„Klimagefühle“: Psycho-Beraterbuch der „Psychologists for future“

von Grünfeld, Robert

„Klimagefühle – wie wir an der Krise wachsen, statt zu verzweifeln“ heißt ein gerade veröffentlichtes Buch der Klimapsychologen-Vereinigung im Gefolge von Fridays for future. Die Autorinnen heißen Lea Dohm und Mareike Schulze und haben Psychologists for Future mitgegründet. Zum Glück ist das englische Wort geschlechtsneutral, sonst wäre der Titel noch länger oder mit unlesbaren Sonderzeichen gespickt.
Mit einem Vorwort von Mojib Latif und Beiträgen von Eckart von Hirschhausen, Carola Rackete, Özden Terli, Gregor Hagedorn, Stefan Rahmstorf und Harald Lesch. Da ist klar, was den Leser inhaltlich erwartet.

Mit der Panikmache zu diversen Öko- und Gesundheitskatastrophen, die samt und sonders nicht eintraten, wird seit 50 Jahren das große Geld gemacht, ganz im Sinne des Prinzips von Helmut Schelsky:

„Erfinde ein Problem und biete Dich selbst als Lösung an. Die Arbeit tun die anderen.“

Das Konzept ist ausgesprochen nützlich für Medienhäuser, Politiker, Aktivisten und Pseudowissenschaftler. Ein auch nicht unwichtiger Faktor sind die nachgeordneten Profiteure von Weltuntergangsmärchen, die mit Büchern zum Thema Kasse oder Renommee machen. So schrieben schon Frank Schätzing und Jonathan Franzen Klimakollapsbücher – obwohl die beiden so etwas nicht nötig hätten. Nötig scheinen es aber Hirschhausen und Lauterbach zu haben, die seit 2019 und 21 im Kielwasser von Greta plötzlich in Klima machen.

Nötig scheinen es auch Mareike Schulze und Lea Dohm zu haben, die beide als tiefenpsychologische Therapeutinnen arbeiten (Gruß an die Patienten).

“Wir alle verdrängen täglich die Klimakrise. Oder vielmehr: die damit verbundenen Gefühle”,

behaupten die beiden kompetenten und verantwortungsbewußten Autorinnen – wohl anspielend auf die medial und schulisch verursachte Klimapanik und -Depression einiger höherer Töchter aus dem FFF-Umfeld. Tatsächlich dürfte es sich bei der Diagnose der beiden Therapeutinnen in der Masse eher um ein ideologisches Konstrukt handeln, da die Mädchen der FFF-Demos meist gutgelaunt wirken und Spaß haben. Die häufig hinterlassenen Müllberge der Demos, und das typische paradoxe Verhalten der Klimaretterinnen wie Langstrecken-Luisa zeugen auch nicht gerade von einer ernstgemeinten und angstbesetzten Überzeugung.

Was schreiben sie im einzelnen?

Fangen wir bei Mojib Latif an. Das bekannteste Alarmistengesicht der 90er und frühen Nuller Jahre hat sich wie CO2-Milliardär Al Gore aus der Öffentlichkeit weitgehend zurückgezogen und wirkt jetzt via Club of Rome in Deutschland CoR eher aus dem Hintergrund. Im Vorwort zum Buch läutet er etwas gelangweilt die altbekannte Alarmglocke – CO2 auf Rekordhoch, das Ende ist nah, diesmal wirklich. Pikanterweise erwähnt er sogar den CoR – und Aurelio Peccei, den Gründungsvater der West-Oligarchen-Bewegung, die ihre Milliarden in politische Macht umwandeln will und dafür laufend irgendwelche Öko- und Gesundheitskatastrophen erfindet.

Stefan „Golfstrom“ Rahmstorf darf auch:

„Die Klimakrise wird den Rest unseres Lebens überschatten und verändern. Das löst unangenehme Gefühle aus. Dieses Buch macht Hoffnung und hilft, daß die Gefühle zum Handeln motivieren, statt zu lähmen.“

Was er damit wohl meint? Mehr als Festkleben auf der Straße kann nicht gemeint sein, denn mit Bildung haben die Freitagsschulwänzer erfahrungsgemäß Schwierigkeiten.

Im Haupttext erklärt Autorin Schulze, daß der Greta-Hype 2019 sie quasi aufgeweckt habe. „Ich fühle mich überrrollt wie von einem Tsunsami. Und plötzlich gibt vieles für mich Sinn.“ Das klingt ehrlich gesagt nach dem Erweckungserlebnis eines Zeugen Jehovas. Vorher habe sie Wetterextreme wie den „abartigen Hitzesommer“ 2018 nicht einordnen können. Man könnte auch sagen: Sie hat ein völlig normales Phänomen, Hitze im Hochsommer, selektiv als Beweis für ein Dogma genommen.

Im weiteren beschreibt Schulze, wie sie durch die Greta-Berichterstattung politisiert wurde. Psychologisch in der Tat interessant, weil sie längst schon eine abgeschlossene Berufsausbildung, Berufserfahrung und ein Kind hatte. Wie kann so jemand auf die PR-Masche von Ingmar Rentzhog hereinfallen? Immerhin war Greta zu Beginn ihrer Karriere erst 15 und hatte schlicht keinerlei Expertise vorzuweisen, nicht einmal formal wie Latif oder Rahmstorf. Warum haben die Warnungen der Alarm-Profs und ihrer vielen anderen Professoren-Kollegen sie nicht derart elektrisiert wie der Greta-Hype? Wohl weil Rentzhogs Strategie archaische emotionale Instinkte ansprach, während die eher trockenen und autistisch anmutenden Erklärungen der Klimatologen kaum Gefühle erzeugen – die wirken vor allem auf Frauen wie die Ablesung der Lottozahlen.

Auch Kollegin Dohm beschreibt, daß sie im Gretajahr zur Gläubigen der Church of Global Warming wurde. Zuvor habe sie das Buch Die unbewohnbare Erde von David Wallace-Wells gelesen, aber dem alarmistischen Autor nicht geglaubt. Das war eine bemerkenswerte Leistung des kritischen Selberdenkens; aber Dohm war dem medialen und vermutlich milieutypischen Druck nicht gewachsen: Am Ende ging auch sie mit ihren Kindern zur FFF-Demo in Hannover, schade.

Emotion schlägt Kognition, wie so häufig.

Passendes Buchzitat:

Wie fühle ich mich und was will ich deswegen oder dafür tun?

Interessanterweise ein zentrales Merkmal narzißtischer Persönlichkeiten, diese monothematische Frage nach dem eigenen Gefühl und der eigenen Perspektive. Man sollte von Anhängern der Klimakrisentheorie eher verantwortungsethisches Denken erwarten, im Sinne der Frage „Was passiert mit meinem Land, meiner Familie, meiner Region?“ Stattdessen ähneln die Formulierungen der beiden Autorinnen frappierend der Rhetorik von Emila Fester, der jüngsten und beruflosesten Abgeordneten des Bundestags.

Im Buch behandeln die beiden folglich konsequent das Thema der „Gefühlsregulation“, dem meist wichtigsten Problem der satten und behüteten Bürgerkinder. Wozu auch die Autorinnen zählen, da zum Beispiel Dohm berichtet, sie sei durch die Wohnung getobt und habe ihrem Mann ihren ganzen Klima-Frust „vor die Füße gekotzt“. Selbst therapiert habe sie sich durch Kontakte und Gruppenbildung, beispielsweise mit einer FUNK-Redakteurin.

Warum so viele Menschen trotz angeblicher Überzeugtheit nichts gegen die Klimakrise täten, erklärt das Buch mit „Abwehrmechanismen“ zum „emotionalen Schutz“. Wir haben eine alternative Erklärung: Fast niemand glaubt an die Panikmache wirklich. Man äußert die eigene Gläubigkeit, wenn es nützlich ist; entstehen Kosten, pfeift man ganz einfach auf das Getue und steigt in den Langstreckenflieger.

„Wir müssen helfen“ – heißt: „Ihr müßt helfen!“

Interessanterweise benennen die Autorinnen ein typisches Phänomen der Klimaschützer, die „rationalisierende Verrechnung“. Demnach räumten sich die Betroffenen selber etwas klimaschädliches Handeln ein, weil man ja sonst Verzicht übe. Wirklich? Etwas freiwilliger Verzicht, meist auch nur vorübergehend (Beispiel Vegetarismus), ist nicht besonders relevant – im Gegenteil, der psychische Gewinn ist erheblich.

Wirklich tun sollen dann „die anderen“ etwas – zum Beispiel die Medien, wie das Buch in einem kleinen Exkurskapitel betont. „Wie bitte?“ fragt der geneigte EIKE-Leser sich da, weil die Massenmedien der DACH-Länder nun nicht gerade dafür bekannt sind, beim Thema Klima zurückhaltend zu sein. Was kritisieren die Autorinnen dann? Sie behaupten, daß beschwichtigende Aussagen von Managern oder Politikerm unkommentiert gesendet würden, und damit der Eindruck entstünde, es würde gehandelt, ohne daß wirklich etwas passiere.

Eine groteske Aussage, da die Massenmedien und ihre Hof-Wissenschaftler nicht müde werden, laufend neue Probleme, die „von der Klimakrise“ erzeugt würden, zu erfinden. Man denke an das Sommerhochwasser 2021, und aktuell das Fischsterben, das nicht wenige Medienaktivisten unter „Klima“ einordnen, obwohl viel konkretere und profanere Gründe wie das Versagen grüner Politiker klar auf dem Tisch liegen.

Emotionale Klimafolgen

Schulze und Dohm beschreiben im Buch mehrere „Probleme“ der Klimakrise und deren emotionale Folgen – Gegenargumente oder Gegenbeweise finden sich nicht. Sie schreiben zum Beispiel vom schmelzenden Thwaites-Gletscher, ignorieren aber völlig wieder wachsende Eiszungen wie die im Gletscher-Nationalpark der USA. Zudem behaupten die beiden, daß reine Wettererscheinungen, die mit dem Klima nichts zu tun haben, natürlich Auswirkungen der CO2-Krise sein müssen – wie das Ahrtal-Hochwassser. Die Autorinnen ekeln sich noch nicht einmal davor, Infektionswellen („Pandemien“) als Klimafolge darzustellen.

Differenzierungen könnten ja für Klimängstliche hilfreich sein. Man merkt, die beiden Psychologinnen tappen in die altbekannte Psychofalle der selektiven Realitätswahrnehmung, weil sie sozial und finanziell nützlich ist. Echte Probleme der Menschen wie Verarmungs- oder Kälteangst, gerade durch die pathologische Klimarettungspolitik hervorgerufen, sind ihnen völlig egal. Dafür sind sie viel zu wohlhabend.

Daß die Autorinnen sich in einer selbstbestätigenden Eliten-Echokammer bewegen, geben sie selber unausgesprochen zu. Nicht nur sind sie mit ihrer „Psychologists for Future“-Organisation Teil der FFF-Szene, sondern sie unterhalten sich auch noch häufig mit professionellen Panikern wie Özden Terli, dessen Ansichten im Buch an mehreren Stellen wiedergegeben werden. Hinzu kommt der Rat, ausgerechnet beim Potsdam-Institut für Klimaforschungsfolgen PIK zu recherchieren und sich in Klima-Aktivisten-Gruppen zu begeben.

Der Klimärger des Larry Hesch

Neben der „Klimaangst“ beschreibt das Buch in einem Kapitel den „Klimaärger“. Ärger vor allem darüber, daß Politiker nicht genug gegen die „Apokalypse“ täten – wie Harald Lesch zitiert wird. Bürger, die gerade vor horrenden Energiekosten zittern, werden solche Sätze nur als Hohn empfinden. In Deutschland gibt es schon über 30.000 teure Windräder, die grundlastfähigen Kernkraftwerke sind bis auf drei abgeschaltet, die einseitige Bindung an Rußland erweist sich durch den Krieg als irrsinnig – und da soll jemand ZU WENIG für „das Klima“ getan haben? Eher zu viel.

Danach folgt ein Kapitel zur „Klima-Traurigkeit“. Darin wird die sterbende Natur in Deutschland beschrieben – Borkenkäferfraß, trockener Staubboden, Autobahn durch den Wald…. Was in der Aufzählung fehlt, kennt man von den Panik-Trauer-Artikeln des Eckart von Hirschhausen, zum Beispiel im Drogeriemagazin alverde: Windräder, Monokulturen für Ölpflanzen und Friedhof-artige Photovoltaikparks. Auch nicht erwähnt wird die Abholzung von Wäldern für Windpropeller. Daß Borkenkäferbefall in Monokulturen und Autobahnbau nichts mit Klima zu tun haben, geschenkt – selektive und framende Realitätswahrnehmung.

Pikant eine Wortmeldung von Migrantenretterin und Klimaaktivistin Carola Rackete, die behauptet, die Klimakrise sei eine „Crime Story“, da einige wenige Leute und Firmen das Klima zerstörten und Kasse machten und die Gesellschaft dafür zahlen müsse. Eine wirklich groteske Projektion: Tatsächlich sind es ja einige Geschäftemacher wie Elon Musk, Al Gore oder Greta Thunbergs Eltern, die mit Klimazertifikaten abkassieren – im Falle Musks sogar wohl Dutzende Milliarden. Bezahlen müssen das letztlich die steuerpflichtigen Bürger, die von PR-Experten wie Carola Rackete oder unseren beiden Buchautorinnen in Panik und damit auf Linie gehalten werden.

Klimagefühle
Wie wir an der Umweltkrise wachsen, statt zu verzweifeln | Die „Psychologists for Future“ über die psychologischen Folgen der Klimakrise
von Lea Dohm und Mareike Schulze

Herausgeber: ‎ Knaur HC; 1. Edition (1. August 2022)

Broschiert: ‎ 272 Seiten, ISBN-13: ‎ 978-3426286159

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EIKE-Vorträge im Auto hören? Jetzt EIKE-Podcasts auf Spotify!

Grünfeld, Robert

Viele EIKE-Leser wollen sich auf langen Autofahrten oder im Strandkorb die Konferenz-Vorträge oder Videos unseres Youtube-Kanals anhören. Das geht nun über den Dienst Spotify ganz einfach:

Einfach bei Spotify mit Computer, Tablet oder Handy anmelden und den Link von EIKE drücken.
Unser erster Podcast enthält alle deutschen Beiträge der Konferenz in Gera vom November 2021.

Inhalt:

Schlüchter+Schmid: Gletscherschmelze (0-0:30)
Lüdecke: Ozeanzyklen und Sonne (00:30 bis 1:08)
Ruprecht: Dual-Fluid-Technologie (1:08 bis 1:49)
Lüdecke: Wieviel CO2 noch? (1:50 bis 2:24)
Ederer: Klimaschutz und Verkehrswende (2:24 bis 2:59)
Vahrenholt: Energiewende zwischen Wunsch und Wirklichkeit (2:59 bis 3:59)
Fleischmann: Berechnung globaler Temperaturen (3:59 bis 4:41)
Limburg: EU-Green Deal (ab 4:42)

Technischer Hinweis: Über das Gratis-Konto von Spotify kann man Podcasts nur hören, nicht herunterladen. Wer Premium (bezahlpflichtig) bucht, kann auch laden.
Alternativ, für die Erfahrenen, kann man mit dem Programm Spotify Music Converter auch Podcasts laden, wenn man kein Premium-Konto besitzt.

Hier die englischsprachigen Beiträge der IKEK-14!




Korrupte Wissenschaft: Klima-Panikmache der Deutschen Physikalischen Gesellschaft nach 35 Jahren widerlegt

Grünfeld, Robert

Schon 1986 schlossen sich Physiker und Wissenschaftsfunktionäre der einträglichen Panikmache im Klimabereich an. Eigentlich waren der Spiegel und der Stern die zentralen Paniktrompeten, die mit Waldsterben, AIDS und dem im Meer untergehenden Kölner Dom Kasse machten.

Das Klimamanifest Heiligenroth publizierte kürzlich auf Youtube einen Panorama-Beitrag des NDR von 1986, in dem der schon äußerlich grün-zauselige Moderator behauptet, die Regierung und die Konzerne hätten kein Interesse daran, „wissenschaftliche“ Erkenntnisse zur Treibhauswirkung von Spurengasen anzuerkennen. (Nebenbei: Die gerade geschaßte RBB-Chefin Patricia Schlesinger war jahrelang Moderatorin von Panorama.) Zum Beweis der nahenden Katastrophe wird ein Video des Arbeitskreises Energie der Deutschen Physikalischen Gesellschaft gezeigt, in dem das spätere IPCC-Mitglied Klaus Heinloth den Weltuntergang an die Wand malt. Der Professor für Experimentalphysik sieht ganz und gar nicht aus wie ein Halb- und Pseudowissenschaftler, sondern eher wie mein gestrenger Physiklehrer aus dem Gymnasium, der hohe Ansprüche stellte und dem man niemals Fehlverhalten, Korruption oder sozialistische Ideologie zugetraut hätte.

Heinloth war auch kein 68er, sondern rund zehn Jahre älter, und hatte eine klassische anspruchsvolle wissenschaftliche Vita vorzuweisen – im Gegensatz zu heutigen Klima-Profs, deren „Renommee“ von Journalisten stets betont wird, obwohl sie ab der Dissertation nur in neuseeländischen Panik-Instituten arbeiteten und ihren Professorentitel einzig der Weltuntergangslehre verdanken. Was mag ihn und seine Mittäter bewegt haben, die Wissenschaft dem Dogma zu opfern? Aufmerksamkeit, Macht, Geldgier?

Recht hatten er und seine Kollegen in der Fachgruppe Energie nicht einmal ansatzweise, wie die Zeit zeigte: Nach 35 Jahren ist keine Extrem-Erhitzung eingetreten, sondern nur, was in einer natürlichen Warmzeit eines Interglazials zu erwarten ist, und Gottseidank eingetreten ist – warm ist viel besser als kalt. Heinloth ist aber 2010 verstorben – niemand kann ihn mehr für seinen Scharlatanerie verantwortlich machen.




Warum Öko-Alarmisten fast alles falsch sehen: Das Große Barriere-Riff stirbt nicht, und die Welt geht auch nicht unter.

Brendan O’Neill von spiked-online.com


aus dem Englischen von Daniel Heiniger, erschienen bei Politisches & Wissenswertes

Es stellt sich heraus, daß die Berichte über den Tod des Große Barriere-Riffs stark übertrieben waren. Jahrelang wurde uns gesagt, dass dieses herrliche Korallenriff vor der Küste von Queensland langsam von der Menschheit erdrosselt wird. The Guardian veröffentlichte sogar einen Nachruf. Der Titel lautete buchstäblich: Das Great Barrier Riff: ein Nachruf.

„Die Saat für die Zerstörung des Riffs ist tief verwurzelt“, hieß es darin.

Und wir alle wissen, wer die Schuld an dieser „Zerstörung“ trägt: die marodierende Menschheit. Es sind immer wir. Die Schifffahrt, die Umwandlung des Riffs in einen Touristen-Hotspot und natürlich Queenslands böse Kohleindustrie sind seit Jahrzehnten auf „Kollisionskurs“ mit diesem Naturwunder, wurde uns gesagt. „Der Klimawandel tötet das Great Barrier Riff“ – so lautete das ehrliche, erschreckende Urteil im Jahr 2017.
Und heute? Dem Riff geht es gut. Es ist so gut in Schuß wie schon lange nicht mehr. Die Nachrufer des Riffs konzentrierten sich auf das Problem der Bleiche.

Dabei wird die Koralle durch überdurchschnittlich warmes Wasser gestreßt, reagiert mit dem Ausstoßen der Algen, die in ihr leben, und wird dann schwach und stirbt manchmal ab. Die Koralle färbt sich totenbleich, daher der Begriff „Bleiche“. Große Teile der Korallen in diesem riesigen Riffsystem, das sich über eine unglaubliche Länge von 1.400 Meilen erstreckt, wurden in den letzten Jahrzehnten gebleicht. Und wenn sich die klimatischen Bedingungen nicht stabilisieren, wenn die Menschheit nicht ihre die Erde und das Meer erwärmenden Mätzchen einstellt, dann könnte auch der Rest ausgebleicht werden, wurde uns gesagt. Aber genau das ist nicht passiert. Ganz und gar nicht. Eine neue Untersuchung des Riffs durch das Australian Institute of Marine Science berichtet, dass sich der Korallenbestand des Riffs spektakulär erholt hat. In zwei Dritteln des Riffs ist der Korallenbewuchs auf dem höchsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen vor 36 Jahren. Nach den Todesanzeigen in den Zeitungen vor wenigen Jahren ist das Riff im Jahr 2022 wieder gesund – es ist der Lazarus der natürlichen Welt.
Wir sollten uns daran erinnern, wie wichtig die Berichte über den Tod des Riffs für die Darstellung des Klimawandels waren. Es gab endlose angstschürende Schlagzeilen über die tödliche Bedrohung des größten Korallenriffsystems der Erde durch den fleißigen Menschen. Die Bilder der kranken weißen Korallen wurden genutzt, um die Öko-Predigten der Eliten zu belegen und ihre Darstellung zu untermauern, dass der menschliche Einfluss auf die Natur etwas Böses und Mörderisches sei. Greenpeace veranstaltete sogar einen Unterwasserprotest im Riff mit einem Transparent, auf dem stand: „Kohle tötet das Riff“. Wirklich? Die Kohleproduktion in Queensland hat stetig zugenommen – Queensland produziert jedes Jahr Millionen Tonnen Kohle – und trotzdem hat sich der Zustand des Riffs verbessert. Fake News, Greenpeace?
Die „etwas überraschende“ Nachricht über die gute Gesundheit des Riffs – wie es eine Zeitung diplomatisch beschreibt – ist ein schwerer Schlag gegen die apokalyptische Panikmache der Öko-Eliten. Natürlich bedeutet die Tatsache, dass sich der Korallenbestand erstaunlich gut erholt hat, nicht, dass es in Zukunft keine Massenbleiche mehr geben wird, wie in fast allen Nachrichten zu lesen war. (‚Great Barrier Reef’s record coral cover is good news but climate threat remains‘, sagt der stets depressive Guardian. Jeder Silberstreif hat eine Wolke.)

Und doch stellt die derzeitige Erholung des Riffs den Katastrophismus der grünen Weltanschauung in Frage, die Geschichten vom endgültigen Niedergang, mit denen uns die Öko-Hysteriker ständig bombardieren. Die Menschheit, so werden sie nicht müde, uns daran zu erinnern, produziert und verschmutzt weiter und ist generell eine Plage für den Planeten, und doch hat sich der Gesundheitszustand des Riffs gleichzeitig verbessert. Vielleicht sind wir ja doch nicht die Massenmörder der Natur?
Der Tod des Great Barrier Riffs ist nur die jüngste Öko-Apokalypse, die nicht eingetreten ist. Jahrzehntelang haben unsere haarigen Eliten Tod und Untergang auf globaler Ebene vorhergesagt, und nichts davon ist eingetreten. Erinnern Sie sich an die „globale Abkühlung“, die Idee aus den 1970er Jahren, dass die Erde auf eine neue Eiszeit zusteuert? Sogar die CIA sagte einen „schädlichen globalen Klimawandel“ voraus, mit „mehr Schnee [und] Kälteeinbrüchen“. Das war natürlich Blödsinn, wie die Hitzewelle dieser Woche beweist. Die Eiszeit, die nie stattgefunden hat“, wie eine Schlagzeile vor einigen Jahren lautete. Dann war da noch die „Bevölkerungsbombe„, der fieberhafte Glaube, dass so viele lästige Menschen geboren werden, dass wir nicht in der Lage sein werden, sie alle zu ernähren – eine weitere Panik der 1970er Jahre. Auch dieser neomalthusianische Unsinn scheiterte, als er mit der Realität in Berührung kam. Heute leben fast acht Milliarden Menschen auf der Erde – im Vergleich zu weniger als vier Milliarden im Jahr 1970 – und unser revolutionäres, düngerreiches Landwirtschaftssystem bedeutet, dass wir sie alle ernähren können.
Meine Generation der 1980er Jahren wird sich an erschreckende Diskussionen in der Schule über den „sauren Regen“ erinnern – ein weiteres apokalyptisches Szenario, das kam und ging. Abholzung“ war eine weitere oft erzählte Öko-Horrorgeschichte. Die Menschheit tötet die Wälder der Welt, wurde uns gesagt. In Wahrheit leben wir in einer Zeit, in der die Wälder zunehmen. Sogar der Waldverlust in den Tropen wird durch „Zuwächse an anderer Stelle ausgeglichen“. Und wie steht es mit der globalen Begrünung? Seit 1982 sind jedes Jahr 618.000 Quadratkilometer zusätzlicher grüner Blätter auf dem Planeten hinzugekommen. Das entspricht der Fläche von drei Großbritanniens pro Jahr. Der Begrünung, wie dem Great Barrier Reef, geht es gut.
Die Vorhersagen über das Ende der Tage fallen immer mehr in sich zusammen. Wir haben „fünf Jahre, um die Welt zu retten“, sagte der Ecologist – im Jahr 2007. Wir haben „zehn Jahre, um die Welt zu retten“, sagte die UNO – im Jahr 1989. Wir haben vier Jahre, um die Welt zu retten“, sagte der NASA-Wissenschaftler und Klimaexperte Jim Hansen – im Jahr 2009. Das Ende der Welt kommt einfach nie. Doch anstatt über die Lücken in ihrer faktenbasierten Apokalyptik nachzudenken, verschieben die Pfundskerle einfach das Datum des Untergangs. So wurde uns 2018 gesagt, dass wir eigentlich noch 12 Jahre Zeit haben, um die Welt zu retten. Hat jemand Lust, sich im Jahr 2030 zu treffen, um eine weitere gescheiterte Apokalypse zu feiern? Wir könnten das am korallenreichen Great Barrier Riff tun.
Die Öko-Alarmisten irren sich nicht nur in Bezug auf den Tod der Erde – sie irren sich auch in Bezug auf das Leben auf der Erde im Moment. Die Botschaft, die sie ständig senden, ist, dass alles schlecht ist. Der große, ekelhafte menschliche Fußabdruck auf der armen Mutter Erde verursacht Hitzewellen, Stürme und Tod in einem noch nie dagewesenen Ausmaß, sagen sie. Das ist alles so übertrieben. Tatsächlich sind wir vor den gewalttätigen Launen der Natur sicherer als je zuvor. Die Zahl der Menschen, die bei Naturkatastrophen ums Leben kommen, ist von etwa 500.000 pro Jahr in den 1920er Jahren auf 14.000 im Jahr 2020 gesunken. Das ist ein Rückgang von 96 Prozent. Der Prozentsatz der Menschen, die in Armut leben, sank von mehr als 80 Prozent zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf weniger als 20 Prozent in den 2010er Jahren. Auch die Zahl der Todesfälle durch Krankheiten und Kriege ist in der Neuzeit drastisch zurückgegangen. Ebenso die Kinderarbeit. Auch die Lebenserwartung ist in die Höhe geschnellt. In Europa ist sie zwischen 1770 und 2019 von 34 Jahren auf 79 Jahre gestiegen. Das heißt, genau zu der Zeit, als die Menschheit industrielle Revolutionen durchführte und angeblich eine Plage für den Planeten war, verbesserten sich die Gesundheit und die Aussichten der Menschheit in einer Weise, von der unsere Vorfahren nur träumen konnten. Es ist fast so, als ob die Moderne gut für uns wäre.
Wir dürfen uns von der anti-industriellen Wut der Eliten nicht blenden lassen, wie brillant unser Einfluss auf den Planeten war. Wir haben die Erde nicht zerstört – wir haben sie gezähmt und zivilisiert; wir haben ihre Geheimnisse entschlüsselt; wir haben diesen wilden und unberechenbaren Ball im All in einen Planeten verwandelt, der acht Milliarden Menschen und noch mehr beherbergen kann. Gelegentlich gebleichte Korallen sind ein sehr geringer Preis für die Befreiung der Menschheit von Tod und Plackerei, finden Sie nicht auch?
Natürlich sind die Dinge noch lange nicht perfekt. Wir steuern auf eine schwere Wirtschafts- und Energiekrise zu. Sie wird die Arbeiterklasse im Westen und die Menschen im Süden am härtesten treffen. Doch diese Krise ist kein Armutszeugnis für die moderne menschliche Gesellschaft. Im Gegenteil, sie ist eine Anklage gegen die Abkehr der Eliten von der modernen menschlichen Gesellschaft. Jahrzehnte des Öko-Niedergang-Beschwörens, der Wut auf fossile Brennstoffe, der ständigen Forderungen nach einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums und einer gewaltsamen Verkleinerung des menschlichen Fußabdrucks haben zweifellos dazu beigetragen, dass wir in diese beunruhigende neue Realität der Energiekrise und -knappheit hineingezogen wurden. Es ist nicht der menschliche Einfluß auf den Planeten, über den wir uns Sorgen machen sollten – es ist die Feindseligkeit des Establishments gegenüber dem menschlichen Einfluß auf den Planeten. Die Beherrschung der Natur ist unerläßlich, wenn wir das menschliche Leben weiter verbessern wollen. Sie wird uns auch dabei helfen, die Natur selbst zu schützen, einschließlich ihrer größten Wunder wie dem Großen Barriere-Riff.
Brendan O’Neill ist der politische Chefautor von Spiked und Gastgeber des Spiked-Podcasts The Brendan O’Neill Show. Abonnieren Sie den Podcast hier. Und besuchen Sie Brendan auf Instagram: @burntoakboy




Nord Stream 2 – zur Erinnerung

von Hans Hofmann-Reinecke

Vor anderthalb Jahren, im Januar 2021, wurde dieser Artikel auf diesem Blog und auch auf der Achse des Guten schon einmal veröffentlicht. Wegen der Aktualität erscheint der Text noch einmal –  unverändert. Beachten Sie bitte die prophetischen Elemente am Ende des Berichts.

In naher Zukunft sollen wir aus Rußland jede Menge sauberer Energie geliefert bekommen, und zwar in Form von Erdgas per Nord Stream 2. Durch diese Pipeline könnten bis zu 55 Milliarden Kubikmeter pro Jahr fließen.

Ein Gas-befeuertes E-Werk könnte aus jedem Kubikmeter Erdgas rund 3,5 Kilowattstunden machen, das wären dann etwa 200 Terawattstunden pro Jahr. Das ist gut ein Drittel von Deutschlands jährlichem Verbrauch.

Nun liefert Nord Stream 2 ihr Erdgas zwar in Deutschland an, aber nicht alles wird hier verbraucht werden. Die Größenordnung der Zahlen zeigt dennoch, dass es sich um eine Angelegenheit volkswirtschaftlicher bzw. weltwirtschaftlicher Dimension handelt.

Was steckt dahinter?

Der Joker beim Poker

Vielleicht ist Nord Stream 2 ja der Joker im Pokerspiel namens „Energiewende“, der im richtigen Moment aus dem Ärmel gezogen wird. Wenn demnächst Kohle und Atom vollständig vom Netz sind, dann wird nicht mehr zu verheimlichen sein, dass es mit Wind und Sonne alleine nicht geht. Und dann baut man ein paar Dutzend Gaskraftwerke, die noch dazu den Vorteil haben, dass sie sich schnell regeln lassen und so die Volatilität von Wind- und Solarstrom flexibel ausgleichen können.

Voilà: Energiewende erfolgreich vollzogen! Wind, Sonne und sauberer Strom aus Erdgas. Was wollt ihr mehr. Ist das nicht eine herrliche Bilanz umweltfreundlicher Politik? Und diese Bilanz liegt dann pünktlich zum Wahltermin im September 2021 vor.

Aber ist Erdgas denn wirklich „sauber“? Oder ist es nur weniger „schmutzig“? Ich schlage vor, wir schaun uns  das mal an.

Ein perfekter Tetraeder

Es gibt da diesen Stoff, der vor sehr langer Zeit im Inneren der Erde durch Zerfall riesiger Mengen organischer Substanzen entstand. Er kann heute durch Bohrung, notfalls auch durch „Fracking“, an die Oberfläche gebracht und als Energiequelle genutzt werden. Es handelt sich offensichtlich um einen fossilen Brennstoff, der – wie alle anderen auch –  nicht „nachhaltig“ ist, weil er irgendwann zu Ende geht.

Die Rede ist von Methan, dem Hauptbestandteil von Erdgas. Sein Molekül, genannt CH4, besteht aus einem Kohlenstoff-Atom, um das sich vier Wasserstoff-Atome in der perfekten Symmetrie eines Tetraeders (Viereck-Pyramide) scharen. Bei seiner Verbrennung, also bei Verbindung mit dem Sauerstoff der Luft, entstehen dann zwei Moleküle H2O und ein Molekül CO2; und natürlich auch Energie.

Das Verhältnis von Kohlenstoff zu Wasserstoff im Methanmolekül ist offensichtlich 1:4. Die Energie beim Verbrennen wird also auch vom Wasserstoff geliefert. Daher entsteht in Kraftwerken mit Erdgas pro Kilowattstunde auch nur etwa halb so viel CO2 wie in Kohlekraftwerken. Aber dennoch: In jedem Kilogramm CH4 stecken 750 Gramm Kohlenstoff, die letztlich bei der Verbrennung 2,75 kg CO2 produzieren! Ja, das ist genau das Zeug, dessentwegen Greta Thunberg ihre Reden vor der UNO hält und Tausende Gleichgesinnter die Schule schwänzen müssen.

Noch schlimmer aber: sollte besagter Stoff versehentlich unverbrannt in die Atmosphäre entweichen, etwa bei seiner Förderung, dann wirkt er 84 mal stärker als das Treibhausgas CO2; er ist sozusagen das ultimative Gift für unser Klima.

Und das soll „sauber“ sein?

Wer weiß, die Situation könnte ja dieser kleinen Familienidylle ähneln:

Die Geschwister kommen zum Abendessen und werden gefragt, ob sie sich gewaschen hätten. Der kleine Junge steckt die Händchen hoch und Mutter sagt: „Gut, komm zu Tisch“. Die Schwester aber petzt: „Stimmt nicht, seine Füße sind noch ganz dreckig“. Darauf wird sie von Mutti zurecht gewiesen: “Was sauber ist und was nicht, das bestimme immer noch ich“. Vielleicht ist das ja beim Erdgas ähnlich.

Null Emission?

Es gibt ja da irgendwie dieses Ziel in unserer Umweltpolitik von „Null Emissionen bis 2030 oder 2050“. Das wäre mit Erdgas kaum zu machen. Wenn wir dann aber keinen CO2-freien Atomstrom mehr aus dem Ausland importieren, sondern rund ein Drittel des Bedarfs im eigenen Lande aus Erdgas gewonnen wird, dann wäre die CO2-Bilanz vielleicht sogar schlechter als heute. Der Beitrag des CO2-Fußabdrucks pro Person würde sich durch Erdgas auf jeden Fall um gut eine Tonne erhöhen.

Anders ausgedrückt, man baut gerade an einer Vorrichtung, durch die jährlich 100 Millionen Tonnen CO2 dank fossiler, nicht nachhaltiger Brennstoffe importiert werden sollen.

War das also das Ziel der Energiewende? Ein Spektakel, das die Bürger eine zwölfstellige Summe gekostet, das für die Verunstaltung von Landschaft, Flora und Fauna gesorgt, aber am CO2 nichts verbessert hat? Und nebenher müssen wir eine existenzielle Abhängigkeit von Russland akzeptieren!?

Unsere Kanzlerin denkt doch immer viele Schachzüge voraus, sie betrachtet die Dinge „vom Ende her“. Irgend etwas wird sich bei diesem Ende wohl gedacht haben.

Dieser Artikel erschien zuerst im Blog des Autors Think-Again. Sein Bestseller „Grün und Dumm“ ist bei Amazon erhältlich.