Artemis: Der Mond wird woke

von Hans Hofmann-Reinecke

Vor 50 Jahren, im Dezember 1972, war zum letzten Mal ein Mensch auf dem Mond, und wie die anderen elf vor ihm war auch er weiß und männlich. Jetzt soll dieser Fauxpas historischer Tragweite korrigiert werden. Wird der Mond also endlich woke?

Der Magnetismus der Zielsetzung

Es war nicht zu erwarten, dass ein Programm der NASA jemals wieder nur annähernd so spektakulär würde, wie die erste Mondlandung es war. Die grandiose Zielsetzung des Apollo Programms, vom charismatischen Präsidenten Kennedy klar formuliert, war ein unwiderstehlicher Magnet, der alle Beteiligten über sich hinauswachsen ließ. „Failure is not an option“ war mehr als ein guter Slogan, es war die gelebte Einstellung zur Arbeit.

Den nachfolgenden Projekten fehlte diese Magie. Sie entstanden eher aus der Überlegung, welche neuen Aufgaben man einer so bewährten und hochkarätigen Organisation jetzt stellen könnte. Dieser Wandel brachte es mit sich, dass die Dominanz von Wissenschaft und Technik durch Interessen der Politik verdrängt wurde. Und es ist wahrscheinlich, dass genau das die Ursache für die Tragödien der Shuttles Challenger und Columbia war. Im Zwiespalt zwischen politischem Opportunismus und der harten Realität wurde die professionelle Ethik der Ingenieure in den Hintergrund gedrängt. Aber die Natur lässt sich nicht zum Narren halten, und so musste sehr teures Lehrgeld bezahlt werden.

Es ist keine Frage, dass auch während der 50 Jahre seit Apollo von der NASA phantastische Erfolge erzielt wurden, die den Ingenieuren und Wissenschaftlern zu hohem Ruhm gereichen. Insbesondere die beiden Teleskope „Hubble“ und „James Webb“ haben der Astronomie ungeahnte Erkenntnisse ermöglicht, welche die wissenschaftliche Bedeutung der Mondlandung vielleicht sogar in den Schatten stellen. Und auch die Konstruktion der Shuttles selbst war eine technische Meisterleistung. Aber keines der Projekte kam an Apollo heran.

 

Die Göttin der Jagd

Nehmen wir nun das aktuelle Flaggschiff der NASA unter die Lupe und versuchen wir zu analysieren, ob hier Wissenschaft und Technik federführend sind – oder andere Kräfte. Es geht um das Programm namens Artemis. Sie, die Göttin der Jagd und der Natur, ist Zwillingsschwester von Apollo, und sie soll nun die Patzer ihres Bruders wieder gut machen.

Das verrät uns die Artemis-Website bereits im ersten Satz:

“With Artemis missions, NASA will land the first woman and first person of colour on the Moon, using innovative technologies to explore more of the lunar surface than ever before.

(Mit der Artemis-Missionen wird NASA die erste Frau und die erste farbige Person auf dem Mond landen und dabei innovative Technologien einsetzen, um mehr von der Mondoberfläche zu erforschen als je zuvor.)“

Lassen Sie uns die Frage nach der Sinnhaftigkeit dieses Ziels für einen Moment zurückstellen und betrachten erst einmal die logistische Seite des Vorhabens.

 

Die ISS in Kniehöhe

Die Frage, „wo ist der Weltraum?“ macht so wenig Sinn, wie die Frage eines Delphins: „Wo ist das Meer?“ Der Weltraum ist alles, was nicht unsere Erde ist, und man hat sich darauf geeinigt, dass die Grenze in rund 100 km über dem Erdboden liegt. Knapp darüber kreisen bereits Satelliten, die International Space Station etwa in 400 km. Der Mond kreist ein Stückchen weiter weg. Stellen Sie sich vor, Sie stünden vorm Eiffelturm und der Mond befände ich an dessen Spitze, dann wäre die ISS etwa in Kniehöhe.

Zum Mond sind es 384.000 km, und zum Mars, wenn der uns am nächsten ist, sind es gut hundert Mal mehr.

Wie soll Artemis nun zum Mond kommen? Der erste Teil der Reise beginnt wie bei Apollo mit einer gigantischen Rakete namens SLS, die in knapp zehn Minuten ihren Treibstoff verbrennt, sich dann von ihrer Nutzlast „Orion“ trennt, in den Atlantik fällt und versinkt. Wie vor 50 Jahren Wernher von Brauns Saturn V, so ist auch SLS eine Einmalrakete.

Den Rest der Reise tritt Orion nun aus eigener Kraft an und trifft sich nach ein paar Tagen mit einer Raumstation namens „Gateway“, die permanent um den Mond kreist. An Gateway ist die Mondfähre angedockt, mit der dann gelandet wird.

Sie fragen, wie Gateway da oben hin kommt? Das ist ein separates Projekt, an dem gearbeitet wird. SLS und Orion aber haben Ende 2022 ihren ersten – unbemannten – Flug unternommen, genannt „Artemis 1“. Zunächst ging es am Mond vorbei und dann sechs Tage lang im entfernten Orbit um ihn herum. Nach 25 Tagen landete die Kapsel wohlbehalten im Pazifik, westlich von Mexiko. Es war ein erfolgreicher Test.

 

Sprungbrett zum Mars?

Was bringt das alles? Nun, zeitlich ausgedehnte Expeditionen zur Oberfläche des Monds, mit modernen Messegräten und besserem Fahrzeug als damals bringen sicherlich neue, nicht vorhersehbare Erkenntnisse. Zudem sammelt man praktische Erfahrung, die für weitere Eroberung des Weltraums wichtig ist.

Wäre der Mond ein gutes Basislager für die Expedition zum Mars? Könnte man da all die Komponenten für ein Raumschiff inklusive Hausstand für die nächsten zwei bis drei Jahre sammeln und zusammenbauen, um dann von hier die lange Reise anzutreten? Auf dem Mond hat man immerhin schon das Gröbste an Erdanziehung hinter sich gelassen und man bräuchte zum Start keine so starken Raketen mehr. Zudem gäbe es keine Luft und damit keinen Luftwiderstand. Was immer man jetzt auf die Reise schickt kann beliebige Gestalt haben, es braucht nicht so stromlinienförmig wie eine Rakete zu sein.

Aber es gibt Nachteile. Der Mond ist bedeckt mit einer Schicht aus feinem Staub, der Armstrong & Co. damals das Leben schwer machte. Das Zeug drang in die kleinsten Fugen jeglichen technischen Geräts ein, inklusive der Reißverschlüsse der Raumanzüge, und störte erheblich. Und dann ist da die Gravitation der Mondes; sie ist zwar schwach, aber man bräuchte dennoch Kräne um die schweren Bauteile zu bewegen.

Würde man die ganze Baustelle freischwebend im Raum anlegen, dann hätte man weder Staub noch hätten die Bauteile Gewicht; allerdings müsste man verhindern, dass sie spontan ins Weltall driften. Man müsste sie festbinden, so wie Beiboote, die am Schiff im Hafen dümpeln. Da gibt es nun zwischen Erde und Mond eine Gegend, in der die Schwerefelder der beiden Himmelskörper, zusammen mit der Zentrifugalkraft des Orbits um die Erde, sich gegenseitig kompensieren. Vermutlich wäre das eine gute Location für diese Baustelle.

 

Die Fahrt zum Mond

Es könnte daher gut sein, dass eine eventuelle Mars-Expedition den Mond nicht als Zwischenstation bräuchte. Bleibt als Nutzen also nur das eingangs erwähnte Anliegen, einer möglichst bunten Auswahl an Kandidaten jeglichen Geschlechts, jeglicher Hautfarbe und jeglicher Beschaffenheit die Chance zu geben, den Fuß auf den guten alten Mond zu setzen. Diese Absicht wird im Artemis-Video angedeutet, wo kurzzeitig auch ein Raumanzug in Übergröße ins Bild huscht.

Das wäre nur eine logische Fortsetzung der Geschichte der Raumfahrt. Erst hat man namenlose Ratten ins All geschossen, dann Hunde, sie erinnern sich vielleicht an Laika († 1957), dann Affen, etwa „Ham the Chimp“ († 1983 im Zoo), und schließlich weiße Männer. Nun ist die Raumfahrt also offen für die nächste Stufe der Evolution.

Machen Sie sich jetzt aber bitte keine Hoffnung, sie könnten der einen oder anderen lieben Person, sei es aus dem persönlichen Umfeld oder aus Politik, ein one-way Ticket für Artemis spendieren. Das würde zu teuer.

Artemis könnte aber eine wichtige Erkenntnis, die nach Apollo schon zu ahnen war, endlich bestätigen, nämlich diese.

Dieser Artikel erschien zuerst im Blog des Autors Think-Again. Sein Bestseller „Grün und Dumm“ ist bei Amazon erhältlich.




Klimawissenschaft: Was sagt sie aus? Jordan Peterson fragt Richard Lindzen

Dr. Jordan B. Peterson und Dr. Richard Lindzen befassen sich mit den Fakten des Klimawandels, den Modellen, mit denen er vorhergesagt wird, dem desolaten Zustand der akademischen Welt und der politisierten Welt der „professionellen“ Wissenschaft.

Richard Lindzen ist ein Meteorologe. Er hat zur Entwicklung von Theorien für die Hadley-Zirkulation, die hydrodynamische Instabilitätstheorie, interne Schwerewellen, atmosphärische Gezeiten und die quasi-biennale Oszillation der Stratosphäre beigetragen. Seine derzeitigen Forschungsarbeiten konzentrieren sich auf die Klimasensitivität, die Rolle von Zirruswolken im Klima und die Bestimmung des Temperaturunterschieds zwischen Tropen und Polen. Er hat mehrere Abschlüsse an der Harvard University erworben und mehrere Auszeichnungen in seinem Fachgebiet erhalten, darunter den Jule-Charney-Preis für „hochbedeutende Forschung in den Atmosphärenwissenschaften“. Von 1983 bis 2013 war er Alfred P. Sloan Professor für Atmosphärenwissenschaften am MIT, wo er im Juli 2013 emeritiert wurde.

Dr. Petersons umfangreicher Katalog ist jetzt auf DailyWire+ verfügbar:

Richard Lindzen ist als EIKE-Referent schon auf unserer Konferenz aufgetreten:




„Hockeyschläger“-Autor fällt um – Klimaschau 139

Die Klimaschau informiert über Neuigkeiten aus den Klimawissenschaften und von der Energiewende. Themen der 139. Ausgabe:
0:00 Begrüßung
0:19 Die Kehrtwende des Hockeyschläger-Autors
12:38 Das Problem der wiedervernässten Moore
14:12 Rohstoff-Vielfraß Energiewende




CO2-Kreditsystem für Reiche? Schellnhuber fordert Begrenzung der persönlichen Emissionen

von AR Göhring

Da Reiche mehr CO2 emittieren als die untere Hälfte der Bevölkerung, will der pensionierte Ex-Chef und Gründer des privaten Potsdam Institutes für Klimafogenforschung (-Forschungsfojgen?) PIK den individuellen CO2-Ausstoß begrenzen, wie er dem ARD-Magazin Panorama sagte.

Seit 60 Jahren berichten Reporter*innen unbequem, investigativ und unabhängig. Seit 2001 moderiert Anja Reschke die Sendung – nunmehr also seit 20 Jahren.
(das muß EIKE nicht mehr kommentieren)

Klingt für die Ohren eines EIKE-Autoren erst einmal nicht schlecht – sind Grünenwähler doch zuallermeist Besserverdiener und bekämen dann die Medizin zu schmecken, die sie stets nur der unteren Hälfte der Bevölkerung zumuten (Wohlstandsverlust, Arbeitsplatzverlust, Windradbelästigung, Preisexplosion). Der Vorschlag erinnert an die grüne Idee von vor ein paar Jahren, das individuelle Fliegen mit Sonderabgaben oberhalb einer Grenze zu belegen. Den Vorschlag kassierte Chefin Baerbock sogleich – warum ist klar: Klimapolitik ist Umverteilungspolitik von unten nach oben; die Besserverdiener sollen von der Weltrettung also möglichst nur profitieren, und nicht noch zahlen.

Viele Millionäre kommen jährlich sogar auf mehr als 100 Tonnen CO2 , Superreiche auf tausende Tonnen pro Kopf. In den letzten Jahren habe man gesehen, dass eine Dimension von Reichtum die Klimaschädlichkeit sei, so Schellnhuber.

Der renommierte Wissenschaftler fordert deshalb im Interview mit Panorama, eine individuelle CO2-Grenze einzuführen und gleichzeitig einen privaten Handel mit CO2-Rechten zu ermöglichen.

Schellnhubers Idee wurde analog von Robert Habeck auch sogleich abgelehnt. Man fragt sich, warum Schellnhuber sie überhaupt äußerte. Nun gut, der Mann ist in Rente und muß „Knackiges“ äußern, um nach der Pandemiepolitik auch einmal wieder ins TV zu kommen. Knackiges muß inhaltlich nicht sinnvoll sein – Hauptsache Aufmerksamkeit, so funktioniert Marketing.

Dennoch sollte man sich nicht unbedingt unbeliebt machen wie der Abgeordnete mit den Flugabgaben damals. Die Redaktionsaktivisten des Milliarden-Staatsfunkes wollen wie andere Bestverdiener nämlich gern weit und häufig fliegen und werden Schellnhuber nach solchen Vorschlägen nicht mehr gern interviewen. Nachher setzt der das noch durch.

Aber Schellnhuber hat in seine Forderung ein schönes finanzkapitalistisches Bonbon für die Bestverdiener eingebaut: Man soll privat mit CO2 handeln können. Daß Ernman-Thunbergs, Elon Musk und Al Gore mit „Klimaaktien“ (also heißer Luft) ordentlich Geld machen, ist dem EIKE-Leser bekannt (dem Tagesschau-Zuseher eher nicht).

„Jeder Mensch kriegt drei Tonnen CO2 pro Jahr, aber wer mehr braucht, muss es sich eben einkaufen“, schlägt Schellnhuber vor, und zwar von anderen, die weniger verbrauchen.

Wörtlich genommen müßten dann Klimaforscher, Grünwähler, ARD-Leute u.v.a. zm Beispiel solchen Leuten wie uns von EIKE oder Windkraftgegnern aus St. Gangloff Emissionsrechte abkaufen, da wir meist nicht mit SUV-Boliden fahren und nur einmal im Jahr nach Mallorca düsen. Das kann teuer werden – Klima-Hypermilliardär Elon Musk hat via Tesla damit ja den größten Teil seines Vermögens gemacht.

Ernst oder wörtlich gemeint ist es daher wohl nicht. Geht es vielleicht um die Ausweitung der Klimageschäftemacherei via Börse? Aus seinen Worten ist es nicht erschließbar. Vielleicht doch nur darum, mit sinnlosen aber harten Aussagen in die Medien zu kommen?

Klimaforscher Schellnhuber findet, es sei Zeit, endlich eine ehrliche Rechnung aufzumachen. Man brauche eine „radikale Klarheit“, was jeder Einzelne beizutragen habe, so Schellnhuber. „Und diese Klarheit haben wir längst nicht erreicht.“




Woher kommt der Strom? Bedarf niedrig, viel Wind & Preise im Keller

52. Analysewoche 2022

von Rüdiger Stobbe

Der Strombedarf Deutschlands ´zwischen den Jahren` ist traditionell, in diesem Jahr aber besonders gering. Ebenfalls in diesem Jahr kommt es zu einer exorbitant starken Windstromerzeugung => Eine starke Strom – Übererzeugung ist die Folge. Dieses „Zuviel“ an Strom, an elektrischer Energie lässt die Preise purzeln. In der 52. KW liegt der mittlere Strompreis bei 31,50€/MWh.  Das ist ein Wert, wie er vor der Energiekrise im Bereich des Normalen lag. Etliche Stunden allerdings war der Strompreis nahe Null €/MWh oder sogar knapp darunter. Das war für unsere Nachbarn, sogar zum Beispiel für Schweden, für Norwegen und nach langer Zeit wieder auch mal wieder für unsere polnischen Freunde eine gute Gelegenheit, sich mit günstigem Strom einzudecken. Manchmal gab Deutschland sogar noch etwas Geld als Bonus mit. Besonders Österreich deckte sich in der 52. KW mit sehr viel Strom ein. Belege: Chart Stromerzeugung & Bedarf; Chart Im- und  Exporte Strom;  Zahlen der 52. Analysewoche 2022 auf einen Blick.

Der Blick in die Zukunft belegt eindrucksvoll die wahrscheinlich noch stärkere  Strom- Übererzeugung mit dem ´massiven` Ausbau von  Windkraft- und PV-Anlagen. Der vom Zukunfts-Agorameter kalkulierte Ausbaugrad von rechnerischen 68% im Jahr 2030 führt mit den Wetterverhältnissen der 52. KW 2022 zu einer knappen 100%-Stromversorgung. Der rechnerische Ausbaugrad von 86% im Jahr 2040 ergibt viel-zu-viel Strom. Strom, der entweder bereits im Vorfeld durch Abregelung der Windkraftanlagen gar nicht erst erzeugt werden sollte, oder, falls er doch erzeugt wird, an das benachbarte Ausland verschenkt werden muss. Dann selbstverständlich mit wesentlich höheren Bonuszahlungen als aktuell. Entscheidend und Beleg für die faktische Sinnlosigkeit einer Energieversorgung, die sich auf Wind und Wetter verlässt, ist folgender Sachverhalt: Ein rechnerisch korrekter Ausbaugrad von 86% bringt bei wenig Wind und Sonne nicht annähernd die kalkulierten 86% des benötigten Stroms. Weht der Wind hingegen stark, wird bei gleichem Ausbaugrad erheblich zu viel Strom erzeugt. Passen tut es selten. Dann aber auch nur, weil die faktische Strom-Übererzeugung die kalkulierte Erzeugung 68%  stark übersteigt und deshalb in etwa an dem 100% Bedarf kratzt.

Was auch in Jahren, in Jahrzehnten nach meiner Einschätzung nicht möglich sein wird: Die Speicherung von mehreren TWh Strom, von solchen Strommengen, wie sie zum Beispiel im Jahr 2040 bei Ausbaugrad 86% innerhalb weniger Tage anfallen würden, mittels Wasserstoff- oder anderen Speichersystemen. Über eine Bereitstellung von Regelleistungs- und Schwarzstartstrom werden die möglichen Speichersysteme nicht hinauskommen.

Rückschau auf das Strom-Jahr 2022

Sowohl die Bundesnetzagentur als ach Agora-Energiewende haben eine Betrachtung des Jahres 2022 vorgelegt. Während  Agora-Energiewende meines Erachtens eine akzeptable Analyse vorlegt, ist die Rückschau der Bundesnetzagentur, die das Portal smard.de betreibt, manipulativ-verklärend und einer Bundesbehörde, die vom Steuerzahler finanziert wird, unwürdig. Auch wenn Bundesbehörden weisungsgebunden sind: So geht es nicht. Da müsste sich bei den gut bezahlten Wissenschaftlern der Agentur doch Widerstand regen. Dass vom Leiter der Behörde, Klaus Müller,  in dieser Richtung nicht viel zu erwarten ist, verwundert eingedenk seiner Qualifikation und seiner Verbundenheit mit Klimaminister Robert Habeck nicht wirklich. Jedenfalls habe ich diese E-Mail an die Bundesnetzagentur geschrieben, die zusätzlich eine Frage zu den Strommarkt-Daten stellt, die von der Bundesnetzagentur per CSV-Dateien bereitgestellt werden, welche eine Daten-Quelle (DQ) für das Analysetool stromdaten.info sind. Deshalb werde ich erst nach Antwort der Bundesnetzagentur einen Jahresrückblick 2022 erstellen. Wenn Sie sich die Daten des Jahres 2022 unkommentiert anschauen wollen: DQ Bundesnetzagentur; DQ Agora-Energiewende! Das Analysetool verarbeitet neben den Daten, welche die Bundesnetzagentur bereitstellt, auch die Daten von Agora-Energiewende als zweite Datenquelle. Ein Switch – Button oben rechts in den Tools – zwischen den Datenquellen ist immer möglich.

Detailanalysen

Bei der Tabelle mit den Werten der Energy-Charts und dem daraus generierten Chart handelt es sich um Werte der Nettostromerzeugung, den „Strom, der aus der Steckdose kommt“, wie auf der Website der Energy-Charts ganz unten ausführlich erläutert wird. Nutzen Sie den höchst empfehlenswerten virtuellen Energiewende-Rechner. (Wie viele Windkraft- und PV-Anlagen braucht es, um Kohle- und/oder Kernkraftstrom zu ersetzen? Zumindest im Jahresdurchschnitt.) Ebenso den bewährten Energierechner.

Schauen Sie sich an, wie sich eine angenommene Verdopplung (Original-Excel-Tabelle bis 31.12.2022) beziehungsweise Verdreifachung (Original-Excel-Tabelle bis 31.12.2022) des Wind- und Photovoltaik-Stroms auswirken würde. Beachten Sie bitte, dass der Strom bei entsprechender Kennzeichnung im Chart (= 1) oft eben nur im Tagesdurchschnitt ausreicht.

Man erkennt, dass zum Beispiel gut 40 Prozent regenerative Stromerzeugung im Jahr 2021 nur ein Durchschnittswert sind und dass die knapp 50 Prozent im Jahr 2020 trotz Zubaus weiterer regenerativer Stromerzeugungsanlagen durchaus nicht sicher erreicht werden (1. Januar bis 31. Dezember 2022 = 46,2 Prozent). Nochmal das physikalisch-technische Problem: Weht der Wind schwach, wird auch bei Vervielfachung der Windkraft- und PV-Anlagen weiter wenig Strom produziert. Weht der Wind hingegen richtig stark, wird sehr, sehr viel Strom produziert. Dann müssen die Windkraftanlagen unter Umständen aus dem Wind genommen, abgeregelt werden. Was das kostet, wie sich die diversen Regulierungsnotwendigkeiten (Eisman) bei einer Stromversorgung mit „Erneuerbaren“ bei den Kosten auswirken, wird hier behandelt.

CO2-Ausstoß bleibt auf hohem Niveau

Die Betrachtung der CO2-Emissionen dieses Jahres offenbart, dass sich Deutschland wieder in die Regionen des Jahres 2018/19 bewegt = über 400 g CO2/kWh. Im Jahr 2023 wird eine nochmalige Steigerung des CO2-Ausstoßes der Fall sein. Da braucht es keinen Propheten. Spätestens das Kernkraftwerke-Aus bedeutet noch mehr Ersatz- und Ergänzungsstrom aus Gas- und Kohlekraftwerken.

Die Tabellen mit den Import- und Exportzahlen plus Chart vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie der Vortrag von Professor Georg Brasseur von der TU Graz sind sehr erhellend. Professor Brasseur folgt nicht der Wissenschaft. Er betreibt Wissenschaft.

Wichtige Hinweise zu den Tagesanalysen & Charts

Beachten Sie bitte unbedingt die Stromdateninfo-Tagesvergleiche, möglich bis 2016, in der jeweiligen Tagesanalyse unten. Dort finden Sie die Belege für die im Analyse-Text angegebenen Durchschnittswerte und vor allem auch die Im- und Exportwerte. Der Vergleich beinhaltet einen Schatz an Erkenntnismöglichkeiten. Das Analysewerkzeug stromdaten.info ist ein sehr mächtiges Instrument, welches mit dem Tool Fakten zur Energiewende nochmals erweitert wurde.

In den Charts von Stromdateninfo ist Solarstrom gelb markiert und immer oben, oft auch über der Bedarfslinie. Das bedeutet aber nicht, dass dies der Strom ist, der exportiert wird. Im Gegenteil. Wegen des Einspeisevorrangs wird dieser Strom, genau wie anderer regenerativ erzeugter Strom, bevorzugt in das Netz eingespeist. Zum Export bleibt praktisch nur konventionell erzeugter Strom übrig, der immer allein aus Netzstabilisierungsgründen benötigt wird. Gleiches gilt für zusätzliche Stromsenken, umgangssprachlich Stromverbraucher genannt.

Wärmepumpen und Elektrofahrzeuge zum Beispiel erhöhen den Bedarf erheblich, so sie denn im geplanten Umfang realisiert werden sollten. Der hierfür zusätzlich benötigte Strom wird aber durchaus nicht regenerativ gedeckt. Die Sonne scheint nicht mehr und länger, der Wind weht nicht stärker, nur weil zusätzlicher Strom benötigt wird. Deshalb wird der zusätzlich benötigte Strom aktuell immer zusätzlich konventionell erzeugt. Jedenfalls so lange, bis der „massive Ausbau“ der „Erneuerbaren“ plus Speicher realisiert wurde und 100 Prozent grüner Strom nicht nur im Durchschnitt, sondern auch tatsächlich zur Verfügung steht, wenn er benötigt wird.

Tagesanalysen

Montag, 26.12.2022Anteil Wind- und PV-Strom 57,55 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 71,01 Prozent, davon Windstrom 56,23 Prozent, PV-Strom 1,31 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,47 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix [20302040]. Der Handelstag „Strom-Import/Export“.

Die regenerative Stromerzeugung  [20302040] ist enorm. Jedenfalls im Verhältnis zum geringen Bedarf am zweiten Weihnachtstag. Stromimport wird nicht nötig. Es ist zu viel Strom im Markt. Die Preise sind niedrig. Die 60€/MWh werden nicht überschritten. Die Im- und Exportwerte Deutschlands, die von Deutschlands Nachbarn und die Strompreise des Tages plus die Zusammensetzung der deutschen Stromimporte können hier analysiert werden.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 26. Dezember ab 2016.

Dienstag, 27.12.2022Anteil Wind- und PV-Strom 56,25Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 69,08 Prozent, davon Windstrom 52,25 Prozent, PV-Strom 4,01 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,83 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix [20302040]. Der Handelstag „Strom-Import/Export“.

Der Dienstag [20302040]weist den höchsten Preis der Woche aus. Ursache ist eine virtuelle Vorabendlücke, die durch weniger Windstrom plus untergehender Sonne entsteht. Man, der Markt weiß ja nicht, wie weit der Wind abflaut. Allein das treibt den Preis in die Höhe. Deutschland jedenfalls profitiert. Die Im- und Exportwerte Deutschlands, die von Deutschlands Nachbarn und die Strompreise des Tages plus die Zusammensetzung der deutschen Stromimporte können hier analysiert werden.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 27. Dezember ab 2016.

Mittwoch, 28.12.2022Anteil Wind- und PV-Strom 62,66 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 74,89 Prozent, davon Windstrom 60,25 Prozent, PV-Strom 2,42 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,23 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix [20302040]. Der Handelstag „Strom-Import/Export“.

Der erste Tag [20302040] an dem der Preis die Null-Linie erreicht. Die Im- und Exportwerte Deutschlands, die von Deutschlands Nachbarn und die Strompreise des Tages plus die Zusammensetzung der deutschen Stromimporte können hier analysiert werden.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 28. Dezember ab 2016.

Donnerstag, 29.12.2022Anteil Wind- und PV-Strom 62,75 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 74,50 Prozent, davon Windstrom 60,34 Prozent, PV-Strom 2,4 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,75 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix [20302040]. Der Handelstag „Strom-Import/Export“.

Der Donnerstag  [20302040] bringt das erste Mal in der letzten Jahreswoche negative Strompreise. Das Preisniveau liegt mit 13,58€/MWh im Mittel bei dem „alter Zeiten“. Die Im- und Exportwerte Deutschlands, die von Deutschlands Nachbarn und die Strompreise des Tages plus die Zusammensetzung der deutschen Stromimporte können hier analysiert werden.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 29. Dezember ab 2016.

Freitag, 30.12.2022Anteil Wind- und PV-Strom 62,16 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 74,44 Prozent, davon Windstrom 58,22 Prozent, PV-Strom 3,93 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,29 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix [20302040]. Der Handelstag „Strom-Import/Export“.

Der Freitag [20302040] gestaltet sich ähnlich wie der Vortag. Am Nachmittag steigt die Windstromerzeugung massiv an. Was zu einem Preisverfall von niedrigem Niveau (30€/MWh) Richtung Null-Line führt. Die Im- und Exportwerte Deutschlands, die von Deutschlands Nachbarn und die Strompreise des Tages plus die Zusammensetzung der deutschen Stromimporte können hier analysiert werden.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 30. Dezember ab 2016.

Samstag, 31.12. 2022Anteil Wind- und PV-Strom 64,47 Prozent. Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 77,32 Prozent, davon Windstrom 61,6 Prozent, PV-Strom 2,87 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,85 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix [20302040]. Der Handelstag „Strom-Import/Export“.

Der Samstag [20302040] mit dem noch geringeren Wochenendbedarf bringt einen kompletten Strompreis-Einbruch. Die Im- und Exportwerte Deutschlands, die von Deutschlands Nachbarn und die Strompreise des Tages plus die Zusammensetzung der deutschen Stromimporte können hier analysiert werden.

Belege für die Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 31. Dezember ab 2016.

Sonntag, 1.1.2023Anteil Wind- und PV-Strom 61,91 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 76,07 Prozent, davon Windstrom 57,84 Prozent, PV-Strom 4,08 Prozent Strom Biomasse/Wasserkraft 14,16 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix [20302040]. Der Handelstag „Strom-Import/Export“.

Am ersten Tag des Jahres 2023 reicht der regenerativ erzeugte Strom die ersten 12 Stunden lang aus, um den Bedarf Deutschlands alleine zu decken! Es muss aus Gründen der Netzstabilität dennoch konventioneller Strom hinzuerzeugt werden. Der Preis überschreitet die Null-Linie bis 12 Uhr nicht des Neujahrstages nicht. Die Im- und Exportwerte Deutschlands, die von Deutschlands Nachbarn und die Strompreise des Tages plus die Zusammensetzung der deutschen Stromimporte können hier analysiert werden.

Belege für die Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 1. Januar ab 2016.

Peter Hagers Kfz-Zulassungsinfos Dezember 2022

PKW-Neuzulassungen Dezember 2022: Subventionsendspurt bei E-PKW

Mit 314.318 PKW-Neuzulassungen übertraf der Dezember noch deutlich den November (260.512). Gegenüber dem Dezember 2021 betrug das Plus 38,3 %.

Die Subventionskürzungen bei E-Autos – Reduzierung bei BEV und Wegfall bei Plud-in-Hybriden) ab Januar 2023 führten zu einem nochmaligen Zuwachs bei deren Neuzulassungen. Der Zulassungsanteil der Elektro-PKWs (BEV und Plug-in-Hybrid) erreichte mit 55,4 % einen neuen Höchstwert. Im Vormonat lag er noch bei 39,4 %.

Bei PKW mit Benzinmotor lag der Rückgang bei 11,7 % (Zulassungsanteil 20,9 %) und bei PKW mit Dieselmotor bei – 4,8 % (Zulassungsanteil 10,8 %).

Hybrid (ohne Plug-in)

40.359 (+ 11,5 % ggü. 12/2021 / Zulassungsanteil: 12,8 %)
darunter mit Benzinmotor: 26.705
darunter mit Dieselmotor: 13.654

Plug-in-Hybrid

Neuzulassungen: 69.801 (+ 113,1 % ggü. 12/2021 / Zulassungsanteil: 22,2 %)
darunter mit Benzinmotor: 67.869
darunter mit Dieselmotor: 1.932

Top 10 nach Hersteller

Mercedes (mit 11 Modellen): 8.697
Ford (mit 2 Modellen): 6.819
VW (mit 6 Modellen): 5.151
Mitsubishi (mit 1 Modell): 4.882
Seat (mit 3 Modellen): 4.782
Audi (mit 8 Modellen): 4.768
BMW (mit 8 Modellen): 4.506
Kia (mit 4 Modellen): 4.076
Opel (mit 2 Modellen): 2.935
Volvo (mit 5 Modellen): 2.522

Elektro (BEV)

Neuzulassungen: 104.325 (+ 115,4 % ggü. 12/2021 / Zulassungsanteil: 33,2 %)

Top 10 nach Hersteller

Tesla (mit 4 Modellen): 17.501
VW (mit 6 Modellen): 16.803
Opel (mit 4 Modellen): 7.900
Renault (mit 3 Modellen): 6.634
Fiat (mit 3 Modellen): 6.606
Hyundai (mit 3 Modellen): 6.367
Audi (mit 4 Modellen): 4.912
Mercedes (mit 8 Modellen): 4.585
BMW (mit 6 Modellen): 4.506
Dacia (mit 1 Modell): 4.058

Die beliebtesten zehn E-Modelle 

Tesla Model 3: 9.566 (Mittelklasse)
Tesla Model Y: 7.382 (SUV)
VW ID4: 7.191 (SUV)
VW ID3: 6.865 (Kompaktklasse)
Fiat 500: 6.512 (Minis)
Opel Corsa: 4.112 (Kleinwagen)
Dacia Spring: 4.058 (Minis)
Seat Born: 3.403 (Kompaktklasse)
Hyundai Kona: 3.352 (SUV)
Opel Mokka: 3.303 (SUV)

Auch im Dezember kam das Tesla Model 3 wieder auf Platz 1, gefolgt vom Tesla Model Y und den beiden VW ID4 und ID 3. Wieder unter die Top 10 kamen der Opel Corsa und der Hyundai Kona. Herausgefallen sind der Renault Megane und der Polestar 2.

Das Jahres-Resümee von Peter Hager folgt in den kommenden Wochen!

Ausgewählte Berichte, Vorträge, Artikel & Ausarbeitungen

Es werden die Meinungen und Aussagen der jeweiligen Autoren wiedergeben, die nicht unbedingt von Rüdiger Stobbe oder achgut.com geteilt werden.

Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.

Die bisherigen Artikel der Kolumne Woher kommt der Strom? mit jeweils einem kurzen Inhaltsstichwort finden Sie hier.