Die Klimaschau von Sebastian Lüning: Wieviel Potential steckt in Gezeitenkraftwerken?

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Woher kommt der Strom? Stromschwankungen par excellence

von Rüdiger Stobbe

Die 44. Analysewoche (Abbildung) bot zu Beginn noch viel Windstrom auf. Dann ging es bergab. Am Mittwoch konnte nur noch etwa 1/6 der Stromerzeugung von Montag registriert werden. Dass die konventionelle Stromerzeugung (Abbildung 1) da nicht mitkam, verwundert nicht. Die Konventionellen bullerten bereits, was das Zeug hielt. Da fragt sich der Leser dieser Kolumne schon, wo der Strom herkommen soll, wenn Kernkraft- und Kohlekraftwerke abgeschaltet sind. Auch eine Verdreifachung der Wind- und PV-Stromerzeugung würde nicht ausreichen, um den Strombedarf zu decken. Und ob unsere Nachbarn genügend Strom zur Verfügung hätten, um das größte Industrieland Europas zusätzlich mit Strom zu versorgen, wage ich zu bezweifeln. Immerhin funktionierte es in der 44. Woche 2021 (Abbildung 3 ). Dass für den Importstrom Höchstpreise hingelegt werden mussten, versteht sich (Abbildung 2 ). Am 2. und 3.11.2021 zahlten die deutschen Stromkunden 18,85 Mio. € an die europäischen Nachbarn. Der mittlere Importpreis lag bei 201,68 €.  Schweden, Polen und Dänemark verkauften nahezu durchgehend Strom nach Deutschland und erzielten gute Erträge. Aber auch Norwegen, das Land, welches neben Belgien bei Agora leider noch nicht integriert ist, Norwegen also, die Batterie Deutschlands, kassiert gut 10 Mio. € für nach Deutschland exportierten Strom. Diese Daten wurden von smard.de geliefert. Die Schweiz, die im Sommer, die bis vor kurzem mit seinem Stromexport nach Deutschland richtig gutes Geld verdient hat, die Schweiz muss in der kalten Jahreszeit Strom hinzukaufen, um die Versorgung der Schweizer Bürger und Wirtschaft sicherzustellen. Was durchaus nicht bedeutet, dass man an Tagen, wo Deutschland Strom fehlt, wo dieser Strom dringend gebraucht wird, nicht Strom abzwackt und zu Höchstprisen verkauft wird. So bleiben am 8. und 9.11.2021 wenigsten gut 379.000 € hängen. Insgesamt aber kauft die Schweiz in der 44. Woche 128 GWh Strom von Deutschland und bezahlt unter dem Strich knapp 13,5 Mio. €. Im Winter benötigt die Schweiz Strom, welcher bisher auch von Deutschland geliefert wurde. Weshalb das so ist, lesen Sie unter Abbildung 10.

Am Donnerstag zieht die Windstromerzeugung über Tag stark an. Am Freitag gibt es eine kleine Delle. Samstag und Sonntag kommt es nochmals zu einer Steigerung der Windstromerzeugung, so dass das Preisniveau rapide fällt, der Strom am Sonntag zeitweise – von 2:00 bis 6:00 Uhr – sogar fast verschenkt werden muss. Am Wochenende lag der mittlere Exportstrompreis bei 55,26 €. In den fünf Tagen vorher waren es 154,02 €. Wer daraus schließt, dass die regenerative Stromerzeugung günstig sei, verwechselt womöglich die Stromgestehungskosten mit den Preisen, die Stromkunden zahlen müssen. 55 € für regenerativ erzeugten Strom reichen unter dem Strich wahrscheinlich nicht aus, um die vom EEG versprochenen Erträge für die Regenerativstromerzeuger darzustellen. Noch mehr regenerative Stromerzeugung würde die Preise noch weiter absenken und die Subventionsmaschine EEG müsste voll anlaufen. Da nutzen regenerative Strom-Gestehungskosten von 20 bis 40 €/MWh (2 bis 4 Cent/kWh) nicht viel.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine regenerative Stromerzeugung wie am Dienstag und Mittwoch der 44. Analysewoche sicher auch bei einer Verdreifachung Wind- und PV-Strom nicht ausreichen würde. Eine solche Verdreifachung hätte allerdings am Samstag und Sonntag eine erhebliche regenerative Strom-Überproduktion zur Folge. Das Preisniveau fiel in den negativen Bereich. Speichern, ja speichern des überschüssigen Stroms nach einer Verdreifachung der regenerativen Stromerzeuger Wind und Solar wäre eine Möglichkeit. Ich bezweifle allerdings, ob die etwa 2,8 TWh, die vom Freitag bis zum Sonntag (Abbildung 7) als Überschuss anfielen, einfach so zu speichern wären. Nun gut, die Verdreifachung ist aktuell rein theoretisch, die Speichermöglichkeit ebenfalls. Bis 2030, bis 2045 ist das Ausbauvolumen regenerative Stromerzeugung plus notwendiger Wasserstoffspeicher noch viel anspruchsvoller (Abbildung 5). Anders gesagt: Das mit der Energiewende = CO2-neutral wird nichts. Die daran glauben, haben keine Ahnung von dem technischen und dem ressourcenmäßigen und Aufwand, der getrieben werden muss, um solch ein Vorhaben auch nur annähernd umzusetzen. Hinzu kommt notwendige Manpower. Heute findet man ja nicht mal einen Handwerker, der nach angemessener Wartezeit ein Dach reparieren kann Lesen Sie auch die Kurzanalyse des Klimaschutzprogramms der Grünen, das in Sachen Umsetzbarkeit der grünen Ideen ein „Traumprogramm“ ist. (Abbildung 8).

Die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts und der daraus generierte Chart liegen unter Abbildung 4 ab. Es handelt sich um Werte der Nettostromerzeugung, den „Strom, der aus der Steckdose“ kommt, wie auf der Website der Energy-Charts ganz unten ausführlich erläutert wird. Der höchst empfehlenswerte virtuelle Energiewende-Rechner (Wie viele Windkraft- und PV-Anlagen braucht es, um Kohle- und/oder Kernkraftstrom zu ersetzen? Zumindest im Jahresdurchschnitt.) ist unter Abbildung 5 zu finden. Ebenso wie der bewährte Energierechner.

Die Charts mit den Jahres- und Wochenexportzahlen liegen unter Abbildung 6 ab. Abbildung 7 beinhaltet die Charts, welche eine angenommene Verdopplung und Verdreifachung der Wind- und Solarstromversorgung visualisieren. Bitte unbedingt anschauen. Vor allem die Verdopplung. Abbildung 8 weist auf einen Artikel hin, der sich mit dem Klimaschutz-Sofortprogramm der Grünen befasst, welches durchgesetzt werden soll, wenn die Partei Regierungsmitglied wird. Abbildung 9 zeigt einen Vortrag von Professor Brasseur von der TU Graz. Der Mann folgt nicht der Wissenschaft. Er betreibt Wissenschaft.

Beachten Sie bitte unbedingt die Stromdateninfo-Tagesvergleiche ab 2016 in den Tagesanalysen. Dort finden Sie die Belege für die im Analyse-Text angegebenen Durchschnittswerte und vieles mehr. Der Vergleich beinhaltet einen Schatz an Erkenntnismöglichkeiten. Überhaupt ist das Analysetool stromdaten.info ein sehr mächtiges Instrument, welches nochmals erweitert wurde:

  • Strom-Import/Export: Die Charts
  • Produktion als Anteil der installierten Leistung
  • Anteil der erneuerbaren und konventionellen Erzeugung am Bedarf
  • Niedrigster, höchster und mittlerer Strompreis im ausgewählten Zeitraum

sind Bestandteil der Tools „Stromerzeugung und Bedarf„, „Zeitraumanalyse“ sowie der Im- und ExportanalyseCharts & Tabellen. Schauen Sie mal rein und analysieren Sie mit wenigen Klicks. Die Ergebnisse sind sehr erhellend.

Abbildung 10 bringt einen Artikel der Schweizer Weltwoche, der sich mit dem Strombedarf der Schweiz befasst. Wir danken der Weltwoche und empfehlen sie ausdrücklich. 

Tagesanalysen

Montag, 1.11.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 55,34 Prozent, davon Windstrom 41,17 Prozent, PV-Strom 3,5 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,67 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Der Wochenanfang liefert so viel Windstrom, dass der Preis glatt Richtung Keller rutscht. Zum Vorabend steigen die Preise, so dass Deutschland unter dem Strich 3,67 Mio. € einnimmt. Die Konventionellen führen optimal nach. Der Handelstag. Die Schweiz und Österreich importieren Strom. Der ist nötig, um die Versorgung ihrer Länder sicherzustellen. 

Dienstag, 2.11.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 28,55 Prozentdavon Windstrom 12,22 Prozent, PV-Strom 5,52 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,81 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Die Windstromerzeugung sinkt massiv. Es tut sich eine gewaltige Stromlücke auf. Die Konventionellen wollen diese nicht komplett schließen. Sie hoffen auf hohe Preise, die sie „mitnehmen“ können. Pünktlich zum Beginn der Stromlücke ziehen die Preise an. Der Handelstag zeigt, wer gutes Geld verdient. Österreich gehört nicht dazu. Deutschland bezahlt heute 9,2 Mio. € an seine Nachbarn. 

Mittwoch, 3.11.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 21,61 Prozentdavon Windstrom 6,8 Prozent, PV-Strom 4,13 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,68 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Der Mittwoch spiegelt den Vortag. Die Konventionellen bullern kräftig, schließen die Strom-Versorgungslücke aber nicht. Das Preisniveau liegt etwas niedriger als am Dienstag. Der Handelstag. Deutschland bezahlt heute  9,65 Mio. € an seine Nachbarn. 

Donnerstag, 4.11.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 36,21 Prozentdavon Windstrom 24,69 Prozent, PV-Strom 1,65 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 9,87 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Der Donnerstag wartet mit einem Windstromanstieg auf. Dennoch kommt es am Morgen zu einer Stromlücke, die mit Tageshöchstpreisen geschlossen wird. Zum Abend reichen regenerativ erzeugter  Strom plus sinkende konventionelle Stromerzeugung aus, um gute Preise einzufahren. Der Handelstag. Heute nimmt Deutschland 9,65 Mio € ein.

Freitag, 5.11.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 41,45 Prozent, davon Windstrom 28,78 Prozent, PV-Strom 3,05 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 9,62 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Eine leichte Windstrom-Delle führt nicht zu einer Strom-Versorgungslücke. Das, obwohl die PV-Stromerzeugung sehr gering ist. Da reicht, die konventionelle Erzeugung dank viel Pumpspeicherstrom aus, um den deutschen Bedarf komplett zu decken.  Heute wird Strom unter dem Strich exportiert. Zu hohen Preisen.  Vor allem Frankreich, die Schweiz und Österreich zahlen viel für den Strom, den sie brauchen. Heute nimmt Deutschland 17,54 Mio € ein.

Samstag, 6.11.2021: Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 58,24 Prozent, davon Windstrom 43,27 Prozent, PV-Strom 5,13 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 9,84 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Wie immer zu Beginn des Wochenendes sinkt der Bedarf. Heute steigt die Windstromerzeugung und führt zu stark fallendem Preisniveau. Der mittlere Strompreis liegt bei 77 €/MWh. Die Konventionellen fahren die Stromerzeugung herunter. Der Handelstag. Heute nimmt Deutschland 11,82 Mio € ein.

Sonntag, 7.11.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 68,77 Prozent, davon Windstrom 55,72 Prozent, PV-Strom 3,64 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 9,41 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Der bedarfsarme Sonntag in Kombination mit starker regenerativer Erzeugung führt zum Preisverfall. Zeitweise Richtung Null €/MWh. Der mittlere Preis pro MWh liegt bei 35 €. Die Konventionellen fahren soweit –  bis 20 GW – herunter, wie es wegen der Netzstabilität möglich ist. Ab 14:00 Uhr aber zieht auch die konventionelle Erzeugung wieder an. Zum Nachmittag/Vorabend/Abend lässt sich gut Geld verdienen. So auch heute. Zwar auf niedrigem Niveau. Doch das reicht. Der Handelstag. Heute nimmt Deutschland 6,71 Mio € ein.

Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr. Die bisherigen Artikel der Kolumne Woher kommt der Strom? mit jeweils einer kurzen Inhaltserläuterung finden Sie hier.

Rüdiger Stobbe betreibt seit über fünf Jahren den Politikblog www.mediagnose.de.




IKEK-14: Die Vorträge als ladbare pdf-Datei – Assunção Araújo, Svensmark, Zharkova

Maria Assunção Araújo 2021 13 nov Maria Araujo

Henrik Svensmark Gera2021

Valentina Zharkova zharkova_gera_nov2021_v3a

Zur Internetseite von Prof. Zharkova, mit zahlreichen Erklärungen zur solaren Aktivität

Hinweis (Mit Dank an Leser Strasser):

EIKE verwendet ein „Wordpress“ Template zur Erstellung der Seite. In diesem Template ist voreingestellt, daß pdf-Dokumente nicht als anklickbarer Link dargestellt werden, sondern direkt als Inhalt erscheinen.

Um das zu ändern, müßte man das entsprechende Tag kennen und es individuell für diese eine Seite manuell ändern. Vermutlich müßte man das „class-Tag“ von „pdfemb-viewer“ auf etwas anderes umstellen oder ganz weglassen. Dazu ist eine Ferndiagnose ungeeignet, man müßte das Gesamtkonzept der Seitenarchitektur kennen inkl. aller style sheets.

Daher Linkadresse im Quelltext kopieren und direkt aufrufen.

Einzelne Vortrags-Seiten lassen sich mit „rechte Maustaste – speichern“ herunterladen.




James Taylor: „Glasgow war ein CO2-Superspreading-Event“ (JF-TV Direkt)

James Taylor ist Präsident des Heartland-Instituts, einer konservativen Denkfabrik aus den Vereinigten Staaten, die insbesondere mit ihrem kritischen Blick auf die globale Klimaagenda von sich reden machte. In diversen Medien wird dem Institut unterstellt, Lobbysismus für Unternehmen des Energiesektors zu betreiben. Behauptungen, die Taylor amüsiert zurückweist, schließlich stammen sie vornehmlich von jenen Nichtregierungsorganisationen im linken und grünen Spektrum, die über finanzielle Mittel verfügen, von denen auch Heartland nur träumen kann.

Von deren tatsächlichem Lobbyismus machte sich Taylor jüngst ein eigenes Bild, nämlich bei der UN-Klimakonferenz in Glasgow. Warum Taylor selbige als „CO2-Superspreading-Event“ bezeichnet, welche Heucheleien führender Politiker er dort noch beobachtete und wieso er trotz der finanziellen Übermacht von Umwelt-NGOs überzeugt ist, daß sich am Ende Wahrheit und Wissenschaft durchsetzen werden, schildert er im Gespräch mit JF-TV. Dies ist das letzte Video aus der Reihe JF-TV Direkt von der EIKE-Konferenz in Gera.




Verbieten, verbieten, verbieten: „Klima-Leugner“ treffen sich – Grüne demonstrieren

von Holger Douglas

Den Grünen und anderen Klimapanikern reicht es nicht, andere Meinungen zu verteufeln. Andersdenkende sollen sich auch nicht mehr treffen dürfen. So wurde zuletzt ein Hotel in Gera, das Teilnehmer einer Fachtagung zu Klima und Energie beherbergte, beschworen.

„Der menschengemachte Klimawandel ist als physikalische Tatsache anzusehen.“

Sogar die Hotelkette, die EIKE bisher beherbergt hatte, sei zuletzt von einer weiteren Zusammenarbeit zurückgetreten.

„Einen vergleichbaren Schritt würden wir auch Ihrerseits für mutig und angemessen erachten.“

So versuchten BUND Gera, Die Grünen, Gera sowie ein paar andere einschlägige grüne Gruppen in einem „offenen Brief“ zu erpressen. Adressat: Die „sehr geehrte Hotelleitung“ des Hotels in Gera, in dem Teilnehmer der wissenschaftlichen Fachtagung des Vereins Europäisches Institut für Klima und Energie (EIKE) untergebracht waren.

„Klima“ steht bekanntlich weit oben in der Agenda von Veranstaltungen. Nach Glasgow flogen gerade wenigstens 40.000 Menschen aus aller Welt und zerstörten mit ziemlicher Sicherheit die diesjährige Klimabilanz der „Menschheit“, so wie allein die US-Regierungsflieger, die Biden und – in einem eigenen Jet – Nancy Pelosi und Gefolge heranflogen. Die landeten in Edinburgh, die riesige Autokolonnen fuhren von da aus dann eine Stunde nach Glasgow.

Diese Großveranstaltung war CO2-technisch offenbar in Ordnung. Hier ging es nicht darum, darüber zu diskutieren, ob das alles so stimmt mit dem CO2, der angeblich dramatischen Weltklimaerwärmung und der kommenden Katastrophe. Es sind bisher nur Theorien, wissenschaftliche Arbeit setzt genau hier an, um sie zu erhärten – oder zu widerlegen.

Sogenannte „Klimaschützer“ fliegen von weither ein, um möglichst viel Geld abzuzapfen und den großen Geldregen in die eigenen Kassen zu lenken. 2015 wurde bekanntlich bei dem Weltklimagipfel in Paris ein Etat in Höhe von 100 Milliarden Dollar beschlossen. Jährlich! Die sollen die Industrieländer blechen, und die „armen“ Entwicklungsländer sollen sie bekommen, weil die ja auch unter der Klimakatastrophe am meisten zu leiden hätten. Der Unsinnsbegriff „Klimagerechtigkeit“ muss als Begründung herhalten, macht aber schon vor der Frage halt, wie „gerecht“ es ist, dass nur die Industrieländer Autos, Flugzeuge und die moderne Medizin entwickelt haben – deutlich energieintensiver als eine Suppe zu kochen.

Von solchen Großveranstaltungen und gigantischen Summen kann der kleine, auf Spenden angewiesene Verein EIKE nur träumen. Dennoch veranstaltet er regelmäßig Fachtagungen mit hochrangigen Wissenschaftlern aus aller Welt, sogar von namhaften Universitäten wie Princeton und MIT. Wie jetzt in Gera. Trotz Protesten von Grünen, von denen 150 vor der Halle demonstrierten.

EIKE ist eine der wenigen Gegenstimmen, die kritisch zu hinterfragen versucht, was als einhellige Meinung „aller“ Wissenschaftler verkauft wird und damit „Ende der Diskussion“ suggerieren will. Es gibt kaum mehr vernehmbare Gegenstimmen. Kritiker werden verdammt, Universitäten und wissenschaftliche Institute sind auf Linie getrimmt, der Wissenschaftler, der Kritik an der herrschenden Klimaideologie wagt, wird kaltgestellt, bekommt kein Geld für Forschungsarbeiten mehr. Der ideologiefreie Diskurs, der Zweifel, das Vergleichen von Daten – diese Fundamente wissenschaftlichen Arbeitens sind hinweggefegt worden. Eingenistet hat sich das Narrativ: CO2 ist böse und muß weg.

Wegen einer mit Computermodellen prognostizierten Erhöhung der Welttemperatur sollen Wirtschaft, Industrie und Wohlstand zerstört werden. Wie wacklig die Annahmen sind, zeigte der Corona-Lockdown. Dieses einmalige Großexperiment nahm gewissermassen den „Ausstieg“ vorweg: Weniger Flugverkehr, weniger Autofahren und weniger menschliche Aktivitäten sind kaum möglich. Dennoch hatte der dadurch gesunkene CO2-Ausstoß keinen Einfluss auf den CO2-Gehalt in der Atmosphäre, wie die Weltmeteorologie-Organisation WMO meldete.

Stattdessen kommt die Forderung, Gas, Öl und Kohle sollen nicht mehr gefördert werden. Der Klimagipfel „einigte“ sich darauf, dass Kohle nicht mehr verwendet werden soll. Die Abkehr von einem der wichtigsten Energieträger würde die Welt in Energiearmut führen, gefolgt von wirtschaftlicher Katastrophe. Die Rechnung würden zuerst genau die Entwicklungsländer mit höheren Lebensmittelpreisen und daraus folgenden Hungersnöten bezahlen. Diesen Ländern ist das klar, deswegen setzte Indien eine Abschwächung durch.

Eine notwendige Gegenposition nimmt in Deutschland EIKE ein. Immerhin zitiert das IPCC in seinem jüngsten Bericht eine Arbeit von EIKE – hinten, dort wo die wissenschaftlichen harten Fakten oft in munterem Kontrast zum vorderen Teil stehen, der für Öffentlichkeit und Politik die gewünschten Parolen zusammenfaßt.

EIKE-Vizepräsident Michael Limburg über den 2007 auch von ihm mit gegründeten Verein:

„Was heute daraus geworden ist, hätte ich mir aus zwei Gründen nicht träumen lassen: Erst einmal, dass es überhaupt nötig ist, überhaupt noch darüber zu reden, dass das zum großen Teil alles falsch ist. Das hätte ich mir nie träumen lassen. Eine aufgeklärte Wissenschaftsnation Deutschland glaubt diesen Schwachsinn jeden Tag aufs Neue, zumindest in der veröffentlichten Meinung, aber auch in weiten Teilen der Bevölkerung.“

Zum Zweiten überrasche ihn, wie lange diese Auseinandersetzungen anhalten und wie weitgehend die Forderungen umgesetzt werden sollen – bis hin zur Zerstörung eines Industrielandes.

Muß man dazu erzählen, dass sich das Hauptexportland China bis 2030 den Status als Entwicklungsland ausbedungen hat und deswegen alles tun und lassen kann, was es will?

„Mehr Wunsch als Wirklichkeit“ hieß der Vortrag von Fritz Vahrenholt. Er zählte die Fakten auf, daß in Deutschland früher 100 GW an Kraftwerksleistung installiert waren. Nach der Abschaltung von zahlreichen Kraftwerken sind es derzeit nur 90 GW. Wenn Kernkraftwerke abgeschaltet sind, dann gibt es nur noch 83 GW. Dann sollen die Kohlekraftwerke dran sein. Deutschland benötige jedoch 80 GW.

„Noch sind das theoretische Zahlen, in der Praxis ist Deutschland noch etwas entfernt von irgendeiner Beeinträchtigung. Die kommt erst mit den ersten tatsächlichen Blackouts“, meinte Vahrenholt.

Und das Klima? Das verlaufe in sehr zyklischen Schwankungen, trug Physikprofessor Horst-Joachim Lüdecke vor.

„Etwa alle 1.000 Jahre kommt ein Wechsel. Genau hat das noch niemand verstanden. Die Sonne ist der bestimmende Faktor.“

Die Kaltzeiten auf der Erde waren immer länger als die Warmzeiten. Lüdecke erinnerte an die Kleine Eiszeit, in der die Ostsee zugefroren war. Mißernten, Hungersnöte und Seuchen waren die Folge.

Doch kritisch, sehr kritisch ist es um eine Wissenschaft bestellt, in der Beobachtungen und Daten nicht mehr von verschiedenen Seiten her untersucht werden sollen. Fundamentaler Furienwahn hat bereits dazu geführt, dass Schul- und Lehrbücher umgeschrieben, Lehrpläne auf Klimapanik getrimmt wurden, und es außer „Klimarettung“ nichts Wichtiges mehr gibt. Fast scheint es, als ob das CO2-Narrativ kaum mehr aus der Welt zu schaffen ist. Klimaneusprech dringt durch alle Poren und Ritzen.

Allerdings berichtete James Taylor vom Heartland Institute, der über die Klimapolitik unter Präsident Biden referierte, daß in Amerika Menschen zunehmend nicht mehr den Angst machenden Klimawarnern glaube. Dort finde gerade eine Abkehr vom wahren Klimaglauben statt. Kein Wunder, dass sich viele Länder in Glasgow beeilten, so viel Gelder wie möglich abzugreifen. Mit dem Geldregen könnte es bald vorbei sein – spätestens, wenn die Kassen leer sind.

Zuerst erschienen bei Tichys Einblick