Autoritäre entdecken Klimaschutz: „Tagesschau“ klärt über Nutznießer auf

von AR Göhring

Daß der Klimaschutz nur dem Abbau der bürgerlichen Freiheit und der Finanzierung von Interessensgruppen dient, ist dem geneigten EIKE-Leser klar. Nun berichtet auch der SWR, daß das Thema zumindest außerhalb der westlichen Länder als Hebel von autoritären Regimen genutzt werde.

Rußland, Brasilien, Saudi-Arabien und die Türkei nennt das Blatt als Beispiel von autoritär regierten Ländern, deren Regierungen sich schon vor der COP in Glasgow erstaunlich eindeutig zum Schutz des Klimas bekannten. In diesen Ländern gibt es aber keine oder kaum steuerlich durchfinanzierte NGOs oder mächtige öko-linke Parteien wie in den westlichen Ländern – warum machen die Politiker es also? Erdogan in Ankara hat wirtschaftliche Probleme und simuliert daher ökologische Kooperation, um sich bei Geldgebern lieb Kind zu machen. Da Klimaschutz nach den Erfahrungen in Deutschland aber die Energiepreise für Industrie und Bürger explodieren läßt und die heimische Wirtschaft teilweise zerstört, stuft sich die Türkei selbst als Entwicklungsland ein, die leider, leider nicht wirklich etwas von dem machen kann, was gefordert wird.

Ähnlich verfährt der eigentlich kapitalistische Jair Bolsonaro aus Brasilien, der es mit dem Klima wahrscheinlich ähnlich hält wie Trump („a hoax to make money“). Es gibt internationale Öko-Portfolios wie den Amazonas-Fonds, der von Klimaschutz-Ländern wie Deutschland und Norwegen finanziert wurde, jetzt aber vorerst nicht mehr.

Sogar Wladimir Putin, der öffentlich Zweifel an der Industrie-Treibhausgastheorie äußerte, will sein Land bis 2060 klimaneutral machen. Kunststück, da Notfallersatzkraftwerke für den Ausfall der Versorgung bei Dunkelflaute russisches Gas brauchen, und da Rußland auf neuartige Kernkraftkonzepte setzt.

China übrigens ist in Glasgow nicht mit Regierungsleuten vertreten, weil es der größte CO2-Emittent der Welt ist und bleiben wird, weil das Riesenreich neben Kernkraft voll auf Kohle setzt. Präsident Xi würde sich in Glasgow wohl nur Kritik anhören müssen, was er aber nicht nötig hat, weil das Land de facto stärkste Wirtschaftsmacht des Planeten ist.

Dem kritischen Leser des Beitrages stellt sich die Frage, ob nicht auch NGOs, Medienagglomerate und nicht zuletzt Regierungen des Westens ebenfalls Vorteile von der rigorosen Klimaschutzpolitik haben, die nicht in Zusammenhang mit Klimaschutz steht – genau diese Frage stellt die Tagesschau, hier: der SWR, aber nicht. Man erfährt also wie so häufig nur die eine Hälfte der Wahrheit – die andere gibt’s zum Beispiel bei uns!

 




Die Temperaturen im Oktober und die Klimakonferenz COP26 in Glasgow

von Fritz Vahrenholt

Es gibt auch positive Überraschungen in Glasgow. So etwa die Mitteilung des Global Carbon projects, dass die CO2-Emissionen seit zehn Jahren stagnieren. Trotzdem werden die weltweiten CO2-Emissionen bis 2030 ansteigen.

Zunächst aber wie immer zur Temperaturkurve.

http://www.drroyspencer.com/latest-global-temperatures/

Die Abweichung der globalen Mitteltemperatur der satellitengestützten Messungen vom Durchschnitt der Jahre 1991-2020 stieg im Oktober 2021 auf 0,37 Grad Celsius. Die sich entwickelnde La Niña hat sich noch nicht bemerkbar gemacht. Der mittlerer Temperaturanstieg der letzten 40 Jahre betrug 0,14 Grad Celsius pro Jahrzehnt.

COP 26 in Glasgow : Deutschlands historische Schuld?

In dem illustren Polittheater in Glasgow, bei dem viele Staatenlenker fehlten, dafür aber Leonardo diCaprio und Jeff Bezos angeflogen waren, kamen die schrillsten Stimmen wieder einmal von Greta Thunberg und Luisa Neubauer vom Reemtsma-Clan. Zur geforderten CO2-Emissionminderung lieferte die Schwedin den Beitrag :

„Deutschland hat eine große Verantwortung und eine historische Schuld“.

Der eigentliche Skandal ist aber, dass die ebenfalls in Glasgow anwesende Bundesumweltministerin Svenja Schultze, diese Masslosigkeit nicht in die Schranken gewiesen hat. Summiert man die CO2-Emissionen der letzten 50 Jahre ( das vorher ausgestossene CO2 befindet sich zum größten Teil nicht mehr in der Atmosphäre) so stellt man fest: die USA liegen mit 261 Milliarden t vorn, gefolgt von China mit 226 Milliarden, Russland 89,7, gefolgt von Japan und Indien. Dann folgt Deutschland mit 47,7 Milliarden t, die allerdings auch die hohen Emissionen der DDR, des Staates mit den wohl höchsten pro Kopf Emissionen weltweit mitumfassen. Wäre es zuviel von einer deutschen Bundesministerin verlangt, daraufhinzuweisen, dass in den letzten 40 Jahren kaum ein anderes Land einen größeren Beitrag zur Emissionsminderung geleistet hat als Deutschland mit minus 40 % gegenüber 1990 ? Sollten wir auf diese Leistung nicht mit Stolz verweisen dürfen ?

Während die Emissionen in 2021 gegenüber 2019 in den USA und Europa leicht sinken, nehmen sie in China dramatisch zu. Wie das Global carbon project in Glasgow bekanntgab, hat China in 2021 mit einem Anstieg von 5,5 % seiner Emissionen auf 11,1 Milliarden Tonnen nunmehr 31 % der Emissionen der Welt auf sich vereint.

Das Global carbon project stellt fest :

„Der weltweite Anstieg der fossilen CO2-Emissionen ist vor allem auf die Zunahme des Kohleverbrauchs im Strom- und Industriesektor in China zurückzuführen.“

Nur Greta Thunberg sieht in Deutschland einen der größten Klima-Schurken.

Der Staatschef des Hauptverursachers des CO2-Wachstums ist nicht in Glasgow

Xi Jinping, chinesicher Staatschef, lässt sich wie viele andere Staatschefs in Glasgow nicht blicken. Immer offensichtlicher wird, dass die Strategie Chinas, die CO2-Minderung zur Sache des Westens zu erklären , nicht aufgeht. Bislang hatte China die Chuzpe, als grösste Exportnation der Erde in der Verkleidung eines Entwicklungslandes immer größere Forderungen zur CO2-Senkung an die die westlichen Länder USA, Europa, Kanada oder Australien zu richten. Das Kalkül wurde nicht von jedem durchschaut. Jede grüne Strategie, die die Wettbewerbssituation westlicher Industriebetriebe oder Automobilfirmen durch zusätzliche CO2– Kosten erschwert, war recht, um das Ziel zu erreichen, 2050 die führende Weltmacht zu werden („Zeit und Momentum sind auf unserer Seite„, Xi Jinping, zitiert nach Theo Sommer).

Doch zunächst hat China ein Eigentor geschossen. Die Forderungen Australiens nach einer erneuten unabhängigen Untersuchung der Ursachen der COVID-19 Quelle in Wuhan, beantwortete China mit einem Boykott australischer Waren. Diese lieferten aber nicht nur Wein, sondern vor allen Dingen Kohle nach China. Zum Zeitpunkt des Boykotts warteten 70 Kohleschiffe vor der chinesischen Küste, um abgefertigt zu werden. Sie mussten über einen längeren Zeitraum weltweit umdirigiert werden. Seitdem fehlt China etwa 5 % des Kohleeinsatzes, was sich nach der schnellen Erholung der Industrie in China als unüberbrückbare Lücke herausstellte. Schliesslich musste China sogar Kohle aus den verhassten USA importieren. 153 bereits stillgelegte alte Kohleminen wurden wieder in Gang gesetzt, um 220 Millionen t zusätzliche Kohle pro Jahr zu produzieren. Das ist nahezu das Doppelte dessen, was Deutschland noch verbrennt. Man importiert sogar Kohle aus Nordkorea unter Verstoß gegen UN-Sanktionen.

In der Hälfte des Landes ist Strom rationiert. Produktionen, die für den Export bestimmt sind, werden stillgelegt, wie die Magnesiumproduktion. In vielen Städten werden die Aufzüge in Hochhäusern erst vom 7. Stock aufwärts betrieben. Chinas Schicksal steht und fällt bis auf Weiteres mit der Kohlenutzung.

Vor diesem Hintergund ist die Positionskorrektur Chinas in Glasgow bemerkenswert. Xie Zhenhua, Pekings Chef-Verhandler, erklärte , das 1,5 Grad Ziel sei für viele Nationen zu schwierig einzuhalten. Damit meint er wohl vor allen Dingen sein eigenes Land, das jede dritte Tonne CO2 der Welt emittiert. China versucht sich erneut hinter anderen Entwicklungsländern zu verstecken. Wörtlich Xie Zhenhua:

“ Falls wir uns allein auf 1,5 Grad Celsius fokussieren, zerstören wir den Konsens und viele Länder würden die Wiederaufnahme der Verhandlungen verlangen“.

Damit ist das Paris-Abkommen gemeint. Und um alle Zweifel zu beseitigen :

“ China hätte schon bereits die größtmöglichen Anstrengungen gegen den Klimawandel unternommen.“

Was wie eine petitesse aussieht – 1,5 Grad oder 2 Grad -, ist in den ( aus meiner Sicht fehlerhaften) Berechnungen des IPCC ein Unterschied von nahezu 1000 Milliarden t CO2 noch zusätzlich zulässiger Emissionen. Es bleibt also dabei, China wird seine CO2-Emissionen bis 2030 bis auf 14 Milliarden t CO2 ansteigen lassen. Und hat jemand wirklich geglaubt, dass die in diesem Jahrzehnt gebauten Kohlekraftwerke in 30 Jahren wieder abgebaut werden?

Schaufensterreden aus USA und Europa

Präsident Biden, der in Glasgow vollmundig erklärte, „bis Ende 2022 aus der Finanzierung fossiler Energien im Ausland auszusteigen“, hatte gerade eine Woche zuvor beim G20-Gipfel in Rom die Ölförderländer aufgefordert mehr fossille Energien zu fördern, um den Bedarf zu decken und weiter steigende Energiepreise in den USA zu vermeiden.

Auch Bundesumweltministerin Svenja Schulze („Wir werden 2045 klimaneutral, das sind fünf Jahre früher als die EU“) verheimlichte den Delegierten in Glasgow die Tatsache, dass selbst die rot-grün-gelben Koalitionsverhandler in Berlin mittlerweile einräumen müssen, dass ohne ein massives Bauprogramm von Gaskraftwerken die Stromversorgung in Deutschland nicht aufrecht erhalten werden kann. Um den grünen Schein zu wahren, wird der Zusatz bemüht, dass diese Gaskraftwerke Wasserstoff-ready sein sollen. Das ist aber heute noch illusorisch, denn solche Kraftwerke, die mit reinem Wasserstoff betrieben werden, gibt es noch gar nicht. SIEMENS erklärt, dass sie das Ziel haben, 100 %ige Wasserstoffkraftwerke in 2030 entwickelt zu haben. Zudem stellt sich die Frage, wie dieser Wasserstoff produziert werden wird. Solllte das durch Windkraft passieren, müsste wegen der Verluste auf dem Weg : Windenergie zu Wasserstoff zu Strom viermal soviel Windstrom produziert werden. Für 100 Terawattstunden wären das allein etwa die Vierfache Kapazität der heute im Land stehenden Windkraftanlagen.

Aber auch der Gastgeber Boris Johnson („Es ist eine Minute vor Mitternacht auf der Weltuntergangs-Uhr“), blamierte sich. Da während der Konferenz die Stromerzeugung aus Wind stark abfiel, mussten am 3. November zwei eingemottete Kohlekraftwerke von Drax wieder hochgefahren werden, um die Stromversorgung auch in Glasgow zu retten. Drax liess sich das mit dem exorbitanten Strompreis von 4.000 Pfund pro Megawattstunde bezahlen.

Sensationelle Neubewertung : Die CO2-Emissionen stagnieren seit zehn Jahren – Ozeane und Pflanzen nehmen immer mehr CO2 auf

Die in Glasgow vorgestellten Zahlen des Global Carbon projects zeigen noch eine weitere interessante Entwicklung auf, die den Berichterstattern der deutschen Medien keine Zeile wert war. Wie die folgende Grafik zeigt, sind die CO2-Emissionen seit 2010 etwa gleichbleibend ( grau : Emissionen durch fossile Brennstoffe und gelb : Emissionen durch Änderung der Landnutzung z. B. Waldrodung). Der Grund hierfür ist eine sensationelle Neueinschätzung des Global carbon projects, wonach die CO2-Emissionen durch Landnutzungsänderung im Unterschied zu den bisherigen Schätzungen nicht zugenommen, sondern um etwa 4 % pro Jahr seit 2000 abgenommen haben. Durch den Rückgang der Landnutzungsänderungen und Waldrodungen ist der leichte Anstieg der fossilen CO2 – Emissionen ausgeglichen worden.

Da aber die Ozeane ungebrochen immer mehr CO2 aufnehmen ( dunkelblau, in 2021 etwa 10,6 Milliarden t CO2) und die Pflanzenaufnahme ebenso ansteigt (grün, auf nunmehr 12,1 Milliarden t CO2), sinkt der Verbleib in der Luft. Der jährliche Anstieg ging von 2,5 ppm (2019) über 2,3 ppm (2020) auf 2,0 ppm (2021 geschätzt) zurück. Sicherlich hat in den letzten drei Jahren auch der globale Temperaturrückgang diese Entwicklung begünstigt.

Warum ist diese Momentaufnahme wichtig ? Weil dies erneut bestätigt, dass die Aufnahme der Pflanzen und der Ozeane hauptsächlich von der Konzentration des CO2 in der Luft abhängt. Während also die globalen Emissionen seit 2019 nahezu konstant geblieben sind, nimmt die Aufnahme von Ozeanen und Pflanzen zu, weil trotz gleichbleibender Emissionen die Konzentrationen in der Luft um die oben genannten 2 bis 2,5 ppm pro Jahr angestiegen sind. Obwohl ich das schon oft in diesem newsletter erwähnt habe, wiederhole ich das noch einmal : Würden die Emissionen in grau und gelb halbiert werden, würde der Zuwachs in der Atmosphäre gestoppt. Die hellblaue Fläche in der Grafik würde verschwinden. Es ist eben leider grundfalsch, was das Bundesverfassungsgericht der Politik vorgegeben hat, wonach das CO2 für nahezu immer in der Luft verbleiben würde und man daher eine Nullemission für Deutschland in den nächsten zwei Jahrzehnten festgelegt hat. Siehe hierzu ausführliche Kritik in Vahrenholt/Lüning, „Unanfechtbar – der Beschluss des Bundesverfassungsgerichts zum Klimaschutz im Faktencheck“.




Manipulation, Desinformation, Panikmache: Mythos Klimakatastrophe Teil 2, von JF-TV

Ist der Klimawandel wirklich schuld am Hochwasser, das sich diesen Sommer in Teilen Westdeutschlands ereignete? Nehmen Extremwetterereignisse tatsächlich zu, wie Medien unter Berufung auf den neuesten IPCC-Bericht behaupten? Welche Rolle spielt das CO2 in der Erdatmosphäre? Erhitzt sich die Atmosphäre wirklich bei Verdoppelung der Konzentration in der Luft – oder gibt es – sogar nach den Werken von Rahmstorf und Schellnhuber – eine Sättigung, die bereits fast erreicht ist, da die hauptsächlich umgewandelten Wellen um 15.000 Nanometer Länge in der Menge begrenzt sind?

Wie glaubwürdig sind jene Klimamodelle, die einen dramatischen Temperaturanstieg fürs 21. Jahrhundert projizieren? Und gibt es wirklich „Kipppunkte“ im Klimasystem der Erde?

Kurzum: Stehen wir tatsächlich vor einer Klimakatastrophe? Und wenn nicht, was sind die Motive derer, die das behaupten? JF-TV interviewte dazu EIKE-Wissenschaftler wie Michael Limburg, Horst Lüdecke, Klaus Puls und unsere Referenten Sebastian Lüning und Stefan Kröpelin.




Hirschhausen sieht „an ganz vielen Standorten“ das Waldsterben

von AR Göhring

Kennen Sie alverde, das Kundenmagazin einer Drogeriekette? Dort hat Klimaschützer und ARD-Erklärbär Eckart von Hirschhausen eine Kolumne.

Die Kundenmagazine von Drogerien und Supermarktketten sollen eigentlich nur die Produkte durch (pseudo-)journalistische Artikel und etwas Regenbogen-Hofberichterstattung anpreisen. Alverde von dm ist wie ähnliche Hefte klar auf die weibliche Kundschaft zugeschnitten – Schminktipps und Gesundheitsberatung sind dort Standard.

Zusätzlich machen aber seit Jahren auch ARD/ZDF-Quantitätsjournalisten und Politiker PR für ihre Weltsicht oder ihre TV-Sendung. In der aktuellen Ausgabe wird Mai Leiendecker, offiziell Mai-Thi Nguyen-Kim (gesprochen Ngüjenkim), die Klimaalarm-Videos für „Quarks“ drehte, als große Schwester und Weltchemikerin vorgestellt. Die Interviewerin fragt meist nur nach persönlichen Belanglosigkeiten, in die aber geschickt gender- und coronapolitische Elemente eingestreut sind – PR-Fachleute nennen das „Framing“, also „Rahmensetzung“, mit der eine Ideologie huckepack mit unverdächtigen Themen in die Berichterstattung transportiert wird.

Der Geschäftsführungschef der Drogeriekette ist deutlich ehrlicher und schreibt ein Editorial („In welcher Welt wollen wir leben?“), in dem er versichert, daß das Unternehmen nachhaltige und vermehrt klimaschützende Produkte verkaufe. Aber schaut jemand darauf, ob auf der Hautcreme oder dem Duschgel „klimaneutral“ steht? Die Kernwählergruppe der Grünen, junge Frauen, wohlhabend und gebildet, in Metropolen, tut das sicher.

Das Thema Klimaschutz wird im aktuellen Heft erstaunlich penetrant präsentiert. Nach dem Editorial kommt eine Politologie-Doktorin vom Potsdam-Institut für Klimaforschungsfolgen PIK zu Wort, und in seiner persönlichen Kolumne der unvermeidliche Eckart von Hirschhausen, der ähnlich wie Luisa „Langstrecke“ Neubauer 2019 das Klimathema für sich entdeckte und bei „Scientists for Future“ mitmischt.
Im aktuellen Artikel behauptet er, „Die Landschaft verändert sich“, womit er aber nicht die Verschandelung und Zerstörung der Natur durch riesige Industriewindrad-Parks meint, sondern das Phänomen der absterbenden Bäume, von dem 80% des deutschen Bestandes betroffen seien. Woran er das Sterben erkennen kann, sagt er nicht (herabhängende Äste einer Trauerweide?), meint aber, daß die Baumschäden bei Menschen „Seelenschmerz“, lateinisch Solastalgie, auslösten. Ich würde eher von einer Zwangs- oder Angsterkrankung infolge dauernder Panikmache sprechen.
Als weitere Elemente der Veränderung nennt Hirschhausen Mais-Monokulturen und den Braunkohletagebau im Hambacher Forst. Daß er nichts von Waldzerstörung durch Windradbau im Reinhards-Märchenwald bei Ffm und den zahlreichen Energiepflanzen-Monokulturen weiß, halte ich für sehr unwahrscheinlich. Er erwähnt diese echten Gefahren für Mensch und Natur einfach nur nicht, weil es politisch, heißt: finanziell, ungünstig wäre.
Man stelle sich vor, der um die Natur besorgte Arzt würde auch die umweltschädlichen E-Autos und verteuerbaren Energien kritisieren – was würde dann passieren? Man kann es an Richard David Precht studieren, der als TV-Philosoph seit zehn Jahren Liebling der Massenmedien ist, aber nun in einem Podcast mit Lanz Kritisches zur Coronapolitik zu sagen wußte, weil ihn die Covid-Impfung persönlich schwer krank machte. Erste Reaktion des Spiegel:

Wer ist Dr. Wirrkopf und wenn ja, wie viele wirklich?
Eine Abrechnung von Marco Evers
Der Talkshow-Dauergast und Bestsellerautor Precht ist intellektuell abgestürzt und schwadroniert nun beim Coronathema auf »Querdenker«-Niveau. Weil viele Menschen ihn für klug halten, ist das eine Gefahr.

(Ich dachte, wir bei EIKE seien zuzeiten schon ganz schön böse, aber bei Evers können wir nicht mithalten.)

Würde ein „Scientist for future“ ähnliches wagen, wären ihm „Abrechnungen“ der gezeigten Art sicher. Was glauben Sie, lieber Leser, welche Formulierung würde Redaktör Evers wählen, um einen klimakritischen Vorstoß von Hirschhausen oder einem anderen prominenten Kollegen zu canceln? Schreiben Sie es in die Kommentare!




Woher kommt der Strom? Wind stark – Preis fällt

von Rüdiger Stobbe

Dieser Sachverhalt berührt die deutschen Windmüller gleichwohl nicht. Sie erhalten den in der EEG-Umlage festgelegten Preis für die erzeugte MWh Strom in jedem Fall. In der 42. Analysewoche war die Windstromerzeugung so stark, dass an zwei Tagen jeweils fast eine Terawattstunde (TWh) erzeugt wurde. Das ist in diesem Jahr Rekord. Die Rückseite der Medaille: Das Wetter war sehr stürmisch, es war einfach schlecht. Solch ein Wetter wünscht sich der Bürger bei allem Willen, den „Klimauntergang“ abzuwenden, auch nicht unbedingt. Es mussten wegen des Sturms bestimmt etliche Windräder „aus dem Wind“ gedreht werden, damit sie nicht zerstört werden. Natürlich wird den Betreibern der Strom, der deshalb nicht geerntet werden konnte, bezahlt. Genau wie der Strom, der wegen mangelnder Netzkapazität nicht erzeugt werden kann. Im Jahr 2020 waren es zusammen genommen sechs TWh von 600 TWh Gesamtstromerzeugung in Deutschland, die nicht erzeugt werden konnten und deshalb als „Geisterstrom“ vergütet wurden. 1% der gesamten deutschen Stromerzeugung ist sicher nicht die Menge, die sich der Bürger vorstellt, wenn von Stromüberschüssen, die wegen mangelnder Netzverfügbarkeit und schlechtem Wetter nicht erzeugt werden können („Kohle- und Atomstrom verstopfen das Netz“, so ahnungslose Klimawender), die Rede ist.

Keine regenerativen Stromüberschüsse

Stromüberschüsse, die aus zu viel regenerativ erzeugtem Strom resultieren, gibt es ohnehin nicht, hat es noch nie gegeben. Es ist immer die konventionelle Stromerzeugung, die den, wenn auch ab und zu starken, dennoch niemals ausreichenden regenerativ erzeugten Strom mindestens bis hin zum Bedarf ergänzen muss. So auch diese Woche (Abbildung). Die Konventionellen schafften es insgesamt gut, ihren Strom der regenerativen Erzeugung anzupassen (Abbildung 1). Das Preisniveau sinkt zwar: Verschenkt werden muss der erzeugte Strom aber praktisch nicht (Abbildung 2). Immer wieder muss in bestimmten Regionen, zu bestimmten Zeiten auch Strom importiert werden. Vor allem Dänemark (Ertrag 33,38 Mio € für Windstrom) und Polen (Ertrag 10,61 Mio € für Kohlestrom) nutzen die Gelegenheiten, Strom nach Deutschland zu exportieren und, siehe oben, satte Gewinne einzufahren. Insgesamt aber besteht ein deutscher Exportüberschuss, der in der 42. KW bei einem mittleren Preis von 123,21€/MWh unter dem Strich gut 81 Mio € einbringt (Abbildung 3).

Die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts und der daraus generierte Chart liegen unter Abbildung 4 ab. Es handelt sich um Werte der Nettostromerzeugung, den „Strom, der aus der Steckdose“ kommt, wie auf der Website der Energy-Charts ganz unten ausführlich erläutert wird. Der höchst empfehlenswerte virtuelle Energiewende-Rechner (Wie viele Windkraft- und PV-Anlagen braucht es, um Kohle- und/oder Kernkraftstrom zu ersetzen? Zumindest im Jahresdurchschnitt.) ist unter Abbildung 5 zu finden. Ebenso wie der bewährte Energierechner.

Die Charts mit den Jahres- und Wochenexportzahlen liegen unter Abbildung 6 ab. Abbildung 7 beinhaltet die Charts, welche eine angenommene Verdoppelung und Verdreifachung der Wind- und Solarstromversorgung visualisieren. Bitte unbedingt anschauen. Vor allem die Verdoppelung. Abbildung 8 weist auf einen Artikel hin, der sich mit dem Klimaschutz-Sofortprogramm der Grünen befasst, welches durchgesetzt werden soll, wenn die Partei Regierungsmitglied wird. Abbildung 9 zeigt einen Vortrag von Professor Brasseur von der TU Graz. Der Mann folgt nicht der Wissenschaft. Er betreibt Wissenschaft.

Beachten Sie bitte unbedingt die Stromdateninfo-Tagesvergleiche ab 2016 in den Tagesanalysen. Dort finden Sie die Belege für die im Analyse-Text angegebenen Durchschnittswerte und vieles mehr. Der Vergleich beinhaltet einen Schatz an Erkenntnismöglichkeiten. Überhaupt ist das Analysetool stromdaten.info ein sehr mächtiges Instrument, welches nochmals erweitert wurde:

  • Produktion als Anteil der installierten Leistung
  • Anteil der erneuerbaren und konventionellen Erzeugung am Bedarf
  • Niedrigster, höchster und mittlerer Strompreis im ausgewählten Zeitraum

sind Bestandteil der Tools „Stromerzeugung und Bedarf“ sowie „Zeitraumanalyse“. Schauen Sie mal rein und analysieren Sie mit wenigen Klicks. Die Ergebnisse sind sehr erhellend.

Abbildung 10 bietet wichtige Informationen in Sachen ´Senkung der EEG-Umlage` und die Dreistigkeit, wie der Bürger in Sachen Strompreis hinter´s Licht geführt wird. Peter Hager stellt den Sachverhalt in angemessener Kürze dar.

Tagesanalysen

Montag, 18.10.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 36,36 Prozent, davon Windstrom 17,79 Prozent, PV-Strom 8,34 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,23 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Der Wochenbeginn ist noch wenig überraschend. Recht wenig regenerative Stromerzeugung mit zwei Stromlücken, die zu Wochenhöchstpreisen geschlossen werden müssen. Die Konventionellen nehmen die hohen Preise gerne mit. Der Stromkunde zahlt. Der Handelstag. Der Verdienst der europäischen Stromexporteure nach Deutschland kann hier berechnet werden.

Dienstag, 19.10.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 47,36 Prozentdavon Windstrom 34,75 Prozent, PV-Strom 3,49 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 9,13 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

PV-Strom nimmt ab, Windstrom legt zu. Tendenz weiter steigend. Keine Lücken mehr. Die Konventionellen führen gut nach. Es entstehen keine großen Stromüberschüsse. Mit gut 92€/MWh liegt der niedrigste Preis noch immer über EEG-Niveau. Per Saldo exportiert Deutschland Strom. Der Verdienst der europäischen Stromexporteure nach Deutschland kann hier berechnet werden.

Mittwoch, 20.10.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 70,19 Prozentdavon Windstrom 56,05 Prozent, PV-Strom 5,74 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 8,39 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Wusch, die Windstromerzeugung zieht über Nacht massiv an. Für zwei Stunden fällt der Preis auf fast 0€/MWh. Dann aber beruhigt sich die Preisfront und das bisherige, hohe Niveau wird wieder erreicht. Die Konventionellen führen optimal nach und verdienen somit gutes Geld. Die Windmüller und PV-Strom-Ernter sowieso. Der Handelstag.  Der Verdienst der europäischen Stromexporteure nach Deutschland kann hier berechnet werden.

Donnerstag, 21.10.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 71,15 Prozentdavon Windstrom 57,42 Prozent, PV-Strom 5,42 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 8,31 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Ein weiterer regenerativ starker Tag. Auf über 62% beläuft sich der Anteil der regenerativen Stromerzeugung. Warum nicht mehr? Weil der Bedarf an einem Werktag  hoch ist. An einem Sonntag läge der prozentuale Anteil sicherlich viel höher. Heute schaffen es die Konventionellen nicht, optimal nachzuführen. Der höhere Stromüberschuss führt zu einem Preisverfall. Da freut sich der Stromkunde? Nicht wirklich. Denn der mittlere Preis der 42. Analysewoche Woche liegt immer noch bei 110,78€/MWh. 2020 waren es für den gleichen Zeitraum 35,83€/MWh. Der Handelstag. Der Verdienst der europäischen Stromexporteure nach Deutschland kann hier berechnet werden.

Freitag, 22.10.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 68,93 Prozent, davon Windstrom 53,69 Prozent, PV-Strom 6,78 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 8,46 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Die regenerative Stromerzeugung hat für diese Woche ihren Höhepunkt überschritten. Trotz der guten Nachführung der Konventionellen entsteht ein leichter Stromüberschuss, der zu einem ´niedrigen` Preisniveau führt. Der Handelstag. Der Verdienst der europäischen Stromexporteure nach Deutschland kann hier berechnet werden.

Samstag, 23.10.2021: Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 42,28 Prozent, davon Windstrom 28,85 Prozent, PV-Strom 9,07 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,35 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Mit dem Einstieg in´ s Wochenende bricht die Windstromerzeugung ein. Es entsteht eine kleine Vorabend-Stromlücke. Insgesamt aber führen die Konventionellen gut nach. Die Preise steigen wieder.  Der Handelstag. Der Verdienst der europäischen Stromexporteure nach Deutschland kann hier berechnet werden.

Sonntag, 24.10.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 52,57 Prozent, davon Windstrom 28,4 Prozent, PV-Strom 13,68 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,49 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Die regenerative Erzeugung steigt heute etwas, bleibt aber auf eher niedrigem Niveau. Die Konventionellen führen insgesamt optimal nach. Die Vorabendlücke wird gefüllt. Hoher Ertrag fällt an und bleibt in Deutschland. Bei den Erzeugern. Nicht beim Stromkunden. Der muß immer zahlen. Das ist sein Schicksal. Der Handelstag.

Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr. Die bisherigen Artikel der Kolumne Woher kommt der Strom? mit jeweils einer kurzen Inhaltserläuterung finden Sie hier.

Rüdiger Stobbe betreibt seit über fünf Jahren den Politikblog www.mediagnose.de.