Die Klimaschau von Sebastian Lüning: Werden Privat-PKW bald aus Klimaschutzgründen ganz verboten?

Die Klimaschau informiert über Neuigkeiten aus den Klimawissenschaften und von der Energiewende. Themen der 78. Ausgabe vom 10. November 2021: 0:00 Begrüßung 0:22 Unabhängig mit selbst produziertem Strom 2:59 Visionen für die Ideal-Stadt der Zukunft 5:59 Überraschendes Grönlandeis

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Woher kommt der Strom? Bisher 9% weniger regenerative Stromerzeugung als 2020

Wobei die prozentuale Betrachtung nur dann richtig eingeordnet werden kann, wenn auch die absoluten Zahlen mit einbezogen werden. So war die Gesamtstromproduktion vom 1.1. bis zum 31.10.2021 um etwa 30 TWh höher als im gleichen Zeitraum 2020. Der CO2-Ausstoß, der durch Stromerzeugung verursacht wurde, lag um gut 30 Mio. Tonnen höher als im Jahr 2020. 184,4 TWh regenerative Stromerzeugung 2021 gegenüber 211,8 TWh im Jahr 2021 ist auch absolut gesehen ein erheblicher Zuwachs gegenüber 2020. Die 9% weniger regenerative Stromerzeugung beziehen sich allerdings auf den Bedarf, der 2021 mit 477,5 TWh gut 30 TWh größer war als im Jahr 2020. (Quelle aller erwähnten Werte)

Insbesondere das Frühjahr 2020 zeigte eindrucksvoll, was es bedeutet, die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aktivitäten eines Landes kräftig herunterzufahren. Wobei der Zeitraum vom 15.3.2020 bis 31.5.2020, der Zeit des ersten harten Lockdowns, in der Stromerzeugung lediglich ein Drittel CO2-Ersparnis brachte. Ob solche eine dann doch geringe Einsparung im Verhältnis zu den erheblichen Einschränkungen auf allen Ebenen tatsächlich zur Rettung des Klimas beigetragen hat, ist zumindest zweifelhaft. Ich erwähne das, weil der erste Lockdown eine feine Vorschau auf das künftige Leben in Deutschland bietet. Ein Leben, dass zwar vor allem die Menschen trifft, die nur wenig materielle Ressourcen und kaum bis keine Reserven besitzen. Doch auch für die anderen, die wohlhabenderen Bürger wird, wird das geplante Klimaregime alles andere als ein Zuckerschlecken. Und wofür das Ganze? Da wage ich keine Aussage. Das kann sich jeder selbst ausmalen. Dabei sollte aber bitte berücksichtigt werden, dass Australien, China, Indien, die USA und etwa 150 weitere Staaten eine Vereinbarung der COP 26 nicht unterzeichnen wollen, eine Vereinbarung, die den Kohleausstieg in den 2030-er Jahren vorsieht. Da wird es eng mit der Rettung der Welt bis 2050. Auch wenn Deutschland und Teile Europas alles daransetzen werden, die wirtschaftlichen Aktivitäten so weit herunterzufahren, die gesellschaftlichen Aktivitäten so weit einzuschränken, das nur noch so was wie ein Wohlstands-Torso übrigbleiben wird. Nutzen wird es nichts. Nachmachen (Vorbild Deutschland …) wird es sowieso niemand. Die meisten Staaten der Welt möchten mehr Wohlstand, nicht weniger. Deshalb ist es blauäugig zu glauben, diese Länder ließen sich mit ein paar Wind- und Solarparks abspeisen. Wobei Geld gerne genommen wird. Geld kann jedes Land, Geld können die herrschenden Schichten aller Länder immer gut brauchen. Zum Beispiel Südafrika. Da wird der Strom zu 90% fossil per Kohle hergestellt. Dennoch gibt es täglich angekündigte, gesteuerte Stromabschaltungen. Deutschland haut bei der COP26 mal eben 700 Mio. € raus, um Südafrika zu helfen, „grün“ zu werden. Das wird sicher nicht gelingen. Etliche Personen, Unternehmen und Institutionen werden gleichwohl richtig reich(er) werden. In Südafrika. In Deutschland hingegen verrotten Schulen, Straßen, in Deutschland verrottet die Infrastruktur. Ein Beispiel von vielen. Von vielem ´Klimagedöns`, welches ich kompletten Unfug nenne.

Die 43. Analysewoche (Abbildung) bot durchgängig kräftige Windstromerzeugung. PV-Strom fiel nur wenig an. Wie immer Richtung Winter. Die konventionellen Stromerzeuger (Abbildung 1) passten ihre Stromerzeugung der regenerativen ordentlich an. Es kam zu keinen Preisabstürzen oder gar negativen Strompreisen. Nur am Wochenende, als der Bedarf wie üblich nachließ, war zu viel Strom im Markt. Die Preise (Abbildung 2) sackten ab, hielten aber ein Niveau, mit dem alle Beteiligten leben konnten. Der mittlere Strompreis pro MWh lag in der 43. Woche bei 129,61 €.

Unter dem Strich nahm Deutschland gut 75 Mio. € für exportierten Strom ein. Schweden, Tschechien, Polen und vor allem Dänemark (Abbildung 3) hingegen exportierten nahezu durchgängig Strom nach Deutschland. Das kostete Deutschland, besser den Stromkunden gutes Geld. Ja, Sie sehen richtig, mit „kostete“ wird ein neues Analyse-Tool, mit dem die Im- und Exporte der einzelnen Länder einzeln oder kumuliert grafisch betrachtet werden können, aufgerufen. Sowohl die Kosten als auch die Energiemengen. Eine Strom-Über-, Unterproduktion Deutschlands, der Ex-, der Importbedarf ist ebenfalls graphisch darstellbar. Probieren Sie es aus. Die exakten Werte der einzelnen Länder pro Tag können Sie in den Tagesanalysen aufrufen. Dort wird zum Schluss ein entsprechender Link gesetzt. Die Ex- und Importwerte unserer Nachbarn für die komplette Woche analysieren Sie hier.

Die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts und der daraus generierte Chart liegen unter Abbildung 4 ab. Es handelt sich um Werte der Nettostromerzeugung, den „Strom, der aus der Steckdose“ kommt, wie auf der Website der Energy-Charts ganz unten ausführlich erläutert wird. Der höchst empfehlenswerte virtuelle Energiewende-Rechner (Wie viele Windkraft- und PV-Anlagen braucht es, um Kohle- und/oder Kernkraftstrom zu ersetzen? Zumindest im Jahresdurchschnitt.) ist unter Abbildung 5 zu finden. Ebenso wie der bewährte Energierechner.

Die Charts mit den Jahres- und Wochenexportzahlen liegen unter Abbildung 6 ab. Abbildung 7 beinhaltet die Charts, welche eine angenommene Verdopplung und Verdreifachung der Wind- und Solarstromversorgung visualisieren. Bitte unbedingt anschauen. Vor allem die Verdopplung. Abbildung 8 weist auf einen Artikel hin, der sich mit dem Klimaschutz-Sofortprogramm der Grünen befasst, welches durchgesetzt werden soll, wenn die Partei Regierungsmitglied wird. Abbildung 9 zeigt einen Vortrag von Professor Brasseur von der TU Graz. Der Mann folgt nicht der Wissenschaft. Er betreibt Wissenschaft.

Beachten Sie bitte unbedingt die Stromdateninfo-Tagesvergleiche ab 2016 in den Tagesanalysen. Dort finden Sie die Belege für die im Analyse-Text angegebenen Durchschnittswerte und vieles mehr. Der Vergleich beinhaltet einen Schatz an Erkenntnismöglichkeiten. Überhaupt ist das Analysetool stromdaten.info ein sehr mächtiges Instrument, welches nochmals erweitert wurde:

  • Strom-Import – Export: Die Charts
  • Produktion als Anteil der installierten Leistung
  • Anteil der erneuerbaren und konventionellen Erzeugung am Bedarf
  • Niedrigster, höchster und mittlerer Strompreis im ausgewählten Zeitraum

sind Bestandteil der Tools „Stromerzeugung und Bedarf„,  „Zeitraumanalyse“ sowie der Im- und Exportanalyse: Charts & Tabellen. Schauen Sie mal rein und analysieren Sie mit wenigen Klicks. Die Ergebnisse sind sehr erhellend.

Abbildung 10 bietet wichtige Informationen in Sachen „Senkung der EEG-Umlage“ und die Dreistigkeit, wie der Bürger in Sachen Strompreis hinters Licht geführt wird. Peter Hager stellt den Sachverhalt in angemessener Kürze dar.

Tagesanalysen

Montag, 25.10.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 42,55 Prozent, davon Windstrom 24,74 Prozent, PV-Strom 8,35 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 9,46 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Eine Vorabendlücke entstand, weil zum Ende der PV-Stromerzeugung die Windstromerzeugung einfach „nicht in die Pötte“ (nach Luisa Neubauer) kam. OK, der Wind, der Wind, das himmlische Kind macht sowieso, was es will. Am Montag wollte es halt nicht so richtig. Wie so oft.  Deshalb kaufte Deutschland Strom zum Wochenhöchstpreis. Die Konventionellen verdienten gut mit. Der Handelstag. Schauen Sie hier, wieviel Ertrag Schweden (auch Kernkraft), Tschechin (Kohle und Kernkraft), Polen (Kohlestrom) und Dänemark (Wind) heute mit ihrem Stromexport nach Deutschland erwirtschafteten.

Dienstag, 26.10.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 43,66 Prozentdavon Windstrom 34,10 Prozent, PV-Strom 5,38 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 9,32 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Heute wollte der Wind auch am Vorabend. Die Konventionellen stellten den Strom zumindest „auf Kante“ her. Deutschland exportierte unter dem Strich Strom. So wie jeden Tag der 43. Analysewoche. Das Preisniveau war „knackig“. Der mittlere Preis lag bei 178,02€/MWh. Schauen Sie hier, wieviel Ertrag Schweden (auch Kernkraft), Tschechin (Kohle und Kernkraft), Polen (Kohlestrom) und Dänemark (Wind) heute mit ihrem Stromexport nach Deutschland erwirtschafteten.

Mittwoch, 27.10.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 48,8 Prozentdavon Windstrom 56,05 Prozent, PV-Strom 5,74 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 8,39 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-ChartmatrixHier klicken.

Ruhige Windstromerzeugung, wenig PV-Strom. Die Konventionellen führten gut nach. Das Preisniveau ließ etwas nach. Der Handelstag. Schauen Sie hier, wieviel Ertrag Schweden (auch Kernkraft), Tschechin (Kohle und Kernkraft), Polen (Kohlestrom) und Dänemark (Wind) heute mit ihrem Stromexport nach Deutschland erwirtschafteten.

Donnerstag, 28.10.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 44,23 Prozentdavon Windstrom 26,21 Prozent, PV-Strom 8,44 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 9,58 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Heute noch mal zwei Strom-Versorgungslücken. Die Konventionellen wollen diese nicht schließen. Sie nehmen die Spitzenpreise gerne mit.  Der Handelstag. Schauen Sie hier, wieviel Ertrag Schweden (auch Kernkraft), Tschechien (Kohle und Kernkraft), Polen (Kohlestrom) und Dänemark (Wind) heute mit ihrem Stromexport nach Deutschland erwirtschafteten.

Freitag, 29.10.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 51,97 Prozent, davon Windstrom 34,47 Prozent, PV-Strom 7,79 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 9,42 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Die Windstromerzeugung ist recht kräftig. Eine Delle über Tag wird vom PV-Strom ausgeglichen. Die Konventionellen führen gut nach, erzeugen auf Kante. Der Kante des Strombedarfs. Das Preisniveau sinkt. Der mittlere Preis liegt nur noch bei gut 112 €/MWh. Dennoch wird weiter nach Deutschland Strom importiert: Schauen Sie hier, wieviel Ertrag Schweden (auch Kernkraft), Tschechien (Kohle und Kernkraft), Polen (Kohlestrom) und Dänemark (Wind) heute mit ihrem Stromexport nach Deutschland erwirtschafteten.

Samstag, 30.10.2021: Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 54,98 Prozent, davon Windstrom 38,75 Prozent, PV-Strom 5,93 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,31 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Wochenende, der Bedarf sinkt. Der prozentuale Anteil der regenerativen Stromerzeugung wächst. Die Konventionellen fahren zwar herunter. Dennoch bleibt zu viel Strom im Markt, der „günstig“ abgeben werden muss. Der mittlere Strompreis liegt bei knapp 85€/MWh. Da lohnen Stromexporte nach Deutschland immer noch: Schauen Sie hier, wieviel Ertrag diverse Länder immer noch erwirtschaften.

Sonntag, 31.10.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 61,62 Prozent, davon Windstrom 41,26 Prozent, PV-Strom 9,32 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,04 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Noch weniger Strombedarf. Ab Mittag, zum Abend, zur Nacht steigt die Windstromerzeugung stark an. Die Konventionellen fahren ihre Erzeugung nochmals herunter. Fast bis zum Netzstabilitätslimit 2o GW. Das Preisniveau fällt nochmals. Nur noch 61,13€/MWh werden im Tagesdurchschnitt fällig. Der Handelstag. Schauen Sie hier, wieviel Ertrag diverse Länder immer noch erwirtschaften.

 Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr. Die bisherigen Artikel der Kolumne Woher kommt der Strom? mit jeweils einer kurzen Inhaltserläuterung finden Sie hier.

Rüdiger Stobbe betreibt seit über fünf Jahren den Politikblog www.mediagnose.de.

 




Live-Streaming für die Konferenz, Tag 2




Die Klimaschau von Sebastian Lüning: Südpol mit kältestem Winterhalbjahr der gesamten Meßgeschichte

Die Klimaschau informiert über Neuigkeiten aus den Klimawissenschaften und von der Energiewende. Themen der 77. Ausgabe vom 7. November 2021:

0:00 Begrüßung 0:21 Windfarmen mit Windschutz-Wällen 2:22 Überwachung des persönlichen Kohlenstoff-Budgets 4:54 Neuer Kälte-Rekord in der Antarktis

Die Klimaschau unterstützen können Sie hier: http://klimaschau.tv/spenden.htm

Thematisch sortiertes Beitrags-Verzeichnis aller Klimaschau-Ausgaben: http://klimaschau.tv KORRIGENDUM: Aufzeichnungsbeginn an der Neumayerstation war bereits 1981, nicht erst 1985.

BILDLIZENZEN: Windkraft-Animation: https://physics.aps.org/articles/v14/112 Antarktis Hintergrundbild: Lyubomir Ivanov (https://commons.wikimedia.org/wiki/Fi…), „Presian-Ridge“, https://creativecommons.org/licenses/… Foto Amundsen-Scott-Station 1960er Jahre: U.S. Navy Seabee Museum (https://commons.wikimedia.org/wiki/Fi…), „South Pole Station in the 1960s“, https://creativecommons.org/licenses/… Foto Amundsen-Scott-Station heute: https://de.wikipedia.org/wiki/Amundse… Foto Neumayer III Station: Felix Riess (https://commons.wikimedia.org/wiki/Fi…), „Neumayer Station Antarctica 2009-12 5“, https://creativecommons.org/licenses/… Antarktis Basisiskarte: Alexrk2 (https://commons.wikimedia.org/wiki/Fi…), „Antarctica relief location map“, https://creativecommons.org/licenses/… Karte Seymour Island: Karte: NordNordWest, Lizenz: Creative Commons by-sa-3.0 de (https://commons.wikimedia.org/wiki/Fi…), „Antarctic Peninsula adm location map“, https://creativecommons.org/licenses/… Alle anderen ungekennzeichneten Bilder: Pixabay.com




Repression ersetzt die Debatte: Klimakongreß stößt massig CO2 aus, aber grüne Aktivisten jagen Kritiker

von Vera Lengsfeld

Glasgow hat gezeigt, wie verlogen die führenden Repräsentanten des Klimaschutzes sind. Bis zu 400 Privatjets waren im Einsatz, um die Einpeitscher der Großen Transformation, das heißt der Abschaffung unseres Lebensstandards, zur Weltklimakonferenz zu befördern. Wie viele der zahllosen Teilnehmer mit Linienfliegern angereist sind und wie viele Luxuslimousinen für den Transport der Klimaschützer in der Stadt bereit gestellt werden mussten, dafür liegen mir keine Informationen vor.

Ein Vergleich mit der Klimakonferenz in Kopenhagen 2009 ist vielleicht erhellend. Mehr als 15.000 Klimaretter aus aller Welt waren in die Dänische Hauptstadt gereist, hauptsächlich im Flugzeug, darunter 140 Privatjets, die zum Teil auf die Flughäfen anderer Städte ausgeflogen werden mussten, weil der Airport in Kopenhagen nicht genug Platz bot. Über 1200 Limousinen beförderten die Möchtegern-Weltbewahrer durch die Stadt, mehr als es in ganz Dänemark gab. Die fehlenden Luxuskarossen mussten aus Schweden und Deutschland angefahren werden. In nur sieben Tagen produzierten die Konferenzteilnehmer geschätzte 41.000t Kohlendioxid, mehr als 30 Länder an einem Tag ausstoßen. Schon das machte die Veranstaltung zur Farce.

Wie man sieht, hat sich die Zahl der Privatjets inzwischen beträchtlich erhöht. Wenn die anderen Daten noch erfasst werden, hört man wenigstens nichts davon. Ich wüsste gern, wie viel zusätzliches CO2 von den Konferenzteilnehmern diesmal erzeugt wurde.

Ein paar Tage nachdem in Glasgow Noch-Kanzlerin Merkel die grundstürzende Veränderung unserer Lebensweise als Notwendigkeit verkündet hat und dafür 14 Minuten Beifall bekommen haben soll, wurde bekannt, dass die von ihr eingesetzte EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen im Juni einen Privatjet benutzt hat, um die kurze Strecke von weniger als 50 km zwischen Wien und Bratislava zurückzulegen. Die Frau, die das Gesicht des so genannten „Green Deal“ der EU ist, denkt nicht daran, sich auch nur ansatzweise an die Regeln zu halten, die sie für die EU-Bürger implementieren will. Übrigens haben im Juni die begleitenden Journalisten offenbar keinerlei Anstoß an von der Leyens skandalösem Verhalten genommen. Die Sache kocht erst jetzt hoch, nachdem eine englische Zeitung darüber berichtete.

Klimaschutz ist zum Dogma geworden, das nicht mehr hinterfragt werden soll. Es trommelt nicht nur der Jet-Set für diese Ideologie, sondern viele kleine Gesinnungswächter wollen dafür sorgen, dass es keinen Widerspruch dazu gibt. Besonders natürlich die Grünen in allen Schattierungen. Statt sich lautstark dafür einzusetzen, dass die so genannte „Fortschrittskoalition“, die uns demnächst regieren will, die einfachste und billigste Klimaschutzmaßnahme, ein Tempolimit auf der Autobahn beschließt, greifen sie lieber diejenigen an, die als „Klimaleugner“ etikettiert werden. Das fällt um so leichter, als die grünen Porschefahrer somit auch künftig mit 200 Sachen für den Klimaschutz unterwegs sein können.

Ein besonderer Dorn im Auge der grünen Gesinnungswächter sind Initiativen, die sich kritisch mit der Theorie des menschengemachten Klimawandels auseinandersetzen. Für Thüringer Grüne ist besonders das in Jena beheimatete „Europäischen Institutes für Klima und Energie“ (EIKE) ein Dorn im Auge. Besagtes Institut möchte seine nächste „Internationale EIKE-Klima- und Energiekonferenz“ in Gera abhalten. Deshalb haben sich nun diverse grüne Gruppen, angeführt von den Grünen Gera, mit einem Offenen Brief an alle in Frage kommenden Hotels gewandt, um sie durch öffentlichen Druck zu bewegen, die Konferenz nicht bei sich stattfinden zu lassen.

https://twitter.com/laura_wahl_/status/1457683074209230858

Waren in den vergangenen Jahren Hotels unter Druck gesetzt worden, die EIKE bei sich beherbergen wollten, ist man in diesem Jahr ein Schritt weiter. Der Offene Brief beginnt mit:

„Wir, die unterzeichnenden Gruppen, schreiben Ihnen, da die Möglichkeit besteht, dass Ihr Hotel als Veranstaltungsort der jährlichen Konferenz des sogenannten „Europäischen Institutes für Klima und Energie“, kurz EIKE, genutzt werden soll. Sollte dies der Fall sein, möchten wir Sie über die Hintergründe von EIKE informieren – auch in Hinblick auf Ihre eigene Außenwirkung und mögliche Rufschädigung, die mit einer Zusammenarbeit mit EIKE einhergehen würde.

Es wird also nicht nur denunziert, sondern ganz unverhüllt mit Rufmord gedroht. Die „Begründung“ dafür schlägt jedem Demokratieverständnis ins Gesicht. Die Eltern der unterzeichnenden Gruppenmitglieder sind 1989 vermutlich für eine Demokratisierung der DDR, für Freiheiten, wie die Meinungsfreiheit eingetreten. Jetzt wird von den grünen Aktivisten die Meinungsfreiheit umstandslos einkassiert.

„Die von EIKE verbreiteten Darstellungen in Aufsätzen und Vorträgen sind nicht Teil des anerkannten Forschungsdiskurses“, heißt es da.

In einer offenen Gesellschaft gibt es so etwas wie einen „anerkannten Forschungsdiskurs“ nicht. Laut Grundgesetz ist die Forschung frei. Haben die Unterzeichner nie einen Blick in die Verfassung geworfen? Haben sie in den zahlreichen Demokratieförderprogrammen, die angeboten werden, oder in ihrer Schule nicht gelernt, dass es in der Demokratie eine offene Debatte mit unterschiedlichen Meinungen gibt? Die Unterzeichner sind Feinde einer solchen Debatte. Sie beharren auf dem Dogma:

„In der mehrheitlich anerkannten Wissenschaftsgemeinschaft ist auf der Basis jahrzehntelanger Forschung durch hunderte Forschungsgruppen weltweit eindrücklich bestätigt worden, dass die Klimaveränderungen eindeutig menschengemacht und krisenhaft sind.“

Dieses Argument, dass die Mehrheit immer unbedingt im Recht ist, wurde in der Geschichte vielfach widerlegt. Man denke an Galileo Galilei und das heliozentrische Weltbild oder an die Theorie der Kontinentaldrift von Alfred Wegener, die anfangs Einzelmeinungen gegen den Mehrheitskonsens und dennoch richtig waren.

Wenn die Unterzeichner meinen, dass Einzelmeinungen schädlich sind und bekämpft werden müssen, begeben sie sich auf das Niveau der katholischen Inquisition, die Galileo verdammt hat.

An Schluss wird die Drohung vom Anfang wiederholt, indem darauf hingewiesen wird, dass Hotels, die früher unter Druck gesetzt wurden, ihre Zusammenarbeit mit EIKE aufgegeben haben.

Wenn es nach diesen Grünen geht, wird Repression die Debatte ersetzen. Jeder, dem eine offene Gesellschaft am Herzen liegt, sollte sich den grünen Druck widersetzen.

Zuerst erschienen bei Vera Lengsfeld

Aktueller Fall: Quarks -Podcast: „Science Cops“: Der Fall EIKE: So dreist tricksen Klimawandel-Verharmloser

und: Geras Oberbürgermeister Julian Vonarb: „Beim Klimaschutz zählen Erfolge und Fakten“