IPCC-Autoren verabschieden sich von den Katastrophenszenarien – von Fritz Vahrenholt

Die globale Temperatur ist im April 2026 gegenüber März etwa gleichgeblieben. Sie liegt nun um 0,39 Grad Celsius höher als das langjährige Mittel. Der Abkühlungstrend der letzten beiden Jahre neigt sich dem Ende zu. Der durchschnittliche Temperaturanstieg seit 1979 betrug 0,16 Grad Celsius pro Jahrzehnt. Dieser mäßige Anstieg vertrug sich nie mit den Katastrophenszenarien des Weltklimarats IPCC, der in seinen Horrorszenarien einen Temperaturanstieg von 3-5 Grad Celsius bis zum Jahr 2100 weissagte.
Das ist seit dem 7. April 2026 der Schnee von gestern. Wissenschaftler des Weltklimarates haben an diesem Tag in einer aufsehenerregenden Veröffentlichung die bisherigen Untergangsszenarien kassiert. In Politik, Medien und Wissenschaft müsste dies als eine große Erleichterung aufgenommen werden und zu einer sofortigen Korrektur der Klimapolitik führen. Doch die Diskussion findet in Deutschland nicht statt. Sondersendung im ARD, Sondersitzung des Deutschen Bundestages, Regierungserklärung der Bundesregierung zu den fehlerhaften Grundlagen des Klimaschutzgesetzes: Alles Fehlanzeige. Der Klimapopanz bleibt aufgebauscht, denn damit konnte man herrlich grüne und linke Politik machen.

IPCC-Autoren verabschieden sich von den Katastrophenszenarien der letzten beiden Weltklimaberichte
Am 7. April 2026 veröffentlichten 44 IPCC-Autoren, die für die Klimaszenarien des Weltklimarates verantwortlich sind, eine bahnbrechende Veröffentlichung. Unter der Federführung von Prof. Detlef van Vuuren erklärten die Wissenschaftler, dass die bislang in den letzten beiden Klimaberichten von 2013/2014 (AR5) sowie von 2021-2023 (AR6) aufgeführten Szenarien, die zu Temperaturerhöhungen bis zu 5 Grad Celsius im Jahre 2100 führen sollten, „unplausibel“ (implausible) sind. In diesen Szenarien (RCP 8.5) wurde angenommen, dass die Emissionen an CO2 sich im Verlaufe dieses Jahrhunderts mehr als verdreifachen würden. Da der Weltklimarat in seinen Modellen das CO2 als den wesentlichen Klimafaktor zugrunde legt, kam man so auf erschreckende Temperaturanstiege. Im Modell RCP 8.5 sollte es nach dem letzten Bericht (AR6) bis zum Jahre 2100 um 4,4 bis 5,7 Grad wärmer werden.
Seit vielen Jahren weisen Wissenschaftler, darunter auch ich (hier, hier und in einem eigenen Kapitel in „Unerwünschte Wahrheiten“, Kap.39, Langen-Müller, 2020) darauf hin, dass in diesem Extremszenario schon 2080 der weltweite Kohlenstoff in Form von Öl, Gas und Kohle erschöpft wäre. Trotzdem hielt man an diesem Szenario fest und beschrieb es sogar als „business as usual“. Der Trick ging weitgehend auf: Das Schreckensszenario beherrschte die Schlagzeilen der Medien („Bis zu 5 Grad Erwärmung …“).  Mit diesem Szenario wurde im politischen Raum gearbeitet und wurden Gesetze zur Einführung der CO2-Steuer, Klimaschutzprogramme und Verbrennerverbote begründet. Selbst das Bundesverfassungsgericht stützt sich auf die IPCC-Berichte, die das Gericht als „zuverlässige Zusammenfassung des aktuellen Kenntnistands zum Klimawandels“ ansieht.  Das Gericht begründet seine Entscheidung in den Randnummern 19 und 22 seines Beschlusses vom 21. März 2021 wie folgt:  „Ohne zusätzliche Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels gilt derzeit ein globaler Temperaturanstieg um mehr als 3 °C bis zum Jahr 2100 als wahrscheinlich“ und verweist als Quelle auf den IPCC Bericht von 2012/13 – Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger , S17 f.
Dort findet man als Quelle die Grafik, die die Temperaturentwicklung bis 2100 aufgrund des RCP-Szenarios 8.5 beschreibt. (s.u)
Das Bundesverfassungsgericht nimmt also als Basis seiner Entscheidung eine Temperaturprognose, die mittlerweile als unplausibel verworfen worden ist. Und zwar nicht von irgendwem, sondern von den Wissenschaftlern, die für die Szenarien des Weltklimaberichts verantwortlich sind. Hätte das Bundesverfassungsgericht und nachfolgend die Bundesregierung die damals schon vorhandene Kritik an den völlig ungeeigneten Katastrophenszenarien des IPCC zur Kenntnis genommen – wie man es bei einer solch folgenschweren Entscheidung eigentlich voraussetzen sollte-, hätte man einen solch schwerwiegenden Fehler, der Deutschland ins Unglück stürzt, vermeiden können. Die federführende Richterin Britz schrieb lieber in den Beschluss Formulierungen hinein, die auch schon ihr Ehemann, der damalige Vorsitzende der Grünen in Frankfurt, Bastian Bergerhoff nahezu wortgleich auf seiner persönlichen Webseite Monate vor dem Beschluss veröffentlicht hatte.
Was sind die neuen IPCC-Weissagungen?
Der US-Klimawissenschaftler Roger Pielke Jr. hat die Veröffentlichung der 44 Wissenschaftler vom 7. April 2026 untersucht.  Die Veröffentlichung behandelt nur noch sieben Szenarien mit hohen, mittleren und niedrigen CO2-Emissionen.  Das neue hohe Emissionsszenario wird von den Autoren selbst als unwahrscheinlich bezeichnet. Denn danach wird die Emission noch einmal um 30 % ansteigen und im Verlaufe dieses Jahrhunderts auch nicht mehr absinken. Dieses neue Hoch-Szenario ist schon deswegen absurd, weil es eine Bevölkerungsexplosion von heute 8,2 Milliarden auf 14,5 Milliarden annimmt. Die heutigen Bevölkerungsprognosen gehen von einer maximalen Bevölkerung von 9 bis 10 Milliarden Menschen in diesem Jahrhundert aus.
Das mittlere Szenario orientiert sich an den aktuellen Prognosen der Internationalen Energieagentur IEA (current policy) und ist wohl die wahrscheinlichste Entwicklung. Sie wird beschrieben als Fortsetzung der heutigen Politik und führt bis 2050 zu ähnlichen hohen Emissionen wie heute und danach zu einem Abflachen der CO2-Emissionen. Nach den Berechnungen der 44 Wissenschaftler wird damit eine Erwärmung bis zum Jahre 2100 von 2,56 Grad Celsius gegenüber dem Jahre 1860 erreicht. Da im Jahre 2025 gegenüber dem Basisjahr 1860 bereits eine Erwärmung von 1,45 Grad Celsius festgestellt wurde, geht das mittlere und wahrscheinlichste Szenario von nur noch einer Erwärmung um 1,1 Grad bis zum Jahre 2100 aus.
Das wäre alles andere als eine Katastrophe. Wenn man wie der IPCC annimmt, dass die Erwärmung im Wesentlichen vom CO2 bestimmt wird, dann kann man auch den Anteil Deutschlands an dieser Erwärmung bis 2100 berechnen. Deutschland hat einen Anteil von 1,46 % an der CO2-Emission der Welt. 1,46 % von 1,1 Grad machen 0,016 Grad bis zum Jahre 2100 aus.
Und für die nicht sicher meßbare Veränderung zerstört grüne und linke Politik den Wohlstand des eigenen Landes?
Die schlimmste Erfahrung der letzten Wochen ist aber, dass die doch so gute Nachricht, daß die Klimakatastrophe abgesagt werden kann, in Deutschland nicht diskutiert wurde. Wenn man das ernsthaft täte, müssten alle Gesetze, Programme, Subventionen, die den angeblich zu erwartenden Klimanotstand bekämpfen sollen, rigoros abgeschafft werden. Das wäre zwar mehr als peinlich für unsere Klimakämpfer in Regierungen und Medien. Aber es wäre der Beginn eines neuen deutschen Wirtschaftswunders.



Verursacht Fracking brennende Wasserhähne wie im Film? Fritz Vahrenholt

Ist die CO2-Steuer sinnvoll? Nützt es dem Klima, wenn Deutschland seine CO2-Emissionen reduziert? Verursacht Fracking tatsächlich brennende Wasserhähne wie im Film?

Ex-HH-Umweltsenator und Chemiker Fritz Vahrenholt klärt auf.

Prof. Vahrenholt ist einer der Protagonisten alternativer Energieversorgung in Deutschland – das erste Offshore-Windrad trägt nicht zufällig den Namen „Fritz“. Heute kritisiert er aber die Umsetzung und die Widersprüche der grünen Klimapolitik – mit überraschenden Erkenntnissen!




Klima-NGOs: Was macht die „Climate Justice Alliance“ eigentlich? – Klimawissen – kurz & bündig

No.68 – „Klimagerechtigkeit“, „freies Palästina“, „6 Essens-Souveränitäts-Prinzipien“ – was bedeuten solche Tätigkeitsbeschreibungen von Klima-NGOs?

Öko-Stiftungen arbeiten heutzutage meist mit dem Schlagwort „Klima“, geben aber ihren Tätigkeitsbereich meist sehr breit und schwammig an, damit sie Steuer- und Spendengelder aus vielen verschiedenen Töpfen erhalten können und im Rechenschaftsbericht nicht in Erklärungsnöte geraten.
Die „Climate Justice Alliance“ ist so eine Geister-NGO, die selbst auf Wikipedia nur einen knappen Artikel auf Englisch hat.

Quelle:
https://en.wikipedia.org/wiki/Climate_Justice_Alliance

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Klima- und Wüstenforscher Stefan Kröpelin auf der EIKE-Klimakonferenz in Halle im Juni!

Der Wüstenforscher und Geowissenschaftler Stefan Kröpelin arbeitete jahrelang als Feldforscher für die Universität zu Köln in der Ost-Sahara. Er ist daher weltweit einer DER Spezialisten für den Umwelt- und Klimawandel in Wüstengegenden.

Eines seiner Forschungsergebnisse, das er 2018 auf der EIKE-Konferenz in München präsentierte, lautet: Hitze erzeugt nicht Dürre – sondern Feuchtigkeit! Grund: Durch Hitze verdampft das Oberflächenwasser laufend und fällt wieder herab – Seen und Flüsse bilden sich. Bevor die Ägypter ihr Reich am Nil gründeten, lebten sie weiter südlich in der Sahara in einer ausgesprochen wasserreichen Umgebung, wovon die Höhlenmalereien der „schwimmenden Menschen in der Wüste“ zeugen. In dieser Ära waren die Temperaturen aber deutlich höher als später zur Zeit des Pyramidenbaus – erst durch Abkühlung und damit einhergehende Dürre müßten die Ur-Ägypter die Sahara verlassen und Richtung Küste an den Nil ziehen.

EIKE Klima- und Energiekonferenz in Halle

Hier ist sein legendärer Vortrag aus Müchen:

Hier ein Beitrag auf Youtube vom Stifterverband.




Woher kommt der Strom? Nur noch am Montag positiver Strompreis!

17. Analysewoche 2026 von Rüdiger Stobbe

Die aktuelle Analysewoche weist zur Mittagsspitze nur noch am Montag einen positiven Strompreis (30€/MWh) aus. An allen weiteren Analysetagen wird der Strom zur Mittagszeit mit einem mehr oder weniger hohen Bonus verschenkt. Der Bonus-Spitzenwert wird am Sonntag mit minus 413€/MWh erzielt. Den höchsten Bonus greift Dänemark am 26.4.2026 jeweils um 13:00 und 14:00 Uhr ab. Insgesamt etwa 3,7 Millionen € zahlt am Ende der Stromkunde in Deutschland nur an Dänemark und nur für zwei Stunden dafür, dass viel zu viel Strom unkontrolliert hergestellt wurde. Wenn der Bedarf gering ist, wenn dann aber sieben Sonnen vom Himmel scheinen, wird der ganze Widersinn einer Energiewende offenbar, die bereits heute gescheitert ist. In der nächsten Woche wird es weitergehen mit der ungewollten, aber nicht verhinderbaren Stromerzeugung per Solarkraftwerken. Viel hilft eben nicht viel. Im Gegenteil. Es schadet Deutschland, es schadet dem Bürger.

Richtig Freude kommt hingegen bei Deutschlands Nachbarn auf. Die Preisdifferenzgeschäfte können nicht besser laufen. Nochmal Dänemark: Das kleine Land verkauft um 19:00 und 20:00 Uhr etwa 1,1 GWh Strom an Deutschland. Das große Industriestaat bezahlt an das Land, das wenige Stunden zuvor vier Millionen € Bonus erhalten hat, nun zusätzlich für den Strom, der jetzt dringend benötigt wird, insgesamt für die zwei Stunden 19:00 und 20:00 Uhr noch mal knapp 170.000 €. Das klingt im Vergleich zum Bonus am Mittag nicht viel. Ist aber wesentlich mehr als ein normales Jahreseinkommen für den Normalbürger, 40 Stunden/Woche arbeitet. Unter dem Strich kassiert Dänemark in insgesamt vier Stunden knapp vier Millionen € für einige An- und Verkaufsaufträge plus Handling.

Einen Überblick über die wichtigsten Aspekte der 17. Analysewoche 2026 gibt Agora Energiewende. Agora Energiewende erstellt auch Prognosen, wie die Stromerzeugung aussehen würde, wenn die Erneuerbaren einen bestimmten Ausbaugrad erreicht hätten. Wir nehmen den Ausbaugrad 86 Prozent und müssen feststellen, dass der weitere Ausbau der Erneuerbaren an allen Analysetage zur erheblicher Stromübererzeugung und damit zu stark negativen Preisen führen wird. Wenn diese Stromübererzeugung dann noch von der Technik „gebändigt“ werden kann und ein Blackout vermieden wird, ist bereits viel gewonnen. Die Residuallast steigt in der Spitze auf über 67 GWh. Trotz des massiven Ausbaus der Erneuerbaren.

Was ist Kraftwerks-Leistung? Was ist Energie?

Gigawatt (GW) ist eine Einheit für Leistung, also für die maximale Fähigkeit eines Kraftwerks, Strom zu erzeugen. Gigawattstunden (GWh, TWh) sind eine Einheit für Energie, also für die tatsächlich produzierte Strommenge über eine bestimmte Zeit. Die Beziehung ist einfach: Energie = Leistung × Zeit. Ein Kraftwerk mit 1 GW Leistung erzeugt bei Volllast theoretisch maximal: 1 GW × 8.760 h = 8,76 TWh pro Jahr. Wie viel elektrische Energie tatsächlich entsteht, bestimmt beim Kohle-, Gas- oder Kernkraftwerk im weitesten Sinn der Mensch über die Brennstoffzufuhr und Zufuhrdauer. Die Energie für eine Stunde wird üblicher- und für den Normalbetrachter irreführenderweise mit GW bezeichnet. Die manchmal verwendete Schreibweise „GWh pro Stunde“ ist nur eine umständliche Form von GW – mathematisch kürzt sich die Stunde („h“ und „pro Stunde“) weg.

Sonderfall Wind- und Solarkraft

Bei Wind- und Solarkraft bestimmt nicht der Betreiber, sondern das Wetter die Strom-Produktion. Eine 5-MW-Windkraftanlage könnte theoretisch 43,8 GWh/Jahr erzeugen, liefert an Land aber realistisch in Deutschland nur etwa 20 Prozent davon (auf See 40 bis 50 Prozent), also rund 8,8 GWh/Jahr – im Mittel 1 MW-Dauerenergie. Bei Solarpaneelen mit ebenfalls 5 MW installierter Leistung halbieren sich die Werte nochmals wegen verschiedener Kapazitätsfaktoren: Nacht, Winter, flacher Sonnenstand, Bewölkung und Temperaturverluste.

Tageswerte

Jeder Tag beginnt mit dem Überblick, den Agora-Energiewende zur Verfügung stellt. Die smard.de-Charts und -Tabellen ermöglichen vielfältige Analysen. Erkunden Sie das Potenzial.

Reichlich Wind, viel PV-Strom. Die Strompreise.

Weniger Windstrom, etwas mehr PV-Strom. Die Strompreise.

Über Mittag Windflaute.  Die Strompreise.

Starke PV-Stromerzeugung. Die Strompreise.

Wieder starke PV-Stromerzeugung plus Windstrom.  Die Strompreise.

Erneuerbare weiter stark. Die Strompreise.

Windstromerzeugung lässt über Tag stark nach. PV-Strom sehr stark.  Die Strompreise. Der Strompreis beträgt im Durchschnitt des kompletten Sonntags 2,99 €/MWh . Gut für den Verbraucher? Nein, siehe Dänemark oben. Das zahlt der Verbraucher. Plus Entschädigungen für die Stromhersteller.

Die bisherigen Artikel der Kolumne „Woher kommt der Strom?“ seit Beginn des Jahres 2019 mit jeweils einem kurzen Inhaltsstichwort finden Sie hier. Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.

Ab Ausgabe 1/2026 bilden die öffentlichen Analyseseiten smard.deAgora Energiewende und Energy-Charts die Datengrundlage dieser Kolumne.