Grüner Ministerpräsident gibt schon wieder Spartipps, auf die Kleinkinder selber kämen

Grünfeld, Robert

Die grünen Spitzenpolitiker in Deutschland, allen voran Robert Habeck und Winfried Kretschmann, geben der Bevölkerung gern seltsame Spartipps wie kalt duschen, mit Waschlappen waschen, oder gar in die Dusche urinieren. Manche Bürger sehen das als Verhöhnung im Sinne von „haben sie kein Brot, sollen sie Kuchen essen“; andere verstehen es als Eingeständnis, daß die elitären Grünen der Masse den Wohlstand nehmen wollen.

Wobei die taz-Autorin Ulrike Herrmann recht klar sagt: Kapitalismus zerstört die Umwelt (Planwirtschaft früher nicht?), daher:

Die Wirtschaft muß schrumpfen. Dies wäre jedoch das Ende des Kapitalismus, weil er nur stabil ist, solange es Wachstum gibt.

Nun, die Weltbevölkerung wächst, und wir brauchen alsbald eine ausgesprochen teure planetare Meteoriten-Abwehr, der nächste Einschlag ist statistisch überfällig. Ohne Wachstum wird es zu Hungersnöten und Meteoriten-Einschlägen kommen. Aber immerhin gibt Herrmann offen zu:

Politik und Wirtschaft hoffen daher auf „grünes Wachstum”. Doch das ist eine Illusion. Der Ökostrom aus Solarpaneelen und Windrädern wird nicht reichen, um permanentes Wachstum zu befeuern.

Aber Herrmann ist nicht mächtig genug, die Parteifreunde an den Fleischtöpfen des Staates korrigieren zu können. Daher stammeln Ministerpräsidenten und Wirtschaftsminister Durchhalteparolen und geben Spartipps. Kretschmann aus Schtuëgert hat es gerade wieder getan: Im aktuellen Video behauptet er, er hätte als junger maoistischer und grüner Politiker praktisch die Sparspülung der typisch deutschen Toilette erfunden. Nun ja – auf so etwas kommen sparsame schwäbische Ingenieure auch von selber. Vielleicht hat er nur erwähnt, was längst in der Entwicklung war?

Danach rät er allen Ernstes, die Heizung nachts herunterzudrehen, oder gar die programmierte Nachtabsenkung zu nutzen. Was soll das? Glaubt er ernsthaft, daß Bürger im Ländle, die ihre Rechnung noch selber zahlen, würden das nicht längst tun? Der gelernte DDR-Bürger erinnert sich nun an die Kauf-Reklame mit dem Trabi, die kaum gesendet wurde, weil die Bürger es als Hohn empfanden, das einzig erhältliche Auto mit Jahrzehnten Wartezeit als tolles Produkt angepriesen zu bekommen.

Nebenbei: Müssen Politiker nicht selber zahlen, kümmern sie sich nicht ums Stromsparen. So war der Bundestag in der Sommerpause stets gut gekühlt, weil ein Herunterfahren der komplexen Anlage nicht möglich gewesen sei.

Daher ist das wirklich Interessante die Kommentierung des seltsamen Videos. Schauen und genießen Sie selber:


Es gibt auch eine interessante Internetseite – Cleverländle
In diesem Zusammenhang: Seit der ersten grün-geführten Regierung in Stuttgart ist das Bildungswesen dort von einem vorderen Platz auf einen der hinteren abgestiegen. „Clever“?




Woher kommt der Strom? Ab sofort mit Agora-Zukunftswerten

35. Analysewoche 2022

Seit Deutschland in einer veritablen Energiekrise mit ´sagenhaften` Strom- und Gaspreisen steckt, wird von berufener Seite immer wieder gerne auf die Versäumnisse bei Ausbau der „Erneuerbaren“ hingewiesen. Luisa Neubauer fordert zum Beispiel mehr ´Energie`, mehr Geschwindigkeit beim Ausbau von Windkraftanlagen und Photovoltaik. Agora-Energiewende ermöglicht seit einiger Zeit Zukunftsberechnungen mit den ´Ausbaugraden Erneuerbare` 68% im Jahr 2030 und 86% im Jahr 2040. Diese Prognosen bringen wir ab sofort regelmäßig neben unseren aktuellen Daten in dieser Form: [2030; 2040]. Die Ergebnisse des Mehr an Windkraft- und PV-Anlagen ist – gelinde gesagt – erschütternd. Auch bei einer regenerativen Stromerzeugung mit einem Ausbaugrad für mögliche 86% im Jahr 2040 werden noch erhebliche Mengen Strom aus dem bevorratetem konventionellen Backup-Kraftwerkspark (grauer Bereich) benötigt. Beim Ausbaugrad für mögliche 68% im Jahr 2030 ist die benötigte Menge konventionell erzeugten Stroms noch viel größer. Aktuell werden von der Regierung für das Jahr 2030 bereits 80% Ausbaugrad angepeilt. Weitere Worte zum Realitätssinn dieser Personen sind unnötig. Patrick „Staatssekretär“ Graichens Mindset hin, Patrick Graichens Mindset her.

In der 34. Analysewoche stieg der Strompreis mehrfach für eine Stunde über 1.000€/MWh (Hinweis darauf hier und Beleg auf WELTonline,  im Artikel ganz unten):  Diese Spitzenwerte wurden mittlerweile „geglättet (Höchstpreis 850€/MWh glatt!)„. Beim heutigen ´woken` Verständnis von Wissenschaft und Lauterkeit – jeder Buchhalter muss nachträgliche Änderungen kennzeichnen. Die ursprüngliche Eintragung muß sichtbar bleiben – wundert das nicht wirklich. Der Bürger könnte ja verunsichert werden. Weil Analysetool und die Fakten zur Energiewende immer von den offiziellen Datenströmen der Bundesnetzagentur und von Agora-Energiewende gespeist werden, sind die ursprünglichen Daten nicht mehr vorhanden. Deshalb wird ab sofort immer ein PDF der „Daten zur Energiewende“ gefertigt werden und nach dem Link abgelegt.

Neu in bei stromdaten.info und den Fakten ist die generelle Verwendung der Bezeichnung GW für die Leistungsangabe eines Stromerzeugers sowie GWh für die Energie aus der angegebenen Leistung in einem Jahr. Eine einfache Umrechnungsmöglichkeit finden Sie hier.

Die 35. Analysewoche [2030; 2040] (Factsheet & PDF) wartete mit einem Anstieg der Windstromerzeugung vor allem zum Wochenende auf. Naturgemäß nahm die PV-Stromerzeugung ab. Dennoch war – auch wegen der notwendigen konventionellen Systemdienstleistung (Netzstabilisierung) gerade am Wochenende, wo der Bedarf zurückgeht, zu viel Strom im Markt, der am Sonntag sogar unter 90€/MWh (Agora; Bundesnetzagentur Samstag genau 51€/MWh) abgegeben werden musste. Das, obwohl auch die teuren Gaskraftwerke an der Erzeugung mitgewirkt haben. Das Angebot- und Nachfrageprinzip wirkt. Wie es sich für eine Marktwirtschaft gehört.

Detailanalysen

Bei der Tabelle mit den Werten der Energy-Charts und dem daraus generierten Chart handelt es sich um Werte der Nettostromerzeugung, den „Strom, der aus der Steckdose kommt“, wie auf der Website der Energy-Charts ganz unten ausführlich erläutert wird. Nutzen Sie den höchst empfehlenswerten virtuellen Energiewende-Rechner. (Wie viele Windkraft- und PV-Anlagen braucht es, um Kohle- und/oder Kernkraftstrom zu ersetzen? Zumindest im Jahresdurchschnitt.) Ebenso den bewährten Energierechner.

Schauen Sie sich an, wie sich eine angenommene Verdopplung (Original-Excel-Tabelle) beziehungsweise Verdreifachung (Original-Excel-Tabelle) des Wind- und Photovoltaik (PV)-Stroms auswirken würde. Beachten Sie bitte, dass der Strom bei entsprechender Kennzeichnung im Chart (= 1) oft eben nur im Tagesdurchschnitt ausreicht.

Sogar bei einer angenommenen Verdreifachung würde es nicht immer reichen, die Stromversorgung Deutschlands sicher zu stellen. In der Vergangenheit war und aktuell ist die regenerative Stromerzeugung zur kompletten Bedarfsdeckung „Strom in Deutschland“ praktisch immer unzureichend. Dieser Chart [2030; 2040] belegt den Sachverhalt eindrucksvoll. Man erkennt darüber hinaus, dass zum Beispiel gut 40 Prozent regenerative Stromerzeugung im Jahr 2021 nur ein Durchschnittswert sind, und dass die gut 50 Prozent im Jahr 2020 trotz Zubaus weiterer regenerativer Stromerzeugungsanlagen durchaus nicht sicher erreicht werden. Der Wind, der Wind, das himmlische Kind, der Wind macht halt, was er will. Wobei noch ein physikalisch-technisches Problem hinzukommt: Weht der Wind schwach, wird – wie aktuell – wenig Strom produziert. Weht er richtig stark, wird sehr viel Strom produziert. Dann müssen die Windkraftanlagen unter Umständen aus dem Wind genommen, abgeregelt werden.

Der Chart mit den Import- und Exportzahlen bis zum 4. September 2022 sowie der Vortrag von Professor Georg Brasseur von der TU Graz sind sehr erhellend. Professor Brasseur folgt nicht der Wissenschaft. Er betreibt Wissenschaft.

Die aktuelle WiSo-Dokumentation ist dank Professor Harald Schwarz von der BTU Cottbus und diversen Energiewendeprotagonisten (Graichen, Kemfert, Paech) in jeder Hinsicht informativ. Dass die Energiewende faktisch gescheitert ist, veranschaulicht auch Professor Fritz Vahrenholt in seinem Vortrag beim „Berliner Kreis in der Union“.

Am 30.8 2022 erschien ein neuer Artikel der enexion-group, der sich mit der Entwicklung der Energiewende seit dem Jahr 2016 und des Einflusses von Angebot und Nachfrage auf die Preisbildung beschäftigt.

Beide Teile der Betrachtung „Leschs-E-Auto-Analyse“ zusammen finden Sie hier. Weiterhin lesenswert ist der Artikel vom 3. Juni 2022 der Enexion-Kolumne zur Energiewende: Energiewende & die Bundesnetzagentur, Politik und Gaswirtschaft. Sehr zu empfehlen ist das aktuelle Kompendium für eine vernünftige Energiepolitik der Bundesinitiative Vernunftkraft e.V. Es kann auch als Nachschlagewerk genutzt werden.

Heute möchte ich besonders auf einen aktuellen Artikel hinweisen, der auf der Achse erschienen ist und mögliche Folgen einer intensiven Stromerzeugung per Windkraft thematisiert: Wenig Wind durch Windkraft heißt Dürre und Starkregen!

Beachten Sie bitte unbedingt die Stromdateninfo-Tagesvergleiche, möglich bis 2016, in der jeweiligen Tagesanalyse unten. Dort finden Sie die Belege für die im Analyse-Text angegebenen Durchschnittswerte und vor allem auch die Im- und Exportwerte. Der Vergleich beinhaltet einen Schatz an Erkenntnismöglichkeiten. Das Analysewerkzeug  stromdaten.info ist ein sehr mächtiges Instrument, welches mit dem Tool Fakten zur Energiewende nochmals erweitert wurde. Falls Sie die Agora-Handelstage vermissen: Bitte die in den Tagesanalysen verlinkte Agora-Chartmatrix aufrufen.

Wichtige Info zu den ChartsIn den Charts von Stromdateninfo ist Solarstrom gelb markiert und immer oben, oft auch über der Bedarfslinie. Das bedeutet aber nicht, dass dies der Strom ist, der exportiert wird. Im Gegenteil. Wegen des Einspeisevorrangs wird dieser Strom, genau wie anderer regenerativ erzeugter Strom, bevorzugt in das Netz eingespeist. Zum Export bleibt praktisch nur konventionell erzeugter Strom übrig, der immer allein aus Netzstabilisierungsgründen benötigt wird. Gleiches gilt für zusätzliche Stromsenken, umgangssprachlich Stromverbraucher genannt. Wärmepumpen und Elektrofahrzeuge zum Beispiel erhöhen den Bedarf erheblich, so sie denn im geplanten Umfang realisiert werden sollten. Der hierfür zusätzlich benötigte Strom wird aber durchaus nicht regenerativ gedeckt. Die Sonne scheint nicht mehr und länger, der Wind weht nicht stärker, nur weil zusätzlicher Strom benötigt wird. Deshalb wird der zusätzlich benötigte Strom aktuell immer zusätzlich konventionell erzeugt. Jedenfalls so lange, bis der „massive Ausbau“ der „Erneuerbaren“ plus Speicher realisiert wurde und 100 Prozent grüner Strom nicht nur im Durchschnitt, sondern auch tatsächlich zur Verfügung steht, wenn er benötigt wird.

Tagesanalysen

Montag, 29.8.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 41,74 Prozent, davon Windstrom 10,40 Prozent, PV-Strom 18,69 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,65 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix [2030; 2040] mit Handelstag „Strom-Import/Export“.

Zu Beginn der Woche [2030; 2040] wenig Wind- und wenig PV-Strom. Es wird teurer Stromimport nötig. Die Im- und Exportwerte Deutschlands und die von Deutschlands Nachbarn können hier analysiert werden.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 29. August ab 2016.

Dienstag, 30.8.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 41,90 Prozent, davon Windstrom 12,10 Prozent, PV-Strom 17,97 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,83 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix [2030; 2040] mit Handelstag „Strom-Import/Export“.

Am Dienstag [2030; 2040] kommt es am Vorabend zum Anstieg der Windstromerzeugung. Dennoch bleibt es bei der teuer zu schließenden Vorabend-Stromlücke. Die Im- und Exportwerte Deutschlands und die von Deutschlands Nachbarn können hier analysiert werden.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 30. August ab 2016.

Mittwoch, 31.8.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 40,31 Prozent, davon Windstrom 15,34 Prozent, PV-Strom 12,63 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,34 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix [2030; 2040 ] mit Handelstag „Strom-Import/Export“.

Der Mittwoch [2030; 2040 ] ist regenerativ schwach. Die Konventionellen ´bullern, was das Zeug hält`. Trotzdem kommt es noch zu zwei Strom-Versorgungslücken. Die Im- und Exportwerte Deutschlands und die von Deutschlands Nachbarn können hier analysiert werden.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 31. August ab 2016.

Donnerstag, 1.9.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 42,72 Prozent, davon Windstrom 14,05 Prozent, PV-Strom 16,75 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,92 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix [2030; 2040] mit Handelstag „Strom-Import/Export“.

Heute etwas mehr PV-Strom [2030; 2040].Die Konventionellen können oder wollen die Morgen- und Vorabendstromlücken nicht schließen. Man nimmt lieber den regelmäßig hohen Importstrompreis mit. Die Im- und Exportwerte Deutschlands und die von Deutschlands Nachbarn können hier analysiert werden.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 1. September ab 2016.

Freitag, 2.9.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 51,42 Prozent, davon Windstrom 22,85 Prozent, PV-Strom 18,80 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,78 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-ChartsDie Agora-Chartmatrix [2030; 2040] mit Handelstag „Strom-Import/Export“.

Der Freitag [2030; 2040] bringt erhöhte regenerativer Stromerzeugung. Das Preisniveau sinkt. Es ist viel Strom im Markt. Die Im- und Exportwerte Deutschlands und die von Deutschlands Nachbarn können hier analysiert werden.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 2. September ab 2016.

Samstag, 3.9.2022: Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 59,78 Prozent, davon Windstrom 30,87 Prozent, PV-Strom 16,81 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,10 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix [2030; 2040] mit Handelstag „Strom-Import/Export“.

Zum Wochenende [2030; 2040] sinkt wie immer der Bedarf. Vor allem das Gewerbe fährt seine Aktivitäten herunter. Die Strompreise fallen weiter. Die Im- und Exportwerte Deutschlands und die von Deutschlands Nachbarn können hier analysiert werden.

Belege für die Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 3. September ab 2016.

Sonntag, 4.9.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 54,60 Prozent, davon Windstrom 21,08 Prozent, PV-Strom 20,59 Prozent Strom Biomasse/Wasserkraft 12,93 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix [2030; 2040] mit Handelstag „Strom-Import/Export“.

Noch weniger Bedarf. Nun ruht auch der Handel weitgehend. Die starke PV-Stromerzeugung [2030; 2040] gleicht die Winddelle aus. Kurz: Es ist schönes Wetter. Wie die ganze Woche.  Über die Mittagsspitze fällt der Strompreis unter 100€/MWh. Die Im- und Exportwerte Deutschlands und die von Deutschlands Nachbarn können hier analysiert werden.

Belege für die Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 4.September ab 2016.

Peter Hager aktuell

„Wir haben ein Gasproblem und kein Stromproblem“:

Die Grünen mit ihrem „Märchenerzähler“ Robert Habeck werden nicht müde, dies immer wieder zu behaupten.

Falls das tatsächlich der Fall sein sollte, wundert es schon, wenn in der Vorstellung der Ergebnisse des 2. Stromstreßtests in der Begleitdokumentation heißt:

„Konkret arbeitet das BMWK an einer Vielzahl an Maßnahmen, um das Stromsystem im Jahr 2023 weiter zu modernisieren und zukunftsfähiger zu machen.“

Quelle

Beispiele

  • Mehr Erneuerbare Energien: Zum geplanten 10 GW-Zubau von WKA und PVA soll in 01/2023 eine Sonderausschreibung von PV-Freiflächenanlagen mit insgesamt 1,5 GW erfolgen (diese Anlagen sollen innerhalb von 9 Monaten gebaut werden).
  • Zusätzliche Verfügbarkeit von Ersatzkraftwerken (Kohle und Öl) 8 GW
  • Umrüstung konventioneller Kraftwerke auf anderen Brennstoff (z.B.  von Gas auf Öl)

Es würde nur wenig helfen, wenn der mögliche Leitungs-Zusatzbedarf der Heizlüfter von 2,5 GW wegen des erwarteten Gasmangel geringer ausfällt. Schließlich kommen weitere Stark-Verbraucher „Elektrischer Strom“ durch „Wärmewende“ (Sechs Mio. Wärmepumpen bis 2030) und „Mobilitätswende“ (15 Mio. E-Autos bis 2030) hinzu. 

Netzausbau aktuell

Südostlink: Von den 538 km von Wolmirstedt nach Isar 2 (betroffene Bundesländer sind Sachsen-Anhalt, Thüringen, Sachsen, Bayern) befinden sich 0 km im Bau!

Quelle

Südlink: Von den 689 km von Brunsbüttel nach Großgartach (betroffene Bundesländer sind Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hessen, Thüringen, Bayern, Baden-Württemberg) befinden sich 0 km im Bau!

Quelle

So viel zum neuen Mindset von Patrick Graichen.

 Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.

Die bisherigen Artikel der Kolumne Woher kommt der Strom? mit jeweils einer kurzen Inhaltserläuterung finden Sie hier.




Langstrecken-Luisa rettet die Welt – Höhere Steuern, mehr Schulden

Eine Wortmeldung von Martin Moczarski von eigentümlich frei




Die schlimmsten Hitzewellen aller Zeiten sind mehr als 20 Jahre her – Klimaschau 127

Die Klimaschau informiert über Neuigkeiten aus den Klimawissenschaften und von der Energiewende. Themen der 127. Ausgabe:
0:00 Begrüßung
0:21 Ost-Australien steht unter Wasser
3:39 Die schlimmsten Hitzewellen aller Zeiten
5:33 Klimaveteran gibt Jung-Aktivisten einen wichtigen Tipp




Schreckliche Journalisten: 500 französische Redakteure verlangen offen Klima-pädagogische Berichterstattung

Grünfeld, Robert

In einer „Charta“ verlangen über 500 französische Journalisten, daß das Thema der Klimakrise prioritär, über allem stehend, in einer pädagogischen Weise vermittelt werden soll. Quasi als Staatsziel?

Das Gender mainstreaming, 1995 von der UNO als Leitthema aller politischen Entscheidungen festgeschrieben, wurde 1999 von Brüssel und Berlin in dieser Bedeutung übernommen. Die Medien und die Universitäten folgten erst im Laufe der 2.000er Jahre und machten das Gender-Konzept in der Bevölkerung Nordamerikas und Westeuropas bekannt.

Ähnlich lief es mit dem Thema der menschgemachten Klimakrise/Erwärmung, die zum Beispiel 1988 auf einer UN-Konferenz in Hamburg populär gemacht wurde (wir berichteten). NGOs waren hier noch Zaungäste – es dominierten Politiker und Wissenschaftler. Aber die Vereine und Journalisten übernahmen das Thema gern in ihre Berichterstattung beziehungsweise in ihr Geschäftsmodell, weil sie mit „Klimawandel“ und „Atomtod“ bereits gute, profitable Erfahrungen gemacht hatten.

Daß in Frankreich Hunderte Journalisten nun eine Klima-Berichterstattung als Leitfaden aller Reportagen und Artikel fordern, ist eine seltsame Rückkopplung. Und den kritischen Beobachter wundert es: Ist das Klima-Narrativ spätestens seit dem Gretajahr 2019 nicht sowieso das wichtigste Dauerthema? Vielleicht liegt es an der Konkurrenz der entnervenden Corona-Politik seit 2020, die die Unterzeichner der Charta zu ihrer Aktion trieb. Wir wissen es auch nicht, aber vielleicht gibt der genaue Text (übersetzt) unseren Lesern Hinweise:

Die Wissenschaft ist sich einig: Sowohl die Klimakrise als auch der rapide Rückgang der biologischen Vielfalt sind im Gange, und der Mensch ist schuld daran. Die Auswirkungen auf die Ökosysteme und die Gesellschaft sind global und in einigen Fällen unumkehrbar. Eine Grenze nach der anderen wird erreicht und überschritten, und die Hälfte der Weltbevölkerung ist bereits sehr anfällig für die Auswirkungen der Krise.

In seinem sechsten Bericht unterstreicht der Weltklimarat (IPCC) die entscheidende Rolle, die die Medien bei der Information über den Klimawandel spielen müssen. Es liegt an den Journalisten auf der ganzen Welt, sich der Herausforderung zu stellen, die die Zunahme extremer Wetterereignisse für heutige und künftige Generationen darstellt. Da wir mit dem kritischen Notfall der Klimakrise konfrontiert sind, müssen wir Journalisten unsere Praktiken verbessern, um diese Themen – und was auf dem Spiel steht – in unserer Berichterstattung umfassend zu berücksichtigen.

Das ist der Zweck dieser Charta. Wir fordern daher alle Journalisten und Medien dazu auf:

1. Alle Ereignisse, die mit Klima, Lebewesen und sozialer Gerechtigkeit zu tun haben, interdisziplinär zu behandeln, da sie eng miteinander verwoben sind. Die Ökologie darf nicht länger auf eine separate Rubrik beschränkt werden; sie muß zu einem Prisma werden, durch das Geschichten betrachtet werden.
2. Verfolgen Sie einen pädagogischen Ansatz. Wissenschaftliche Daten im Zusammenhang mit ökologischen Fragen sind oft komplex. Wir müssen Größenordnungen und Zeitskalen erklären, kausale Zusammenhänge aufzeigen und Vergleiche anstellen.
3. Überlegen Sie sich, welche Formulierungen und Bilder Sie verwenden. Die sorgfältige Auswahl von Worten und Bildern ist entscheidend, um die Fakten genau zu beschreiben und die Dringlichkeit zu vermitteln. Wir müssen Darstellungen vermeiden, die die Realität verzerren und den Ernst der Lage verharmlosen könnten.
4. Erweitern Sie den Umfang der Berichterstattung. Rufen Sie nicht nur Einzelpersonen dazu auf, Verantwortung zu übernehmen und Maßnahmen zu ergreifen, sondern betrachten Sie die Umwälzungen als ein systemisches Problem, das politische Antworten erfordert.
5. Untersuchung der Ursachen der gegenwärtigen Verwerfungen. Hinterfragen Sie unser Wachstumsmodell, wägen Sie die Rolle der wirtschaftlichen, finanziellen und politischen Akteure in der ökologischen Krise ab. Bedenken Sie, dass kurzfristige Überlegungen für Mensch und Natur schädlich sein können.
6. Sorgen Sie für Transparenz. Das Mißtrauen gegenüber den Mainstream-Medien, das mit der Verbreitung von Fehlinformationen einhergeht, zwingt uns dazu, Daten, Fakten, Informationen und zitierte Experten sorgfältig zu prüfen, Quellen anzugeben und mögliche Interessenkonflikte transparent zu machen.
7. Entlarven Sie Strategien, die darauf abzielen, in der Öffentlichkeit Zweifel zu säen. Wirtschaftliche und politische Lobbyisten versuchen aktiv, die Öffentlichkeit falsch zu informieren und ihr Verständnis für die Probleme zu erschweren, wodurch notwendige Maßnahmen zur Bewältigung der Umwälzungen verhindert werden.
8. Informieren Sie über tatsächliche Lösungen. Recherchieren Sie gründlich nach Möglichkeiten, im Kleinen wie im Großen zugunsten von Klima, Natur und Mensch zu handeln. Überprüfen Sie die vorgestellten Lösungen.
9. Fordern Sie lebenslanges Lernen. Um den Gesamtzusammenhang und die Feinheiten des Klimawandels in unserer Gesellschaft zu erfassen, müssen Journalisten während ihrer gesamten Laufbahn eine berufliche Weiterbildung erhalten. Ein solches Recht ist für die Qualität der Berichterstattung von größter Bedeutung.
10. Ablehnung der Finanzierung der umweltschädlichsten Aktivitäten. Um die redaktionelle Kohärenz bei der Berichterstattung über den Klimawandel zu gewährleisten, müssen Journalisten das Recht haben, ihre Besorgnis oder Ablehnung von Finanzierungen, Werbung und/oder Medienpartnerschaften zu äußern, wenn diese mit Aktivitäten verbunden sind, die sie für schädlich halten.
11. Die Unabhängigkeit der Medien muss gestärkt werden. Um von jeglichem Druck befreit zu sein, müssen redaktionelle Entscheidungen völlig unabhängig von den Interessen der Medieneigentümer sein.

12. Vorbereitung auf einen „kohlenstoffarmen“ Journalismus. Verringern Sie den CO2-Fußabdruck Ihrer journalistischen Tätigkeit, indem Sie umweltfreundlichere Instrumente und Mittel einsetzen, ohne auf die notwendige Arbeit vor Ort zu verzichten. Ermutigung der Redaktionen, wann immer möglich auf lokale Journalisten zurückzugreifen.

13. Förderung der Medienzusammenarbeit. Beteiligen Sie sich an einem vereinten Medien-Ökosystem und verteidigen Sie journalistische Praktiken, die auf die Erhaltung der Lebensbedingungen auf der Erde ausgerichtet sind.

Der schwurbelige Text mit den Versatzstücken von PIK und IPCC erinnert an die beiden Unterschriftenaktionen der bekannten Schauspielerin Juliette Binoche, die 2018 und 20 ähnlich Global-Unkonkretes verlangte, immerhin mit Unterstützung von Robert de Niro und Madonna.

Die Unterzeichner und ihre Organisationen sind hier zu finden.