Gefeuert, weil er nicht an den Klimaweltuntergang glaubte – Klimaschau 117

Die Klimaschau informiert über Neuigkeiten aus den Klimawissenschaften und von der Energiewende. Themen der 117. Ausgabe:
0:00 Begrüßung
0:22 Die Hurrikanflaute von der niemand spricht
5:43 gefeuert weil er nicht an die Klimakatastrophe glaubte
12:24 Vulkanisches Gift verwirrt Baumringforscher


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Thematisch sortiertes Beitrags-Verzeichnis aller Klimaschau-Ausgaben: http://klimaschau.tv

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HURRIKANE
Wirbelsturmstatistik Ryan Maue: https://climatlas.com/tropical/
Wirbelsturmstatistik Colorado State University: http://tropical.atmos.colostate.edu/Realtime/index.php?arch&loc=global
Washington Post: https://www.washingtonpost.com/weather/2021/11/22/earth-hurricane-activity-record-quiet/
Roger Pielke Jr:
https://rogerpielkejr.substack.com/p/global-hurricane-landfalls-1970-to
Björn Lomborg: https://threadreaderapp.com/thread/1482384323013709831.html
Liu et al. 2022: https://agupubs.onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1029/2021GL096652
Kim et al. 2022: https://agupubs.onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1029/2021GL097459

GEFEUERTER BANKER
Vortrag: https://www.youtube.com/watch?v=bfNamRmje-s
Konferenz: https://moralmoneyeurope.live.ft.com/agenda
Marotzke: https://www.moz.de/nachrichten/politik/klimaforscher-jochem-marotzke-warum-uebertriebene-angst-vorm-klimawandel-unbegruendet-ist-63220797.html
Handelsblatt: https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/banken/britische-grossbank-hsbc-nachhaltigkeitsbanker-laestert-in-praesentation-ueber-klima-spinner-und-wird-suspendiert/28367114.html
Welt: https://www.welt.de/wirtschaft/plus238967535/Klimawandel-Nach-dieser-Kritik-verlor-HSBC-Banker-Stuart-Kirk-seinen-Job.html

LAKI
Edwards et al 2022: https://agupubs.onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1029/2021PA004386
https://www.vulkane.net/lernwelten/schueler/historisch2.html

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Produktion: EIKE




US-Öko-Lobbyisten bestimmen ohne demokratische Legitimierung Europas Wirtschaftspolitik

Das Wochenblatt Die Zeit porträtiert den mächtigsten Klima-Lobbyisten der Welt – den medial völlig unbekannten Hal Harvey aus Colorado. Seine Hauptwaffe: Milliarden von Dollar aus Nachlässen philanthropischer Superreicher.

In sozialen Medien wird gerne von ominösen Weltenlenkern fabuliert, die nach 100 Jahre alten Plänen von Coudenhove-Kalergi und anderen Fantasten die Demokratien des Westens ethnisch und wirtschaftlich umbauen („transformieren“) wollten, und dazu von ihnen gedungenen Politikern wie Merkel, Putin, Biden oder Johnson Befehle gäben.

Solche Verschwörungstheorien sind heuer beliebt, aber nichts anderes als das Gegenstück zu den Erzählungen der kulturellen Elite, in denen es vor Rechtsradikalen, giftigem Kohlendioxid und Superviren nur so wimmelt.

Oder? Denkt man – tatsächlich lieferte aber ausgerechnet Die Zeit (Nr. 25, 15.6.22) aus Hamburg, eines der wichtigsten Haltungsjournale im deutschsprachigen Raum, ein Portrait von Hal Harvey, einer grauen Eminenz hinter dem weltweiten weitverzweigten Klima-Öko-NGO-Netzwerk, das selbst die EU nicht mehr durchschaut. 2016 hatte man in Brüssel tatsächlich einmal versucht, die verschachtelten finanziellen Beziehungen zwischen all den Stiftungen, Nichtregierungsorganisationen, Hilfswerken und sonstigen angeblich sozialen und ökologischen Institutionen zu entflechten. Man gab irgendwann auf – so dicht ist das meist steuerfinanzierte NGO-Netz bereits.

Daß selbst die „seriösen“ Hilfswerke bis zu 40% der eingeworbenen Spenden und Steuergelder für ihre „Verwaltung“ (sprich: üppig dotierte Managerposten) verbrennen, ist noch bis vor einigen Jahren in den Massenmedien thematisiert worden. Heuer eher nicht mehr, da zum Beispiel der Spiegel und andere mittlerweile von ebensolchen NGOs per Spende finanziert werden (Gates etc.).

Hal Harvey geht nicht in Talkshows und besucht keine Demonstrationen, weswegen er in den Medien nicht bekannt ist. Dennoch ist er seit den Nuller Jahren einer wichtigsten Klima-Öko-Lobbyisten der Welt. Er studierte in Stanford/Kalifornien Energietechnik, Physik und Politik. Statt in der Industrie oder Forschung arbeitete er danach in NGOs, die sich gegen Atomwaffen einsetzen; Ende der 80er für die Rockefeller-Stiftung und den Pew Charity Trust, in deren Auftrag er die erste Klima-NGO gründete, den Energy Trust. 2002 wurde er der Chef des Umweltprogrammes der William-Flora-Hewlett-Stiftung – und das klingt nicht nur nach Hewlett-Packard. 2020 hatte diese Stiftung sagenhafte 13 Milliarden Dollar zur Verfügung. Wenig im Vergleich zum Haushalt westlicher Flächenstaaten wie Deutschland, Österreich oder Schweiz, denkt man vielleicht beim ersten Lesen. Denkste – in vielen Fällen reichen wenige Publikationen an genau der richtigen Stelle, um den Tenor der weltweiten Medien zu bestimmen, nicht nur der westlichen.

Beispiel gefällig? Die Corona-Krisenpolitik liefert ein besonders schönes: Die Erzählung von der „Zoonose“ des Corona-Sars2-Virus, der Herkunft aus der Urwald-Fledermaus, geht auf das mittlerweile berühmt-berüchtigte Treffen von Christan Drosten, Peter Daszak, Francis Collins und Anthony Fauci im Februar 2020 zurück. Man hatte sich auf die Zoonose-Geschichte geeinigt, um die Laborherkunft zu vertuschen, und publizierte dies in einem Offenen Brief in The Lancet.

Wenn so wenig reicht, um Narrative in sämtlichen Massenmedien des Planeten zu verbreiten, kann man sich vorstellen, zu was ein geschickter und erfahrener Lobbyist wie Hal Harvey in der Lage ist. Der Zeit-Artikel sagt es sogar ganz offen, schon in der Einleitung des Artikels:

„Der Amerikaner Hal Harvey verteilt weltweit Hunderte von Millionen an Organisationen, die Programme für Regierungen schreiben – und in Deutschland Staatssekretäre stellen.

(…) (Er) hat Organisationen aufgebaut, ohne die der Diesel-Skandal von Volkswagen 2015 nie bekannt geworden wäre*. Ohne Harvey rollten heute nicht mehr als 800.000 Elektroautos allein auf deutschen Straßen. Selbst als das Europaparlament vergangene Woche beschloß, daß in der EU von 2035 an keine Verbrennungsmotoren mehr zugelassen werden dürfen, hatte das mit Harvey zu tun.“

Als EIKianer sitzt man mit offenem Mund da, wenn man liest, wie ehrlich eine ausländische Einflußnahme an jeder demokratischen Legitimierung vorbei von einer etablierten Zeitung zugegeben wird. Bei der Gegenseite hingegen pocht man auf Einhaltung der Verfassung: In den USA wurde z.B. eine (erfundene) Geschichte 2016 breitgetreten, nach der Donald Trump Gelder aus Rußland erhalten habe. Und im Spiegel war einmal die Stilblüte zu lesen,

„(EIKEs) Partnerorganisation ist ein amerikanisches Institut, das wiederum Spenden eines Milliardärs bekommt, der als einer der größten Geldgeber von Donald Trump gilt.“

Indirekte Serien-Kontaktschuld sozusagen. Kein Nachweis von gar nichts, aber „Framing“, um uns in den Geruch ausländischer Fernsteuerung zu bringen. Die ferngesteuerte Zertrümmerung der deutschen Automobilindustrie durch einen amerikanischen NGO-Manager hingegen wird dreist zugegeben.

Auch wenn der gemeine Zeit-Leser es nicht wissen mag, der Diesel-Skandal von Volkswagen fußte auf den unrealistisch niedrigen Grenzwerten für Abgase, eingefädelt von der Deutschen Umwelthilfe, auf die die VW-Manager mit dem Software-Betrug reagierten statt mit Gegen-PR und Lobbyismus. Warum eigentlich? Hat der größte Autohersteller der Welt nicht selber Milliarden, die er für PR-Spezialisten ausgeben kann? Sicher, und so jemanden wie Harvey hätten sie wahrscheinlich auch einkaufen können. Die Autobauer sind meist aber technisch und rational denkende Menschen, die sich nicht vorstellen konnten, daß sich deutsche und europäische Politiker von gewissenlosen Planwirtschaftsfans aus Übersee dazu bringen lassen, ihre wichtigsten Arbeitsplatzbringer zu schlachten. Beziehungsweise, daß kindliche und wirklichkeitsentrückte deutsche Grünen-Politiker mit geschlossenen Augen Wirtschaft und Infrastruktur zerlegen – so einer wie Harvey mußte nur helfen, letzte Hürden beiseite zu räumen.

Deutschland ist laut Artikel wohl das Hauptziel der postdemokratischen Machenschaften des Großlobbyisten. Einer seiner Helfer und Geldempfänger ist Bernhard Lorentz, der die von den Metro-Erben gegründete Mercator-Stiftung leitet, die er nach dem Vorbild seines amerikanischen Pendants auf „Klima“ trimmte. Beide erdachten bei einem Treffen in Kalifornien die von ihnen später finanzierten deutschen Agora-NGOs (Energiewende 2012, Verkehrswende 2016), ohne die nach Auskunft eines Referatsleiters im Berliner Umweltministerium man „aufgeschmissen“ sei. Und Robert Habecks neuer Staatssekretär im Wirtschaftsministerium ist der alte Agora-Chef. Im Klartext: Regierungsaufgaben werden in Deutschland höchst offiziell an nichtgewählte oder anderweitig legitimierte Privatorganisationen übertragen. Damit nicht genug: Agora erhält nicht nur Millionenbeträge von Harveys Klima-NGOs, sondern auch von den Bundesministerien. Warum wählen wir eigentlich noch alle vier Jahre, wenn aus- und inländische Aktivisten die wichtigsten Politikfelder bestimmen, und sich zudem am deutschen Steuergeld bedienen?

Man darf sich fragen, ob Harvey und seine Stiftungskollegen tatsächlich grüne Naturschützer sind. Zweifel, daß Harvey ein Idealist ist, nährt schon der Zeit-Artikel selbst, den der Autor wohl in Trance geschrieben hat – seine eigenen Zeilen hätten in ihm eigentlich einen Verdacht wecken müssen. Zwar schreibt er, daß Hal Harvey um 1980 bei seiner Musterung den Eindruck erhalten habe, US-Kriege seien nur der Jagd nach dem Öl geschuldet. Unfug – die USA standen damals noch unter dem Eindruck des verlorenen Vietnam-Krieges, der der Eindämmung des Kommunismus diente – nennenswerte Ölquellen gibt es nicht in Vietnam. Erst der zweite Golfkrieg 1991 diente eindeutig dem Schutz des kuweitischen Öls, aber da war Harvey längst Öko-PR-Profi. Daß er schon in den frühen 1980er Jahren während des Studiums ernsthaft geglaubt haben soll, der Ausstieg aus fossilen Brennstoffen sei der

„Schlüssel zu so vielem: Energiesicherheit, Luftverschmutzung, Klimawandel, nationaler Sicherheit“.

Den Wahrheitsgehalt dieses Satzes zweifelt immerhin auch der Autor des Zeit-Artikels an. Kein Wunder: „Energiesicherheit“ war in den 1970ern das große Thema, und es wurde vom Westen durch Kernkraft gelöst. „Klima“ war ebenfalls in den 70ern in den Medien, aber nur als „Eiszeit“. „Luftverschmutzung“ könnte man ihm halbwegs abkaufen, wobei die schmutzigste Industrie der USA längst abwanderte, und der Staat hatte auch schon für Luftreinhaltung gesorgt. „Nationale Sicherheit“ im Sinne von „Wirtschaftssicherheit“ – ja, das ist glaubhaft, denn er zerstört ja die dominante europäische Konkurrenz von GM oder Ford.

Daß Hal Harvey selber ein wohlhabender Profiteur der Industriezerstörung ist, deutet der Zeit-Artikel immerhin an: Der Redakteur traf den Lobbyisten in den Mandala Suites in Berlin – ein Apartement-Luxushotel, in dem Harvey wohl auch logiert. Und zu behaupten, daß ein Stiftungsmanager, der über die Zeit Milliarden Dollar bewegt, nicht selber Multimillionär ist, wäre naiv. Da haben wir auch schon den Grund für seine Berufswahl – als Elektroingenieur in der Industrie hätte der Lobbyist durchaus gut verdient, ein Häuschen in der Vorstadt, zwei Autos, die Kinder auf guten Colleges untergebracht. Aber etliche Millionen, und vor allem die politische Macht – das gab es nur mit dem „Philantropismus“, wie der Artikel Harveys Job beschreibt.

Die Studienwahl des jungen Harvey zeigte schon, was der Mann wollte (und was nicht) – welcher Ingenieurs- und Physik-Student belegt denn schon Politik als drittes Fach? In Stanford, wo man vor allem in MINT-Fächern richtig ackern muß? Da hatte jemand offenbar schon im Studium vor, sich nach dem Uni-Abschluß harter Ingenieursarbeit zu entziehen. Dieses Verhalten erinnert an die Strategie eines gewissen Gesundheitsministers, der pikanterweise auch an einer amerikanischen Spitzen-Uni masterierte.

* International Council on Clean Transportation ICCT




Fritz Vahrenholt: Kühlster Juni der Tropen seit 22 Jahren – heimische Gasförderung als Ersatz?

Bevor wir auf die Krise der Energiewende zu sprechen kommen, werfen wir einen Blick auf die Temperaturentwicklung, die ja ein Auslöser der Klimastrategie der Bundesregierung ist.
Die Abweichung der globalen  Temperatur vom 30-jährigen Mittel der satellitengestützten Messungen der University of Alabama (UAH) ist im Juni 2022  gegenüber dem Mai von 0,17 Grad auf 0,06 Grad Celsius erneut gesunken.  Die Temperatur steigt seit 40 Jahren um durchschnittlich 0,13 Grad Celsus pro Jahrzehnt. Das ist kein Grund, sich auf deutschen Straßen anzukleben. Und denjenigen, die unsere Sommerwärme dem anthropogenem Klimawandel zuschreiben, sei gesagt : In den Tropen war der Juni 2022 der kühlste Juni seit 22 Jahren. Und auch die Temperaturen im mittleren Atlantik liegen nunmehr -0,2 Grad Celsius unterhalb des Mittelwerts der vergangenen 30 Jahre. Hier deutet sich möglicherweise das Ende der 30- jährigen Warmphase des Atlantiks an.

Wir müssen politische Tabus überwinden

Die Energiepreiskrise begann Mitte 2021 als Folge energiepolitischer Entscheidungen in Europa und in Deutschland. Der Verzicht auf 20.000 MW Kohlekraftwerke in Europa, der Ausstieg aus der Kernenergie in Deutschland, der durch die EU-Kommission gewollte Anstieg der CO2-Preise auf 90€/t CO2 (was den Gasstrompreis verdoppelte und den Braunkohlenstrompreis verdreifachte) traf auf eine gestiegene Nachfrage nach der Pandemie. Zusätzlichen wurden in vielen Staaten (USA, England, Deutschland) die Ausweisung neuer Fördergebiete für Öl und Gas untersagt. Der Krieg Rußlands in der Ukraine verschärfte seit Februar 2022 die Situation.
Reichen die politischen Antworten aus? Die Vertröstung auf Importe von Flüssiggas, der Ausbau der Wind-und Solarenergie, der befristete Verzicht auf den Ausstieg der in diesem Jahr zur Abschaltung anstehenden Kohlekraftwerke? Der Hinweis auf ein kürzeres Duschen?
Die drei großen deutschen Tabus, die uns in diese Lage gebracht haben, werden von der Bundesregierung nicht angegriffen. Wir schauen sie uns an.
Heimische Gasföderung statt 100 % LNG
Um das Pipelinegas aus Rußland zu ersetzen, plant die Bundesregierung den Bau von LNG-Terminals an der Nordseeküste, um insbesondere das Erdgas aus den USA, das durch Fracking gewonnen wird, zu importieren.
Seit einem halben Jahr wird wertvolle Zeit verloren, in der die Bundesregierung keinen Gedanken daran verschwendet, die eigenen großen Gasvorkommen erschließen zu lassen.
„Solange wir in Deutschland Erdgas benötigen, ist es – freundlich ausgedrückt – ein Schildbürgerstreich, daß wir es nicht bei uns fördern“,
sagte Hans-Joachim Kümpel, früher Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, WELT AM SONNTAG.  Bis zu 2,3 Billionen Kubikmeter erschließbares Erdgas liegen unter Deutschland im Schiefergestein. Die Menge würde ausreichen, das Land über Jahrzehnte mit Erdgas zu versorgen. Binnen eines Jahres könnte in Deutschland mit der Förderung von Schiefergas begonnen werden, sagte Mohammed Amro, der sich an der Bergakademie Freiberg mit Geoströmungstechnik beschäftigt.
In Deutschland kam Fracking seit Anfang der 1960er Jahre zum Einsatz – hauptsächlich für die Förderung von Erdgas aus sehr dichten Sandsteinen (Tight Gas). Seitdem sind über 320 Fracking-Maßnahmen durchgeführt worden, dadurch bedingte Umweltschäden sind nicht bekannt. Etwa ein Drittel der in Deutschland geförderten Erdgasmengen stammt aus Bohrungen, die mit Fracking stimuliert wurden. Nun geht es um die Förderung des Gases aus dem 1.000 Meter tiefem Schiefergestein, weit unterhalb der Grundwasservorkommen, die in Deutschland bei 50-200 Meter Tiefe liegen.
Doch es gibt in Deutschland ein Tabugesetz aus dem Jahre 2017, das Fracking in Deutschland verbietet. Die FDP wäre wohl bereit, dieses Tabugesetz aufzuheben. Doch die grünen Minister Steffi Lemke und Robert Habeck wehren sich halsstarrig seit einem halbem Jahr gegen diesen Weg der Vernunft.
Habeck: „Ich glaube, dass das nicht der Weg ist, den wir gehen sollten und der uns weiterhilft“.
Verantwortungslos bezeichnete der Rohstoffexperte Kümpel diese Position. Verantwortungslos ist noch milde asugedrückt in Anbetracht des drohenden Wohlstandsverlust Deutschlands. Es ist ein Bruch des Amtseides und damit ein Bruch der Verfassung: „Schaden vom deutschen Volke abzuwenden“ sagt der Amtseid (Art. 64 in Verbindung mit Art.56).
Stattdessen setzt der Wirtschaftsminister u.a. auf Fracking-Gas aus den USA. Der amerikanische Präsident Biden hatte zugesagt, bis 2030 50 Milliarden Kubikmeter Gas, etwa ein Drittel des russischen Exportes nach Europa, zu liefern. Diese Zusage kommt von dem gleichen Präsidenten, der in seinen ersten Amtstagen sämtliche Fracking-Projekte auf öffentlichem Grund gestoppt hatte. Ernstzunehmende Gasanalysten sagen daher für die nächsten Jahre eine Gaskrise in den USA voraus, da die bestehenden Frackingfelder in den nächsten fünf Jahren zur Neige gehen und neue zur Zeit nicht genehmigt werden.
Die Lage des Schiefergases in der norddeutschen Tiefebene von Niedersachsen bis Brandenburg verdeutlicht folgende Grafik (entnommen aus unserem Buch: Unerwünschte Wahrheiten, S.304 ff.)
CO2– freier Kohlestrom statt Kohle aus Kolumbien
Der Bundeskanzler hat am 6.4.2022 mit dem kolumbianischen Präsidenten Ivan Duque telefoniert, um auf eine Expansion des Steinkohlebergbaus El Cerrejon zu drängen, eine der größten, aber auch umstrittensten Kohleminen der Welt.
Das Präsidialamt in Kolumbien ließ mitteilen:
Leider ist Duque ab dem 7. August nicht mehr im Amt, da er vom linksgerichteten Gustavo Petro, der die Wahl zuvor knapp gewonnen hatte, abgelöst wurde. Die neue Regierung sieht die Kohlemine kritisch.
Olaf Scholz hätte besser einen Anruf in Sachsen oder der Lausitz getan. Da gibt es auch einen offenen Tagebau mit vorbildlichen Umweltstandards, ohne hungernde Kinder.  Aber diese eigene, wettbewerbsfähige und  umweltfreundliche Förderung hatte man ja im Kohleausstiegsgesetz nicht mehr haben wollen und in der Koalitionsvereinbarung „idealerweise“ schon 2030 die Schließung angekündigt. Wenn man aber die damit verbundenen Kohlekraftwerke mit einer CO2-Abscheidung versehen würde, wären auch alle möglichen CO2– und Klimabelastungen ausgeschlossen worden.
Damit wären wir beim zweiten Tabugesetz, das geschliffen gehört: Das Verbot von CCS ,also der Abscheidung von CO2 aus Kohlekraftwerken und die Verpressung in tiefe Schichten weit unterhalb des Gundwassers. Es gibt das Verbot  seit 2012. Pilotvorhaben waren erlaubt, aber alle norddeutschen Länder haben von der Klausel Gebrauch gemacht, selbst solche Forschungsvorhaben auszuschliessen. (Nähere Informationen : Unerwünschte Wahrheiten, S.297 ff.) Einer der Hauptinitiatoren für ein Verbot war seinerzeit der Landesvorsitzende der Grünen in Schleswig-Holstein, Robert Habeck, der die Initiative gegen ein CO2-Endlager mit den Worten unterstützte:
Er erreichte, daß die damalige CDU-Landesregierung einen entsprechenden Antrag im Bundesrat stellte, der dann später Gesetz wurde. Die in Schwarze Pumpe errichtete Pilotanlage wurde abgebaut und nach Kanada verkauft.
Es ist nicht zu erwarten, dass Robert Habeck den Weg freigibt für eine umweltfreundliche Kohlenutzung. Würde man diesen Weg beschreiten, hätte man gute Argumente, um von China den Einsatz dieser Technik zu verlangen, da das Land seine riesigen Kohlevorräte weiter nutzen wird. Aber wir wollen ja nur den deutschen Himmel retten.

 

Ohne Laufzeitverlängerung ins Winter-Chaos

Es gibt ein drittes Tabugesetz, das die Bundesregierung  nicht anfassen will : das Kernenergieausstieggesetz. Die dümmlichen Erklärungen des grünen Präsidenten der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, wonach Kernkraftwerke keine Wärme erzeugen, und daher bei der Gasknappheit nicht helfen, haben die meisten in Deutschland durchschaut. 14 % des Strom  kommt aus Gaskraftwerken. Wir werden nur zwei Drittel der Gaskraftwerke  durch das Hochfahren von Reservekohlekraftwerken ersetzen können. Ein Wegfall von drei Kernkraftwerken bedeutet am Ende, dass ein großer Teil dieser Einsparung aufgegeben wird, denn der wegfallende Strom kann nicht anders als durch Gaskraftwerke ersetzt werden.
Da hilft auch der forcierte Windkraft-und Solarausbau (der übrigens auch nur Strom produziert) nicht. Um die Strommenge der drei laufenden Kernkraftwerke rechnerisch zu ersetzen, benötigt man  zwei Drittel der 2,2 Millionen bestehenden Solaranlagen.  Anders ausgedrückt: Um diese Menge Strom zu ersetzen, brauchen wir fünf bis zehn Jahre, um die entstehende Lücke von etwa 35 TWh durch neue PV-Anlagen zu ersetzen. Und dann hätten wir nachts immer noch keinen Strom.
Der Vorstandvorsitzende von Evonik, Christian Kullmann, hat das Ausmaß der Gaskrise anschaulich beschrieben: Man stelle sich einen Gaszug vor, der in Sevilla beginnt und in Frankfurt endet, die ganze Strecke ein Waggon nach dem anderen. Und er stellt die Frage, wie lange die deutsche Chemieindustrie mit diesem Gas auskommen würde. Wohlgemerkt nur die Chemieindustrie.
Antwort : sechs Stunden!
Es geht um 5,6 Millionen Arbeitsplätze, die vom Erdgasmangel betroffen sind. Es geht nicht ums kürzere Duschen!



Woher kommt der Strom? Preissprünge

In der 24. Analysewoche importiert Deutschland jeden Tag Strom. Nur über Mittag gibt es genügend selbst produzierten Strom. Der günstig verkauft werden muß. Der importierte Strom hingegen kostet richtig viel Geld. der 18.6.2022 ist ein gutes Beispiel. Der Exportpreis liegt um 13:00 Uhr bei gut 76€/MWh. Einige Stunden später, um 20:00 Uhr, werden 330€/MWh fällig. 330€, die am Ende des Tages der deutsche Stromkunde bezahlen wird. Mit diesem Chart können alle wesentlichen Daten abgerufen werden. Es ist für den regelmäßigen Leser dieser Kolumne nichts Neues, dass die Importpreise generell höher liegen als die Exportpreise. In der 24. KW exportiert Deutschland 238 GWh Strom mehr, als das Land importiert. Der Erlös liegt unter dem Strich bei knapp 5 Mio €. Macht knapp 21€/MWh. Das erinnert stark an alte Preiszeiten. Das benachbarte Ausland freut sich.

Detailanalysen

Bei der Tabelle mit den Werten der Energy-Charts und dem daraus generierten Chart handelt es sich um Werte der Nettostromerzeugung, den „Strom, der aus der Steckdose kommt“, wie auf der Website der Energy-Charts ganz unten ausführlich erläutert wird. Nutzen Sie den höchst empfehlenswerten virtuellen Energiewende-Rechner (Wie viele Windkraft- und PV-Anlagen braucht es, um Kohle- und/oder Kernkraftstrom zu ersetzen? Zumindest im Jahresdurchschnitt.). Ebenso wie den bewährten Energierechner.

Schauen Sie sich an, wie sich eine angenommene Verdoppelung (Original-Excel-Tabelle) bzw. Verdreifachung (Original-Excel-Tabelle) des Wind- und Photovoltaik (PV)-Stroms auswirken würde. Beachten Sie bitte, dass der Strom bei entsprechender Kennzeichnung im Chart (= 1) oft eben nur im Tagesdurchschnitt ausreicht. Das ist vor allem dann der Fall, wenn, wie an allen Tagen zum Beispiel der 18. Kalenderwoche, die PV-Stromerzeugung stark bei gleichzeitig schwacher Windstromerzeugung ist. Da würde Strom zur Deckung des Bedarfs in Zeiträumen fehlen, an denen nur (schwacher) Windstrom zur Verfügung steht. Insbesondere des Nachts. Auch bei einer Verdoppelung oder Verdreifachung würde es nicht reichen. In der Vergangenheit war, aktuell ist die regenerative Stromerzeugung zur kompletten Bedarfsdeckung „Strom in Deutschland“ praktisch immer unzureichend. Dieser Chart belegt den Sachverhalt eindrucksvoll. Man erkennt darüber hinaus, dass zum Beispiel  nur gut 40% Prozent regenerative Stromerzeugung im Jahr 2021 nur ein Durchschnittswert sind, und dass die 50% im Jahr  2020 trotz Zubaus weiterer regenerativer Stromerzeugungsanlagen durchaus nicht sicher sind. Der Wind, der Wind, das himmlische Kind, der Wind macht halt, was er will.

Die Charts mit den Jahres– und Wochen-Im-/Exportzahlen sowie der Vortrag von Professor Brasseur von der TU Graz sind sehr erhellend. Der Mann folgt nicht der Wissenschaft. Er betreibt Wissenschaft. Sehr bemerkenswert ist auch der Bericht des ZDF zum aktuellen Windkraftausbau, welcher in der Reihe ZOOM+ gezeigt wurde. Dass die Energiewende faktisch gescheitert ist, veranschaulicht Prof. Fritz Vahrenholt in seinem Vortrag beim „Berliner Kreis in der Union“.

Neuer Enexion-Artikel: Brandaktuell vom 10.6.2022 ist der Realitätscheck zur Energiewende von Prof. Sinn (Teil 1) plus zusätzlicher Informationen zur Stromversorgung Deutschlands vom 1.5.2022 bis 6.6.2022. Weiterhin lesenswert ist der Artikel vom 3.6.2022 der Enexion Kolumne zur Energiewende: Energiewende & die Bundesnetzagentur, Politik und Gaswirtschaft.

Sehr zu empfehlen ist das aktuelle Kompendium für eine vernünftige Energiepolitik der Bundesinitiative Vernunftkraft e.V. Es kann auch als Nachschlagewerk genutzt werden.

Die Werte des bisherigen Jahres 2022 belegen, dass die Energiewende kaum in den angestrebten Zeiträumen gelingen wird. Trotz weiteren Zubaus von Windkraft- und PV-Anlagen in Sachen regenerativer Stromerzeugung liegt die regenerative Stromerzeugung immer noch bei nur gut 50 Prozent. Auch im Bereich CO2 hat sich seit 2019 kaum etwas getan, wenn man vom ersten Corona-Jahr 2020 absieht. Es stellt sich die Frage, ob die deutsche Bevölkerung in der Mehrheit so leben will wie im Frühjahr 2020, dem Jahr mit wenig konventioneller Stromerzeugung wegen des Lockdowns und deshalb auch weniger CO2-Ausstoß. Dafür mit Arbeitsplatzverlusten, viel Kurzarbeit, Vereinsamung wegen mangelnder Mobilität und solch unsäglichen „Mutmach-Informationen“ der Bundesregierung.

Beachten Sie bitte unbedingt die Stromdateninfo-Tagesvergleiche, möglich bis 2016, in der jeweiligen Tagesanalyse unten. Dort finden Sie die Belege für die im Analyse-Text angegebenen Durchschnittswerte und vor allem auch die Im- und Exportwerte. Der Vergleich beinhaltet einen Schatz an Erkenntnismöglichkeiten. Das Analysewerkzeug stromdaten.info ist ein sehr mächtiges Instrument, welches mit dem Tool „Fakten zur Energiewende“ nochmals erweitert wurde.

Falls Sie die Agora-Handelstage vermissen: Bitte die ebenfalls verlinkte Agora-Chartmatrix aufrufen.

Wichtige Info zu den ChartsIn den Charts von Stromdateninfo ist Solarstrom gelb markiert und immer oben, oft auch über der Bedarfslinie. Das bedeutet aber nicht, dass dies der Strom ist, der exportiert wird. Im Gegenteil. Wegen des Einspeisevorrangs wird dieser Strom, genau wie anderer regenerativ erzeugter Strom, bevorzugt in das Netz eingespeist. Zum Export bleibt praktisch nur konventionell erzeugter Strom übrig, der immer allein aus Netzstabilisierungsgründen benötigt wird. Gleiches gilt für zusätzliche Stromsenken, umgangssprachlich Stromverbraucher genannt. Wärmepumpen und Elektrofahrzeuge zum Beispiel erhöhen den Bedarf erheblich, so sie denn im geplanten Umfang realisiert werden sollten. Der hierfür zusätzlich benötigte Strom wird aber durchaus nicht regenerativ gedeckt. Die Sonne scheint nicht mehr und länger, der Wind weht nicht stärker, nur weil zusätzlicher Strom benötigt wird. Deshalb wird der zusätzlich benötigte Strom aktuell immer zusätzlich konventionell erzeugt. Jedenfalls so lange, bis der „massive Ausbau“ der „Erneuerbaren“ plus Speicher realisiert wurde und 100 Prozent grüner Strom nicht nur im Durchschnitt, sondern auch tatsächlich zur Verfügung steht, wenn er benötigt wird.

Tagesanalysen

Montag, 13.6.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 56,07 Prozent, davon Windstrom 23,86 Prozent, PV-Strom 20,33 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,88 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix mit Handelstag „Strom-Import/Export“.

Liegen die Importpreise am Montag– vom frühen Morgen, weil geringe Stromnachfrage insgesamt – über 200€/MWh, werden im Export unter 100€/MWh erzielt. Es ist das übliche Bild. Zwar reduzieren die Konventionellen ihre Produktion. Doch mehr geht nicht. mindestens 20% der Stromproduktion muss durch große Generatoren hergestellt werden. Sonst gehen die Lichter aus. Grüne Träumer wollen die Netzstabilität In Zukunft zwar „smart“ hinkriegen. Millionen einzelne, kleine Stromerzeuger sind meines Erachtens wesentlich schwieriger zu koordinieren als der Fahrplan der Deutschen Bahn. Was da in Sachen „Pünktlichkeit“ (bittere) Realität ist, weiß jeder. So was darf und kann man sich im Bereich „Stromversorgung“ nicht leisten. Da muss es immer zum praktisch sofort stimmen. Sonst gehen, ich wiederhole mich, die Lichter aus, weil das Stromnetz aus den Schwingungsfugen (50 Hz) gerät. Die Im- und Exportwerte Deutschlands und die von Deutschlands Nachbarn können hier analysiert werden.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 13. Juni ab 2016.

Dienstag, 14.6.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 46,65 Prozent, davon Windstrom 9,45 Prozent, PV-Strom 24,66 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,55 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix mit Handelstag „Strom-Import/Export“.

Der Höchstimportpreis reicht heute an die 300€/MWh-Marke. Der Exportstrom über Mittag liegt bei 150€/MWh. Die Im- und Exportwerte Deutschlands und die von Deutschlands Nachbarn können hier analysiert werden.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 14. Juni ab 2016.

Mittwoch, 15.6.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 44,80 Prozent, davon Windstrom 5,35 Prozent, PV-Strom 26,75 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,69 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix mit Handelstag „Strom-Import/Export“.

Die Windstromerzeugung kommt über Mittag zu Erliegen. Die Sonne scheint stark. Es ist halt Sommer. Zur Vorabendlücke wird die Importpreismarke von 300€/MWh geknackt. Die Im- und Exportwerte Deutschlands und die von Deutschlands Nachbarn können hier analysiert werden.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 15. Juni ab 2016.

Donnerstag, 16.6.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 51,15 Prozent, davon Windstrom 11,81 Prozent, PV-Strom 25,77 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,57 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix mit Handelstag „Strom-Import/Export“.

Donnerstag war in weiten Teilen Deutschlands ein Feiertag (Fronleichnam). Dementsprechend gering war der Strombedarf. Obwohl die die Konventionellen so weit wie möglich ihre Erzeugung reduzierten: Über die Mittagsspitze war zu viel Strom im Markt, der unter 100€/MWh verkauft werden musste. Die Im- und Exportwerte Deutschlands und die von Deutschlands Nachbarn können hier analysiert werden.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 16. Juni ab 2016.

Freitag, 17.6.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 53,16 Prozent, davon Windstrom 13,26 Prozent, PV-Strom 26,31 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,60 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix mit Handelstag „Strom-Import/Export“.

Freitag, oft Brückentag mit ebenfalls reduziertem Bedarf. Die konventionelle Stromerzeugung. Die Im- und Exportwerte Deutschlands und die von Deutschlands Nachbarn können hier analysiert werden.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 17. Juni ab 2016.

Samstag, 18.6.2022: Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 61,14 Prozent, davon Windstrom 20,01 Prozent, PV-Strom 27,58 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,55 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix mit Handelstag „Strom-Import/Export“.

Der bereits oben erwähnte Samstag mit dem enormen Preissprung. Bis zur Vorabendlücke exportiert Deutschland Strom. Die Im- und Exportwerte Deutschlands und die von Deutschlands Nachbarn können hier analysiert werden.

Belege für die Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 18. Juni ab 2016.

Sonntag, 19.6.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 59,52 Prozent, davon Windstrom 21,36 Prozent, PV-Strom 24,66 Prozent Strom Biomasse/Wasserkraft 13,50 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix mit Handelstag „Strom-Import/Export“.

Der praktisch immer bedarfsarme Sonntag wartet mit recht viel regenerativer Stromerzeugung auf. Der Preis sackt auf 60€/MWh ab. Auch heute ist der Preisunterschied innerhalb von wenigen Stunden enorm. Die Im- und Exportwerte Deutschlands und die von Deutschlands Nachbarn können hier analysiert werden.

Belege für die Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 19. Juni ab 2016.

Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.

Die bisherigen Artikel der Kolumne Woher kommt der Strom? mit jeweils einer kurzen Inhaltserläuterung finden Sie hier.




ZDF-Wetterfrosch Özden Terli: „Wir müssen einen Teil unseres Wohlstands abbauen“

Die Protagonisten des politisch-medialen Komplexes geben dem einfachen Volk gerne Ratschläge, was dieses tun muß, um die Energiekrise abzumildern. Dabei wird natürlich nicht zugegeben, daß es gerade der Komplex selber ist, der durch seine weltanschauliche Prägung und handwerkliche Unfähigkeit genau jene Probleme geschaffen hat, die die Bürger nun lösen sollen.

So wetterte vor Wochen der üppig vom Steuerzahler versorgte Ex-Bundespräsident Gauck, „wir“ sollten „frieren für die Freiheit“ – als wenn die Gasknappheit ursächlich Ergebnis des Ukrainekrieges sei und nicht der Politik Merkels, die er als oberster Repräsentant stets mittrug.

Eine lustige Stilblüte schuf der grüne Wirtschaftsminister, Philosoph Robert Habeck, als er von seiner stets kurzen Duschzeit unter fünf Minuten berichtete – die Plebs solle es ihm nun gleichtun. Das war wieder einmal ein Knieschuß des erstaunlich unbedarften 52jährigen, der nicht merkt, daß die Wähler nicht wie kleine Kinder behandelt werden wollen. Was kommt als nächstes – Tipps von Habeck zum klimaschonenden Zähneputzen?

Etwas härter belehrt Wetterfrosch Özden Terli, der Klimajournalist vom ZDF. Er sagt im Interview  dem Beitragszahler, „wir“ müßten nun unseren Wohlstand abbauen. Zitat:

Unsere Ressourcen sind endlich. Ich denke, daß wir einen Teil unseres Wohlstands abbauen müssen. Das bedeutet nicht, daß die Menschen leiden sollen. Aber es bedeutet, daß es mit endlosem Wachstum nicht weitergehen kann.

Passende Kommentare dazu auf Facebook:

Dann soll er gleich mal seinen Jahresgehalt an eine Tafel spenden der Junge.

Zum Wohlstand gehört auch das Öffentlich Rechtliche Fernsehen, fangen wir damit an….

Bau zuerst deinen Wohlstand ab, zB. spende deine überhöhte Gage, dann reden wir weiter…

Konkreter wird er nicht, sondern erzählt nur davon, wie gerne er Fahrrad fährt und daß er kaum noch fliegt – nur noch, um vom Klimawandel zu berichten. Der zweite Punkt klingt verdächtig nach Claudia Roth, die auf Steuerzahlerkosten mit zwei Unionlern 42.000 Kilometer nach Indonesien und zurück reiste, um sich „die Auswirkungen des Klimawandels“ in Südostasien anzuschauen. Und Stefan „Golfstrom“ Rahmstorf schrieb einmal frech in seiner Kolumne, er sei gerade in Sydney auf einer Klimakonferenz – dafür ist fliegen natürlich OK. Interessant in diesem Zusammenhang ist, daß laut einer Statistik Klimaforscher besonders häufig konferieren und deshalb unbedingt laufend im Flieger sitzen müssen. Wer’s glaubt – die technokratischen Neo-Feudalisten genießen es, der Plebs etwas zu verbieten, was sie selber ganz offen genießen.

Ansonsten hält Terli sich im Interview zurück und spult nur nach den ihm vorgegebenen Stichworten Katastrophenmeldungen ab, um die „Klimakrise“ zu beweisen.

Wir stellen seit Jahrzehnten eine Veränderung in der Luftchemie und der physikalischen Parameter fest, sodaß wir sicher sagen können, daß solche Hitzewellen durch die Klimakrise aufgeladen werden.

Hitze im Sommer ist also etwas ungewöhnliches – und wenn der August mild werden sollte, sind wir gespannt, wie das erklärt werden wird. Wahrscheinlich „Wetter“ – oder der Golfstrom wird langsamer wegen der Hitze und so weiter.

Die Fragen des Interviews wirken, als habe Terli sie selber geschrieben. So wird tatsächlich behauptet, die Ahrtal-Flut habe deswegen über 100 Menschen getötet, weil die Behörden nicht auf die Folgen des Klimawandels vorbereitet gewesen seien. Wie kann das sein, obwohl doch seit Jahren Millionen und Milliarden in den Klimaschutz fließen? Ging etwa zu viel Steuergeld sinnlos in Klimaforschungsinstitute, und es blieb nichts mehr für technische lebensrettende Maßnahmen in altbekannten Flutgebieten übrig? Nicht doch.

Am Ende bekommt das Interview noch eine lustige Wendung, als Terli und sein Sparringspartner ernsthaft behaupten, in den Medien würde zu wenig von der Klimakatastrophe berichtet.

Interviewer: Das heißt, der Journalismus hat für Sie in Sachen Klimawandel versagt?

Terli: Ja, man kann von einem Versagen im Journalismus sprechen. (…)

I: Wenn Sie Programmchef wären: Wie viele Krimi-Stunden würden Sie pro Jahr umwidmen für Aufklärung über den Klimawandel?

T: Wir müssten gar keinen Krimi umwidmen. Es gibt so viele Drehbuchautoren, die ihren Geschichten einen Klimazusammenhang geben könnten. Ein abschmelzender Gletscher als Kulisse für den nächsten Tatort – so käme die Klimakrise in den Alltag der Menschen, genau dorthin, wo sie hingehört.

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