Konzerne schreien nach mehr Klimaschutz, aber Luftfahrtbranche leidet unter „Fit for 55“
von AR Göhring
„Fit for 55“ ist kein Sportprogramm im Wellnesstempel, sondern eine willkürliche Formulierung der Europäischen Union unter Ursula vd Leyen, bis 2030 55% der Spurengas-Emissionen zu reduzieren. Das Ganze gehört zum „Europaean Green Deal“, der faktisch auf die Desindustrialisierung des Kontinentes abzielt.
Im Rahmen von „Fit for 55“ soll die Luftfahrtindustrie deutlich höhere Steuern auf Kerosin zahlen, was eine Mehrbelastung von 2,2 Milliarden Euro bis 2025 bedeute. Zudem sollen die Flugzeuge nach und nach immer mit mehr synthetischem Kraftstoff betankt werden („Bio-Kerosin“), der erheblich teurer ist als das Erdölprodukt, und zwar 15 Milliarden ab 2025, wenn der Anteil von „Bio“ schon 63% betragen soll. Wer dann noch viel fliegen kann und wird, ist klar – Grünwähler und Abgeordnete aus Budestag und EU-Parlament. Ursula von der Leyen und Kommissionskollegen übrigens bevorzugt im Privatjet.
Trotz solcher hausgemachter Probleme gibt es tatsächlich Konzern- und Firmen-Manager, die allen Ernstes noch mehr Klimaschutz fordern. Wie die Tagesschau gerade eil-meldet, wollen große Unternehmen eine „Umsetzungsoffensive für Klimaneutralität“, darunter Otto, Telekom und Aida.
Sind die Manager finanziell selbstmordgefährdet? Nein, man will das Krokodil füttern, um als letzter gefressen zu werden. Und wohl chaotischen Wildwuchs verhindern, wie er im Falle einer Klimaschutzministerin Baerbock zu erwarten ist. Die praktisch beruflose und technisch völlig ahnungslose Grünen-Politikerin würde, so befürchtet man wohl, ein unrealistisches und nicht umsetzbares CO2-Verhinderungsprogramm nach dem anderen durchboxen und so Milliardenverluste verursachen.
Die vermutlich in Panik geratenen Manager fordern daher einen „klaren, verlässlichen und planbaren Pfad zur Klimaneutralität“.
„Klare Perspektiven statt wolkiger Visionen – und zwar jetzt! Ein gewaltiger Umbau braucht einen verläßlichen Rahmen. Zum Beispiel für ausreichend Erneuerbare Energie zu wettbewerbsfähigen Kosten“
will der Chef der Papierfabrik Varel. Man sieht – da glaubt keiner an die Klimakatastrophe, sondern will von den Verantwortlichen der Regierung, daß die Interessen der Wirtschaft langfristig beachtet werden und nicht laufend irgend etwas Neues erfunden wird.
Die Unternehmen haben sich zum Zweck der Schadensbegrenzung in der „Stiftung 2 Grad“ organisiert. Seltsamerweise fordern die Manager den schnelleren Ausbau der Erneuerbaren Energien – wohl, um dem Strommangel infolge Abschaltung der grundlastfähigen Kraftwerke entgegenzuwirken.
Heißt im Klartext, man will vom Staat wenigstens noch ordentlich Steuergelder für die Errichtung sinnloser Windkraft- und PV-Anlagen bekommen, bevor der letzte dann das Licht ausmacht. Die Verhinderung von grünen Vebotsorgien durch die wirtschaftlichen und technischen Laien Baerbock und Habeck durch „Einbeziehung“ der Wirtschaft wird das Problem nicht beseitigen, sondern die Desindustrialisierung nur verlangsamen.
Die Temperaturen im September und die steigenden Gas- und Strompreise
von Fritz Vahrenholt
Die aus den Fugen geratenen Gas -und Strompreise bilden den Kontrast für das energiepolitische Wunschkonzert der Klimapolitik der nächsten Bundesregierung.

Zunächst aber wie immer zur Temperaturkurve: Die Abweichung der globalen Mitteltemperatur der satellitengestützten Messungen vom Durchschnitt der Jahre 1991-2020 stieg im September 2021 auf 0,25 Grad Celsius. Die sich entwickelnde La Niña wird sich mit einer Verzögerung von 2-3 Monaten in sinkenden globalen Temperaturen bemerkbar machen. Einen größeren Einfluss auf das nordeuropäische Winterwetter hat allerdings die nordatlantische Oszillation NAO (Druckluftunterschied zwischen Azorenhoch und Islandtief), die sich in einer negativen Phase befindet und damit einen kälteren Spätherbst begünstigt. Alles weitere bleibt Spekulation um einen milden oder bitterkalten Winter. Letzterer hätte vor dem Hintergrund von leeren Gasspeichern und exorbitant hohen Gasspreisen weitreichende Folgen für unsere Gesellschaft.
Die Energiepreise gehen durch die Decke
Seit Mitte des Jahres steigen die Preise für Erdgas, Kohle, Öl und Strom massiv an.
Der Preis für die Kilowattstunde (kWh) Strom hat sich an der Leipziger Börse auf 13 Eurocent pro kWh nahezu verdreifacht, der Gaspreis hat sich verfünffacht. Im zurückliegenden Wahlkampf war das kein Thema. Aber an der Entwicklung der Preise ist die Politik nicht ganz unbeteiligt. Die Gründe sind
– der in ganz Europa und insbesondere in Deutschland vorgenommene Kohleausstieg zwischen 2017 und 2021 (Italien, UK, Spanien, Niederlande, Deutschland),
– die Verdreifachung der CO2-Zertifikatspreise seit 2020 von 20 auf über 60 Euro pro Tonne CO2 durch die Verknappung der Emissionszertifikate durch die Europäische Union. Das trifft auch die Gasverstromung.
– der Wechsel von Kohlestrom zu teurerem Gasstrom,
– die weltweite gestiegene Nachfrage nach Gas in Folge der wirtschaftlichen Erholung nach der Pandemie
– sowie ein äußerst schwaches Windjahr von Januar bis September 2021.
Der schwarze Peter wird schnell Wladimir Putin zugeschoben. Doch Russland hat genau die Gasmengen geliefert, die von den Gasimporteuren bestellt worden sind. Offensichtlich ist nicht genug Gas geordert worden, wie selbst Bundeskanzlerin Merkel einräumte.

Auch die Strompreise schießen in die Höhe
Die Strompreise für die Industrie haben sich verdreifacht, der Haushaltsstrom wird von 31 Ect/kWh auf etwa 40 Ect/kwh ansteigen.Mehr als die Hälfte des Strompreises sind Steuern und Abgaben, von der EEG Umlage bis zur Stromsteuer. Hier wäre viel Spielraum für die Bundesregierung, die Kosten zu senken.
Die Verknappung der gesicherten Stromerzeugung durch den Kernenergieausstieg und den bereits begonnenen Kohleausstieg treibt aber nicht nur die Preise. Er macht in Zeiten der Dunkelflaute des Winters die Stromversorgung zur Strommangelwirtschaft mit der erhöhten Gefahr gezielter oder unfreiwilliger Abschaltungen. Vor diesem Hintegrund ist die Stilllegung der noch am Netz befindlichen 6 Kernkraftwerke, die noch 11 % der Stromversorgung liefern, unverantwortbar. Der Zubau an Windkraft und Solaranlagen in den nächsten 8 Jahren wird allenfalls reichen um diese gesicherte Leistung zu ersetzen, selbst wenn die Installation von Windkraftwerken und Solaranlagen pro Jahr verdoppelt wird. Bis 2030 ist dann weder Strom für ein einziges zusätzliches Elektroauto noch zusätzlicher CO2-freier Strom für die Industrie bereitgestellt. Von der Waermeversorgung gar nicht zu reden.

Quelle:Fraunhofer ISE
Die Erwärmung der letzten 20 Jahre hat ihre wesentliche Ursache in der Veränderung der Wolken
Rolf Dübal und ich haben eine viel beachtete Publikation in „Atmosphere“ veröffentlicht. Wir untersuchten die Strahlungsbilanz der Erde in den letzten 20 Jahren anhand der Daten des satellitengestützten CERES Projektes der NASA. Die Untersuchung hat ein überraschendes Ergebnis zu Tage gefördert: die Erwärmung der Erde in den letzten 20 Jahren ist im Wesentlichen auf eine höhere Durchlässigkeit der Wolken für die kurzwellige Sonneneinstrahlung zurückzuführen. Die kurzwellige Reflexion durch die Wolken ist in diesem Zeitraum stark zurückgegangen und zwar gleichermaßen auf der Nord- und Südhalbkugel (s. Abb.). Das bedeutet bei nahezu konstanter Sonneneinstrahlung, dass mehr kurzwellige Strahlung die Erdoberfläche erreicht hat und damit zur Erwärmung beitrug. Die langwellige Rückstrahlung (der sog. Treibhauseffekt) trug nur zu einem geringeren Teil zur Erwärmung bei. Er wurde sogar weitgehend kompensiert durch die ebenfalls ansteigende Durchlässigkeit der Wolken für von der Erde ausgehende langwellige Strahlung.
Die Zeitspanne von 20 Jahren ist noch zu kurz, um abschließend entscheiden zu können, ob die jetzige Heizphase eine temporäre oder permanente Entwicklung ist. Im ersteren Fall müssen die Klimaprognosen grundlegend überarbeitet werden. Der physikalische Mechanismus, der zu der Wolkenverdünnung geführt hat, wird in der Literatur unterschiedlich diskutiert.. Die Wolkenveränderungen können durch Rückgang der Aerosole, durch Erwärmung der Atmosphäre auf Grund natürlicher Ursachen (z.B. der AMO oder der PDO), durch anthropogene Erwärmung durch CO2 oder einer Kombination dieser einzelnen Faktoren ausgelöst worden sein. Eines kann allerdings schon jetzt festgehalten werden: die Erwärmung der letzten 20 Jahre wurde stärker durch Veränderung in den Wolken als durch den klassischen Treibhauseffekt verursacht.
Ein Zusammenfassung der Publikation in Deutsch ist hier zu finden.

Die Klimaschau von Sebastian Lüning: Das Hochwasser im Sommer 2021 kam nicht ganz unerwartet
Die Klimaschau informiert über Neuigkeiten aus den Klimawissenschaften und von der Energiewende.
Themen der 70. Ausgabe vom 12. Oktober 2021: 0:00 Begrüßung 0:19 Westdeutsches Hochwasser im Sommer 2021 Die Klimaschau unterstützen können Sie hier: http://klimaschau.tv/spenden.htm
Thematisch sortiertes Beitrags-Verzeichnis aller Klimaschau-Ausgaben: http://klimaschau.tv
Woher kommt der Strom? Der Preis wird heiß
Damit die verwendeten Werte belastbar sind, wird immer die vorvergangene Woche analysiert. Heute werfen wir einen Blick direkt auf die vergangene Woche. Der Strompreis erklomm am 7.10.2021 eine Höhe, die man kaum für möglich gehalten hätte. 442,90€/MWh wurden um 19:00 Uhr aufgerufen. Wenn Sie diesen Link anklicken, ploppt der Beleg auf und Sie erkennen den sukzessiven Anstieg des Preisniveaus der vergangenen Wochen und Monate. Sie erkennen, dass Stromhöchstpreise und verschenkter Strom sehr nahe beieinander liegen. Dass Deutschland sowohl den Strom verschenkt als auch den Höchstpreis zahlt, muß nicht betont werden. Das ist fast immer so, wie die Analysen der Vergangenheit belegen. Der Strompreis, den der normale Stromkunde zahlt, liegt aktuell bei gut 0,30€/kWh. Bei einem Preis von 442€/MWh allein für den Strom an sich, läge dieser Anteil bereits bei 0,442€/kWh plus alle Abgaben/Kosten. Das ist man schnell bei einem Endpreis von 0,80€ und mehr. Nun sind die 442€/MWh lediglich eine Preisspitze. Doch eins ist bereits heute sicher. Der massive Preisanstieg wird zu erheblich höheren Verbraucherpreisen führen. Womit ich auch die Frage eines Lesers „Wer bezahlt eigentlich die Reservekapazitäten, die Stromerzeugung, den Stromimport usw.?“ gerne beantworte: Es sind immer die Stromkunden. Neuerdings wird etwas EEG-Umlage auf die Steuerzahler übertragen. Die aber sind praktisch identisch mit der Stromkundschaft. Es handelt sich lediglich um etwas Kosmetik. Die Stromrechnung soll die Menschen nicht „verunsichern“.
Die 39. Analysewoche (Abbildung)ist die wettermäßig erste richtige Herbstwoche. Die regenerative Stromerzeugung ist höchst volatil, die konventionellen Stromerzeuger kommen mit dem Hoch- und Runterfahren der Kraftwerke kaum nach (Abbildung 1). Insgesamt exportiert Deutschland etwas mehr Strom als es importiert (Abbildung 2). Die genauen Zahlen finden Sie hier. Die Preise unterliegen ebenfalls sehr starken Schwankungen (Abbildung 3). Sie reichen in den ersten sechs Tagen der Woche von knapp 50€/MWh bis hin zu 237€/MWh. Am Sonntag, den 3.10.2021 wird der Strom von 0:00 bis 13:00 Uhr praktisch verschenkt. Sie wissen schon: Wenig Bedarf und viel regenerative Erzeugung lassen die Preise purzeln.
Die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts und der daraus generierte Chart liegen unter Abbildung 4 ab. Es handelt sich um Werte der Nettostromerzeugung, den „Strom, der aus der Steckdose“ kommt, wie auf der Website der Energy-Charts ganz unten ausführlich erläutert wird. Der höchst empfehlenswerte virtuelle Energiewende-Rechner (Wie viele Windkraft- und PV-Anlagen braucht es, um Kohle- und/oder Kernkraftstrom zu ersetzen? Zumindest im Jahresdurchschnitt.) ist unter Abbildung 5 zu finden. Ebenso wie der bewährte Energierechner.
Die Charts mit den Jahres- und Wochenexportzahlen liegen unter Abbildung 6 ab. Abbildung 7 beinhaltet die Charts, welche eine angenommene Verdoppelung und Verdreifachung der Wind- und Solarstromversorgung visualisieren. Bitte unbedingt anschauen. Vor allem die Verdoppelung.
Abbildung 8 weist auf einen Artikel hin, der sich Strompreisen befasst.
Abbildung 9 zeigt einen Vortrag von Professor Brasseur von der TU Graz. Der Mann folgt nicht der Wissenschaft. Er betreibt Wissenschaft.
Beachten Sie bitte unbedingt die Stromdateninfo-Tagesvergleiche ab 2016 in den Tagesanalysen. Dort finden Sie die Belege für die im Analyse-Text angegebenen Durchschnittswerte und vieles mehr. Der Vergleich beinhaltet einen Schatz an Erkenntnismöglichkeiten. Überhaupt ist das Analysetool stromdaten.info ein sehr mächtiges Instrument, welches nochmals erweitert wurde:
- Produktion als Anteil der installierten Leistung
- Anteil der erneuerbaren und konventionellen Erzeugung am Bedarf
sind Bestandteil des Tools „Stromerzeugung und Bedarf„. Schauen Sie mal rein und analysieren Sie mit wenigen Klicks. Die Ergebnisse sind sehr erhellend.
Ganz unten noch ein wichtiger Hinweis in Sachen Netzentgelte. Dort finden Sie auch die aktuellen Zulassungszahlen E-Autos.
Tagesanalysen
Montag, 27.9.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 38,86 Prozent, davon Windstrom 18,79 Prozent, PV-Strom 9,69 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,39 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.
Der Wochenbeginn wartet mit einer Stromlücke auf, die in der Spitze mit über 190€/MWh geschlossen wird. Polen verkauft praktisch den ganzen Tag Kohlestrom nach Deutschland. Mit Preisen über 100€/MWh ist das immer ein blendendes Geschäft für das Land. Die konventionelle Stromerzeugung schöpft ebenfalls satte Gewinne ab.
Dienstag, 28.9.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 32,61 Prozent, davon Windstrom 10,85 Prozent, PV-Strom 10,86 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,90 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.
Die regenerative Erzeugung ist heute schwach. Zwei Strom-Versorgungslücken tun sich auf. Die Konventionellen wollen sie nicht schließen. Sie wollen Geld verdienen. Über 237€/MWh kassieren sie um 19:00 Uhr. So wie die Länder, die Deutschland den fehlenden Strom zur Verfügung stellen. Zum Beispiel Norwegen.
Mittwoch, 29.9.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 49,84 Prozent, davon Windstrom 32,61 Prozent, PV-Strom 7,57 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 9,66 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.
Ein mit steigender Windstromerzeugung verbundener Herbsttag. Eine zu vernachlässigende Minilücke am frühen Morgen wird für 88€/MWh geschlossen. Ansonsten exportiert Deutschland den überschüssigen Strom zu erklecklichen Preisen. Da pumpen die Konventionellen die Erzeugung gerne auf. Polen und Dänemark verkaufen den ganzen Tag Strom nach Deutschland und verdienen gutes Geld. Unter dem Strich nimmt Deutschland über 11 Mio € ein.
Donnerstag, 30.9.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 61,82 Prozent, davon Windstrom 40,42 Prozent, PV-Strom 12,00 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 8,86 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.
Wind- und PV-Stromerzeugung sind an diesem Tag stark. Um 19:00 Uhr tut sich gleichwohl eine kleine, teure Stromlücke auf. Knapp 220€/MWh müssen bezahlt werden. Die Konventionellen bullern mit allem, was Sie in dem Moment zur Verfügung haben. Wieder sind es Dänemark und Polen, die Strom nach Deutschland verkaufen. Ein gutes Geschäft. Der Handelstag gesamt.
Freitag, 1.10.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 61,49 Prozent, davon Windstrom 38,23 Prozent, PV-Strom 13,88 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 9,38 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.
Den Konventionellen gelingt es nahezu vollkommen, regenerative Erzeugung und Bedarf anzugleichen. Praktisch den ganzen Tag exportiert Deutschland Strom. Die Preise sind volatil. Dänemark verkauft weiterhin Strom nach Deutschland. Polen ebenfalls. Der Ertrag Deutschlands liegt bei über 10 Mio €. Der Handelstag gesamt.
Samstag, 2.10.2021: Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 57,29 Prozent, davon Windstrom 33,05 Prozent, PV-Strom 13,05 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,19 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.
Zum Einstieg ins Wochenende eine Windstromdelle, die von der PV-Stromerzeugung ausgeglichen wird. In der Nacht zum Sonntag zieht die Windstromerzeugung massiv an, während der Bedarf sinkt. Der Preis bewegt sich Richtung 0€/MWh. Die Konventionellen fahren ihre Kraftwerke so weit runter, wie es geht. Knapp 20 GW müssen wegen der Netzstabilität IMMER erzeugt werden, wie am Sonntag zu sehen sein wird. Sonst gehen die Lichter aus. Polen und Dänemark machen weiter gute Geschäfte. Deutschland – nicht der Stromkunde, die Kraftwerksbetreiber – erwirtschaftet insgesamt einen Ertrag von gut 10 Mio €.
Sonntag, 3.10.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 73,47 Prozent, davon Windstrom 55,63 Prozent, PV-Strom 7,57 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,26 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.
Am Einheitstag ist bei geringem Bedarf die regenerative Stromerzeugung stark. Sie übersteigt die 70%-Marke bei Smard und Energy-Charts (s.o.). Bei Agora sind es 63,6% im Tagesdurchschnitt. Die Unterschiede beruhen auf der unterschiedlichen Weiterverarbeitung der Rohdaten, die Entsoe liefert. Ich habe das bereits bemängelt. Zu einer Vereinheitlichung fehlt schlicht der Wille. Man sieht sich als Konkurrenten, nicht als Dienstleister für den Stromkunden. Stromdaten.info bildet die Smard- und Agora-Datenströme per Umschalter ab. Die Energy-Charts-Daten bereite ich wöchentlich händisch in den Vorspannen der Tagesanalysen oben und der Tabelle/dem Chart (Abbildung 4) auf. Damit wird mit dieser Kolumne in Verbindung mit der Seite stromdaten.info das gesamte Datenspektrum transparent gemacht. Die konventionelle Stromerzeugung ist am unteren Limit (Netzstabilität). Erst zu Abend wird sie etwas hochgefahren. Bis 13:00 wird der Strom praktisch verschenkt. Ab 18:00 Uhr machen Polen, Dänemark und Schweden gute Geschäfte. Warum? Achten Sie mal auf den mittleren Im- und Exportpreis. Deutschland erzielt insgesamt 3,5 Mio € .
Peter Hager hat zum Thema Netzentgelte einen Beitrag gepostet, der sehr schön einen Aspekt für die „Preisdynamik Strom“ aufzeigt. Verlinkt ist auch die komplette Strompreisanalyse des BDEW 1. Halbjahr 2021. Sie finden den Beitrag komplett unter Abbildung 10. Ebenfalls von Peter Hager die …
PKW-Neuzulassungen September 2021
E-Mobilität wächst dank Tesla
Die 196.972 PKW-Neuzulassungen im September 2021 lagen nur unwesentlich über denen von August (193.307). Gegenüber dem September des Vorjahres beträgt der Rückgang 25,7 Prozent.
PKW-Neuzulassungen im August bedeuten einen nochmaligen Rückgang gegenüber Juli (236.393). Im Vergleich zum August 2020 lag das Minus bei 23 Prozent und gegenüber August 2019 sogar bei 38,3 Prozent. Damit dürften die Neuzulassungen in 2021 noch geringer ausfallen als im Vorjahr.
Der Chipmangel wirkt sich zunehmend auf die Fahrzeugproduktion aus (von Kurzarbeit bis hin zur Werksschließung), jedoch haben anscheinend manche Hersteller wie BMW oder Tesla ihre Lieferketten besser im Griff.
- Bei den alternativen Antrieben waren die Zuwachsraten gegenüber dem Vorjahresmonat nach wie vor hoch, wobei die Elektro-PKW deutlich über den Plug-in-Hybriden lagen: Hybrid (incl. Plug-in): 60.159 (ggü. 09/2020: +11,3% / Zulassungsanteil: 30,5%)
- Plug-in-Hybrid: 22.842 (ggü. 09/2020: +13,5% / Zulassungsanteil: 11,6%)
- Elektro (BEV): 33.655 (ggü. 09/2020: +58,8% / Zulassungsanteil: 17,1%)
Der Anstieg der BEV-PKWs im September (33.655) gegenüber August (28.860) war wie schon im Vormonat überwiegend durch Tesla bedingt (September: 7.903, August: 3.810).
Top 5 nach Herstellern:
Hybrid-PKW (ohne Plug-in): 334.008 (01-09/2021)
Audi (mit 10 Modellen): 19,8%
BMW (mit 11 Modellen): 16,0%
Toyota (mit 9 Modellen): 10,6%
Hyundai (mit 7 Modellen): 8,1%
Ford (mit 8 Modellen): 6,8%
Hybrid-PKW (mit Plug-in): 241.064 (01-09/2021)
Mercedes (mit 10 Modellen): 18,6%
BMW (mit 9 Modellen): 12,8%
VW (mit 5 Modellen): 12,4%
Audi (mit 8 Modellen): 11,9%
Seat (mit 3 Modellen): 8,5%
Elektro-PKW: 236.695 (01-09/2021)
VW (mit 6 Modellen): 23,0%
Tesla (mit 4 Modellen): 11,0%
Hyundai (mit 3 Modellen): 8,0%
Renault (mit 2 Modellen): 7,6%
Smart (mit 2 Modellen): 6,9%
In den ersten 9 Monaten konnte Tesla seine Absatzzahlen um über 130% gegenüber 2020 steigern, wobei die älteren Modelle X und S keine Rolle mehr spielen.
Die beliebtesten zehn E-Modelle 09/2021 (Gesamt: 33.635)
Tesla Model 3: 6.828 (Mittelklasse)
VW ID3: 2.694 (Kompaktklasse)
Skoda Enyaq: 2.027 (SUV)
Smart ForTwo: 1.598 (Minis)
Renault ZOE: 1.536 (Kleinwagen)
VW up: 1.452 (Minis)
Hyundai Kona: 1.289 (SUV)
Fiat 500: 1.091 (Minis)
Tesla Model Y: 1.073 (SUV)
VW ID4: 1.019 (SUV)
Den ersten Platz holte sich Tesla mit seinem Model 3 zurück und konnte den ID3 mit deutlichem Abstand hinter sich lassen. Den dritten Platz konnte erstmals der Skoda Enyaq erreichen.
Deutsche Post verkauft seine Tochter StreetScooter
Mit vielen Vorschusslorbeeren wurde die Ausgründung der RWTH Aachen seit ihrer Gründung im Jahr 2010 bedacht. Schließlich war die Idee eines kostengünstigen emissionsfreies E-Fahrzeugs (5.000 Euro + Batterieleasing) für den Kurzstreckenverkehr interessant. Mit der Übernahme durch die Deutsche Post im Jahr 2014 sollte deren eigene Flotte mit emissionsfreien Elektrotransportern ausgerüstet (aktuell rund 17.000 Modelle) sowie weitere Kunden der urbanen Lieferlogistik gewonnen werden.
Nach Jahren mit technischen Schwierigkeiten, zu geringen Produktionszahlen und Verlusten (über 300 Millionen Euro in 2020) hat die Deutsche Post nach längerer Suche jetzt mit Odin Automotive aus Luxemburg einen Käufer für ihre Tochterfirma gefunden.
Bis 2025 sollen bei der Deutschen Post bis 37.000 E-Fahrzeuge und 14.000 E-Trikes im Einsatz sein:
Bleibt abzuwarten welcher Hersteller zukünftig E-Fahrzeuge an die Deutsche Post liefern wird.