Klimawissen- kurz & bündig: Der perfekte Klimakonsens: 100 Prozent!

No. 21: Gibt es einen Klimakonsens? Und wenn ja, wieviel? 97% 99,79%? Dazu gibt es zahlreiche Umfragen oder Studien, die aus anderen Studien eine Aussage lesen wollen. Das Vorgehen ist ungewöhnlich – in anderen „harten“ Wissenschaften wie Chemie oder Physik werden in der Regel keine derartigen Zustimmungsstudien angefertigt. Stattdessen gibt es Übersichtsartikel (Reviews), die den Stand des Wissens zu einem Spezialthema anhand geprüfter Experimental-Literatur zusammenfassen, und damit übereinstimmende Forschungsergebnisse zusammentragen. Prozent-Angaben zu Übereinstimmung scheinen eher politisch motiviert zu sein. So sah die berühmte „97%“-Studie von John Cook, von Obama 2013 zitiert, denn auch aus – siehe Teil 5 von „Klimawissen- kurz & bündig“. Heute schauen wir uns die allererste der „Die Wissenschaft ist sich einig“-Klimastudien von Naomi Oreskes, Harvard-Uni, an.

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Naomi_Oreskes#/media/Datei:Naomi_Oreskes_2nd_European_TA_conference_in_Berlin_2015_(cropped_to_shoulders).JP

 




Woher kommt der Strom? regenerative Stromerzeugung insgesamt stark

von Rüdiger Stobbe

In dieser Woche war die regenerative Stromerzeugung insgesamt stark und liegt mit 63,4% Beitrag zum Strombedarf Deutschlands  weit über dem Durchschnitt des bisherigen Jahres, der bei aktuell bei 50,6% liegt.  Vergleichen Sie diesen Wert mit den Durchschnittwerten des gleichen Zeitraums mit den vergangenen Jahren ab 2016. Es ist eine Tendenz noch oben festzustellen. Das Jahr 2020 ist ein Ausreißer. Da die konventionelle Stromproduktion wegen des ersten Lockdowns massiv eingebrochen ist, hat die regenerative Stromerzeugung automatisch einen größeren Anteil an der Gesamtstromerzeugung. Regenerativ erzeugter Strom wird immer in das Stromnetz eingespeist. Die aktuelle Analysewoche im Überblick der Fakten zur Energiewende.

Detailanalyse

Bei der Tabelle mit den Werten der Energy-Charts und dem daraus generierten Chart handelt es sich um Werte der Nettostromerzeugung, den „Strom, der aus der Steckdose kommt“, wie auf der Website der Energy-Charts ganz unten ausführlich erläutert wird. Nutzen Sie den höchst empfehlenswerten virtuellen Energiewende-Rechner (Wie viele Windkraft- und PV-Anlagen braucht es, um Kohle- und/oder Kernkraftstrom zu ersetzen? Zumindest im Jahresdurchschnitt.). Ebenso wie den bewährten Energierechner.

Schauen Sie sich an, wie sich eine angenommene Verdoppelung (Original-Excel-Tabelle) bzw. Verdreifachung (Original-Excel-Tabelle) des Wind- und Photovoltaik (PV)-Stroms auswirken würde. Beachten Sie bitte, dass der Strom bei entsprechender Kennzeichnung im Chart (= 1) oft eben nur im Tagesdurchschnitt ausreicht. Das ist immer vor allem dann der Fall, wenn, wie an allen Tagen zum Beispiel der 18. Kalenderwoche, die PV-Stromerzeugung stark bei gleichzeitig schwacher Windstromerzeugung ist. Da würde Strom zur Deckung des Bedarfs in Zeiträumen fehlen, an denen nur (schwacher) Windstrom zur Verfügung steht. Insbesondere des Nachts. Auch bei einer Verdoppelung oder Verdreifachung würde es nicht reichen. In der Vergangenheit war, aktuell ist die regenerative Stromerzeugung zur kompletten Bedarfsdeckung „Strom in Deutschland“ praktisch immer unzureichend. Dieser Chart belegt den Sachverhalt eindrucksvoll. Man erkennt darüber hinaus, dass zum Beispiel knapp 50 Prozent regenerative Stromerzeugung im Jahr 2020 eben auch nur ein Durchschnittswert ist. In der Jahresübersicht 2020 zum Beispiel schwankt der Tageswert regenerative Erzeugung zwischen 16,6 Prozent am 10. Dezember 2020 und 92,2 Prozent am 16. Februar 2020.

Die Charts mit den Jahres– und Wochen-Im-/Exportzahlen sowie der Vortrag von Professor Brasseur von der TU Graz sind sehr erhellend. Der Mann folgt nicht der Wissenschaft. Er betreibt Wissenschaft. Sehr bemerkenswert ist auch der Bericht des ZDF zum aktuellen Windkraftausbau, welcher in der Reihe ZOOM+ gezeigt wurde. Dass die Energiewende faktisch gescheitert ist, veranschaulicht Prof. Fritz Vahrenholt in seinem aktuellen Vortrag beim „Berliner Kreis in der Union“.

Lesenswert ist auch der aktuelle Artikel vom 3.6.2022 der Enexion Kolumne zur Energiewende: Energiewende & die Bundesnetzagentur, Politik und Gaswirtschaft

Sehr zu empfehlen und lesenswert ist das aktuelle Kompendium für eine vernünftige Energiepolitik der Bundesinitiative Vernunftkraft e.V. Es kann auch als Nachschlagewerk genutzt werden.

Die Werte des bisherigen Jahres 2022 belegen, dass die Energiewende kaum in den angestrebten Zeiträumen gelingen wird. Trotz weiteren Zubaus von Windkraft- und PV-Anlagen und der aktuellen Rekordwoche in Sachen regenerativer Stromerzeugung, liegt die regenerative Stromerzeugung immer noch bei nur gut 50 Prozent. Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Auch im Bereich CO2 hat sich seit 2019 kaum etwas getan, wenn man vom ersten Corona-Jahr 2020 absieht.

Da stellt sich die Frage, ob die deutsche Bevölkerung in der Mehrheit so leben will wie im Jahr 2020, dem Jahr mit wenig konventioneller Stromerzeugung wegen des Lockdowns und deshalb auch wenig CO2-Ausstoß.

Beachten Sie bitte unbedingt die Stromdateninfo-Tagesvergleiche 2016 in der jeweiligen Tagesanalyse unten. Dort finden Sie die Belege für die im Analyse-Text angegebenen Durchschnittswerte und vor allem auch die Im- und Exportwerte. Falls Sie die Agora-Handelstage vermissen: Bitte die verlinkte Agora-Chartmatrix aufrufen. Der Vergleich beinhaltet einen Schatz an Erkenntnismöglichkeiten. Überhaupt ist das Analysewerkzeug stromdaten.info ein sehr mächtiges Instrument, welches mit dem Tool „Fakten zur Energiewende“ nochmals erweitert wurde.

Wichtige Info zu den Charts: In den Charts von Stromdateninfo ist Solarstrom gelb markiert und immer oben, oft auch über der Bedarfslinie. Das bedeutet aber nicht, dass dies der Strom ist, der exportiert wird. Im Gegenteil. Wegen des Einspeisevorrangs wird dieser Strom, genau wie anderer regenerativ erzeugter Strom, bevorzugt in das Netz eingespeist. Zum Export bleibt praktisch nur konventionell erzeugter Strom übrig, der immer allein aus Netzstabilisierungsgründen benötigt wird. Gleiches gilt für zusätzliche Stromsenken, umgangssprachlich Stromverbraucher genannt. Wärmepumpen und Elektrofahrzeuge zum Beispiel erhöhen den Bedarf erheblich, so sie denn im geplanten Umfang realisiert werden sollten.

Dieser Strom wird aber durchaus nicht regenerativ gedeckt. Die Sonne scheint nicht mehr und länger, der Wind weht nicht stärker, nur weil zusätzlicher Strom benötigt wird. Deshalb wird der zusätzlich benötigte Strom immer zusätzlich konventionell erzeugt. Jedenfalls so lange, bis der „massive Ausbau“ der „Erneuerbaren“ plus Speicher realisiert wurde und 100 Prozent grüner Strom nicht nur im Durchschnitt, sondern auch tatsächlich zur Verfügung steht, wenn er benötigt wird.

Tagesanalysen

Montag, 23.5.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 60,60 Prozent, davon Windstrom 32,28 Prozent, PV-Strom 16,42 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,89 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. DieAgora-Chartmatrix mit Handelstag „Strom-Import/Export“.

Die Woche beginnt mit ein wenig Stromimport am Vormittag.  Die konventionellen Erzeuger fahren zur Mittagsspitze die Produktion so weit wie verantwortbar (Zuviel gefährdet die Netzstabilität) herunter. Der Strompreis sinkt zur Nacht massiv. Die Im- und Exportwerte Deutschlands und die von Deutschlands Nachbarn  können hier analysiert werden.

Belege für Werte im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 23. Mai ab 2016.

Dienstag, 24.5.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 55,13 Prozentdavon Windstrom 28,54 Prozent, PV-Strom 13,63 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,96 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix mit Handelstag „Strom-Import/Export“.

Heute bricht vor allem die Windstromerzeugung ein. Vormittags und zum Abend sind Stromimporte notwendig, um die Versorgung Deutschlands sicherzustellen. Dass die Preise zu den Importzeiten anziehen und über 200€/MWh liegen, ist genauso selbstverständlich, wie der Preisrückgang über die Mittagsspitze, als Deutschland seinen überschüssigen Strom vermarktet.  Die Im- und Exportwerte Deutschlands und die von Deutschlands Nachbarn können hier analysiert werden.

Belege für Werte im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 24. Mai ab 2016.

Mittwoch, 25.5.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 59,55 Prozent, davon Windstrom 26,93 Prozent, PV-Strom 19,48 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,14 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix mit Handelstag „Strom-Import/Export“.

Die regenerative Stromerzeugung nimmt über Tag zu und lässt bezogen auf das Niveau bis zum Sonntag nicht mehr nach. Dennoch kommt es heute beim Nachlassen der PV-Stromerzeugung zur Vorabendlücke, die mit Importstrom hochpreisig geschlossen werden muss. Die konventionelle Erzeugung müsste über Tag zu viel erzeugten Strom wahrscheinlich verschenken, wenn die Produktion rechtzeitig so angepasst würde, dass die Lücke zum Abend geschlossen werden könnte. Da lässt man doch lieber den Stromkunden den notwendigen Importstrom bezahlen. Die Im- und Exportwerte Deutschlands und die von Deutschlands Nachbarn können hier analysiert werden.

Belege für Werte im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 25. Mai ab 2016.

Donnerstag, 26.5.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 74,00 Prozent, davon Windstrom 44,71 Prozent, PV-Strom 16,31 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,98 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix mit Handelstag „Strom-Import/Export“.

Heute sind keine Stromimporte nötig. Im Gegenteil. Deutschland produziert wegen des geringen Feiertagsbedarfs (Christi Himmelfahrt) so viel regenerativ erzeugten Strom, dass die Bedarfslinie fast erreicht wird. Mit der Konsequenz, dass der Strompreis nicht nur verfällt. Er ist zeitweise sogar negativ. Deutschland verschenkt den Strom nicht nur. Es wird sogar noch Geld mitgegeben. Die Im- und Exportwerte Deutschlands und die von Deutschlands Nachbarn können hier analysiert werden.

Belege für Werte im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 26. Mai ab 2016.

Freitag, 27.5.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 75,06 Prozent, davon Windstrom 48,26 Prozent, PV-Strom 15,06 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,74 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix mit Handelstag „Strom-Import/Export“.

Der Freitag zeichnet sich ebenfalls durch starke regenerative Stromerzeugung plus negativen Strompreisen aus. Das Preisniveau ist insgesamt niedrig. Die Im- und Exportwerte Deutschlands und die von Deutschlands Nachbarn können hier analysiert werden.

Belege für Werte im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 27. Mai ab 2016.

Samstag, 28.5.2022: Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 73,03 Prozent, davon Windstrom 42,26 Prozent, PV-Strom 18,49 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,28 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix mit Handelstag „Strom-Import/Export“.

Der bedarfsarme Einstieg in´ s Wochenende führt dank starker regenerativer Stromerzeugung wieder zum Preisverfall und negativen Strompreisen über Tag. Das Preisniveau bleibt niedrig. Die Im- und Exportwerte Deutschlands und die von Deutschlands Nachbarn können hier analysiert werden.

Belege für die Werte im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 28. Mai ab 2016.

Sonntag, 29.5.2022 : Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 54,66 Prozent, davon Windstrom 21,55 Prozent, PV-Strom 18,53 Prozent Strom Biomasse/Wasserkraft 14,59 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix mit Handelstag „Strom-Import/Export“.

Am Sonntag sinkt die Wind- und PV-Stromerzeugung über Tag so weit ab, dass zum Vorabend wieder Stromimporte notwendig sind. Sofort springt der Preis pro MWh Strom wieder über die 200 €-Marke. Die Im- und Exportwerte Deutschlands und die von Deutschlands Nachbarn können hier analysiert werden.

Belege für die Werte im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 29. Mai ab 2016.

Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.

Die bisherigen Artikel der Kolumne Woher kommt der Strom? mit jeweils einer kurzen Inhaltserläuterung finden Sie hier.

Rüdiger Stobbe betreibt seit über sechs Jahren den Politikblog www.mediagnose.de.




Sex sells? Panik sells!

von AR Göhring

Daß bestimmte biologische Reize gern dazu gebraucht werden, um Produkte anzupreisen, ist weder neu noch besonders anrüchig. Aber Panikmache zu nutzen, um irgend etwas zu verscherbeln, ist nicht nur moralisch verwerflich.

Eckart von Hirschhausens Katastrophenkolumne im Drogeriemagazin alverde ist seit einiger Zeit bekannt. Tod und Elend, wohin der Medien-&Politarzt in der Natur schaut – was aber niemals an Industrieanlagen mitten im Wald liegt (Windmühlen…), sondern stets an in Spuren vorhandenen atmosphärischen Verdauungsgasen und ähnlichem.

Der Wettbewerber von Roßmann will da nicht nachstehen und kündigt nun auch das Waldsterben 2.0 in seinem Centaur an. Was natürlich nicht an Windkraft-Industrieanlagen zwischen den Bäumen liegt,….. Sie wissen schon.

Im aktuellen Heft sieht man den Senior-Chef Dirk Roßmann, der Überlebenskünstler Rüdiger Nehberg recht ähnlich sieht, und seinen Sohn auf dem Titel. Im Doppelinterview geht’s um Familienbande, Werte, Zusammenhalt, also perfekte Themen im Umfeld von Werbung für Duschgel, Gesichtscreme und Sonnenschutz. Was hingegen erstaunt, ist die Weltuntergangsrhetorik in den „journalistischen“ Texten des Heftes.

Da darf ein beamteter Förster aus Schaumburg von „extremen Waldschäden der letzten Jahre“ und vom Waldspaziergang als „Besuch auf einer Intensivstation“ fantasieren. Sie wissen schon: Der Mann spricht natürlich nicht von Industrieanlagen zwischen den Bäumen…

Politisch korrekt über angeblich zerstörte Natur klagen ist bei Förstern, Bauern, Waldbesitzern oder Fischern nicht unüblich, da man heuer leicht an Subventionen aus dem Steuertopf gelangen kann. Der Trick klappt sogar bei Landwirten vom anderen Ende der Welt: Ein peruanischer Bauer klagt mit Unterstützung der Klima-NGO Germanwatch seit Jahren gegen das RWE, da ein angeblich CO2-bedingt schmelzender Andengletscher sein Haus und sein Dorf bedrohe.

Was er eigentlich meint, sagt er nicht, und das nennt man Framing – irgendeine Behauptung wird den Lesern unkonkret, dafür ununterbrochen eingehämmert. Im Fließtext neben dem Försterinterview steht immerhin etwas von heftigen Stürmen und von Schädlingsbefall im Wald bei Bückeberg. „Extremwetter“ würde ein Klimaforscher oder Quantitätsjournalist nun sagen, das vom „Klimakollaps“ herrühre, um den immer weniger glaubhaften Begriff „Erderwärmung“ zu vermeiden.

Etwas Realität und Wahrhaftigkeit findet man aber trotzdem noch im Artikel: Der geschädigte Bückeberg-Wald war gar nicht so natürlich, sondern eher eine alte Fichtenplantage. Daß Monokulturen anfälliger für alles Mögliche sind, hat aber rein gar nichts mit der Industrie zu tun, und ist schon bei der Anpflanzung klar. Um das Problem zu lösen, hat der Seniorchef von Roßmann nun ein Aufforstungsprogramm gestartet, mit dem er für jeden Mitarbeiter seiner Drogeriemärkte Eichen und andere heimische Bäume pflanzen will, insgesamt 34.000. Das ist doch prima, kein echter Grüner von echten Nicht-Regierungsorganisationen hat auch nur zaghafte Kritik vorzubringen. Wald ist gut!

Das Klimagetöse drumherum ist aber überflüssig, vor allem in Kundenmagazinen. Die Hefte sind ja gratis und eigentlich nichts anderes als die aufgedrängten Reklameblätter, die so manchen Briefkasten im Urlaub schnell verstopfen. Wahrscheinlich denkt die Roßmann-Redaktion (sofern es sie gibt, und die ganzen Kundenhefte nicht zentral von Auftrags-Büros gestaltet werden), daß die Kundinnen (die Produktreklamen richten sich fast nur an Frauen) ohne einen redaktionellen Teil mit Öko-, Gender- und Diversity-Themen die Hefte als Briefkastenreklame erkennen – und liegen lassen. Vielleicht hat die Redaktion damit sogar recht – Spiegel, Stern und Bild machen seit jeher Kasse mit deprimierenden Weltuntergangsthemen.

Interessant wäre es, einmal ein paar Spiegel-Ausgaben, oder auch Centaur und alverde, ohne jede Weltanschauung und Panikmache zu schreiben, um zu vergleichen, ob die sachlichen Texte vielleicht besser ankämen. Nicht vergessen: Ehemalige Demokratie-Sturmgeschütze wie der Spiegel oder bürgerliche Institutionen wie die Frankfurter Allgemeine verlieren seit 20 Jahren massiv an Lesern und damit Einnahmen.

Das läßt sich nicht mit „Technik-Strukturwandel“ wegdiskutieren. Internet oder Papier – guter Journalismus wird immer nachgefragt. Dennoch würde ein Experiment wie das oben angedachte kaum in Erwägung gezogen werden, noch würden die Ergebnisse umgesetzt, sollte sich zeigen, daß Ideologiefreiheit beim Käufer ankäme.

Aus irgendeinem Grund, den die universitäre Wissenschaft noch nicht herausgefunden hat (oder herausfinden will), betrachten sich Journalisten und Redakteure heuer mehrheitlich nicht mehr als halb-konstitutionelles Kontrollorgan und Wirklichkeits-Erforscher, sondern eher als fürstliche Herolde oder Zeitgeist-Verkünder. Das Phänomen könnte mit unserer Stammesgeschichte zu tun haben, etwa mit C.G.Jungs „Archaetypen“, also evolvierten Persönlichkeitstypen, die wichtige gesellschaftliche Aufgaben erfüll(t)en. Tja, oder schlicht mit Faulheit – es ist viel einfacher, etwas Leichtes zu studieren und dann mit dem Strom zu schwimmen.

Einen weiteren Grund für zeitgeistige Schlagseite benennt der Wald-Artikel in Centaur selbst, denn der erwähnte Intensivstation-Förster arbeitet mit ClimatePartner und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald SDW zusammen, um den Roßmann-Wald auf dem Bückeberg aufzuforsten. Nie gehört? ClimatePartner ist eine junge Firma, die seit 2015 durch EU-Gesetzgebung erzwungene Dienstleistungen erfolgreich für diverse Hersteller anbietet (vorher dümpelte sie vor sich hin).

Die SDW hingegen ist schon über 70 Jahre alt und wird heute von Spenden&Sponsoren finanziert – und natürlich von der Bundesregierung, wie es sich für eine Nichtregierungs-Organisation gehört. Die Aufforstungsaktion von Roßmann erinnert daher frappierend an die Stiftung Plant-for-the-Planet des Club-of-Rome-Mitglieds Frithjof Finkbeiner, der um 2010 seinem kleinen Sohn Felix durch TV-Talkshows ziehen ließ, um für seine Baumpflanzaktionen zu werben, die das Klima retten sollten.

Seitdem hat man aber nicht mehr viel davon gehört, und es ist fraglich, ob die Umweltstiftung nennenswerte Zahlen an Bäumen für den Planeten gepflanzt hat, oder nur ein paar Setzlinge vor laufenden Kameras. Selbst wenn, wäre es auch nicht wirklich relevant, da unser Planet seit 40 Jahren von ganz allein rund 30 Prozent grüner geworden ist. Wußten Sie das? Wenn nicht – sollen Sie auch nicht.

Da der Roßmann-Seniorchef selber hinter der Aufforstungsaktion steht und gerne darüber redet, und da das Gebiet auf den Bückeberg begrenzt ist, ist im vorliegenden Fall tatsächlich davon auszugehen, daß trotz gewisser nutzloser Steuergeldflüsse für die NGOs viele Bäume gepflanzt werden. Soll er für Werbezwecke ruhig erwähnen, wenn andere Firmen hübsche Frauen auf Reifenstapel setzen. Das Ganze aber mit Panikmache zu garnieren, um das Pflanzen von Bäumen als Rettung einer sowieso ergrünenden Welt hinzustellen, ist unhygienisch. Wenn man bedenkt, daß dank der gerade stattfindenden Preisexplosion und der „Grünflation“ selbst Doppelverdienerhaushalte ihren Urlaub knicken können und sich auf heftige Energiekosten-Nacherhebungen gefaßt machen müssen, könnten die Kundinnen von Roßmann und anderer Drogeriemärkte allmählich allergisch auf solche Weltretter-Artikel reagieren.




Eine Psychose nationaler Tragweite

von Hans Hofmann-Reinecke

Die Psychose ist eine Geisteskrankheit, bei der das Opfer Überzeugungen annimmt, die der Realität widersprechen, die es aber vehement verteidigt. Das bedeutet nicht, dass solch ein Mensch gefährlich wäre, es ist eher wahrscheinlich, dass er sich selbst Schaden zufügt. Es gibt nun Anzeichen dafür, dass die deutsche Nation unter einer derartigen Geisteskrankheit leidet.

Warum die Autos in London links fahren

Die Überzeugung etwa, dass in England Rechtsverkehr herrscht, die meisten Autos aber auf der falschen Straßenseite fahren, würde das Leben in London gefährlich machen. Und nicht nur das, diese Wahnvorstellung würde den Psychotiker auf Schritt und Tritt begleiten, sie würde zu einem zentralen Thema in seinem Leben. Für den Gesunden dagegen sind die Verkehrsregeln eine selbstverständliche Nebensache, die er kaum bewußt wahrnimmt.

Bei der deutschen Psychose nationaler Tragweite geht um die Wahnvorstellung, das Land könne durch die Umgestaltung seiner Energieversorgung einen günstigen Einfluß auf das Weltklima ausüben. Diese Vorstellung widerspricht der Realität.

Suizidale Gedanken?

Wohlgemerkt, es geht hier nicht darum zu diskutieren, ob das Narrativ zum weltweiten Klimawandel realistisch ist oder nicht. Es geht darum zu erkennen, dass die deutsche Klimapolitik unsinnig ist, unabhängig davon, ob menschengemachtes CO2 nun die Atmosphäre erwärmt oder nicht. Denn auch wenn die offizielle Sichtweise zum Thema Klimawandel zuträfe, auch dann hätten Deutschlands Anstrengungen zum Klimaschutz keinen Einfluss auf die Temperatur der Atmosphäre. Das erkennt man sehr schnell, wenn man Deutschlands CO2 Beitrag in ppm umrechnet, mit dem globalen CO2-Ausstoß vergleicht, und dann in die Betrachtungen zur „Klimasensitivität“ einsteigt. Die resultierende Abschätzung der erwarteten Erwärmung in Abhängigkeit von ppm CO2 macht deutlich, dass Deutschlands Beitrag vernachlässigbar ist.

Mit anderen Worten: für eine Maßnahme, die der Menschheit, weder im eigenen Lande, noch weltweit irgend einen Nutzen bringt, ist man bereit Lebensqualität, Wirtschaft und Landschaft zu zerstören. Das psychotische Deutschland aber hält unerschütterlich an seiner Wahnvorstellung der Weltenrettung fest, auch wenn es sich dabei selbst ruiniert.

In der klinischen Psychologie sind solche Verläufe bekannt: Man hat beobachtet, dass psychotische Patienten häufig suizidale Gedanken haben.

Es war einmal…

Lassen Sie mich diese unglaubliche und dramatische Entwicklung noch einmal anders darstellen: Hätten wir die Form der Energieversorgung aus dem Jahr 2.000 beibehalten, dann wäre das Klima um keinen Deut anders als es derzeit ist. Wir hätten dann aber noch ein Land mit gesunder Wirtschaft, mit höchster Lebensqualität und wir könnten unsere herrlichen Landschaften mit Bergen, Wäldern, Wiesen und Küsten frohgemut genießen – ohne Verunstaltung durch Monokulturen, Photovoltaik und Windräder. Und nicht nur das, die Energieversorgung wäre, so wie damals, eine selbstverständliche und preiswerte Nebensache, die zuverlässig funktioniert und die man kaum wahrnimmt.

So war das einmal, ob Sie es glauben oder nicht. Aber in den zwanzig Jahren seither hat sich das Land von der Vernunft verabschiedet und auf den Weg in Richtung Wahnsinn gemacht. Das geschah, so wie bei manchen Menschen, in Millimeterschritten, von denen jeder einzelne unauffällig war, aus denen aber letztlich eine Reise in den Abgrund wurde.

Ideologie statt Logik

Ein Rückweg zur Vernunft ist jetzt schwer vorstellbar. Denn so wie der menschliche Psychotiker seine Wahnvorstellungen vehement gegen gut gemeinte, logische Argumente verteidigt, so lässt sich auch Deutschland nicht durch Logik von seinem selbstzerstörerischen Pfad abbringen. Rationalität und mathematische Betrachtungen sind das Machwerk von alten weißen Männern und rechten Verschwörungstheoretikern.

Dank der systematischen Umstellung der Schulausbildung von logischem Denken auf ideologischen Gehorsam wird heute die eigene Urteilskraft schon von einfachsten Problemen überfordert. Die Bürger folgen dem offiziellen Narrativ so kritiklos und gewissenhaft wie der Stimme aus dem Navi im Auto, welches uns das Denken abnimmt. Es weist uns an: „in 200 m links abbiegen“ (und denkt sich dabei „…mehr braucht du nicht zu wissen, du Idiot“).

Früher gab es noch Straßenkarten, da verschaffte man sich erst einmal einen Überblick, und konnte dann, dank eigener Urteilskraft, selbst entscheiden wie man fuhr. Und wenn man sich verfahren hatte, dann wusste man zumindest so ungefähr, wo man war. Aber haben Sie schon einmal erlebt, wie hilflos man ist, wenn das Navi einen im Stich läßt oder falsch programmiert ist? Wenn Sie „Jemen“ statt „Bremen“ eingegeben haben?

Was aber die Navigation in der deutschen Politik angeht, da hätte ich einen Vorschlag der gegenwärtig immer und überall richtig wäre „Bei nächster Gelegenheit umkehren“.

Dieser Artikel erschien zuerst im Blog des Autors Think-Again. Sein Bestseller „Grün und Dumm“ ist bei Amazon erhältlich.




Mai Thi hat ein Problem: Faktencheck ihrer WDR-Klimadoku fördert Erschreckendes zutage

Mai Thi Nguyen-Kim von maiLab ist eine mit Preisen überhäufte Youtuberin und Wissenschaftsjournalistin. Allerdings hat sie ein Problem. Dieses Video schaut hinter die Kulissen von Mai. Ein Faktencheck ihrer WDR-Klimadokus fördert Erschreckendes zutage.

Bei EIKE auch im Artikel nachzulesen.