Letzte Generation nimmt Opfer durch ihre Aktionen billigend in Kauf – Klimaschau-Sondersendung

Die Klimaschau informiert über Neuigkeiten aus den Klimawissenschaften und von der Energiewende. Themen dieser Sonderausgabe:
0:00 Begrüßung
0:22 Neue Studie prognostiziert drastisches Insektensterben
3:24 erstaunlich reife Klimaaktivisten behindern Rettungsarbeiten
5:56 Chinas zweigleisige Energie-Strategie




Gretas Antikapitalismus-Rede in London – Michael Shellenberger analysiert

Warum Eliten wie Greta Thunberg den Kapitalismus hassen

von Michael Shellenberger auf seinem Blog, übersetzt von uns

Freie Märkte haben Millionen von Menschen aus der Armut geholt, Frauen befreit und die Umwelt geschützt. Warum sind dann so viele Progressive gegen sie?

In den letzten drei Jahren hat Greta Thunberg gesagt, daß es ihr Lebensziel sei, die Welt vor dem Klimawandel zu retten. Aber letzten Sonntag sagte sie vor einem Publikum in London, daß Klimaaktivisten „das gesamte kapitalistische System“ stürzen müssen, das ihrer Meinung nach für „Imperialismus, Unterdrückung, Völkermord … rassistischen, unterdrückerischen Extraktionismus“ verantwortlich ist. In ihrer Rede wiederholte sie die Forderungen des Weltwirtschaftsforums nach einem „Great Reset“, weg von fossilen Brennstoffen und hin zu erneuerbaren Energien. Es gibt kein „Zurück zur Normalität“, sagte sie.

Doch ihre Behauptungen sind absurd. Das „gesamte kapitalistische System“ hat in den letzten 200 Jahren dafür gesorgt, dass die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen von 30 auf 70 Jahre gestiegen ist. Das „gesamte kapitalistische System“ produziert größere Nahrungsmittelüberschüsse als jedes andere System in der Geschichte der Menschheit. Und das „gesamte kapitalistische System“ hat dazu geführt, dass die Treibhausgasemissionen in den Industrieländern in den letzten 50 Jahren zurückgegangen sind.

Der Kapitalismus ist alles andere als perfekt. Er verschärft die Ungleichheit, indem er einige Menschen so reich macht, daß sie mit Flüssigwasserstoff ins All fliegen können, während andere zu arm sind, um sich Erdgas leisten zu können. Er ist durch Zyklen von Aufschwung und Zusammenbruch gekennzeichnet, die zu rasantem Wohlstand führen, gefolgt von hoher Arbeitslosigkeit. Und er verwandelt ständig nicht-marktliche Beziehungen, einschließlich intimer Beziehungen wie die zwischen Eltern und Betreuern, in Tauschgeschäfte zwischen Käufern und Verkäufern.

Aber der Kapitalismus ist eindeutig besser als jedes andere System wirtschaftlicher Organisation, das bisher entwickelt wurde. Das hohe Maß an Ungleichheit ist das Ergebnis von mehr reichen und nicht von mehr armen Menschen, denen es im Kapitalismus viel besser geht als im Feudalismus oder Kommunismus. Der Konjunkturzyklus mit Boom und Pleite führt zu Manien und Depressionen, aber er ist viel effizienter und weniger repressiv als Regierungen, die entscheiden, was, von wem und zu welchem Preis produziert werden soll. Und obwohl es stimmt, dass der Kapitalismus nicht-marktliche Beziehungen untergräbt, ist das oft eine gute Sache, sogar im Fall der Kinderbetreuung, da es Frauen und anderen ermöglicht, für ihre Arbeit entlohnt zu werden.

Einige der Menschen, die am meisten vom industriellen Kapitalismus profitiert haben, sind Menschen wie Thunberg und ihre Familie. Der bemerkenswerte Reichtum ihres Heimatlandes Schweden ist der industriellen Revolution zu verdanken, die es einer winzigen Anzahl von Menschen ermöglicht, Lebensmittel, Energie und andere lebensnotwendige Güter zu produzieren, so dass die Mehrheit der Schweden anderen, weniger anstrengenden und angenehmeren Dingen nachgehen kann. Das Gleiche gilt für den gesamten Westen. In den USA arbeiten nur 2 % der Bevölkerung in der Landwirtschaft und nur 8 % in Fabriken.

Und der industrielle Kapitalismus ermöglichte es Schweden, einen großzügigen Sozialstaat zu schaffen, der aus kostenloser Gesundheitsversorgung, kostenloser Bildung und 480 Tagen bezahltem Urlaub für Eltern bei der Geburt oder Adoption eines Kindes besteht. Die Thunbergs sind, gemessen an jedem globalen oder historischen Standard, reich: Das jährliche Pro-Kopf-Einkommen liegt nach Angaben der Weltbank weltweit bei 11.000 Dollar, was weniger ist als die Kosten für die beiden Stühle in Thunbergs Wohnzimmer (u.a. Vitra Eames Lounge Chair).

Der Kapitalismus ist viel besser für die natürliche Umwelt als der Feudalismus oder der Kommunismus. Im Feudalismus sind Subsistenzbauern auf Holz und Dung als Brennmaterial angewiesen und müssen große Flächen bewirtschaften, um eine kleine Menge an Nahrungsmitteln zu produzieren. Die industrielle Revolution befreite die meisten Menschen nicht nur von der mühsamen Landwirtschaft, sondern verringerte dank Düngemitteln, Bewässerung und Traktoren auch den Flächenbedarf. Derselbe Prozess ermöglichte es den Menschen, von der Nutzung von Holz und Kohle auf Erdgas und Uran als primäre Brennstoffe umzusteigen.

Das Ergebnis war die Rückkehr und „Wiederbewaldung“ von Grasland und Wäldern auf der ganzen Welt, auch in Schweden. Der Grund dafür ist, daß der Marktkapitalismus wirtschaftliche Effizienz und damit einen geringeren Verbrauch an natürlichen Ressourcen belohnt. Nehmen wir die Wale. Was sie in den kapitalistischen Ländern rettete, waren billigere Ersatzöle, zunächst Erdöl und dann Pflanzenöle. Die Sowjetunion hingegen hielt am Walfang fest, lange nachdem es wirtschaftlich effizient war, weil die Walfänger vor dem Wettbewerb des Marktes geschützt waren.

All dies und doch sind es weltweit wohlhabende und gebildete Progressive wie Thunberg, die antikapitalistisch sind. Unsere Sprache spiegelt dies wider. Überall im Westen werden wohlhabende Antikapitalisten als „Latte Liberals“, „Neiman Marxists“, „Champagne Socialists“, „Radical Chic“ und „Cashmere Communists“ bezeichnet. Ähnliche Ausdrücke gibt es auch in nicht-englischsprachigen Ländern: izquierda caviar (Kaviar-Linke in Spanien); gauche caviar (Kaviar-Linke in Frankreich); Salonsozialist (Deutschland); und – in Thunbergs Heimatland Schweden – Rödvinsvänster, was „Rotwein-Linke“ bedeutet.

Das war nicht immer so. Linke Parteien, von kommunistischen über sozialistische bis hin zu sozialdemokratischen Parteien, waren früher die Parteien der Arbeiterklasse. Heute sind sie in der gesamten westlichen Welt die Parteien der gebildeten Eliten. Die jüngsten Umfragen zeigen, dass die Demokraten bei den College-Wählern einen Vorsprung von 14 Punkten und bei den Wählern aus der Arbeiterklasse einen Rückstand von 15 Punkten haben – ein Anstieg von 11 Punkten seit 2012. „Damit niemand denkt, daß die abnehmende Unterstützung der Arbeiterklasse nur darauf zurückzuführen ist, daß sich weiße Wähler aus der Arbeiterklasse von den Demokraten abgewandt haben“, schreibt der selbsternannte Sozialdemokrat Ruy Teixeira, „sollte man beachten, daß sich nicht-weiße Wähler aus der Arbeiterklasse in diesem Zeitraum um 19 Prozentpunkte von den Demokraten abgewandt haben.“

Dies gilt für die gesamte westliche Welt. Von den britischen Brexiteers über die niederländischen Landwirte bis hin zu den französischen Gelbwesten wenden sich die Menschen aus der Arbeiterklasse von der Linken ab und wenden sich politischen Bewegungen zu, die den freien Markt befürworten, sowie pro-kapitalistischen politischen Parteien. Warum ist das so? Wie wurden gebildete Eliten wie Thunberg zu Antikapitalisten und die Arbeiterklasse zu Pro-Kapitalisten?




Massenpresse berichtet wohlwollend über Kernkraftwerke – sogar der „Stern“

Grünfeld, Robert

In seiner Netzausgabe berichtet der Stern über die inhärent sicheren Thorium-Flüssigsalz-Kernreaktoren. Schon der Titel läßt aufhorchen: Sicher, klein und billig – China baut den ersten Thorium-Reaktor.

Anfang der 1980er wetteiferte der Stern mit dem Spiegel, wer den ökologischen Weltuntergang (hier: Waldsterben) am frühesten vorhersagt. Außerdem wurde in den Massenmedien jedes westdeutsche Kernkraftwerk als störanfällig wie Tschernobyl dargestellt. Auch nicht GAU-fähige Brüter wurden durch die Katastrophen-PR in den Zeitungen und im ARD-ZDF-TV derart schlecht gemacht, daß selbst die Kohl-FDP-Regierung nicht anders konnte, als die Experimentalanlagen stillzulegen.

In den Zeiten von Wutwinter & Energiepreisexplosion scheint sich der Wind zu drehen: Das eigentlich uralte Konzept des Thorium-Reaktors (1946) wird treffend und neutral im Stern beschrieben. Zitat:

Er ist nicht größer als ein Badezimmer. In China wird ein Thorium-Reaktor in Betrieb genommen. 2030 soll es zur Serienproduktion kommen – die Mini-Reaktoren versprechen CO2-freien Strom ohne die Gefahr eines GAUs.

Ohne die Ausrede der Klimarettung geht es offenbar nicht – aber das ist für Mit-Denker nichts Neues: Schon die Eiserne Lady Maggie Thatcher förderte Pseudo- und Halbwissenschaftler in Großbritannien, um den Bau von Kernkraftwerken durchzusetzen. Damit die Kohle-Gewerkschaften und Umweltretter den Mund hielten, wurde die Mär von den gefährlichen Treibhausgasen verbreitet – klappte.

Vielleicht folgt die deutsche Medienlandschaft der neuen Linie des Stern, was auch die Politik nicht ignorieren könnte. Vielleicht wird ja Götz Ruprecht aus Kanda zurückgeholt, um seinen Dual-Fluid-Reaktor doch noch in Berlin zu bauen.




Endlich: Klimakleber in den Niederlanden wegen Gefährdung von Weltkunst zu monatelanger Haft verurteilt

Grünfeld, Robert

Drei belgische „Aktivisten“, die sich im Haag an das weltberühmte Mädchen mit dem Perlenohrring von Johannes Vermeer geklebt hatten, wurden ebendort zu acht Wochen Haft verurteilt.

Ein Urteil, das Schule machen könnte.

meinte n-tv dazu. Das steht zu hoffen. Und:

Das Gericht in Den Haag sprach bei der Urteilsverkündung von einer „schockierenden“ Tat, wie die niederländische Nachrichtenagentur ANP berichtete.

Im Video (siehe unser Bericht, oben) sieht man, wie einer der Terroristen mehrfach versucht, sich mit seiner Glatze an dem glatten Schutzglas festzukleben, was nicht so recht gelingt. Zusätzlich schmieren die Täter mit Tomatenmark aus einer Konserve herum. Beschädigt wurden die Rückseite und der (wohl auch nicht billige) Rahmen des Werkes.

Nebengedanke: Welche Ideologen waren es, die zuletzt Kunstwerke gezielt zerstörten? Hollywood gibt Nachhilfe.

Einer der Sicherheitsleute in Uniform mit Funkgerät greift nicht ein und wuselt nur aufgeregt um die Täter herum – wie in Potsdam. Die armen Sheriffs dürfen auch gar nichts, wenn nicht gerade das Leben eines Menschen bedroht ist. Aber – hätte sich der Mann nicht schlicht vor das Bild stellen können? Greifen die Täter ihn dann an, hätte er das Recht auf Eigensicherung.

„Unsere Gesetze sehen neben Geldstrafen auch in bestimmten Fällen Freiheitsstrafen vor“,

sagte Justizminister Buschmann (FDP) der „Bild“-Zeitung.

„Diese Gesetze gilt es auch durchzusetzen.“

Die Klima-Aktivisten leisteten nicht nur „dem Klimaschutz einen Bärendienst, sondern begehen auch Straftaten“.

Nach dem Tod einer überrollten Fahrradfahrerin in Berlin, die wegen einer Klimablockade nicht schnell genug von der Feuerwehr gerettet werden konnte, wird die Politik nicht umhinkommen, endlich durchzugreifen.




Wieviele Doppelwummse brauchen wir? von Fritz Vahrenholt

Bevor wir auf die Energiepreisentwicklung im nächsten Jahr eingehen, werfen wir einen Blick auf die Temperaturentwicklung.
Die Abweichung der globalen Temperatur vom 30-jährigen Mittel der satellitengestützten Messungen der University of Alabama (UAH) ist im Oktober 2022  gegenüber dem September von 0,24 Grad auf 0,32 Grad Celsius gestiegen. Die durchschnittliche Temperatursteigerung pro Jahrzehnt beträgt seit 1979 nach wie vor 0,13 Grad Celsius- kein Grund sich irgendwo anzukleben.

Doppelwumms und dann ?
Finanzminister Lindner hat das kurze Aufbäumen der FDP in Richtung realitätsbezogener Energiepolitik beendet. Noch vor wenigen Wochen hiess es in der Tagesschau:
Hatte man noch die Hoffnung, dass bis zum 15.4., dem letzten Tag der drei noch verbliebenen Kenkraftwerke die FDP Vernunft in die Regierungspolitik bringen könnte, machte Lindner mit dem Spruch vom 3.November ein Ende mit den Hoffnungen auf Vernunft:
Was ändert sich am 15.4.2023, daß man auf 4.500 MW Kernenergie verzichten kann ?
Es lohnt sich, auf den mit aller Kraft vorangetriebenen Ausbau der Erneuerbaren Energien zu schauen. Die geplanten Windkraftwerke müssen sich an Ausschreibungen der Bundesnetzagentur beteiligen. In diesem Jahr, dem ersten Jahr der Ampel, haben bislang etwa 3.000 MW onshore Windkraftwerke einen Zuschlag bekommen, die in den nächsten Jahren gebaut werden sollen (siehe hier). Das sind etwa 7 Terawattstunden Strom. Es fallen aber am 15.4.2023 rund 35 Terawattstunden Kernenergie weg. Bei diesem Tempo braucht es fünf Jahre, um die wegfallende Strommenge der Kernkraft zu ersetzen. Allerdings mit dem erheblichen Nachteil, dass die Strommengen kommen, wenn es der Wind für richtig hält und nicht unbedingt, wenn wir Bedarf haben.
Warum ist die Nachfrage nach Zulassungen für neue Windkraftwerke so gering (noch 2014-2016 waren es doppelt soviel pro Jahr) ? Die Kosten der Windenergie bestehen im wesentlichen aus Materialkosten und Kapitalkosten.  Die massiv gestiegenen Materialkosten sind eine Folge der weltweit gestiegenen Energiekosten. Die Bestandteile von Windkraftanlagen wie Wälzlager (Stahl), Magneten (Kupfer und Seltene Erden), Rotorflügel (glasfaserverstärkte Kunststoffe) haben sich insbesondere hierzulande so verteuert, dass das Ende des Produktionsstandorts Deutschland nach dem „Aus“ der Solarbranche nun auch für die Windenergie droht. Von den 10 größten Windanlagenhersteller kommen sieben aus China. Hinzukommt nun ein vervierfachter Kapitalzins, der die Erzeugung von Strom aus Windenergie für 5,88 €ct/kwh (das ist die garantierte Einspeisevergütung)  nur noch in besonders windreichen Gegenden ermöglicht. Es ist schon absehbar, was die grüne Lobby fordern wird, nachdem die Kernkraftwerke abgeschaltet worden sind : die Erhöhung der garantierten Einspeisevergütung.
Es wird aber am 16.4.2023 wahrscheinlich nicht zum Zusammenbruch der Stromversorgung kommen, denn die Ampel hat ja alle noch verfügbaren Kohlekraftwerke ans Netz gebracht. Durch den Ersatz von Kernenergie durch Kohle steigt die CO2-Emission in Deutschland deutlich. Das ist das Ergebnis grüner Politik.
Es ist wird zudem zu einer Verfestigung des hohen Preisniveaus in Deutschland kommen, denn Kohlekraftwerke und Gaskraftwerke wurden ja mit den hohen europäischen CO2-Emissionszertifikaten teuer gemacht. Anstatt in der Zeit der Energiekrise, die CO2-Zertifikatspreise zu senken, verteilt man lieber Steuergelder an Haushalte und Betriebe.
Wieviele Doppelwummse können wir uns noch leisten? Denn es ist doch erkennbar dass auf Jahre hinaus die Angebotssituation an Strom in Deutschland mangels Kraftwerkskapazität zu knapp ist. Das wissen die Betriebe, die sich von den Sprüchen der Bundesregierung nicht beeindrucken lassen. 55 % der Rechnungen in der Chemieindustrie werden nicht mehr termingerecht bezahlt. BASF hat Mehrkosten für Energie von 2,2 Milliarden € zu verkraften und kündigt Arbeitsplatzabbau an. Die Investitionen in China werden dagegen verstärkt. In China kostet die Kilowattstunde 2-3 €ct. Dieses Gefälle kann keine Subventionspolitik ausgleichen, ohne am Ende nicht auch die Staatsfinanzen erodieren zu lassen. Die einfache Antwort wäre, das Angebot an preiswertem Strom durch Kernkraftwerke, eigene Fracking-Gasförderung und grüne Kohlekraftwerke zu erhöhen. Die Regierung glaubt wirklich, durch Windenergie und Solarstrom, die heute etwa 5 % der Primärenergie darstellen, über die Runden zu kommen. Wenn sich das nicht ändert, ist die Folge eine massive Deindustrialisierung Deutschlands. Ich befürchte, da sind auch einige in der Ampel dabei, die damit überhaupt kein Problem haben.

Renaissance der Kohle

 

Nicht nur in Deutschland geht es zurück zur Kohle. Auch in Italien, Holland, Griechenland und Ungarn werden stillgelegte Kohlekraftwerke wieder reaktiviert- alles Länder, die auf Gas gesetzt hatten. Schon im ersten Halbjahr erhöhte sich der EU-Kohleverbrauch um 10 %, im zweiten Halbjahr  wird das deutlich mehr werden. „Deutschland wird den größten Beitrag des Anstiegs ausmachen“, sagt die Internationale Energieagentur IEA. Alle diese Länder hatten noch auf der UN-Klimakonferenz von 2021 in Glasgow auf dem Ausstieg für die Kohle bestanden. Erst durch die Intervention von China und Indien einigte man sich auf den Kompromiss des „Phase down“ statt eines „Phase out“. Doch auch in Indien und China sieht es alles andere als nach einem Phase down der Kohle aus. 70 % der weltweiten Kohlenutzung findet in China und Indien statt. China wird bis 2025 mehr Kohlekraftwerke bauen als die USA im Bestand hat. Indien wird seine Kohleflotte um 25 % bis 2030 erhöhen.  Der UN-Weltklimarat hatte gefordert, bis 2030 die CO2-Emissionen auf die Hälfte zu senken. Aber dreiviertel der CO2-Emissionen weltweit stammen aus Kohlekraftwerken (knapp 30 Milliarden t von 40 Milliarden t insgesamt).
China verbrennt mehr Kohle als der Rest der Welt. Allein im letzten Jahr waren es 6 % mehr. Ein Teil der Emissionen steckt in den Gütern, die China exportiert, z.B. in den Batterien angeblich CO2-armer E-Autos, die der EU zu Folge aus Klimaschutzgründen ab 2035 auschliesslich angeboten werden dürfen. Es werden aber E-Autos mit chinesischen Batterien auf Jahre mehr CO2 emittieren als Autos mit Verbrennungsmotoren.
Die Folgen der starken Nachfrage nach Kohle hat Folgen: die Kohlepreise sind gegenüber 2020 um das sechsfache gestiegen.

Wird uns LNG im nächsten Jahr helfen?

 

Die IEA befürchtet im nächsten Jahr eine 30 Milliarden m³ große Lücke an Gas in Europa, so dass die Auffüllung der Speicher für den übernächsten Winter gefährdet ist. Die geringfügigen zusätzlichen, auf dem Weltmarkt auftretenden Mengen an LNG werden von China zu 85 % abgegriffen werden. China hatte noch in diesem Jahr die Gasimporte um 15 % reduziert, da die chinesische Wirtschaft auf Grund der COVID-Lockdown-Politik weniger Gas benötigte. Es darf auch nicht vergessen werden, dass noch bis August diesen Jahres die Importe russischen Pipelinegases die Speicher mit aufgefüllt haben. IEA-Chef Fatih Birol:
Eines ist sicher : die Gaspreise werden im nächsten Jahr erneut steigen.
All das müsste die Bundesregierung wissen. Ob sie es uns auch wissen lässt, steht nach dem Fälschen der Prüfvermerke aus dem Wirtschaftsministerium zum Kernenergieausstieg durch den Minister selbst auf einem anderen Blatt.
Sie müsste auch wissen, dass nach einem Bericht der norwegischen Rystad Energy, die Herstellung und der Transport von LNG zehn mal soviel CO2-Emissionsäquivalente freisetzt wie Pipelinegas. Ein wesentlicher Faktor ist die notwendige Energie zur Kühlung des Gases auf -160 Grad Celsius. Bei Ersatz des russischen Erdgases durch Pipelinegas würden 35 Millionen t CO2 zusätzlich entstehen , sagt der Bericht. Das sind fast soviel Emissionen wie die 15 Mio. Diesel-PKWs in Deutschland ausstoßen.

Was macht die Politik?

 

Es könnte die große Stunde von Christian Lindner werden, der einen schnellen Einstieg in das Fracking von Schiefergas in Deutschland gefordert hat. Aber wer glaubt noch Lindner ein Wort ? Wenn es zum Konflikt mit den Grünen kommt, wird er erneut umfallen. Er setzt lieber auf die Freiheitsenergien wie die Windkraft (Lindner).
Eine energiepolitisch kluge Bundesregierung hätte längst die grüne Kohlenutzung, d.h. Kohlekraftwerke mit CO2-Abscheidung (CCS) weiterentwickelt und hätte die Empfehlungen des Berichtes der Fracking-Kommission umgesetzt, der seit Juni 2021 (!) dem deutschen Bundestag vorliegt und dort nicht diskutiert wird. Um die Ignoranz des Deutschen Bundestages deutlich zu machen, hat die Kommission ihren Bericht von Juni 2021 im Juni 2022 noch einmal in den Deutschen Bundestag eingereicht mit der Bemerkung:
Was sagt man zu solcher Ignoranz der Mandatsträger in einer fundamentalen Gas – und Stromkrise ? Eine kluge FDP hätte diesen Bericht schon längst zum Mittelpunkt einer energiepolitischen Debatte gemacht.
Aber wir haben keine energiepolitisch kluge Bundesregierung, schon seit zehn Jahren nicht mehr, zumindest seitdem die Kernenergieforschung im Atomgesetz (2011) abgeschafft wurde, CCS in Deutschland verboten wurde (2012) und Fracking (2017) ebenso.
Mit CCS könnte man den Trend der verstärkten Kohlenutzung in China und Indien gelassener entgegensehen. Stattdessen ist Energiepolitik seit Merkels Aussteigen aus Kernenergie und Kohle nur mehr ein Glaubensbekenntnis.
Man verließ sich in diesem Glauben  auf grüne Berater wie die der AGORA-Energiewende. Die führenden Personen von AGORA sind nun an den Schalthebeln der Macht und zeigen schon nach einem Jahr, dass sie auf dem bestem Weg sind, Deutschlands starke Wirtschaft zu ruinieren.