Horst-Joachim Lüdecke: „Klimaleugner? Dieser Journalismus ist Megaquatsch!“ (JF-TV Direkt)

Professor Horst-Joachim Lüdecke ist Physiker und Klimaforscher, so wie die meisten Klimaforscher von Hause aus Physiker sind. Das gilt für Vertreter des Klimaalarmismus genauso wie für die angeblichen „Klimaleugner“. Umso absurder also, was in der Berichterstattung über den EIKE-Kongreß in Gera geschah. Beispiel Thüringer Allgemeine Zeitung: Auf dem EIKE-Kongreß seien ja gar keine „ausgewiesenen Klimaforscher“, sondern nur Geologen und Physiker. „Megaquatsch!“, nennt Lüdecke diese Darstellung, die tatsächlich auf keine allzu große Kenntnis der Materie schließen läßt.

Oder werden da die Leser absichtlich in die Irre geführt? Und wenn ja, warum? Die Antwort sieht Lüdecke in dem, was man gemeinhin als „große Transformation“ bezeichnet. Ein Vorgang, bei dem in Deutschland nahezu alle Kräfte mitmachen. Außer ebenjenen „Klimaleugnern“, versteht sich. Warum auch dieses Wort an die Adresse der EIKE-Forscher Megaquatsch ist, erklärt Professor Lüdecke im Video-Interview.




Konferenzbericht: echte Wissenschaft, verdeckte Ermittler und Demonstranten – die IKEK-14 in Gera

von AR Göhring

Nach Westdeutschland und Bayern hatte EIKE das erste Mal im Osten der Republik eine Klimakonferenz veranstaltet. Als Ort hatten wir uns das thüringische Gera ausgesucht, da aufgrund der günstigen Lage nahe A4 und 9 und dem Flughafen Halle-Leipzig unsere Freunde aus der ganzen Republik schnell und bequem anreisen konnten.

Außerdem bietet Gera ein Kultur- und Kongreßzentrum KuK mit genügend Platz für die erforderlichen Mindestabstände nach Vorgabe der Coronapolitik – ein Muß im Angesicht der Besucherzahl von fast 250. Zum Vergleich: Bis 2019 hatten wir auch schon 300 Gäste.

Unsere Teilnehmer fühlten sich im KuK der ehemaligen Bezirkshauptstadt Gera pudelwohl, da der Bau als kleiner Bruder des teuren Palastes der Republik in Berlin angesehen werden kann und trotz sozialistischer Mangelwirtschaft ein klares Nutzungskonzept mit perfektem Angebot an den Gast ist. Neben der typischen braunen von innen spiegelnden Palast-Verglasung ist das KuK auch durch seine Naturstein-Wandverkleidung mit Skulpturelementen etwas fürs Auge.

Ein weiteres Plus, sogar der entscheidende Faktor des gelungenen Kongresses, war das kompetente und freundliche Team des KuK, das sich durch eine gute Organisation, leckeres Essen und Trinken, und ein stets offenes Ohr auszeichnete. Außerdem ist die Stimmung in der großen Thüringer Mitmach- und Mittelstadt Gera längst nicht so aufgeheizt und denunziatorisch wie in vielen Universitäts-Großstädten. Im Gegenteil: Hier liegt das AfD-Büro von Stefan Brandner MdB gleich um die Ecke von einem antifaschistischen Künstlerladen, der zur Demo gegen uns aufrief. Und weder der Künstler noch die AfD müssen täglich Unrat von der Scheibe kratzen oder den Glaser rufen. Nur ein paar Aufkleberchen pinnen ab und zu an der Tür vom AfD-Büro.

Dabei hatte die 14. IKEK mit einigen Ärgernissen begonnen: Einen Tag vorher wurde in Gera eine neue Coronaverordnung auf Geheiß der Landesregierung (R2G) verkündet. Zwar waren die meisten Teilnehmer geimpft und waren daher überall zugangsberechtigt, aber einige Weitangereiste mußten vor Betreten des Hotels und des KuK die verlangten Tests absolvieren, was durch das unkomplizierte Engagement eines Fachlabors gelang.

Da wir aber mit solchen und ähnlichen Phänomenen gerechnet hatten, konnten wir pünktlich um 10 Uhr beginnen. Eine örtliche Bürgerinitiative gegen die Windrad-Verschandelung der malerischen ostthüringer Landschaft gesellte sich auch noch zu uns und informierte die EIKE-Gäste über die zahlreichen Windkraftvorhaben in der Region Gera.

Schon um 8:00 stand in der Fußgängerzone nahe des Haupteingangs ein Zelt mit Infostand von der „BürgerEnergie Thüringen e.V.“, einer Energiegenossenschaft, was tatsächlich eher als „Mahnwache gegen die Klimaleugner“ gedacht war, die trotz Kälte tatsächlich bis 18:00 blieb. Die Bürger hat es nicht besonders interessiert, da der Stand eher nach Produktreklame und Klinkenputzern aussah. Ein Berliner Journalist erzählte uns aber, daß Passanten von den Mahnwachern gegen uns „aufgehetzt“ worden seien, oder man habe es zumindest versucht.

eigenes Werk – das war schon die größte Gruppe am Zelt während der zehn Stunden Mahnwache

Die Anmelder des Standes, zwei in der Stadt bekannte Aktivisten, betraten sogar das Gelände des KuK, pöbelten unsere Gäste an und knipsten durchs Fenster. Das Verhalten wurde am frühen Sonnabend so dreist, daß unser Sicherheitsteam die beiden vom Gelände verwies (Konferenzausrichter haben vorübergehend Hausrecht), und riefen, als die Herren stattdessen debattierten, die Polizei, die sogleich einen Platzverweis gegen die Männer aussprach. Einer der Männer behauptete, im Stadtrat zu sein, was aber nicht stimmt und die Beamten nicht beeindruckte.

Am späten Nachmittag trafen die Erfurter Abgeordnete Laura Wahl und ihre Demonstranten auf einem Nebenplatz unterhalb des KuK ein, auf dem auch gerade der Geraer Weihnachtsmarkt aufgebaut wurde. Gegen 17:00 waren über 100 Personen, mehrheitlich aus Erfurt, Jena und Leipzig stammend, eingetroffen, entrollten ihre Transparente und Partei-/Antifa-Fahnen und lauschten dem Aufruf.

Danach zogen die Aktivisten unter erheblicher Polizeibegleitung durch die mittlerweile teils stockfinstere Geraer Innenstadt, zum Teil durch enge Gassen, in denen niemand zu sehen war. Beifall gab es fast nicht, nur Staunen seitens einiger Gewerbetreibender, die solch laute Studentenaufmärsche aus ihrer beschaulichen Stadt gar nicht kannten. Als sie erfuhren, daß es eingefallene grüne Studenten seien, lächelten sie und gingen belustigt wieder zurück in ihr Geschäft. Von der Polizei angehaltene Autofahrer an Kreuzungen protestierten nicht, schienen aber auch nicht angetan zu sein von dem Verkehrhindernis.

Insgesamt haben sich die wenigen Bürger auf der Straße nicht groß für den Troß interessiert. Nur ein jüngerer Mann rief den Aktivisten zu, sie sollten doch ihre Handys und anderen strombetriebenen Geräte ausmachen, bevor sie anderen Vorschriften machen. Man sieht – im bodenständigen Gera ist die Doppelmoral der durchweg elitären Klimaschützer bestens bekannt, was wohl durch die Berichterstattung zum enormen Privatjet-Geschwader in Glasgow noch verfestigt wurde.

Nach Ende der Protestkundgebung gegen uns setzte sich der Demotroß in Richtung Bahnhof in Bewegung und verschwand so schnell, wie er gekommen war. Es gab mit unseren Gästen so gut wie keine Berührung, da die Demonstration während der Vorträge stattfand und die meiste Zeit in den engen Gassen der Innenstadt weit weg vom KuK marschierte. Nur wenige Teilnehmer hatten das wenig bunte Treiben der Grünenwähler im Dunkeln von der Balustrade aus verfolgt.

Stattdessen traf während des letzten Vortrages von Prof. Lüdecke am Freitag eine junge österreichische Journalistin ein, die bereits am Eingang vom Sicherheitsteam einen verdächtigen Eindruck hinterließ. Sie setzte sich in der anschließenden Abendveranstaltung zu einigen jüngeren Männern an den Eßtisch und ließ recht unvermittelt eine regierungskritische Haltung erkennen, was wegen der besonderen Betontheit aber gekünstelt wirkte und uns daher veranlaßte, die unbekannte alleinreisende Besucherin zu googeln. Schnell stellte sich heraus, daß es sich um die Wiener Rechtsextremismus-Forscherin Julia E. handelte, die für ihre Undercover-Aktionen in „rechten“ Organisationen bekannt ist – sogar bei Wikipedia. Sie verfolgt einen ähnlichen Ansatz wie Günther Wallraff, nur längst nicht so geschickt wie der legendäre Schnüffler. Ihre Spezialität ist offenbar das Entlocken skandalöser Aussagen und Ansichten mittels „weiblicher Waffen“, die sie dann in ihren Büchern, in Talkshows wie Markus Lanz, oder vielleicht auch in ihrer anstehenden Dissertation verarbeitet. An unseren Vorträgen und inhaltlichen Positionen schien sie nicht interessiert zu sein. Ihr falscher Name und ihre Fensterglasbrille waren aber nicht überzeugend, weswegen sich niemand zu verfänglichen Aussagen hinreißen ließ (würden wir sowieso nicht …). Die „Politikberaterin“(?), die für eine Art globale antifaschistische Denkfabrik-NGO in London arbeitet (Institute for Strategic Dialogue), merkte wohl, daß sie aufgeflogen, oder zumindest verdächtig geworden war, und verließ die Veranstaltung früh. Zu unserer Überraschung tauchte sie Samstag Mittag wieder auf, wurde am Eingang von den Sicherheitsleuten aber abgewiesen, weil sie für den zweiten Tag nicht gezahlt und außerdem einen falschen Namen genannt hatte, was im Zusammenhang mit der Corona-Regelung im Sinne der Rückverfolgbarkeit illegal ist. Erstaunt über ihre rekordschnelle Enttarnung verließ sie das Gebäude ohne Widerstand.

Die Abendveranstaltung am Freitag war gut besucht und bot interessante Gespräche und Kontakte zwischen Gästen und Referenten, zudem heiße inhaltliche Diskussionen. Die jüngsten Teilnehmer waren Schüler aus der Nähe von Erfurt, die wir zunächst für FFF-Fans hielten, die sich aber die meisten Vorträge tatsächlich anhörten und das Gespräch mit den Fachleuten suchten. Sie erzählten uns, daß selbst in den Schulen der ostdeutschen Fläche die Klima-Aktivisten die verbale Oberhoheit hätten und am Freitag viele Schüler in Städte zum „Streiken“ führen, was die Schulleitung häufig erlaube. In Testwahlen im Politikunterricht komme aber ein Wähleranteil von +/- 20% für die AfD heraus, wobei man nicht wisse, wer die Blauwähler seien, da diese sich nie öffentlich äußerten, oder äußern dürfen.

Der zweite Tag verlief bis auf den erwähnten polizeilichen Platzverweis gegenüber den aggressiven Bürger-Energetischen störungsfrei. Es soll allerdings zahlreiche Anrufe im Kulturdezernat wegen fehlender Masken gegeben haben, obwohl die allermeisten Gäste geimpft waren oder eine Maskenbefreiung hatten und sich zur Freude des Organisatorenteams durchweg diszipliniert an die Auflagen für geschlossene Räume hielten. Die „Mahnwache“ der Bürgerenergie stand auch am Sonnabend wieder von 8 bis 18 Uhr in der Fußgängerzone vorm KuK, erregte aber wegen des Wochenendes erneut kaum Aufmerksamkeit. Eine delikate Beobachtung am Rande: Morgens beim Aufbauen des Zeltes stand eine Mercedes-Limousine daneben, aus der politisches Werbematerial entladen wurde. Ein Benz ist zwar kein Porsche (man denke an den Fall in Berlin, als ein Grüner nach der Bundestagswahl Plakate mit einem Sportwagen-SUV aus Stuttgart einsammelte), aber in Gera sind die Dinge halt etwas kleiner als in der Hauptstadt; ein bißchen zumindest.

Die meisten Besucher verließen die Konferenz erst nach Ende der Veranstaltung, die vom Auftritt des Fernseh-Urgesteins Günter Ederer gekrönt wurde. Aber auch nach dem Abbau der Technik trafen sich noch mehrere der Gäste und Referenten in der Gastronomie und verabredeten sich für nächstes Jahr, vielleicht wieder in Gera.

Eine interessante Beobachtung dabei am Rande: Einer der Gäste saß mit seinem Neffen am Tisch, und der junge Mann fragte mich lächelnd in der Diskussion um Corona, Klima & Co., was er wohl wähle. Da er schon so fragte, tippte ich sogleich auf die Grünen, und lag damit richtig. Sein Onkel hingegen war ein Wähler der satanischen Schwefelpartei, die in Gera wenigstens eine relative Mehrheit besitzt. Bei der Grünen-Demo von MdL Wahl am Freitag war der Neffe aber nicht zugegen, sondern bei uns im Saal, und hörte sich die Vorträge der „Öl-Lobbyisten“ an, die „sich gegen den wissenschaftlichen Konsens“ stellen, wie die Grünen und ihre Journalisten es auszudrücken pflegen.

Der Onkel hatte seinen grünen Neffen also tatsächlich zum Besuch einer 400 km entfernten Konferenz überreden können, obwohl dort „Klimaleugner“ ihre „Verschwörungstheorien“ präsentierten. Man sieht, auch in Zeiten, in denen ein Riß durch Familien geht, weil gerade in bezug auf die Coronapolitik zu viele Bürger eine „falsche“ Meinung haben, ist es möglich, daß Verwandte sich nicht an die Gurgel gehen, sondern sich respektieren und sogar so offen sind, sich Argumente der Gegenseite auf ganzen Konferenzen anzuhören.

Was die studentischen Demonstranten und die Leute der Bürger-Energie wohl gesagt hätten, wenn sie von der Geschichte gehört hätten? Von ihnen kam jedenfalls keiner auf die Idee, mit Gästen oder EIKE-Mitarbeitern zu sprechen, oder gar wenigstens zeitweise teilzunehmen. Schade.

Allerdings geht es nach aller Erfahrung ja auch gar nicht um den Inhalt, sondern eher um Feindbilder. Blasse Politiker in den Parlamenten, die keine Alternative zur politischen oder NGO-Karriere haben, benötigen Katastrophenszenarien, damit die Bürger Umverteilungen widerspruchslos akzeptieren. In dem Zusammenhang ist eine Landtagsrede von MdL Wahl zum Sommer-Hochwasser in Westdeutschland interessant. 

Und auch die „zweite Reihe“ in den Medien, wie Günter Ederer es formulierte, lebt sehr gut von der Panikmache, weil sie die klassische harte journalistische Arbeit erspart, für die Talent und Motivation zu vieler nicht ausreichen mögen.

Wir werden sehen, wie die IKEK-15 nächstes Jahr von den Medien gesehen wird. Ob auch wieder nur pejorativ berichtet werden wird?




Henrik Svensmark: „Das ist der größte Fehler in den IPCC-Berichten!“ (JF-TV Direkt)

Seit Mitte der 1990er-Jahre erforscht der dänische Physiker Professor Henrik Svensmark Zusammenhänge zwischen Sonnenaktivität, kosmischer Strahlung und Wolkenbildung. Letztere wirkt sich direkt auf das Klima aus: Mehr Wolken reflektieren mehr Sonnenlicht und führen so zu einer Abkühlung, weniger Wolken bewirken das Gegenteil. Im JF-TV Interview erläutert Svensmark den Mechanismus, erklärt, wie viel davon bewiesen ist, wie groß er sein könnte – und schildert, wie der Weltklimarat IPCC diese Forschungsergebnisse in seinen Berichten systematisch ignoriert.




Wie uns eine verfehlte (Klima-)Politik in den Energienotstand treibt: Interview mit F. Vahrenholt

Boris Reitschuster interviewt Fritz Vahrenholt einen Tag nach der EIKE-Konferenz in Gera.




Klimagipfel „COP26“: Das programmierte Scheitern der Heuchler

von Ramin Peymani, Liberale Warte

Da ist sie nun auch schon wieder vorbei, die 26. UN-Klimakonferenz. Mehr als zwei Wochen lang hatte sich im schottischen Glasgow alles getummelt, was Rang und Namen hat. Jeder durfte ans Mikrofon, der das Wort Weltuntergang fehlerfrei auszusprechen vermochte – in welcher Sprache auch immer. Der Clou blieb den Veranstaltern jedoch versagt: Queen Elizabeth II. musste passen. Nur allzu gerne hätte man das Staatsoberhaupt des Vereinigten Königreichs und immerhin fünfzehn weiterer Staaten als leibhaftiges Testimonial für die eigene Marketingkampagne präsentiert. Mit ihr hatte man gehofft, nicht nur bei den für Steuererhöhungen wenig empfänglichen Briten der eigenen Ideologie Dynamik zu verleihen, sondern auch in den abgelegensten Regionen der Erde, in Belize ebenso wie in St. Lucia oder auf Tuvalu. Doch auch ohne die Königin zogen die Organisatoren alle Register. Sie ließen sich dabei nicht einmal vom medialen Unbehagen aus der Ruhe bringen, das angesichts der Vorlieben bei der Wahl der Transportmittel zu vernehmen war. Immerhin scheint der überwiegende Teil der Staats- und Regierungschefs zwar seinen Wählern die Kutsche empfehlen zu wollen, Kurzstrecken aber doch lieber per Privatjet zurückzulegen. Soviel Komfort muss für Privilegierte schon sein, Klimawandel hin oder her. Fragen warf außerdem auf, dass sich US-Präsident Biden nicht einmal vom bevorstehenden Weltuntergang vom gelegentlichen „Power Nap“ abhalten ließ. Angesichts der angeblich kaum mehr aufzuhaltenden Apokalypse ist dies allerdings vielleicht die richtige Portion Fatalismus. Am Ende war es dann wie immer: Auch der 26. Weltklimagipfel war nicht mehr als das Schaulaufen der Heuchler.

Vierzehn Tage lang durfte nach Herzenslust CO2 produziert werden, mehr vielleicht als es ganz Glasgow in einem Jahr zu schaffen in der Lage wäre

Gestartet 1995 in Berlin (wo sonst, als in der Wiege des institutionalisierten Klimatotalitarismus), fand auch die „Conference of the Parties“ Nummer 26 als Präsenzveranstaltung statt. Abgesehen davon, dass Menschenaufläufe dieser Größenordnung so gar nicht zur globalen Corona-Panik passen wollen, besteht der Anachronismus vor allem darin, dass man in Zeiten weltweit etablierter Videokonferenzen rekordverdächtige Emissionen produziert, um propagandataugliche Bilder zu erzeugen und die eigene Eitelkeit zu befriedigen. Wie wenig spektakulär wäre es gewesen, Angela Merkel bei ihren assistierten Versuchen zuzusehen, die Kamera ihres Laptops zum Laufen zu bringen oder die passende Ecke ihres Arbeitszimmers für eine stabile WLAN-Verbindung aufzuspüren. So durfte also nach Herzenslust CO2 produziert werden, mehr vielleicht als es ganz Glasgow in einem Jahr zu schaffen in der Lage wäre. Alles für das höhere Ziel. Wen kümmert die Bigotterie der Gelehrten, wenn sie uns doch die Erlösung bringen? Wer fragt nach Privilegien Erleuchteter, die uns vor der Apokalypse zu retten vermögen? Gebt ihnen, was sie brauchen, denn sie führen uns ins Licht. Für den Durchschnittsbürger reicht es. Der ist den Rattenfängern schon lange auf den Leim gegangen. Wenn ihre medialen Trompeten hierzulande Punkt 20 Uhr ihr tägliches Abendkonzert anstimmen, sitzt er vor der Mattscheibe und feiert sich für seine Bereitschaft, noch einen Tick mehr zu geben als verlangt, damit er bloß nicht mit einem achtlos im Restmüll entsorgten Strohhalm zum Untergang der Antillen beitrage, die im Plastik der Weltmeere zu versinken drohen. Oder waren es die Kanarischen Inseln? Sei´s drum, retten ist immer gut.

Wir sind über den Punkt hinaus, an dem weitere Verschärfungen und Verbote ohne Asien und Afrika einen messbaren Zusatznutzen entfalten

Dass es den Protagonisten trotz aller martialischer Sprüche und absurder Kausalketten so ernst dann doch nicht ist, wäre eigentlich leicht zu durchschauen. Wer ernsthaft etwas für einen lebenswerteren Planeten tun wollte, müsste sich diejenigen vorknöpfen, die gar kein Interesse daran haben, etwas zu ändern. Wir sind deutlich über den Punkt hinaus, an dem weitere Verschärfungen und Verbote einen messbaren Zusatznutzen entfalten, solange Asien nicht mitmacht und Afrika derart schnell wächst. Der rasant steigende Energiebedarf der Entwicklungs- und Schwellenländer und die mit der dortigen Wohlstandssteigerung verbundene Mehrbelastung für die Umwelt machen die Selbstbeschränkungen der westlichen Hemisphäre zur Farce. Dabei wird die Frage, wie stark der Mensch denn wirklich zum Klimawandel beiträgt, gar nicht mehr diskutiert. Es geht nur noch darum, den vermeintlich drohenden Untergang zu verhindern, koste es, was es wolle. Ich bin sehr für den Schutz unserer Umwelt. Klare Gewässer, unbelastete Böden und saubere Luft sind die wesentlichen Voraussetzungen für das Leben auf der Erde. Dafür kann jeder von uns viel tun. Jeden Tag. Die Klimaindustrie könnte auf diese Weise aber weder Milliarden verdienen noch mächtige Organisationen etablieren. Sie braucht die Erzählung vom anthropogenen Klimawandel. Sie braucht durchchoreografierte Gipfel und weinende Priester, die sich selbst kasteien, weil sie den Göttern zu wenige Opfer dargebracht haben. Dabei ist das Scheitern von Klimagipfeln der Schlüssel zur Sicherung ihrer Macht. Die „Conference of the Parties“ wird schon deshalb auch weiterhin eine wilde CO2-Party bleiben, bei der zwar alle verkatert nach Hause gehen, aber trotzdem fordern, die Dosis beim nächsten Mal zu erhöhen.