Klimaschutz – das nächste große Thema zur Einschränkung der Freiheit. Kristina Schröder warnt

von AR Göhring

Die Welt ist noch ein kritisches Blatt – und läßt heuer sogar Ex-Ministerin und Kolumnistin Kristina Schröder höchst Ungrünes zum Thema „Klimaschutz“ schreiben.

Kristina Schröder war die erste deutsche Bundesministerin, die im Amt heiratete und ein Kind bekam. Von 2009 bis 2013, im Kabinett Merkel II, war sie Familien- und Frauenministerin. Da die Eiserne Kanzlerin damals aber schon Kurs Richtung Systemversagen nahm, wurde die konservative und bodenständig-christdemokratische Schröder dauerhaft aus dem Kabinett entfernt, und 2017 auch aus dem Bundestag.

Aktuell warnt sie als innere Opposition der merkelgeschädigten CDU davor, daß die Corona-Politik Lauterbachschen Typs als Klimapanik weitergeführt werde:

Der Corona-Ausnahmezustand endet, doch politische Langzeitschäden bleiben:
Freiheitseinschränkungen und die Ächtung von Zweiflern sind nun eingeübt und können

stets reaktiviert werden, unter dem Jubel der Mehrheit und sogar der Gerichte. Erster

Lackmustest: der Klimaschutz.

Recht hat sie – und Freiheitsfeind Lauterbach hat ja sein zusammengegoogeltes Klimabuch schon am Markt. Schröder warnt weiter – im Gegensatz zum Krankheitsminister aber auf Basis von Erfahrungen:

War es das? Ich fürchte: Nein. Im Vergleich mit dem, was in den nächsten Jahrzehnten
kommt, wird uns die Pandemie im Rückblick vielleicht wie Kinderfasching erscheinen.

Schröder hebt vor allem auf die Grundrechte allgemein ab, nicht unbedingt auf Lockdowns oder Betretungsverbote für Bürger mit falschen Gedanken – Stichwort „CO-relevanter Freiheitsgebrauch“. Heißt: Die Regierung kann und will den Bürgern vorschreiben, wie sie zu reisen, zu wohnen und zu essen haben. Daß mittlerweile fast alles an Grundrechtseinschränkung möglich sei, hätte die Autorin vor zwei Jahren nicht gedacht, nun aber schon, da der Großteil der Linken im Lande den totalitären Wahn mitgetragen hätten.

Aber ist das wirklich so? Eine Schweizer Studie zum Wahlverhalten von Querdenker-Demo-Teilnehmern ergab schon 2020 einen Rotgrünwähleranteil von rund 50%. Daß es nicht noch mehr waren, ist hochwahrscheinlich der medialen Gruppenpropaganda zu verdanken, die das Sachthema Infektion zu einer Weltanschauungsfrage machte – und man ist halt „rechts“, wenn man Spahn, Merkel und all die anderen kritisierte.

Also abwarten. Schröder erwartet den zukünftigen Freiheitsverlust über den Geldbeutel – die Möglichkeit, in Einfamilienhäusern zu wohnen, wird vielen zum Beispiel durch künstliche Verteuerung genommen. Aber auch durch gesetzliche Verbote: Autobesitz nur noch bei Vorlage eines Behindertenausweises (in der Berliner Innenstadt bei Parkplätzen schon gang und gäbe – müßte man also nur ausweiten). Und Fleischverbot in öffentlichen Mensen und Kantinen – und da ist die Revolte auch der linken Mehrheit vorprogrammiert.
Man darf nicht vergessen, daß die wohlhabende „nivellierte Mittelstandsgesellschaft“ (Zitat Helmut Schelsky) dazu geführt hat, daß sich bis zu einem Drittel der einheimischen Bevölkerung der DACH-Staaten als linke Intellektuelle fühlen darf – den zahlreichen Jobs in Universitäten, im öffentlichen Dienst und NGOs sei Dank. Das sind Millionen Menschen, die natürlich nicht alle einen gleich sicheren und einträglichen Job haben. Und wenn man denen ihr gewohntes Essen, die großzügige Wohnung in unbunten Vierteln und die weltbürgerlichen Fernreisen nimmt, gehen sie von den milieutypischen Überzeugungen ab. „Das Sein bestimmt das Bewußtsein“ – da wenigstens hatte Genosse Marx ja recht.

Ein weiterer, leider CDU-typischer Fehler von Kristina Schröder im Text ist, die Geschichte von den klima-erwärmenden Verdauungs- und Atemgasen nicht grundsätzlich in Frage zu stellen. Man solle lieber auf technischen Fortschritt bauen, um „die weltweit kostengünstigsten CO₂-Vermeidungsmöglichkeiten“ zu nutzen. Man hört solches häufig von liberal-konservativen Politikern, Professoren und Christen:

„Es ist ja in Ordnung, daß es Professuren für Genderforschung gibt und sich jemand um den Planeten kümmert. Nur braucht es da nicht so viele, und man muß bessere Maßnahmen erforschen.“

Das ist der erste und gleichzeitig letzte Fehler, den die Liberalen und die Konservativen schon in den 1970ern und 80ern machten – denn es geht den Nutzern des Prinzips von Helmut Schelsky, Probleme erfinden und abkassieren, niemals darum, irgend etwas zu verbessern – außer dem eigenen sowieso schon komfortablen Dasein. Es geht nur darum: „Die Arbeit tun die anderen„, wie Schelsky 1974 hellsichtig warnte.

Vielleicht ist es nur Taktik, weil die Chefredaktion sonst abgelehnt hätte. Solange aber durchaus mutige Warner wie Schröder den Parasitismus der Problemerfinder nicht klar benennen, haben die Neo-Feudalisten den Schuh in der Tür und können weiterhin leistungslos abkassieren. Nicht vergessen: Nach all den lange bekannten Zivilversagern im Bundestag und in der Saarbrücker Staatskanzlei, die ihr Studium abgebrochen haben, gibt es mittlerweile schon Parlamentsküken wie Emilia Fester, die nach der Schule gar nicht erst irgendeine Ausbildung angefangen haben, sondern ihr Leben recht offen als Dauer-Party sehen.




Die Tricks der Wissenschaftsleugner, Teil 2

von AR Göhring

Unser Artikel zu „PLURV“ – Pseudoexperten, Logikfehler und so weiter, hat im Kommentarbereich ein erhebliches Echo hervorgerufen. Das Thema berührt also, und fordert zum Widerspruch auf. Daher soll hier noch ein typischer Text mit verdrehendem Inhalt exemplarisch analysiert werden: Mojib Latif: „Alarmismus ist mindestens genauso schlimm wie Skeptizismus“ (2012).

Würde man einen Bürger der Weimarer Republik mit einer Zeitmaschine ins westeuropäische Heute teleportieren, würden ihm wahrscheinlich die Augen übergehen. Die Hälfte der Bevölkerung hat ein Auto, fast jede Wohnung hat ein WC mit Bad und Zentralheizung, ein Drittel der Schulabgänger studiert – „Kunst und Kultur, Medizin, Wissenschaft und Technik müssen hier doch aufblühen – und fast jeder ist glücklich und zufrieden“, könnte zum Beispiel ein gebeutelter Berliner aus dem Jahr 1922 denken, der sich mit Nachkriegsdepression und Inflation herumschlug.

Überwiegend weit gefehlt – was der Weimar-Bürger über 2022 denkt, trifft eher auf die 20 Jahre vor 1970 zu. Zwar ist seitdem der technische Komfort gewachsen, die Fluglinien-Revolution trägt die Bürger der DACH-Staaten fix in jeden Winkel der Erde, man kann die Speisekarten aller Kulturen genießen, im Internet surfen, und die Zahl der unanstrengenden ÖD- und Akademikerjobs ist um ein Vielfaches größer als zur Zeit unseres Gastes.

Das ist aber nur die eine Seite der Medaille – die Rückseite sieht ganz anders aus, und wird für die Mehrheit der Bürger immer dunkler. Paradoxerweise sind es gerade Wissenschaft und Kultur, die seit 1970 immer stärker in vor-aufgeklärte Zeiten zurückgehen. Das gilt nicht nur wie früher für die Verbalfächer (Zitat Ulrich Kutschera), sondern in der Klima- uns Coronapanik-Ära nun sogar für die Realfächer wie Ingenieurwesen, Physik und Medizin, den eigentlich härtesten akademischen Disziplinen. Da erzählen Ingenieure etwas von der Zukunftsträchtigkeit der (nicht)-erneuerbaren Energien, Biologen etwas von sozial konstruierten Geschlechtern, Mediziner etwas von 0,2%-Letalitäts-Super-Pandemien, und Physiker etwas von kreuzgefährlicher CO2-Pflanzennahrung.

Da die erlebbare Wirklichkeit davon erheblich abweicht, sind lückenlose Panikmache, PR und Verdrehung in den Medien für die Profiteure lebenswichtig – und daher auch das eigentliche Kerngeschäft. Wissenschaftliche Studien, wenn man sie so nennen will, laufen eher nebenher, und sind sowieso nicht so sehr die Sache der Profiteure, sonst würden sie ja die PR lassen und Wissenschaft betreiben.

Im ersten Teil zu den Tricks der unwissenschaftlichen Panikmacher stellten wir die von Alarmist John Cook zusammengetragenen Methoden vor, die nach seiner Ansicht nur von den „Wissenschaftsleugnern“ angewandt werden, aber nicht von den Alarmisten selbst – wie man sah, eine klare Projektion nach Freud.

Beim Recherchieren trifft man als Skeptiker ab und an auf publizistische Goldstücke wie den BR-Film über das nie existente Waldsterben der 1980er von 2011. Ein ähnliches Kaliber ist ein Interview von 2012 mit Mojib Latif in der Zeit. Die Überschrift, „Alarmismus ist mindestens genauso schlimm wie Skeptizismus“, klingt zwar konziliant, hat aber mit dem Inhalt nicht viel zu tun. Im Gegenteil, schon die erste Frage ist suggestiv und zeigt die Framing-Richtung des Interviews:

„Herr Professor Latif, Klimawandel-Skeptiker sprechen Ihnen die fachliche Eignung ab, seit Sie im April 2000 vorhersagten, es werde in Mitteleuropa bald keine Winter mit Eis und Schnee mehr geben. Wie gehen Sie damit um, zu einer Haßfigur der Leugner der Erderwärmung geworden zu sein?“ https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/winter-ade-nie-wieder-schnee-a-71456.html

Ich selber habe 2012 noch halbwegs an die Geschichten geglaubt, aber wie die meisten Studenten und Akademiker weder darüber gesprochen noch darüber nachgedacht. Und daß, obwohl schon 2007 medial ein erster Klimahype, damals mit Al Gore, Oscar und Nobelpreis inszeniert wurde. Daß Latif eine „Haßfigur“ sei, die unter Angriffen leide, habe ich damals nicht mitbekommen. Daß es überhaupt noch öffentlich häufig wahrgenommene Klimaskeptiker gab, war seit den Nuller Jahren, als Vaclav Klaus und Michael „Jurassic Park“ Crichton sehr wohl für ihre mutige Wortmeldung zur Schnecke gemacht wurden, kaum bekannt, selbst EIKE betreffend.
Selbst in der ersten Frage steckte also schon eine Projektion. Aber was antwortete Latif damals?

„Ich habe das damals so nicht gesagt. …Der Spiegel hat mich damals falsch zitiert.“

Das Zitat stand interessanterweise nur in der Überschrift des Textes. Latif hatte es wohl in einer TV-Sendung 2.000 gesagt, was der Redakteur vermutlich aus der Erinnerung übernahm. 1. Trick also: Schuld verschieben und auf einen dritten Akteur ablenken.

Und weiter: „Meine Prognose bezog sich nicht auf das Jahr 2010, sondern auf die Zeitspanne zwischen 2050 und 2100 sowie auf den Fall, daß keine Maßnahmen zum Klimaschutz ergriffen werden.“

Warum hat er dann nicht gleich gegen die „20 Jahre“ protestiert? Ähnlich wie Spiegel und Stern beim Waldsterben hat Latif damals wohl mit anderen Alarmisten darum gewetteifert, wer die härteste Katastrophenaussage publiziert – die Erfahrung der 1980er Jahre lehrte ihn, daß ihm nichts passieren kann, weil der Alarmismus von den meisten Lesern und Zuschauern vergessen wird, und von den Journalisten erst recht. 2. Trick: Unbeweisbare und harte Aussagen auf eine ferne Zukunft datieren, um niemals verantwortlich gemacht werden zu können.

Im Interview erwähnt der Reporter dann den eiskalten Winter 2012, der laut Skeptikern Latifs Vorhersage Lügen strafe. Meteorologe Latif kontert mit dem beliebten Argument, daß die Natur eben bestimmte statistische Spannweiten habe und daher viele „unwissenschaftliche“ und kurzfristige Denker, die nur das örtliche und aktuelle Geschehnis sähen, sogleich auf einen allgemeinen Trend schlössen. Ein Witz – wir bei EIKE zum Beispiel betrachten seit 2007 lange Meßreihen und damit Trends. Fazit: Seit den 2.000er Jahren gibt es keinen weltweiten durchgehenden Trend zur Erwärmung der gesamten Erdatmosphäre – der sogenannte Hiatus.

Und was machen Alarmisten damit? Sie picken sich den „zu warmen“ Winter 21/22 heraus, vergessen aber meist den „zu kalten“ Frühling 2022. Sie erwähnen die Hitzetage im Tal des Todes und in Britisch Kolumbien 2021 und übersehen den Trend zur Abkühlung an etlichen Orten weltweit (z.B. Südamerika: Kaffeeernte-Ausfälle). Historisch und physikalisch völlig normale Phänomene wie Wald-Buschfeuer in Australien, Kalifornien und Südeuropa, und das westdeutsche Hochwasser werden zu eindeutigen Folgen des Klimawandels erklärt – der Begriff „Erderwärmung“ fällt deswegen heuer seltener als früher, wie ein pfiffiger Kommentator im ersten Artikel bemerkte.

Als Beweis für „langfristige“ Folgen des Klimawandels führt Latif natürlich den Eisschwund der Arktis an – stimmt aber nicht, nur im Sommer schmolz das Eis der Arktis in den letzten 15 Jahren ordentlich weg. In den Wintern dazwischen wächst es teils um so heftiger – womit ein langfristiger Trend beerdigt werden kann. 3. Trick: Statistische Gegebenheiten und Daten nur erwähnen, wenn sie die eigene Position stützen (Rosinenpickerei).

Der Reporter fragt Latif, was „seriöse Klimaskeptiker“ der Theorie entgegenhielten – der wiederholt nur die Behauptung der Erderwärmung im 20. Jahrhundert und führt sie auf den hohen CO2-Gehalt der Luft zurück, der seit 800.000 Jahren nicht so hoch gewesen sei. Die Zeit hakt mit den Argumenten Fritz Vahrenholts (wurde er damals noch als seriös angesehen?) nach. Latif wiederholt wieder nur und betont, daß der Hiatus seit zehn oder 20 Jahren nicht aussagekräftig sei. Und man könne den Klimawandel SEHEN! Das Sicht-Argument erinnert mich an ein Video von 2021, das einen Vater und seine Tochter auf einem Touristenschiff in der sommerlichen Arktis zeigt. Die beiden betrachten kalbende Gletscher und sind sich sicher, das sei ein unwiderlegbarer Sicht-Beweis für den Klimawandel. Unfug: Kalbende Gletscher sind im Sommer völlig normal – es müßte schon ein „Jahr ohne Sommer“ wie 1816 geben, damit das Phänomen einmal ausbliebe. Es ist schon pikant – hier widerspricht sich Latif in zwei Sätzen selbst: Erst spricht er kurzen Zeiträumen jede Aussagekraft ab (was grundsätzlich korrekt ist), und dann behauptet er sichtbare Klimawandel-Ereignisse….4. Trick: Natürliche Phänomene wie hängende Baumäste und kalbende Gletscher im Sinne der eigenen Erzählung interpretieren.

Der offensichtlich belesene Reporter konfrontiert den Interviewpartner dann mit dem solaren Argument Fritz Vahrenholts, und vergißt auch nicht die Nebelkammer-Experimente von Henrik Svensmark zu erwähnen. Die „Kalte Sonne“ schiebt Latif ohne Argument einfach beiseite und wird bei unserem dänischen Referenten sogar richtig herablassend:

„Nicht jeder in einem Labor oder einer Nebelkammer nachgestellte Prozeß spielt in der Atmosphäre tatsächlich eine Rolle. Das ist etwas, was selbst Wissenschaftler gelegentlich nicht verstehen.“

Nun, besser eine Nebelkammer von Svensmark oder eine Treibhauskammer von Hermann Harde als ein theoretisches Computermodell vom Potsdam-Institut PIK. Denn die Kammern sind wenigstens praktische Experimente. Und gar keine schlechten: In den Naturwissenschaften wird die Vielgestaltigkeit der Natur durch komponenten-reduzierte Versuche stückweise analysiert. Das ist spätestens seit Sir Isaac Newton Standard – wie kann ein Meteorologe das in einem Satz wegwischen? Er vertieft den Gedanken auch nicht, sondern springt sofort zum nächsten Vorwurf, die „Geschäftemacherei“ der Klimaskeptiker wie Viscount Monckton, der durch mediale Präsenz Geld mache. Wie das gehen soll, sagt er nicht. Bekommt Kollege Monckton Geld für Vorträge? Wenn ja, wird er auch in angelsächsischen Ländern damit eher nicht zum Großverdiener. Ganz anders sieht es bei den Abkassierern der Klimatheorie aus… 5. Trick, der eigentlich banal und gar nicht so trickreich ist: Dem Dissidenten ohne Erklärung die Kompetenz absprechen und finanzielle Interessen unterstellen.

Ein interessantes Detail im politischen Meinungskampf ist die nicht selten anzutreffende Überhöhung des Gegners, um die eigene Leistung – oder aktuell auch die Opferrolle – als besonders groß darzustellen. Daher wird Viscount Monckton, im DACH-Fernsehen völlig unbekannt, als omnipräsenter Propagandist dargestellt:

„Wenn unbedarfte Bürger pausenlos mit den Meinungen von Monckton und anderen bombardiert werden, wissen sie am Ende des Tages nicht mehr, was sie glauben sollen. Sie können die Glaubwürdigkeit dieser Quellen nicht auf einfache Art und Weise hinterfragen.“

Das Ausmaß der Projektion eigenen Handelns läßt sich kaum noch steigern. Wenn irgend jemand seit den 1990er Jahren die „unbedarften“ Medienkonsumenten bombardiert, sind es die Klimahysteriker. Kritische Stimmen wie die eines Günter Ederer oder Michael Limburg waren in den Massenmedien nur selten zu hören – und das auch nur bis 2010. Und durch das medial-klimapolitische Kartell ist es für den Zuschauer und Leser in der Tat nicht mehr möglich, die Übertreibungen, Manipulationen oder schlichten Erfindungen der Alarmisten zu durchschauen, wenn man nicht EIKE oder eine der zahlreichen alternativen Medien liest. 6. Trick: Die realen Machtverhältnisse umgekehrt darstellen, um selbst als mutiger Aufklärer gegen lügende Bonzen zu erscheinen.

Im weiteren bestreitet Latif, daß Alarmisten der menschlichen Industrieaktivität das Gros der Erderwärmung zuschrieben, es könnten 80%, aber auch nur 50 sein. Mag sein, daß sich einige Klimaforscher phasenweise moderat äußern – die Regel ist es nicht, sonst wären CO2-Senkungsmaßnahmen weitgehend sinnlos, vor allem für kleine Länder wie Deutschland mit mickrigen 2% Welt-Emissionsanteil. 7. Trick: ein Lippenbekenntnis.

Als Beweis für die CO2-Gemachtheit der Temperatur führt Latif die Luftsäule 30 km über der Erde an, die von der Sonne gleichmäßig geheizt werde, während das relativ schwere Gas nur unten Wärme erzeugt und oben nicht. Das ist nur ein Hinweis auf die Existenz des Treibhauseffektes, der die untere Atmosphäre natürlicherweise via Lichtwellen-Extinktion schön warm macht – der aber rein gar nichts über menschlichen Einfluß aussagt. Ein 8. Trick, dem man in halbwissenschaftlichen Texten oder Videos (z.B. Quarks) häufiger begegnet: Eine korrekte Information wird als Beweis der eigenen Sicht angeführt, obwohl die eigene Meinung gar nicht unterstützt wird oder die Information nichts mit der Aussage zu tun hat.

Zum Schluß wird das Interview noch richtig amüsant:

„Alarmismus ist mindestens genauso schlimm wie Skeptizismus. Spätestens dann, wenn ein Klimaforscher von irgendwelchen Kipppunkten spricht, die bereits überschritten seien, wird die Sache unseriös.“

Herrlich, ob es anschließend zwischen Schellnhuber/PIK und Latif einen klärenden Briefwechsel gab? Aber immerhin hatte Anders Levermann in einem Interview mit der taz ja die Kipppunkt-Phantasie auch schon etwas aufgelöst.

Der Skeptizismus wird im Interview von Mojib Latif übrigens korrekt erwähnt, weil er mit „Skepsis“ nicht identisch ist, sondern eine klassische Denkrichtung darstellt, die die Möglichkeit der Erkenntnis in Frage stellt. Wobei man sich wundert, welcher Klimakritiker denn leugnet, daß Wissenschaft die Welt erklären kann. Was wir von EIKE, und viele andere Skeptiker sagen, ist, daß paradoxerweise ausgerechnet Naturwissenschaftler das Rad der Zeit zurückzudrehen versuchen, um in eine voraufgeklärte Ära zurückzukehren, in der quasireligiöse Mehrheitsmeinungen von Panikmachern wie Johannes Tetzel erzeugt und durchgesetzt werden. 9. Trick: Das klassische Strohmann-Argument – man wirft dem Gegner etwas vor, was dieser nie gesagt hat.

Fazit: Das vorliegende Interview ist mehr eine politische Verteidigung als eine wissenschaftliche Auseinandersetzung, da die Antworten jede Menge Tricks enthalten. Da der Klimatismus eine Strategie zur Durchsetzung von Gruppeninteressen ist, wundert es auch nicht.

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Mojib Latif (* 29. September 1954 in Hamburg) ist ein deutscher Meteorologe. Er ist Klimaforscher, Hochschullehrer und Präsident der Deutschen Gesellschaft Club of Rome. Er hat am 1. Januar 2022 die Nachfolge von Edwin Kreuzer als Präsident der Akademie der Wissenschaften in Hamburg übernommen.




Windenergie-Kollisions-Datenbank – die Klimaschau

Die Klimaschau informiert über Neuigkeiten aus den Klimawissenschaften und von der Energiewende.

Themen der 106. Ausgabe: 0:00 Begrüßung 0:29 Klimawandel beeinflusste historische Getreidepreise 3:29 Wissenschaftlerstreit um die Großen Seen der Sahara 7:16 Vogelsterben in Deutschland beschleunigt sich immer mehr

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König Kohle ist zurück – Energiejournal 2

Das Energiejournal informiert über Neuigkeiten aus den Bereichen Energie und Rohstoffe. Themen der 2. Ausgabe: 0:00 Begrüßung 0:17 Das späte Comeback der Zeppeline 3:33 Kohlestrom in Deutschland wieder auf dem Vormarsch

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Woher kommt der Strom? Das Dilemma der Energiewende

von Rüdiger Stobbe

Diese Analysewoche (Abbildung) deckt – wieder mal – das Dilemma der Energiewende auf:

  1. Wenig regenerativ erzeugter Strom bedingt teure Stromimporte, die Deutschland, der Stromkunde bezahlen muss.
  2. Viel regenerativ erzeugter Strom bezogen auf den Bedarf bedingt negative Strompreise, die Deutschland, der Stromkunde bezahlen muss.

Der „Königsweg“ der Energiewender, der weitere massive Ausbau der regenerativen Stromerzeugung, wird diese Problematik in jedem Fall verschärfen. Eine Verdoppelung/Verdreifachung (Abbildung 1) der bisherigen regenerativen Stromerzeugung führt bei wenig Wind nur zu doppelt „wenig“ Wind. Macht zwei Mal wenig Wind. Bei viel Wind allerdings verdoppelt, verdreifacht sich der Windstrom, es wird, wie diese Woche am Wochenende „zu viel“ Windstrom erzeugt. Der Strommarkt wird überschwemmt. Das führt zu noch stärker fallenden Preisen bis hinein in den negativen Bereich.

Wenn überschüssiger Strom in erheblichem Umfang gespeichert werden könnte, dann, ja dann … . Die Speichermöglichkeiten sind allerdings nicht annähernd in Sicht. Mit diesem Simulationstool können Sie „testen“, was für ein Aufwand getrieben werden muss, um Strom zum Beispiel in Form von Wasserstoff zu speichern und wieder in Strom zu transformieren. Die Wirkungsgrade der Techniken liegen bei etwa 25%. Das ist anerkannter Standard seit über zehn Jahren. Vielleicht lassen sie auch bis zu 33% mit den neuesten Verfahren „herauskitzeln“. Das bedeutet aber immer noch, dass drei Teile regenerativ erzeugter Strom benötigt werden, um nach Speicherung und Wiederverstromung einen!! Teil Strom zurückzugewinnen. Klar, entstehende Wärme kann verheizt werden. Der Verlust an brauchbarer Energie ist dennoch gewaltig. Kurz: Solange regenerativ erzeugter Strom nicht im Überfluss vorhanden ist, ist die Umwandlung in Wasserstoff im großen Maßstab ökonomischer und ökologischer Unfug.

Welche Rolle fossil und mittels Kernkraft erzeugter Strom aktuell und noch lange Jahre in Deutschland spielt, spielen wird, zeigt Abbildung 2. Wobei fossil zunehmen wird, weil Kernkraft Ende des Jahres in Deutschland wegfällt.

Die Preisentwicklung (Abbildung 3) entspricht den ganz oben gemachten Aussagen und selbstverständlich profitieren unsere Nachbarn erheblich (Abbildung 4).

Die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts und der daraus generierte Chart liegen unter Abbildung 5 ab. Es handelt sich um Werte der Nettostromerzeugung, den „Strom, der aus der Steckdose kommt“, wie auf der Website der Energy-Charts ganz unten ausführlich erläutert wird. Der höchst empfehlenswerte virtuelle Energiewende-Rechner (Wie viele Windkraft- und PV-Anlagen braucht es, um Kohle- und/oder Kernkraftstrom zu ersetzen? Zumindest im Jahresdurchschnitt.) ist unter Abbildung 6 zu finden. Ebenso wie der bewährte Energierechner.

Die Charts mit den Jahres- und Wochenexportzahlen liegen unter Abbildung 7 ab. Abbildung 8 zeigt einen Vortrag von Professor Brasseur von der TU Graz. Der Mann folgt nicht der Wissenschaft. Er betreibt Wissenschaft.

Beachten Sie bitte unbedingt die Stromdateninfo-Tagesvergleiche ab 2016 in den Tagesanalysen. Dort finden Sie die Belege für die im Analyse-Text angegebenen Durchschnittswerte und vieles mehr. Der Vergleich beinhaltet einen Schatz an Erkenntnismöglichkeiten. Überhaupt ist das Analysetool stromdaten.info ein sehr mächtiges Instrument, welches nochmals erweitert wurde:

  • Strom-Import/Export: Die Charts
  • Produktion als Anteil der installierten Leistung
  • Anteil der erneuerbaren und konventionellen Erzeugung am Bedarf
  • Niedrigster, höchster und mittlerer Strompreis im ausgewählten Zeitraum
  • NEU: Beitrag der regenerativen Stromerzeugung zum Bedarf

… sind Bestandteil der Tools „Stromerzeugung und Bedarf„, „Zeitraumanalyse“ sowie der Im- und ExportanalyseCharts & Tabellen. Schauen Sie mal rein und analysieren Sie mit wenigen Klicks. Die Ergebnisse sind sehr erhellend.

Ist ein Land mit hohen Stromexporten, zum Beispiel Deutschland, auch für Flautenzeiten gewappnet? Mit der Frage, ob Deutschland als Stromexporteur genügend Strom auch für die Zeit schwacher regenerativer Stromerzeugung zur Verfügung steht, befasst sich dieser Artikel ausführlich. Eine Einschätzung zur aktuellen Energielage im Rahmen der Ukraine-Krise liefert dieser Artikel mit einem ausführlichen Interview mit Prof. Claudia Kemfert, die erklärt, wie Energiewende geht.

Tagesanalysen

Montag, 14.3.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 39,58 Prozent, davon Windstrom 19,75 Prozent, PV-Strom 9,78 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,06 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung sind die Werte der Tabelle der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix

Wenig Windstrom, wenig PV-Strom. Eine Strom-Versorgungslücke. Der Importstrom wird mit über 435€/MWh in der Spitze richtig teuer. Wer profitiert? Die Nordländer! Die konventionelle Erzeugung.

Belege für Werte im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 14.3. ab 2016.

Dienstag, 15.3.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 24,35 Prozentdavon Windstrom 7,06 Prozent, PV-Strom 5,70 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,59 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung sind die Werte der Tabelle der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix.

Energiewendefreunde und selbstverständlich alle anderen Interessierte betrachten bitte diesen Chart. Er belegt die sagenhafte Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen allein bei der Stromerzeugung. Egal, woher sie kommen. Sonne und Wind erzeugen so wenig Strom, dass trotz der gigantischen fossil-atomaren Erzeugung eine gewaltige Stromlücke offen bleibt, die richtig Geld kostet (netto über 31 Mio.€). Wer profitierte, wer musste dennoch kaufen?

Belege für Werte im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 15.3.2022 ab 2016.

Mittwoch, 16.3.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 40,98 Prozent, davon Windstrom 20,49 Prozent, PV-Strom 10,33 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,16 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung sind die Werte der Tabelle der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix.

Die regenerative Stromerzeugung zieht an. Es bleibt lediglich eine Strom-Morgenlücke, die über 300€/MWh kostet. Die Konventionellen, der Handelstag.

Belege für Werte im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo Tagesvergleich zum 16.3. ab 2016.

Donnerstag, 17.3.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 44,56 Prozent, davon Windstrom 30,09 Prozent, PV-Strom 4,23 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,24 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung sind die Werte der Tabelle der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix.

Sah es zunächst so aus, als würde sich die Windstromerzeugung erholen, entpuppte sich dies als Sturm im Wasserglas. Zum Vorabend wieder eine Lücke, die mit Spitzenpreisen geschlossen wird. Die Konventionellen, der Handelstag.

Belege für Werte im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 17.3. ab 2016.

Freitag, 18.3.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 43,57 Prozent, davon Windstrom 19,22 Prozent, PV-Strom 13,54 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,81 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung sind die Werte der Tabelle der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix.

Die regenerative Stromerzeugung insbesondere im PV-Bereich steigt. Dennoch bleibt zum Vorabend eine Lücke. Das alte Problem. Sollte die Lücke konventionell geschlossen werden, müsste trotz der ordentlichen PV-Stromerzeugung mehr Strom zusätzlich konventionell erzeugt werden, was den Preis über Tag mehr drücken würde, als die Kosten, die der Lückenschluss verursacht. Die Konventionellen, der Handelstag.

Belege für Werte im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 18.3 ab 2016.

Samstag, 19.3.2022: Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 69,91 Prozent, davon Windstrom 38,52 Prozent, PV-Strom 14,95 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,44 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung sind die Werte der Tabelle der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix.

Das Wochenende mit wenig Bedarf und starker regenerativer Stromerzeugung. Die Preise purzeln über Tag Richtung Null €. Die Konventionellen, der Handelstag.

Belege für die Werte im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 19.3. ab 2016.

Sonntag, 20.3.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 70,73 Prozent, davon Windstrom 45,48 Prozent, PV-Strom 14,95 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,30 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung sind die Werte der Tabelle der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix.

Sonntag: Noch mehr regenerativ erzeugter Strom, noch weniger Bedarf. Die Preise liegen sechs Stunden im negativen Bereich. Die Konventionellen drosseln ihre Erzeugung, so weit es geht. Unsere Nachbarn decken sich günstig mit Strom ein.

Belege für die Werte im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo Tagesvergleich zum 20.3. ab 2016.

Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.

Die bisherigen Artikel der Kolumne Woher kommt der Strom? mit jeweils einer kurzen Inhaltserläuterung finden Sie hier.

Rüdiger Stobbe betreibt seit über sechs Jahren den Politikblog www.mediagnose.de