Regierung rät zu Notstromaggregaten – Michael Mross
Notstromaggregate: Die Energiepolitik der Regierung erreicht einen vorläufigen, absurden Höhepunkt. Ist der Absturz Deutschlands programmiert?
Notstromaggregate: Die Energiepolitik der Regierung erreicht einen vorläufigen, absurden Höhepunkt. Ist der Absturz Deutschlands programmiert?
Die Klimaschau informiert über Neuigkeiten aus den Klimawissenschaften und von der Energiewende. Themen der 117. Ausgabe:
0:00 Begrüßung
0:22 Die Hurrikanflaute von der niemand spricht
5:43 gefeuert weil er nicht an die Klimakatastrophe glaubte
12:24 Vulkanisches Gift verwirrt Baumringforscher
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HURRIKANE
Wirbelsturmstatistik Ryan Maue: https://climatlas.com/tropical/
Wirbelsturmstatistik Colorado State University: http://tropical.atmos.colostate.edu/Realtime/index.php?arch&loc=global
Washington Post: https://www.washingtonpost.com/weather/2021/11/22/earth-hurricane-activity-record-quiet/
Roger Pielke Jr:
https://rogerpielkejr.substack.com/p/global-hurricane-landfalls-1970-to
Björn Lomborg: https://threadreaderapp.com/thread/1482384323013709831.html
Liu et al. 2022: https://agupubs.onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1029/2021GL096652
Kim et al. 2022: https://agupubs.onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1029/2021GL097459
GEFEUERTER BANKER
Vortrag: https://www.youtube.com/watch?v=bfNamRmje-s
Konferenz: https://moralmoneyeurope.live.ft.com/agenda
Marotzke: https://www.moz.de/nachrichten/politik/klimaforscher-jochem-marotzke-warum-uebertriebene-angst-vorm-klimawandel-unbegruendet-ist-63220797.html
Handelsblatt: https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/banken/britische-grossbank-hsbc-nachhaltigkeitsbanker-laestert-in-praesentation-ueber-klima-spinner-und-wird-suspendiert/28367114.html
Welt: https://www.welt.de/wirtschaft/plus238967535/Klimawandel-Nach-dieser-Kritik-verlor-HSBC-Banker-Stuart-Kirk-seinen-Job.html
LAKI
Edwards et al 2022: https://agupubs.onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1029/2021PA004386
https://www.vulkane.net/lernwelten/schueler/historisch2.html
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Produktion: EIKE
Das Wochenblatt Die Zeit porträtiert den mächtigsten Klima-Lobbyisten der Welt – den medial völlig unbekannten Hal Harvey aus Colorado. Seine Hauptwaffe: Milliarden von Dollar aus Nachlässen philanthropischer Superreicher.
In sozialen Medien wird gerne von ominösen Weltenlenkern fabuliert, die nach 100 Jahre alten Plänen von Coudenhove-Kalergi und anderen Fantasten die Demokratien des Westens ethnisch und wirtschaftlich umbauen („transformieren“) wollten, und dazu von ihnen gedungenen Politikern wie Merkel, Putin, Biden oder Johnson Befehle gäben.
Solche Verschwörungstheorien sind heuer beliebt, aber nichts anderes als das Gegenstück zu den Erzählungen der kulturellen Elite, in denen es vor Rechtsradikalen, giftigem Kohlendioxid und Superviren nur so wimmelt.
Oder? Denkt man – tatsächlich lieferte aber ausgerechnet Die Zeit (Nr. 25, 15.6.22) aus Hamburg, eines der wichtigsten Haltungsjournale im deutschsprachigen Raum, ein Portrait von Hal Harvey, einer grauen Eminenz hinter dem weltweiten weitverzweigten Klima-Öko-NGO-Netzwerk, das selbst die EU nicht mehr durchschaut. 2016 hatte man in Brüssel tatsächlich einmal versucht, die verschachtelten finanziellen Beziehungen zwischen all den Stiftungen, Nichtregierungsorganisationen, Hilfswerken und sonstigen angeblich sozialen und ökologischen Institutionen zu entflechten. Man gab irgendwann auf – so dicht ist das meist steuerfinanzierte NGO-Netz bereits.
Daß selbst die „seriösen“ Hilfswerke bis zu 40% der eingeworbenen Spenden und Steuergelder für ihre „Verwaltung“ (sprich: üppig dotierte Managerposten) verbrennen, ist noch bis vor einigen Jahren in den Massenmedien thematisiert worden. Heuer eher nicht mehr, da zum Beispiel der Spiegel und andere mittlerweile von ebensolchen NGOs per Spende finanziert werden (Gates etc.).
Hal Harvey geht nicht in Talkshows und besucht keine Demonstrationen, weswegen er in den Medien nicht bekannt ist. Dennoch ist er seit den Nuller Jahren einer wichtigsten Klima-Öko-Lobbyisten der Welt. Er studierte in Stanford/Kalifornien Energietechnik, Physik und Politik. Statt in der Industrie oder Forschung arbeitete er danach in NGOs, die sich gegen Atomwaffen einsetzen; Ende der 80er für die Rockefeller-Stiftung und den Pew Charity Trust, in deren Auftrag er die erste Klima-NGO gründete, den Energy Trust. 2002 wurde er der Chef des Umweltprogrammes der William-Flora-Hewlett-Stiftung – und das klingt nicht nur nach Hewlett-Packard. 2020 hatte diese Stiftung sagenhafte 13 Milliarden Dollar zur Verfügung. Wenig im Vergleich zum Haushalt westlicher Flächenstaaten wie Deutschland, Österreich oder Schweiz, denkt man vielleicht beim ersten Lesen. Denkste – in vielen Fällen reichen wenige Publikationen an genau der richtigen Stelle, um den Tenor der weltweiten Medien zu bestimmen, nicht nur der westlichen.
Beispiel gefällig? Die Corona-Krisenpolitik liefert ein besonders schönes: Die Erzählung von der „Zoonose“ des Corona-Sars2-Virus, der Herkunft aus der Urwald-Fledermaus, geht auf das mittlerweile berühmt-berüchtigte Treffen von Christan Drosten, Peter Daszak, Francis Collins und Anthony Fauci im Februar 2020 zurück. Man hatte sich auf die Zoonose-Geschichte geeinigt, um die Laborherkunft zu vertuschen, und publizierte dies in einem Offenen Brief in The Lancet.
Wenn so wenig reicht, um Narrative in sämtlichen Massenmedien des Planeten zu verbreiten, kann man sich vorstellen, zu was ein geschickter und erfahrener Lobbyist wie Hal Harvey in der Lage ist. Der Zeit-Artikel sagt es sogar ganz offen, schon in der Einleitung des Artikels:
„Der Amerikaner Hal Harvey verteilt weltweit Hunderte von Millionen an Organisationen, die Programme für Regierungen schreiben – und in Deutschland Staatssekretäre stellen.
(…) (Er) hat Organisationen aufgebaut, ohne die der Diesel-Skandal von Volkswagen 2015 nie bekannt geworden wäre*. Ohne Harvey rollten heute nicht mehr als 800.000 Elektroautos allein auf deutschen Straßen. Selbst als das Europaparlament vergangene Woche beschloß, daß in der EU von 2035 an keine Verbrennungsmotoren mehr zugelassen werden dürfen, hatte das mit Harvey zu tun.“
Als EIKianer sitzt man mit offenem Mund da, wenn man liest, wie ehrlich eine ausländische Einflußnahme an jeder demokratischen Legitimierung vorbei von einer etablierten Zeitung zugegeben wird. Bei der Gegenseite hingegen pocht man auf Einhaltung der Verfassung: In den USA wurde z.B. eine (erfundene) Geschichte 2016 breitgetreten, nach der Donald Trump Gelder aus Rußland erhalten habe. Und im Spiegel war einmal die Stilblüte zu lesen,
„(EIKEs) Partnerorganisation ist ein amerikanisches Institut, das wiederum Spenden eines Milliardärs bekommt, der als einer der größten Geldgeber von Donald Trump gilt.“
Indirekte Serien-Kontaktschuld sozusagen. Kein Nachweis von gar nichts, aber „Framing“, um uns in den Geruch ausländischer Fernsteuerung zu bringen. Die ferngesteuerte Zertrümmerung der deutschen Automobilindustrie durch einen amerikanischen NGO-Manager hingegen wird dreist zugegeben.
Auch wenn der gemeine Zeit-Leser es nicht wissen mag, der Diesel-Skandal von Volkswagen fußte auf den unrealistisch niedrigen Grenzwerten für Abgase, eingefädelt von der Deutschen Umwelthilfe, auf die die VW-Manager mit dem Software-Betrug reagierten statt mit Gegen-PR und Lobbyismus. Warum eigentlich? Hat der größte Autohersteller der Welt nicht selber Milliarden, die er für PR-Spezialisten ausgeben kann? Sicher, und so jemanden wie Harvey hätten sie wahrscheinlich auch einkaufen können. Die Autobauer sind meist aber technisch und rational denkende Menschen, die sich nicht vorstellen konnten, daß sich deutsche und europäische Politiker von gewissenlosen Planwirtschaftsfans aus Übersee dazu bringen lassen, ihre wichtigsten Arbeitsplatzbringer zu schlachten. Beziehungsweise, daß kindliche und wirklichkeitsentrückte deutsche Grünen-Politiker mit geschlossenen Augen Wirtschaft und Infrastruktur zerlegen – so einer wie Harvey mußte nur helfen, letzte Hürden beiseite zu räumen.
Deutschland ist laut Artikel wohl das Hauptziel der postdemokratischen Machenschaften des Großlobbyisten. Einer seiner Helfer und Geldempfänger ist Bernhard Lorentz, der die von den Metro-Erben gegründete Mercator-Stiftung leitet, die er nach dem Vorbild seines amerikanischen Pendants auf „Klima“ trimmte. Beide erdachten bei einem Treffen in Kalifornien die von ihnen später finanzierten deutschen Agora-NGOs (Energiewende 2012, Verkehrswende 2016), ohne die nach Auskunft eines Referatsleiters im Berliner Umweltministerium man „aufgeschmissen“ sei. Und Robert Habecks neuer Staatssekretär im Wirtschaftsministerium ist der alte Agora-Chef. Im Klartext: Regierungsaufgaben werden in Deutschland höchst offiziell an nichtgewählte oder anderweitig legitimierte Privatorganisationen übertragen. Damit nicht genug: Agora erhält nicht nur Millionenbeträge von Harveys Klima-NGOs, sondern auch von den Bundesministerien. Warum wählen wir eigentlich noch alle vier Jahre, wenn aus- und inländische Aktivisten die wichtigsten Politikfelder bestimmen, und sich zudem am deutschen Steuergeld bedienen?
Man darf sich fragen, ob Harvey und seine Stiftungskollegen tatsächlich grüne Naturschützer sind. Zweifel, daß Harvey ein Idealist ist, nährt schon der Zeit-Artikel selbst, den der Autor wohl in Trance geschrieben hat – seine eigenen Zeilen hätten in ihm eigentlich einen Verdacht wecken müssen. Zwar schreibt er, daß Hal Harvey um 1980 bei seiner Musterung den Eindruck erhalten habe, US-Kriege seien nur der Jagd nach dem Öl geschuldet. Unfug – die USA standen damals noch unter dem Eindruck des verlorenen Vietnam-Krieges, der der Eindämmung des Kommunismus diente – nennenswerte Ölquellen gibt es nicht in Vietnam. Erst der zweite Golfkrieg 1991 diente eindeutig dem Schutz des kuweitischen Öls, aber da war Harvey längst Öko-PR-Profi. Daß er schon in den frühen 1980er Jahren während des Studiums ernsthaft geglaubt haben soll, der Ausstieg aus fossilen Brennstoffen sei der
„Schlüssel zu so vielem: Energiesicherheit, Luftverschmutzung, Klimawandel, nationaler Sicherheit“.
Den Wahrheitsgehalt dieses Satzes zweifelt immerhin auch der Autor des Zeit-Artikels an. Kein Wunder: „Energiesicherheit“ war in den 1970ern das große Thema, und es wurde vom Westen durch Kernkraft gelöst. „Klima“ war ebenfalls in den 70ern in den Medien, aber nur als „Eiszeit“. „Luftverschmutzung“ könnte man ihm halbwegs abkaufen, wobei die schmutzigste Industrie der USA längst abwanderte, und der Staat hatte auch schon für Luftreinhaltung gesorgt. „Nationale Sicherheit“ im Sinne von „Wirtschaftssicherheit“ – ja, das ist glaubhaft, denn er zerstört ja die dominante europäische Konkurrenz von GM oder Ford.
Daß Hal Harvey selber ein wohlhabender Profiteur der Industriezerstörung ist, deutet der Zeit-Artikel immerhin an: Der Redakteur traf den Lobbyisten in den Mandala Suites in Berlin – ein Apartement-Luxushotel, in dem Harvey wohl auch logiert. Und zu behaupten, daß ein Stiftungsmanager, der über die Zeit Milliarden Dollar bewegt, nicht selber Multimillionär ist, wäre naiv. Da haben wir auch schon den Grund für seine Berufswahl – als Elektroingenieur in der Industrie hätte der Lobbyist durchaus gut verdient, ein Häuschen in der Vorstadt, zwei Autos, die Kinder auf guten Colleges untergebracht. Aber etliche Millionen, und vor allem die politische Macht – das gab es nur mit dem „Philantropismus“, wie der Artikel Harveys Job beschreibt.
Die Studienwahl des jungen Harvey zeigte schon, was der Mann wollte (und was nicht) – welcher Ingenieurs- und Physik-Student belegt denn schon Politik als drittes Fach? In Stanford, wo man vor allem in MINT-Fächern richtig ackern muß? Da hatte jemand offenbar schon im Studium vor, sich nach dem Uni-Abschluß harter Ingenieursarbeit zu entziehen. Dieses Verhalten erinnert an die Strategie eines gewissen Gesundheitsministers, der pikanterweise auch an einer amerikanischen Spitzen-Uni masterierte.
* International Council on Clean Transportation ICCT
Bevor wir auf die Krise der Energiewende zu sprechen kommen, werfen wir einen Blick auf die Temperaturentwicklung, die ja ein Auslöser der Klimastrategie der Bundesregierung ist.
Die Abweichung der globalen Temperatur vom 30-jährigen Mittel der satellitengestützten Messungen der University of Alabama (UAH) ist im Juni 2022 gegenüber dem Mai von 0,17 Grad auf 0,06 Grad Celsius erneut gesunken. Die Temperatur steigt seit 40 Jahren um durchschnittlich 0,13 Grad Celsus pro Jahrzehnt. Das ist kein Grund, sich auf deutschen Straßen anzukleben. Und denjenigen, die unsere Sommerwärme dem anthropogenem Klimawandel zuschreiben, sei gesagt : In den Tropen war der Juni 2022 der kühlste Juni seit 22 Jahren. Und auch die Temperaturen im mittleren Atlantik liegen nunmehr -0,2 Grad Celsius unterhalb des Mittelwerts der vergangenen 30 Jahre. Hier deutet sich möglicherweise das Ende der 30- jährigen Warmphase des Atlantiks an.
Wir müssen politische Tabus überwinden
„Solange wir in Deutschland Erdgas benötigen, ist es – freundlich ausgedrückt – ein Schildbürgerstreich, daß wir es nicht bei uns fördern“,
Habeck: „Ich glaube, dass das nicht der Weg ist, den wir gehen sollten und der uns weiterhilft“.


Ohne Laufzeitverlängerung ins Winter-Chaos
In der 24. Analysewoche importiert Deutschland jeden Tag Strom. Nur über Mittag gibt es genügend selbst produzierten Strom. Der günstig verkauft werden muß. Der importierte Strom hingegen kostet richtig viel Geld. der 18.6.2022 ist ein gutes Beispiel. Der Exportpreis liegt um 13:00 Uhr bei gut 76€/MWh. Einige Stunden später, um 20:00 Uhr, werden 330€/MWh fällig. 330€, die am Ende des Tages der deutsche Stromkunde bezahlen wird. Mit diesem Chart können alle wesentlichen Daten abgerufen werden. Es ist für den regelmäßigen Leser dieser Kolumne nichts Neues, dass die Importpreise generell höher liegen als die Exportpreise. In der 24. KW exportiert Deutschland 238 GWh Strom mehr, als das Land importiert. Der Erlös liegt unter dem Strich bei knapp 5 Mio €. Macht knapp 21€/MWh. Das erinnert stark an alte Preiszeiten. Das benachbarte Ausland freut sich.
Detailanalysen
Bei der Tabelle mit den Werten der Energy-Charts und dem daraus generierten Chart handelt es sich um Werte der Nettostromerzeugung, den „Strom, der aus der Steckdose kommt“, wie auf der Website der Energy-Charts ganz unten ausführlich erläutert wird. Nutzen Sie den höchst empfehlenswerten virtuellen Energiewende-Rechner (Wie viele Windkraft- und PV-Anlagen braucht es, um Kohle- und/oder Kernkraftstrom zu ersetzen? Zumindest im Jahresdurchschnitt.). Ebenso wie den bewährten Energierechner.
Schauen Sie sich an, wie sich eine angenommene Verdoppelung (Original-Excel-Tabelle) bzw. Verdreifachung (Original-Excel-Tabelle) des Wind- und Photovoltaik (PV)-Stroms auswirken würde. Beachten Sie bitte, dass der Strom bei entsprechender Kennzeichnung im Chart (= 1) oft eben nur im Tagesdurchschnitt ausreicht. Das ist vor allem dann der Fall, wenn, wie an allen Tagen zum Beispiel der 18. Kalenderwoche, die PV-Stromerzeugung stark bei gleichzeitig schwacher Windstromerzeugung ist. Da würde Strom zur Deckung des Bedarfs in Zeiträumen fehlen, an denen nur (schwacher) Windstrom zur Verfügung steht. Insbesondere des Nachts. Auch bei einer Verdoppelung oder Verdreifachung würde es nicht reichen. In der Vergangenheit war, aktuell ist die regenerative Stromerzeugung zur kompletten Bedarfsdeckung „Strom in Deutschland“ praktisch immer unzureichend. Dieser Chart belegt den Sachverhalt eindrucksvoll. Man erkennt darüber hinaus, dass zum Beispiel nur gut 40% Prozent regenerative Stromerzeugung im Jahr 2021 nur ein Durchschnittswert sind, und dass die 50% im Jahr 2020 trotz Zubaus weiterer regenerativer Stromerzeugungsanlagen durchaus nicht sicher sind. Der Wind, der Wind, das himmlische Kind, der Wind macht halt, was er will.
Die Charts mit den Jahres– und Wochen-Im-/Exportzahlen sowie der Vortrag von Professor Brasseur von der TU Graz sind sehr erhellend. Der Mann folgt nicht der Wissenschaft. Er betreibt Wissenschaft. Sehr bemerkenswert ist auch der Bericht des ZDF zum aktuellen Windkraftausbau, welcher in der Reihe ZOOM+ gezeigt wurde. Dass die Energiewende faktisch gescheitert ist, veranschaulicht Prof. Fritz Vahrenholt in seinem Vortrag beim „Berliner Kreis in der Union“.
Neuer Enexion-Artikel: Brandaktuell vom 10.6.2022 ist der Realitätscheck zur Energiewende von Prof. Sinn (Teil 1) plus zusätzlicher Informationen zur Stromversorgung Deutschlands vom 1.5.2022 bis 6.6.2022. Weiterhin lesenswert ist der Artikel vom 3.6.2022 der Enexion Kolumne zur Energiewende: Energiewende & die Bundesnetzagentur, Politik und Gaswirtschaft.
Sehr zu empfehlen ist das aktuelle Kompendium für eine vernünftige Energiepolitik der Bundesinitiative Vernunftkraft e.V. Es kann auch als Nachschlagewerk genutzt werden.
Die Werte des bisherigen Jahres 2022 belegen, dass die Energiewende kaum in den angestrebten Zeiträumen gelingen wird. Trotz weiteren Zubaus von Windkraft- und PV-Anlagen in Sachen regenerativer Stromerzeugung liegt die regenerative Stromerzeugung immer noch bei nur gut 50 Prozent. Auch im Bereich CO2 hat sich seit 2019 kaum etwas getan, wenn man vom ersten Corona-Jahr 2020 absieht. Es stellt sich die Frage, ob die deutsche Bevölkerung in der Mehrheit so leben will wie im Frühjahr 2020, dem Jahr mit wenig konventioneller Stromerzeugung wegen des Lockdowns und deshalb auch weniger CO2-Ausstoß. Dafür mit Arbeitsplatzverlusten, viel Kurzarbeit, Vereinsamung wegen mangelnder Mobilität und solch unsäglichen „Mutmach-Informationen“ der Bundesregierung.
Beachten Sie bitte unbedingt die Stromdateninfo-Tagesvergleiche, möglich bis 2016, in der jeweiligen Tagesanalyse unten. Dort finden Sie die Belege für die im Analyse-Text angegebenen Durchschnittswerte und vor allem auch die Im- und Exportwerte. Der Vergleich beinhaltet einen Schatz an Erkenntnismöglichkeiten. Das Analysewerkzeug stromdaten.info ist ein sehr mächtiges Instrument, welches mit dem Tool „Fakten zur Energiewende“ nochmals erweitert wurde.
Falls Sie die Agora-Handelstage vermissen: Bitte die ebenfalls verlinkte Agora-Chartmatrix aufrufen.
Wichtige Info zu den Charts: In den Charts von Stromdateninfo ist Solarstrom gelb markiert und immer oben, oft auch über der Bedarfslinie. Das bedeutet aber nicht, dass dies der Strom ist, der exportiert wird. Im Gegenteil. Wegen des Einspeisevorrangs wird dieser Strom, genau wie anderer regenerativ erzeugter Strom, bevorzugt in das Netz eingespeist. Zum Export bleibt praktisch nur konventionell erzeugter Strom übrig, der immer allein aus Netzstabilisierungsgründen benötigt wird. Gleiches gilt für zusätzliche Stromsenken, umgangssprachlich Stromverbraucher genannt. Wärmepumpen und Elektrofahrzeuge zum Beispiel erhöhen den Bedarf erheblich, so sie denn im geplanten Umfang realisiert werden sollten. Der hierfür zusätzlich benötigte Strom wird aber durchaus nicht regenerativ gedeckt. Die Sonne scheint nicht mehr und länger, der Wind weht nicht stärker, nur weil zusätzlicher Strom benötigt wird. Deshalb wird der zusätzlich benötigte Strom aktuell immer zusätzlich konventionell erzeugt. Jedenfalls so lange, bis der „massive Ausbau“ der „Erneuerbaren“ plus Speicher realisiert wurde und 100 Prozent grüner Strom nicht nur im Durchschnitt, sondern auch tatsächlich zur Verfügung steht, wenn er benötigt wird.
Tagesanalysen
Montag, 13.6.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 56,07 Prozent, davon Windstrom 23,86 Prozent, PV-Strom 20,33 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,88 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix mit Handelstag „Strom-Import/Export“.
Liegen die Importpreise am Montag– vom frühen Morgen, weil geringe Stromnachfrage insgesamt – über 200€/MWh, werden im Export unter 100€/MWh erzielt. Es ist das übliche Bild. Zwar reduzieren die Konventionellen ihre Produktion. Doch mehr geht nicht. mindestens 20% der Stromproduktion muss durch große Generatoren hergestellt werden. Sonst gehen die Lichter aus. Grüne Träumer wollen die Netzstabilität In Zukunft zwar „smart“ hinkriegen. Millionen einzelne, kleine Stromerzeuger sind meines Erachtens wesentlich schwieriger zu koordinieren als der Fahrplan der Deutschen Bahn. Was da in Sachen „Pünktlichkeit“ (bittere) Realität ist, weiß jeder. So was darf und kann man sich im Bereich „Stromversorgung“ nicht leisten. Da muss es immer zum praktisch sofort stimmen. Sonst gehen, ich wiederhole mich, die Lichter aus, weil das Stromnetz aus den Schwingungsfugen (50 Hz) gerät. Die Im- und Exportwerte Deutschlands und die von Deutschlands Nachbarn können hier analysiert werden.
Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 13. Juni ab 2016.
Dienstag, 14.6.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 46,65 Prozent, davon Windstrom 9,45 Prozent, PV-Strom 24,66 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,55 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix mit Handelstag „Strom-Import/Export“.
Der Höchstimportpreis reicht heute an die 300€/MWh-Marke. Der Exportstrom über Mittag liegt bei 150€/MWh. Die Im- und Exportwerte Deutschlands und die von Deutschlands Nachbarn können hier analysiert werden.
Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 14. Juni ab 2016.
Mittwoch, 15.6.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 44,80 Prozent, davon Windstrom 5,35 Prozent, PV-Strom 26,75 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,69 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix mit Handelstag „Strom-Import/Export“.
Die Windstromerzeugung kommt über Mittag zu Erliegen. Die Sonne scheint stark. Es ist halt Sommer. Zur Vorabendlücke wird die Importpreismarke von 300€/MWh geknackt. Die Im- und Exportwerte Deutschlands und die von Deutschlands Nachbarn können hier analysiert werden.
Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 15. Juni ab 2016.
Donnerstag, 16.6.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 51,15 Prozent, davon Windstrom 11,81 Prozent, PV-Strom 25,77 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,57 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix mit Handelstag „Strom-Import/Export“.
Donnerstag war in weiten Teilen Deutschlands ein Feiertag (Fronleichnam). Dementsprechend gering war der Strombedarf. Obwohl die die Konventionellen so weit wie möglich ihre Erzeugung reduzierten: Über die Mittagsspitze war zu viel Strom im Markt, der unter 100€/MWh verkauft werden musste. Die Im- und Exportwerte Deutschlands und die von Deutschlands Nachbarn können hier analysiert werden.
Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 16. Juni ab 2016.
Freitag, 17.6.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 53,16 Prozent, davon Windstrom 13,26 Prozent, PV-Strom 26,31 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,60 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix mit Handelstag „Strom-Import/Export“.
Freitag, oft Brückentag mit ebenfalls reduziertem Bedarf. Die konventionelle Stromerzeugung. Die Im- und Exportwerte Deutschlands und die von Deutschlands Nachbarn können hier analysiert werden.
Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 17. Juni ab 2016.
Samstag, 18.6.2022: Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 61,14 Prozent, davon Windstrom 20,01 Prozent, PV-Strom 27,58 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,55 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix mit Handelstag „Strom-Import/Export“.
Der bereits oben erwähnte Samstag mit dem enormen Preissprung. Bis zur Vorabendlücke exportiert Deutschland Strom. Die Im- und Exportwerte Deutschlands und die von Deutschlands Nachbarn können hier analysiert werden.
Belege für die Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 18. Juni ab 2016.
Sonntag, 19.6.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 59,52 Prozent, davon Windstrom 21,36 Prozent, PV-Strom 24,66 Prozent Strom Biomasse/Wasserkraft 13,50 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix mit Handelstag „Strom-Import/Export“.
Der praktisch immer bedarfsarme Sonntag wartet mit recht viel regenerativer Stromerzeugung auf. Der Preis sackt auf 60€/MWh ab. Auch heute ist der Preisunterschied innerhalb von wenigen Stunden enorm. Die Im- und Exportwerte Deutschlands und die von Deutschlands Nachbarn können hier analysiert werden.
Belege für die Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 19. Juni ab 2016.
Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.
Die bisherigen Artikel der Kolumne Woher kommt der Strom? mit jeweils einer kurzen Inhaltserläuterung finden Sie hier.