Die Temperaturen im November und Neues aus der Klimaforschung

von Fritz Vahrenholt

Es gibt Ermutigendes aus der Klimaforschung. Eine kürzlich erschienene Veröffentlichung bestätigt Erkenntnisse, wonach der Mensch nicht allein die Erwärmung der letzten 150 Jahre verursacht hat.
Zunächst aber wie immer zur Temperaturkurve.
Die Abweichung der globalen Mitteltemperatur der satellitengestützten Messungen vom Durchschnitt der Jahre 1991-2020 fiel im November ziemlich deutlich von 0,37 Grad Celsius auf 0,08 Grad Celsius. Die Abkühlung umfasste die Nord- und Südhemisphäre. Besonders die Arktis kühlte sich deutlich ab. Der mittlere Temperaturanstieg der letzten 40 Jahre betrug 0,14 Grad Celsius pro Jahrzehnt.

Steven Koonin : Klimawissenschaft ist „Unsettled“

Als Kuratoriums-Mitglied der Global Warming Policy Foundation war ich im November zum Vortrag von Steven Koonin in London eingeladen. In einer beeindruckenden Rede  beschrieb der ehemalige Unterstaatsekretär für Energie unter Präsident Obama die Übertreibungen, Verfälschungen und Auslassungen, die die Wissenschaft bei der politischen Zusammenfassung in der Summary for policymakers des IPCC erfährt. Ich will aus der Präsentation nur ein Beispiel herausgreifen. Der UN-Weltklimarat IPCC erweckt in seinem letzten Bericht auf Seite 5 den Eindruck, dass der Meeresspiegel beschleunigt ansteigt (Übersetzung des zweiten Satzes der Abb. unten):


„Die mittlere Rate des Meerespiegelanstiegs war 1,3 mm/Jahr zwischen 1901 und 1971, ansteigend auf 1,9 mm/Jahr zwischen 1971 und 2006 und weiter ansteigend auf 3,7 mm/Jahr zwischen 2006 und 2008“.

Da kann man ja Angst bekommen.
Koonin zeigt aber in der unten ebenfalls dargestellten Grafik aus einer
Veröffentlichung aus dem Jahre 2020, wie die Entwicklung tatsächlich verlaufen ist : der Meeresspiegel ist dem natürlichen Muster der 60-jährigen  atlantischen Oszillation folgend hin – und hergeschwankt. Pickt man sich entsprechende Zeiträume heraus, so kommt man zu der falschen Aussage des IPCC. Betrachtet man das Gesamtbild, so erkennt man die natürliche Variabilität und einen durchschnittlichen Anstieg von etwa 1,6 mm.
Es lohnt sich, den
Vortrag anzusehen oder das Buch von Steven Koonin „Unsettled“ zu lesen.

Eine bemerkenswerte Veröffentlichung zum solaren Einfluss auf das Klima bleibt unbemerkt

Am 3. November erschien in dem anerkannten Wissenschaftsjournal Climate eine Veröffentlichung zum solaren Einfluss auf das Klima. Die Arbeit des angesehenen Solarforschers Dr. Frank Stefani vom Helmholtz Zentrum Dresden-Rossendorf trägt den Titel : „Solare und Anthropogene Einflüsse auf das Klima : eine Regressionsanalyse und vorläufige Vorhersagen“ und kommt zu dem Ergebnis, dass der Einfluss des CO2 auf die Entwicklung der globalen Temperaturen von 1860 bis heute nur etwa halb so groß war wie es der letzte Bericht des Weltklimarats IPCC angenommen hat. Zur Erinnerung:  der  Weltklimarat kommt zum Ergebnis, dass 98 % der Erwärmung (1,07 Grad von 1,09 Grad) menschlich verursacht sind. Nach der Analyse Stefanis liegt der Anteil des Sonneneinflusses bei immerhin 30-70 %.
Stefani untersuchte den Verlauf des geomagnetischen aa – Index, der die Stärke des Erdmagnetfeldes wiedergibt. Dieser Index wird seit 1844 in Cambridge und Melbourne gemessen und spiegelt den  Einfluss der solaren Aktivität wider. In früheren Veröffentlichungen hatte Stefani schon nachweisen können, dass der 11-jährige Solarzyklus von den Anziehungskräften von Venus, Erde und Jupiter ausgelöst wird, die alle 11,07 Jahre in einer Bahnresonanz stehen.(
hier,hier und hier) Da die Sonne – durch alle Planeten beeinflusst (insbesondere durch Jupiter und Saturn) – sich zusätzlich um den Schwerpunkt des Sonnensystems bewegt, entstehen solare Zyklen, die in der Temperaturgeschichte als 193-jähriger Suess-de Vries-Zyklus und 90- jähriger Gleissberg-Zyklus bekannt geworden sind.

In einer gekoppelten Regressionsanaylse von aa – Index, CO2 und Temperatur konnte Stefani eine CO2-Klimasensitivität TCR (Transient Climate Response bei einer Verdoppelung der CO2-Konzentration)   von 1,1 +- 0,5  Grad Celsius bestimmen. Wegen der zyklischen Natur der solaren Aktivität konnte Stefani eine Prognose des aa – Index für die nächsten 150 Jahre wagen. Danach würde bis zum Ende dieses Jahrhunderts selbst bei einer weiteren Zunahme der CO2-Konzentration um 2,5 ppm pro Jahr lediglich eine Temperaturerhöhung von 1 Grad Celsius entstehen. Stefani : „Das angestrebte 2-K-Ziel könnte wahrscheinlich ohne eine drastische Dekarbonisierung erreicht werden.“
Bei einer mäßigen Decarbonisierung (Anstieg bis 500 ppm)  würde durch die zurückgehende Aktivität der Sonne der Erwärmungseffekt des CO2 weitgehend kompensiert, die Erwärmung kommt zum Erliegen.
Vielleicht sollte Ministerpräsident  Michael Kretschmer, der gegen den Bruch der Vereinbarung zum Auslauf der Braunkohleförderung im Jahre 2038 kämpft (nunmehr im Koalitonsvertrag „idealerweise 2030“), Herrn Stefani von Dresden-Rossendorf einmal persönlich in die Staatskanzlei bitten.  Sein Vorvorgänger Stanislaw Tillich hatte im Jahre 2012 Sebastian Lüning und mich in das sächsische Kabinett eingeladen, um vor sämtlichen Ministerinnen und Minstern die Thesen des Buches „Die kalte Sonne“ vorzutragen. Das waren noch Zeiten!
Die Rekonstruktion mit einer Klimasensitivität von CO2 von 1,1 Grad Celsius (ein Drittel weniger als die Annahme des Weltklimarates)  ist im folgenden Bild der Arbeit von Stefani entnommen. Die Divergenz ab 2.000 ist dem starken Temperaturanstieg durch den El Niño 2016 geschuldet, die sich aber nach 2018 wieder leicht zurückentwickelt hat (siehe oben die Eingangsgrafik)
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Die Koaltionsvereinbarung und das 2 % -Ziel für die Windenergie
Die Koalitionsvereinbarung will nach dem Kernenergieausstieg Ende 2023 den Kohleausstieg bis 2030 vorziehen: „Idealerweise gelingt das schon bis 2030“.  Hierzu sollen die Erneuerbaren Energien 80 % der Stromerzeugung übernehmen, die von heute 600 TWh (Terawattstunden) auf 680-750 TWh ansteigen (S.56) soll.
Während für die Solarenergie (Vervierfachung der heutigen Kapazität auf 200 GW) und für die off-shore Windenergie (ebenfalls Vervierfachung auf 30 GW) konkrete Erzeugungsziele benannt werden, spricht die Vereinbarung bei der on-shore Windenergie lediglich von einem Ziel einer Flächeninanspruchnahme von 2% der Landesfläche. Würde man über einen Zubau von 30000 Anlagen sprechen – und davon ist bei einer Verdoppelung der Fläche von heute 0,9 % der Landesfläche auszugehen, käme das auf dem Lande eher nicht so gut an.

Aber ist die Fläche von 2% denn überhaupt zutreffend bestimmt? Das ist sie genausowenig  wie die  Flächenangabe von 0,9 Prozent für den heutigen Bestand. Denn die Flächenangaben beziehen sich jeweils auf die eng begrenzte, die Anlagen umfassende B-Plan-Fläche. Die notwendigen Abstände zu Wohnbebauungen sind in dieser Flächenangabe nicht enthalten.

Die 0,9% entsprechen heute rechnerisch 3100 km² (Quelle Umweltbundesamt sowie Kompetenzzentrum Naturschutz und   Energiewende)


„1.325 Quadratkilometer und damit zirka 42 Prozent der betrachteten Flächen sind – bei Berücksichtigung der Bestandsanlagen zum Stichtag 31.12.2017 – für die Errichtung von Windenergieanlagen frei.“

Das bedeutet : Auf 1800 km² standen 2017 28500 Anlagen ( heute sind es 30 000 Anlagen). Das  ist, wie gesagt,  die Fläche der B-Pläne. Diese Fläche umfasst nicht den notwendigen Abstand zu Wohnhäusern, der aber planerisch mit abgedeckt sein muss. Teilt man die Anzahl der  Anlagen (28.500 ) durch die Fläche (1.800 km²), so  stehen 16 Anlagen auf 1 km², d.h. Im Durchschnitt 62.500 m² pro Anlage oder 250 m mal 250 m. Das zeigt, das der notwendige Abstand zu Wohngebäuden in dieser Fläche nicht enthalten sein kann. Rechnet man vereinfachend mit einer Durchschnittsgrösse von 5 Anlagen pro Windpark, so würde der Windpark ohne Abstandsflächen durchschnittlich (bei einem Abstand von 300 m der Anlagen zueinander) etwa 176.000 m² (420 m x 420 m Fläche mit vier Windkraftanlagen an den Kanten und 1 in der Mitte) umfassen. Mit Abstandsflächen von 600 m ( was immissionschutzrechtlich schon bedenklich ist) zur nächsten Wohnbauung benötigt der Park eine Fläche von 1.020 m x 1.020 m = 1,04 km². Das ist die sechsfache Fläche der B-Plan Fläche, die sich lediglich um die Anlagenkonfiguration schmiegt.
Selbst wenn man berücksichtigt, dass heute 5% der Anlagen im Wald stehen ( in dem es keine Abstandsrestriktionen gibt) und zukünftig vielleicht 20% im Wald gebaut werden, würde der Flächenbedarf sich lediglich auf das Fünffache der B-Plan Fläche reduzieren.
Das heißt
: Wer 2% Landesfläche mit B-Plänen für Windkraftanlagen verlangt, benötigt in Wirklichkeit 10% der Landesfläche.
Nun wird man einräumen, dass die Anlagengröße und -höhe deutlich steigen wird, so dass wir  mit weniger als 30.000 Anlagen zu rechnen haben. Das ist richtig. Aber der Flächenverbrauch bleibt in der gleichen Größenordnung, denn grössere Anlagen benötigen einen größeren Abstand untereinander ( fünf mal Rotordurchmesser, bei 120 m sind das 600m Abstand). Und sie benötigen mindestens einen Abstand von etwa 1.000m zur Wohnbebauung. Der Ertrag steigt, aber ebenso der Flächenverbrauch.
Dass eine Vervielfachung der Windenergie keine gesicherte Leistung ergibt, braucht hier nicht noch einmal erwähnt zu werden. Auch der windstarke November hat gezeigt, dass die Windenergieerzeugung häufig genug nahe Null bis 5000 MW, und somit unter 10 % der möglichen Leistung von 60.000 MW lag. Und drei mal Null ist Null. (Quelle der Grafik : Rolf Schuster)




Studie: Erderhitzung treibe antarktische Zirkumpolarströmung an – mit „schwerwiegenden Folgen“

von AR Göhring

Der Golfstrom ist allgemein bekannt – aber wer kennt schon den antarktischen Zirkumpolarstrom? Nicht nur die warme Meeresströmung aus dem Golf von Mexiko, die Nordwest-Europa heizt, soll durch die Klimakrise verändert werden, sondern auch der Strom rund um den Südpol.

Seit dem Jahr 2.000 werden Meeressonden im Rahmen des Argo-Programms eingesetzt, um unter anderem die Temperatur der Ozeane in verschiedenen Tiefen aufzuzeichnen. Die Schwimmroboter sind beeindruckende technische Konstrukte: Sie schweben konstant auf 1.000 Meter Tiefe und sinken alle zehn Tage bis auf zwei Kilometer hinab, um Daten zu sammeln. Weltweit gibt es fast 4.000 dieser 20 bis 30 kg schweren Maschinen – die folglich eine Menge Meßwerte erzeugen.

Bei einem Besuch von EIKE-Vertretern im Potsdam Institut für Klimafolgenforschung PIK 2012 wurde festgestellt, daß sowohl EIKE wie auch PIK auf dieselben Meßreihen zurückgreifen, aber zu gänzlich anderen Ergebnissen kommen. Das ist das Schöne an zahlreichen Daten – man kann sie „glätten“, „eichen“, und so weiter, bis herauskommt, was die Politiker mit Forschungsmillionen fördern. Der geneigte und belustigte EIKE-Leser kennt ja die Berichte, „x erwärmt sich sich schneller als der Rest der Welt“, wobei x so ziemlich jede Weltregion ist – ein logischer Widerspruch.

Auf solche Weise wurde bereits ermittelt, daß der Golfstrom „zusammenbrechen“ könne – das wiederum bewirke dann paradoxerweise Kälte in Europa. Mit solchen Kniffen kann selbst eine weltweite Abkühlung, vor der wir tatsächlich ja stehen, in den Medien zunächst als Erwärmungsfolge dargestellt werden. Ähnliches erlebten wir Anfang 2021, als der heftige Eissturm, der um die Nordhalbkugel fegte, angblich eine Folge des schwächelnden Jetstreams gewesen sei, da der Temperaturgradient Nordpol-Äquator wegen der arktischen Erwärumg geringer ausfalle.

Genau andersherum soll es mit dem südlichen Zirkumpolarstrom sein: Das Meer neben dem Strom habe sehr viel vom CO2 in der Atmosphäre gehaltene Energie aufgenommen, weswegen der Temperaturgradient Strom/Umgebung nun größer sei und die Geschwindigkeit der Strömung nun zunähme – also der gegenteilige Effekt von Jetstream und Golfstrom.

Gut, und was heißt das? Der journalistische Artikel kündigt gemäßt der Medienpaniklogik schwerwiegende Konsequenzen an, sagt, aber nicht konkret, welche (nennt man das „Framing“?). Es würde sich das Weltklima irgendwie verändern. Was sagen die Originalautoren aus La Jolla in Kalifornien? In der Zusammenfassung auch nichts – vielleicht in der Conclusio, die aber nur im Bezahlartikel steht. Kann nicht so wichtig sein, wenn’s nicht am Anfang schon erwähnt ist.

Heißt also, viel Lärm um nichts, wieder einmal. Die Geschichte vom schnelleren Zirkumpolarstrom ist wohl nur ein Hilfskonstrukt, weil sich die Antarktis nicht mit der Arktis erwärmt….




Konferenz-Videos gehen nun einzeln online: Heinz Schmid und Christian Schlüchter – Klimawandel und Gletscherschmelze in den Alpen

Unsere Konferenz-Videos aus Gera sind nun geschnitten und teilweise übersetzt. Sobald eines fertig editiert wird, geht es sogleich online. Nummer zwei: Heinz Schmid und Christian Schlüchter, Vortrag und Interview.

 




Die Klimaschau von Sebastian Lüning: Spielt die Sonne beim Klimawandel doch eine größere Rolle als gedacht?

Die Klimaschau informiert über Neuigkeiten aus den Klimawissenschaften und von der Energiewende. Themen der 84. Ausgabe:
0:00 Begrüßung
0:19 Comeback des solaren Svensmark-Klimaverstärkers
5:41 Faktencheck zu ZDF-Extremwetterbeitrag

Die Klimaschau finanziert sich durch Spenden: http://klimaschau.tv/spenden.htm

Thematisch sortiertes Beitrags-Verzeichnis aller Klimaschau-Ausgaben: http://klimaschau.tv

BILDLIZENZEN:
Foto Henrik Svensmark: Henrik Svensmark (https://commons.wikimedia.org/wiki/Fi…), „HenrikSvensmark“, https://creativecommons.org/licenses/…
Video Sonnensturm: https://en.wikipedia.org/wiki/File:So…
Lebenslauf Tobias Käufer: https://www.herder.de/hk/autoren/tobi…
AMO: Giorgiogp2, bender235 (https://commons.wikimedia.org/wiki/Fi…), „Atlantic Multidecadal Oscillation“, https://creativecommons.org/licenses/…
Alle anderen ungekennzeichneten Bilder: Pixabay.com




Was stimmt am Klima-Alarmismus, was nicht? Überblick der 14. Klimakonferenz in Gera

von AR Göhring

Auf Wunsch einiger Leser und Zuseher hier eine Zusammenfasung der meisten Vorträge.

Die Grünen und ihr NGO-Apparat in der Region machten gegen die IKEK-14 mobil, um die Meinungsäußerung der Gegenseite zu verhindern, was jedoch mißlang; so weit sind wir noch nicht. Inhaltlich hatte die als Kopf der Cancel-Aktion auftretende Landtagsabgeordnete Laura Wahl nicht mehr als die übliche Cancel-Rhetorik zu bieten – aber was sagten die Referenten eigentlich zur Klimaphysik?

Schwere Kost, die sich die verdeckt ermittelnde Rechtsextremismus-Expertin gar nicht erst antat, da sie erst zur Abendveranstaltung eintraf. Auch sonst war in den zahlreichen Wortmeldungen des politisch-medialen Komplexes, vom Regionalblatt über Fridays for Future bis hin zum ARD-Wetterfrosch Özden Terli, kaum mehr als die Behauptung zu lesen, dass alles unwissenschaftlich sei und außerhalb der Diskursmehrheit stünde. Daß selbst verdiente Forscher in den westlichen Ländern achtkantig gefeuert werden, wenn sie politisch Unangenehmes sagen, wird verschwiegen.

Und genau solchen Forschern bot und bietet EIKE eine Bühne – einschließlich kritischer Diskussion nach dem Vortrag, wie die auf Youtube gespeicherten Videos zeigen. Dass die Wissenschaftskorruption im Klimabereich ein weltweites Problem ist, wird deutlich, wenn man sich die zahlreichen Herkunftsländer der Referenten anschaut: Israel, Dänemark, Australien, Großbritannien, Ungarn, Deutschland, Schweiz, Italien, USA, Kanada.

Nicht in Gera anwesend, aber über Zoom zugeschaltet war der australische Professor Peter Ridd, der schon seit den 1980ern Forschung zum Großen Barriereriff 100 Kilometer vor der nordöstlichen Küste seines Heimatlandes betreibt. Das Riff hat eine Fläche so groß wie Deutschland und soll angeblich an allem Möglichen sterben – sogar an Medikamentenrückständen im riesigen Pazifik! Die Todesboten sitzen im Gegensatz zu Ridd aber meist nur am Rechner und modellieren irgendeinen nicht linearen Algorithmus, der sowieso keine Prognosen erstellen kann, sondern nur „Szenarien“, deren Ergebnis natürlich der Medienlogik folgt und den Untergang beschreibt. Besonders beliebt ist das Schlagwort von der „Korallenbleiche“ – schon die Fotos der weißen Korallenhäuser sehen aus wie Gerippe und erregen apokalyptische Phantasien. Das ist aber Unfug, da die ortstreuen Korallentiere sich in Kalk einmauern und der ist wie Säugerknochen nun mal weiß. Farbe gewinnen die Nesseltierchen, indem sie bunte, grüne oder rote Algen als Symbionten in ihr Haus aufnehmen und so an Biomasse herankommen. Sind die Korallen durch Stürme, Hitze oder anderes gestresst, schmeißen sie ihre Untermieter häufig raus und erscheinen dann weiß – der Prozess ist aber umkehrbar.

Solche Erkenntnisse wollten die Manager der James-Cook-Universität im australischen Queensland aber nicht hören und kündigten ihrem Experten Ridd. Der klagte und gewann; es kommt aber noch eine Berufung.

Ähnlich wie dem Ozeanographen Ridd erging es seiner Kollegin Susan Crockford aus Kanada, die es wagte, öffentlich zu sagen, dass das Weltuntergangsmaskottchen Eisbär keineswegs gefährdet ist – ganz im Gegenteil. Im warmen 20. Jahrhundert siedelten immer mehr Menschen in den arktischen Regionen rund um den Pol und kamen damit zwangsläufig in Kontakt mit Ursus maritimus, der neben dem Tiger als einziger Raubsäuger gezielt Jagd auf uns macht. Mit dem Ergebnis, dass die scheinbar freundlichen Bären Ende der 1960er Jahre durch Jagd stark dezimiert und damit tatsächlich gefährdet waren. Die Arktis-Anrainer einschließlich der Sowjetunion einigten sich daher schon lange vor den Grünen und ihrem Umwelt-NGO-Saum, die Tiere zu schützen. Das wirkte – Mitte der 1980er Jahre hatte sich der Bestand erholt; und heute soll er bis zu 40.000 Exemplare betragen. Zählen ist in den eisigen Weiten des Nordens schwierig, aber die Bären besuchen in Russland wegen zu hoher Populationsdichte schon Siedlungen und plündern Lagerhäuser und Mülltonnen. Statt die weißen Pelzträger offiziell als gerettet zu erklären, wurden sie in den 80ern nur aufgrund von Prognosen als gefährdet eingestuft, weil das die Geldflüsse der betreffenden Zoologen aufrechterhielt. „Gerettet“ hieße, es gäbe kein Steuergeld mehr – warum auch. Das ist bis heute so, weswegen Crockfords Entwarnung von ihrer Universität in Britisch-Kolumbien alles andere als willkommen war. Sie wurde daher wie ihr Kollege Ridd entlassen und verlor ihren Professorentitel.

Auch in England greift das Klima-Cancel-Virus um sich. Dort lehrt(e) die ukrainische Professorin Valentina Zharkova, eine Spezialistin für Sonnenphysik. Sie ist mittlerweile zum Glück pensioniert, wird aber auf der Netzseite ihrer alten Arbeitsgruppe nicht mehr als Emerita geführt. Kein Wunder in der wunderbaren Welt der physikalischen Welt der Wissenschaftskorruption: Das Erdklima wird ja nicht mehr wie früher hauptsächlich von astronomischen Zyklen bestimmt, sondern von den Pupsgasen aus den westlichen Industrieschloten (nicht aber den chinesischen und indischen). In Wirklichkeit ist es andersherum – die Eigenzyklen der Erde und die der Sonne und des Erdmondes sind die Haupttreiber des Klimas, und die Treibhausgase kommen ganz unten in der Liste. Um die Klimaschwankungen der Erdgeschichte zu verstehen, ist die solare Magnetfeld-Theorie von Zharkova daher zentral.

Dasselbe trifft auf die beiden Arbeitskollegen Henrik Svensmark aus Kopenhagen und Nir Shaviv aus Jerusalem zu. Die beiden im Saal anwesenden Professoren forschten über indirekte Effekte der Sonnenaktivität auf das Erdklima und sind daher im korrupten Forscher-Medienkomplex natürlich Personae non gratae. Immerhin hatte die „Bildzeitung“ 2012 sogar auf dem Titel über die Forschung der beiden berichtet, nach der die Strahlung der Erdsonne mit der kosmischen Hintergrundstrahlung aus den fernen Weiten des Alls wechselwirkt. Kurz auf den Punkt gebracht: Verstärkte Sonnenstrahlung heizt die Erde nicht unmittelbar auf, sondern vermindert den kosmischen Hintergrund, der so nicht mehr als Keim für die Wolkenbildung zur Verfügung steht – und weniger Wolken bedeuten weniger Rückstrahlung und damit weniger Kühlung, es wird also wärmer. Aktuell ist unsere Sonne übrigens „kalt“, was an der geringen Sonnenfleckenzahl ablesbar ist. Das ist völlig normal und hat nichts mit der wirtschaftlichen Tätigkeit des weißen Heteromannes zu tun, sorgt aber für deutliche Abkühlung des gesamten Erdklimas in den nächsten Jahrzehnten. Diejenigen unter den geneigten Lesern, die sich noch an die 1970er erinnern können, wissen, was Deutschland bevorsteht. In dem Jahrzehnt gab es nur drei „richtige“ Sommer, die Rudi Carrell in einem Schlager herbeisang, und der Winter 1978/79 war von heftigen Schneestürmen gekennzeichnet. Im nördlichen Westdeutschland musste das Heer auf der Autobahn völlig eingeschneite und damit unbewegliche Autofahrer mit Gleiskettenpanzern vorm Erfrieren retten; und im Osten kam es wegen eingefrorener Braunkohle zu Stromausfällen. Es ist die Aufgabe von Politik und Wissenschaft, vor diesen tatsächlichen Problemen zu warnen und Vorsorge zu treffen, aber stattdessen werden kompetente Wissenschaftler kaltgestellt und Milliarden Steuereuros für „Klimarettung“ und Corona-Tests herausgeworfen.

Auf die Zyklen-Abhängigkeit des Erdklimas wies auch EIKE-Pressesprecher Horst-Joachim Lüdecke hin, der das Auf und Ab der Temperaturentwicklung als Hinweis der Wirkung von Milanković-Zyklen und Schwankungen des Sonnenmagnetfeldes sieht. Andere erst in den letzten Jahrzehnten eingehender erforschte Zyklen rühren von den großen Ozeanen her, vor allem die AMO, die Atlantische Multidekaden-Oszillation, und die NAO, die Nordatlantik-Oszillation. Die AMO ist dabei hauptverantwortlich für die Ausprägung der sommerlichen Jahreszeit, während die NAO die Wintereigenschaften bestimmt. Zu dieser Thematik haben EIKE-Autoren wie Sebastian Lüning et al in Elsevier-Magazinen publiziert, was in einem Fall sogar Eingang in den aktuellen Sachstandsbericht des Weltklimarates IPCC gefunden hat (!). In diesem Zusammenhang ist es interessant, zu erwähnen, dass die Berichte des IPCC in der ausführlichen Version gar nicht so unwissenschaftlich-alarmistisch sind, wie der kritische Bürger denken mag. Dort wird erstaunlich oft mit vorsichtigen Formulierungen wie „könnte“ oder „ist wahrscheinlich“ gearbeitet, was die Kurzversionen für Aktivisten (Journalisten) und Politiker aber zu „97 Prozent“ und „sicher“ machen. Und in populären Büchern wie denen von Klimapapst i. R. Hans Schellnhuber steht sogar „Selbstverbrennung“.

In einem zweiten Vortrag stellt Lüdecke die Frage, wie viel vom Treibhausgas Kohlendioxid die Menschheit noch in die Luft blasen könne. Dabei erwähnt er Phänomene, die in den Massenmedien meist unerwähnt bleiben, zum Beispiel die Löslichkeit von CO2-Gas im Wasser der Ozeane. Nach den Alarmisten bleibe das Gas für lange Zeit in der Atmosphäre und heize sie demnach auf. Stimmt nicht – die riesigen Ozeane, die mehr als 70 Prozent der Erdoberfläche ausmachen, nehmen es auf. Dort wird kurzzeitig Kohlensäure gebildet wie in der Sprudelflasche. Letztlich wird es aber von den gedeihenden Algen, überwiegend Plankton, mit Wasser zu Zucker photosynthetisiert und somit gebunden; eine „Versauerung“, die die Korallen tötet, findet nicht statt. Dasselbe geschieht an Land: Die Erde ist in den vergangenen Jahrzehnten grüner geworden, weil die Bäume durch mehr CO2 besser wachsen können. Und selbst wenn das alles nicht geschähe – der Kohlenstoffvorrat des Planeten in fossiler Form hat Grenzen: Mehr als 800 Millionstel Anteil in der Luft können wir daher gar nicht erreichen (aktuell 420 Millionstel).

Referent Sebastian Lüning schaute sich in seinem Vortrag das aktuelle Narrativ der „Extremwetterereignisse“ an, das angesichts des kalten Jahres 2021 die Warnungen vor „Dürre und Hitze“ (Harald Lesch) abgelöst hat, damit der Steuern zahlende Bürger nicht auf falsche Gedanken kommt. So hielt beispielsweise die Erfurter Abgeordnete Laura Wahl (Grüne), die zum Boykott der EIKE-Konferenz aufrief, kürzlich eine Rede zu den apokalyptischen Unwettern in Westdeutschland, die angeblich auch ostdeutsche Flussregionen hätten treffen können. Dass die Politik und der WDR im Rheinland schliefen und Baumaßnahmen im Ahrtal leicht suizidalen Charakter hatten, erwähnte sie hingegen nicht.

Lüning untersuchte dafür die sogenannte Attributionsforschung, die behauptet, den Anteil der menschlichen Schuld an Extremwetter wie Hurrikanen bestimmen zu können. Die dafür verwendeten Computermodelle sind aber nicht robust, weil sie zum Beispiel die vorindustriellen Hochwasser nicht berücksichtigen. Man erinnert sich an den Bürgermeister von Schuld in der Eifel, der das Klimagerede der anwesenden Kanzlerin mit Verweisen auf Flutkatastrophen im 18. Jahrhundert konterkarierte, die in der Ortschronik verzeichnet sind. Damit ist er nicht allein: Umweltbundesamt, Deutscher Wetterdienst und Forscher des Alfred-Wegener-Institutes bestätigen, dass Regenfälle im Schnitt seit Jahrhunderten nicht häufiger wurden. Dasselbe gilt für Stürme, Dürren und Waldbrände – nur Hitzewellen traten häufiger auf, was aber in einer natürlichen Warmphase, die leider gerade zu Ende geht, zu erwarten ist.

Richtiggehend enthusiastisch war der Vortrag von Lünings „Kalte Sonne“-Kollegen Fritz Vahrenholt, dem ehemaligen Umweltsenator aus Hamburg und ehemaligen Erneuerbare-Energien-Manager. Er untersuchte die Wirklichkeitsbezogenheit der deutschen Energiewende anhand der Szenarien des Weltklimarates, die er als völlig „irreal“ bezeichnete. Er bemängelte, wie Lüdecke, die Nichtbeachtung sehr großer CO2-Senken (Gas-Aufnehmern wie dem Ozean – und sogar Beton!) und der Endlichkeit der fossilen Energieträger, die höchstens etwa 800 Millionstel Teile CO2 in der Luft bewirken können. Er kritisiert weiterhin, dass die Bezeichnung Deutschlands als „Klimaschurke“ (Thunberg) unfair sei, da gerade unser Land in den letzten Jahrzehnten besonders umweltschonend und CO2-reduzierend gewirtschaftet habe. Zudem sei Deutschland eine Exportnation, die Produkte für die ganze Welt herstellt. Die begleitenden Emissionen nur uns anzurechnen erklärt, wieso Entwicklungsländer rein rechnerisch daher nur geringe Umweltlasten besitzen.

EIKE-Vizepräsident Michael Limburg nahm die „Green Deal“-Politik der EU unter Ursula von der Leyen unter die Lupe. Er betonte grundsätzlich, dass es kein Weltklima gebe, das man schützen könne, sondern nur mehrere völlig unterschiedliche Klimazonen. Dennoch soll die EU bis 2050 „klimaneutral“ werden – das gegenwärtige Reduktionstempo müsste also um den Faktor 2,4 erhöht werden. Das nütze trotzdem nichts, weil der sowieso schon geringe Ausstoß selbst des größten Industrielandes Deutschland irrelevant sei – selbst, wenn CO2 tatsächlich heizen würde. Denn tatsächlich erwärme sich die Welt in den letzten achtzehneinhalb Jahren gar nicht mehr – die Temperaturkurve sei nur eine Zickzackkurve ohne Tendenz. Und ob eine Desindustrialisierung sich auf den Kohlendioxid-Gehalt der Luft auswirken würde, sei fraglich, da selbst die weltweite Massenquarantäne fast nichts reduziert habe – sagt die Weltmeteorologische Organisation WMO. Warum wollen dann Politiker und Wissenschaftsaktivisten unbedingt Emissionen reduzieren? Limburg erwähnt ein erstaunlich offenherziges Zitat von Potsdam-Institut-Ökonom Edenhofer, der der „NZZ“ 2010 sagte, bei der Klimapolitik gehe es in Wirklichkeit um Umverteilung von Weltvermögen.

Der einzige Referent, der in Osteuropa aktiv ist, war Prof. László Szarka aus S(ch)opron in Ungarn, der erzählte, dass trotz der widerständigen Atmosphäre im Land der stolzen Madyaren viele Physiker aus Finanzierungsgründen der westlichen Klima-Erzählung folgen und sogar Greta Thunberg nach Budapest einluden. Von einer Verschwörung zur Unterwerfung der Ex-Ostblock-Forscher zu reden, ist dabei gar nicht nötig, weil Wissenschaft immer schon international war und vom Austausch lebt. Oder stirbt, wenn das Virus der Korruption sich eingenistet hat. Wir werden sehen, ob die traditionell unideologischen osteuropäischen Naturwissenschaftler ihren rationalen Kurs werden halten können. Es ist ein Witz der Geschichte: Im Realsozialismus ließen die Stasiparteien die Physiker, Techniker und Chemiker in Ruhe, weil man ihre Expertise fürs Renommee und das Militär brauchte. 30 Jahre nach Einführung von Demokratie und Kapitalismus hingegen werden Fachleute plötzlich politisch gezwungen, erfundene Finanzierungsmodelle als harte Wissenschaft auszugeben.

Echten Klimawandel „zum Anfassen“ zeigten die Schweizer Christian Schlüchter und Heinz Schmid, die gesägte Baumfunde aus Alpengletschern mitbrachten. Das Holz wird zum Teil noch mit der Wurzel im Untergrund von abgeschmolzenen Gletschern gefunden und beweist, dass die Waldgrenze vor Jahrtausenden immer wieder auf- und abwanderte – Gletscherschmelzen sind zyklisch und damit völlig normal.

Auch erschienen bei eigentümlich frei.