellen“. Geht das überhaupt? Welche Folgen hat ein immer höherer Windkraftanteil im Energienetz?