Prähistorische Ozeanschichten als möglicher Faktor der Erwärmung – Klimaschau 260

Forscher der Rutgers-Universität in New Brunswick/NJ um Ryan Glaubke publizierten kürzlich eine Studie mit dem Titel „Der erhöhte Salzgehalt des flachen Wassers im eisfreien Indischen Ozean stammte aus der Tiefe“ im Magazin NATURE GEOSCIENCE.
In dieser Studie zur Geochemie des urzeitlichen Ozeans fanden die Forscher Hinweise darauf, daß das Ende der letzten Eiszeit vor etwa 18.000 Jahren – eine Phase rascher globaler Erwärmung – mit dem Auftreten von salzigem Wasser zusammenfiel, das zuvor im tiefen Ozean eingeschlossen gewesen war. Die Wissenschaftler sprechen im Labor-Jargon von einem „Salz-Blob“.




Dominique Görlitz: Klimawandel im Spiegel antiker Kulturen – 17. EIKE – Klimakonferenz in Halle

Dominique Görlitz, Mitglied im Verein für Experimentelle Archäologie, ist bekannt für seine Fahrten mit Schilfbooten über den Atlantik, auf den Spuren von Thor Heyerdahl. In der Pfännerhall bei Merseburg steht sogar das Original der „Abora IV“, einem Boot altägyptischer Bauart. Er betont, daß Warmzeiten gute Zeiten für die Entwicklung der Zivilisation waren, statt einer Katastrophe, wie heute behauptet wird.

Ende Juni wird er auf der 17. EIKE-Klimakonferenz zum Thema „Klimawandel im Spiegel antiker Kulturen“ sprechen.

Hier sein EIKE-Vortrag aus dem Jahr 2022 in der Pfännerhall Braunsbedra:

NEU IKEK-17 Programm EIKE Klimakonferenz Halle 2026 B




GEMINI Haus Projekt: Flucht nach Ungarn

von Roland Moesl

Was wurde eigentlich aus „Mehr als nur ein Haus, ein Ausweg aus einem Albtraum“? Der deutsche Sprachraum ist extrem innovationsfeindlich. Österreich hat neue Methoden zur Erzeugung eines österreichischen Erfinderschicksals, drei in der ganzen EU kombiniert einzigartige Gesetze zur schnellen Vernichtung von StartUps.
Ich werde so firmenmäßig zum Wirtschaftsflüchtling, alles ist darauf vorbereitet, in Ungarn sehr zeitnah eine AG zu gründen. Warum Ungarn? Weil man dort etwas von der Energiewende versteht. Diese Aussage wird wohl ein Schock für jeden Grünen sein, aber die Zahlen sprechen die Wahrheit:
Ungarn wird 2026 80 bis 100 GWh Akkus produzieren, das 9-fach-bevölkerungsreichere Deutschland aber nur 50 bis 70 GWh. Bis 2030 plant Ungarn 300 GWh/a Akkuproduktion.

Flatterstrom zu 24-Strom veredeln

Man benötigt Akkus, um Flatterstrom zu 24-Strom zu veredeln. Die deutsche Energiewende hätte Akkus spätestens bei 70 GW Photovoltaikausbau benötigt. Derzeit verursachen 120 GWp Photovoltaik Chaos am Spotmarkt, anstatt einen positiven Beitrag zur Energiewende zu leisten. An einem sonnigen Sommertag können diese 120 GWp Photovoltaik 600 GWh erzeugen, bei einem sehr sonnigen Sommertag 720 GWh.
Das sind 25 bis 30 GW gleichmäßig über den Tag verteilt. Dafür würde man 360 GWh an Akkus benötigen. Am besten direkt beim Stromerzeuger platziert, noch bevor der Strom in das Netz eingespeist wird. Selbst bei 100 €/kWh nur 36 Milliarden €. Ein echtes Schnäppchen gegenüber dem derzeitigen Wahnsinnssystem:

  • weniger Netzausbaukosten, der Netzanschluss für Photovoltaik wird auf 30% der Peak-Leistung beschränkt
  • keine negativen Strompreise, die vom Steuerzahler über die EEG-Umlage finanziert werden
  • viel weniger Redispatchkosten
  • keine Standby-Kraftwerke für Prognosefehler bei Sonne und Wind
  • kein ineffizienter Betrieb kalorischer Kraftwerke durch schnellen Lastwechsel
  • ein einziger Stromausfall wie in Spanien 2025 würde der deutschen Wirtschaft 6 bis 13 Milliarden € kosten

24-Strom zu 24×365-Strom veredeln

Einige Jahre später könnte PV an sonnigen Sommertagen mehr Strom liefern, als Tag und Nacht verbraucht werden kann. Etwa bei 300 GW Photovoltaik und 750 GWh Akkus. Noch mehr Akkus pro kWp PV wären da zu teuer.

Da geht es jetzt um Power to X. Aber wofür soll das X stehen? Auch hier haben sich Ideologen und Dogmatiker in einen abstrusen Nonsens hinein geritten: Wasserstoff. Wir beobachten seit Monaten gespannt den Füllstand deutscher Gasspeicher. Wasserstoff hat da die blöde Eigenschaft, 3,2-mal mehr Volumen für dieselbe Energiemenge wie Methan zu benötigen. Wasserstoff wird da geradezu religiös verehrt, obwohl die Speicherkosten kraß dagegensprechen.
Power to Methan hat einen etwas geringeren Wirkungsgrad, weil man neben Wasserstoff auch noch Kohlenstoff als Rohstoff benötigt. Wenn aus einem Wasserhahn 9 Liter pro Minute rinnen, dann sind da 1 kg Wasserstoff dabei. Man muss hingegen 5.000 m³ Luft durch einen CO2-Filter ziehen, um daraus 1 kg Kohlenstoff zu gewinnen.
Bei Methan ist man bei großen unterirdischen Speichern auf geeignete geologische Eigenschaften angewiesen. Zum Transport und beim Komprimieren wird Energie benötigt.
Methanol hingegen ist bei Zimmertemperatur flüssig. Ideal, um es in ganz einfachen Tanks zu lagern. Solche Tanks kann man überall hinstellen, am besten gleich beim Kraftwerk und der Power to Methanol Anlage.

Skalierbarkeit von Wasser, Wind und Sonne

Je nach Studienansatz sind 80% bis 92% der in Deutschland möglichen Stromgewinnung aus Wasserkraft bereits genützt. Das ist klar, darüber besteht Übereinstimmung.
Doch wie sieht das mit Windenergie aus? Zuerst installiert man Windkraftanlagen in den ertragreichsten Gebieten. Jedes Mal, wenn man einen neuen Windpark errichtet, ist daher der Standort etwas weniger ertragreich als bestehende Standorte.
Dazu kommt der Wake-Effekt: die Verringerung der Windgeschwindigkeit hinter Windkraftwerken. Beides zusammen bedeutet, Windkraft ist in Deutschland nicht in einem Ausmaß skalierbar, wie es die Theorie Sommer-Sonne Winter-Wind fordert.
Ich habe dazu 100% Solarstrom und 100% Windstrom in Aalborg, Dänemark, simuliert. Aalborg ist sehr windreich und weit im Norden Dänemarks. Überraschung, 100% Versorgung mit Windstrom war teurer als 100% Versorgung mit Solarstrom. Kostenoptima mit einem Mix aus 15% bis 30% installierter Windenergie im Vergleich zur Photovoltaik.
Weiter südlich in Niederösterreich war ein Mix mit Windenergie nur marginal günstiger als 100% Solarstrom. Aus dieser Simulation lässt sich ableiten: Repowering bestehender Windparks, aber keine neuen mehr. Vielleicht entscheidet die Bevölkerung dann in ein paar Jahrzehnten, dieses Repowering zu beenden, weil Solarstrom alleine ausreicht und billiger ist.

Bei Photovoltaik ist es hingegen kein Problem, von derzeit 120 GW auf 1.800 GW auszubauen. Da ergeben sich sofort zwei Fragen: warum so viel und wohin damit?

Warum so viel? Die 24×365 Konvertierungsquote

Wenn das Stromnetz zum Power to X System und dieses 58% Wirkungsgrad haben und das Kraftwerk und zum Verbraucher 54% Wirkungsgrad haben, dann hat der Roundtrip nur 31%. Dies hat den größten Einfluss auf die 24×365 Konvertierungsquote. Je geringer der Unterschied zwischen Sommer und Winter, desto besser ist die 24×365 Konvertierungsquote. Diese ist in Deutschland mit 100% Solarstrom knapp unter 50% und kann mit einem optimalen Mix mit Windstrom auf knapp über 60% aufgepäppelt werden.
Dies sind die Werte im Kostenoptimum. Das bedeutet, es wird eine optimale Menge an Akkus und Power to X gesucht, wo die Produktionskosten pro kWh am geringsten sind.
Ohne diese Kostenoptimierung ist die 24×365 Konvertierungsquote höher, weil dann eben viel mehr Akkus und Power to X installiert werden können. Mit 50% höheren Kosten wäre dann in Salzburg 56,7% statt 50,7% möglich.


Bisherige Studien zu 100% erneuerbarer Energie haben da reichlich geschummelt und diese Kleinigkeit verschwiegen. Zum Vergleich dazu:

Kairo hat mit 100% Solarstrom 65,8% 24×365 Konvertierungsquote. Der Rekordhalter ist in Chile mit 75%.
Mit den möglichen Kostenoptimierungen wird es trotzdem möglich sein, eine Energieversorgung deutlich billiger als mit fossiler Energie zu schaffen.
All die Demonstrationen gegen Ministerin Katherina Reiche zeigen, wie sehr die Nutznießer der Energiewende Kostenoptimierung hassen. Der Unterschied im Aufwand zur Herstellung zwischen Flatterstrom und 24×365 Strom entspricht etwas dem Preisunterschied zwischen Pferdeäpfeln, die als Dünger in Gartenmärkten angeboten werden, und Äpfeln. Drastisch ausgedrückt, all die Propaganda möchte uns Pferdeäpfel zum Preis von Äpfeln verkaufen.

Wohin damit? Die menschenfreundlichste Lösung

Wohin nur mit 1.800 GW Photovoltaik? Natürlich in energieoptimierten Siedlungsgebieten. Benötigt nur die halbe Fläche, welche derzeit für Biogas und Biosprit vergeudet wird. Das GEMINI Projekt beabsichtigt, das Eigenheim zum Rückgrat einer funktionsfähigen Energiewende zu machen.

Ein Hektar, 16 Eigenheime, 1,35 MW Photovoltaik und etwa 4 MWh Akkus. Gegen Arbeiterschließfächer und Aussterben durch eine viel zu geringe Geburtenrate.
Schon im römischen Imperium hatte man Statistiken, daß Städte mehr Todesfälle als Geburten haben. Eine weitere gegenwärtige Krise ist viel zu wenige Kinder in allen hoch entwickelten Ländern. Reruralsierung statt weiterer Urbanisierung.

Unsere Konzepte ermöglichen es, mit leicht leistbaren Eigenheimen, unsere Zivilisation mit genügend Kindern zu erhalten.
Im krassen Gegensatz dazu: Die Weltuntergangsideologie erzeugt systematisch Zukunftsangst und propagiert Selbstausrottung. Ich war im Herbst 2026 auf zahlreichen „StartUps treffen Investoren“ Veranstaltungen und musste dort eine hundertprozentige Durchseuchung der Investoren mit der Weltuntergangsideologie feststellen. Ich kam mir dort schon wie Abraham auf der Suche nach dem einzigen Gerechten in Sodom und Gomorrha vor.
Victor Orban und wohl auch sein Nachfolger Péter Magyar stehen für eine familienfreundliche Politik. Die Zeloten der Weltuntergangsideologie hassen dies, genauso wie diese meine Zukunftskonzepte hassen.
Meine Studien ergaben, dass sich eine ungarische Familie trotz geringerem Einkommen ein GEMINI Haus leichter leisten kann als eine deutsche Familie.

Die deutsche Energiewende in heftiger Kritik:

Alles im Detail in meinem Paper zur CORP Konferenz

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Stefan Rahmstorf behauptet, daß RCP8.5 wegen der Energiewende jetzt unplausibel geworden sei

Wir haben es alle gewußt: Wenn der Klimaschwindel eines Tages langsam beerdigt werden wird, werden die Profteure behaupten, die Erde sei wegen ihrer Tätigkeit gerettet worden.

Ausgerechnet Stefan Rahmstorf tut seinen Kritikern nun den Gefallen, im Sinne einer Realsatire zu behaupten, daß die Kassierung des RCP8.5-Szenarios durch einen Weltklimarat-Autor ein Ausdruck der erfolgreichen Energiewende sei.

Was war geschehen? 

In den offiziösen Verlautbarungen des Weltklimarates, repräsentiert durch Detlef van Vuuren und Team auf der Seite des EU-Programmes Copernicus, wurde gesagt:

„Die Szenarien sollten ein breites Spektrum an politikrelevanten Emissionsverläufen abdecken, die als plausibel angesehen werden. Das heißt: deren Eintreten mit nicht zu vernachlässigender Wahrscheinlichkeit zu erwarten ist. Als Ganzes sollten die ScenarioMIP-Szenarien somit plausible Ergebnisse abdecken, die von einem starken Klimawandel, im Falle eines Versagens der Politik, bis hin zu einem geringen Klimawandel infolge strenger politischer Maßnahmen reichen.
Für das 21. Jahrhundert wird dieser Bereich kleiner ausfallen als zuvor eingeschätzt: Am oberen Ende des Spektrums sind die hohen Emissionsniveaus von CMIP6 (quantifiziert durch SSP5-8.5) UNPLAUSIBEL geworden. Am unteren Ende sind viele CMIP6-Emissionsverläufe nicht mehr mit den beobachteten Trends im Zeitraum 2020–2030 vereinbar.“ (Z Ende)

Michael Klein kommentiert: 

„Was hier steht, ist Sprengstoff.




Das bevorstehende US-Energie-Imperium

Brauchen wir eine Tech-Monarchie zur Lösung der Energiekrise?

von Edgar L. Gärtner

Europa, Afrika und Teile Asiens stehen vor einer schweren Energiekrise, die vermutlich die „Ölkrise“ von 1973, die die meisten Zeitgenossen nur aus Geschichtsbüchern kennen, weit in den Schatten stellen wird. Schon bei oberflächlicher Betrachtung zeigt sich, dass die aktuelle Krise nur zum geringsten Teil physisch erklärbar ist. Diese Aussage wird wohl auf allgemeine Zustimmung stoßen. Es spricht sich herum, dass es auf unserem Planeten Energieträger in Hülle und Fülle gibt. Die durch Computersimulationen herbeigerechnete Knappheit, mit denen der „Club of Rome“ in den 1970er Jahren die Weltöffentlichkeit schockiert hat, treibt heute nur noch wenige Menschen auf die Straße. Stattdessen ist es selbst den Konsumenten der ARD-Tagesschau klar, dass die im Iran regierenden Revolutionsgardisten die Blockade der Meerenge von Hormus nutzen, um eine künstliche Knappheit zu erzeugen. Die von Donald Trump verordnete Gegenblockade betrifft nur die iranische Wirtschaft. Doch das beantwortet nicht die Frage nach dem Ursprung des Konflikts.

Donald Trump als Sündenbock

Nicht wenige machen Donald Trump für die verworrene Lage im Nahen Osten und die Störung lebenswichtiger Lieferketten der Weltwirtschaft verantwortlich. Selbst der „Atlantiker“ Friedrich März stimmt in den Chor derer ein, die Trump unüberlegtes Handeln, ja das Fehlen jeglicher Strategie vorwerfen. Dabei könnten die Statistiken des internationalen Handels mit Rohöl, Gas und petrochemischen Grundstoffen leicht das Gegenteil beweisen. Die Zahlen weisen aus, dass die US-Wirtschaft aus der menschengemachten Energiekrise infolge des „vorsorglichen“ Angriffs der USA und Israels auf das Mullah-Regime im Iran mit seinen Nuklear-Plänen auf der ganzen Linie als Gewinner hervorgeht. Trotz der augenblicklichen relativen Stärke des Euro gegenüber dem US-Dollar zeigt diese Grafik, dass die Hoffnungen der BRICS-Staaten, den Dollar in absehbarer Zeit bei der Abwicklung von Energie-Geschäften vom ersten Platz verdrängen zu können, bis auf Weiteres unbegründet sind.

Nicht zufällig haben Trump und seine Berater ihren Versuch der Neuordnung der globalen Energiewirtschaft im Interesse von US-Milliardären mit der „Enthauptung“ des totalitären Maduro-Regimes in Venezuela und der damit ermöglichten Wiederaufnahme des massiven Imports venezuelischen Schweröls durch Raffinerien an der US-Golfküste begonnen und erst im zweiten Schritt die Blockade von Hormus provoziert. Denn die Verarbeitung dieses Schweröls steht am Beginn wichtiger Wertschöpfungsketten, auf die die Chinesen nun keinen direkten Zugriff mehr haben. Die USA werden damit in Verbindung mit der weltweiten Lieferung von verflüssigtem Fracking-Gas zur globalen Drehscheibe des Energiehandels. EU-Europa ist kaltgestellt.

Endspiel Europa

Die Verschiebung des Kräfteverhältnisses zugunsten der USA und zu Lasten der EU wird noch deutlicher, wenn man die Entwicklung bis zu dem von US-Think Tanks und Soros-Stiftungen eingefädelten Maidan-Aufstand in Kiew 2013/2014 zurückverfolgt. Ulrike Guérot und Hauke Ritz haben in ihrem Buch „Endspiel Europa“ (2022) dargelegt, wie die herrschenden Kreise der USA unter ganz unterschiedlichen Präsidenten das Projekt eines gemeinsamen Hauses Europa, das von Lissabon bis Wladiwostok reicht, systematisch zerschossen haben. Diese meines Wissens ursprünglich von französischen Gaullisten entworfene Vision wurde von Wladimir Putin in seiner berühmt gewordenen, aber inzwischen dennoch weitgehend vergessenen Rede vor dem Deutschen Bundestag am 25. September 2001 unausgesprochen geteilt. Doch die damals den „tiefen Staat“ der USA beherrschenden „Neocons“ wählten, inspiriert vom Schachspiel-Narrativ ihres einflussreichen Beraters Zbigniew Brzezinski im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts den Wirtschaftskrieg gegen Rußland mit mit dem Ziel der Weltbeherrschung. Die Sprengung der Nord-Stream-Pipeline durch ukrainische Agenten (vermutlich im US-Auftrag) ist nur der sichtbarste Teil dieses Wirtschaftskrieges. Durch solche und andere Sabotage-Aktionen wurde die zunächst zögernde politische Klasse der EU schließlich gezwungen, sich der US-Strategie unterzuordnen. Diese zielt seit dem Machtantritt von Donald Trump allerdings nicht mehr auf die Beherrschung der ganzen Welt ab, sondern auf die Stärkung der USA in einer multipolaren Welt. Das läßt den Europäern immerhin die Chance, die in Form der EU-Bürokratie gescheiterte europäische Einigung unter anderem Vorzeichen neu zu beginnen. (Dazu später.)

Zurück zur Normalität

Die Widerrufung der Einstufung des Kohlenstoffdioxids als gefährlicher Schadstoff („Endangerment Finding“) durch Donald Trump und die US-Umweltagentur EPA ist, wie wir bei EIKE wissen, keine politikgetriebene Manipulation der Wissenschaft, sondern schlicht die Rückkehr zur Normalität, die jenseits des Atlantiks ein neues „Wirtschaftswunder“ auslöst, das mit der Schaffung Hunderttausender neuer Jobs verbunden ist. Doch die EU-„Elite“ hat beschlossen, diese grundlegende Korrektur unseres Weltbildes zu ignorieren und zu einer absurden Form des Kalten Krieges zurückzukehren: EU-Europa soll militärisch aufgerüstet und angriffsfähig werden, während es am „Green Deal“ und an der unbezahlbaren „Energiewende“, der Hinwendung zu angeblich erneuerbaren Energieformen festhält, d.h. weiterhin funktionierende Kraftwerke sprengt und seine Wirtschaft gemäß dem CO2-Dogma zum Schrumpfen verurteilt. Schon die Tatsache, dass die deutsche Industrie heute doppelt so viel für Strom zahlen muss wie die US-amerikanische oder die chinesische, führt uns unweigerlich in eine Sackgasse. Dennoch wird die Energieverteuerung infolge des Irankrieges zurzeit mit einigem Erfolg als Argument für die Beschleunigung des Ausstiegs aus den „Fossilen“ missbraucht.

Nur so etwas wie die Existenz eines (sozialistischen) „Todestriebs in der Geschichte“ kann wohl erklären, warum die politische Klasse Westeuropas sehenden Auges in diese Falle läuft. Das erscheint umso makabrer, wenn man weiß, dass die der „Energiewende“ und der Wokeness zugrunde liegenden Ideen seit den 1970er Jahren von jenseits des Atlantiks zu uns herübergekommen sind. Zunächst in Deutschland und dann in der ganzen EU wurden diese Ideen zum totalitären Konzept einer radikalen Energiewende weiterverarbeitet und dann unter US-Präsident Barak Obama in etwas abgemilderter Form auch von den USA übernommen. Während Donald Trump und seine Anhänger in den USA den Mut aufbrachten, das erfundene CO2-Dogma aufzugeben, haben sich Deutschland und andere westeuropäische Länder inzwischen so weit im Irrgarten der „Erneuerbaren“ und der Wokeness verrannt, dass es absehbar Jahrzehnte dauern wird, bis hier die Rückkehr zur Normalität vollzogen ist. Einer der Hauptgründe für diese Blockade ist hier sicher der in Beton gegossene bürokratische Korporatismus, der von einem Parteienkartell einer „Brandmauer“ gegen pragmatische Politikansätze verteidigt wird. Das verschafft der US-Wirtschaft ungeahnte Vorteile. Die US-Politik kann nun unverschleiert die imperialistische Karte spielen. Denn dem mithilfe nihilistischer Ideologien an die Wand gefahrenen Europa bleibt gar keine andere Wahl, als den von den USA angebotenen Vasallenstatus zu akzeptieren – oder vor der begonnenen Islamisierung zu kapitulieren.

Doch es gibt in Trumps logischem Kalkül eine große Unbekannte: Die Widerstandsfähigkeit des Mullah-Regimes. Diese scheint selbst nach der gezielten Eliminierung seiner religiösen Führer erheblich größer zu sein als Trumps Berater wohl angenommen haben. Kenner der schiitischen Version des Islam wissen, dass dessen Anhänger den Versuch, ihren Glauben an die Wiederkunft des Mahdi durch Erpressung und physische Gewalt tendenziell über die ganze Erde zu verbreiten, niemals aufgeben werden und dabei bis zum wirtschaftlichen Selbstmord reichende Opfer hinnehmen. Deshalb mussten Donald Trump und sein Außenminister Marco Rubio die Operation „Epic Fury“ (vorläufig?) abblasen und ein Übereinkommen mit den Mullahs anstreben, ohne zuvor ein Entgegenkommen des Irans bei der Behandlung der bisher produzierten Menge hoch angereicherten Urans zu erlangen. Doch das war die wichtigste Bedingung für ein dauerhaftes Abkommen zur Beilegung des Konflikts. Nun soll die chinesische Führung die iranischen Machthaber umstimmen. Der Ausgang des Konflikts mit dem Iran bleibt also offen – eine schlechte Nachricht für die Öl- und Gas-Kunden in Europa, aber auch eine Demütigung für den allzu siegesgewissen US-Präsidenten Trump.

Eine Kultur im Niedergang

Ohnehin zeigen die Zustände in den USA, dass Trumps Mut eher aus der Verzweiflung über die Ausbreitung absurder woker Bewegungen und krimineller Narco-Geschäfte als aus der Gewissheit eigener Stärke der MAGA-Bewegung erwächst. Die Parole „Make America Great Again“ kann man auch als Aufbäumen gegen den längst fortgeschrittenen Prozess des Niedergangs interpretieren, wie das der bekannte französische Historiker Emmanuel Todd tut. Ich kann Todd aber nur in manchen Punkten zustimmen, weil er meines Ermessens die größere Resilienz des politischen und ökonomischen Systems der USA im Vergleich zum korporatistischen Europa vernachlässigt. Ich habe auf dieser Plattform schon kurz nach dem Beginn der zweiten Amtszeit Donald Trumps darauf hingewiesen, dass ich mich an der „Kulturmorphologie“ des deutschen Universalhistorikers Oswald Spengler orientiere, wonach Auf- und Abstieg verschiedener Kulturen vorhersehbar den gleichen Mustern folgen, die sich hinter dem Rücken der politischen und wirtschaftlichen Akteure durchsetzen.

Nach dem belgischen Althistoriker David Engels erleben wir zurzeit in den USA unter Donald Trump und Elon Musk die Ablösung der liberalen Demokratie durch den Cäsarismus, d.h. das konkurrierende Bestreben weniger Multimilliardäre, die Herrschaft über das Ganze zu erlangen. Dieser Zustand ähnelt den Verhältnissen der Spätphase der römischen Republik im letzten Jahrhundert vor Christi Geburt. Setzt sich schließlich einer der konkurrierenden Oligarchen nach dem Muster des römischen Kaisers Augustus als Alleinherrscher durch, dann beginnt das wirkliche Imperium. Ich gehe mit David Engels davon aus, dass Cäsarismus und Imperialismus wie im historischen Römerreich zwar Synonyme des Niedergangs einer Kultur sind, aber dennoch in ihrer Anfangsphase für einige Zeit zu Frieden und Wohlstand in einer Schein-Demokratie mit formalem Pluralismus führen können. Die Regierungszeit des Augustus gilt bis heute einhellig als eine der vergleichsweise glücklichen Perioden der Weltgeschichte – und das nicht nur, weil in dieser Zeit der Friedensbringer Jesus Christus zur Welt kam.

David Engels möchte als zurzeit bekanntester Vertreter der Spenglerschen Kulturmorphologie aber nicht akzeptieren, dass die Europäer damit definitiv zu Randfiguren des historischen Prozesses werden. Deshalb entwickelt er die Idee des „Hesperalismus“, d.h. eines abendländischen Patriotismus, der die christlichen Wurzeln der europäischen Zivilisation in Form der Wahrheitsorientierung von Augustinus und Thomas von Aquin betont.

Die Geburtswehen eines neuen Imperiums

Der Weg zu einem neuen Imperium (in einer multipolaren Welt!) hätte allerdings mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit einen großen „Schönheitsfehler“: Bevor sich ein neuer Friedensbringer vom Typ des Imperators Augustus oder eine Friedensbringerin vom Typ der Märtyrerin Jeanne d’Arc durchsetzt, kommt es höchstwahrscheinlich zu heftigen Kämpfen zwischen den etablierten politischen Machträgern und aufbegehrenden Populisten, zwischen einer Verantwortungsethik folgenden Politikern und fanatischen Gesinnungstätern, zwischen Friedfertigen und Terroristen, zwischen Männern und Frauen, zwischen christlichen Gemeinden und suizidalen Sekten, zwischen ehrbaren Kaufleuten und Dieben, zwischen nüchtern kalkulierenden Unternehmern und Utopisten, zwischen seriösen Fachleuten und Hochstaplern usw., die zu Unruhen, Aufständen und sogar blutigen Bürgerkriegen mit Politikermorden nach dem Vorbild von Brutus führen können. Um solche Zustände zu verhindern, greifen Regierungen auf beiden Seiten des Atlantiks immer öfters zu KI-gestützten Überwachungstechniken, immer schärferen Zensurmaßnahmen, Wahl-Fälschungen, Politisierung der Justiz und innenpolitischen Polizei-Einsätzen.

So findet die von Peter Thiel, einem wichtigen Sponsor der Wahlkampagnen des US-Präsidenten Donald Trump und seines Vizepräsidenten JD Vance, im Jahre 2003 kurz nach dem Anschlag auf das World Trade Center in New York zusammen mit Alex Karp, Joe Lonsdale, Stephen Cohen, und Nathan Gettings gegründete Firma „Palantir“ mit ihrer eleganten KI-gestützten Überwachungs-Software unter den Namen „Foundry“ (für Firmen) und „Gotham“ (für Militär und Geheimpolizei) seit Kurzem optimale Marktbedingungen vor, nachdem die Firma etwa 20 Jahre lang nur Verluste erwirtschaften konnte. Innerhalb von zwölf Monaten versechsfachte sich dann der Aktienkurs von „Palantir“ plötzlich (siehe Grafik aus der NZZ vom 16. August 2025). Denn es gibt vielleicht grundsätzlich Alternativen zu Palantir, aber heute, wie es scheint, keine Alternative zur ständigen Überwachung der Bevölkerung. Es kommt dann darauf an, wer über die handhabbarste Überwachungstechnik gebieten kann.

Die Vorteile einer „Tech-Monarchie“

Denn eine auf individueller Entscheidungsfreiheit und Verantwortung beruhende Gesellschaft hat nur Bestand, wenn die allermeisten Individuen von sich aus einem transzendenten Logos folgen. Das ist im Westen infolge der „Verdunstung“ des christlichen Glaubens seit der 68er Revolte und der Ausbreitung der Woke-Ideologie nicht mehr garantiert. Ich schließe mich deshalb ausdrücklich nicht jenen an, die in „Palantir“ die „gefährlichste Firma der Welt“ sehen. Wir steuern m.E. auf eine Situation zu, in der wir nur noch die Wahl haben zwischen „Gotham“ und der Scharia-Polizei. Aus der europäischen Geschichte wissen wir, dass Demokratie nicht unbedingt mit Freiheit verbunden ist. Noch heute schneiden monarchisch verfasste Kleinstaaten wie Liechtenstein oder Monaco in Freiheits-Rankings am besten ab. Warum sollte das nicht auch in größeren Staaten möglich sein? Ich bleibe also gegenüber der von Peter Thiel und anderen verfochtenen Idee einer Tech-Monarchie aufgeschlossen und hoffe, dass diese sich beim Versuch der Lösung der anstehenden Energiekrise bewähren wird.

Mithilfe der KI ist es m.E. nicht nur leicht, das CO2-Dogma der deutschen und europäischen Energiepolitik als Irrtum bzw. Schwindel zu entlarven. Es ist mithilfe von KI auch möglich, in der Debatte um den besten Weg zur Lösung der Energiekrise klar zwischen Wahrheit und Wunschdenken zu unterscheiden. Voraussetzung dafür ist die Meinungs- und Redefreiheit. Dafür haben sich Donald Trump und JD Vance bislang gegenüber den immer unverschämteren Zensurmaßnahmen der EU und der meisten ihrer Mitgliedsstaaten stark gemacht. Die entscheidende Frage lautet also: Wird „Gotham“ für den Schutz „unserer Demokratie“ oder für die Durchsetzung der Redefreiheit eingesetzt?