Fragen zum Klimawandel (2): Klimawissen – kurz&bündig

EIKE erklärt in neun Fragen die Grundbegriffe zu Klima, Klimawandel und Klimaforschung (Teil 2).
Dieses Video basiert auf der EIKE-Broschüre „9 Fragen zum Klimawandel“ von Horst-Joachim Lüdecke. Hier können Sie sie bestellen




Indonesien vor über 40 Jahren – ein Vorbild für das kommende desindustrialisierte Deutschland

So sieht anbieter-gerechte Stromproduktion aus!

EIKE-Leser sind die besten Reporter und Autoren. Vor kurzem flatterte nach einem interessanten Telefongespräch in unserem Büro (das es tatsächlich gibt) mit einem Leser und Konferenzbesucher wieder einmal ein journalistisches Juwel ins elektronische Postfach, das die Realität in schwach industrialisierten Ländern, wie die DACH-Länder vielleicht bald sein werden, lebhaft beschreibt.

von Michael Müller-Larrey

In den siebziger Jahren war ich für eine namhafte deutsche Reederei für fünf Jahre in Jakarta tätig. Ich lebte mit meiner Frau in einem Reihenhaus und hatte maximal 2.000 Watt für Strom für das gesamte Haus zur Verfügung. Da mußte man immer überlegen, ob beim Laufen von einer der drei Klimaanlagen, noch ein Toaster, oder ein Bügeleisen zusätzlich eingeschaltet werden konnten, da sonst sofort die Sicherung rausflog, von denen man immer ausreichende Mengen als Ersatz vorrätig haben mußte. Das Netz hatte 110 Volt, so daß man für alle Geräte, die man aus Deutschland mitgebracht hatte, einen Transformator brauchte, um auf 220 Volt zu kommen. Strom-Spannung war auch nicht so stabil, wie wir es hier in Deutschland als selbstverständlich gewohnt sind. Viele Geräte überlebten die schwankenden Stromspannung nicht und gingen kaputt.

Es war durchaus üblich, die Haussicherung zu überbrücken, womit dann die nächste größere Sicherung bei der Stromzufuhr in Anspruch genommen wurde, die bei Überlastung eben auch die Stromzufuhr unterbrach. Viele arme Menschen, die gar keine eigene Stromversorgung in Ihren Hütten hatten und sich Strom auch nicht leisten konnten, zapften auch gerne Ober-Stromleitungen illegal an, so daß man das immer auf eigenem Gelände kontrollieren mußte, um nicht den Strom für diese Menschen mitzubezahlen, denn Strom war selbst damals schon ein beträchtlicher Kostenfaktor, jedenfalls teurer als damals in Deutschland. Es reduzierte dann natürlich auch die verbleibende Wattzahl für einen selber.

Es passierte eigentlich fast täglich, daß Strom ausfiel, am Tag war es ja nicht so dramatisch, aber im Dunkeln schon (am Äquator ist Tag und Nacht ganzjährig gleich mit je zwölf Stunden), oder wenn es mehrere Stunden dauert, oder sogar Tage. In der ersten Nacht kann man wegen fehlender Klimaanlage nicht schlafen, in der zweiten ist man zwar schon todmüde, aber ohne Klimaanlage gelingt Schlafen kaum, erst ab der dritten Nacht ist man so erschöpft, daß man trotzdem schläft.

So ab dem zweiten Tag ohne Strom mußte man Vorsorge für den Inhalt von Kühlschränken und insbesondere Tiefkühltruhen treffen, d.h. man rief Freunde in anderen Stadtteilen an und wenn die Strom hatten, brachte man die verderblichen Lebensmittel zu Ihnen, sofern der Platz in deren Kühlschränken ausreichte.

In unserem Haus waren wir relativ autark von Strom. Wir hatten einen eigenen Brunnen und einen Wasserturm mit Wasserfässern, in die mit einer Handpumpe das Wasser hochgepumpt werden konnte und somit Wasserversorgung im Haus auch ohne Strom funktionierte. Dusche war dann zwar nicht richtig warm, aber bei knapp 30 Grad Durchschnittstemperatur war das nicht weiter schlimm. Auch Licht gab es mit Karbonit-Lampen, die sehr hell waren und damals und wohl auch noch heute, Licht an jeden Ort in Indonesien brachten und bezahlbar waren, jedenfalls günstiger als Licht mit Strom.

Im letzten Jahr meines Indonesien-Aufenthaltes wurde mir ein eigener Dieselgenerator genehmigt, weil ein Kind unterwegs war. Dafür wurde im Garten ein Bunker aus Beton errichtet, hauptsächlich als Schalldämpfer. Es hat einige Zeit gebraucht, bis wir unseren indonesischen Nachtwächter soweit geschult hatten, daß er allein den Generator mit Handkurbel, wie früher bei Autos, starten konnte und damit sogar 5.000 Watt Strom erzeugen konnten, also mehr, als mit städtischer Stromversorgung. Da zwischen Stromausfall in der Nacht und Einsetzen des Generators doch immer mindestens 15 Minuten vergingen, wachte man immer auf, da das Geräusch der Klimaanlage fehlte, dafür trotz Bunker aber das Geräusch des Generators später.

Strom wurde überall in Indonesien mit großen Dieselgeneratoren erzeugt, was sicher auch ein gutes Geschäft für Siemens und ähnliche Firmen war und ist, auch für die Reederei, für die ich tätig war. Da Indonesien über große eigene Ölvorkommen verfügt, konnte Strom kostengünstig auf diese Art erzeugt werden, heute wohl auch mit Gaskraftwerken. Aber es gab kein gutes Verbundnetz, das einspringen konnte, wenn ein Teil ausfiel. Ich hoffe , daß diese jetzt besser in Indonesien ist, als zu meiner ersten Zeit vor fast 50 Jahren.

1995 bis 1996 war ich erneut in Jakarta stationiert, lebte aber in einem anderen Stadtteil, wo Strom nicht mehr so häufig ausfiel wie vor 20 Jahren, es aber immer noch vorkam. Allerdings war die Notstromversorgung sehr gut in dem Haus organisiert, so daß ich kaum etwas von Stromausfällen mitbekam, da der Generator automatisch ansprang, wenn Strom ausfiel.

Wenn man über Europa mit dem Flugzeug bei Nacht fliegt, kann man sehr gut unsere große Lichtversorgung in Städten, oder ganzen Gebieten, wie im Ruhrgebiet, erkennen. In Indonesien ist das ganz anders, man erkennt nur den Kern der großen Städte, sonst ist es fast überall dunkel, obwohl inzwischen wohl über 250 Millionen Menschen in Indonesien wohnen.

ARG:

Europäische Forscher warnen häufig von „Lichtverschmutzung“, da ganz Europa und die US-Küsten nachts hell sind. Die Amsel wurde so von einem scheuen Waldvogel zu einem Kulturfolger. Na und? Die Menschen am Rand von Dschakarta hätten wohl gern etwas mehr Lichtverschmutzung bei sich im Viertel….




Die Klimaschau von Sebastian Lüning: Der Jetstream ist gar nicht so verrückt wie lange angenommen

Die Klimaschau informiert über Neuigkeiten aus den Klimawissenschaften und von der Energiewende. Themen der 73. Ausgabe vom 24. Oktober 2021:
0:00 Begrüßung
0:21 Mit dem Privatjet gegen den Klimawandel
2:00 Plastik aus CO2
4:04 Der ganz normale Jetstream

Die Klimaschau unterstützen können Sie hier: http://klimaschau.tv/spenden.htm

Thematisch sortiertes Beitrags-Verzeichnis aller Klimaschau-Ausgaben: http://klimaschau.tv




Deutsche Denunziationen und Vorurteile – der „Volksverpetzer“-Blog und Matthias Quent arbeiten sich an EIKE ab

von Vera Lengsfeld

Der unsägliche Blog „Volksverpetzer“ hat in einem Gastbeitrag des freien Journalisten Erik Klügling versucht einen Schlag gegen EIKE zu landen, den Pionieren der kritischen Begleitung der aktuell immer verrückter werdenden Klima- und Energiepolitik in Deutschland. Zentraler Baustein ist ein ausführliches Interview von Erik Klügling mit Prof. Dr. Matthias Quent – Matthias Quent ist den Leserinnen und Lesern dieses Blogs waghrscheinlich ein Begriff, da ich mit ihm ständig Auseinandersetzungen habe, seit ich sein Buch „Deutschland rechts außen“ rezensiert und auf zahllose Fehler hingewiesen habe.

Ich möchte diese Analyse deshalb auf vor allem auf das Interview und seine beiden unsäglichen Kernspins beschränken.

Exzessive Nutzung der Kampf- und Agitationsvokabel „Leugnung“

Prof. Dr. Matthias Quent, Direktor des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft in Jena wird bei seinem beruflichen Werdegang (u.a. Studium der Soziologie, Politikwissenschaft und Neuere Geschichte) es sicherlich nicht zurückweisen, wenn man ihm ausgewiesene Expertise im Bereich politische Kommunikation und Framing bescheinigen würde. Fundierteren Hintergrund in klima- und energiewissenschaftlich-technischen Fragen hat er nicht, reklamiert er aber auch nicht. Umso verwunderlicher ist für  mich seine aggressive Nutzung des völlig unwissenschaftlichen „Leugnungs“-Frames bei seinen Auslassungen zu EIKE. Laut Matthias Quent (0:31) existiert gar eine „“Klimawandelleugner-Szene“ für die EIKE Argumente liefert.

Ist Prof. Quent sich nicht bewusst, was er hier tut? Schwer vorzustellen. Ist Prof. Quent nicht klar, dass „Leugnung“ ein kryptoreligiöser, denunziatorischer Begriff ist, der in Wissenschaft, insbesondere aber in Naturwissenschaft absolut nichts verloren hat?

Ein Wissenschaftler, insbesondere ein Naturwissenschaftler, aber erst recht kein Ingenieur kann wissenschaftliche oder technische Fakten „leugnen“ und sollte dies auch niemals tun, denn wenn er oder sie dies täte und dies nachgewiesen werden würde (und der Witz an Wissenschaft ist ja gerade die Überprüfung von Aussagen, Modellen und Schlussfolgerungen), dann wäre seine beruflich Reputation erledigt. „Leugnung“ ist eine Anklage aus dem Arsenal der spanischen Inquisition und der Nachweis der Leugnung bringt den Ketzer auf den Scheiterhaufen. Oder um einen im Physik Journal, der Mitgliederzeitschrift der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, veröffentlichten Leserbrief zu zitieren: „Klimaleugnung“ ist eine „ideologische Kampf- und Agitationsvokabel“ die nicht zur Beschreibung des Wirkens anderer Wissenschaftler verwendet werden darf.

Ein „Leugnung“ von echten wissenschaftlichen Fakten ist nicht möglich – dies sollte auch Politologen Quent klar sein.

„Die Erde bewegt sich um die Sonne“, „der Kontinentaldrift hat existiert und die Gestalt der momentanen Erdoberfläche massiv gestaltet“, „Kernspaltung und radioaktive Strahlung folgen den Gesetzen der Kernphysik“, „Strom kann man nicht im Netz speichern“, „die Leistung jeder Windkraftanlage geht mit dritten Potenz der Windgeschwindigkeit und ist bei Flaute null“, „Kernkraftwerke haben einen deutlich höheren Erntefaktor und einen ganz deutlich geringeren Grundflächenbedarf als allen anderen momentanen verfügbaren Energieanlagen, insbesondere aber im Vergleich zu Solar und Wind“ oder auch „Klima hat sich im Laufe der Erdgeschichte deutlich gewandelt, Triebkräfte dieser Veränderungen manifestiert in z.B. Temperatur oder CO2-Konzentrationsänderungen müssen mangels Vorhandensein von anthropogenen (menschlichen) Einflüssen als „natürliche“ Triebkräfte angesehen werden“ usw. usw.

All dies sind naturwissenschaftlich-technische Fakten, die niemand mit heutiger Wissens- und Publikationslage leugnet oder leugnen kann, weder EIKE noch Quent. Trotzdem waren diese Aussagen zu manchem Punkten (hier appelliere ich an den auch historisch ausgebildeten Quent) politisch „umstritten“ oder wurden zumindest im politischen Diskurs versehentlich oder absichtlich falsch oder verzerrt dargestellt. Übrigens im Falle des Kontinentaldrifts von Seiten der etablierten Wissenschaft mit großer Vehemenz gegen dem vermeintlich nicht kompetenten Querkopf Alfred Wegner (mit bekanntem Ausgang für die damals dominierende Geologen-Welt-Elite).

All dies kann Quent wissen – trotzdem nutzt er die unsägliche „Leugnungs“-Vokabel gegen EIKE und damit indirekt gegen z.B. Prof. Dr. Joachim Lüdecke, Physiker und Strömungsmechaniker, der unter dem Label EIKE das Buch „Kernenergie: Der Weg in die Zukunft“ zusammen mit Götz Ruprecht veröffentlicht hat und dessen Buch „Energie und Klima. Chancen, Risiken, Mythen.“ zu einem der vielen wichtigen Werke gehört, die die komplexe Energie- und Klimawissenschaft und die sich daraus ergebenden Handlungsoptionen oder – notwendigkeiten (aber eben auch die Fallstricke und Fehlkonzepte) jenseits des IPCC-Apparats und seiner Berichte intensiv beleuchten. Weshalb Prof. Lüdecke gern als kritischer Experte in z.B. Anhörungen von Fachausschüssen von Landtagen geladen wurde. Wenn Quent sich mit klimawissenschaftlicher Fachliteratur beschäftigen würde, dann könnte er bestätigen, dass es sich auch um die auf den EIKE-Seiten aufgelisteten Publikationsreferenzen nicht etwa um „Fakes“ der „Klimawandel-Lügen Lobby“ (Zitate aus Überschrift des „Volksverpetzer“-Stücks) handelt, sondern um Fakten, die niemand „leugnen“ kann (u.a. dafür gibt es den Apparat der Fachliteraturveröffentlichungen, dass kein politischer oder wissenschaftlicher Apparatschik behaupten kann, es hätte ja niemand widersprechende Erkenntnisse gehabt). Nur zur Klarstellung, da man hier gern missverstanden wird: Ich meine den Fakt, dass die Veröffentlichungen in den Fachzeitschriften existieren und nicht etwa den Inhalt dieser oder anderer der tausenden Fachpublikationen zum Thema. Deshalb ist auch davon auszugehen, dass die Nutzung des „Leugnungs“- Frames durch Quent nicht etwa eine Ungenauigkeit, sondern klare Absicht war – verstärkt wird dieser Eindruck durch die weitere aggressive Negativvokabeln: „vermeintliche Sachverständige“ (2:49), eingeladen um „sozusagen eine Desinformationspolitik im Interesse der äußersten Rechten zu tun“ (2:56) oder auch schlicht die Bezeichnung als „Pseudo-Institut“ (1:28) (die Quellen unten enthalten den Link zum vollständigen Interview).

Halten wir also fest: Ein zentrales Charakteristikum der Quentschen Attacke auf EIKE ist die Nutzung des unsäglichen und unwissenschaftlichen „Leugnungs“-Frames.

Sind das etwa Geschlechts- und Altersvorurteile?

Aber es kommt noch dicker: Quents Karriere ist ja eng verbunden mit der Amadeo Antonio Stiftung, welche die Trägerschaft über das Institut hält, das Quent als Direktor leitet. Die Amadeo Antonio Stiftung verfolgt gemäß Eigenbeschreibung das Ziel der Stärkung einer demokratischen Zivilgesellschaft, die sich konsequent gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus wendet.

Fällt es nur mir auf, dass Quent in seinem Beitrag für den „Volksverpetzer“ über EIKE mehrfach betont, dass EIKE von älteren Männern geprägt wird? Zitat Quent (ab 2:24) „da werden Sprecher:innen von EIKE, vor allem Sprecher, vor allem ältere Sprecher als Referenten bei Anhörungen etwa in Ausschüssen in den Parlamenten gehört“ und noch mal kommt der Punkt ab 7:09 (hier geht es um z.B. Einladungen zu Talkshows) „man kann sagen, aber unsere Expertinnen und Experten, wobei sie nicht viele Expertinnen haben, vor allem sind es ältere Männer aus dem EIKE-Netzwerk, die bekommen ja gar keine Öffentlichkeit“ – der Einschub in der Wiedergabe war im Gegensatz zum Rest des Satzes keine Quentsche Parapharsierung der Strategie der von ihm analysierten Netzwerke, sondern eine Klarstellung von Quent zu eben jener Paraphrasierung.

Warum betone ich diese Punkt so? Ganz einfach: Das Themenfeld von EIKE ist Klima und Energie – und ähnlich wie es keine Leugnung wissenschafltich-technischer Fakten gibt, existiert auch kein Genderblick auf technische Fakten oder naturwissenschaftliche Gesetze. Die Auswahl von Fachleuten für eine Anhörung und insbesondere die Bewertung der dort vorgetragenen Einschätzungen sollte deshalb die Genderfrage vollkommen zurückstellen – wer dies nicht tut handelt nicht nur unprofessionell, sondern bewegt sich in Mustern, die von der Amadeo Antonie Stiftung zu Recht bekämpft und angeprangert werden.

Die Neutralität gegenüber Geschlecht (oder auch Herkunft, soziale Stellung) gilt in der Wissenschaft doppelt. Vielleicht hat  Quent ja mal vom Standardverfahren der wissenschaftlichen Begutachtung von u.a. Publikationsentwürfen gehört, den double-blind peer review? Die Doppelverblindung soll sicherstellen, dass eine fachliche Analyse eben nicht durch z.B. rassistische oder sexistische Vorurteile oder auch nur Arroganzen getrübt wird. In Arbeit und der Auseinandersetzung geht es in Naturwissenschaft und Technik ausschließlich um die Stärke der Argumente, der Daten und Modelle. Und eben nicht darum, wer hat etwas gesagt?, oder aus welcher Motivlage?, oder von wem eingeladen?, oder von wem stammten die Gelder für die Forschung?, also genau die Punkte, die Quent in seiner Analyse so wichtig zu sein scheinen.

Aber Quent bringt ja nicht nur das Geschlecht von Fachleuten ins Spiel (hat Prof. Quent eine Vorstellung, wie es um den Frauenanteil im z.B. deutschen Physikstudium bestellt war und oft leider immer noch ist?), sondern der immer noch junge Professor (m) bringt auch das Alter ins Spiel – aber gerade in Naturwissenschaften und Technik ist doch Alter in der Regel synonym mit Berufserfahrung! Legt Matthias Quent einem Physiker, wie Prof. Lüdecke oder einem Ingenieur, wie Michael Limburg tatsächlich ihre jahrzehntelange Berufserfahrung negativ aus?

Oder ist es doch so, dass Prof. Dr. Matthias Quent mit dem Frame „älteren Männer“ bewusst auf billigste und im Umfeld eines Amadeu-Antonio-Stiftung-geschulten Politologen auch unzulässige Weise Vorurteile bedient und schürt?

Noch mal zum Mitschreiben, Herr Professor: Naturwissenschaftlich-technische Erkenntnis ist indifferent zu Geschlecht, Alter, Ethnizität, Herkunft oder politische Überzeugungen desjenigen, der sie erbringt. Und noch weniger geht es in der Wissenschaft um Glaubensstärke, Bekenntnisse oder gar Gott behüte die inquisitorische Demaskierung von angeblicher Leugnung oder vermeintlichem Zweifeln.

Die Kombination seiner klerikalen „Leugnungs“-Weltsicht, und sei sie auch nur primär kommunikationstaktisch eingesetzt und der für mich deutlich durchschimmernden alters- und geschlechtsdiskriminierenden Denkungsart gibt mir sehr zu denken. Dass das Ganze offen eingesetzt von einem Profi, dem Direktor eines Instituts einer einflussreichen Stiftung auf einer sagen wir mal vorsichtig sehr einseitigen Plattform, wie dem „Volksverpetzer“-Blog, macht es natürlich nicht besser, sondern leider schlimmer.

Quellen:

Volksverpetzer-Blog-Eintrag:

Das Fake-Klimainstitut EIKE & die AfD: Die Klimawandel-Lügen Lobby – Volksverpetzer

Erik Klügling

Interview mit Matthias Quent

IDZ Jena: Matthias Quent (idz-jena.de)

Publikationsliste von Prof. Dr. Horst Lüdecke, inklusive der Arbeiten und Bücher zum Themenbereich Energie und Klima

Zuerst erschienen bei Vera Lengsfeld




Der Energiebedarf will einfach nicht sinken

von Albrecht Künstle

– Guter Rat ist billig, jedenfalls der einiger Journalisten

– Weshalb gegen den Zuwachs nicht anzukämpfen ist

Alle überschlagen sich geradezu in Sachen „Klima“. Die Parteien überbieten sich, Gesetze wurden auf den Weg gebracht und weitere sind in der Pipeline. Milliardenschwere Klimaschutzprogramme wurden aufgelegt. Die Kommunen stellen Klimabeauftragte ein, es bedarf Geldbewilliger, Geldverteiler, Handwerker die das alles realisieren, Kontrolleure einschließlich der Finanzbeamten, die für die „richtige“ Verwendung der Mittel sorgen, und alle Maßnahmen werden „evaluiert“. Neben der Legislative und Exekutive lässt sich auch die Judikative nicht lumpen, „Umweltsünder“ werden härter bestraft als Gewaltverbrecher.

Die Hausbesitzer nahmen viel Geld in die Hand – eigenes und steuerfinanziertes– und steckten es in energetische Maßnahmen, insbesondere die Gebäudeisolierung. Aber es half anscheinend nicht viel. Ob es anders wird, wenn die Wohnungen verstaatlicht sind? Die Berliner wollen es jedenfalls wissen.

Dämmung alleine reicht nicht“, titelte meine Regionalzeitung – „trotz aller Wärmesanierungen von Wohngebäuden geht der Heizungsverbrauch in Deutschland nicht zurück“.

Stimmt, vom Jahr 2000 bis 2010 ging der Heizenergieverbrauch noch zurück. Seither stagniert der Verbrauch pro Quadratmeter und steigt absolut. Jener eigentlich beschlagene Artikelschreiber zerbrach sich den Kopf, ob die Schlafzimmer zu warm seien oder ob die Leute „gedankenverloren zum Fenster hinaus heizen“. Und schließt seinen Artikel damit,

Es gibt Untersuchungen, wonach viele Menschen sparsamer heizen, wenn sie die Abrechnung während der Heizperiode bekommen und nicht im Sommer“.

Frage: Sollen denn Vermieter Erzieher spielen, die Rückzahlungen im Sommer vornehmen und die Nachzahlungen erst im Winter erheben damit es weh tut? Hier eine andere Erklärung für das Problem:

Die Bevölkerung wuchs (anders als das deutsche Volk) um drei Millionen in den letzten zehn Jahren, um 3,5 Prozent. Für diesen Zuwachs wurden im gleichen Zeitraum immerhin zwei Millionen neue Wohnungen (!) gebaut, meist an die 200 000 im Jahr, aber auch einmal 300 000. Dieser Zuwachs an Wohnungen von 4,6 Prozent liegt sogar über dem Bevölkerungswachstum. Die Wohnfläche nahm sogar 5,6 Prozent zu, weil es mehr Singlehaushalte gibt. Trotzdem fehlen Wohnungen – was nicht besser wird bei weiterer Zuwanderung. Auch die Wohnfläche pro Kopf hat zugenommen, aber „nur“ um zwei Prozent und beträgt jetzt 47 m² pro Kopf. Nehmen wir einmal an, die Merkelgäste wohnen zum Eingewöhnen auf nur der Hälfte dieser Fläche, wenn sie nicht mehr in Gemeinschaftsunterkünften leben, dann ergibt sich folgende Rechnung:

Je „Neubürger“ müssen dann immerhin 56 m³ Wohnraum zusätzlich beheizt werden. Vielleicht brauchen die es auch etwas wärmer als unsereins, sie kommen ja aus dem wärmeren Süden. Drei Millionen zusätzliche Bewohner x 56 m³ ergibt 168 000 000 m³ zusätzlich zu beheizender Wohnraum! Das entspricht bei einem gedachten Quadratmeter Grundfläche der Säule mit einer Höhe der halben Entfernung bis zum Mond. Und da wundern sich welche, dass der Heizungsverbrauch mit seinem CO2-Ausstoß nicht sinken will. Auch wenn die Häuser statt 16 cm dicker Isolierung mit 20 cm eingepackt würden, kann das energetisch den Zubau infolge der Zuwanderung nicht ausgleichen. Aber solche Rechnung erfolgen von unseren Politikern vielleicht über den Daumen, von den Grünen wohl überhaupt nicht. Sonst würden sie nicht hemmungslos weitere Zuwanderung wünschen.

Es geht aber auch um Wasser, besonders warmes Wasser. Im Schnitt wurde in Deutschland schon vor fünf Jahren täglich rund 123 Liter/Person Trink- und Warmwasser im Haushalt verbraucht. Weitere 3.900 Liter Wasser pro Tag wurden für die Herstellung von Lebensmitteln, Bekleidung und anderen Bedarfsgütern verwendet, darunter für die Bewässerung von Obst, Gemüse und Getreide. Drei Millionen Menschen mehr brauchen somit täglich zwölf Millionen Kubikmeter Wasser. Die Förderung und Aufbereitung des Wassers benötigt ebenfalls Energie.

Auch der Neubau hunderttausender Wohnungen jährlich ist energieintensiv. Insbesondere mit Beton, aber auch mit anderen Baustoffen. Ebenso ist die Herstellung des aufwändigen Isoliermaterials energieintensiv. Viel Energieverbrauch emittiert viel CO2. Und Kohlendioxyd sei Klimagas und dieses schuld am Weltuntergang. Was aus Sicht der FFF-Generation auf das Konto ihrer Eltern gehe, nicht jedoch auf ihr eigenes und das ihrer neuen bunten Freunde.

Hat schon einmal jemand errechnet, wie viele Windräder und Quadratkilometer Photovoltaik erforderlich sind, um eine Million mehr Menschen zu beherbergen und zu versorgen? Ach ja, dafür sollen jetzt zwei Prozent von Deutschlands Fläche abgezweigt werden. Aber wo sollen dann die Zuwanderer wohnen, die immer mehr werden? Die Landwirtschaftsflächen werden für deren Ernährung gebraucht. Aber es gibt Schlaumeier, die auch dafür eine Lösung parat haben: Wir bräuchten angeblich ausländische Fachkräfte bis hin zu Wissenschaftlern, die für uns tätig werden sollen und alles besser können als wir Einheimische. Womit sich der Teufelskreis schließt.

Auf einem Gebiet ist ihnen zuzustimmen. Wir bräuchten mehr Journalisten von außen, die nicht an der typisch deutschen Blickverengung leiden wie eingangs erwähnt, und die meinen, dass ein sparsameres Heizverhalten der Leute eine Lösung sein könnte. Müssen wir nun etwa für die Merkelgäste frieren, damit der Mehrbedarf an Energieverbrauch kompensiert wird?

Dieser Artikel erscheint auch auf der Webseite des Autors

Zum gleichen Problem bereits erschienen auf Künstle’s Sicht: Migration, ein ökologischer Fußabdruck für Deutschland und Europa (die-andere-sicht.de)